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Social Media-Splitter: Theaterdonner oder segelt Facebook nach Hause, wo und wie informieren sich „die Jüngeren“ und warum es weiter Blogs geben sollte

23. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Es ist mal wieder Zeit für meine Social Media-Splitter. Themen habe ich schon einige Tage gesammelt. Den Kick, wieder eine kuratierte Sammlung von Beiträgen zu veröffentlichen, haben aber die Berichte über einen möglichen Weggang von Facebook aus Europa gegeben.

„Es ist (Facebook) nicht klar, wie es unter diesen Umständen seine Dienste Facebook und Instagram in der EU weiterführen kann“

Facebook bringt Abschied aus EU ins Spiel – Digital – SZ.de

So zitiert beispielsweise die Süddeutscher die eidesstattlichen Versicherung an ein irisches Gericht der Facebook-Juristin Yvonne Cunnane. Woran stört sich Facebook? Nachdem sowohl das Safe-Harbor-Abkommen wie auch das Privacy Shield von EU-Gerichten gekippt wurden, sieht sich Facebook mit der Forderung der Datenschutz-Grundverordnung konfrontiert, nach der persönliche Daten in Nicht-EU-Staaten transferiert werden dürfen. Und scheinbar will sich Facebook davor drücken, genau das technisch und datenschutzrechtlich zu realisieren.

Facebook: Reisende soll man nicht aufhalten?!

Möglich erscheint es, aber eben aufwendig. Hier bin ich dann bei Gabor Steingart:

Die Drohung der Facebook-Manager sollte uns Europäer bestärken, nicht schrecken. Auch für die Firma des Mark Zuckerberg gilt: Reisende soll man nicht aufhalten.

Haushalt mit Milliarden-Lücke | Jens Spahn profitiert | Dieter Nuhr: Der wehrhafte Kabarettist

Oder wer nicht will, hat schon … Theatergedonnere.

Wo und wie informieren sich denn die Jüngeren in Deutschland genau?

Dann bin ich über eine Anzeige auf Horizont auf diesen Beitrag auf Editorial Media gestoßen, die den Reuters Digital News Report des Reuters Institute an der Universität Oxford so interpretieren, dass Facebook bei den Jüngeren als Nachrichtenquelle an Bedeutung verliere. Gleichzeitig steige vor allem unter den Jüngeren langsam die Zahl der Nutzer*innen, die für Nachrichtenjournalismus Geld ausgeben würden. Und natürlich bewertet es Editorial Media, ein Zusammenschluss deutscher Publikumsverlage im Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, es positiv, dass 2020 rund die Hälfte (52 Prozent) Abonnements oder die Mitgliedschaften abschließen und mit diesem längerfristigen Engagement zu einem stetigen Einkommensstrom beitragen würden.

Überteuerte, langfristige Abos für jede Publikation abschließen? Das kann es nicht sein

Wie schon des öfteren erwähnt, schrecke ich vor Abofallen, den meist zu teuren und zu verpflichtenden Abonnements zurück und möchte lieber einen Service haben, über den ich Berichte verschiedenster Medien gezielt nach meinen Interessen nutzen und bezahlen kann. Und ja, ich weiß, dass alle Micro Payment-Modelle bisher gescheitert zu sein scheinen.

Ich habe mir dann noch die deutsche Teilstudie vom Hamburger Leibniz-Institut für Medienforschung der Hans-Bredow-Institut durchgelesen. Hier ist die Betonung doch etwas anders, denn es wird betont, dass zwar die deutliche Mehrheit einen unabhängigen Journalismus für das Funktionieren einer Gesellschaft als wichtig erachtet (79 %), diese Zahl aber in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen lediglich bei 56 Prozent liege. Nun könnte man daraus schließen, dass eben genau diese Jüngeren vielleicht doch keine Abos bei traditionellen Medien abschließen.

„Das Internet“ und „die sozialen Medien“ als Informationsquelle der Jüngeren

Was mich auch dort etwas stört ist die Gegenüberstellung von „dem Internet“, den traditionellen Medien und „dem Fernsehen“. Das müsste man nun wirklich langsam differenzieren. Ist nicht die Online-Präsenz der FAZ eher ein traditionelles Medium beziehungsweise eine journalistisches Medium, auch sie eben „in dem Internet“ läuft. Und übrigens Facebook hin und Facebook her: Laut Bericht sind soziale Medien in 2020 für 30 Prozent der 18- bis 24-Jährigen an die wichtigste Nachrichtenquelle, eine Steigerung um 8 Prozent gegenüber 2019. Informieren sich die Jüngeren etwa nicht mehr auf Facebook und stattdessen auf Tiktok? Ich denke, wir müssen hier genauer hin schauen.

Microblogging mit Twitter sollte und kann nicht das Blog ersetzen

Schon länger notiert habe ich den Podcast, den t3n-Chefredakteur Luca Caracciolo mit dem ehemaligen t3n-Online-Chefredakteur Stephan Dörner über die Tech-Trends der vergangenen Jahre geführt hat. Ich bin über Stephans Äußerungen zu Twitter gestolpert – ein betroffener Hund bellt. Laut Stephan (ab ca. 13:35 im Podcast) will Twitter endlich nicht mehr das nächste Facebook werden. Twitter – auch Stephans bevorzugtes soziales Medium – sei ein Boutique-Netzwerk gerade in Deutschland und spiele eine Nebenrolle. Deutlich überrepräsentiert seien Journalisten:innen, Politiker:innen und eine Tech- und Politikbubble. Und er kennzeichnet Twitter als Microblogging, quasi als einen Ersatz für Blogs angesichts einer sich auflösen Blogosphere. Es gebe immer weniger Blogs in Deutschland.

Da ist natürlich der Punkt, an dem ich einhake: Ich verfolge auch, dass viele Blogs für viele Interessengebiete eingeschlafen oder stillgelegt wurden. Manche wandern nach Instagram oder Facebook, weil dort „die Anwender“ oder „die Käufer“ sind. Ich verfolge das beispielsweise in der Weinszene. Aber ich will und muss wieder einmal ein Plädoyer für Blogs halten. Für mich sind Blogs bei weitem nicht so flüchtig wie die Timeline auf Twitter, wo meine und alle anderen Nachrichten an mir vorbei rauschen und in den Tiefen des Twitter- und Netzraums verschwinden. Unendliche Weiten … Ein Blog ist für mich viel mehr beständig, vielleicht ein Tagebuch und in manchen Phasen macht es mir Spaß, zu schauen, was ich vor 10 Jahren geschrieben habe. Ja, und natürlich sträuben sich mir auch manchmal die Haare. Nichtsdestotrotz. Der oder das Blog bleibt meine Heimat auch im sozialen Netz.

Zum Schluss noch dies und das …

Soziale Medien spielen sicher im jetzigen US-Wahlkampf eine Rolle und da ist der Bericht auf Spiegel.de erwähnenswert. Es wird versucht, zu hacken und zu manipulieren.

Noch ein Lesetipp: Netzpolitk.org berichtet darüber, wie bei Google und Facebook interne Debatten abgewürgt werden. Politische Diskussionen, beispielsweise rund um Black Live Matters oder um möglicherweise zu zögerlichen Vorgehens gegen rechtsextreme Desinformation auf der Plattform, sind nicht erwünscht, so von wegen offenen internen Debattenkultur und flacher Hierarchien, die beide Unternehmen immer wieder für sich in Anspruch genommen haben. „Arbeits-Feed soll politikfrei werden“, so eine Zwischenüberschrift und das ganze ist auch ein schwieriges Thema

Und zum Schluss: Das Tohuwabohu rund um TikTok, Donald, Walmart und Oracle möchte ich gar nicht kommentieren. Warten wir ab, wohin die Reise geht.

Wie kommt es zu Kommunikationskrisen?

Noch schnell nachgetragen diese Infografik von Faktenkontor zu den meist verbreiteten Ursachen von PR Krisen auf die ich über einen Beitrag der geschätzten Claudia Tödtmann aufmerksam wurde. Fehlverhalten auf Social Media löst mit einem Anteil von 24 Prozent Kommunikationskrisen aus. Wirklich?

(Stefan Pfeiffer)

Alte Liebe rostet nicht: Feedly RSS Reader aufgepimpt mit KI und Integration in Twitter

4. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Ich bin immer noch wahrscheinlich eher „old fashioned“ und bekennender Freund von RSS Feeds und einem RSS Reader, um die Feeds zu „konsumieren“. Deshalb war es auch damals für mich ein Schock, als Google seinen RSS Reader einstellte. Ich bin dem Prinzip RSS treu geblieben und habe mich dann für Feedly entschieden und das Projekt auch damals mit einer „lebenslangen Lizenz“ für (ich glaube) $ 99 unterstützt. Seitdem läuft Feedly bei mir mit einigen nützlichen Integrationen wie in Buffer, OneNote (wobei ich für OneNote eine Alternative suche) oder Pocket. Ich habe meine Feeds thematisch geordnet und auch einige Boards eingerichtet.

So weit so gut. Nun habe ich es dann doch nach langem Zögern getan und Feedly Pro+ wieder „lebenslang“ gekauft. Was ist neu daran beziehungsweise welche weiteren Funktionen werden angeboten?

  • Ich kann nun direkt Twitter anzapfen, Listen, Keyword-Suchen und mehr in meine Feeds verlinken. Mal schauen, was das bringt.
  • Leo ist die künstliche Intelligenz von Feedly, den ich – wie bei allen KIs – nun mal anlernen muss, was mich wirklich interessiert und was ich priorisiere. Ich bin gespannt.
  • Auch Google Alerts werden unterstützt, ein Werkzeug, das ich eine Zeit lang separat verwendet habe. Ich bin dann auf Talkwalker gewechselt, aber dort auch nicht 100 Prozent glücklich. Mein Alerts sind scheinbar zu generisch und ich bekomme sehr viel Informationen geliefert, die mich nicht interessieren.
  • Witzig ist die Möglichkeit, sich E-Mail-Newsletter in Feedly ausliefern zu lassen. Dafür wird eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet, an die man sich den Newsletter schicken lässt.

Ich werde Feedly Pro+ einfach ausprobieren. Bericht folgt nach einer ausreichenden Testphase. Feedly gibt es übrigens auch für Teams, so dass man Boards gemeinsam teilen kann. Dafür fehlt mir leider das Budget, obw

Social Media-Splitter: Von Schattenprofilen, Audio-Tweets bis zum Vertrauen in ARD, ZDF und andere Qualitätsmedien

21. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Es sind mir wieder einige Berichte und Kommentare aus der bunhten Welt der Medien und von Social Media über den Weg gelaufen. Also ist es mal wieder Zeit für die Social Media Splitter. Auf OMR bin ich auf den Artikel und das Gespräch von Torben Lux mit dem bekannten Marketing-Professor Scott Galloway. gestoßen und da gibt es einige interessante Thesen. Beispielsweise munkelt Galloway über einen Kauf der Suchmaschine DuckDuckGo durch Apple. Oder aber er mutmaßt über ein mögliches Abo-Modell, das Twitter einführen könnte.

Verifizierte Accounts bis zu 2.000 Followern könnten weiterhin gratis bleiben, größere Account sollten dem Marketing-Professor zufolge je nach Follower-Anzahl zahlen. Eine steile These – würdet Ihr für das Nutzen von Twitter zahlen?

The Tech Wars: So malt sich Marketing-Prof Galloway eine stark veränderte Digital-Welt aus | OMR – Online Marketing Rockstars

Auf den Punkt gebracht: Schattenprofile bei Facebook

Auf jeden Fall lesenswert. Ebenso lesenswert, aus meiner Sicht sogar ein Muss der Beitrag von Richard Gutjahr, der in brillanter und prägnanter Form erklärt, warum Facebook auch Profile von Personen hat, die Facebook gar nicht nutzen:

Viele Webseiten, die wir besuchen oder Apps, die wir nutzen, senden heimlich Nutzer-Daten an Facebook. …

Selbst wenn wir keine eigene Facebook-Seite haben, führt das Unternehmen sogenannte Schattenprofile über uns. …

Spätestens wenn wir dann auch noch WhatsApp nutzen (WhatsApp gehört zum Facebook-Konzern) kennt Facebook unseren Namen und natürlich auch unsere Telefonnummer.

Wer hat Dich verraten? Deine Daten. | G! gutjahrs blog

Unbedingt den ganzen Beitrag lesen. Der ist knapp und knackig!

Deutsche trauen in der Mehrheit ZDF, ARD, Zeit, Süddeutsche …

Vielen Autoren greifen den Digital News Report 2020 des Reuters Institutes auf, so auch der geschätzte und abonnierte Social Media Watchblog in seinem Briefing #648. Dort gibt es ein gute Zusammenfassung der Ergebnisse und auch den Link zu dem interaktiven Tool, mit dem man sich Ergebnisse graphisch anzeigen lassen kann.

Hier beispielsweise die Ergebnisse für Deutschland. Orange für „Overall Trust in News“, für generelles Vertrauen in Nachrichten. Rot steht für Vertrauen in die Nachrichten, die man selbst konsumiert. Grün schließlich repräsentiert Vertrauen in soziale Medien als Quelle von Nachrichten. Und Petrol für das Vertrauen in Suchmaschinen als Quelle für Nachrichten. Einfach mal mit dem Tool herum spielen. Macht Spaß.

Auch wenn viele Befragungen vor der Corona-Krise durchgeführt wurden und man dann einige Befragungen nach schieben musste wird deutlich, dass das Bedürfnis nach Informationen natürlich gestiegen ist. Im internationalen Vergleich nutzen wir Deutschen dabei mehr klassische Medien, denn soziale Medien, wobei sich hier schon ein Wandel je nach Generation beobachten lässt.

Vertrauen haben die Deutschen vor allem in die Marken ARD Tagesschau, ZDF heute, die Lokalzeitungen, in ZEIT, Süddeutsche, FAZ und Spiegel wie auch in n-tv und N24. 20 Prozent vertrauen Bild. Ich habe bewusst das „nur“ nicht an den Anfang des Satze gesetzt. Na ja, immerhin trauen 58 Prozent laut Studie nicht den Bild-enden Aussagen. Ich finde dieses Ergebnis sehr gut, gerade auch wenn ich die Beschimpfungen von Journalisten, insbesondere auch den Öffentlich-Rechtlichen, aus gewissen politischen Lagern im Blick habe.

Der Report enthält noch viele weitere interessante Fakten, vom Willen für Onlineinhalte zu zahlen über den wieder gekehrten Erfolg von Newslettern bis hin zum immer wichtiger werdenden Medium Podcasts.

Hier gibt es eine englischsprachige Zusammenfassung der Schlüsselergebnisse. Dei deutschen Ergebnisse sind hier graphisch aufbereitet. Und natürlich kann man sich auch den gesamten Report hier herunterladen.

Und nun kommen Audio-Tweets …

Seitdem die Ankündigung durch die Medien ging, dass Twitter nun Audionachrichten unterstützt, schaue ich mir regelmäßig meine App auf dem iPhone an, denn dort soll die Funktion zuerst verfügbar sein. Noch nichts gefunden, denn sonst hätte ich natürlich mal getestet und beispielsweise die beiden Livesendungen am kommenden Dienstag, den 23. Juni, auf der Tonspur angekündigt (#9vor9 mit den Digitalthemen der Woche um 8:51 über mein Twitter-Konto zu verfolgen und das IBM Livestudio Magazin um 11 Uhr mit Schwerpunkt Automotive und unter anderem den Gästen Ferdinand Dudenhöffer und Sascha Pallenberg über das Twitter-Konto der IBM Deutschland respektive die entsprechende Facebook-Seite oder LinkedIn Events). So weit der kurze Werbeblock und zurück zu Twitter. Das Audio kann bis zu 140 Sekunden dauern. Längere „Tonspuren“ werden in separate Tweets aufgeteilt. Ich bin einmal gespannt, ob und wie diese Funktion angenommen wird. Auch zu dieser Thematik kommentiert der schon erwähnte Social Media Watchblog.

Und eine lockere Doro Bär

Und dieser Tweet muss dann auch einfach sein, weil ich ihn einfach gut und locker finde:

(Stefan Pfeiffer)

#9vor9 zu Cookie-Urteil, Journalismus ohne Journalisten, Moderation auf sozialen Kanälen dem neuen Projekt Homeoffice-Kurator

2. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

#9vor9 mit den Digitalthemen der Woche am heutigen 2. Juni: Unsere Themen waren das aktuelle Urteil zu Cookies, MSN, wo jetzt die Inhalte von einer KI ohne Journalisten ausgespielt werden sollen, die leidige Frage, wie Inhalte – insbesondere Falsch- oder Hassnachrichten – in den sozialen Medien vom wem „kontrolliert“ und moderiert werden sollten und natürlich auch unser neues Projekt, der Homeoffice-Kurator.

Social Media-Splitter: Von digitaler Müllabfuhr, Kundenfreundlichkeit bei Facebook und Xing und der Wanze Giphy

29. Mai 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Lose kuratierte Nachrichten und Meinungen aus der Welt der sozialen Medien. Gerade kann man natürlich dem Streit zwischen Trump und Twitter nicht entkommen. Jenseits der unsäglichen Trump’schen Ausuferungen – die gibt es ja nicht erst seit gestern-, der Anbiederung von Zuckerberg über Trumps Haussender Fox News ist aus meiner Sicht ein Aspekt bemerkenswert: Wir in Deutschland fordern eine stärkere Kontrolle radikaler und extremistischer Inhalte auf den populärsten sozialen Kanälen ein. Trump fordert dagegen, dass keine Inhalte „zensiert“ werden, vor allem nicht seine oder andere konservative Inhalte.

Ja, ja, die Sache mit der Wahrheit und den Fakten Wie er es wohl mit linken Inhalten hält?

Der Kampf gegen Desinformation, Zensur und Hass hat viele Facetten und ist schwierig:

Allein bei Facebook und Instagram prüfen mehr als 15.000 Menschen an mehr als 20 Standorten Beiträge, auch bei Google und YouTube sind es Zehntausende. Insgesamt gibt es mehr als 100.000 Content-Moderatorïnnen, die im Auftrag großer und kleiner Plattformen die digitale Müllabfuhr übernehmen.

Zoom- und Livestream-Boom, Covid-19 und Content-Moderation, Digitalisierung der Politik – Social Media Watchblog


Und das Bild der digitalen Müllabfuhr gefällt mir.

Nun kann ich auch direkt in Twitter Nachrichten terminieren

Twitter bietet wohl jetzt eine Funktion, Tweets auf Termin zu legen. Morgen um 10:01 Uhr sende ich folgende Nachricht …

Twitter says you can now schedule tweets right from the main web app. When composing a tweet, you should see a little calendar icon on the bottom row of icons at the bottom of the compose window. Click that and you can specify when you want your tweet to be sent.

Twitter now lets you schedule tweets from its web app – The Verge

Das ist Funktionalität, die ich schon sehr lange nutze. Zuerst war meine Scheduling-Werkzeug Hootsuite, jetzt ist es Buffer (weil Hootsuite eine Funktion zum terminierten Retweeten nicht unterstützt). Tweetdeck, das der geschätzte Thomas Cloer in seinem Zwitscherer erwähnt (durch den ich auf die Nachricht aufmerksam geworden bin), nutze ich um eine Übersicht des Twitter-Geschehens zu bekommen. In Spaltenform werden mir dort meine wichtigsten Listen oder Suchbegriffe angezeigt. Ungerne würde ich auf diese Sicht, die es auch in Hootsuite gibt, verzichten. Und wie managt Ihre Eure Zwitscherei?

Facebook: Kunde ist Schnuppe – gibt eh keine Alternative

Michael Kroker echauffiert sich über Facebook, das ihm nicht mehr die Funktion „Personen, die du kennen könntest“ anbietet und wo auch die Hotline nicht sagen, ob und wann er die Funktion wieder bekommt.

Facebook ignoriert seine einzelnen Nutzer also völlig. Kundenwünsche, die eigentlich bei jedem Unternehmen im Mittelpunkt stehen sollten, sind der Zuckerberg-Company ganz offensichtlich völlig Schnuppe – weil es keine Alternative gibt. Facebook zeigt damit letztlich seine hässliche Fratze als Quasi-Monopolist im Bereich Social Media!

Krokers RAM: Wie Facebook seine hässliche Fratze als Quasi-Monopolist zeigt! | Kroker’s Look @ IT

Ist so, aber da ist das Leiden des jungen Kroker nur ein kleiner Aspekt. Bedenklicher sind die schon etwas zurückliegenden Nachrichten zur Übernahme von Giphy und zu den neuen Facebook Shops. Mit Facebook Shops steigt der Zuckerberg-Konzern noch stärker in Online-Werbung und -Handel ein – und versucht, Amazon mehr Konkurrenz zu machen. Und wieder könnte Facebook aufgrund der vielen Nutzer einen Vorteil haben und sich gar den lokalen Handel „abgreifen“.

Giphy: Ich mag die lustigen Animationen, was aber nun?

Ich mag sie, denn sie kommen meinem Hang entgegen, auch in hohem Alter nochmals albern zu sein. Lustige Animationen von Garfield, Kermit, von Waldorf und Statler oder den Protagonisten der Big Bang Theory. Andere finden sie nicht lustig und diejenigen, die sie anwenden eher na ja. Aber ich nutze sie gerne gerade auch in diesen Zeiten in der Social Coffee Hug-Tweets und um generell herum zu albern. Was heißt es aber nun, dass Zuckerberg Giphy für 400 Millionen US-Dollar kauft?

Die Kollegen vom Social Media Watchblog haben die Motive in ihrem Briefing #639 (hinter Paywall) schön auseinander genommen. Es geht im Endeffekt mal wieder um … Daten. „Facebook kauft viel mehr als lustige Gifs, es kauft Informationen über das Klickverhalten von Nutzern von Snapchat, TikTok, Twitter, Tinder, Signal, Telegram, Viber, Slack, Skype, Microsoft Teams, Mailchimp und anderen:

Anders ausgedrückt: Facebook besitzt jetzte eine Wanze in den Kernprodukten seiner schärfsten Konkurrenten.

Warum Facebook Giphy kauft, Launch von Facebook Shops und Instagram Guides

Eigentlich entschieden: LinkedIn oder Xing

Und zum Anschluss möchte ich noch auf den Beitrag von Henning Uhle zu Xing verus LinkedIn verweisen. Ich bin bekanntermaßen kein Freund des LinkedIn-Mutterkonzerns, aber die vermeintliche deutsche Alternative verbaselt es (auch losgelöst von meinem Abo-Ärger mit Xing):

Meine Ergänzung dazu als Marketer:

(Stefan Pfeiffer)

#9vor9: Clearview, Gesichtserkennung und Datenschutz, trotz Hasskommentaren eine Spendenaufruf für Australien (und mehr)

21. Januar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Heute wieder #9vor9 mit den Digitalthemen der Woche und Gunnar Sohn sowie Lars Basche. Die DLD Konferenz vom Wochenende sind wir übergangen und das World Economic Forum kommt erst noch. Also haben wir uns auf andere, aus unserer Sicht wichtige Themen fokussiert.

Kashmer Hill hat auf New York Times unter dem Titel The Secretive Company That Might End Privacy as We Know It einen erschreckenden Bericht über die Firma Clearview und deren System zur Gesichtserkennung veröffentlicht. Ein Muss-Lektüre in allen Facetten bis dahin, wer diese Lösung schon nutzt. Das Thema ist auch angesichts der aktuellen Diskussion um Gesichtserkennung in Deutschland und Europa sehr aktuell und brisant.

Erschreckend, was Gunnar angesichts seiner YouTube-Übertragung mit Spendenaufruf für eine Betroffene in Australien erfahren musste: Aus unerklärlichen Gründen sind die wohl rechten Trolle mit Hasskommentaren auf diese Livesendung aufgesprungen. Es ist immer wieder schockierend. Doch damit sollte man es nicht gut sein lassen, sondern solche Hasskommentare oder extremistische Internetinhalte melden. In Hessen geht das jetzt einfach online über https://hessengegenhetze.de. Links entsprechender Seiten und Initiativen anderer Bundesländer werden ich dokumentieren, werden wir alle verteilen.

Doch um zur guten Sache zurück zu kommen: Hier findet Ihr das Video und weitere Informationen, um zu spenden: https://www.gofundme.com/f/yamuna-bus…

Sonstige Themen im Schnelldurchlauf: Dem Lars sein Thema war beispielsweise, dass man Tweets nicht später editieren kann. Also Vorsicht mit vorzeitigem Nachrichtenerguss (frei nach Sascha Lobo). Ich musste den Rückzieher vom Rückzieher von Facebook beziehungsweise WhatsApp erwähnen: Nun doch – erst einmal – keine Werbung auf WhatsApp.

Und dann noch eine Korrektur: Beinahe wäre Gunnar nach Stuttgart gefahren, um am Research Day 2020 des Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW teilzunehmen. Tag und Institut sind aber in Leipzig. Gunnar wird am Donnerstag live berichten, vielleicht auch wieder mit Rafael Laguna. Weitere Informationen zur Veranstaltung 2020 habe ich online leider nicht gefunden. Aber vielleicht liefert Gunnar die nach.

Bild von Ria Sopala auf Pixabay

#Twitter-#Ticker zu angedachten neuen #Reply-Funktionen: Senf kontrollieren und Hass eindämmen oder mehr Desinformation und schlechterer Diskurs

9. Januar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Twitter hat auf der CES 2020 angekündigt, neue Funktionen in der Kommunikation zu testen. Direkt beim Erstellen von Tweets soll man angeben können, ob ein Tweet

  • global ist – jeder kann antworten und kommentieren,
  • für eine Gruppe – Leuten, denen man folgt oder die man erwähnt, können kommentieren,
  • für ein Panel – nur diejenigen, die im Tweet erwähnt wurden, können kommentieren,
  • oder ein Statement ist, das man nicht kommentieren kann.

Diese Funktionalität wird, so Suzanne Xie, Twitters Director für Product Management laut The Verge, derzeit geprüft und im ersten Quartal in einem Experiment getestet. Basierend auf diesem Experiment und den „Learnings“ könnte die Funktionalität später im Jahr global eingeführt werden.

Und ich gebe zu, dass ich mir nicht sicher bin, ob dieser Weg richtig ist, um Konversationen besser zu steuern und trotzdem eine lebendige Diskussion zu erhalten, oder ob dadurch Grundmechanismen des sozialen Netzes ausgehebelt werden und gar diejenigen davon profitieren, die schon jetzt manipulieren Propaganda betreiben.

Ich sammele hier einige Kommentare und Einschätzungen – auch Euer Input ist willkommen – und schreibe diese in einem Ticker die kommenden Tage fort:

9.1.2020 – Schöner Titel der taz – Und ja erst Tests werden zeigen, ob man damit A..löcher aus seiner Timeline verbannen kann und welche Nebeneffekte es hat

9.1.2020 – Vivien Stellmach begrüßt in Ihrem Kommentar auf Basic Thinking die neue Funktionalität:

Manchmal geben Twitter-Nutzer ihren Senf dazu, obwohl sie nicht dazu aufgefordert wurden oder wir sie nicht einmal kennen. …

Deshalb sind die neuen Einstellungsmöglichkeiten sehr gut gewählt. Für Nutzer, die die offene Kommunikation mit anderen Menschen schätzen, ändert sich nämlich nichts. Nutzer hingegen, die auf Twitter lieber auch mal mit einem engeren Personenkreis kommunizieren wollen, können das nun endlich ebenfalls tun.

Twitter-Replies: Wir dürfen einschränken, wer auf unsere Tweets antwortet

9.1.2020 – Neue Funktion Mittel gegen Hass?

9.1.2020 – @DerPeder befürchtet, dass genau das Gegenteil erreicht wird: mehr populistische Meinungsbildung

9.1.2020 – Ole Wintermann findet die Neuerungen spannend … und hebt nicht nur auf Steuerung von Konversationen ab … welch eine Formulierung

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

#9vor9: Gerade angesichts von Hassreden und Shitstorms mehr Sachlichkeit, Nüchternheit, Kompetenz und nicht zuletzt Respekt

7. Januar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Atemlos mit #9vor9 in die erste Sendung des neuen Jahres. Gunnis ECamm hat es heute nicht getan und ich musste deshalb schnell übernehmen und senden. Sorry für die anfänglichen technischen Problemchen. Heute im Zentrum von #9vor9 die Art und Weise wie derzeit vor allem auf Twitter diskutiert, leider oft auch diffamiert und beleidigt wird.

Hier wie versprochen noch eine Links zu Artikeln, die wir in #9vor9 erwähnt haben. Gunnar hat in einem Beitrag für mehr Nüchternheit und sachliche Auseinandersetzung im Sinne der Bonner Bundesrepublik geworben – und so eine Aufforderung von einem Berliner. Und das gilt sicherlich für gar manche Diskussion, die heute insbesondere auf Twitter geführt und manchmal – frei nach Labbadia – auch von gewissen Interessengruppen „hochsterilisiert“ wird.

Erhöhte Obacht als, wenn die Sch… hochkocht und derzeit in sehr vielen Fällen tiefbraune Süppchen gekocht werden. Nicole Diekmann, die vor einem Jahr Opfer eines Shitstorms wurde, schreibt:

Was sich im ersten Moment wie ein furchtbarer Tsunami angefühlt hatte, dem ich völlig alleingelassen und wehrlos ausgeliefert war, war ausgelöst worden durch einen harten Kern von rechten Accounts. Sie rotten sich immer mal wieder zusammen und versuchen, Themen zu besetzen.

Versagen im sozialen Netz: „Die Empörungsmaschinerie sprang trotzdem an“

Es bedeutet, wie es Lars gesagt hat, genau hinschauen. Im Umgang helfen hier auch die Tipps von Rezo, der zu mehr Gelassenheit rät, denn mancher Sturm ist nur ein Stürmchen:

Nur zwei Prozent der Deutschen nutzen täglich Twitter. … Medienforscher warnen deshalb bezüglich Twitter-Deutschland vor „verzerrten Relevanzrahmen und Stimmungsbildern, welche mit denen der Gesamtbevölkerung nur wenig zu tun haben“. … Wenn nur 0,001 Prozent der deutschen Bevölkerung (immerhin 830 Leute) sich halbwegs aktiv vernetzen und jeweils mehrere Tweets schreiben, können sie im Alleingang easy die deutschen Twitter-Trends (also die am häufigsten genutzten Hashtags) dominieren.

WDR: Die Umweltsau im Twitter-Dorf | ZEIT ONLINE

Das heißt sicher nicht, dass man Themen und Threads auf Twitter nicht ernst nehmen soll. Das heißt auch nicht, dass man nicht hart diskutieren kann und soll. Doch hier benutze ich immer gerne Aretha Franklin und ihren Klassiker Respect. Sich sachlich auseinandersetzen, aber immer Respekt vor anderen Personen und Meinungen haben. Toleranz und Respekt enden dann, wenn unsere Grundwerte und Grundordnung verlassen wird, andere bedroht werden.

Es heißt aus meiner Sicht auch, Solidarität gegenüber denjenigen zu zeigen, die Opfer eines Shitstorms sind oder geworden sind. Margarete Stokowski hat dazu einen bemerkenswerten Artikel geschrieben. Man kann in der Sache anderer Meinung sein, aber Beschimpfungen und gar Morddrohungen gehen gar nicht. Hier muss man losgelöst von sachlichen Differenzen zusammen stehen.

Wie hat es der Sprachwissenschaftler Joachim Scharloth nach seiner Analyse von Texten und Kommentar von 29 rechten Internetportalen formuliert: Beschimpfungen sind die Sprache der neuen Rechten.

Ich glaube, dass es tatsächlich eine kulturelle Frage ist, ob wir im Netz Diskurse auf diesem Niveau führen wollen.

Sprachforschung – Die Schmähgemeinschaft der neuen Rechten

Er schlägt vor, Provokationen und Provokateur:innen in sozialen Netzwerken nach Möglichkeit zu ignorieren, sie zu blockieren und ihnen die Bühne nehmen. Da ist er auch wieder bei Rezo und vielen anderen, die sich mit den Mechanismen sozialer Medien auseinandersetzen. Ich zitiere nochmals Nicole Diekmann:

Wir alle müssen wissen, wie zumindest die wichtigsten Plattformen funktionieren. Wissen. Wir müssen nicht mitmischen. Wir müssen sie nicht mal mögen. Love your friend, know your enemy.

Versagen im sozialen Netz: „Die Empörungsmaschinerie sprang trotzdem an“

In unzureichendem Maße haben das ganz offensichtlich viele Entscheider:innen gerade auch in in Medien- und Rundfunkhäusern, aber auch in der Politik getan. Gerade dort brauchen wir mehr Kompetenz. Shitstorms wird es weiter geben.

Das Interesse gewisser Kreise an ihnen ist zu groß, die Stimmung zu aufgeheizt, die Maschinerie zu gut geölt, die Politik zu machtlos …, und die Plattformen den Algorithmen zu hörig, die Geld einbringen und Wut als Motor brauchen.

Versagen im sozialen Netz: „Die Empörungsmaschinerie sprang trotzdem an“

Aber gerade deshalb sind Nüchternheit, Sachlichkeit, Solidarität und Rückgrat mehr denn je gefragt.

Zum Thema Klimawandel und Umwelt war Gunnar optimistisch, dass es in unserem Jahrzehnt voran geht und nach und nach Lösungen geschaffen werden. Da ist er einer Meinung mit dem Zukunftsforscher Matthias Horx, dessen Interview ich hier wie @ITBeobachter versprochen verlinke und zitiere:

Die 20er-Jahre werden auch das Jahrzehnt der Ökologie. Die Wirtschaft wird sich weg von den fossilen Energien bewegen und es wird zu neuen Kooperationen im globalen Raum kommen. Die Klimaerwärmung, diese allumfassende Bedrohung, erzeugt einen grossen Druck auf die Gesellschaft, die sich zunächst mal in Hysterie und Streit ausdrückt. Gleichzeitig erkennen wir Anzeichen, die in eine andere Richtung weisen. Allen voran: das Auftauchen von Greta Thunberg. In der Geschichte war das immer so, dass sich solche Symbole zeigten, wenn sich die Gesellschaft in ihrem tiefsten Innern verändert. Ich denke da etwa an Jeanne d’Arc im 15. Jahrhundert oder an John F. Kennedy zu Beginn der Industriemoderne.

Zukunftsforscher Matthias Horx: «Die 20er-Jahre werden die Dekade des digitalen Aufräumens» | St.Galler Tagblatt

Er thematisiert hier auch den Konflikt der Generationen, den wir in #9vor9 angesprochen haben. Den hat es übrigens immer gegeben, bei den 68ern, Friedensbewegung und vorher, wie ja auch Gunnar und Lars bemerkt haben. Das entbindet jedoch nicht davon, gerade auch die jüngere Generation und deren Formen der Kommunikation zu verstehen.

Weil ich selbst angesichts mancher Eskalation und Beschimpfung deprimiert und frustriert war, habe ich habe in unserem Videocast bemerkt, dass wir uns auch die Laune nicht durch radikale Spinner verderben lassen sollten. Wir müssen gegen halten, aber auch unser Leben und das Zusammensein mit Freunden genießen. Ich hoffe auch, dass Matthias Horx recht hat:

Die 20er-Jahre werden das Jahrzehnt des digitalen Aufräumens werden und von vernünftigeren und menschlicheren Anwendungen geprägt sein. Wir nennen das den «Humanistischen Digitalismus».

Zukunftsforscher Matthias Horx: «Die 20er-Jahre werden die Dekade des digitalen Aufräumens» | St.Galler Tagblatt

Der Begriff des „Humanistischen Digitalismus“ gefällt mir sehr gut und deshalb ende ich diesen Beitrag dann auch sachlich-nüchtern-optimistisch.

(Stefan Pfeiffer)

Lesezeichen: Facebook, Twitter Instagram & Co reagieren noch nicht angemessen gegen Trolle und Bots

9. Dezember 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Die nächsten Wahlen kommen bestimmt, doch auch in der Zwischenzeit wird Meinung gemacht. Und wie das Strategic Communication Centre of Excellence (Stratcom) der Nato laut heise online herausgefunden hat, ist Manipulation weiter möglich, obwohl Facebook, Google und Twitter immer wieder betonen, dass sie massiv gegen Falschmeldungen sowie gegen Bots und Trolle vorgehen.

Stratcom hat für nur „300 Euro bei kommerziellen „Manipulation Service Providers“ (MSPs) 3530 Kommentare, 25.750 Likes, 20.000 Seitenabrufe und 5100 Follower auf Facebook, Instagram, Twitter und YouTube“ erwerben können. Twitter hat bei dem Test noch am besten abgeschnitten, da man 35 Prozent der Troll-Konten blockiert habe. Danach kam YouTube, dass Manipulationen immerhin richtig stellte. Facebook und Instagram landeten auf den beiden letzten Plätzen. Instagram hat laut Bericht kaum gekaufte der Likes oder Views korrigiert.

Die Selbstregulierung funktioniert offensichtlich trotz der Beteuerungen und freiwilligen Verpflichtung der Konzerne zur Hygiene vom September 2018 nicht. Der Manipulation wie bei den US-Wahlen 2017 steht weiterhin Tür und Tor offen. Stratcom sieht den Gesetzgeber gefordert. Laut heise online steht eh eine Überprüfung durch die EU-Kommission Anfang des kommenden Jahres an. Klar ist, dass hier ein dringender Handlungsbedarf herrscht, um Beeinflussungen und Manipulationsversuchen in den kommenden Monaten und insbesondere bei den anstehenden Wahlen möglichst effektiv zu begegnen.

 

Wir liberalen Demokraten dürfen den Radikalen nicht den wichtigsten Debattenort unserer Zeit überlassen: das Social Web (frei nach Thomas Knüwer)

8. Januar 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Als es bei mir im Dezember innerlich brodelte und ich scheinbar vor Robert Habeck darüber nachdachte, ob ich denn WhatsApp, Instagram und Facebook weiter nutzen sollte, hatte es andere Gründe: Die Datenschutzpraktiken von Facebook erscheinen mir unakzeptabel. Trotz Anhörungen vor diversen Institutionen wurde an den Praktiken offensichtlich nicht wirklich viel geändert. Nach den Enthüllungen der New York Times habe ich dann den Stecker gezogen.

Also ehrlich gesagt, einen Stecker könnte ich wieder einstecken, denn mein Facebook-Konto ist deaktiviert und nicht final gelöscht. Der oft unterbrochene Kontakt mit Freunden und Bekannten weltweit, die vermutete Bedeutung von Facebook als Multiplikator in sozialen Medien und die wenn auch kleine Hoffnung, dass sich was ändern könnte, sind der Grund dafür. Kartellamtschef Andreas Mundt scheint ja auch entschlossen und überzeugt zu sein, Datenschutzforderungen gegen Facebook durchsetzen zu können.

Jetzt bewegt der „Hackerangriff“ auf Politiker und Prominente die Medien. Wie bemerkt der Spiegel korrekt: „Der treffendere Begriff, für das was geschehen ist, lautet „Doxing“. Doxing steht für das Öffentlichmachen von Daten über Personen – meist mit dem Ziel, ihnen zu schaden oder sie angreifbar zu machen.“ Und heute morgen wurde dann auch ein Tatverdächtiger verhaftet. Warten wir ab, was dabei herauskommt, ob es wirklich nur ein Einzeltäter war und viele der Säue, die durch das Dorf getrieben wurden, ebensolche waren.

Bedenklich ist das Geschehen auf jeden Fall und der einzig positive Seiteneffekt könnte sein, dass sich viele Politker/innen, Prominente und Bürger/innen mit dem Thema Datenschutz beschäftigen und über Passwörter, 2-Faktor-Authentifizierung, regelmässige Updates und gesundes Misstrauen beim Öffnen verdächtiger E-Mails nachdenken. Hier nochmals zwei Links zum Thema:

Das Geschehen hat übrigens auch bei mir gewirkt. Auch ich war hier und das zu lax. un habe ich meine Passwörter fast überall geändert und wo möglich besagte 2-Faktor-Authentifizierung eingerichtet.

Anyway. Twitter stand bei mir übrigens nie zur Disposition. Meine Erfahrungen sind im Gegensatz zu denen von Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck positiv.

Twitter ist, wie kein anderes digitales Medium so aggressiv und in keinem anderen Medium gibt es so viel Hass, Böswilligkeit und Hetze. Offenbar triggert Twitter in mir etwas an: aggressiver, lauter, polemischer und zugespitzter zu sein — und das alles in einer Schnelligkeit, die es schwer macht, dem Nachdenken Raum zu lassen. Offenbar bin ich nicht immun dagegen.

Und ich gebe zu, dass ich froh war, meine Erfahrungen und Beobachtungen immerhin einiger Jahre – ich bin seit Oktober 2008 auf Twitter – von Klaus Eck und auch Thomas Knüwer bestätigt zu bekommen.

Über 90 Prozent der Kommunikation im Social Web sind neutral bis positiv, es gibt so viel häufiger Flauschstürme als Shitstorms. Twitter ist kein Hort der Aggression, sondern ein Ort des Lachens, Liebens, der Kreativität und der Bürgerrechte.

über Robert Habecks Twitter-Rückzug: ein Abbild des Fehlers deutscher Eliten – Indiskretion Ehrensache – Thomas Knüwer

Auch ich habe Twtter nicht als agressives Umfeld erlebt, aber bin – wie ich bei Klaus kommentiert habe – sicherlich nicht in der exponierten Situation eines Robert Habeck, einer Dunya Hayali und anderer Prominenter, die Hasskommentare ertragen müssen. Nun schreiben beide, Klaus und Thomas, die ja auch Unternehmen im Bereich Social Media beraten, der Ausstieg von Robert Habeck sei falsch. Als Politiker in dieser Position habe man ein Team, das einem schütze und die sozialen Konten betreue. Es sein ein Trugschluss, dass man das noch nebenbei machen könnte.

[Bleibt für uns Emma und Otto Normalsurfer/in die Herausforderung, in Fällen von Hasskommentaren ruhig und besonnen zu reagieren. Ich glaube, dass dies die einzig richtige Reaktion ist und kenne von mir selbst, dass mein Blut zu leicht in Wallung gerät. Also „calm down“, nicht gleich antworten (gilt generell, nicht für Twitter, sondern auch „old-fashioned“ E-Mail) und zur Not Trolle und Deppen blocken. Da haben wir ja das Recht dazu, wie es Sascha Lobo so schön schreibt.]

Kann sich ein Politiker wie Habeck den Ausstieg eigentlich leisten? Er selbst hat geschrieben:

Kann sein, dass das ein politischer Fehler ist, weil ich mich der Reichweite und der direkten Kommunikation mit doch ziemlich vielen Menschen beraube. Aber ich weiß, dass es ein größerer Fehler wäre, diesen Schritt nicht zu gehen.

Zumindest finde ich es mutig, seine Zweifel und “Fehler” öffentlich zu machen. Trotzdem scheint mir der Schritt etwas zu spontan und ich glaube auch, dass wir „Sympathieträger“ wie Habeck, generell die gewählten oder gerne gewählt werden wollenden Politiker in den sozialen Medien brauchen. Gerade weil wir derzeit nicht wissen, wie es mit den sozialen Medien als Bestandteil der politischen Diskussion weiter geht.

Thomas stellt den Austritt von Habeck in seinem Beitrag in einen größeren, meiner Ansicht nach noch wichtigeren Zusammenhang: Das deutsche Bildungsbürgertum drücke sich seit 20 Jahren vor dem Social Web, da es dort anstrengend sei und man seine eigene Filterblase verlassen müsse:

Mit dieser Einstellung haben die liberalen Demokraten in Deutschland der AFD den wichtigsten Debattenort unserer Zeit überlassen: das Social Web

über Robert Habecks Twitter-Rückzug: ein Abbild des Fehlers deutscher Eliten – Indiskretion Ehrensache – Thomas Knüwer

Da ist sicher was dran.

Und jetzt mache ich die Rolle rückwärts zu meiner Stilllegung von Facebook. Wir haben hier zwei Motive, Facebook als einen der führenden Kanäle (und Datenkraken) zu verlassen. Robert Habeck ist wohl eher wegen der Umgangsformen, auch seiner eigenen, in sozialen Medien gegangen. Ich habe Facebook verlassen, weil ich mit den Datenschutzpraktiken nicht einverstanden bin und für mich und mein Umfeld ein entsprechendes Zeichen setzen will. Dabei respektiere ich natürlich die Haltung anderer – wie eines Gunnar Sohns -, der nach dem Stinkbombenprinzip Facebook ausräuchern will.

Ich hoffe immer noch als alter Idealist und Befürworter eines freien Netzes an eine konstruktive Rolle im aktuellen Strukturwandel der Öffentlichkeit.  Zumindest versuche ich meinen Teil beizutragen, auch wenn es derzeit nicht auf Facebook ist.

(Stefan Pfeiffer)

 

 

Wir liberalen Demokraten dürfen den Radikalen nicht den wichtigsten Debattenort unserer Zeit überlassen: das Social Web (frei nach Thomas Knüwer)

8. Januar 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Als es bei mir im Dezember innerlich brodelte und ich scheinbar vor Robert Habeck darüber nachdachte, ob ich denn WhatsApp, Instagram und Facebook weiter nutzen sollte, hatte es andere Gründe: Die Datenschutzpraktiken von Facebook erscheinen mir unakzeptabel. Trotz Anhörungen vor diversen Institutionen wurde an den Praktiken offensichtlich nicht wirklich viel geändert. Nach den Enthüllungen der New York Times habe ich dann den Stecker gezogen.

Also ehrlich gesagt, einen Stecker könnte ich wieder einstecken, denn mein Facebook-Konto ist deaktiviert und nicht final gelöscht. Der oft unterbrochene Kontakt mit Freunden und Bekannten weltweit, die vermutete Bedeutung von Facebook als Multiplikator in sozialen Medien und die wenn auch kleine Hoffnung, dass sich was ändern könnte, sind der Grund dafür. Kartellamtschef Andreas Mundt scheint ja auch entschlossen und überzeugt zu sein, Datenschutzforderungen gegen Facebook durchsetzen zu können.

Jetzt bewegt der „Hackerangriff“ auf Politiker und Prominente die Medien. Wie bemerkt der Spiegel korrekt: „Der treffendere Begriff, für das was geschehen ist, lautet „Doxing“. Doxing steht für das Öffentlichmachen von Daten über Personen – meist mit dem Ziel, ihnen zu schaden oder sie angreifbar zu machen.“ Und heute morgen wurde dann auch ein Tatverdächtiger verhaftet. Warten wir ab, was dabei herauskommt, ob es wirklich nur ein Einzeltäter war und viele der Säue, die durch das Dorf getrieben wurden, ebensolche waren.

Bedenklich ist das Geschehen auf jeden Fall und der einzig positive Seiteneffekt könnte sein, dass sich viele Politker/innen, Prominente und Bürger/innen mit dem Thema Datenschutz beschäftigen und über Passwörter, 2-Faktor-Authentifizierung, regelmässige Updates und gesundes Misstrauen beim Öffnen verdächtiger E-Mails nachdenken. Hier nochmals zwei Links zum Thema:

Das Geschehen hat übrigens auch bei mir gewirkt. Auch ich war hier und das zu lax. un habe ich meine Passwörter fast überall geändert und wo möglich besagte 2-Faktor-Authentifizierung eingerichtet.

Anyway. Twitter stand bei mir übrigens nie zur Disposition. Meine Erfahrungen sind im Gegensatz zu denen von Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck positiv.

Twitter ist, wie kein anderes digitales Medium so aggressiv und in keinem anderen Medium gibt es so viel Hass, Böswilligkeit und Hetze. Offenbar triggert Twitter in mir etwas an: aggressiver, lauter, polemischer und zugespitzter zu sein — und das alles in einer Schnelligkeit, die es schwer macht, dem Nachdenken Raum zu lassen. Offenbar bin ich nicht immun dagegen.

Und ich gebe zu, dass ich froh war, meine Erfahrungen und Beobachtungen immerhin einiger Jahre – ich bin seit Oktober 2008 auf Twitter – von Klaus Eck und auch Thomas Knüwer bestätigt zu bekommen.

Über 90 Prozent der Kommunikation im Social Web sind neutral bis positiv, es gibt so viel häufiger Flauschstürme als Shitstorms. Twitter ist kein Hort der Aggression, sondern ein Ort des Lachens, Liebens, der Kreativität und der Bürgerrechte.

über Robert Habecks Twitter-Rückzug: ein Abbild des Fehlers deutscher Eliten – Indiskretion Ehrensache – Thomas Knüwer

Auch ich habe Twtter nicht als agressives Umfeld erlebt, aber bin – wie ich bei Klaus kommentiert habe – sicherlich nicht in der exponierten Situation eines Robert Habeck, einer Dunya Hayali und anderer Prominenter, die Hasskommentare ertragen müssen. Nun schreiben beide, Klaus und Thomas, die ja auch Unternehmen im Bereich Social Media beraten, der Ausstieg von Robert Habeck sei falsch. Als Politiker in dieser Position habe man ein Team, das einem schütze und die sozialen Konten betreue. Es sein ein Trugschluss, dass man das noch nebenbei machen könnte.

[Bleibt für uns Emma und Otto Normalsurfer/in die Herausforderung, in Fällen von Hasskommentaren ruhig und besonnen zu reagieren. Ich glaube, dass dies die einzig richtige Reaktion ist und kenne von mir selbst, dass mein Blut zu leicht in Wallung gerät. Also „calm down“, nicht gleich antworten (gilt generell, nicht für Twitter, sondern auch „old-fashioned“ E-Mail) und zur Not Trolle und Deppen blocken. Da haben wir ja das Recht dazu, wie es Sascha Lobo so schön schreibt.]

Kann sich ein Politiker wie Habeck den Ausstieg eigentlich leisten? Er selbst hat geschrieben:

Kann sein, dass das ein politischer Fehler ist, weil ich mich der Reichweite und der direkten Kommunikation mit doch ziemlich vielen Menschen beraube. Aber ich weiß, dass es ein größerer Fehler wäre, diesen Schritt nicht zu gehen.

Zumindest finde ich es mutig, seine Zweifel und “Fehler” öffentlich zu machen. Trotzdem scheint mir der Schritt etwas zu spontan und ich glaube auch, dass wir „Sympathieträger“ wie Habeck, generell die gewählten oder gerne gewählt werden wollenden Politiker in den sozialen Medien brauchen. Gerade weil wir derzeit nicht wissen, wie es mit den sozialen Medien als Bestandteil der politischen Diskussion weiter geht.

Thomas stellt den Austritt von Habeck in seinem Beitrag in einen größeren, meiner Ansicht nach noch wichtigeren Zusammenhang: Das deutsche Bildungsbürgertum drücke sich seit 20 Jahren vor dem Social Web, da es dort anstrengend sei und man seine eigene Filterblase verlassen müsse:

Mit dieser Einstellung haben die liberalen Demokraten in Deutschland der AFD den wichtigsten Debattenort unserer Zeit überlassen: das Social Web

über Robert Habecks Twitter-Rückzug: ein Abbild des Fehlers deutscher Eliten – Indiskretion Ehrensache – Thomas Knüwer

Da ist sicher was dran.

Und jetzt mache ich die Rolle rückwärts zu meiner Stilllegung von Facebook. Wir haben hier zwei Motive, Facebook als einen der führenden Kanäle (und Datenkraken) zu verlassen. Robert Habeck ist wohl eher wegen der Umgangsformen, auch seiner eigenen, in sozialen Medien gegangen. Ich habe Facebook verlassen, weil ich mit den Datenschutzpraktiken nicht einverstanden bin und für mich und mein Umfeld ein entsprechendes Zeichen setzen will. Dabei respektiere ich natürlich die Haltung anderer – wie eines Gunnar Sohns -, der nach dem Stinkbombenprinzip Facebook ausräuchern will.

Ich hoffe immer noch als alter Idealist und Befürworter eines freien Netzes an eine konstruktive Rolle im aktuellen Strukturwandel der Öffentlichkeit.  Zumindest versuche ich meinen Teil beizutragen, auch wenn es derzeit nicht auf Facebook ist.

(Stefan Pfeiffer)

 

 

Social Heisenberg oder Tweets allein für sich stehend und gleichzeitig Teil einer Diskussion | @SaschaLobo

30. Dezember 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Dieser Tage haben Winfried Felser und ich Ping-Pong auf Twitter gespielt, über Xing und LinkedIn, Eitelkeiten und Werbung diskutiert. Hat Spaß gemacht, aber am Ende habe ich Winfried dann die Frage gestellt, wie man unsere Diskussion denn nun vernünftig dokumentiert. Im Netz habe ich kein Tool gefunden, das die Konversation visuell darstellen könnte. Falls es so etwas gibt, bin ich für Tipps dankbar. Als Notlösung habe ich dann Screenshots gemacht und Tweets in WordPress eingebettet. Vernünftig visualisiert und dokumentiert ist die Diskussion trotzdem nicht.

Warum diese Vorrede? Sascha Lobo hat die Tage einen Bericht darüber geschrieben, warum Twitter für eine politische Diskussion ungeeignet sei. Er analysiert ein Kernproblem wie folgt:

Der Schlüssel zum Verständnis der Empörung und Gegenempörung aber liegt in einer sehr zentralen Eigenschaft der sozialen Medien, nämlich einer Entkontextualisierung, die man als Unschärferelation der Sozialen Medien bezeichnen kann, Social Heisenberg quasi. Das bedeutet: Jeder Tweet kann gleichzeitig als Teil einer Diskussion verstanden werden und als für sich allein stehend.

über Social Heisenberg – warum Twitter nicht für politische Diskussionen geeignet ist – saschalobo.com

Ein Tweet kann für sich alleine, aber eben auch als Bestandteil einer Konversation gesehen werden. Da kann ich nur zustimmend nicken. Wer einen Tweet absetzt, sollte sich immer darüber im Klaren sein, dass der eine Diskussion auslösen kann und dann auch Bestandteil jener Diskussion ist. Und dies müsste auch immer einfach darstellbar sein. Ist es aber derzeit nicht. [Hier gefällt mir die News Feed von Facebook zum Beispiel wesentlich besser.]

Doch zurück zur eigentlichen Aussage von Sascha, dass „Twitter für politische Diskussionen in vielen Fällen etwa so geeignet ist wie das Display einer Mikrowelle für 4K-Kinofilme“. Ja, Tweets können aus dem Zusammenhang gerissen werden und unterschiedlich interpretiert werden. Geschieht das aber nicht auch, wenn ich aus einem Blogbeitrag zitiere? Auch das kann „missbraucht“, weil aus dem Kontext entfernt. Aber der Vergleich mag hinken.

Was kann aber die Konsequenz sein? Politische Diskussion auf Twitter einstellen, weil dort – und auf anderen Kanälen – das „Arschlochproblem“ zu groß ist? Den A..löchern einfach das Feld überlassen? Oder immer mitzudenken versuchen, dass Tweets (und nach Sascha) und generell Nachrichten in sozialen Medien immer alleine oder im Zusammenhang gesehen werden können:

Ich glaube, dass man bei professioneller Kommunikation die Entkontextualisierbarkeit sozialer Medien deshalb immer mitdenken sollte. Das kann zugegeben sehr schwierig sein, aber eine Alternative dazu sehe ich bei der heutigen Struktur der Öffentlichkeit nicht. …

Das sind eben die Besonderheiten von sozialen Medien, die politische Diskussionen so schwierig und manchmal unmöglich machen.

über Social Heisenberg – warum Twitter nicht für politische Diskussionen geeignet ist – saschalobo.com

Das Thema politische Diskussion in sozialen Medien wird uns in den kommenden Monaten, wahrscheinlich Jahren weiter beschäftigen. Antworten haben wir nach meiner Beobachtung noch nicht, wie wir Hasskommentare, Verunglimpfungen, Manipulationsversuche (nicht nur durch Bots) bekämpfen und aufdecken können. Doch besagter Strukturwandel der Öffentlichkeit ist in vollem Gange und muss gerade auch unter Einbeziehung der sozialen Kanäle von demokratischen Kräften konstruktiv gestaltet werden. Wegdiskutieren werden sie nämlich nicht mehr können.  Es braucht unser aller Gehirnschmalz und Handeln, obwohl wir angesichts mancher Tweets und Aussagen in sozialen Medien einfach nur k..tzen könnten. Oder gerade deswegen. Und das schreibe ich als jemand, der gerade sein Facebook-Konto deaktiviert hat, aber die Gründe dafür sind ein anderes Thema.

Abschließender Kommentar, warum Twitter mein wichtigster Infokanal ist

Und auch ich muss zum Abschluss – wie Sascha zu Beginn seines Beitrags – nochmals betonen, wie sehr ich Twitter schätze. Auch wenn manche es nur als einen Platz ansehen, auf dem sich Journalisten und Besserwisser rumtreiben, ist es für mich eine wertvolle Quelle neuer Informationen und Links. Um den Überblick in der sich ständig aktualisierenden Timeline nicht zu verlieren, habe ich Listen angelegt, eine davon verfolge ich aus gerade genanntem Grund laufend.

Raus aus Twitter! Die Nutzerzahlen
in Deutschland waren schon immer
auf sehr niedrigem Niveau – und die
Tendenz ist eher noch sinkend. Aber
gerade Journalisten, Medien und andere
digital-affinen Menschen tummeln sich
eben noch sehr gern in ihrer Twitter
Filter Bubble. – über Shitstorm-Bremse:
Keine Bühne für Trolle | LEAD

Der private Genussfaktor ist eher klein. Für eines meiner Interessengebiete Wein bekommt man unterdessen kaum noch Infos auf Twitter. Ich habe mal durchgeschaut, wieviele deutschsprachige Weinfreunde und -blogger noch auf Twitter aktiv sind. Sehr überschaubar oder eben nicht mehr existent. Auch „flachse“ und albere ich auf Twitter nicht mit Freunden herum, wie ich es auf Facebook getan habe. Viele private Kontakte sind auf Twitter gar nicht aktiv, weil es ihnen zu wenig gibt.

Trotzdem bleibt Twitter für mich ein wichtiger sozialer Kanal, vielleicht auch aus genanntem Grund der wichtigste Informationskanal.

(Stefan Pfeiffer)

Lieber per Messenger als per Twitter & Co. supporten, meint Matthias Mehner auf LEAD

18. Dezember 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Die/der ein oder andere hat die Aufregung rund den Support-Fall bei dhl verfolgt. Na ja, war es ein Shitstorm? Zumindest war es auch ein nicht gerade gelassener Mitarbeiter im Social Media-Team der dhl, der „falsch“ geantwortet hat. Aber die Herausforderung „unsachliche“ Tweets und Kommentare in sozialen Medien ist zweifelsohne da.

Matthias Mehner rät auf Lead dazu, Support eher per Messenger – wie beispielsweise WhatsApp – in einem eben geschlossenen Kanal zu geben. Da sei der Ton ziviler und andere – auch Multiplikatoren und Influencer – würden nicht mithören:

Messenger sind kein soziales Medium –Trolle haben hier somit keine Reichweite und keine Bühne! Verschwörungstheoretiker, chronische Besserwisser und sonstige Netz-Nervbacken leben von der Anerkennung und dem Lachen der anderen. Wo kein Publikum, da kein Push fürs Ego. …

Raus aus Twitter! Die Nutzerzahlen in Deutschland waren schon immer auf sehr niedrigem Niveau – und die Tendenz ist eher noch sinkend. Aber gerade Journalisten, Medien und andere digital-affinen Menschen tummeln sich eben noch sehr gern in ihrer Twitter Filter Bubble.

über Shitstorm-Bremse: Keine Bühne für Trolle | LEAD

Raus aus Twitter, aus meinem Lieblingskanal. Trauer. Aber vielleicht hat Matthias sogar Recht … Eine aktuelle Studie von YouGov und MessengerPeople scheint das zu bestätigen. Demnach wollen dreimal mehr Menschen lieber Kundenservice via Messenger als über Social Media.

Was meint Ihr dazu? Sollte man den Support in geschlossene Kanäle, weg von sozialen Kanälen wie Twitter und auch Communities verlagern? Ich bin da zwiespältig. Shitstorms braucht keiner. Unfähige oder falsch reagierende Mitarbeiter im Social Media-Team auch nicht. Und Communities können durchaus auch einen Mehrwert haben, da dort oft nicht nur der Support, sondern auch die Mitglieder, die Community selbst hilft. Kenne ich intern in der IBM aus Zeiten, als Macs noch nicht offiziell vom internen IT Support unterstützt wurden.

(Stefan Pfeiffer)

„Wenn ein Produkt oder Dienst Dich nichts kostet, bist Du das Produkt – weil Du mit Deinen persönlichen Daten bezahlst“ – Michael Kroker

26. November 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Danke Michael Kroker für das Veröffentlichen der Infografk. Vielleicht hätten die Ersteller bei Microsoft noch LinkedIn mit einbeziehen sollen oder haben sie das?

Und bitte die Tipps lesen: Seine Netzaktivitäten auf Dienste verschiedener Anbieter verteilen. Und vielleicht an der ein oder anderen Stelle drüber nachdenken, Alternativen einzusetzen, zu Beispiel

  • Firefox statt Edge, Internet Explorer oder Chrome [Gerade hier sind viele Anwender bequem und naiv, wie die aktuellen Marktanteile zeigen. Leider.]
  • Qwant, DuckDuckGo, Ecosia statt Google oder Bing

Wenn ein Produkt oder Dienst Dich nichts kostet, bist Du das Produkt – weil Du mit Deinen persönlichen Daten bezahlst.

DataCompanyHaveonYouIG3-70-Percent-Sized

über Big Brother Big Tech: Spickzettel aller Daten, die GAFA, Microsoft & Twitter sammeln | Kroker’s Look @ IT

„Statt auf Momentaufnahmen einzulassen, lieber auf kuratierte Fassung von Influencer oder Redakteuren verlassen“ – Klaus Eck

8. Oktober 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Klaus Eck hat auf PRBlogger einen lesenswerten Beitrag darüber geschrieben, wie wir uns täglich durch soziale Medien und Nachrichten – sein Beispiel sehr stark fokussiert auf Twitter – ablenken lassen. Es gibt  einen Absatz, den ich (nicht nur) als CIO Kurator und Blogger unbedingt empfehlen und zitieren muss, bevor es zum Thema Ablenkung und Konzentration kommt:

Warum Sie mehr Blogs lesen sollten

Statt uns auf die Momentaufnahmen einzulassen, sollten wir uns lieber auf die kuratierte Fassung von Influencer oder Redakteuren verlassen, die in ihrem Content-Stück alles Wesentliche berichten. Deshalb lohnt es sich, Blogs zu lesen und Podcasts zu hören, die uns die (Branchen-)Welt erklären.

über PR-Blogger – Der Aufmerksamkeitsfalle der Social Media Welt entgehen

Selbstverständlich gilt hier, diese Blogs und Podcasts sorgfältig auszusuchen. Natürlich sind die Nepper, Schlepper und Bauernfänger unterwegs, um ihre Sicht der Dinge – und die ist oft eingeschränkt, verfälscht, sehr selektiv oder radikal – zu vermitteln. Das gelingt ja auch, wie wir leider derzeit sehen, viel zu oft. Deshalb muss man immer die Augen offen halten und das eigene Hirn bei Meinungen und Bewertungen, die suspekt oder einseitig erscheinen, einschalten. Gerade auch in den sozialen Medien und bei Blogs und Podcasts. Zur Ehrenrettung: Es gibt mehr als genug seriöse, unterhaltsame und lesens-/hörenswerte Quellen!

Doch nun zum Thema Ablenkung und „Aufmerksamkeitsfalle“, wie es Klaus titelt. Ich beobachte das täglich an mir selbst: Abends vor der Glotze ist der zweite Bildschirm, meist sogar der dritte Bildschirm immer dabei. iPhone und MacBook sind in Reichweite. Meine Frau ist nicht besser. Auch hier gehört das iPhone zum Fernsehen. Die Glotze läuft, aber wo – auf welchem Screen – kriege ich eigentlich wieviel mit? Von wegen Multitasking und parallele Verarbeitung von Informationen.

Auf dem Tennisplatz vibriert die Apple Watch und benachrichtigt mich über den aktuellen Spielstand. Konzentration ade. Und seien wir ehrlich. Auf der Arbeit ist es nicht viel besser. Die neu eintreffende E-Mail piept, der Messenger zeigt in der Statusleiste an, dass neue Nachrichten da sind und ich kann es nicht abwarten …. statt meine derzeitige Aufgabe abzuschliessen oder bewusst an einem Punkt zu unterbrechen.

Es gibt viele, viele „Handlungsanweisungen“, wie man dieses unsinnige Verhalten abstellen, die Sucht nach Neuigkeiten eindämmen kann. Aber ich finde die Zusammenstellung von Klaus sehr gelungen:

  1. Stellen Sie Ihr Handy auf lautlos, wenn Sie ungestört arbeiten wollen.

  2. Schließen Sie Ihre Bürotür oder setzen Sie im Open Space Ihre Kopfhörer auf, wenn Sie konzentriert arbeiten wollen.

  3. Klare Regeln für das soziale Umfeld erleichtern es, die Konzentration aufrechtzuerhalten.

  4. Antworten Sie nicht sofort auf Messenger-Anfragen oder E-Mails, wenn Sie vorher eine Aufgabe abschließen können.

  5. Konzentrieren Sie sich auf einen Screen und wechseln Sie nicht ständig von ihrer Arbeit zum Newsfeed, der Neues verspricht.

  6. Entdecken Sie einen spannenden Online-Artikel, lesen Sie diesen nicht direkt, sondern setzen nur einen Bookmark. Lesen können Sie die Beiträge, wenn Sie diese für Ihre Arbeit wirklich benötigen oder zu einer festgelegten Lesezeit.

  7. Nehmen Sie sich bewusst digitale Auszeiten von einer Stunde und mehr, um keiner Social Ablenkung zu frönen.

  8. Lassen Sie sich nicht von Ihren eigenen Gedanken ablenken, notieren Sie eine Idee, aber bleiben Sie bei Ihrem aktuellen Fokus-Thema. Multitasking ist eine Illusion, sie funktioniert nicht.

  9. Lesen Sie nicht jeden Newsletter: Wenn ich wenig Zeit habe, überfliege ich die Newsletter nicht einmal, sondern lösche sie ungelesen. Meine E-Mails wandern unmittelbar in meine To-Do-Listen auf Todoist. Interne E-Mails haben wir in meiner Agentur d.Tales durch Slack stark reduziert, sodass ich an vielen Tagen tatsächlich eine leere Mailbox erhalte.

  10. Informationen müssen nicht sofort gelesen werden. Sie lassen sich sehr gut taggen und als Bookmark auf Pocket oder Refind ablegen.

über PR-Blogger – Der Aufmerksamkeitsfalle der Social Media Welt entgehen

Zum Schluss: Und unbedingt den ganzen Beitrag lesen!

(Stefan Pfeiffer9