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Schnell mal online abonniert: Zeitungen, Magazine, Musik, Video, Cloud-Speicher, E-Mail, Grafikprogramm, XING, LinkedIn … und so weiter und so … #Abofallen

6. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Irgendwie Geistesübertragung. Die Tage ist mir noch durch den Kopf geschossen, wie nervig die Abonnements und Abofallen schon jetzt sind und noch mehr werden. Über die Abo-Angebote der Zeitungen und Zeitschriften habe ich schon öfters geschrieben. Vom Spiegel bis zum täglichen Digitalisierung und KI-Briefing des Tagesspiegels, alle wollen, dass man ein Abonnement meist für ein erkleckliches Sümmchen abschließt und sich natürlich oft für mindestens ein Jahr bindet. Da kann schon was zusammen kommen, wenn man nicht aufpasst.

Alternativen zu Abos? Goodbye Blendle – schafft es Buzzard?

Und jedes mal ärgert man sich, wenn man einen Beitrag nicht lesen (und künftig immer mehr hören und sehen) kann, weil mal wieder eine Bezahlschranke den Zugriff verwehrt. Modelle, einzelne Artikel erwerben zu können, wie es Blendle versucht hat, scheinen gescheitert zu sein. Weil ich trotzdem gerne ein solches Modell hätte, unterstütze ich gerade Buzzard, das mir eine neue Nachrichten-App für Perspektiven-Vielfalt verspricht.

Damals in meiner Filterblase: Zeitung und öffentlich-rechtliches Fernsehen

Perspektovenvielfalt? Ach waren das noch Zeiten, als man die Lokalzeitung oder die überregionale Tageszeitung abonniert hatte. Vielleicht noch Die Zeit oder den Spiegel als Wochenlektüre. Die Papierstapel häuften sich an. Oft ungelesen landeten sie dann im Altpapier. Alleine Die Zeit hat mich irgendwann überfordert. Wie schön übersichtlich war unsere damalige Echokammer und Filterblase von Zeitung und öffentlich-rechtlichem Fernsehen. Und dann heute. Diese unüberschaubare Vielfalt.

[Und um es nochmals zu schreiben: Warum – verd…t noch mal – kann ich mir heutzutage nicht die Beiträge einzeln kaufen, die mich interessieren. Ja, ich würde einen fairen Preis dafür zahlen, wenn mich Artikel interessieren.]

Und die netten Filme auf Netflix, Apple TV+, Disney+ …

Doch das Thema Abos für journalistische Erzeugnisse ist nur der Anfang. Der Abo-Wahnsinn geht schon lange weiter! Erst einmal oute ich mich. Ich schaue mir gerne mal einen Fantasy-Film oder eine Serie an. Nicht immer geht es also um die oben erwähnten hochintellektuellen Artikel. Manchmal ist es auch der pure Wunsch nach Unterhaltung. Picard auf Amazon Prime. Oder eine neue StarWars-Serie auf Disney+. Ach ja, Apple TV macht mir auch noch Angebote. Und auf Netflix und Amazon Prime Video starten ja auch bald interessante Serien. Und alle wollen, dass ich abonniere. Wieviele Abos muss ich denn um Himmels willen abschließen,wenn ich all die Filme und Serien kurz nach dem Erscheinen sehen möchte?

Filme und Serien. Da ist doch noch was. Gerne höre ich mir auch Musik an und „meine“ Songs sind in iTunes. Aber ist ja old fashioned. Heutzutage hat man die freie Musikauswahl auf Spotify oder Apple Music. Und natürlich das zugehörige Abo.

Cloud-Speicher, E-Mail-Provider, Grafik-Tool … und … und … und

Und der Abowahnsinn geht schon lange über „Zeitungs“- und Unterhaltungskonsum hinaus. Beispielsweise habe ich ein Abo für meinen iCloud-Speicherplatz oder ich zahle (bewusst) für mein E-Mail-Konto bei Mailbox.org. Da können noch schnell weitere Abos hinzu kommen. Ist ja schließlich alles so schön nützlich hier. Mal schnell Canva abonnieren, um meine Grafiken komfortabel in unterschiedlichsten Formaten und Größen erstellen zu können. Sind ja nur knappe 12 Dollar für die Version, mit der man wirklich schnell was machen kann. Oder ein Abo von E-Camm, um live zu streamen. Ach ja, das Video-Tool Animoto klingt auch gut, um ruck-zuck schöne Videos schneiden zu können. Sind ja nur schlappe 29 Dollar im Monat für die Profi-Version. Klar, für die meisten Tools gibt es Testversionen, die meist 14 Tage laufen. Nur dann nicht vergessen, rechtzeitig zu kündigen.

Für meinen neuen Job zahle locker mal ich bei Xing und/oder LinkedIn

Und auch für die Karriere abonniert man schnell mal was, denn die Profi-Versionen von LinkedIn und Xing können einfach viel mehr und bieten mir sicher bald den Traumjob an. Ich hänge da auch wieder an der Kette, also am Abo. Irgendwie und für mich nicht nachvollziehbar habe ich plötzlich erneut eine Profi-Version von Xing. Keine Ahnung, wie ich dazu gekommen bin. Ehrlich. In meinem Posteingang sind nicht die üblichen Bestätigungs-Mails, aber der Kundendienst stellt sich natürlich stur. Den interessiert das nicht. Auch wenn ich langjähriger treuer Abonnent war. Hmm, soll ich in dem Fall dann doch meinen Rechtschutz bemühen? Sch..abofalle.

Und wie war das mit Amazon Prime? Brauche ich doch eigentlich auch, damit meine Pakete auch morgen da sind. Und sicher fehlt mir noch das ein oder andere weitere Abonnement.

Ganz schnell summieren sich alle Online-Abos

Ihr merkt, worauf ich hinaus will. Ganz schnell summieren sich die Kosten für Abos, für Abo-Fallen. Ganz schnell verliert man die Kontrolle. Da hilft wohl nur höchste Disziplin. Oder gar eine App wie Aboalarm anschaffen? Vielleicht tut es auch eine Tabelle. Mir stellt sich die Frage, ob nicht nur wir als Konsumenten mehr aufpassen müssen, sondern auch hier entsprechende gesetzliche Bestimmungen eingeführt werden sollten. Die Abo-Fallen mit entsprechenden Kosten schlagen nur zu schnell zu und summieren sich.

Wie schreibt die New York Times:

In 2019, we each spent $640 on digital subscriptions like streaming video and music services, cloud storage, dating apps and online productivity tools, according to an analysis for The New York Times by Mint, the online budgeting tool owned by Intuit, using data from millions of its users. That was up about 7 percent from $598 in 2017.

How Much Are We Paying for Our Subscription Services? A Lot – The New York Times

Bild von Bruno /Germany auf Pixabay