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Digitalthemen bei #9vor9: Soziale Medien beeinflussen den Aktienmarkt – Digitalisierung und Gesundheitswesen: Es bleibt viel zu tun

2. Februar 2021 Posted by Stefan Pfeiffer

Das Band war heute nicht breit bei Lars Basche in Siegburg und nein, er war sicher auch nicht breit, also nicht so früh morgens. Es scheint jemand auf der Leitung gestanden zu haben, aber trotzdem hoffen wir, dass Ihr insbesondere den ersten Teil mit Lars gut verstehen könnt. Er hat sich den Ereignissen rund um die Shopkette Gamestop, den Hedgefonds und den Reddit angenommen. Es ist ein Beispiel, wie eine Community, wie soziale Medien Einfluss auf den Aktienmarkt nehmen können. Wie schreibt die Wirtschaftswoche so treffend: Der Gamestop-Fall bringt die Shortseller-Szene in die Bredouille.

Hintergründe zu den Vorfällen gibt es auf den bekannten Medien. Empfohlen sei dieser Beitrag auf heise online unter dem Titel Reddit vs. Wall Street: Robinhood beschränkt weiterhin Handel mit GameStop-Aktie, aus dem ich folgenden Absatz zitieren möchte:

Der Anlagestratege Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank sieht derweil Regulierer und die Politik am Zuge – mit dem Ziel, „manipulative Markteingriffe von Hedgefonds und einer Herde Kleinanleger gleichermaßen zu verhindern.“

Reddit vs. Wall Street: Robinhood beschränkt weiterhin Handel mit GameStop-Aktie | heise online

Man beachte, dass auch ein Vorgehen gegen die Hedgefonds gefordert wird, die ja nicht erst seit gestern aktiv sind. Was ist an dem Beispiel unter dem Aspekt Digitalthema besonders? Es zeigt, wie eine Social Media-Community auf dem Kapital- und Aktienmarkt Einfluss nehmen kann. Und es stellt sich auch hier wieder die Frage, wie stark Plattformen oder Regierungen moderieren und eingreifen müssen, von Hassrede und Verrschwörungstheorien auf der einen Seite bis hin zum Gamestop-Beispiel. Die Diskussion wird uns in den kommenden Jahren sicher begleiten.

Mein Digitalthema der Woche ist Digitalisierung und Gesundheitswesen. Jens Spahn hat hier vor Corona schon einiges angeschoben. Durch Corona hat das ganze noch ein ganz andere Dynamik und Dringlichkeit bekommen. Und es wird immer klarer, wie viel noch zu tun ist und wo es überall noch im Gesundheitsgebälk knirscht. Hier einige Artikel, die ganz unterschiedliche Teilaspekte behandeln:

Das Handelsblatt schreibt am 20.1.2021: „Die Corona-Impfungen sind ein logistischer Kraftakt. Softwarehersteller wie SAP, Salesforce und IBM wollen dabei helfen – und sich auch profilieren.“ Hier geht es unter anderem darum, die Lieferkette digital abzubilden und zu optimieren. Unser Freund und Analyst Axel Oppermann wird dahingehend zitiert, dass für die logistische Unterstützung der Impfungen die gesamte Klaviatur der IT benötigt werde – von den Sensoren in der Kühlbox bis zur Verarbeitung in der Cloud, von der IT-Sicherheit bis zur Prozessautomatisierung. Axel am Klavier. Play it again, Sam.

Nicht nur der Spiegel berichtete (am 30.12.2020) unter Berufung auf eine Untersuchung von Experten des Chaos Computer Clubs (CCC) und der FH Münster über Datenlecks in Arztpraxen. Hier gibt es viel zu tun, von der entsprechenden Sensibilisierung und Ausbildung der Ärzte:innen und Arzthelfer:innen bis zur richtigen und sicheren IT-Infrastruktur.

Die FAZ berichtet am gestrigen 1.2..2021 darüber, dass d er Landkreistag ie Einführung der einheitlichen digitalen Nachverfolgungssoftware Sormas für Gesundheitsämter scharf krtisiert. Der Verband, der 290 der 400 kommunalen Gesundheitsämter vertritt, hält demnach eine flächendeckenden Einführung von Sormas nicht für erstrebenswert. Die Liste der vermeintlichen Baustellen ließe sich leicht verlängern. Auch dieses Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen bleibt und sollte aus meiner Sicht aktiv vorangetrieben werden. Wir werden es auf jeden Fall in #9vor9 auf dem Radar behalten.

Zum Abschluss von #9vor9 und dieses Blogbeitrags möchte ich nochmals auf die Rede von Doro Bär gegen Hass und Hetze nicht nur im Netz in der aktuellen Stunde über die Bewahrung des demokratischen Diskurses hinweisen. Sinniger- oder sinnentleerter Weise hatte die AfD diese aktuelle Stunde beantragt. Chapeau und weiter so:

Und natürlich gibt es #9vor9 auch wieder als Podcast auf den bekannten Plattformen und hier im Netz.

(Stefan Pfeiffer)

Es ist kompliziert – Urheberrecht, die Plattformen und die Bagatellschranke – Eines der Themen von #9vor9

26. Januar 2021 Posted by Stefan Pfeiffer

Und natürlich kamen wir bei #9vor9 nicht um ein Digitalthema der Woche herum: Nach den Plaudereien von Herrn Ramelow wird natürlich diskutiert, wie sich Politiker (und generell jeder „Geheimnisträger“, prinzipiell jeder) auf Clubhouse (und eigentlich allen öffentliche Medien) verhalten sollte. Clubhouse-Room mit 1.000 Teilnehmer:innen ist Öffentlichkeit. Punkt. Und da helfen auch Klugscheißereien, dass Informationen vertraulich blieben, wenn man sage, dies sei „off the records“, von angeblich so kompetentn Beratern nicht. Auch dann wäre das bei der Anzahl von Zuhörer:innen durchgesickert. Manche sogenannte PR Berater:innen haben es auch noch nicht verstanden. Damit sei aber an dieser Stelle genug. Nur eine Randbemerkung: Twitter stellt gerade eine potentielle Alternative namens Twitter Spaces – hier ein erster Eindruck von Ralph Kühnl – Betatestern zur Verfügung. Und mache läuten schon das Ende von Clubhouse ein. Sehe ich nicht so.

Im Zentrum unserer Sendung stand das leider sehr komplexe Thema Urheberrecht angestoßen durch das Streitgespräch auf Zeit online und in DIE ZEIT zwischen Rezo und einem der FAZ-Herausgeber Carsten Knop. Und leider ist das Thema nicht einfach und auch kein deutsches oder europäisches Problem, wie wir an den Urheberrechtsdiskussionen rund um Google in Australien sehen. Würde Google wirklich so weit gehen und Australien quasi dicht machen, wenn dort Lizenzgebühren an die Verlage gezahlt werden müssten? Geht ein Leben ohne Google (Search) überhaupt?

„Kann es sein, dass es ist wie im Casino, am Ende gewinnt immer Google?“, fragt der:die Interviewer:in von Zeit Online auch Rezo und Carsten Knop. Dem scheint wohl so zu sein und in einem sind sich Verlage, Kreative und ie Netzgemeinde einig: Man will die Rechte gegenüber Plattformen wie Google eben stärken. Das Wie scheint der Knackpunkt zu sein. Sind es Uploadfilter, die durch ihre Algorithmen verhindern, dass lizenzrechtlich fragwürdige Inhalte hochgeladen werden? Werden dadurch vielleicht „Kreative“ behindert und es kommt zum Oberblocking?

Uploadfilter sind nicht neu. Man sieht keinen nackten Busen auf Facebook … Auch rund um die Veröffentlichung rechter Hetze und generell von Hassrede sind sie – zusätzlich zu Content-Moderator:innen – im Gespräch. Aber natürlich müssen Algorithmen immer wieder überprüft und gegebenenfalls justiert werden, denn es hat sich auch gezeigt, dass sie fehlerhaft oder auch diskriminierend sein können. Ohne sie wird es aber wahrscheinlich nicht gehen.

Man wird angesichts der wirklich komplexen Situation – Carsten Knop spricht von einem Gestrüpp rund um Urheberrechte, in dem man sich verheddert – Kompromisse finden müssen. Und wenn es statt der 1.000 Zeichen eines Zeitungsartikels, die man zitieren darf, dann nun nur 500 Zeichen sein dürfen, wäre das aus meiner Sicht auch ok. Die Bundesregierung scheint sie – auf wessen Druck wohl? – noch enger fassen zu wollen. Im Tagesspiegel Background Digitalisierung & KI vom 26. Januar 2021 wird von maximal  160 Zeichen eines Textes, von 15 statt ursprünglich 20 Sekunden eines Videos und einer Dateigröße von 125 Kilobyte Datengröße statt vormals 250 Kilobyte bei Fotos geschrieben. Da haben die Lobbyisten wohl kräftig gewirkt, wenn es dazu kommen sollte aus meiner Sicht zu kräftig. Man wird wohl eine Bagatellschranke definieren müssen und ich bin bei Rezo, dass man das alltägliche Verhalten der meisten Bürgerinnen und Bürger legalisieren und Meinungsfreiheit nicht beschneiden sollte. Vor allem sollte es für genau diese Zielgruppe einfach und verständlich formuliert und kommuniziert werden.

Auch steht außer Frage, dass die Plattformen stärker reguliert und in die Pflicht genommen werden sollten. Dass gilt auch für die Verwendung und Veröffentlichung von urheberrechtlich geschützten Inhalten. Können die Plattformen aktiv auf die Inhaber von Inhalten (Texte, Bilder, Videos) zugehen und sich die Rechte einholen, etwas zu veröffentlichen, gegebenenfalls etwas zahlen? Carsten Knop will die Plattformen aus dieser Verantwortung nicht entlassen. Es ist und bleibt komplex: Meinungsfreiheit der Bürger:innen und der Netzgemeinde auf der einen Seite, berechtigtes Interesse von Verlagen und auch Kreativen an ihren Inhalten auf der anderen Seite und von eigentlich fast allen gewollt die stärkere Regulierung und auch „Besteuerung“ der Plattformen stehen in Wechselwirkung.

Ich gebe auch zu, dass ich das Gejammere vieler Verlage und entsprechender Interessenvertreter, die von einem Plattformschutzgesetz fabulieren, nur sehr eingeschränkt akzeptieren. Hier wurden über Jahre entsprechende neue Modelle zur Monetarisierung der Inhalte meist nicht durchdacht. Das gilt übrigens auch und gerade für die Lokalberichterstattung. Und immer wieder Bezahlschranken an jeder Ecke einzurichten und bindende Abonnements zu fordern, um an Inhalte zu kommen, kann aus meiner Sicht weiterhin nicht die Lösung sein. Doch das ist ein anderes (aber naheliegendes) Thema.

Lars hat dann noch die Newsletter-Plattform Substack ins Gespräch gebracht. In einem vom ihm zitierten Beitrag werden E-Mail-Newsletter als zukunftsträchtiges Medium definiert, ein Medium, dass in der Aufmerksamkeitspotenzierungsökonomie der sozialen Medien nicht so leicht zu manipulieren sei. Die Renaissance des E-Mails Newsletters ante portas, einem Kommunikationskanal, den gerade wir Marketers schon fast zwei Jahrzehnte bedient haben, vielleicht sogar als old-fashioned vergessen haben. Nein, so weit würde ich nicht gehen, wenn ich mir so meinen Posteingang betrachte. Der Newsletter als Alternative zu traditionellen Medien und Chance für den Lokaljournalismus? Auch da habe ich Fragezeichen in den Augen.

Last but not least noch ein Hinweis von mit auf den FAZ Digitec Podcast, bei dem Carsten Knop – schon wieder der 😉 – und Alexander Armbruster quasi einen Nachbarn von mir zu Besuch hatten: Stefan Schigg von der Software AG (deren Hauptquartier knappe 500 Meter von unserer Wohnung entfernt liegt). Da kommen einige knackige Aussagen dabei heraus, Der Zug für Hyperscaler, die großen weltweit präsenten Cloud-Anbieter, die überall ihre Rechenzentren haben, sei vorbei. Da könne man nicht mehr nachziehen, einfach zu teuer, eine solche Infrastruktur neu aufzubauen. Den Deutschen (und Europäern) bliebe es nur, Nischenmärkte zu bedienen und dort Lösungen anzubieten. Im Gespräch kam dann auch die europäische Cloud-Initiative Gaia-X nicht gut weg, an der jetzt ja auch die Hyperscaler partizipieren. Da haben Lars und ich auf jeden Fall nochmals Nachholbedarf und ein Experte müsste uns aufklären. Vielleicht finden wir ja einen Gast für #9vor9 aus dem Gaia-X-Umfeld. Gerne melden!

In diesem Sinne eine gute Woche – und die Podcastversion nicht vergessen:

Und natürlich gibt es #9vor9 auch wieder als Podcast auf den bekannten Plattformen und hier im Netz.

Und versprochen, wir merken uns jetzt: Bodo Ramelow gleich MP von Thüringen.

Lars & Stefan

Die neueste heiße Social Media Chose heute bei #9vor9 – Wir sprechen über @joinClubhouse

19. Januar 2021 Posted by Stefan Pfeiffer

Und auch wir sind um das Thema Clubhouse, dem neuesten Social Audio & Mefis Hype, nicht herum gekommen. Zweite mittelalte Männer (sorry an den Jungspund Lars), die eh einen Video- und Podcast machen, unterhalten sich über das neue Radio, die neue Art des Podcastens, das neue Sprachrohr von Politikern, den neuen Kanal, auf dem sich Sommeliers und Winzer unterhalten, die nächste Plattform, die vermutlich auch Trolle für ihre Zwecke … und Unternehmen als Marketingkanal kapern werden. Spannend ist es auf jeden Fall und wirklich erstaunlich, welch eine Welle vor allem am vergangenen Wochenende losgetreten wurde.

Ich bin über Julia Holze auf Twitter auf Clubhouse aufgesprungen. Danke nochmals für den Hinweis und hier auch der Link zu einem Ihrer Beiträge zu Clubhouse. Und Julia, ich halte mein Versprechen, und habe bisher nur Frauen zu Clubhouse eingeladen, damit es dort eben „diverser“ wird und eben nicht der unter anderem von Martin beschrieben Effekt eintritt:

Wird Clubhouse bleiben? Oder verschwindet es in Kürze, wenn die großen Social Media-Plattformen ihre entsprechenden Audiofunktionen ausbauen, wie es Rouven Kasten vermutet:

Wir werden es auf jeden Fall verfolgen. Wer sich zum Thema Clubhouse einlesen (auch Lesen ist noch gefragt will), dem seien neben Julias Beitrag auch beispielsweise der Ratgeber von t3n Hype um Clubhouse: Was ist diese Social-App eigentlich und wo ist meine Einladung? oder auch die Sammlung von Clubhouse.Artikeln Stephanie Kowalski empfohlen.

Mal schauen, ob Lars und ich mit einigen Bekannten uns die Woche auch einmal als Moderatoren eines Rooms versuchen, um das Thema, was Clubhouse für Marketing bedeuten könnte, mit Euch zu diskutieren. Und ja, ich habe wohl vernommen, dass einige schön stöhnen, dass nun auch dort das Verkaufen beginnen wird. Doch der Lars Basche hatte auch einige anderen Ideen, die über „normales Marketing“ hinaus gehen. Wer Lust hat, mitzumachen kann sich gerne bei uns melden.

Noch eine Randbemerkung: Sehr erstaunt war ich, dass ich doch einige Personen aus der Weinszene derzeit auf Clubhouse herumtreiben, vom Sommelier bis zum:r Winzer:in, und es entsprechende Angebote gibt. Habe das auch einmal auf den Screenshots unten dokumentiert. Und ich habe auch einen Weintipp mitgenommen: den Riesling Bestes Fass vom Weingut Goldatzel aus dem Rheingau. Herzlichen Dank.

Und natürlich gibt es #9vor9 auch wieder als Podcast auf den bekannten Plattformen und hier im Netz.

Und eine kleine Bildergalerie zu Clubhouse:

(Stefan Pfeiffer)

#9vor9: Was passiert nach dem Rausschmiss von Trump? Wer kontrolliert künftig die Social Media-Plattformen?

12. Januar 2021 Posted by Stefan Pfeiffer

Heute hatten wir eigentlich keine Wahl bezüglich des Digitalthemas der Woche: Es konnte nur der Rausschmiss von Donald Trump von Twitter, Facebook und Instagram sowie – eigentlich genauso relevant – die Entscheidung von Amazon sein, das sogenannte „Free Speech Social Network“ Parler aus seiner Cloud zu werfen und so zumindest zeitweise komplett stumm zu schalten. Twitter hat vergangenen Freitag mit Verweis auf die Gewalttaten nochmals nachlegt und wohl rund 70.000 Accounts stillgelegt, die überwiegend QAnon-Verschwörungstheorien verbreitet hätten. Hier unser Gespräch:

Zumindest herrschte allenthalben bei der Mehrheit der Beobachter (glaube ich) Erleichterung, dass man Trump gesperrt hatte. Die Kollegen:innen vom geschätzten Social Media Watchblog schreiben in ihrem Briefing #694 (hinter Paywall), dass die Entscheidung richtig gewesen sei, wenn auch zu spät. Das ist genau auch meine/unsere Ansicht. Der Aufruf zum Marsch auf den Capitol Hill hat das Fass einfach zum Überlaufen gebracht, doch hätte man schon lange vorher viel rigider eingreifen müssen. Wer traut sich das gegenüber einem der mächtigsten Männer der Welt? Und wer ist eben „man“? Twitter, Facebook. „die EU“?

Angela Merkel äußert sich kritisch, dass die Chefs der Plattformen quasi über Meinungsfreiheit entscheiden:

In dieses Grundrecht kann eingegriffen werden, aber entlang der Gesetze und innerhalb des Rahmens, den der Gesetzgeber definiert – nicht nach dem Beschluss der Unternehmensführung von Social-Media-Plattformen.

Merkel findet Sperrung von Trumps Twitter-Konten problematisch

Wer entscheidet also, ob und wann jemand in einem sozialen Netzwerk gesperrt oder Nachrichten als falsch oder fragwürdig markiert, gar gelöscht werden? Ist es eben der Betreiber – also Facebook und Twitter – oder der Chef des jeweiligen Unternehmens,z.B. Mark Zuckerberg?

Wenige Menschen kontrollieren die wichtigsten Kommunikationsplattformen der Welt. Eine Handvoll weißer Männer bestimmt, was im Netz gesagt werden darf.

Plattformen sind mächtiger als viele Regierungen, Konzerne kontrollieren den Zugang zu Informationen und ziehen die Grenzen der Redefreiheit.

Twitter sperrt Trump, Facebooks Hardware-Ambitionen, Twitter kauft Breaker, Umbau von Facebook Pages

Muss es nicht eine übergeordnete Kontrollinstanz geben, die ermächtigt und anerkannt ist, in bestimmten zu definierenden Fällen zu handeln. Diese Fragen werden uns sicher in 2021 ganz besonders beschäftigen. Julia Reda ermutigt auf netzpolitik.org dazu, den Digital Services Act und den Digotal Marketing Act der EU als Chance zu begreifen, die Plattformen zu regulieren. Uncd korrekterweise schreibt sie auch, dass der Teufel im Detail steckt. Wohl wahr, aber wir werden nicht darum herum kommen, uns als Zivilgesellschaft und auch diejenigen, die das Web eigentlich lieben, mit diesen Details auseinander zu setzen. Bei aller Befriedigung, dass Donald Trump gerade einmal die Schnauze halten muss (sorry für diese Formulierung), muss die oben angerissene Debatte geführt werden. Das wird nicht einfach, ist aber unumgänglich.

Machen wir uns nichts vor. Donald Trump – hier einmal verwendet als Synyom für Verschwörungstheoretiker, Hassprediger und Polarisierer – wird nicht die Schnauze halten, wie auch wir im Talk behandelt haben:

Trump und sein Publikum werden sich auf alternative Plattformen zurückziehen und eine sozialmediale Parallelwelt erschaffen, die noch weiter von der Realität abgekoppelt ist als die Echokammer, in der sie bislang auf Twitter und Facebook kommunizierten.

Twitter sperrt Trump, Facebooks Hardware-Ambitionen, Twitter kauft Breaker, Umbau von Facebook Pages

Das besonders Schlimme und Bedrückende daran ist, dass es Trump und Konsorten gelingen mag, eine alternative Plattform mit einer kritischer Masse an Anwendern:innen zu schaffen. Das haben die Verfechter eines freien Netzes bisher vergeblich versucht. Der Versuch, freie alternative Plattformen zu schaffen, war leider immer wieder ein Rohrkrepierer oder hat nie genug Nutzer:innen angezogen. Fragt sich, ob es noch Sinn macht, diese Debatte um alternative freie Plattformen zu führen oder sich besser auf oben diskutierte Regulierung der vorhandenen Social Media-Universen konzentriert und bei potentiell neue entstehenden Plattformen gleich rigide Regeln, die eben für alle gelten, anwendet.

Zum Abschluss der heutigen Sendung habe ich dann noch einen virtuellen Schneeball nach Siegburg geworfen, da der Lars leider kein positives Schlusswort sprechen wollte. Nochmals: Aufgeben zählt nicht.

Schneetreibenin Ewerschtt währen d#9vor9 am 12.1.2021. Kirchturm und Frankenstein sind leider nicht zu sehen.
Und natürlich gibt es #9vor9 auch wieder als Podcast auf den bekannten Plattformen und hier im Netz.

Tweets

Haben alternative freie #SocialMedia Plattformen überhaupt eine Chance. Oder sollte man sich nicht besser auf die Regulierung der vorhandenen Social Media-Universen konzentrieren? Frage nach #9vor9

Machen wir uns nichts vor. Donald #Trump wird nicht die Schnauze halten. Das Bedrückende daran ist, dass es Trump und Konsorten gelingen mag, eine alternative Plattform mit einer kritischer Masse an Anwendern:innen zu schaffen. #9vor9 #SocialMedia

Ja, es war richtig Donald #Trump auf #Twitter, #Facebook und #Instagram zu sperren. Eigentlich viel zu spät. Aber jetzt müssen verbindliche Regularien geschaffen werden, damit so etwas so einfach nicht wieder passieren kann. #9vor9 #SocialMedia

(Stefan Pfeiffer)

Bild von LoggaWiggler auf Pixabay

Social Media-Splitter: 2021 wird ein Schlüsseljahr für die sozialen Medien

11. Januar 2021 Posted by Stefan Pfeiffer

Die Ausschreitungen auf dem Capitol Hill mit der vorhergehenden Rede von Donald Trump scheinen vielerorts das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben. Twitter sperrt Trumps Konto permanent. Facebook und Instagram tun dies ebenfalls auf undefinierte Zeit, wie Zuckerberg selbst postet. Apple und Google werfen Parler, das sogenannte „Free Speech Social Network“, das wohl ein wichtige Kommunikationsplattform beim Sturm auf Capitol Hill war, aus ihren App Stores. Und Amazon setzt noch einen drauf, in dem es Parler am 10. Januar 2021 von den Amazon Web Services, wo das Netzwerk gehostet wird, verbannt. Parler kann dann einfach nicht mehr erreicht werden und muss sich einen neuen Hosting-Partner suchen. „The real Trump“ verliert gerade die Kanäle, über die er jahrelang seine Lügen und Hetze verbreitet hat, auch wenn seine noch verbliebenen Adlaten weiter für ihn posten.

Nun kann man sicherlich der Meinung sein, dass vieles schon weit vorher hätte passieren müssen. Und es scheint so, dass einige plötzlich mutig werden, weil sie glauben, dass Trump ihnen nichts mehr kann, seine Tage gezählt sind. Wie kommentiert Patrick Beuth korrekt:

Seine elektronischen Lautsprecher jetzt auszuschalten, macht nicht wett, was die Social-Media-Unternehmen ihm alles haben durchgehen lassen.

Donald Trump und soziale Medien: Der perfekte Zeitpunkt für das Ende der Extrawurst – DER SPIEGEL

Das ist korrekt, doch wie schreibt Alexander Armbruster andererseits:

Die privatwirtschaftlichen sozialen Netzwerke können sich aufgrund der einmaligen Infrastruktur, die sie bereitstellen, nicht heraushalten aus Fragen, wie die demokratische Meinungsbildung und der öffentliche Diskurs ablaufen. Allein und zuallererst verantwortlich dafür, dass im Jahr 2016 und nun wieder zig Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner Donald Trump wählten, das sind sie jedoch nicht. Und auch nicht für den Sturm auf das Kapitol.

US-Kapitol-Besetzung: Nein, Facebook ist nicht schuld am Mob

Ja, sie sind sicher nicht alleine verantwortlich, tragen jedoch aus meiner Warte aus durchaus eine Mitschuld. Besser, sie sind einfach zu spät aktiv geworden. Jenseits aller berechtigten Kritik finde ich die jetzt getroffenen Maßnahmen durchaus bemerkenswert.

2021- Ein „Inflection Point“ nicht nur für Facebook, Google & Co

Die sozialen Medien generell und insbesondere GAFAM*-Konzerne befinden sich genau jetzt an einem Inflection Point, nicht nur wegen der gerade beschriebenen Ereignisse. Sie sind auch seitens der Regierungen und Kartellbehörden unter nie gekanntem Druck: Noch nie waren die Anstrengungen in den USA und der EU so groß, die GAFA(M)-Plattformen zu regulieren, wie ich kürzlich hier im Blog geschrieben habe.

Doch machen wir uns nichts vor: Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt. Wie werden Politiker:innen künftig auf den sozialen Kanälen behandelt, wenn sie Lügen und Hass verbreiten und gegen die Nutzungsbestimmungen der Anbieter verstoßen? Ein Ende der Extrawurst, wie Patrick Beuth schreibt. Wie wird dort nun generell mit Lügen und Hass umgegangen? Wer kontrolliert und moderiert basierend auf welchen Vorhaben und Regeln? Die Konzerne, die ihr Hausrecht ausüben und das deshalb tun sollten und können? Darf man es ihnen überlassen? Wer kontrolliert wie Facebook, Twitter und Co moderieren, gar blockieren und löschen? Diese Unternehmen werden bestimmt nicht von heute auf morgen zu Gutkonzernen, auch wenn sie jetzt einmal konsequenter gegen Hass und Hetze vorgehen. Welche Macht dürfen und sollen privatwirtschaftliche Digital-Plattformen haben, fragt Kai Heddergott auf Twitter.

Der Traum (oder die Illusion?) von einem unabhängigen sozialen Netzwerk

Und auch der Wunschtraum nach unabhängigen, interoperablen Plattformen bleibt. Bisher sind das allerdings immer Träumchen geblieben. Keine Alternative hat eine wirkliche kritische Masse an Anwendern und damit Relevanz erreicht. Forderungen nach einer europäischen Alternative, die aus Rundfunkgebühren finanziert werden sollen, sind ebenso verpufft wie die Appelle eines Tim Berners-Lee nach einem freien Web und seine Versuche, eine technische Alternative zu schaffen.

Machen wir uns auch nichts vor: Trump und Konsorten, die Hetzer und Verschwörungstheoretiker werden sich ganz sicher neue Parallelwelten und Plattformen suchen, finden und dort ihre Hetze und ihre Lügen verbreiten. Darauf wird man auf jeden Fall eine Auge haben müssen.

Der neue Aufbruch in den sozialen Medien?

2021 könnte eine Chance, ein Schlüsseljahr werden, um einiges auf und in den sozialen Medien neu, anders zu gestalten, zu verbessern. Anja Kirig vom Zukunftsinstitut schreibt von der großen Korrektur, dem Abschied von den unsozialen Medien. Die Pandemie markiere eine neue Ära des sozialen Netzwerkens. Plattformen müssten nun ethisch Farbe bekennen. Eine weitere These: Sag mir, auf welcher(n) Plattform(en) Du bist und ich sage Dir, wie Du bist. In Zukunft gehe es mehr um von Vertrauenspersonen kuratierte und verifizierte Informationen. Vor allem diese würden geteilt und ge“like“t.

Die Diskussion um sinnvolle Regeln und Regulierung wird jetzt geführt werden müssen, möglichst gesellschaftlich breit, fordert Christian Müller zu Recht. Möglichst breit wäre schön, aber einfach wird es angesichts von Themenkomplexen wie Fake News, Hate Speech, Meinungsfreiheit und Zensur, Privatsphäre, möglicher Überwachung, Datenschutz und DSGVO, Bedeutung der Algorithmen oder Upload-Filtern nicht. Die nie endende Reparatur des Internets – oder vielleicht sollte man heute besser Splinternet sagen – geht weiter. Aufgeben zählt nicht.

(Stefan Pfeiffer)

2021 wird ein Schlüsseljahr für die sozialen Medien nach Trumps Rausschmiss aus Twitter, Facebook & Co und dem Fokus der US- und EU-Behörden auf die #GAFAM-Konzerne #SocialMedia #Trump

* GAFAM steht für Google (als Synonym für den Mutterkonzern Alphabet), Apple, Facebook, Amazon und Microsoft.

Lokaljournalismus: Ohne lebendige Community geht es nicht mehr

4. Januar 2021 Posted by Stefan Pfeiffer

Der Beitrag beziehungsweise der Hinweis auf den Piqd von Simon Hurtz lag lange als Entwurf in meinem Gutenberg-Editor. Endlich Zeit ihn zu veröffentlichen. Simon stellt ein englischsprachiges Interview mit der langjährigen Journalistin Allison Hantschel vor. Es geht um das Zeitungssterben in den USA, besonders das Sterben von Lokalzeitungen, ein Thema, das auch in Deutschland relevant ist.

„Das Internet“ sei schuld am Zeitungssterben, denn durch die Gratiskultur im Netz brächen Auflagen und Einnahmen ein. Diese Mär geht ja geraume Zeit um. Allision Hantschel widerspricht dieser These. Zumindest sei das nicht der einzige Grund. Vielmehr hätten die Chefredakteure und Verlage auch „das Internet“ nicht verstanden. Man habe seine Community, seine Leser:innen vergessen. Man habe Inhalte vernachlässigt, die für die Lebenswelt der Abonnenten:innen relevant seien.

Nun habe ich selbst als Lokaljournalist von der Pike auf angefangen mit den Berichten von Karnevalssitzungen, Kaninchenzuchtvereinen, Fußballplätzen, dann auch den Lokalparlamenten und vielem mehr, was nach Ansicht der Redaktion in der Community relevant war. Natürlich haben wir das damals nicht Community genannt … Und sicher war manches nicht wirklich so relevant, vielleicht für einen Werbekunden oder einem guten Bekannten von Helmut, dem Fußgänger, des Chefs der Lokalredaktion.

Vergessen werde ich jedoch keinesfalls die Anrufe oder Leserbriefe, wenn die auf dem Foto abgebildeten Personen nicht in der korrekten Reihenfolge mit Vor- und Nachname genannt wurden oder gar jemand vergessen wurde. Und ich erinnere auch heute noch daran, wie ich mich selbst damals maßlos geärgert habe, als nicht ich im Bericht über unser Fußballspiel in der B-Klasse als herausragender Torhüter genannt wurde, sondern einer meiner Vorgänger. Schlampig einfach. Einmal halte ich überragend und dann das (Ich war kein besonders guter Fußballer …). Man sollte nicht so einfach drüber stehen, sondern seine Leser:innen ernst nehmen und einfach sachlich korrekt berichten.

Ob das nun auf Papier oder im Netz der Fall ist, ist dabei vollkommen egal. Wie Zeitungen oder journalistische Produkte gelesen werden, ändert sich nun einmal. Wir lesen die FAZ digital. Nur am Samstag bringe ich die gedruckte Ausgabe zum Frühstück mit. Eigentlich zahlen wir da doppelt, aber was soll es. Vielleicht auch eine Anregung, Digital- und Printabo zu mischen? Aber das ist hier ein Randthema.

Für den Lokaljournalismus bleibt die Frage, wie man weiter bestehen und sich weiter finanzieren kann. Obwohl wir sehr lange in Darmstadt wohnen, lese ich das Darmstädter Echo oder Echo online nicht. Warum? Es gibt durchaus einzelne regionale oder lokale Themen, die mich interessieren aber natürlich will der Verlag mit mir ein Abonnement abschließen: digital für 9,90 Euro im Monat und das ist es mir nicht wert. Das sind wir wieder beim Thema Micropayment, Zahlen für einzelne Artikel, das bisher in Deutschland (und auch wohl anderswo) nicht funktioniert. Ich bin trotzdem weiter ein Freund des Konzepts und würde durchaus den ein oder anderen Beitrag kaufen, aber eben gezielt nach meinen Interessen. Aber bitte kein weiteres bindendes Abo*. Kein Echo Online, kein Spiegel, kein Zeit oder sonstiges festes Abonnement**. No f..ing way.

Doch kehren wir zum Ursprung, dem Piqd von Simon Hurtz und dem Gespräch mit Allision Hantschel zurück, und reichern es mit Gedanken aus dem (von mir abonnierten***) Social Media Watchblog an. In der Ausgabe #692 wird in einem Absatz die Risikokapitalgeberin Andreessen Horowitz und Ihr Report Social Strikes Back zusammengefasst. Ich zitiere:

Ohne Community geht es nicht mehr: Andreessen Horowitz gehen davon aus, dass künftig Produkte nur noch längerfristig erfolgreich sein können, wenn sie eine soziale Komponente integriert haben. Als Paradebeispiele werden Spiele wie Fortnite oder Roblox erwähnt. Games hätten es geschafft, zu Orten der Begegnung zu werden. … Unserer Meinung nach lässt sich das auch auf journalistische Angebote übertragen. Auch Verlage und Sender haben die Chance, sehr viel stärker als bisher (digitale) Begegnungen zu organisieren.

Warum Impf-Desinformation so gefährlich ist, Stratcom-Bericht, Zur Zukunft von Social Media

Der naheliegende Schluß: Auch (und nicht nur) Lokalzeitungen müssten Communities bilden, Interaktion, Austausch ermöglichen. Die Autoren des Social Media Watchblogs nennen ihren eigenen Slack-Kanal, in dem sich interessierte Leser:innen diskutieren können, als Beispiel.

Nun kann ich mir die Konsumenten:innen der Lokalzeitung schwer in einem Slack-Kanal vorstellen, aber es gibt ja durchaus ein mehr oder weniger aktive Facebook-Gruppe Darmstadt, in der sich Heiner:innen austauschen. Bevor ich Facebook verlassen habe beziehungsweise nur noch dorthin publiziere, habe ich darüber durchaus viel Feedback bekommen, wenn ich auf Darmstadt-relevante Themen in meinem Blog hingewiesen habe.

Worauf will ich hinaus? Ist es realistisch, dass eine Lokalzeitung ein Online-Community unterhält und vor allem pflegt. Community Management ist Arbeit und erfordert Engagement. Das weiß jeder, der sich mit diesem Thema, ob firmenintern oder im Netz, auseinandersetzt. Und daneben: Wo betreibt man eine solche Community technisch? Müsste die Redaktion der Lokalzeitung eben besagte (oder eine neue Seite) auf Facebook betreiben und moderieren, weil so viele Heiner:innen eben dort schon registriert sind? Und wie finanziert man diese Seite dann? Mir schaudert natürlich bei dem Gedanken, hier direkt oder indirekt Facebook zu nutzen, doch was wäre eine Alternative für eine solche Community? Ich spreche hier nicht von einer technischen Alternative. Ich spreche von einer Onlineplattform, auf der die Leser:innen mitmachen würden. Und diese Frage (und die anderen Fragen) stelle ich an die Community, an die interessierten Leser:innen.

(Stefan Pfeiffer)

* Stichwort Abofallen: Ich habe angefangen, alle unsere Abonnements, nicht nur die von Medien, in einer Tabelle zu sammeln. Es hat mich erschreckt, wo wir überall Services abonniert haben, von Magenta TV über Software-Pakete hin bis zum Weinabo, wo man quartalsweise Weine zum Probieren bekommt. Ich rate nur jeder:em diese List mal zu führen, um Transparenz zu gewinnen!

** Wir haben die FAZ abonniert, weil eben auch regionale Themen vorkommen. Würden wir in München wohnen, hätte es auch die Süddeutsche sein können.

*** Jetzt mal überlegen, was meine Motive waren und sind, diesen Newsletter zu abonnieren und zu unterstützen …

Wir vermissen Freunde und Sonne, aber jetzt müssen und sollten wir halt mal verzichten – das geht!

1. Januar 2021 Posted by Stefan Pfeiffer

Und das Jahr ist um. Eigentlich ein gutes Jahr. Endlich mal keine nennenswerten gesundheitlichen Probleme. Auch meinen Eltern geht es gut. Und Ehefrau und die beiden Prachtkater sind wohlauf. Das ist auf jeden Fall schon mal etwas, was ich zu schätzen gelernt habe. 2020 ist auch das erste Jahr, in dem ich jeden Tag all meine Fitnessziele erreicht habe (auch wenn mir das katastrophal schlechte Softwareupdate von Apple auf Watch iOS 7 einige Daten zerschossen hat). Sieht man auch daran, dass das Bäuchlein etwas weg geschmolzen ist. Don’t break the chain bleibt ein Ziel auch für 2021.

Aber natürlich steht das Jahr auch im Zeichen der Pandemie. Wir hatten Urlaube geplant, im Sommer und im November mit unseren Freunden in Ägypten. Nochmals Sonne vor den grauen deutschen Winterwochen. Das wurde dann leider nichts. Auch die Treffen mit Freunden, die Trips mit Freunden in die umliegenden Weingegenden zu Winzern, unser Stammtisch, die Veranstaltungen und Treffen mit Freunden und Bekannten fehlen natürlich. Schade, aber man kann und muss gerade jetzt auch einmal verzichten.

Jahr des Kopfschüttelns

Schon sind wir beim Stichwort. Verzichten scheint heute vielen schwer zu fallen. Oder sie tun es einfach nicht, obwohl die reine Vernunft dafür spricht. Deshalb ist es auch für mich ein Jahr des Kopfschüttelns. Kopf schütteln darüber, warum man jetzt Ski fahren muss, eine Kreuzfahrt machen muss oder zu Weihnachten einfach nicht mal auf Treffen verzichten kann. Einmal verzichten. Das scheint uns Babyboomern und auch den nachfolgenden Generationen nicht leicht zu fallen. Unsere Großeltern, manchmal auch unsere Eltern haben ganz andere Zeiten erlebt. Unseren Generationen ging und geht es immer gut. Können wir uns da nicht einige Monate oder ein Jahr mal am Riemen reißen?

Jahr des Kopfschüttelns auch, wenn ich die Verschwörungstheoretiker, die Demonstranten ohne Maske, die mit marschierenden Nazis sehe oder die Tiraden von Trump und seinen Anhängern in den USA höre. Kopf schütteln darüber, dass man glaubwürdige Stimmen der Vernunft und der Wissenschaft verunglimpft. Chapeau einem Drosten und anderen Wissenschaftlern, aber auch Journalistinnen wie Dunya Hayali und ihren Kollegen:innen, die den niveaulosen Anfeindungen und Hassreden widerstehen.

Heimarbeit als „new normal“

Beruflich hat sich natürlich auch einiges geändert, denn nun sind fast alle meine Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice, etwas, was ich seit vielen Jahren kenne und praktizieren darf. Das letzte große Event war die Euroshop in Düsseldorf, die im Februar noch durchgeführt wurde. Danach war Schluss und es ging dann richtig los. Seit März produziere und streame ich nun für meine Firma ein wöchentliches Magazin. Zuerst alleine, nun mit Unterstützung eines Teams, berichte ich jeden Dienstag um 11 Uhr aus der Welt der IBM. Einerseits bekomme ich viel Zuspruch, andererseits wird natürlich die Frage gestellt, was denn so ein Magazin bringt. Wo sind die Leads, die man doch so leicht auf konventionellen Veranstaltungen oder auch bei registrierungspflichtigen Onlineevents schreiben kann. So bleibt es eine fortwährende und auch notwendige Diskussion, was denn eine solche Sendung die das IBM Livestudio Magazin denn bringt – und vor allem, wie man noch besser werden kann.

Natürlich hat mich auch das Thema Homeoffice in diesem Blog und bei #9vor9, den privat von Lars und mir produzierten Digitalthemen, beschäftigt. Unterdessen bin ich der Diskussion und auch der Schwarz-Weißmalerei zugegebenermaßen etwas müde. Für mich steht fest, dass die Möglichkeit zum Homeoffice oder Remote Work eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Wer daheim oder mobil arbeiten kann oder will, dem sollte es erlaubt sein. Auch in verteilten Teams kann man kreativ und agil sein. Das haben nicht erst die vergangenen Monate gezeigt. Und die Zukunft sollte in hybriden Modellen, wo man mal im Büro, mal daheim arbeitet, wo einige lieber in die Firma gehen, andere im CoWorking Space oder eben von daheim arbeiten. Und natürlich geht Heimarbeit nicht in jedem Beruf, aber das sollte nicht bedeuten, dass sie nicht dort gefördert wird, wo es möglich ist.

Und ja, ich bin froh darüber, dass ich so arbeiten darf und kann, denn manch Andere:r ist gerade jetzt mit ganz anderen Situationen konfrontiert. Ob es nun die Pfleger:innen und Ärzte im Krankenhaus oder den Praxen sind, die Lehrer:innen und Kindergärtner:innen, die Kassierer:innen, die Polizisten:innen, alle die gerade jetzt noch größeren Belastungen ausgesetzt sind – bei meist nicht gerade feudaler Entlohnung. Hier bin ich nur dankbar für deren Arbeit. Und wenn es darauf ankommt hoffentlich auch solidarisch.

Hoffnung auf den Impfstoff und mehr persönliche Treffen in 2021

Nun geht es mit Hoffnung in das Jahr 2021, Hoffnung, dass der Impfstoff möglichst allen hilft und wir vielleicht ab September wieder zu normaleren Umständen zurückkehren. Natürlich hoffe ich, dass wir alle gesund bleiben, meine Eltern (und meine Frau) bald geimpft werden und der Impfstoff auch bei mir wirkt. Viele Grüße und alles Gute an alle Freunde und Bekannten, auch denen aus „dem Netz“. Lasst uns gegen Unvernunft, Fanatismus und Radikale zusammen stehen. Vor allem seid vorsichtig und bleibt gesund. Und mit dem:der ein oder anderen habe:n ich:wir uns ja schon verabredet in der Zeit nach der Pandemie, wenn das wieder geht. Ob das nun im Kölner Zoo mit Geißbock, Fohlen den Bremer Stadtmusikanten ist oder aber auf ein Glas Wein. bei einem Winzer in der Nähe.

(Stefan Pfeiffer)

Bild von Engin Akyurt auf Pixabay

Im Apple-App Store: Neuer „Beipackzettel“ zeigt, wie „wenig“ Daten Facebook sammelt ODER Ich habe doch nichts zu verbergen

28. Dezember 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Mit der neuen Betriebssystemversion für den Mac, iPhones und iPads hat Apple einen „Beipackzettel“ im App Store eingeführt. App-Entwickler sollen auf diesen “Privacy Labels” offen legen, welche Daten zu welchem Zweck gesammelt werden und wie Anwender:innen getrackt werden. Ich habe hier einige der populären Messenger gecheckt. So präsentiert sich der Facebook Messenger im Apple App Store (für Macbooks/MacOS):

Der Bildschirm im App Store für iPhone und iPad sieht analog aus. Wer Details ansehen klickt, bekommt noch einen tieferen Einblick in die Datenverwertungs- und im Endeffekt Monetarisierungwut von Facebook. Ich habe hier die Angaben für Facebook Messenger fotografiert und zusammen montiert:

Zusammengeschnitten, welche Daten der Facebook Messenger im Detail erfasst.

Aber wie sagen viele Bekannte so schön: Ich hab ja nichts zu verbergen, oder? Die Datensammelwut von Facebook kann nicht besser – oder schlimmer – dokumentiert werden. WhatsApp – ebenfalls zum Facebook-Konzern gehörend – geht zwar nicht dermaßen ins Detail, sammelt aber eben auch massiv Daten. Telegram, das auch immer mehr in Verruf geraten ist, macht bisher keine Angaben. Spätestens zur nächsten Aktualisierung sollen (oder müssen) die App-Entwickler aber entsprechende Angaben nachliefern*:

Und hier die Angaben, die Signal und Threema machen. Das erweckt viel mehr Vertrauen.

Das ist ein kurze Übersicht zu den prominenten Messengern. Ich kann darüber hinaus nur jeder:m empfehlen, sich diese Übersicht für die verschiedenen Apps anzuschauen, beispielsweise für Facebook, für LinkedIn oder Xing ebenso wie zum Beispiel für Twitter. Auch einmal die Corona Warn App oder die Corona Datenspende App checken!

Es ist aus meiner Sicht ein wahrer Augenöffner. Und ich sehe es wie Jörg Schieb: „Genau so sollte es meiner Ansicht nach in allen App-Stores sein. Der Gesetzgeber sollte eine derartige Transparenz (gerne noch weitergehend) einfach vorschreiben.“ In diesem Kontext sei auch auf den derzeitigen Streit zwischen Facebook und Apple hingewiesen. Hier will Apple zusätzlich noch eine ausdrückliche Einstimmung der Nutzer:innen, ein explizites Opt-in, dass ihre Daten verwendet werden dürfen, durchsetzen.

Und nicht nur Facebook schaltet Anzeigen und tobt! Werbenetzwerke, Targeting-Firmen und Anbieter von Tracking-Technologie sähen ihr Geschäftsmodell in Gefahr, so die Süddeutsche Zeitung. Und auch manche:r Softwarentwickler:in, die über Facebook-Buttons und Code Nutzerdaten sammeln und verwertem. wird unruhig. Kein Wunder, dass Verlage und und der Werbebranche protestierten. Um es klar zu stellen: Apple ist kein Unschuldslämmle, im Gegenteil, hat aber in dieser Frage meine volle Sympathie.

(Stefan Pfeiffer)

* Besonders gespannt bin ich auf die Angaben der Amazon iOS-App. Auch dort werden bisher noch keine Angaben gemacht.

Es gibt durchaus Alternativen zu Amazon – Und man sollte persönlich Zeichen setzen

23. Dezember 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Alle Jahre wieder streiken die Amazon-Mitarbeiter in deutschen Lieferzentren. Gabor Steingart, den ich heute ausnahmsweise einmal wieder zitieren muss, schreibt von „archaischen Arbeitsbedingungen“ und saloppem Umgang mit Daten. So sollen Daten der unabhängigen Händler analysiert und benutzt werden, um die Amazon-eigenen Angebote zu optimieren. Hinzu kommt wohl eine minutengenaue Überwachung der Mitarbeiter. Und bei all dem sprudeln die Gewinne. Amazon ist ganz sicher einer, wenn nicht der Krisen-Gewinnler.

Ich finde es immer wieder bezeichnet, wie oft solches Verhalten von Amazon toleriert wird und man kräftig weiter bestellt mit der Entschuldigung, dass der deutsche Einzel- und Versandhandel versagt habe und Amazon eben zu gut sei, in Auswahl und Auslieferung, die Benchmark für Onlinehandel. Letzterem kann ich kaum widersprechen, doch es gibt meiner persönlichen Erfahrung nach durchaus Alternativen und man kann seine Käufe bei Amazon wenn nicht gar einstellen, so doch deutlichst reduzieren.

Man kann und muss aus meiner Sicht selbst Zeichen setzen, sein eigenes Handeln ändern, nicht jede GAFAM-Plattform exzessiv nutzen. Das gilt für Bestellungen bei Amazon genauso wie für das Nutzen eines anderen Messengers. Eben nicht WhatsApp sondern Signal oder Threema. DuckDuckGo oder auch Qwant und eben nicht Google. Es geht.

Bild von Preis_King auf Pixabay

Social Media-Splitter: Noch nie waren die Anstrengungen in den USA und der EU so groß, die GAFA(M) Plattformen zu regulieren

23. Dezember 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Zum Jahresende doch nochmals einige Social Media-Splitter, denn es tut sich derzeit eine Menge, zumindest in der Diskussion. Ob wirklich etwas passiert oder es nur Theaterdonner ist, das werden wir sehen. Facebook und Apple. In den USA gehen, Justizminsterium, Bundesstaaten und Gerichte gegen Facebook und Google vor. Google wird Monopolbildung vorgeworfen. Man benachteilige Wettbewerber in der Internetsuche und beim Werbegeschäft. Natürlich stoßen die Wettbewerber von Google wie unten DuckDuckGo* auch in dieses Horn und fordern gleiche Chancen:

Auch Facebook sieht sich in den USA mit mehreren Kartellklagen konfrontiert. Die Federal Trade Commission (FTC), die zweite maßgebliche Kartellinstanz in den USA fordert konkrete und sehr drastische Sanktionen. Neben Google und Facebook sind auch Amazon und Apple im Visier amerikanischer Kartellbehörden, Apple wegen der Provisionen, die von App-Entwicklern verlangt werden. Was ist denn da los, fragt man sich. Lediglich Microsoft scheint außen vor …

Auch die EU ist aktiv geworden und will die Macht der Konzerne einhegen, „Wir akzeptieren die Machtstellung der großen Plattformen nicht mehr so einfach“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kürzlich zur ZEIT. Mit dem Digital Markets Act will man sicherstellen, dass die großen, dominanten Tech-Konzerne ihre Marktposition nicht missbrauchen. Geldstrafen von bis zu 10 Prozent des globalen Jahresumsatzes sollen bei Verstößen möglich sein. Wir formulieren es Martin und Simon sio treffend in ihrem (kostenpflichtigen, aber sehr empfehlenswerten) Social Media Watchblog #691: Die halbe Welt legt sich mit Big Tech an.

Eine Handvoll Konzerne sind mächtiger als viele Regierungen – die jahrelang dabei zugesehen haben, wie demokratisch legitimierte Institutionen ihren Einfluss ans Silicon Valley verlieren. Die Politik war schlicht zu langsam und schwerfällig, um mit den Folgen der Digitalisierung Schritt zu halten.
Allmählich ändert sich das. Ende 2020 kulminiert eine Entwicklung, die sich schon länger abgezeichnet hat: Parlamente wollen den Plattformkapitalismus mitgestalten. Die aktuellen Gesetzesvorhaben und Kartellklagen könnten das Netz neu ordnen und Machtverhältnisse grundlegend verschieben.

Die halbe Welt legt sich mit Big Tech an, Facebook vs. Apple: Der Datenschutzstreit eskaliert, Facebook und Twitter nehmen Wahl-Maßnahmen zurück

Das ausführliche Briefing der beiden sei ausdrücklich empfohlen. Halten wir fest: Noch nie vorher waren Dinge so in Bewegung. Wie erfolgreich EU , USA und die anderen Ländern aber sein werden, wird man sehen. Vor allem aber – und darauf macht Patrick Bernau in seinem Kommentar in der FAZ aufmerksam – genügt es nicht, nur zu regulieren:

Die EU macht aus dem Internet ein „ebenes Spielfeld“, wie sie es gern nennt. Jetzt muss Europa aber auch selbst darauf mitspielen. …

Es reicht nicht, die Konzerne anderer Länder zu bändigen. Es müssen auch neue Unternehmen ihren Platz einnehmen wollen.

DSA und DMA reichen nicht: Europa muss Google Konkurrenz machen

Kann Facebook eigentlich überhaupt noch zerschlagen werden?

Auch wird sich die Hoffnung von manch einem auf eine Aufsplittung der Konzerne, beispielsweise von Facebook wahrscheinlich zerschlagen, wie Martin und Simon im vorhergehenden Briefing #689 darstellen. Facebook habe die verschiedenen Tools, Facebook, den Facebook Messenger, Instagram und WhatsApp unterdessen technisch derart verwoben, dass es schwierig werde könnte, sie wieder zu entflechten. Doch bleiben wir optimistisch, dass sich Dinge vielleicht doch ändern können.

Michael Kroker hat in seinem Wirtschaftswoche-Blog nochmals die beeindruckenden und erschreckenden Zahlen veröffentlicht: Alle vier Dienste hatten demzufolge im 3. Quartal 2020 3,2 Milliarden Nutzer:innen im Monat:

Ebenso selbstredend das Wachstum an Nutzer:innen, das WhatsApp und Instagram seit über der Übernahme durch Facebook hingelegt haben:

Explizite Zustimmung zur Nutzung der Nutzerdaten – Das mag Facebook nicht

Seit iOS 14.3 wird im Apple App Store angezeigt, welchen Daten von einer App möglicherweise erfasst und mit der eigenen Identität verknüpft werden. Amazon hat bisher keine Angaben gemacht … Laut Apple muss der Entwickler beim nächsten Update entsprechende Informationen bereitstellen.

Doch mögen sich ironischerweise auch zwei der GAFAM-Konzerne nicht besonders. Facebook ist im Clinch mit Apple, Mark Zuckerberg mit Tom Cook. Facebook is nicht „amused“ über die geplanten neuen Funktionen von iOS 14, wodurch transparent gemacht werden soll, welche Daten der Nutzer die jeweiligen Apps und Dienste wie verwenden. Und dann gar noch eine notwendige explizite Einstimmung der Nutzer:innen, ein Opt-in, dass ihre Daten verwendet werden dürfen. Bisher muss man aktiv widersprechen, wenn man nicht getrackt werden will. Ich gebe zu, dass ich diese Auseinandersetzung mit einem mehr oder weniger breiten Grinsen verfolge.

Noch zwei weitere Nachrichten, die ich erwähnen will. Facebook hat wohl vor Jahren eine Vereinbarung mit Google getroffen, wonach Google Zugriff auf die WhatsApp-Inhalte von Millionen US-amerikanischer Anwender:innen hatten, die ihre Inhalte auf Google Drive gesichert haben. Schlimm genug.

Und Twitter will wohl Periscope, die Live-Streaming-App von und für Twitter, einstellen. Nutzer sollen danach Livestreams über die Haupt-App von Twitter gesendet werden können. Schauen wir mal, wie sich das entwickelt. Betrifft mich/uns ja auch bei zum Beispiel bei #9vor9.

(Stefan Pfeiffer)

* Ich nutze zur Suche DuckDuckGo oder auch Qwant und verzichte zu 99 Prozent auf Google. Die Suche rufe ich nur auf, wenn ich etwas wirklich nochmals gegenchecken möchte. Geht.

Simplicity is the ultimate sophistication – Mein Blog in neuem Design

20. Dezember 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Es war an der Zeit: Ich habe das Design meines Blogs hier auf WordPress.com nochmals grundlegend überarbeitet. Nach dem vorhergehenden Redesign und der damit einhergehenden Umbenennung von Digitalnaiv.com in StefanPfeiffer.Blog hatte ich jetzt das Gefühl, es ist Zeit für ein neues Design. Einige Zeit habe ich jetzt die Vorlage Penscratch 2 benutzt, war aber nicht mehr mit der einfachen Aneinandereihung der Beiträge zufrieden.

So sah der StefanPfeiffer.Blog geraume Zeit aus, basierend auf dem WordPress-Theme Penscratch 2.

Nun habe ich auf ein neues „Thema“ umgestellt und Moka von Elma Studios ausgewählt. und gleich einmal ein neues Logo (mit dem Grafikwerkzeug Canva) entworfen. Bei Moka gefällt mir der minimalistische, moderne und elegante Ansatz sehr gut. Der Screenshot ist etwas verkleinert, also nicht tatsächliche Größe von 100 Prozent. Auf der Front Page oder Home Page sieht man nun einen hervorgehobenen Beitrag und die drei weitere Artikel angeteasert:

Moca ist auch durch sogenanntes Responsive Design für mobile Geräte optimiert, was heutzutage immer wichtiger wird. Die Menüführung habe ich gegenüber meiner mit Penscratch erstellten Version deutlich verschlankt. Einige der Menüpunkte und auch unter Unterseiten sind heraus geflogen. Und ich habe meine Profilseite wie auch die Projekt- und Themenseite inhaltlich und vor allem grafisch überarbeitet, zurückgreifend auf Vorlagen, die in Moka enthalten waren und von mir einfach angepasst werden konnten.

Das Moca-Theme sieht mobil richtig gut aus, finde ich.

Einige Features von Moca nutze ich noch nicht. Beispielsweise generiert der Quote Widget, der Zitat-Generator, ein in der Schrift zu großes und mir zu dominantes Zitat. Natürlich bin ich noch an der ein oder anderen Stelle am schrauben, am fein justieren. Doch das macht ja auch Spaß.

WordPress.com, auf der mein Blog läuft, ist die von WordPress selbst gehostete Blog-Plattform (im Unterschied zu WordPress.org). Mein Premium-Tarif kostet dort im Monat € 8. Wichtig für mich war dabei, dass keine Werbung eingeblendet wird, wie es in der ebenfalls verfügbaren freien Version der Fall ist. Hier findet Ihr eine Übersicht der Preise und Funktionen.

WordPress PlugIns, Apps, die zusätzliche Funktionen im Blog bereitstellen, können im Premium-Tarif nicht genutzt werden. Dazu müsste ich den Business-Tarif buchen und der ist mir für mein privates Blog mit € 25 im Monat zu teuer. Wer etwas über Plugins erfahren will, dem empfehle ich den Beitrag von Thomas Cloer, der seine besten PlugIns von Suchmaschinenoptimierung (SEO) biszu datenschutzgerechten Sharing-Buttons hier vorstellt.

P.S. In Vorbereitung zu diesem Blog-Beitrag bin ich auch auf meinen alten Beitrag von 2012 über meinen Umzug von Posterous auf WordPress.com gestoßen. Lange ist es her, der Start meiner „Blogger-Karriere“ auf Posterous. Wer erinnert sich noch an das Tool?

Die Erfolgeschichte von t3n und der Publisher-Markt bei #9vor9 – Zu Gast: Andreas Lenz

15. Dezember 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Heute war Andy Lenz von t3n bei uns zu Besuch. Der Anlass: Vor 10 Jahren wir mit einem Bus voller Blogger, Journalisten, Studenten und IBMer, dem IBM Lotus JamCamp-Bus, in der Redaktion von t3n zu Gast und haben dem damaligen Startup über die Schulter geschaut. Hier mein persönliches Resumé von damals und eine „Presseschau“.

Heute haben wir auf die letzten jahre zurück geblickt und festgestellt, dass Twitter unser gemeinsamer Social Media-Homeground ist. Wir haben über die interessante Entwicklung von t3n gesprochen, eine wirkliche Erfolgsgeschichte im deutschen IT- oder Digitalisierungs-Publishing-Markt. Und es geht um Leserbindung, um den Aufbau einer oder von Communities und vieles mehr. Viel Spaß beim Anschauen oder Anhören.

Und natürlich gibt es #9vor9 auch wieder als Podcast auf den bekannten Plattformen und hier im Netz.

Wir freuen uns über Feedback, am liebsten auf Twitter: Stefan – https://twitter.com/Digitalnaiv und Lars – https://twitter.com/larsbas

Andreas Lenz auf Twitter: https://twitter.com/AndyLenz t3n auf Twitter: https://twitter.com/t3n t3n im Internet: https://t3n.de/

Die Lotus JamCamp Bustour – Bericht von Tag 1 mit Besuch bei t3n: https://youtu.be/8ViYYfbLzDU

Die Digitalthemen bei #9vor9: Der Medienstaatsvertrag und Datenschutz rund um die Corona Warn App und das Gesundheitswesen

25. November 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Unsere Digitalthemen in dieser Sendung: Lars hat den Medienstaatsvertrag auf der Agenda, der – längst überfällig – den alten Rundfunkstaatsvertrag ablöst. Hier wird unter anderem die Verantwortlichkeit von Medien wie etwa Online-Streamingdiensten geregelt. Der Medienstaatsvertrag richtet sich vor allem an so genannte „Medienintermediäre“ wie Facebook oder Google, die Inhalte weiter verbreiten. Die müssen jetzt Inhalte gemäß der geltenden journalistischen Grundsätze auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Geklärt ist nun auch, ob und wann Streamer eine Rundfunklizenz benötigen. Demzufolge brauchen Streams, die der Meinungsbildung dienen und mehr als 20.000 gleichzeitige Nutzer über einen durchschnittlichen Zeitraum von 6 Monaten haben eine Rundfunklizenz. Weitere Details wie die Angabe eines inhaltlich Verantwortlichen oder zur journalistischen Sorgfaltspflicht auf Webseiten findet man hier.

Konkurrenz zum geplanten EU Digital Services Act?

Zur Lektüre empfohlen: Dieser Beitrag von der FAZ, der auf Vorbehalte der EU-Kommission wegen des geplanten Digital Services Act eingeht und den Medienstaatsvertrag als nationalen Alleingang rügt. Auch netzpolitik.org spricht von einer nationalen Extrawurst. Rechtsanwalt Jan Kalbhenn schreibt dagegen im Social Media Watchblog (kostenpflichtig) von einer europa- und weltweiten Vorreiterrolle und auch unser Lars haben den Vertrag eher begrüßt.

„Mein“ Thema der Woche ist einmal mehr Datenschutz, diesmal im Zusammenhang mit der Corona Warn App und der elektronischen Patientenakte. Von vielen Politikern, beispielweise Winfried Kretschmann und Markus Söder, hört man dieser Tage die Forderung, den Datenschutz in und rund um die Corona Warn App aufzuweichen, damit diese einen höheren Wirkungsgrad in der Pandemiebekämpfung erziele. Ein Argumentationsstrang, den man dabei oft hört (und der mich etwas erregt): Bürger:innen gäben ihre Daten ja auch einfach so an Facebook, Google, Amazon und Co. Dann könnten sie diese auch für den quasi guten Zweck der Pandemiebekämpfung zur Verfügung stellen. Ein bisschen einfach diese Pseudoargumentation.

Google und Facebook haben meine Daten – warum nicht auch die Corona Warn App?

Viele Datenschützer halten natürlich dagegen. Der ehemalige Datenschutzbeauftragte Peter Schaar weist darauf hin, wie wichtig das Thema Datenschutz für die Akzeptanz von Corona Warn Apps sei. Hier verzeichne die deutsche Lösung die höchsten Download-Zahlen.

Unterdessen hat auch der aktuelle Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber erneut in diese Kerbe geschlagen. Er schreibt von einer steilen These, die meist nicht belegt sei. Corona-Bekämpfungsmaßnahmen gelängen nur dann, wenn ein ausreichend großer Teil der Bevölkerung sie freiwillig akzeptierten. Datenschutz erzeuge das notwendige Vertrauen in die Maßnahmen.

Apropos Vertrauen: Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat gerade untersucht, was Deutsche, Schweizer und Österreicher daran hindert, die jeweiligen Apps zu installieren. Demzufolge haben 31 Prozent der Deutschen trotz besagten Datenschutzes immer noch genau dort Bedenken. Und 21 Prozent der Befragten fürchten Überwachung. Weitere Details hier auf heise online.

Peter Schaar weist in seinem Beitrag – wie viele andere – auf mögliche und notwendige Erweiterungen der deutschen Corona Warn App wie einer besseren Erkennung von Infektionsclustern und das Versenden entsprechender Warnungen an Nutzer, der tieferen Integration in die Test-Infrastrukturen oder auch der Möglichkeit, freiwillig ein Kontakttagebuch zu führen. Den Vorschlag, einfache Armbänder zu entwickeln, die die Funktionalität der Corona Warn App auch Personen, die kein Smartphone haben. zur Verfügung stellt, finde ich übrigens sehr charmant. Fragt sich nur, wie kurzfristig das ginge.

Ist Datenschutz immer absolut oder kann es Zwischenschritte geben?

Kann und sollte man bei der Corona Warn App eine klare Haltung bezüglich des notwendigen Datenschutzes haben, so stellt sich mir diese Frage beim Thema der elektronischen Patientenakte anders. Die Akte soll ja jetzt zum 1. Januar 2021 für alle gesetzlich Versicherten eingeführt werden. Jedoch haben hier Datenschützer wie Ulrich Kelber Bedenken. Er warnt vor der Version 1.1. der elektronischen Patientenakte, die nicht DSGVO-konform sei. Erst die Version 2.0, die für Anfang 2022 geplant ist, soll dann den notwendigen umfassenden Datenschutz auch für potentiell stigmatisierende Informationen bieten. Im Beitrag von heise online wird gemunkelt, dass der Bundesdatenschutzbeauftragte dier Version 1.1. stoppen könnte.

Und genau hier bin ich gespalten, gerade auch aus meiner Perspektive als Patient, der erlebt hat, wie heute noch immer Informationen zwischen Ärzten und Krankenhäusern ausgetauscht werden: per Fax, Telefon und DVD. Hier sei auch nochmals auf den Podcast des Handelsblattes mit Dr. Jens Baas verwiesen. In #9vor9 habe ich deshalb auch die Frage gestellt, ob man trotz der Bedenken die Pateintenakte genehmigen und nutzen solle mit dem klaren Versprechen, dass zum 1.1.2022 der umfassende Datenschutz realisiert wird. Darf man also die elektronische Patientenakte (ePA) quasi als bundesweiten Feldtest betreiben, wohl wissentlich, dass es noch Schwächen gibt?

Ich möchte eine elektronische Patientenakte, damit ich besser behandelt werde

Ich bin hier bei TK-Chef Jens Baas und dem Gebot, dass ich als Patient:in der Nutzung meiner Daten in der ePA (und darüber hinaus anonymisiert zum Beispiel für Forschung) explizit zustimmen muss. Und ich glaube, dass wir auch beim Datenschutz Zwischenlösungen, auch einmal statt schwarz-weiß einen Hellgrauwert akzeptieren müssen, solange dann weiß gewaschen wird. Oder gibt es nur den absoluten Datenschutz. Anders herum: Datenschutz sollte und darf kein totaler Roadblocker und endloser Verzögerer oder Bremser für Digitalisierung sein. Hier sollten durchaus Zwischenschritte möglich sein, solange das Ziel des sauberen Datenschutzes nicht nur im Visier bleibt, sondern realisiert wird. Hier spielen Datenschützer für mich die wichtige Rolle des Aufpassers, aber eben nicht des Blockierenden. Vielleicht trügt ja auch mein Eindruck, aber im Bereich Gesundheitswesen wünsche ich mir aus ganz persönlichem Interesse als Patient die bessere Nutzung meiner Daten, die mir gehören, damit ich besser behandelt werde.

Und natürlich gibt es #9vor9 auch wieder als Podcast auf den bekannten Plattformen und hier im Netz.

(Stefan Pfeiffer)

LinkedIn: Zu viele „Promotions“, zu wenig „Wärme“ – Aber vielleicht muss man ja auch mit einem B2B-Netzwerk gar nicht warm werden?

6. November 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu LinkedIn. Auf der einen Seite sehe ich es das führende soziale Netzwerk im Geschäftsumfeld, im Business-to-Business (B2B). Ich nutze es bewusst selbst in meiner Rolle bei IBM. zum Beispiel zum Streaming des IBM Livestudio Magazins. Dabei war ich auch sehr hinter meinen Kollegen her, die Kontakt zu LinkedIn haben, dass wir als einer der ersten Unternehmen in Deutschland dort live streamen durften, selbst in einer Art Beta-Modus. Seit kurzem läuft auch #9vor9*, unser privates Magazin mit den Digitalthemen der Woche, auf LinkedIn. Ich beziehungsweise wir tragen also auch dazu bei, dass deutlich mehr Inhalte auf LinkedIn ausgespielt werden …

Lisa Hegemann hat auf Zeit Online über LinkedIn geschrieben:

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist LinkedIn der Ort für berufliche Selbstdarstellung geworden. … Lange war LinkedIn ein soziales Netzwerk ohne Netzwerkcharakter; eine digitale Visitenkarte, die man gelegentlich aktualisiert, mehr nicht. …
Binnen eines Jahres seien, auch durch die Corona-Pandemie, fast 50 Prozent mehr Inhalte geteilt worden. Die Zahl der Livestreams sei seit März – den Anfängen der Pandemie – um 89 Prozent gestiegen. Zwischen Februar und April nahmen die Interaktionen um 811 Prozent zu. …

Quelle: LinkedIn: Ich bin nur für meine Marke hier | ZEIT ONLINE

LinkedIn boomt. Immer mehr Inhalte. Immer mehr Inhalte in der Timeline, im Nachrichten- und Informationsstrom von LinekdIn. Und ich dürfte es eigentlich nicht schreiben: Leider noch immer, vielleicht noch mehr Inhalte, die mich persönlich nicht interessieren. (Und ich entschuldige mich ausdrücklich, wenn auch ich oder wir mal in der Timeline nerven beziehungsweise Inhalte ausspielen, die gerade nicht interessieren.)

Der von mir außerordentlich Klaus Eck, Partner in vielen Diskussionen, hat dann in einem Beitrag LinkedIn Lisa Hegemann kommentiert:

Natürlich gibt es auf dieser Plattform weichgespülte und langweilige Inhalte und viel zu viele Buzzwords – wie eben überall im Internet und in der analogen Welt. Zum Glück können wir sehr wohl selbst bestimmen, was wir auf LinkedIn jeweils wahrnehmen wollen. Dazu muss jeder selbst seine Feeds aufräumen und sich von den falschen Informationslieferanten auf LinkedIn trennen.

Großartiger Content ist entscheidend für das erfolgreiche Networking auf LinkedIn | LinkedIn

Lieber Klaus, ich gebe zu, dass ich es noch nicht geschafft habe, meine Timeline, meinen Feed in LinkedIn so aufzuräumen, dass ich in der Mehrzahl dort interessante Beiträge sehe und lese. Das, was ich bei Twitter geschafft habe (über Listen und Darstellungswerkzeuge wie TweetDeck), ist mir auf LinkedIn bis dato nicht gelungen. In der Mehrzahl bin ich von den erscheinenden Nachrichten nur genervt und schaue erst gar nicht in den Nachrichtenstrom. Zu viele Promotions, zu viele, die mir etwas verkaufen wolle, zu viele Beiträge von Kolleginnen und Kollegen, die auch etwas anpreisen, zu viele Videos von mir … Gerne nehme ich da mal Nachhilfe bei Dir, wie man es auch auf LinkedIn schaffen kann, für mich relevante und lesens- oder ansehenswerte Informationen besser zu identifizieren.

Gute Frage: Warum sehe ich diese Anzeige – Anzeigeneinstellungen unbedingt anpassen!

Im Grund sind wir wieder bei unserem gemeinsamen Thema Content: qualitativ gute Inhalte. (Das Wort großartig mag ich nicht – ist mir zum trump-esque.) Und einen besseren Weg diese Inhalte zum richtigen Zeitpunkt in angemessener Form an Mann und Frau zu bringen. Das sehe ich noch nicht so auf LinkedIn, aber wie gesagt, ich bin lernwillig.

Und nein: Falk und Jan schalte ich ganz sicher nicht stumm. Nur mal zeigen, wo und wie man „muten“ kann.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite fehlt mir die Interaktion, die Diskussion, der Diskurs. Alle wollen auf LinkedIn etwas verkaufen, kaum einer will sich austauschen ode diskutieren. Ja, der Ton ist respektvoll und meist höflich, wie auch Lisa Hegemann schreibt, aber es ist aus meiner Sicht kein Leben in der Bude. Und damit meine ich natürlich nicht Tiraden oder Hate Speeches oder Shitstorms. Natürlich nicht.

Und so netzwerke oder social-media-lisiere ich derzeit

  • Xing: Abgehakt. Da schaue ich nur noch sehr selten rein. Meist, um jemanden zum Gebirtstag zu gratulieren
  • Facebook: Ich war ganz weg. Jetzt sende ich nur noch meine Blogbeiträge rüber.
  • Twitter: Meine Filterblase? Nutze ich am stärksten und da habe ich am meisten Spaß. Auch weil ich Deppen einfach ignoriere und blocke.
  • LinkedIn: Mein tägliches Business Netzwerk, mit dem ich aber noch immer nicht richtig warm geworden bin. Aber muss man ja auch mit einem B2B-Netzwerk gar nicht warm werden?

Und gerne, lieber Klaus, können wir das bei nächster Gelegenheit diskutieren. Die Einladung zu #9vor9 steht.

(Stefan Pfeiffer)

* #9vor9 ist ein Projekt, das Lars Basche und ehemals Gunnar Sohn zusammen mit mir aufgebaut haben. Es ist aus dem CIOKurator entstanden, den ich in meiner damaligen Rolle bei IBM aufgesetzt habe, unterdessen aber komplett unabhängig und ein privates Spaßprojekt derzeit von Lars und mir. Wir hoffen, dass Gunnar auch bald wieder dazu beziehungsweise zurück kommt.

#9vor9 zu Engagement auf virtuellen Formaten, Bitkom und der DSGVO, Google News und deutschen Verlagen und einem bald noch helleren Köpfchen in Siegburg

6. Oktober 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Die Digitalthemen der Woche heute bei #9vor9: Lars ist nochmals unter Bezug auf die letztwöchige #9vor9-Sendung mit Gerhard Schröder auf das Thema virtuelle Events und die Erfahrungen mit Interaktionen auf der Bits and Pretzels eingegangen. Allenthalben wird mehr oder weniger erfolgreich experimentiert. Doch einen Aspekt sollten wir dabei auch nicht vergessen: Es kommt auch auf das Publikum an, dessen Willen, sich zu engagieren und an den Interaktionsmöglichkeiten teilzunehmen.

Engagement auf virtuellen Events muss man auch selbst wollen

Leider ist auch dort oft eher ein passives Konsumentenverhalten zu beobachten, das auch typisch für viele klassische Eventformen ist. Wie viele Besucher einer Fachkonferenz engagieren sich mit Fragen und Kommentaren auf dieser Konferent und wie viele hören nur zu. Doch das soll uns Marketers keinesfalls davon entbinden, das Thema Interaktion mit den Besucherinnen und Besuchern weiter zu treiben.

Welche Art von Innovation unterbindet die DSGVO denn in Deutschland?

Ein weiteres Lars-Thema, der auf einem Tweet eines gewissen Stefan Pfeiffer basiert: die DSGVO und die Bitkom, die die Datenschutzgrundverordnung gerade als „Fass ohne Boden“ bezeichnet hat. Kurz zusammengefasst seien die Regeln den Unternehmen einfach nicht klar und der Datenschutz hemme Innovationen, wie eine Umfrage ergeben habe. Da stellt sich Lars und mir die Frage, welche Art von Innovationen das denn sind. Monetarisierung der persönlichen Daten der Anwender:innen à la Facebook und Google?

Ich bin da eher beim Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber, der es als positiv einschätzt, dass fast 60 Prozent der Unternehmen schätzen, dass sie die DSGVO weitgehend oder umfassender unterstützen. Klar sollte sein, dass an der DSGVO und dem Thema Datenschutz weiterhin „getuned“ werden muss, gerade weil auch angesichts des letzten Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) keine umfassende Regelung im Datentransfer mit den USA besteht. Eine absolut offene Flanke. Hier auch ein Hörtipp zum Thema: die #heisehow „Pricay Shield ist Geschichte – was passiert nun mit unseren Daten?“. Mir eingeprägt hat sich die Aussage, dass wir uns auf die irische Datenschutzbehörde, die mit dem Thema befasst ist, wohl eher nicht verlassen können. Sie sei einer der größten Hindernisse zur Durchsetzung der DSGVO in Europa. Datenaustausch mit den USA sei eigentlich dahin …

Google News als neues Nachrichtenangebot – unterstützt den Qualitätsjournalismus!?

Mein Thema der Woche: Google verkündet, dass es Verlagen und Medienhäusern weltweit 1 Milliarde $ für die Verwertung deren Inhalte in Google News zahlt und damit Journalismus aktiv und die „Future of News“ unterstütze. Google News for Android sollte schon in Deutschland verfügbar sein. Die entsprechende Version von Apple iOS und Search soll bald folgen. In Deutschland sind 20 Medienhäuser dabei, darunter „Die Zeit“, „Der Spiegel“, die FAZ und einige andere. Bisher hatte Google Zahlungen an Verlagshäuser abgelehnt, offenbar nun eine Kehrtwende. Die Deutsche Welle zitiert Carsten Knop, den Herausgeber der FAZ wie folgt:

Das neue Produkt gibt uns die Möglichkeit, unseren Qualitätsjournalismus noch mehr Lesern vorzustellen, die eventuell zu treuen Lesern und Abonnenten werden.

Google zahlt Verlagen weltweit eine Milliarde Dollar für journalistische Inhalte | Aktuell Deutschland | DW | 01.10.2020

Und Philipp Justus, Chef von Google in Zentraleuropa, wird zitiert:

Es ist Googles bislang weitreichendster Schritt, um die Zukunft des Journalismus zu unterstützen.

Google zahlt Verlagen weltweit eine Milliarde Dollar für journalistische Inhalte | Aktuell Deutschland | DW | 01.10.2020

Diskutiert wird gerade noch, ob in Google News auch Inhalte gezeigt werden, die hinter den Paywalls der Verlage liegen. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und insbesondere Springer kritisieren den neuen Weg. Dort wird am Leistungsschutzrecht festgehalten. Google können nicht nach Gutsherrenart Geld nach eigenem Gutdünken ausschütten, statt sich an einem modernen Urheberrecht für das 21. Jahrhundert zu orientieren.

Ich bin auf den Service gespannt, denn noch immer bin ich auf der Suche nach einem vernünftigen News Aggregator. Ganz offensichtlich versuchen Facebook, Apple und Google mit ihren News-Apps entsprechende Lösungen anzubieten. Bleibe ich alter Mann flexibel genug im Kopf, um auch für Google News offen zu sein, das ist die Frage.

Ein noch helleres Köpfchen in Siegburg und wer ist kommende Woche bei #9vor9 dabei?

Und eine der wichtigsten Nachrichten heute: Das Ende des Videokellers in Siegburg naht. Lars hat sich eine neue Webcam und Beleuchtung bestellt. Wir sind in zwei Wochen dann besonders auf sein helles Köpfchen gespannt. Dazu auch noch eine Anekdote aus meinem privaten IT-Zoo: Ich hatte vor 2 Monaten eine Logitech Streamcam bei meinem lokalen Darmstädter Händler bestellt, über den ich auch Macbook und andere Geräte einkaufe. Der konnte wochenlang nicht liefern. Habe dann storniert und bei Logitech direkt gekauft. Die Streamcam war in 1 Tag da … Lässt Logitech den Einzelhandel zugunsten der eigenen Abverkäufe hängen?

Und noch eine wichtige Frage: Gibt es kommende Woche wieder eine Ausgabe von #9vor9? Unser Lars hat Urlaub und ist unterwegs. Mal schauen, ob wir einen Ersatz finden. Vielleicht können wir ja unseren Gunnar für diese Ausgabe aktivieren.

Noch ein weiterer Hinweis in eigener Sache: Ich habe mal alle #9vor9-Sendungen ab Juni 2020 mal sauber in eine Playlist auf YouTube eingepflegt – und vielleicht werden wir künftig dort auch live streamen.

Und natürlich gibt es #9vor9 auch wieder als Podcast auf den bekannten Plattformen und hier im Netz.

(Stefan Pfeiffer)