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THOMAS SCHMIDT IM INTERVIEW

5. Oktober 2021 Posted by DNUG Marketing

Thomas, du bist Geschäftsführer bei der Stanoc GmbH in Rheine und darüber hinaus seit kurzer Zeit aktiv innerhalb der DNUG. Welche Rolle übernimmst Du genau bei der DNUG?

Die Rolle, die ich übernehmen werde, steht noch nicht ganz fest. Ich werde mit dem Marketing und mit den Finanzen zu tun haben. Außerdem werde ich mich auch mit neuen Feldern auseinandersetzen, wie dem europaweiten Zusammenschluss der DNUG. Es werden Länder dabei sein, die momentan nicht in der Runde mitspielen, wie Österreich oder die Schweiz. Diese Länder sollen dann aktiviert werden, sodass wir zusammen ein starkes Feld im Bereich Domino bzw. HCL Software aufbauen können.

Und wie bist Du zur DNUG gekommen?

Ich bin durch Helmut Sproll zur DNUG gekommen. Er ist Teil des SNoUG -Vorstands und gleichzeitig DNUG-Praktikant 2.0. Er hat mich darauf angesprochen, weil immer mehr Leute gesucht werden, die aktiv arbeiten wollen. So bin ich dann zum erweiterten Vorstand der DNUG gestoßen.

Was uns natürlich brennend interessiert, sind Deine Person und Dein Werdegang. Dazu zählt auch wie Du zum Geschäftsführer geworden bist und was Du noch außerhalb der DNUG machst?

Ich bin gelernter Heizungsbauer, gelernter Dampftechniker, gelernter Groß- und Außenhandels-Kaufmann in der KFZ-Zulieferer-Branche. Im Jahr 1997 habe ich mich aus Versehen bei tobit Software beworben und die haben mich schließlich eingestellt. Dort war ich Vertriebsleiter im Fachhandel. Ich habe mich dann 2003 mit Andreas Sauer selbständig gemacht und wir haben die damalige Conats GmbH gegründet. Wir sind im Bereich IBM-Domino tätig.

Die DNUG ist ein Ehrenamt und es fällt natürlich auch etwas an, wenn Du Deinem Hauptjob nachgehst. Wie vereinbarst Du Dein Ehrenamt mit deinem Hauptjob?

Das ist ziemlich einfach. Mein Chef, Andreas Sauer, erlaubt mir länger zu arbeiten bzw. schneller (lacht). Nein Spaß beiseite. Wir integrieren die Aufgaben in den Arbeitsalltag und geben andere Aufgaben ab. Wir machen aber auch immer wieder eine sorgfältige Planung in der wir einen festen Zeit-Slot in der Woche festlegen, indem wir uns nur um die DNUG kümmern.

Bist Du denn auch jemand, der seinen Tag sehr strukturiert gestaltet?

Ich habe innerhalb der letzten 18 Jahren gelernt, dass jeder Plan, den man sich vorab überlegt hat, konsequent von den Kunden durchkreuzt wird. Deshalb planen die Kunden meinen Tag jeden Tag aufs Neue und darauf reagiere ich.

Das heißt, Du weißt nicht immer genau, was anfällt und lebst in den Tag hinein. Hast Du feste Strukturen, von wann bis wann du arbeitest?

Nein, überhaupt nicht. Ich sitze morgens ab sechs oder ab acht im Büro und arbeite bis 17/20 Uhr. Je nachdem, wie und wann welche Aufgabe fertig sein muss. Aber ich habe zwischendurch auch die Freiheiten und kann auch mittags sagen, das war’s für heute.

Wie stehst Du denn als Geschäftsführer zum Thema „New Work“? Habt ihr schon überlegt, diese Thematik im Unternehmen zu etablieren oder macht ihr schon etwas in dem Bereich, hinsichtlich der Arbeitszeiten oder schafft gar alternative Arbeitsmöglichkeiten?

Das ist ein komplexes Thema und wir versuchen es. Die Pandemie hat einiges erleichtert, da alle von zu Hause aus arbeiten konnten. Aber es ist ganz schwer die Strukturen aufzubrechen, wie beispielsweise, dass sich die Leute entlang der To-Do‘s hangeln, anstatt nach festen Arbeitszeiten. Das ist ein sehr, sehr schwieriger und langer Lernprozess. Wir versuchen unseren Leuten zu sagen: „Pass mal auf, was Du machst, wenn du jetzt zum Arzt fährst oder wenn dein Kind krank ist, wollen wir gar nicht wissen. Geh‘ aber bitte hin und setz Dich zum Beispiel in Sametime auf abwesend, damit wir nicht versuchen Kundengespräche einzuplanen“. Dann ist es ihre Aufgabe, den Tag selber zu managen.

Schön zu sehen, dass Du als Arbeitgeber deinen Arbeitnehmern solche privaten Termine auch während der Arbeitszeit ermöglichst.

Das stimmt schon, aber wir sind über sieben Städte verteilt und das letzte Büro gibt es so nicht mehr. Jetzt müssen die Leute nur noch verinnerlichen, dass sie eigenverantwortlich arbeiten müssen. Solange es die Loyalität zum Unternehmen gibt, wovon wir alle leben, können sie es gerne machen.

Wie sieht Dein Privatleben aus?

Ich lebe in Rheine und habe vier Jungs. Ich bin schon einmal erfolgreich geschieden, aber ansonsten lebe ich in Rheine und will auch gar nicht viel privater werden.

Dann macht man als Mitglied, wenn man Dich privater kennenlernen will, einzelne Sessions mit Dir?

Genau, aber man kann man auch nachlesen, was wir bereits gemacht haben. Ein damaliger Auszubildender hat uns aufgefordert Sport zu machen, denn er wollte den alten Leuten, sprich den beiden Chefs, zeigen was das ist. Das Endergebnis war, dass wir in Hamburg einen Marathon mitgelaufen sind und in der Pfalz an einem Mountainbike Marathon teilgenommen haben. Das hat super viel Spaß gemacht mit dem schönen Nebeneffekt, dass alle aufgehört haben zu rauchen und keiner mehr etwas Ungesundes isst.

Bist Du selbst sportlich?

Ich war schon sportlicher. Damals habe ich in der Westfalen Liga Handball gespielt. Ich habe an Marathons teilgenommen und bin Fallschirm gesprungen. Zudem bin ich relativ regelmäßig tauchen gewesen und bin Motorrad oder Ski gefahren. Alles, was witzig ist oder die Kinder wollten, haben wir intensiv ausgetestet.

Mit vier Jungs musst Du natürlich auch ein gewisses Programm liefern, oder?

Genau, aber mittlerweile bin ich der alte Mann, denn der Jüngste ist 18. So gehöre ich langsam mehr zur Senioren Sportgruppe. 

Was müssen unsere Mitglieder unbedingt über Dich als Thomas Schmidt wissen?

Ich kann super rückwärts einparken (lacht). Ich bin vielen Leuten zu direkt und zu offen. Viele sehen das auch als Nachteil an, dass man auch mal den anderen einen Spiegel vorhält. Aber was ich bei Streitpunkten immer kann, ist, das Thema abzuhaken. Ich reite nicht auf irgendwelchen Themen rum. Wie sagte mal ein Freund: „Die Frontscheibe ist größer als der Rückspiegel“.

Vielen lieben Dank für Deine inspirierenden und motivierenden Worte, Thomas!

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PATRICK ROTH IM INTERVIEW

11. September 2021 Posted by DNUG Marketing

Patrick, Du bist Gründer und CEO bei der bloosite AG und unterstützt seit diesem Jahr die DNUG. Welche Rolle übernimmst Du genau?

In der DNUG habe ich die Position des BigFix-Fachgruppenleiters eingenommen, was für mich noch eine neue Rolle ist. Was das alles heißt? BigFix kenne ich sehr gut, die DNUG bisher wenig und das darf sich noch alles einfinden. Ich bin Inhaber und Gründer der bloosite AG und versuche nun, diese Rollen miteinander zu kombinieren. Denn ich denke, dass der BigFix-Alltag in meinem Geschäft wahrscheinlich der gleiche wie in der DNUG ist. Es geht um eine Lösung, ein Produkt. Es geht um kundenorientierte Darstellung und im Endeffekt darum, dass man die Leute für eine Thematik begeistern kann.

Das Thema BigFix ist ein neuer Bereich, der nun in der DNUG etabliert wird. Wie würdest Du BigFix zusammenfassen?

Die offizielle Bezeichnung ist Endpunkt Management – EndPoint Management auf Englisch. Die Historie von BigFix begann vor 20 Jahren und wir sind schon einige Jahre als bloosite AG in dieser BigFix-Story unterwegs. Vor über fünf Jahren haben wir das Produkt intern eingeführt. Der Support in der BigFix-Community war unabhängig des Herstellers immer verfügbar und das Schöne ist, BigFix ist eine Lösung bei der Endgeräte jeglicher Art, basierend auf Windows, Linux und Mac patchen kann. Das klingt so banal, wie viele andere Hersteller ihr Marketing ebenso nutzen. Wer sich jedoch BigFix genauer anschaut, der realisiert den Unterschied im Detail zu finden. Dies aufzuzeigen sehe ich als meine Aufgabe in der DNUG. Wir haben damals für BigFix entschieden, weil wir eine Lösung für unser eigenes Datacenter evaluierten. Wie sagen wir bei bloosite in diesem Falle, aus einem Thema entsteht ein neues Managed-Service Produkt. Mit dem Lifecycle Managed Service bieten wir heute auch für kleine und große Unternehmen das Patch Management als Dienstleistungen an. In den Jahren hat sich BigFix etwas verändert. Es ist eine vollumfängliche Lifecycle Suite und nicht nur ein Patch-Management. Es hat sehr gute Programmierfunktionen und beinhaltet z.B. Compliance Themen, Power Management und vieles mehr.. Wenn ich einen aktuellen Compliance Standard abbilden will, dann kann ich das fast „in wenigen Minuten“ tun. Auch ein Assessment einer Firma mit über 10.000 Laptops, kann in nahezu wenigen Minuten erstellt werden. Diese Kompetenz sehe ich als extrem vorteilhaft auf dem Gebiet des Endpoint-Management an. Heute ist die Anforderung, jedes Gerät aktuell gepatcht zu haben und dann kommt immer die Frage auf: Wer hat schon die Zeit, es zu tun? Dazu braucht es vielfach Spezialisten, die auch ein Security Verständnis mitbringen. Jeder Browser sollte heute aktuell sein und wir können mit unserem Service, mit BigFix zusammen, tagesaktuell sein und eben auch tagesaktuelle Security Updates nachziehen.

Ich bin davon überzeugt, die meisten Firmen, geschweige denn etliche HomeOffice-Installationen, sind mit dieser Anforderung einfach überfordert. Schlussendlich ist BigFix für mich eine Software – ein klassisches Produkt, das die Genialität erst bekommt, wenn es mit dem Operation Management kombiniert wird – als dem Menschen, der dieses Werkzeug richtig einsetzt. Alles weitere, würde ich sagen, braucht eine separate Session (lacht).

Dann sollten unsere Leser bei dir einen DeepDive oder eine Online-Veranstaltung buchen, wenn sie dazu mehr erfahren möchten.

Ja klar, es gibt viele Ansatzpunkte und wir haben bei uns auf der Webseite sicher das eine oder andere gelistet. Wir nennen unser bloosite Produkt blooLifecycle und als wir diese Lösung entwickelten und aufbauten, wussten wir noch nicht, dass die Software-Suite von HCL übernommen werden wird. Das Produkt hieß damals bei IBM nicht mehr BigFix. So war der Name BigFix offiziell zumindest komplett vom Markt. Unser Ziel ist es, den Lifecycle des Geräts zu begleiten. Das heißt von dem Zeitpunkt an, wo das Endgerät mit Software geladen und in Betrieb genommen wird, bis es ausser Betrieb gehen wird. Ein Endgerät hat vielleicht drei bis fünf Jahre Lebenszeit – seinem Lifecycle. Und währen dieser Phase werden nahezu täglich Software-Komponenten aktualisiert, hinzugefügt oder entfernt. Mit der Pension des aktuellen Endgerätes folgt ein junges neues System nach. Folglich wird der gleiche Software-Stan nahtlos auf dem neuen Endgerät benötigt. Die Benutzer-relevanten Daten werden übertragen und die Migration ist nahezu unterbruchsfrei erfolgt. Manuell scheint mir diese Präzision kaum möglich.

Als Fachgruppenleiter hast Du viel Verantwortung neben Deinem Daily Business. Wie vereinbarst Du Deinen Hauptjob mit dem Ehrenamt? Hast Du einen festen Arbeitsalltag?

Ich spüre in mich hinein und finde heraus, was im Moment wichtig ist. Das ist auch eine der Eigenschaften, die ich im Alltag immer mehr pflege. Wir haben so viele Informationen, die über Kanäle auf uns einprasseln. Und da ist ein enormes Energiesystem um uns herum, das mir Ruhe und Stabilität ermöglicht. Durch die laufend sich verändernden Prioritäten geht’s es mir darum, den Alltag in der für sich stimmigen Priorität zu planen. Das heißt, ich habe meistens einen Plan vor mir, kann aber diesen Plan, wenn es sein muss, eigentlich in Minuten auf den Kopf stellen.

Du hörst in Dich hinein. Nutzt Du dafür Meditation oder nimmst Du Dir wirklich Zeit am Tag, bevor Du irgendetwas startest? Wie machst Du es genau?

Das ist ein spannendes Thema und da könnte man stundenlang ausholen. Ich glaube, wenn man mit einer gewissen Ruhe an eine Thematik herangeht, bekommt man mit der Zeit die Informationen, die im Jetzt wichtig sind. Außerdem bekommt man automatisch Werkzeuge wie Meditationen an die Hand und lebt idealerweise sehr achtsam. Ich war lange der Meinung, diese Themen müssen von der Arbeitswelt getrennt sein. Inzwischen ist für mich klar, Achtsam zu leben ist eine Lebensweise. Man merkt meistens im Gespräch, ob der Gesprächspartner versteht, was man erzählt oder ob er noch zusätzliche Informationen benötigt, wenn wir achtsam sind.

Wenn ich heute schaue, was die Betriebssysteme mit dem Endgerät tun, dann glaub ich nicht mehr, dass das im Sinne des Menschen ist. Im Endeffekt versuchen wir mit der Technologie etwas Sinnvolles zu tun. Vor vielen Jahren sind wir auf den Mond geflogen, die IT hat uns supported und uns solche Missionen ermöglicht. Die IT war das Werkzeug für den Menschen. Wenn ich heute meinen Alltag anschaue, dann frage ich mich, wer das Werkzeug ist? Der Mensch oder die Maschine? Schauen Sie sich in ihrem Alltag um und sie werden erkennen, wie viele „Umstände“ sie täglich leben um der IT zu entsprechen. Doch ja, das haben Menschen programmiert. Sicherlich hat es sehr viele Vorteile, diese finde ich toll.

Das ist mein Motto in der Firma und in der DNUG, wenn ich sage, wir wollen das Werkzeuge IT für uns Menschen nutzen. Ich gebe den Leuten das Werkzeug BigFix, das Patch-Werkzeug oder den Patch-Service als Werkzeug. Damit wird das Endgerät wieder zum Werkzeug für den Benutzer und dieser kann seine Aufgaben damit erledigen – „back to the roots“.

Meine Fragen dabei sind: Wie sehen die Prozesse aus? Welches Werkzeug ist sinnvoll? Die Antworten erhalte ich , wenn ich mit dem Menschen kommuniziere. Wenn ich heute eine Lösung verkaufe, verkaufe ich diese wenn ich das Bedürfnis des Kunden spüre und verstehe. Dann kann ich dieses Wissen in die Technologie einbringen und es entsteht die passende Lösung.

Wie hast Du zur DNUG gefunden?

DNUG? Keine Ahnung was das ist. Never heard before. Helmut Sproll rief mich an und sagte: „Schau, ich habe gesehen, du bist einer der wenigen in der Schweiz, die BigFix kennen.“ Gute Recherche, habe ich gesagt. Wir haben uns ausgetauscht und waren uns menschlich sympathisch. Da gab‘s Pros und Contras, die wir besprochen so starteten wir den Versuchsballon ein neues Thema in die DNUG aufzunehmen.

Beim ersten Online-Event spürte ich das erste Mal die Unterstützung der DNUG und der Organisation. Die DNUG ist eine ganz tolle Gruppe und Organisation. Deswegen glaube ich, wer verstanden hat was die DNUG-Mitglieder tun, sieht wie diese mit enormem Herzblut dabei sind. Das ist wohl auch der Unterschied zu den klassischen Firmen bzw. Großkonzernen. Aus diesem Grund lege ich der DNUG ans Herz dieses Feuer nach Aussen zu tragen, so dass sie erkannt und gesehen werden. Die Industrie fordert vielfach das systemische Denken, Termindruck und retionale Entscheide. Die DNUG lebt von den Menschen – der Community.

Noch die abschließende Frage: Was müssen unsere DNUG-Mitglieder unbedingt über Dich wissen?

Ich bin ein Mensch, der keine engen Systeme mag. Systeme sind okay und die braucht es. in gewisser Weise. Aber ich merke, ich brauche die Elastizität. Ich brauche dieses „out of the box thinking“. Kreativität, Ideen, Gespräche und Lösungsfindungen sind was mich bewegt. Bürokratie, nicht wollen, nicht können – da fühl ich mich unwohl. Ich bin überzeugt, dass Unternehmer und Selbständige angetrieben werden von „Ich breche da aus und bewege etwas“. Und so kommt die Frage „Was bewege ich mit BigFix?“ Mit BigFix kann man unter Umständen relativ viel bewegen, wenn man das Produkt nicht als Produkt oder Software handhabt, sondern wenn man zeigt, was wir daraus gemacht haben. Wir haben einen BigFix Service entwickelt und das bin ich und meine Crew.

Was ich extrem gerne tue, ist menschlich für die Menschen da sein. Daraus entsteht und damit lebt die Community. Die Technik dahinter scheint nebensächlich, doch die auf der Technik aufbauenden Lösungen werden menschlich.

Vielen lieben Dank für Deine inspirierenden und motivierenden Worte, Patrick!

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HELMUT SPROLL IM INTERVIEW

16. August 2021 Posted by DNUG Marketing

Helmut, du bist Managing Director bei der CROSS-WORKS AG und seit kurzem Teil des Vorstands der DNUG als sogenannter Praktikant. Jetzt interessiert uns natürlich deine Person und dein Werdegang. Wer bist du und welchen Tätigkeiten gehst du außerhalb der DNUG nach?

Ich bin in einem kleinen Dorf zwischen Ravensburg und Ulm auf die Welt gekommen und aufgewachsen. Dort habe ich auch meine Lehre gemacht. Heute würde man zu der Ausbildung Maschinenmechanik sagen. Ich habe über den zweiten Bildungsweg die Fachhochschulreife in Biberach an der Riß erlangt. Danach bin ich nach Konstanz gezogen, habe an der Fachhochschule Maschinenbau studiert. Ich habe in der Stadt mit meiner jetzigen Frau zusammengewohnt und dann meine Diplomarbeit in der Schweiz geschrieben. Das habe ich aus dem Grund nicht in Deutschland gemacht, weil man damals für sechs Monate arbeiten in Deutschland 1.000 D-Mark erhielt und damit kann man nicht leben. In der Schweiz aber konnte man früher für eine Diplomarbeit 2.000 bis 3.000 Franken pro Monat bekommen, was wirklich in Ordnung ist. So bin ich in die Schweiz gekommen und hängen geblieben. Ich habe in der Zeit bei einer Unilever Gesellschaft in der Schweiz gearbeitet und die haben mich auch direkt nach dem Studium eingestellt. Dort bin ich insgesamt sechs Jahre gewesen und habe vor Ort die Computerwelt kennen gelernt. Als ich dort beschäftigt war, ist die E-Mail aufgekommen und das Netzwerk wurde eingeführt. Ich bin damals im CAD (Computer Aided Design) Bereich tätig gewesen und habe für meinen Arbeitgeber aber dann auch den E-Mail-Service eingeführt. Im Rahmen dieses konzernweiten Projekts sind in 12 Monaten rund 100.000 Benutzer weltweit in das System integriert worden. Irgendwann war das Projekt aber dann zu Ende und es hat mir bei der Gesellschaft eigentlich nicht mehr so ganz gepasst.

Doch dann habe ich ein spannendes Projekt bekommen, was mich nochmal zurück zu meiner Maschinenbau-Ausbildung geführt hat. Es sollte ein Teil der Produktion aus der Schweiz nach China verlagert werden. Dabei ging es um Staubsauger für Hotels, Möbelhäuser und so weiter. Für Europa sollte dann ein neues Modell her und mein Auftrag war es, die Produktion des bisherigen Modells nach China zu verlagern. Daran habe 12 Monate gearbeitet und war insgesamt für vier Monate in China. In dem Land habe ich alles kennengelernt, was man so lernen kann: Draußen in der „Prärie“ gab es jeden Abend exotisches Essen, wir schliefen in der Firma, kein Mensch um mich herum sprach Deutsch, nur ein paar wenige sprachen Englisch und lauter solche Dinge. Nach den 12 Monaten konnte das Projekt abgeschlossen werden und danach habe ich Unilever auch verlassen. Ich bin anschließend zu einer in der Schweiz gut bekannten Firma namens Sulzer in Winterthur gewechselt. Meine Funktionen sind dort sehr ähnlich gewesen und ich sollte damals die globale Notes Plattform einführen. Ich „musste“ in dieser Zeit viel reisen; wir hatten rund 120 Büros in fast ebenso vielen Ländern, welche ich mehrfach besucht habe. Im Rahmen einer strategischen Neu-Ausrichtung des Konzerns spaltete man dann aber verschiedene Bereiche ab, und viele meiner internen Kunden wurden verkauft. Diejenigen, die blieben entschieden sich für die Microsoft Plattform.

Ich habe nach ungefähr sechs Jahren dann bei einer Firma angefangen, die heute unter dem Namen SoftwareOne bekannt ist, ein Lizenz-Großhändler. Ich kannte den Gründer von damals als das Unternehmen noch Software Pipeline hieß. Damals sind das vielleicht 15 Leute gewesen und heute sind es etwa 5.000. Es ist also enorm gewachsen. Mit meinem Team, einem Büro in Singapur und einem in New York habe ich dann dort gearbeitet und für Sulzer noch zwei Jahre die Notes Infrastruktur betrieben, solange sie eben noch gebraucht wurde.

Dann kam der Gedanke der Selbstständigkeit bei mir auf, der mich schon immer irgendwie gereizt hat und so habe ich mich mit zwei Kollegen selbständig gemacht. Wir gründeten die Firma CROSS-WORKS und haben noch die Restbestände von Sulzer mit in die neue Firma eingebracht. CROSS-WORKS hat die ersten Jahre nichts anderes gemacht als Notes Infrastrukturen zu betreiben, vorwiegend mit Systemen im Ausland. Weil wir alles Remote machen konnten, sind wir weniger gereist. Wir haben entschieden, unser Büro in Winterthur anzusiedeln, da es der Mittelpunkt von uns drei Gründern war.

Die zwei Mitgründer haben sich über die Jahre verabschiedet, aber wir sind dennoch gewachsen. Das Team besteht heute aus elf Leuten. Ich bin der alleinige Inhaber, Geschäftsführer und sozusagen „Mädchen für alles“. Unilever hat mir damals ermöglicht in die Schweiz zu kommen und im Rahmen eines Management Programms durfte ich auch meine heutige Frau mitnehmen. Seit 25 Jahren wohnen wir jetzt schon in der Schweiz und vor ein paar Jahren konnten wir die Schweizer Staatsbürgerschaft annehmen. Ich habe also zwei Pässe und wenn ich mit dem Flieger reise, schaue ich wo die Schlange kürzer ist und stelle ich mich mit dem entsprechenden Ausweis in der Schlange an.

Kurz zu meinem Privatleben: Verheiratet bin ich nach wie vor mit der gleichen Frau, wir haben zwei erwachsene Kinder und ein Eigenheim. Das ist mein halbes bzw. mein ganzes Berufsleben. Ich hatte schon immer sehr wenig Zeit für anderes und ja, ich bin schon ein kleiner Workaholic und mag es, wenn sich Dinge bewegen. Ich kann es nicht leiden, wenn sich nichts bewegt. Das ist nicht mein Ding. Ein paar Jahre lang bin ich regelmäßig zwei bis dreimal die Woche mit einem Nachbarn joggen gegangen. Aber das ist die letzten Jahre leider eingeschlafen. Gleichwohl esse ich nach wie vor sehr gerne sehr gut, trinke auch gerne guten Rotwein und das sieht man dann auf der Waage. Da muss ich wirklich wieder dran arbeiten.

Was war denn dein China Highlight? Was wirst du niemals vergessen?

Als ich damals dort angekommen bin, habe ich eine leere Halle vorgefunden und musste eine Produktion aufbauen. Da fängt man mit kleinen Dingen an, wie Werkbänke kaufen, sie werden aufgestellt und die Mitarbeiter werden angelernt. Es war spannend von Grund auf alles zu machen, ganz „hands on“ sozusagen.

Dann das Zweite, was mich immer beeindruckt hat, ist dass es in dem Ort keine Vögel gab. Das ist mir immer erst im Nachhinein aufgefallen, wenn ich wieder zu Hause angekommen bin. Ich bin immer nach Hongkong geflogen und von da aus ca. zwei Stunden mit einer Fähre in die Stadt Zhongshan gefahren. Die Fabrik selbst war in einem Vorort von Zhongshan und da gab es keine Vögel, weil man die Insekten mit Insektenvernichtungsmittel vergiftet hatte. Daraufhin haben die Vögel diese gefressen und sind auch gestorben. Dann kommst du zurück in die Schweiz und hier gibt es Vögel, Bienen und so weiter.

Dann gibt es natürlich auch noch das chinesische Essen: Die Chinesen machen sich da einen Spaß draus, denn jeden Abend besucht man ein Restaurant und dort sucht man sich selber den Fisch aus, welcher dann für dich geschlachtet wird. Das ist bei allen Tieren so und du musst solange mitmachen, bis der erste Chinese kneift, denn erst dann hast du gewonnen. Aber ich war immer schon neugierig und habe also alles versucht.

Die SNoUG ist vielleicht nicht jedem unserer Leser*innen ein Begriff. Was genau macht ihr in der Community und weshalb unterstützt du nun zusätzlich die DNUG?

Wir haben in der Schweiz die Herausforderung der drei Sprachregionen und die SNoUG ist deshalb eigentlich nur der deutschsprachige Teil der Schweiz. Es gab mal vor Jahren einen Ableger in der Westschweiz, also französisch sprechend. Das hat aber nicht funktioniert, weil man jemanden brauchte, der das vor Ort und eben in Französisch vorantreibt.

Wir sind ein kleiner Vorstand von fünf Personen und machen das auch alle nebenbei. Früher gab es zwei Events pro Jahr, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Im Zeitraum des zweiten Events hat die IBM eine eigene Veranstaltung gemacht und da wir nicht innerhalb von vier Wochen zweimal das gleiche Thema machen wollten, gibt es seit Jahren nur noch eine SNoUG Veranstaltung. Diese findet meistens im Frühjahr statt.

Im Prinzip sind wir auch ganz ähnlich organisiert wie die DNUG. Unsere normalerweise jährlichen Events organisieren wir bewusst familiär und mit großer Herzlichkeit. Das kommt auch an, so freut es uns schon sehr, dass wir regelmäßig Teilnehmer*innen und Partner*innen aus Deutschland an unserem Event begrüßen dürfen. Der Unterschied ist aber, dass wir keine externe Unterstützung wie Kira, Michael oder Jan haben. Wir machen wie gesagt alles selber und könnten es uns auch gar nichts anderes leisten; eine SNoUG-Mitgliedschaft ist kostenlos. Wir decken unsere Kosten mit dem Event und haben deshalb auch kein großes Budget, um Externe einzusetzen. Beim Event verlangen wir Eintritt und verlangen einen gewissen Obolus von Ausstellern. Aber das ist eigentlich die einzige Einnahmequelle, die wir haben. Dadurch ist man finanziell sehr viel limitierter.

Warum ich mich in der DNUG engagiere? Ich wollte mal wissen, wie die DNUG funktioniert. Ich bin an zwei/drei Events gewesen und ich sehe schon lange auch eine gewisse Synergie, wie zum Beispiel das Potential des Newsletters. Außerdem finde ich den Ansatz interessant, Deutschland, Österreich und die Schweiz ein wenig enger zusammenzubringen.

Wie vereinbarst Du die Tätigkeiten für die DNUG und SNoUG mit Deinem Daily Business?

Mein Engagement bei der DNUG wie auch bei der SNoUG ist nicht zwingend förderlich für meine Work-Life-Balance, sprich, es gibt schon so manche Stunde, die man am Abend oder auch am Wochenende aufwendet. Das geht natürlich immer mal wieder zu Lasten von Familie und Freizeit, aber wenn es dann überhand nimmt, nordet mich meine Frau schon wieder ein.

Was sind Deine Ziele? Beruflich als auch privat?

Beruflich: Mit CROSS-WORKS sind wir ursprünglich als reine Notes/Domino Partner gestartet. Aus bekannten Gründen mussten wir uns auf die Suche nach einem zweiten Standbein machen und haben für uns das Thema Dokumenten-Management entdeckt. In beiden Bereichen bieten wir heute einerseits skalierbare Services mit Datenhaltung in der Schweiz an, andererseits die Realisierung kundenspezifischer Lösungen auf Basis der entsprechenden Technologien. Alles, was nicht in dieses Raster passt, lassen wir ganz bewusst sein. Auf Basis dieses Setups gilt es nun nachhaltig erfolgreich zu sein.

Privat: Wir wohnen jetzt schon so lange in der Schweiz, haben aber noch jede Menge Ecken, die wir nicht kennen. Die „Kinder“ gehen mittlerweile eigene Wege, weshalb meine Frau und ich vermehrt verlängerte Wochenenden zur weiteren Erkundung der wirklich schönen Schweiz verwenden wollen.

Noch die abschließende Frage: Was müssen unsere DNUG-Mitglieder unbedingt über Dich wissen?

Geduld ist eindeutig nicht meine Stärke (lacht). Ich hätte immer gerne alles sofort, bin dann mitunter nur schwer zufriedenzustellen und verstehe überhaupt nicht, wenn andere weniger Elan entwickeln. Ich lege zudem auch Wert auf Qualität. In der Schweiz würde man dazu „Düpflischisser“ (zu Deutsch: Pedant) sagen, aber ich habe es nun mal gerne genau und exakt…nicht ungefähr… das geht dann mitunter bis ins Detail.

Vielen lieben Dank für Deine inspirierenden und motivierenden Worte, Helmut!

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MICHAEL WÜRDEMANN IM INTERVIEW

14. April 2021 Posted by DNUG Marketing

Michael, Du bist Director Marketing and Associate General Manager DACH bei HCL und unterstützt seit diesem Jahr die DNUG. Wie kam es dazu und welche Rolle übernimmst Du genau?

Wie es dazu kam: ganz natürlich eigentlich. Ich war bereits vorher über sechs Jahre bei IBM Collaboration Solutions und kannte daher die Community. Das schließt neben Kunden und Partnern auch die Kollegen ein. Diese sind zum großen Teil von IBM zu HCL gewechselt. Außerdem liegen mir die Produkte schon immer am Herzen und so war es ein ganz natürlicher Move. Als Tom Zeizel mich dann ansprach, ob ich in Zukunft wieder in seinem Team arbeiten möchte, mit dem Ziel im Bereich Marketing die Marke HCL auch bekannter zu machen, da konnte ich nicht Nein sagen. Zum 01.01.2021 bin ich dann zum Team dazu gestoßen und ein weiterer Teil des Jobs ist die Betreuung der DNUG als unserer großen User Group. So bin ich von Anfang an gleich in die Planung für die Fachgruppen und die #dachnug48 miteingebunden worden.

Du bist zwar von HCL dafür abgestellt, Dich um die DNUG zu kümmern, aber Du musst auch noch anderen Tätigkeiten nachgehen. Wie vereinbarst Du die Tätigkeiten für die DNUG mit Deinem Daily Business?

Das befruchtet sich gegenseitig ganz gut und ich habe natürlich auch durch den DNUG-Vorstand einen gewissen Austausch über die einzelnen Fachgruppen, die wir haben. Wir bekommen so mit, was es gerade für Strömungen gibt. Was treibt die Menschen aktuell an? Was beschäftigt sie? Und das brauche ich als Input. Wenn ich mir jetzt überlege, was werde ich als Nächstes auf LinkedIn machen? Was möchte ich als Nächstes an One Pagern kreieren? Wo braucht es mal wieder ein bisschen mehr HCL-Flavour, wenn man über ein bestimmtes Thema spricht?

Ein gutes Beispiel ist momentan Sametime. Das Thema Videokonferenz wird in der Politik und durch die Datenschutzbeauftragten aktuell stark diskutiert, weil eben bestimmte Cloud basierte Lösungen gerade nicht gern gesehen sind. Auf der anderen Seite weiß niemand, was Sametime alles Gutes kann und eine Alternative zu Teams, Zoom und Co. wäre. Da hilft mir auch der Austausch mit Partnern, aber eben auch mit Kunden, die in der DNUG unterwegs sind, um herauszuarbeiten, wie gut unser Sametime-Premium ist. Wie sind die Sametime-Meetings wirklich im Vergleich zu dem, was am Markt bereits existiert? Ist es etwas, was tatsächlich eine Alternative sein kann? Worauf muss ich mich auch in meinem Messaging nach draußen konzentrieren? Wo muss ich meine Schwerpunkte setzen? Das geht eben nicht ohne dieses Feedback von der Basis, welches ich hier wirklich direkt und manchmal auch sehr ungefiltert bekomme. Aber das ist es eben auch wert.

Ihr bietet von HCL bereits gute Services an. Wie genau profitiert ihr von einer externen User Group?

Man hat bei HCL beispielsweise die Möglichkeit regelmäßig an unseren Social Roundtables teilzunehmen. Auch betrachten wir mehr als nur die Collaboration Tools, wie zum Beispiel BigFix für die Administration, Unica für Marketing oder AppScan für Developer. Die Kunden kommen zusammen und der Fokus liegt natürlich auch immer darauf, die Kunden sprechen zu lassen. Sie sollen von ihren Erfolgen berichten und sich austauschen können. Dennoch habe ich immer das Gefühl, dass die Kunden ganz anders sprechen, wenn der Hersteller mit am Tisch sitzt. Genauso ist es bei Partnern.

Die DNUG ist da ein ganz guter, alternativer Kondensator. Es wird ermöglicht die Informationen zu sammeln, sodass sich diese Diskussionen nicht in vielen kleinen Grüppchen wiederfinden, und dann auch gebündelt mit HCL besprochen. Von daher ist es sehr wertvoll, eine User Group zu haben, wo sich Kunden und Partner ganz unabhängig vom Hersteller austauschen können. Kunden können dort in den Fachgruppen ganz anders miteinander kommunizieren. Was leider immer im Raum steht, wenn der Anbieter anwesend ist: „Die wollen uns ja eh nur irgendetwas verkaufen“. Bei der DNUG möchte niemand etwas verkaufen (außer vielleicht einer DNUG-Mitgliedschaft, wofür man auf der anderen Seite aber auch einiges bekommt). Die DNUG hat als Vereinigung kein Interesse daran, einem Kunden irgendetwas aufzudrängen, wie den Kauf der großen Version von Sametime oder von Connections. So ist der Austausch viel offener und freier – sowohl für Kunden als auch für Partner.

Woher kommt Deine Motivation für Deinen neuen Job?

Meine Motivation ist auch in der Historie begründet. Ich habe Ende der 1990er Jahre angefangen und bin als Entwickler bei der Entwicklung von Lösungen auf Basis von Domino auch ganz vorne mit dabei gewesen. Dazu zählte beispielsweise auch das Lokale Finanzkapital der Sparkassen. Hiermit waren wir unter den letzten drei Finalisten der Lotus Awards für die „Best Industry Solution“ in Orlando. Das waren wirklich gute Jahre. An der Art und Weise, wie HCL Software macht, hat sich nicht viel verändert. Es hat natürlich bei HCL einen neuen Schwung gegeben, den es bei IBM vielleicht nicht mehr gab. Aber diese grundlegenden Paradigmen, wie die darunterliegende Sicherheit bei Notes/Domino ist noch immer relevant. Verfügbarkeit ist sehr wichtig und dass wir den Kunden die Kontrolle lassen, ihre eigenen Lösungen zu schaffen, die sie sicher einsetzen können. Datenschutz und Sicherheit spielen eine wesentliche Rolle und sind wichtiger denn je. Dennoch wird es am Markt nicht gesehen und daher möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, das zu verändern. Man soll wissen, dass wir Alternativen zu anderen Marktbegleitern anbieten. Auch mit der Möglichkeit, unsere Produkte in einer selbstverwalteten Cloud zu betreiben – ohne Rückkanal zum Hersteller.

Was sind Deine Ziele? Beruflich als auch privat?

Ich bin Wertungsrichter beim Tanzsport und mein Ziel ist es, dass ich bald wieder ein Turnier werten darf. Dieses Jahr wird es wahrscheinlich nichts, denn die Bundesliga-Turniere sind bereits abgesagt und verschoben worden. Es wurde diskutiert, die Mannschaften in Online-Turnieren auftreten zu lassen und das Konzept empfand ich als spannend – aber es geht nichts über die Wettkampfatmosphäre in der Halle. Ansonsten privat das Übliche: Wer ein Häuschen und Kinder hat, der hat auch immer zu tun. Der Garten steht jetzt an und muss wieder fit gemacht werden und von den großen Jungs zieht einer aus.

Meine Ziele für HCL: Wir müssen das Gute, was wir tun, mehr in die Breite tragen und mehr darüber sprechen. Natürlich möchte ich auch immer zwischen Kunden und Produktmanagement vermitteln und das eben auch in Richtung USA, wo unsere Entwickler und unser Produktmanagement sitzen. Dazu zählt auch zurückzumelden, was im Markt Deutschland, Österreich und Schweiz passiert. Als Mittler möchte ich versuchen, dass sie uns besser verstehen und besser auf das eingehen, was wir und unsere Kunden brauchen. Auf der anderen Seite sollen wir bei den Materialien auch nicht immer darauf angewiesen sein, was aus den USA kommt und womit sich hier mancher nur schwer identifizieren kann.

Wertungsrichter beim Tanzsport, wie bist Du dazu gekommen?

Ich habe früher selber getanzt, was allerdings jetzt schon 40 Kilo her ist (lacht). Ich war selbst Tänzer und war auch in einer Formation aktiv. Als im Jahr 2000 meine Zwillinge auf die Welt kamen, musste ich erstmal überlegen, was ich jetzt mache. Viele hängen dann einfach ihre Tanzschuhe an den Nagel und hören auf, aber ich habe zu dem Zeitpunkt bereits zehn Jahre getanzt und dachte mir: „Irgendwie kann ich das nicht so einfach hinter mir lassen“. Daraufhin habe ich die Lizenzschulungen gemacht. Ich habe auch nochmal selbst getanzt, bevor ich dann Trainer in der 1. Bundesliga Latein wurde. Ich wollte dem Tanzsport etwas zurückgeben und deswegen dachte ich anschließend, ich kann noch ein bisschen aktiv sein. Zwar nicht mehr auf der Fläche, was mir ganz guttäte, aber dann wenigstens an der Fläche.

Zwei verschiedene Welten: Im Homeoffice am Schreibtisch für HCL und an der Fläche für den Tanzsport tätig. Was würdest Du der DNUG jetzt mitgeben? Was sind die Erwartungen? Gibt es bestimmte Vorhaben?

Tatsächlich muss ich sagen, die DNUG macht echt einen guten Job. Jetzt zu sagen: „Ihr habt die letzten fünf Jahre alles falsch gemacht und müsst alles auf links krempeln“ wäre völlig fehl am Platze. Wir haben beispielsweise die neue Fachgruppe für das Thema BigFix ins Leben gerufen und das passt sehr gut zu dem, wie die HCL Software sich jetzt auch in Deutschland aufstellt. Die Tendenz ist momentan das Öffnen für neue Produktfelder und gleichzeitig haben wir ein starkes Standbein mit Notes Domino und Connections. Wir haben eben auch noch andere Produkte im Portfolio, die sehr gut dazu passen. Jemand, der beispielsweise eine Notes Domino Infrastruktur pflegt, unwichtig ob als Partner oder auf der Kundenseite, der könnte sich auch für BigFix interessieren. Hier ist es wichtig, als User Group diese Brücken zu schlagen und über den Tellerrand hinauszuschauen.

Ich finde es zudem sehr gut, wie sich die DNUG aktuell entwickelt: Dieser Ausblick mit der #dachnug48 in die Alpen hinein, die für Juni geplant ist, zeigt: Wir sind alle deutschsprachige User und Partner und warum sollen wir uns nur auf Deutschland konzentrieren? Das virtuelle Format gibt es in diesem Jahr und dann hoffentlich nächstes Jahr in Konstanz als physisches Format. Es ist ein sehr guter Schritt, noch mehr Menschen zusammenzubringen, die alle eine Sprache sprechen und ähnliche Probleme haben. Es gibt also nichts, bei dem ich dann sagen müsste „So, jetzt müsst ihr alles anders machen.“

Auch Modernisierungen muss man immer machen, um modern zu wirken und zu bleiben. Die DNUG hat es mit ihrem schicken Redesign der Website (der Entwickler Jan hat wirklich einen super Job gemacht) gezeigt. Auch die Eventübersicht ist wichtig, so wie auch die Funktion, die Events im eigenen Kalender abonnieren zu können.

Wir auf unserer Seite bei HCL müssen auch ein bisschen an der Webseite arbeiten und da bin ich zum Beispiel gerade dabei. Die Übersetzungen, die zum Teil automatisiert generiert wurden, sind ganz gruselig. Jetzt kann ich das auf richtiges Deutsch umstellen. Wie sagt man so schön: „Der Schuster hat oft die schlechtesten Schuhe.“ Aber das muss ja nicht so bleiben.

Worauf freust Du Dich am meisten in diesem Jahr?

Ich freue mich auf die ganzen geplanten Webinare. Nicht nur bei der DNUG, sondern auch bei HCL selbst. Die Termine werden wir jetzt in Kürze veröffentlichen. Wir haben alles da, um wirklich als HCL in Deutschland, Österreich und der Schweiz eigene Formate zu publizieren. Außerdem freue ich mich darauf, wieder mehr Menschen zu sehen, Kunden dabeizuhaben, in die Diskussion zu gehen, erstmal virtuell und dann hoffentlich Ende des Jahres auch bei der einen oder anderen geplanten Veranstaltung. Mal schauen, wie es wird.

Noch die abschließende Frage: Was müssen unsere DNUG-Mitglieder unbedingt über Dich wissen?

Vergesst diese ganzen Titel! Wenn ihr irgendetwas habt, was ich wissen sollte, einfach direkt auf mich zukommen. Meldet euch gerne, ich bin offen für jeden. Ich hatte letztens so ein Gespräch: Es war ein Partner, der wertvollen Input für das Thema Datenschutz für Berufsgeheimnisträger geben konnte. Das sind Dinge, die bekommt man nur aus dem Dialog und ich nehme gerne jeden Impuls gerne mit in meine Arbeit auf.

Vielen lieben Dank für Deine inspirierenden und motivierenden Worte, Michael!

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Carsten Gericke im Interview

2. März 2021 Posted by DNUG Marketing

Carsten, du bist Geschäftsführer bei ilink Kommunikationssysteme GmbH in Berlin und darüber hinaus Fachgruppenleiter der Fachgruppe Sametime. Wie lange genau bist Du schon Teil der DNUG?

Wir sind mit dem Unternehmen seit 2006 Teil der DNUG und es ist eine spannende Arbeit, über die Fachgruppen auch mit HCL und damals IBM in Kontakt zu sein. Wir treffen uns regelmäßig auch in kleineren Gruppen, diskutieren Themen und haben eine Menge Spaß in unseren Gesprächen.

Als Fachgruppenleiter hast Du viel Verantwortung neben Deinem Daily Business. Wie vereinbarst Du Deinen Hauptjob mit dem Ehrenamt? Hast Du einen festen Arbeitsalltag?

Die DNUG ist mein Hobby. Hier sollte man mit Enthusiasmus dabei sein, die Produkte mögen und sie vertreten. So mache ich es und integriere es in meinen Arbeitsalltag. Ich trage mir feste Termine in meinen Kalender ein, die ich auch manchmal hart erkämpfen muss. Wir sind glücklicherweise mehrere Personen in den jeweiligen Fachgruppen. Bei Sametime sind wir acht „Kernleute“, die auch regelmäßig an unseren Meetings teilnehmen. Zum Beispiel Andreas Fritz, Frank Altenburg, Erik Schwalb, Ingrid Krummhaar und Jürgen Kunert. Wir sind eine Art Gang, die sich seit zwei Jahren jeden Mittwoch in den sogenannten openCalls trifft. Es kommen immer neue Themen auf und so bereichern wir uns gegenseitig mit neuen Ideen. Also eine User Group, wie man sie sich vorstellt: Jeder teilt seine Erkenntnisse und kann von den Erfahrungen der anderen profitieren. Das können wir dann auch wieder in die eigene Firma miteinfließen lassen und hier das entsprechende Wissen nutzen.

Innerhalb Deiner Fachgruppen ruft ihr also zum openCall – immer mittwochs um 13:30 Uhr auf. Wie genau kann man sich diesen vorstellen?

Unser wöchentlicher openCall ist ein allgemeiner Austausch, bei dem wir uns per Videokonferenz treffen und Brainstorming-Themen einbringen. Hier teilen wir Probleme und versuchen Lösungen zu finden. Es ist eine Alternative zu einem formalen Workshop Tag, bei dem eine klare Agenda verfolgt wird. Wir nutzen diese virtuellen Treffen eher als einen kreativen und spielerischen Prozess, was mir persönlich wichtig ist. Wir sind teilweise sehr festgefahren in unserer täglichen Arbeit in der IT, sodass das Spielerische zu kurz kommt. Man muss die Systeme austesten, sie kennenlernen, Dinge kaputt machen und sie dann wieder reparieren. So bereiten wir uns auf eine alltägliche Situation vor. Viele Themen sind auch Fachgruppen übergreifend und so kommen auch andere Leute dazu, die entweder einen Beitrag leisten oder mehr darüber lernen möchten. Hier kann man Fragen auf den Tisch legen, diese präzisieren und erhält vielleicht sogar bessere Antworten als von einem eingekauften Consultant.

Sind die virtuellen openCalls kostenfrei, muss man Mitglied sein oder wie läuft die Teilnahme ab?

Grundsätzlich sollte man Mitglied sein, kann jedoch ebenfalls reinschnuppern und sich das Ganze erst einmal anschauen. Außerdem ist es Fachgruppen übergreifend, sodass man nicht unbedingt Teil der Fachgruppe Sametime sein muss.

Wie ist hast Du zur DNUG gefunden?

Ich habe mich mit Sametime ab dem Jahr 2006 beschäftigt und bin dann auch Teil der DNUG geworden. Damals sind wir als Aussteller auf Messen vertreten gewesen und konnten die Gemeinschaft nutzen, um Up to Date zu bleiben. Das war im Rahmen der DNUG für uns einfacher. Außerdem ist diese Gemeinschaft das, was uns als Firma weiterbringt und mit anderen in dem Bereich tätigen Personen verbindet. Daher sind wir auch seit 2006 als ilink GmbH dabei.

Bist du selbst als Geschäftsführer darauf aufmerksam geworden oder hast Du anderweitig von der DNUG erfahren?

Ein Kollege aus dem Bereich Marketing und Vertrieb hat mir davon berichtet und so habe ich zeitnah gesehen, wie wichtig der Austausch ist. Daher habe ich mich als Geschäftsführer dafür eingesetzt, dort Mitglied zu werden und mich engagiert. Wir profitieren von der Mitgliedschaft, unter anderem da wir enger mit HCL in Kontakt treten. Für mich ist ebenfalls wichtig, dass innerhalb der DNUG ein Know How-Transfer stattfindet und dies ein gewisser Katalysator ist. Aus diesem Grund engagiere ich mich innerhalb der Fachgruppe Sametime mit meinen Fachgruppenkollegen. Natürlich schaffe ich nicht immer, die ehrenamtliche Tätigkeit mit meinem Hauptjob zu vereinbaren. Hier weiß ich jederzeit, dass mir als Fachgruppenleiter stets der Rücken gestärkt wird und jemand aus der Fachgruppe für mich einspringt.

Man merkt, dass ihr als Fachgruppe sehr aktiv und gewillt seid. Ihr bemüht euch, Veranstaltungen durchzuführen und Neues zu bewirken. Von meiner Seite aus ist es sehr angenehm, mit euch zu arbeiten.

Wir sind schon ein wenig stolz darauf, was wir geleistet haben und weiterhin leisten, und wie innovativ wir sind. Die Unterstützung des Vorstands ist in Bezug auf unser ganzes Vorhaben enorm – auch, wenn wir sie manchmal challengen. Wir können den Leuten so die Produkte nahebringen, zeigen, ausprobieren und die neuesten Technologien von HCL vermitteln.

Hast Du ein spezielles Highlight aus den vergangenen Jahren?

Es gab einige Highlights in den letzten Jahren. Am Anfang war das die Gemeinschaft, dann der gemeinsame Messeauftritt und jetzt die Pandemie. Das schmiedet einerseits zusammen, aber man lernt auch eine ganze Menge. Besonders aus der aktuellen Phase, die noch nicht ganz überstanden ist. Hier halten wir zusammen und nutzen die neuen Möglichketen, was für mich schon sehr bedeutsam ist. Für mich ist diese Zusammenhalt und der freie Informationsaustausch ein Highlight bei der DNUG.

Sprichst Du auch über die #dnug47online?

Genau! Ich finde, es war eine schöne Feuertaufe und hat super geklappt. Als motiviertes Team haben wir das gut hingekriegt und aus dem Team und von den Teilnehmern hat mich nur positives Feedback erreicht. Nun müssen wir schauen, wie es mit Events und Veranstaltungen weitergeht. Wir vermissen es alle, aber die Infrastruktur, die wir geschaffen haben, können wir weiterhin nutzen und optimieren. Innerhalb unserer openCalls haben wir die Möglichkeit, noch mehr zu erreichen und Alternativen zu finden.

Was nimmst Du aus dieser Online Reise mit?

So komisch das klingen mag aber meine Welt war schon immer die Online-Kommunikation und es hat sich gar nicht so wahnsinnig viel für mich verändert. Meine Welt ist jetzt Mainstream geworden, weil alle diese Tools verwenden. Natürlich bin ich froh drüber, dass ich in diesem Bereich tätig bin und ich von dieser Entwicklung profitiere. Dass wir nun weniger durch die Gegend reisen, ist auch gut für unsere Natur und unsere Umwelt. Hier findet nun ein Umdenkprozess statt, was ich sehr unterstütze. Ich hoffe, dass die Impfungen etwas bewirken und wir die ersten Ergebnisse im Sommer signifikant zu sehen bekommen. Sich endlich wieder zu einem Glas Bier, Wein oder was auch immer zu treffen, wäre sehr schön. Obwohl ich mich mit Jörg bereits seit längerer Zeit jeden Freitag zu einem virtuellen Whiskey treffe, um die Woche zu beschließen.  Unter anderem dabei merke ich auch, dass diese ganzen langen Jahre in der Kommunikationsbranche keine vergebene Liebesmühe war, sondern sich etwas verändert hat. IT KANN FREUDE MACHEN.

Apropos Freude. Worauf freust Du Dich im nächsten Jahr am meisten?

Endlich mal wieder reisen zu können und wenn ich wieder Zeit habe, mehr mit meinen Töchtern zu unternehmen. Das kommt einfach dieses Jahr alles ein wenig kurz, da ich glücklicherweise aktuell besonders viel zu tun habe.

Wie alt sind Deine Töchter?

Die Große ist 20 und aus dem Haus und die Kleine wird 14. Sie bringen immer wieder sehr viel Abwechslung in mein Leben. Wenn ich zu viel arbeite, kommt die Kleine vorbei und macht sich bemerkbar. Sie erinnert mich daran, mal wieder die Tastatur beiseite zu legen und etwas anderes zu machen.

Eigene Firma, DNUG-Fachgruppenleiter und Papa von einem pubertären Kind. Dir wird nicht langweilig, oder?

Einen Hund habe ich auch noch und ich könnte Dir noch ein paar Sachen aufzählen. Mein Leben ist manchmal sehr kreativ und ich mag es. Wir müssen lernen, mit den Gegebenheiten umzugehen und ich habe sehr viel Chaos in meinem Leben. Mein Schreibtisch ist immer voll mit neuen Themen und das wird sicherlich auch noch eine Weile so bleiben. Ich konzentriere mich auf das Lernen und die Freude. Das führt dazu, dass man im Herzen mehr Ruhe und Frieden findet und das in einer chaotischen Zeit. Wir müssen an vielen Stellen umdenken, damit wir den Stress reduzieren. Wir müssen überlegen, was die sinnvollen Dinge im Leben sind. Wir müssen mehr Verantwortung übernehmen!

Vielen lieben Dank für Deine inspirierenden und motivierenden Worte, Carsten!

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