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Homeoffice-Allerlei: Wie wäre es mit einem Blumenstrauß für die, die im Homeoffice mehr arbeiten? Und weitere Links und Zitate

7. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Es ist mal wieder Zeit für ein Homeoffice-Allerlei, für eine Zusammenstellung von Beiträgen, die mir in den vergangenen 2-3 Wochen zum Thema Remote Work, mobiles Arbeiten und Homeoffice aufgefallen sind. Hier nun meine natürlich subjektiv kuratierte Auswahl.

Ist die Mehrheit schon zurück im Büro?

Zuerst einmal: Wo stehen wir denn real beim Thema Homeoffice. Die FAZ berichtet unter Berufung auf eine Umfrage von Morgan Stanley Research:

Inzwischen sind im europäischen Durchschnitt 70 Prozent aller Büroangestellten an ihre Arbeitsplätze im Unternehmen zurückgekehrt. … In Deutschland sind 74 Prozent der Büroangestellten zurück in ihrem Unternehmen, in Italien und Spanien 76 Prozent, in Frankreich sogar 84 Prozent. Die große Ausnahme bleibt Großbritannien. …

Nur noch eine kleine Minderheit arbeitete in Deutschland permanent von zu Hause aus. 16 Prozent sitzen die komplette Woche über im Homeoffice, jeweils 5 bis 7 Prozent bleiben einen, zwei, drei bis vier Tage in der Woche dem Büro fern.

Home Office: Die meisten Arbeitnehmer machen Überstunden

Ich gebe zu, dass mich die Zahlen erstaunen. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass so viele schon wieder zurück im Büro sind. Allerdings sei die Zahl derer, die daheim arbeiten, im Vergleich zu vor der Krise deutlich gestiegen.

Nicht erstaunlich: Öffentlicher Dienst schlecht auf Homeoffice vorbereitet

Immer wieder wird berichtet, wie unterschiedlich die Möglichkeiten in verschiedenen Berufen und Branchen für Remote Work und Homeoffice sind. In manchen Jobs geht es einfach nicht. Nun bin ich nicht bei denen, die mit den Fingern auf diejenigen, die angeblich Privilegierten zeigen, die remote arbeiten können, gar ihnen diese Möglichkeit nehmen wollen. Jedoch sollten wir uns genauer die Umstände in spezifischen Branchen anschauen. Eine YouGov-Umfrage hat den öffentlichen Dienst beleuchtet:

Danach haben Beamte und Angestellte bei öffentlichen Arbeitgebern das Gefühl, der Arbeitgeber sei schlecht auf die Homeoffice-Phase vorbereitet gewesen (67 Prozent). Bei den Arbeitnehmern in der freien Wirtschaft war dagegen lediglich knapp ein Drittel (30 Prozent) der Ansicht, dass die Firma für das Homeoffice schlecht gerüstet war. …

Knapp die Hälfte der öffentlichen Bediensteten gab an, vom Arbeitgeber keine Infrastruktur oder geeignete Hardware für das Homeoffice gestellt bekommen zu haben.

Öffentlicher Dienst sieht sich schlechter für Homeoffice gerüstet als Industrie | heise online

Das Thema Infrastruktur – hat die Arbeitnehmer entsprechenden schnelles Internet – und Hardware – stellt der Arbeitgeber einen Computer (und vielleicht mehr) zur Verfügung – sind sicherlich Fragen, die nicht nur im öffentlichen Dienst relevant sind. Da kommt auch schnell die Fragen nach sicheren Geräten und geschützten Daten von Nutzung der eigenen Geräte (BYOD und potentieller Nutzung von Geräten durch andere Familienmitglieder auf. Die von Lenovo in Auftrag gegebene Studie geht auch auf Themen wie Homeschooling oder die Vereinbarkeit von Job und Kinderbetreuung ein, auf jeden Fall sehr relevante Fragen rund um Homeoffice.

Ein Blumenstrauß als kleines Danke für mehr Arbeit im Homeoffice

Claudia Tödtmann geht in ihrem Blog darauf ein, dass viele der Arbeitenden sich in schwierigen Zeiten unter teilweise nicht idealen Arbeitsbedingungen daheim „rein hängen“, länger arbeiten, um den Laden am Laufen zu halten.

Warum als Vorgesetzter oder Unternehmen einfach mal Danke sagen?

Nur die wenigsten Arbeitgeber schickten ihren Leuten mal zum Dank für so viele einseitige Opfer einen Strauß Blumen oder andere Aufmerksamkeiten nach Hause. Als Anerkennung fürs Pflichtbewusstsein. Einige wenige aber eben doch, samt handgeschriebener Dankeskarten der Vorgesetzten. … Laut Arbeitsrecht sind Arbeitnehmer nicht dazu verpflichtet, woanders als in der Firma ihre Arbeitsleistung zu erbringen.

Home-office: Beim Lockdown arbeiteten die Angestellten zuhause täglich eine Stunde länger als sonst | Management-Blog

Claudia Tödtmann geht in ihrem Beitrag auch auf die oft nicht idealen Arbeitsbedingungen in eigenen vier Wänden ein. Ganz sicher nicht jede:r hat ein eigenes Arbeitszimmer oder auch den richtigen Bürostuhl. Klar, die Arbeitsbedingungen müssen stimmen, aber mir graut auf der anderen Seite bei der Vorstellung, dass der Arbeitsschutz die Wohnungen und Heimarbeitsplätze der remote Arbeitenden aufgrund unzähliger Paragraphen und Vorschriften kontrolliert und inspiziert. Und Diskussionen um die Bereitstellung von Technik, die Bezahlung von Telekommunikationskosten oder einer möglichen Beteiligung der Arbeitgeber an Mietkosten, werden anstehen, wenn viele Unternehmen ihre Mitarbeiter:innen auch nach der Covid-19-Krise weiter daheim arbeiten lassen wollen.

Wenn die Pointe die Sachlichkeit auffrisst

Gabor Steingart fordert in seinem Morning Briefing vom 7. August die Arbeitswelt neu zu denken:

Die Heimarbeit hat drei unschlagbare Vorteile aus Sicht der Arbeitgeber:

Erstens: Der Beschäftigte stellt seinem Arbeitgeber kostenlose Bürofläche zur Verfügung. Die entsprechende Quadratmeterzahl kann in der Firma mittelfristig eingespart werden, was die Fixkosten deutlich reduzieren dürfte.

Zweitens: Die firmeninterne Kommunikation, verharmlosend Flurfunk genannt, wird durch die körperliche Abwesenheit drastisch reduziert. Die beliebten Bürosportarten – Mobben, Schleimen, Tratschen – lassen sich von zu Hause deutlich schwerer ausüben.

Drittens: Erstmals zählt wirklich nur die messbare und damit nachprüfbare Leistung des Beschäftigten. Das rhetorische Maulheldentum, das vielerorts das Konferenzgeschehen beherrscht, entfällt. Erstmals fallen Anwesenheit und Arbeitszeit zusammen.

Morming Briefing, 7.8.2020

Er macht es sich zu einfach, finde ich. Punkt 1 ist sicher umstritten, bei den zwei weiteren „Vorteilen“ zählen wieder einmal Pointe und knackige Formulierung mehr als die Sache.

Doch gerade in den rechtlichen und finanziellen Fragen sind Kompromisse, pragmatische Lösungen notwendig, bei denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer:innen aufeinander zugehen. Ich hoffe nur, dass wir die erzielten Möglichkeiten nicht durch Bürokratie und Paragraphen kaputt „reformieren“.

Übersicht aktueller Studien

Hinweisen möchte ich auf den Blogbeitrag des von mir geschätzten Andreas Stiehler. Er hat im QSC-Blog eine Übersicht aktueller Studien zusammengestellt und schreibt in einer ersten Zwischenbilanz:

Trotz der Unterschiede im Befragungsdesign fügen sich die Hinweise aus den verschiedenen Untersuchungen zu einem durchaus stimmigen Gesamtbild. Unsere wichtigsten Erkenntnisse nach Sichtung der Studien hier kurz zusammengefasst:

Die Umstellung auf Remote Work funktionierte überraschend gut.

Homeoffice macht zufrieden und produktiv, auch weil die Mitarbeitenden dazulernen.

Das Stresslevel sinkt in Summe, aber Berufsanfänger und Manager fühlen sich überfordert.

Die Attraktivität flexibler Arbeit steigt, aber soziale Interaktion wird vermisst.

Arbeitswelt nach Corona (1): Empirische Studien im Überblick – QSC Blog %

Wir sind auf seine weiteren Beiträge gespannt.

Verschwörungstheorien im Büro?

Nicht direkt mit Homeoffice hat das Thema Verschwörungstheorien auf der Arbeit zu tun. Doch es ist derzeit ein relevantes Thema. Was, wenn die Verschwörungstheoretiker ihre Botschaften im Betrieb verbreiten oder dort keine Maske tragen wollen? Die FAZ hat hier einen Bericht veröffentlicht und zitiert Sabine Riede von der Sekten-Info Nordrhein-Westfalen:

Riedes Rat ist, schnell Grenzen zu ziehen, wenn Kollegen anfangen, Verschwörungstheorien zu verbreiten: „Das hat hier nichts zu suchen!“ Zu diskutieren oder den anderen überzeugen zu wollen sei fast nie erfolgreich. „Wenn jemand völlig fanatisiert ist, wird am Arbeitsplatz keine Zeit sein, ihn zu überzeugen. Man sollte aber bewusst seine eigene Meinung vertreten.“ Sollten Kollegen zu aufdringlich werden, rät sie, den Chef oder den Betriebsrat einzuschalten. „Große Firmen haben ja auch Psychologen und Sozialarbeiter.“

Verschwörungstheorien im Büro: Was tun mit Kollege Aluhut?

(Stefan Pfeiffer)

Bild von klimkin auf Pixabay

Die neue Normalität: Arbeite von daheim, triff dich im Büro

26. August 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Über Volker Webers Beitrag bin ich auf diese Infografik und den Report von Poly* aufmerksam geworden. Hier sind viele Dinge zusammengefasst, die ich ganz ähnlich sehe:

  • Die neue Normalität sind hybride Arbeitsmodelle.
  • Mobiles Arbeiten oder Remote Work wird allgemein akzeptiert.
  • Work from home; meet in the office – Arbeite von daheim, triff dich im Büro
    • In den Wohnungen und Eigenheimen werden mehr und mehr professionelle Arbeitsplätze eingerichtet. Der Ausstattung des Heimbüros gebührt die gleiche Aufmerksamkeit wie der Küche …
    • Büros werden mehr und mehr zu Treffpunkten und Co-Working Spaces, in denen man wirklich zusammen arbeitet und kreativ ist.
  • Statt zentraler Büros könnte es mehr kleinere Lokationen geben. Bürostädte wie beispielsweise Frankfurt-Niederrad oder Innenstädte werden sich verändern.
  • Nur wenn es wirklich notwendig ist, wird noch gereist oder geflogen.

Klar, Poly ist Interessenvertreter und verkauft von Headsets bis zu Videokonferenz-Hardware entsprechende Lösungen (die natürlich auch immer wieder in der Infografik auftauchen). Trotzdem können die Aussagen ja richtig sein.

Der Poly Report Hybrid Working: Creating the “next normal” in work practices, spaces and culture kann hier – natürlich gegen Eingabe der eigenen Adresse – heruntergeladen werden.

* Poly ist der Zusammenschluss von Plantronics und Polycom (NYSE: PLT)

Katzenbuckel oder fast jeder hat Rücken – Tipps der Stiftung Warentest

25. August 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Nur schnell ein kleiner Lesetipp zu Übungen, die man im Homeoffice machen kann, um fit und gesund zu bleiben. Mein Favorit ist angesichts meiner zwei Stubentiger natürlich der Katzenbuckel:

Wer coronabe­dingt zu Hause arbeitet, sitzt oft falsch und bewegt sich wenig. Rückenleid muss aber nicht sein, wie unsere Übungen fürs Home Office zeigen. Sie lassen sich prima im heimischen Arbeits­zimmer machen – oder an fast allen anderen Orten, an denen Sie Büro­arbeit verrichten.

Home Office – So beugen Sie Rückenschmerzen vor – Stiftung Warentest

Und hier noch meine täglich minutenlang praktizierte Fingerlockerungsübung:

„Wenn von Arbeitnehmern erwartet wird, flexibel zu sein …“

24. August 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Lesenswerter Beitrag von Henning Uhle zu „Home Office: Neue Leitkultur in Unternehmen?“ und diesen Satz finde ich besonders zitierenswürdig:

Ich glaube, wenn von Arbeitnehmern erwartet wird, flexibel zu sein und sich auch in neue Themen einzuarbeiten und auf Abruf bereit zu stehen, dann kann von Arbeitgebern erwartet werden, dass sie flexible Arbeitsmodelle einführen und leben.

Home Office: Neue Leitkultur in Unternehmen? – Henning Uhle

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Leadership, Führung in Zeiten von Covid19 und Homeoffice – Sondersendung von #9vor9

21. August 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Wie versprochen (oder angedroht) haben sich Peter M. Wald, Lars Basche und ich nochmals zu einer Sondersendung von #9vor9 unter dem Thema Führung in Zeiten von Covid-19 und Homeoffice getroffen. Was ist das Fazit (wenn es eines geben sollte)? Wir lernen alle dazu, ständig. Vor allem aber sollten wir Empathie und Vertrauen vermitteln. Unten unser Gespräch von schlappen 17 Minuten. Und wer Wünsche oder Ideen für einen weiteres Thema hat, das wir behandeln sollten, einfach melden.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Homeoffice Allerlei: Unaufhaltsam? Größter Management-Fehler 2020? Unabsehbarer Veränderer von Manhattan und anderen Bürozentren?

18. August 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Und wieder sind eine Reihe interessanter Studien und Artikel zum Thema Homeoffice und Remote Work erschienen. Salesforce hat 3.500 Personen weltweit befragt und ZDNet berichtet über die Studie unter der treffenden Überschrift „The future of work is hybrid: Work from home and the workplace„. Und diese Grafik unterstreicht die Überschrift:

Und hier noch die Ergebnisse, was Arbeitgeber tun können, damit sich Büroarbeiter, Angestellte im Handel und in der Fertigung sicherer bei ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz fühlen:

Die Ergebnisse kann man übrigens hier selber filtern, zum Beispiel nach Region.

Schließlich gibt es die Ergebnisse einer gemeinsam Befragung und Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) zu virtueller Arbeitsformen in der Corona-Pandemie. 500 Unternehmen haben teilgenommen. Hier kann die Studie heruntergeladen werden.

Tenor: „Corona treibt die Digitalisierung„, wie die FAZ zur Studie titelt. Nun ja, aus meiner Sicht sind Homeoffice und die verstärkte Nutzung von Tools zur digitalen Zusammenarbeit und Kommunikation nur ein kleiner Ausschnitt von Digitalisierung. Digitalisierung geht deutlich über den Themenkomplex Remote Work und Homeoffice hinaus und kann, muss vielleicht sogar Kernprozesse der Unternehmen betreffen. Also wäre wohl die korrektere Überschrift, dass Corona Homeoffice und virtuelles Arbeiten in Deutschland voran gebracht hat.

Wird mehr Homeoffice bleiben? Hoffentlich

Es gibt auch kritischer Stimmen zur Studie, die die FAZ zitiert. Sie habe zu großen Fokus auf Dienstleistungsunternehmen und zeichnet demnach ein zu rosiges Bild bezüglich der Unternehmen, die Homeoffice einsetzen. Aber auch das ifo Institut geht davon aus, dass mehr Homeoffice bleiben wird, Knapp über die Hälfte (54 Prozent) der Unternehmen in Deutschland wollen Homeoffice demnach dauerhaft stärker etablieren.

„Das ›New Normal‹ oder auch das ›New Different‹ wird in einem deutlich höheren Maß von einem Nebeneinander virtueller und im Büro stattfindenden Arbeits- und Kooperationsformen gekennzeichnet sein,“ so Studienleiterin Josephine Hofmann laut IAO Pressemitteilung. Da sind wir dann wieder bei der neuen hybriden Arbeitswelt. Lesenswert ist auf jeden Fall das Kapitel 5 der Studie, da dort einige Hinweise gegeben werden, was wichtigsten Schritte für Unternehmen sein sollten, um das »New Normal« zu gestalten.

Sind heutige Büros wirklich so toll, lieber Thomas?

Der geschätzte Thomas Knüwer kritisiert den Trend zum Homeoffice als den größten Management-Fehler 2020. Erwartungsgemäß kann ich seiner Argumentation und Perspektive nur bedingt folgen. „Sobald wir aber ohne Hygienepläne arbeiten können, sollten Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nicht ins Home Office drängen – sondern sie dort herausreißen, zusammenführen und die Gemeinschaft feiern, statt ihre Büros in anonyme Operationssäle zu verwenden.“, schreibt er. Schöne alte oder neue Welt der Gemeinsamkeit, des sozialen Treffpunkts, der Integration und Sozialisierung neuer Mitarbeiter und einer intakten Unternehmenskultur. Na ja, die Realität vieler deutscher Bürolandschaften sieht anders aus und schon heute gibt es genug Großraumbüros mit freier Wahl des Arbeitsplatzes.

Und um es nochmals klar zu schreiben: Ich bin ein Freund davon, ins Büro zu fahren, wenn ich dort Kolleginnen und Kollegen treffe, mit denen ich an Projekten zusammenarbeite oder aber auch nur auf einen Kaffee oder zum Mittagessensplausch treffen will. Und wenn wirklich gemeinsam produktiv gedacht wird, machen auch Meetings und Workshops im Büro Sinn. Keinen Sinn macht es dagegen für mich, wenn die Kolleginnen und Kollegen eh den ganzen Tag mit Kopfhörer in Telefon- und Videokonferenzen vor dem Bildschirm hocken oder man sich um die wenigen Quiet Rooms kloppen muss. Denn, lieber Thomas, die von Dir so rosa gemalten verspielten, individualisierbaren Büros „mit ungewöhnlichen Konferenzräumen, hochwertigen Kantinen, schönen Kaffeeecken und Fitnesstudios im Haus“ gibt es meiner Wahrnehmung nach nur in den wenigsten Unternehmen. Vielleicht erleben wir ja nach der Krise einen Trend, Büros genau dahin zu entwickeln, zu Treffpunkten der Zusammenarbeit und Kommunikation. Da simmer dabei, das wäre prima …

Gunnar Sohn hat am 17. August ein Gespräch mit Thomas, Winfried Felser und Dr. Josephine Hoffmann vom Forscherteam des Fraunhofer IAO zum besagten größten Management-Fehler geführt. Hab ich leider wegen paralleler Termine verpasst. Hier kann man den Talk aber „nachgucken“.

Wie der Trend zum Homeoffice Manhattan und andere Bürozentren massiv umkrempeln wird

Und noch ein geschätzter Beobachter der digitalen Szene und Digitalisierung in Deutschland, Sascha Lobo, hat sich auch zum Thema Homeoffice geäußert und das im letzten Podcast der Zeit-Serie Wird das was, die jetzt eingestellt wird. Überraschend in Zeiten, wo Podcasts boomen, aber das ist ein anderes Thema. Im Podcast gibt es eine Tour d’Horizon der Digitalisierung in Deutschland mit den Chancen und Verfehlungen. Er nimmt auch das Thema Veränderung der Arbeitswelt, Homeoffice und die potentielle Veränderung der Innenstädte ab ca 1:04 aufs Korn. Hörenswert, wie er den Einfluss von Homeoffice beschreibt, wie beispielsweise Manhattan sich ändern könnte, weil viele Banker nun von daheim arbeiten werden. Das reicht von weniger Bankern in die Fitnessstudios bis zu vielleicht fallenden Immobilienpreisen in den Zentren. First we take Manhattan, than we take …

Ich bin auf jeden Fall auf sein Kapitel zum Thema Corona gespannt, das er der Paperback-Version seines Buches „Realitätsschock“ neu hinzufügen will. Und ich hoffe, dass das neue Kapitel dann auch in die Hörbuchversion einfließen wird.

Und noch ein bisschen was aus meiner Twitter-Timeline zum Thema Homeoffice

(Stefan Pfeiffer)

Von Digital Divide, Sinn und Unsinn eines Gesetzes und neuen Studien zu #Homeoffice – #9vor9 Sondersendung

10. Juli 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Heute gab es eine #9vor9 Sondersendung zum Thema Homeoffice und Remotework mit Professor Peter M. Wald, Lars Basche und mir. Fokusthemen waren ein möglicher Digital Divide, der Sinn oder Unsinn einer gesetzlichen Garantie von Homeoffice und das Appell für ein flexibles, hybrides Modell, dass gerade auch Arbeitgeber stärker aufgreifen und promoten sollten, um für Arbeitnehmer attraktiv zu sein. In einer kommenden Sendung werden wir uns dann speziell dem Thema Führung in Zeiten von Covid-19 und Homeoffice (wahrscheinlich in 3 Wochen).

Und hier noch die Links zu zwei der erwähnten Studien beziehungsweise Artikeln zu diesen Studien und dem Beitrag von Gregor Pillen, dem Geschäftsführer der IBM in DACH, mit Tipps, wie Privat- und Berufsleben in Einklang gebracht werden könnten..

Beide Studien werden wir auch nochmals separat behandeln, in unseren privaten Blogs und natürlich auf dem neuen Homeoffice-Kurator.

Homeoffice-Allerlei: Ziehen die Arbeitnehmer aus Land oder beschäftigen die Mittelständler nun die Städter? Und Detektive und Bürohunde im Einsatz

5. Juli 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Die Diskussion geht weiter und um Remote Work und Homoffice. Hier einige kuratierte Beiträge. Ole Wintermann hat auf Piqd aktuelle Forschungsergebnisse des Stanford-Forschers Nicholas Bloom zum Corona-bedingten Home Office vorgestellt.

Gegenwärtig arbeiten 42% der US-Beschäftigten – in Vollzeit – von zuhause aus während nur 26% tätigkeitsbedingt auf mobiles Arbeiten verzichten müssen. Diese 42% der Beschäftigten sind für ⅔ der Wirtschaftsleistung der USA verantwortlich. Ohne diese radikale und umfassende Hinwendung zum Home Office wäre die Wirtschaft zu Beginn der Corona-Krise von heute auf morgen zusammengebrochen …

piqd | Zukünftiger Mega-Trend „Home Office“? Substanzielle

Bloom geht davon aus, dass sich die Working-from-Home-Tage in den USA nach dem Ende der Pandemie vervierfachen werde. Viele würden zwischen 1 und 3 Tagen von zuhause aus zu arbeiten. Und Bloom erwartet, dass teure Bürotürmen in der Mitte teurer Städte überholt seien – und das Pendeln in diese Städte.

„Provinz als Standortvorteil“

Patrick Setzer postuliert im ManagerMagazin wiederum „die Provinz als Standortvorteil“.

Seit Jahren ist es ein Problem für Unternehmen außerhalb der großen Ballungszentren, genügend qualifizierte Mitarbeiter im Technologiesektor oder im Bereich digitales Marketing zu finden. Wer Heimarbeit als Normalfall akzeptiert und die notwendige Technik gut genug aufsetzt, wird künftig keine Schwierigkeiten mehr haben, Fachkräfte aus der Großstadt anzuwerben – weil sie nun nicht mehr umziehen müssen.

Mittelstand: Corona Krise eröffnet Chancen für Mittelständler – manager magazin

Der Mittelständler in der Provinz verpflichtet Experten, die „künftig virtuell für mittelständische Firmen arbeiten werden – egal wo diese ihren Sitz haben.die in den Großstädten wohnen“. Auch eine Perspektive. Andere argumentieren eher, dass Arbeitnehmer nun wegen hoher Mietkosten aufs Land ziehen könnten, da sie eben die Arbeit von daheim erledigen könnten.

Der Remote Worker ist weltweiter Konkurrenz ausgesetzt

Christian Erxleben macht aus einer Sicht auf einen Knackpunkt von Remote Work und Homeoffice aufmerksam, den Arbeitnehmer gerne übersähen. Werde ein Job von einem festen Ort entkoppelt ist, stünden Arbeitnehmer quasi weltweit im Wettbewerb, denn anderswo sei Arbeit billiger.

Selbstverständlich handelt es sich dabei nur um eine mögliche Prognose. Fest steht jedoch: Wenn du deinen Job problemlos mittels Internet-Zugang von Zuhause aus erledigen kannst, kann es passieren, dass du dich in Zukunft mit Dutzenden, günstigen Konkurrenten um deinen Job streiten musst.

Remote Work: Diesen großen Nachteil übersehen fast alle Arbeitnehmer

By the way: Das Thema ist sicherlich nicht neu. Wie viele Arbeitsplätze sind schon heute nach Rumänien, Indien oder sonst wo hin verlagert worden. Das ist schon jetzt Realität gerade in vielen Großunternehmen – auch ohne den Trend zum Homeoffice. Ob das immer so erfolgreich ist, ist durchaus zu hinterfragen. Nicht nur bei industrialisierten, standardisierten Jobs geht es. Auch Programmierer stehen heute weltweit im Wettbewerb. Wir Deutschen, wir Europäer müssen uns differenzieren und weiterbilden oder in manchen Jobs unsere lokale Expertise (Sprache, Kenntnisse der lokalen Kultur) ausspielen, um wettbewerbsfähig zu sein.

Wenn der Detektiv ausrückt …

Ein ganz anderer Aspekt: Die FAZ berichtet darüber, wie Detektive gute Geschäfte machen. Es scheint, dass einige Arbeitgeber ihre Mitarbeiter überprüfen lassen, auch wenn „Personenüberwachungen im Auftrag von Arbeitgebern enge Grenzen gesetzt“ seien. Man dürfe nur ermitteln, wenn der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse und glaubhafte Indizien vorweisen könne. Und dann …

Wenn man denn geduldig warten kann. Viel mehr dürfen die privaten Ermittler nicht, um an Informationen für ihre Auftraggeber zu kommen. Beobachten und fotografieren ist erlaubt, im Rahmen des Auftrags. Sollen die Detektive klären, ob jemand im Homeoffice wirklich arbeitet, dürfen keine Fotos entstehen, wenn zur Feierabendzeit der Geliebte vorbeikommt. Tonaufnahmen sind immer tabu, Videos nur in bestimmten Fällen erlaubt.

Betrug am Arbeitsplatz: Wenn der Chef den Detektiv anruft

Wenn der Bürohund zweimal bellt, verzichten wir auf Gehalt

Und noch ein Bericht jenseits der „normalen“ Homeoffice-Berichte – aber was ist schon normal? Es gibt einen eingetragenen Verein Bundesverband Bürohund, der auch entsprechende Umfragen durchführt. Claudia Toedtmann greift das Thema und die Umfragen in ihrem Management-Blog auf wiwo.de auf:

Fast jeder zweite würde auf eine Gehaltserhöhung verzichten, wenn er dafür seinen Hund mit ins Büro bringen darf – warum Unternehmen und Vorgesetzte diese Tatsache nicht berücksichtigen, ist ein Rätsel.

Internationaler Bürohundtag 2020: Darf der Hund mit ins Büro, ist das ein wertvoller Benefit – oft wichtiger als eine Gehaltserhöhung | Management-Blog

Wen die ausführlichen Statistiken interessieren: Einfach den Beitrag lesen.

Der stolze Dosenöffner, dem des öfteren die beiden Prachtkater in der Videokonferenz in die Kamera laufen, kann nur beschränkt mitreden. Katzen sind wahrscheinlich weniger im Büro gefragt, aber bei uns fester Bestandteil und Wohlfühlfaktor im Homeoffice.

„Überall dort, wo es sinnvoll ist, sollten wir Arbeit von Orten und Zeiten entkoppeln“

Hinweisen möchte ich auf den ausführlichen und lesenswerten Beitrag von Falk Hedemann, der sich damit auseinandersetzt, was sich nach der Krise bestehen bleibe und und was auf dem Weg zu Remote Work noch zu verbessern sei. Er behandelt Online Meetings, Alternativen zu Geschäftsreisen, agiles Arbeiten und macht besonders auf die weichen Faktoren aufmerksam:

Überall dort, wo es sinnvoll ist, sollten wir Arbeit von Orten und Zeiten entkoppeln. Wir sollten die Menschen zurück in den Mittelpunkt stellen und ihre Motivation und ihr Engagement fördern. Produktivität und Effizienz, die bisher im Mittelpunkt stehen, werden dann zu sehr lohnenden Nebenprodukten.

Smart Work: Das Home-Office ist nur ein Zwischenschritt | UPLOAD Magazin

Am 10. Juli #9vor9 EXTRA zum Thema Homeoffice: Braucht es ein Gesetz?

Übrigens wiederholen Professor Peter M. Wald, Lars Basche und ich am kommenden Freitag, den 10. Juli 2020, um 8:51 unser #9vor9 Special zum Thema Homeoffice beziehungsweise Remote Work. Ihr könnt uns – diesmal mit funktionierendem Ton – unter meinem Twitter-Konto @digitalnaiv live im Videostream folgen. Wir freuen uns auf Eure Fragen. Schwerpunkt soll die Frage sein, ob ein Gesetz notwendig ist, das Heimarbeit gesetzlich möglich macht,

(Stefan Pfeiffer)

#9vor9: Von Blockchain gegen Fake News über die #WWDC20 bis zu Respekt vor ARD- und ZDF-Journalistinnen

24. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Natürlich gab es auch am 23. Juni wieder ein #9vor9 mit den Digitalthemen der Woche von Gunnar Sohn, Lars Basche und mir.

Und hier die Themen quasi in Tweets: Lars bringt das Blockchain-Projekt der New York Times ins Spiel, wo mit Hilfe von IBM Blockchain Bilder überprüft werden, quasi Blockchain im Einsatz gegen Fake News:

Wer sich tiefer interessiert: Hier ist die gemeinsame News Provenance-Seite von New York Times und IBM.

Hat Apple mit dem virtuellen Eventformat der #WWDC20 einen neuen Standard gesetzt?

Unser Gunnar lobt, wie Apple seine virtuelle Konferenz hinbekommen hat. Hat man einen neuen Standard gesetzt? Unten verlinkt auch der dazu passende Beitrag von Sascha Pallenberg.

Virtuelle Formate müssen sich weiter entwickeln. Noch ein weiteres mit Powerpoint-Folien überladenes zu langes Webinar kann nicht die Lösung sein. Deshalb experimentiere ich auch mit Formaten wie #9vor9 oder dem IBM Livestudio herum. Und – so viel kann ich verraten – im Sommer wird es auch ein weiteres neues Format seitens der IBM Deutschland geben.

Macbooks: Comeback mit neuem Prozessor gegenüber Microsoft Surface?

Daneben fand Gunnar erwähnenswert, dass Apple in den Macbooks und iMacs Abschied von den Intel-Prozessoren nehmen will. Er sieht so eine noch engere und komfortablere Integration aller Apple-Geräte, quasi eine Ausweitung der schon vorhandenen Stärke. Im Mark gibt es aber seit geraumer Zeit harsche Kritik gerade an der Qualität der Macbooks und viele loben die Microsoft Surface-Geräte über den Klee. Nun sind Gunnar und auch ich langjährige Apple-User und Fans. Ich selbst nutze seit nunmehr Mitte 2019 – hier der damalige Beitrag – ein Macbook als Arbeitsplatzrechner. Und mein Arbeitgeber, die IBM, hat ja dann auch von mir gelernt (Achtung: Ironie) und unterdessen sind die Macs neben den Lenovo-Notebooks Standard. Doch seien wir ehrlich: Bezüglich der Hardware-Qualität der Microsoft-Rechner und insbesondere auch der Qualität von Windows als Betriebssystem können Gunnar und ich nicht mehr mitreden. Das letzte Windows, an das ich mich richtig erinnere, ist Windows NT mit Bluescreens und dessen elend langer Startzeit. Und um es nochmals ins richtige Licht zu rücken: Ich habe mich die Jahre auch oft über Apple geärgert, die Preise, mangelhaften Service und Garantie sowie auch eine gewisse Arroganz.

Digital News Report zeigt Wertschöpfung für Tagesschau und heute – die Journalistinnen, Journalisten und Kameraleute

Mein Digitalthema der Woche ist der Digital News Report 2020 des Reuters Institutes. Aus diesem Report kann man eine Vielzahl von Erkenntnissen ziehen, von der immer stärker werdenden mobilen Nutzung von Nachrichtenformaten über die sich wandelnde Mediennutzung von Jüngeren und Älteren, den Erfolg von Newslettern und Podcasts bis zur leicht steigenden Akzeptanz, für digitale Inhalte auch zu zahlen. Viele dieser Aspekte haben wir diskutiert. Ich möchte vor allem die positive Bewertung seriöser Nachrichten und Zeitungen hervorheben, von Tagesschau und heute bis zu Zeit, Süddeutscher oder FAZ. In diesen Zeiten, in der von gewissen Seiten immer wieder über eine angebliche Lügenpresse gezetert wird, in denen Journalisten:innen und Kameraleute beschimpft und angegriffen werden, ist dies ein wichtiges Zeichen (auch wenn die Akzeptanz bei Jüngeren leider etwas zurück geht). Und auch hier seien gerade die Journalistinnen einmal besonders erwähnt, beispielsweise eine Marietta Slomka, die beste Interviewerin derzeit, oder auch ein Dunya Hayali. Letztere ist mir als Fohlen-Fan eh noch besonders sympathisch.

#9vor9: Sondersendung Homeoffice am 26. Juni um 8:51 mit Peter M. Wald

Zum Ende noch der Hinweis auf eine #9vor9 Sondersendung zum Thema Homeoffice. Am 26. Juni ab 8:51 Uhr werden sich Professor Peter M. Wald, Lars Basche und ich über Remote Work und die verschiedene Aspekte austauschen. Verfolgen könnt Ihr die Diskussion über Periscope und auf meinen Twitter-Account @DigitalNaiv.

(Stefan Pfeiffer)

Homeoffice-Allerei: Büros – gebaute Identität und Hort der Gemeinsamkeit. Und was machen die da nur at home? Und Dinosaurier …

14. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Zeit für ein neues Leipziger, nein Homeoffice-Allerlei, denn mir sind wieder einige Beiträge aufgefallen, ja oft auch aufgestoßen. Und ich schicke noch einmal meine Meinung vorweg. Die leider sehr oft schwarz-weiß geführte Diskussion mit den Parametern „nur Büro“ oder „nur Homeoffice“ ist nicht zielführend. Es geht um einen gesunden Mix von Remote Work und Arbeiten im Büro, basierend auf den zu erledigenden Aufgaben, den Lebensumständen und auch auf den Präferenzen des Arbeitnehmers.

Gerade letzten Satz schreibe ich sehr bewusst und bin deshalb auch dafür, ein Rechte auf Heimarbeit gesetzlich zu verankern. Wer daheim arbeiten will, die:der soll das dürfen, dem soll es nicht verboten werden können , solange sie:er es wollen. Und da ecke ich natürlich wieder bei denjenigen an, die auf der einen Seite scheinbar die Selbstausbeutung der Arbeitnehmer oder aber einen Eingriff in unternehmerische Freiheiten befürchten.

Gegen das Recht auf Homeoffice

Und hier widerspreche ich explizit Dietrich Creutzburg, der in der FAZ von politischer Überheblichkeit spricht und gegen ein „Recht auf Homeoffice“ kommentiert. „Ein Rechtsanspruch zöge hingegen nur dort, wo Arbeitgeber Wünsche nach Homeoffice mutwillig abblocken,“ schreibt Creutzburg, um das Recht abzubügeln. Aus meiner Beobachtung heraus, haben aber Arbeitgeber durchaus bewusst wieder Präsenz im Büro eingefordert, angeblich weil mein gemeinsam Schulter an Schulter produktiver sei.

Online-Umfrage in der FAZ, Stand 14.62020, ca. 11 Uhr – sicherlich keine repräsentative Umfrage, aber ein Schlaglicht

Solche Anordnungen treffen dann dabei meist die Teilzeitbeschäftigten, meist Frauen, deren Lebensrhythmus inklusive Kinderbetreung nicht mehr funktioniert kann – und die dann von sich gehen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Ein noch größeres Schelm, wer angesichts solcher Ereignisse dann das Recht auf Heimarbeit ablehnt.

Und natürlich malt Creutzberg wieder den Teufel an die Wand: Entgrenzung, Isolation und Depression. Es geht um ein verbrieftes Recht auf Homeoffice, nicht darum Heimarbeit vorzuschreiben, Herr Creutzburg. Wer nicht will, der kann ja im Büro arbeiten. Und ich fange hier gar nicht von den Pendelzeiten oder dem Umweltschutz an.

Am Heimarbeitsplatz derzeit am produktivsten – Studie der TU Darmstadt

Auch in der FAZ – deren Onlineversion ich nun einmal abonniert habe – habe ich den Bericht über eine aktuelle Langzeitstudie der TU Darmstadt gefunden, nach der Heimarbeit gut ankommt. Mehr als jeder zweite deutsche Befragte gibt demzufolge an, im Homeoffice zufriedener und auch entspannter als im Büro zu sein. Und man arbeitet in der Pandemie daheim im Vergleich am produktivsten. Auch ein interessantes Ergebnis.

Entnommen der FAZ – alle Rechte bleiben dort

Der Vollständigkeit halber sei bemerkt, dass Ruth Stock-Homburg, Professorin für Marketing und Personalmanagement und Leiterin der Studie, vor einem Boreout, einer Sinnkrise und Langeweile durch Heimarbeit warnt. Da frage ich mich, ob ein solches Boreout denn nur auf Homeoffice beschränkt ist oder gar ein generelles Phänomen sein kann. Und mir stellt sich hier die Frage einer aktiven Führung, eines aktiven Coachings und Managements.

Büros: Hort der Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit, gebauten Identität

Und los zur nächsten Studie, eine internationale Umfrage der Kommunikationsberatung Kekst CNC, die die FAZ unter dem BILD-enden Titel Lasst uns wieder ins Büro vorstellt. Demzufolge wollen die Deutschen wieder an ihren geliebten Arbeitsplatz, haben Lust aufs Büro. Immerhin – und die reißerische Überschrift korrigierend – wünschen sich laut Bericht insgesamt mehr als 70 Prozent der Deutschen, dass Heimarbeit grundsätzlich öfter, und flexiblere Arbeitszeiten (mit 77 Prozent Zustimmung) häufiger werden.

Und keine Sorge, ich lese und kuratiere nicht nur die FAZ. Schon länger zum Kuratieren markiert ist ein Gastbeitrag von Sabine Hübner im WiWo Management-Blog der geschätzten Claudia Toedtmann: Büros sind Orte der Zugehörigkeit für Rückhalt und Zusammenarbeit – und damit unverzichtbar. Menschen brauchen ihre Höhlen und nicht den Chef am Küchentisch, so der Titel. Do hauts mi nieder. Immerhin gesteht Hübner dann doch Heimarbeit zu, wenn es passt. Der Überhöhung des Büros allerdings als „gebaute Identität“ kann ich nur sehr beschränkt folgen, wenn ich an die üblichen Großraumbüros und Kontrolle und Führung am Arbeitsplatz vor Augen denke. Nicht jedes Büro ist eine gestyltes Google-Headquarter oder ein Apple-Shop.

Im normalen Bürogebäude ist dann eher der Flurfunk noch der größte Hort der Identität. Und Kundenorientierung, liebe Frau Hübner, hat absolut nichts damit zu tun, ob man im Büro sitzt. Kundenorientierung und Servicegedanke sind eine Haltung, und zwar nicht eine per Order Mufti vom Marketing formulierte „Customer First“-Webseite, sondern eben eine innere Einstellung und Selbstverständlichkeit. Auch ob ein Büro zum seelischen Wohlbefinden beitragen muss, wage ich doch leicht zu bezweifeln. Die Realität in manchem Bürogebäude mag eher von anderen Aspekten geprägt sein.

Führungskräfte mit Gespür und Einfühlungsvermögen

An dieser Stelle sei dann Randstad-CEO Richard Jager zitiert – wieder ein Gastbeitrag bei Claudia Tödtmann:

Denn die Zeiten, in denen möglichst viele Menschen gleichzeitig und eng an eng in einem großen Raum arbeiten, sind vorerst vorbei – wenn sie es nicht schon längst waren. Es stellt sich also die Frage, wie beispielsweise die oft ungeliebten Großraumbüros so umgestaltet werden, dass Arbeitssicherheit unter Corona-Gesichtspunkten gewährleistet ist.

Schichtpläne und Trainings für Führungskräfte, die sich mehr um Bedürfnisse der Mitarbeiter kümmern müssen, gehören zum neuen Büroalltag, so Randstad-CEO Richard Jager (Gastbeitrag) | Management-Blog

Neben der Umgestaltung der Büros und Arbeitszeiten angesichts von Corona fordert er richtigerweise eine gute Führungskultur:

Und es braucht Führungskräfte mit sozialem Gespür und Einfühlungsvermögen, die gezielt den Austausch mit ihren Mitarbeitern suchen. Ihre Aufgabe ist es, sich um die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter stärker zu kümmern und ein Arbeitsklima zu schaffen, in dem sie sich sicher und wertgeschätzt fühlen. Das ist das Gebot der Stunde.

Management-Blog

Meiner Ansicht nicht nur ein Gebot dieser Stunde, denn vergessen wir nicht, dass schon vor Corona 40 Prozent der Mitarbeiter weltweit sagten, sie litten unter arbeitsbedingtem Stress (Randstad Studie Sustainability@Work 2020).

Niemand will für einen Dinosaurier arbeiten – gestaltet ein neues Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodell

Nochmals: Ich warne vor einer Überhöhung des Büros ebenso wie vor dem Homeoffice als Allzweckarbeitplatz für jede und jenen. Lasst uns endlich differenziert an das Thema herangehen und die Chancen gestalten, für ein anderes Büro, das für Kreativität, produktive Meetings und sozialen Austausch steht, und für einen Heimarbeitsplatz, der vernünftig organisatorisch und technisch gestaltet, beispielsweise Zeit für konzentriertes Arbeiten schafft, und auch Familien und besonders Frauen mindestens gleichberechtigte Karrierechancen bietet.

Marcus K. Reif hat einen absoluten lesenswerten Beitrag geschrieben, der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Gewerkschaften, uns alle zum Nachdenken und Gestalten anregen sollte. Ein Kernsatz: Niemand will für einen Dinosaurier arbeiten! Und er formuliert es sehr plastisch:

Wie geht ein Unternehmen mit dem Bedürfnis eines Mitarbeiters um, der gerne und viel joggt und am Nachmittag um 14:00 Uhr seine beste Zeit läuft? Wie geht ein Unternehmen mit einem Mitarbeiter um, der gerne um 16:00 Uhr nach Hause fährt, um abends um 22:00 Uhr noch eine Stunde zu arbeiten? Wie ist die gängige Praxis der Präsenz im Büro? Wird die Arbeit von zum Beispiel zu Hause toleriert, akzeptiert und gewünscht? Akzeptieren die Unternehmen die gewünschte Flexibilität auf der einen Seite, deren Widerstreit mit z. B. dem Arbeitszeitschutzgesetz auf der anderen?

Work-Life-Balance ist ein Anachronismus. Welcome Flexibility | Marcus K. Reif

Was machen die at home?

Fast zum Abschluss und zur Erheiterung sei noch die Kolumne Business Class Trau keinem at home von Martin Suter empfohlen, denn welcher Chef weiß schon, was die lieber Mitarbeiter:innen so im Homeoffice treiben …

Was Decker am meisten beschäftigt am Homeoffice, ist die Frage: Was machen die at home? Sind die überhaupt at home? Kann man sich bei Leuten wie Klemm oder Hagemann, vor allem bei Hagemann, darauf verlassen, dass die at home sind?

Nein. Kann man definitiv nicht.

Martin Suters Business Class: Trau keinem at home

Ist da gar manchmal ein Stückchen Wahrheit … Nein, garantiert nicht.

Noch einige Tweets, die ich mir zum Re-Tweeten bzw. -Bloggen markiert hatte. Man möge mir die Auswahl verzeihen – oder auch nicht.


Hinweisen möchte ich noch auf unsere neue Webseite

https://homeofficekurator.wordpress.com,

auf der Prof. Peter M. Wald, Gunnar Sohn, Lars Basche und ich regelmäßig Beiträge und Referenzen zum Thema Homeoffice und Remote Work kuratieren. Rein schauen und kommentieren!

Und hier die Links zu meinen vorhergehenden Homeoffice-Allerleis (wobei ich ja schon lange Jahre vorher zum Thema geschrieben habe.

(Stefan Pfeiffer)

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

Homeoffice-Allerlei aus den USA: Kein Dogmen bitte, stattdessen scheint es Richtung hybride Arbeitsplatzmodelle zu gehen

8. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Diesmal einige kuratierte Links und Zitate aus der US-amerikanischen Szene zum Thema Homeoffice. So hat Dion Hinchcliffe, den ich schon lange Jahre als Experten für den Digital Workplace schätze, einen Beitrag zum Post-Pandemic Workplace geschrieben und wieder einmal einen seiner Grafiken veröffentlicht:

We won’t return to the physical workplace that existed pre-COVID. Nor will we be staying in our present digitally remote environment in its current state, given its apparent shortcomings, especially not when an entire organization now has to run mostly virtual. In this virtual state, the top challenge consistently reported across many surveys is adequate communication and collaboration …

It’s Time to Think About the Post-2020 Employee Experience | On Digital Strategy | Dion Hinchcliffe

Doch sieht Dion uns erstmals auf dem Weg zu einem holistischen Blick auf den Arbeitsplatz: IT, HR und alle anderen Abteilungen müssen zusammenarbeiten, modernste Technologien eingesetzt werden, um die best mögliche Arbeitsplatzerfahrung unabhängig von der Lokation zu erlauben.

Endlich ein holistischer Blick auf den Digital Workplace

Und er referenziert dabei in seinem Beitrag auf die aktuelle Umfrage State of Remote Work von Buffer und AngelList!. Weltweit wurden hier über 3.500 Personen befragt. Bezüglich der größten Vor- und Nachteile von Remote Work und Homeoffice kam es zu folgenden Antworten:

Vor allem werden flexible Zeiteinteilung und flexible Arbeitsplätze und -umgebungen geschätzt – und dass man nicht zur Arbeit fahren muss. Als problematisch sehen die Befragten Zusammenarbeit und Kommunikation an. Danach kommen gefühlte Einsamkeit, die Unfähigkeit von der Arbeit los zu lassen und Störungen in der heimischen Wohnung. Diese menschlichen, emotionalen und organisatorischen Schmerzen dominieren in der Summe im Vergleich zu technischen Aspekten oder Werkzeugen. Dies sollte man also bei der Gestaltung von Homeoffice und Remote Work im Blick behalten.

Vor allem soziale und organisatorische Aspekte in den Griff bekommen

Genau darauf hebt auch die Umfrage von Insead Knowledge ab: Technologie bekommt man in den Griff, aber die organsatorischen Aspekte sind die Herausforderung.

Bear in mind, your employees may not have access to effective work space and freedom from distractions at home.

Social isolation is a concern and should be combated: Push for some online socialising even if it feels unnatural initially. Occasional video calls with no specific agenda and online gaming are two options to consider. At the same time, it is important to respect boundaries: work without an office does not translate to unlimited working hours. There must be clear “off” times when employees should not feel obligated to respond to chat/mail/calls.

What Newly Remote Teams Need, Right Now | INSEAD Knowledge

Gerade im Homeoffice sei der Respekt davor wichtig, dass auch mal Schluss mit der Arbeit ist, auch wenn man technisch endlos weitermachen könnte. Pausen müssen sein, Offline muss sein und definierte, feste Büro- beziehungsweise Antwort- und Kommunikationszeiten sollten bei aller flexiblen Zeiteinteilung eingehalten werden, so die Autoren.

Die tägliche virtuelle, soziale Kaffeetasse

Sie empfehlen auch, bewusst auch soziale Aktivitäten online durchzuführen, das virtuelle Treffen in der Kaffeeküche, der Anruf, um einfach mal zu fragen, wie es geht, oder um ein Schwätzchen zu halten. Selbst ein gemeinsames Spielchen wird vorgeschlagen.

Microsoft-Chef Satya Nadella vermisst genau dieses Schwätzchen, den Small Talk nach einem Treffen und befürchtet, dass man bei einem totalen Wechsel zu Remote Work wertvolles soziales Kapital verbrenne. Er scheint nicht der einzige zu sein, der befürchtet, dass die Bindung im Team und zum Unternehmen abnehmen, eine negative Grundhaltung Einzug halten könnte:

A less-interconnected network of relationships among employees reduces the sense of commitment to one another and to the organization.

Sustaining Employee Networks in the Virtual Workplace

Daniel Z. Levin und Terri R. Kurtzberg fordern auf MIT Sloan gerade vom Management, Kommunikation, Netzwerke und positive Haltung aktiv zu unterstützen und zu fördern, um eine positive Stimmung und Haltung zu verbreiten.

Kein Dogma bitte – hybride Modelle sind wohl die Zukunft

Und wie ist die allgemeine Stimmung in den USA bezüglich Homeoffice? Wird Remote Work das „new Normal“? Laut Artikel von David Roe, der einige Manager befragte, wird es eher zu flexiblen Modellen kommen, also eher selten 100 Prozent Homeoffice realisiert werden. Microsoft-Chef Satya Nadella warnt davor das Dogma Präsenz im Büro mit dem anderen Dogma Homeoffice zu ersetzen. Microsoft will Mitarbeiter ab etwa Oktober wieder in die Büros schicken, so entsprechende Berichte.

Vieles deutet darauf hin, dass auch in den USA oder von US-amerikanischen Unternehmen künftig hybride Arbeitsplatzmodelle favorisiert werden, gerade um die viel ziterten Talente gewinnen zu können, wie auch die Analysten von Gartner betonen. Sie gehen auf jeden Fall von einem deutlich höheren Anteil von Remote Work nach der Pandemie aus. Laut Gartner steigt der Anteil der remote arbeitenden Angestellten von 30 auf 48 Prozent nach der Krise.

Zudem ist das Verhältnis von Mitarbeiterzufriedenheit und Remote Work wohl vielschichtig. So stellt Gallup – bekannt für die Studien zur Mitarbeiterzufriedenheit – fest, dass im Sinne eines hohen Engagements der Mitarbeiter zumindest die Option für Homeoffice gegeben sein sollte:

Those with some remote work options have the highest employee engagement, while those with no remote option and those who work remotely 100% of the time have somewhat lower employee engagement.

How Coronavirus Will Change the ‚Next Normal‘ Workplace

Interessant die von Gallup genannten unterschiedliche Haltungen zu Remote Work je nach Profession und Branche:

Gallup research finds the percentages that prefer continuing to work from home are highest in technology, insurance, arts, entertainment, media, finance and professional services. Those with lower preference to work from home in the future include education, retail, transportation and construction.

How Coronavirus Will Change the ‚Next Normal‘ Workplace

Diese Einteilung hätte ich so nicht erwartet.

Bild von Annalise Batista auf Pixabay

#9vor9 zu Cookie-Urteil, Journalismus ohne Journalisten, Moderation auf sozialen Kanälen dem neuen Projekt Homeoffice-Kurator

2. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

#9vor9 mit den Digitalthemen der Woche am heutigen 2. Juni: Unsere Themen waren das aktuelle Urteil zu Cookies, MSN, wo jetzt die Inhalte von einer KI ohne Journalisten ausgespielt werden sollen, die leidige Frage, wie Inhalte – insbesondere Falsch- oder Hassnachrichten – in den sozialen Medien vom wem „kontrolliert“ und moderiert werden sollten und natürlich auch unser neues Projekt, der Homeoffice-Kurator.

Homeoffice-Allerlei: Küchentisch und Betretungsrecht, E-Bike statt E-Klasse, das „branded Homeoffice“ und der neue Homeoffice-Kurator

2. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Mein erstes Homeoffice-Allerei hat zu vielen, kontroversen Kommentaren. Der Gewerkschafter, der für die Rechte Arbeitnehmer eintritt und vernünftige Regelungen zum Erhalt von Arbeitsplätzen sucht, fühlte sich wahrscheinlich zu Recht angegriffen, wenn ich von alten Grabenkämpfen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern schreibe, statt neue konstruktive Lösungen zu finden. Doch genau dazu gab es auch viel Zustimmung. Und natürlich geht die Diskussion weiter und ich werde sie weiter aufmerksam begleiten und auch aus meiner Sicht kommentieren.

Das Homeoffice-Kuratorium und seine neue Webseite https://homeofficekurator.wordpress.com

Ich hatte ja auch begonnen, neben meiner „Presseschau“ auch Leitfäden, Tipps & Tricks zu Homeoffice und Remote Work zu sammeln. Jetzt wollen wir das auf eine breitere Basis stellen. Peter M. Wald, seines Zeichens Professor für Personalmanagement an der Fakultät Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, und mein Weggefährte und Co-Moderator bei #9vor9 Gunnar Sohn haben uns entschlossen, aus unserer Sicht lesenswerte Beiträge zum Thema Homeoffice an einer zentralen Stelle zu sammeln und zu kuratieren. Deshalb haben wir einen entsprechenden Blog unter Homeofficekurator.wordpress.com aufgesetzt, den wir heute öffentlich machen.

Die Idee für eine solche geht auf Peter M. Wald zurück, der eben nach meinem Homeoffice-Allerlei auf mich zugekommen ist und Gunnar war natürlich auch sofort dabei. Und wenn Ihr entsprechende Beiträge, Hinweise auf Studien oder White Papers habt, werden wir diese gerne auch – nach einem redaktionellen Quercheck durch das Homeoffice-Kuratorium – dort publizieren. Wir freuen uns auf eine aktive Diskussion und Beteiligung!

Fluchtburg Küchentisch und das jederzeitige Betretungsrecht des Home Offices

Und hier einige Beiträge, die mir zum Thema in den vergangenen Tagen aufgefallen sind. Claudia Tödtmann hat in ihrem Management-Blog das Thema unter der knackigen Überschrift Home Office: Die Fluchtburg Küchentisch und die unbändige Sehnsucht nach dem Büro erneut aufgegriffen. Sie beschreibt eloquent, was man im Homeoffice alles so erleiden kann, vom fehlenden Arbeitsplatz über Störungen durch Paketboten, Familie und Haustiere bis zu einer unzureichenden Arbeitsplatzausstattung und Rückenschmerzen wegen des schlechten Bürostuhls. Also nichts, wie zurück ins Büro?

Und sie beleuchtet auch die Arbeitgeberseite: Die Angst vor dem Kontrollverlust sei hier und da der Freude über mehr Leistung und der Heimarbeitenden und der Vorstellung gewichen, teure Büromieten gerade auch in den Ballungszentren einsparen zu können. Doch was ist mit der Arbeitsplatzausstattung und einer Erstattung der Miete, die für den Homeoffice-Platz anfällt? Das kann ja durchaus auch teuer werden.

Und – ganz wichtig – der Heimarbeiter muss im Gegenzug seiner Firma vertraglich ein jederzeitiges Betretungsrecht seines Home Offices einräumen. Damit er und der Arbeitsschutz nach dem Rechten schauen kommen kann, ob die Arbeitssituation stimmt. Ganz so ergonomisch korrekt wie im Büro.

Home Office: Die Fluchtburg Küchentisch und die unbändige Sehnsucht nach dem Büro | Management-Blog

Da schließt sich wieder die Lücke zu meiner ersten Folge des #Homeoffice Allerleis: Wenn der Arbeitsstättenprüfer dreimal klingelt … Tödtmann beleuchtet noch weitere Aspekte von Arbeitszeitbetrug bis zur Arbeitszeitüberwachung und Recherche durch Detektive und wenn ich das lese, schwant mir Böses. Die Gefahr, dass die Controlettis und Bürokraten zuschlagen, ist einfach zu groß. Und es schließt sich die Lücke zu meiner Forderung, konstruktiv und pragmatisch an das Thema heran zu gehen und nicht wieder alles durch Vorurteile und Vorschriften zu Tode zu regulieren. Leute, lasst die Kirche im Dorf. Hoffentlich.

5 Trends nach Corona: E-Bike statt E-Klasse

Das Handelsblatt hat in einem Beitrag fünf durch die Corona-Krise transportierte oder beschleunigte Trends identifiziert, die die Unternehmenswelt langfristig prägen könnten. Darunter sind wichtige Punkte wie eine Benachteiligung der weiblichen Arbeitnehmer in und durch die Corona-Krise. Sie übernehmen dann doch wieder mehr Lasten in Erziehung und ähnlichen Aufgaben. Da wundert es dann auch nicht, wenn – siehe die Hessen-Umfrage im vorhergehenden Homeoffice-Allerlei – wenn sie eher ins Büro zurück wollen. Es besteht Handlungsbedarf.

Dann kommen natürlich Themen, die gerade en vogue sind: Mehr Vertrauen statt Kontrolle, agile Organisationsformen, eine möglicherweise geringere Bindung der Arbeitnehmer an Unternehmen, wenn sie remote arbeiten, oder die Gewinnung von Talenten durch attraktive Arbeitsplatz und -zeitmodelle. Und dann noch eine Formulierung, die ich als langjähriger Firmenwagenfahrer zitieren muss:

E-Bike statt E-Klasse, Videokonferenz statt Flugzeug, „Green Hero“ statt „General Manager“ – die Öko-Ideen der Firmen werden ein immer wichtigeres Marketingmittel bei der Personalsuche und helfen, gerade jüngere Beschäftigte zu gewinnen und zu motivieren.

Nach Corona: 5 Trends, die die Arbeitswelt verändern

Mal schauen und zu hoffen, dass es grüner wird und einige Einstellungen sich ändern. Und ich bekenne mich lange Zeit als Firmenwagen-haben-wollen-schuldig, aber auch bei mir hat sich diese Einstellung unterdessen geändert.

Smartoffice, Vertrauensarbeit und superflexible Arbeitsmodelle

Ausdrücklich empfehlen möchte ich den Beitrag von Markus K. Reif. Schon die Überschrift knallt rein: Arbeitswelt nach Corona: Schluss mit Openspace, willkommen Smartoffice, Vertrauensarbeit und superflexible Arbeitsmodelle. Er nimmt unter anderem die gängigen Großraumbüros auseinander und fordert den gesunden Mix ein:

Herausgekommen ist ein Element des Großraumbüros, wo die meisten mit Kopfhörern in den Ohren still vor sich hinarbeiten. Zur Kommunikation geht man woanders hin, um die anderen nicht zu stören. …

Eine Mischung aus punktueller Arbeit von zu Hause, denn konzentriertes Arbeiten ist wichtig und steigt in der Bedeutung. Für den kommunikativen Austausch und zur Interaktion mit den Kollegen wird punktuelles Arbeiten im Büro elementar sein.

Arbeitswelt nach Corona: Schluss mit Openspace, willkommen Smartoffice, Vertrauensarbeit und superflexible Arbeitsmodelle | Marcus K. Reif

Arbeitsplatz, Arbeitszeiten, Führung sollten sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Doch wir alle müssen es eben konstruktiv anpacken und gestalten.

Ende des Großraums und „branded Homeoffice“?

Dass sich die Büros ändern werden, das hatten wir schon hier erwähnt. In vielen Unternehmen werden derzeit wahrscheinlich die Abstände zwischen den Schreibtischen vergrößert, Gehwege „verpfeilt“ oder auch Plexiglasscheiben angebracht.

Von dort ist es, könnte man denken, nicht mehr weit zu den Office Cubicles der 60er Jahre – Massenangestelltenhaltung in hygienisch abgeschirmten Boxen.

Arbeitswelt nach Corona: Das Ende des Großraums – DER SPIEGEL

Insbesondere das Großraumbüro, wie wir es heute kennen, kann es so erst einmal in der nahen Zukunft nicht wieder geben. Der Spiegel titelt gar das Ende des Großraums herbei. Ich muss jetzt genau an die offenen Bürokonzepte, an Kreativflächen denken, an Coworking Spaces, wir ich sie ja auch auf Messen als Demo auf dem IBM Stand auf der Cebit 2017 oder beim IBM HR Festival auf der republica mit Design Offices umgesetzt habe, Arbeitsflächen und kreative Konzepte zur Zusammenarbeit, die auch mich wieder für das Büro begeistern konnten. Stattdessen werden wir wohl eher „abgeschlossenere Einheiten erleben“, so Stefan Rief vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation laut Spiegel.

Und Homeoffices, die Heimarbeitsplätze könnten, sollten nun Teil des Corporate Designs werden (sollten), so wird der Leiter einer Hamburger Designbüros zitiert.

Es könne … in Zukunft zum Employer Branding gehören, je nach Hierarchiestufe eine entsprechende Ausstattung für das Homeoffice anzubieten – ein Package, das der Arbeitnehmer sich selbst zusammenstellen kann und das seinen Arbeitgeber bei Videocalls angemessen repräsentiert.

Arbeitswelt nach Corona: Das Ende des Großraums – DER SPIEGEL

Bei notwendigen Investitionen von 2.000 bis 4.000 Euro entstehe ein „gigantischer Markt für das ‚branded Homeoffice'“. Ach ja, Ausstattung je nach Hierarchiestufe, der Bürostuhl mit und ohne Lehne, der größere und der kleinere Schreibtisch …

Zur Wahrheit gehört eben aber auch, dass eben nicht jede:r überhaupt die räumlichen Gegebenheiten für eine solche Gestaltung hat. Selbst der CEO der SAP, Christian Klein, bemerkt, dass sein Homeoffice zu klein sei (nur 10 Quadratmeter). Und bevor wir uns um Branding Gedanken machen. sollten wir zuerst über eine vernünftige Ausstattung (Stuhl, Tisch, Breitband, Rechner) nachdenken, finde ich. Danach können wir es dann schön machen (wobei nicht jeder Corporate Branding als schön empfinden muss).

Zurück zu den räumlichen Gegebenheiten, die eben manche:r Arbeitnehmer:in eben in den eigenen vier Wänden nicht hat. Ich denke schon, dass sich jetzt schon einige mehr Gedanken machen werden, wie denn die eigene Wohnung angesichts von möglicher Heimarbeit aussehen sollte. Und natürlich werden die Diskussionen über potentielle Zuschüsse für den Heimarbeitsplatz weiter geführt werden (müssen).

Fraunhofer-Umfrage zur Arbeit Zuhause

Wer übrigens seinen derzeitigen Stand und sein künftigen Wünsche dokumentieren will, der kann (und sollte) an der Umfrage »Wie gut funktioniert die Arbeit von Zuhause?« von Fraunhofer IAO teilnehmen. Am Ende sieht man dann auch, wie man im Vergleich zu den anderen Studienteilnehmern steht. Ich fühle mich im Homeoffice wohl, hab es ja aber auch schon vor Corona getan und habe vor allem auch hervorragende Arbeitsbedingungen, was eben nicht jeder so hat. Mir fehlen lediglich die gemeinsamen Kreativsessions und der Kaffee oder die Kantine zusammen mit Kollegen:innen.

An dieser Stelle sei auch auf den Beitrag des schon zitierten Stefan Rief von Fraunhofer IAO verwiesen, der eine neue Epoche für das Büro verkündet. Man werde – so die Thesen- beispielsweise jede Fahrt ins Büro überdenken, Geschäftsreisen würden abnehmen und viele Arbeitsplätze würden aufs Land umziehen. Natürlich – so die Ausführungen – ändert sich auch das Büro und hoffentlich kommt es wirklich so, dass „Inspirational Offices in Form von Coworking Spaces, Serviced Offices oder Corporate Office entstehen“, denn darin habe ich zumindest immer den Mehrwert eines Besuchs im Büro gesehen (siehe oben meine Bemerkung zu Design Offices).

So, genug Homeoffice-Allerlei für diesen Beitrag. Und es bleiben noch viele, viele Informationen aufzuarbeiten, hier im Blog und natürlich auf dem neuen https://homeofficekurator.wordpress.com.

(Stefan Pfeiffer)

Homeoffice-Allerlei: Küchentisch und Betretungsrecht, E-Bike statt E-Klasse, das „branded Homeoffice“ und der neue Homeoffice-Kurator

2. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Mein erstes Homeoffice-Allerei hat zu vielen, kontroversen Kommentaren. Der Gewerkschafter, der für die Rechte Arbeitnehmer eintritt und vernünftige Regelungen zum Erhalt von Arbeitsplätzen sucht, fühlte sich wahrscheinlich zu Recht angegriffen, wenn ich von alten Grabenkämpfen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern schreibe, statt neue konstruktive Lösungen zu finden. Doch genau dazu gab es auch viel Zustimmung. Und natürlich geht die Diskussion weiter und ich werde sie weiter aufmerksam begleiten und auch aus meiner Sicht kommentieren.

Das Homeoffice-Kuratorium und seine neue Webseite https://homeofficekurator.wordpress.com

Ich hatte ja auch begonnen, neben meiner „Presseschau“ auch Leitfäden, Tipps & Tricks zu Homeoffice und Remote Work zu sammeln. Jetzt wollen wir das auf eine breitere Basis stellen. Peter M. Wald, seines Zeichens Professor für Personalmanagement an der Fakultät Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, und mein Weggefährte und Co-Moderator bei #9vor9 Gunnar Sohn haben uns entschlossen, aus unserer Sicht lesenswerte Beiträge zum Thema Homeoffice an einer zentralen Stelle zu sammeln und zu kuratieren. Deshalb haben wir einen entsprechenden Blog unter Homeofficekurator.wordpress.com aufgesetzt, den wir heute öffentlich machen.

Die Idee für eine solche geht auf Peter M. Wald zurück, der eben nach meinem Homeoffice-Allerlei auf mich zugekommen ist und Gunnar war natürlich auch sofort dabei. Und wenn Ihr entsprechende Beiträge, Hinweise auf Studien oder White Papers habt, werden wir diese gerne auch – nach einem redaktionellen Quercheck durch das Homeoffice-Kuratorium – dort publizieren. Wir freuen uns auf eine aktive Diskussion und Beteiligung!

Fluchtburg Küchentisch und das jederzeitige Betretungsrecht des Home Offices

Und hier einige Beiträge, die mir zum Thema in den vergangenen Tagen aufgefallen sind. Claudia Tödtmann hat in ihrem Management-Blog das Thema unter der knackigen Überschrift Home Office: Die Fluchtburg Küchentisch und die unbändige Sehnsucht nach dem Büro erneut aufgegriffen. Sie beschreibt eloquent, was man im Homeoffice alles so erleiden kann, vom fehlenden Arbeitsplatz über Störungen durch Paketboten, Familie und Haustiere bis zu einer unzureichenden Arbeitsplatzausstattung und Rückenschmerzen wegen des schlechten Bürostuhls. Also nichts, wie zurück ins Büro?

Und sie beleuchtet auch die Arbeitgeberseite: Die Angst vor dem Kontrollverlust sei hier und da der Freude über mehr Leistung und der Heimarbeitenden und der Vorstellung gewichen, teure Büromieten gerade auch in den Ballungszentren einsparen zu können. Doch was ist mit der Arbeitsplatzausstattung und einer Erstattung der Miete, die für den Homeoffice-Platz anfällt? Das kann ja durchaus auch teuer werden.

Und – ganz wichtig – der Heimarbeiter muss im Gegenzug seiner Firma vertraglich ein jederzeitiges Betretungsrecht seines Home Offices einräumen. Damit er und der Arbeitsschutz nach dem Rechten schauen kommen kann, ob die Arbeitssituation stimmt. Ganz so ergonomisch korrekt wie im Büro.

Home Office: Die Fluchtburg Küchentisch und die unbändige Sehnsucht nach dem Büro | Management-Blog

Da schließt sich wieder die Lücke zu meiner ersten Folge des #Homeoffice Allerleis: Wenn der Arbeitsstättenprüfer dreimal klingelt … Tödtmann beleuchtet noch weitere Aspekte von Arbeitszeitbetrug bis zur Arbeitszeitüberwachung und Recherche durch Detektive und wenn ich das lese, schwant mir Böses. Die Gefahr, dass die Controlettis und Bürokraten zuschlagen, ist einfach zu groß. Und es schließt sich die Lücke zu meiner Forderung, konstruktiv und pragmatisch an das Thema heran zu gehen und nicht wieder alles durch Vorurteile und Vorschriften zu Tode zu regulieren. Leute, lasst die Kirche im Dorf. Hoffentlich.

5 Trends nach Corona: E-Bike statt E-Klasse

Das Handelsblatt hat in einem Beitrag fünf durch die Corona-Krise transportierte oder beschleunigte Trends identifiziert, die die Unternehmenswelt langfristig prägen könnten. Darunter sind wichtige Punkte wie eine Benachteiligung der weiblichen Arbeitnehmer in und durch die Corona-Krise. Sie übernehmen dann doch wieder mehr Lasten in Erziehung und ähnlichen Aufgaben. Da wundert es dann auch nicht, wenn – siehe die Hessen-Umfrage im vorhergehenden Homeoffice-Allerlei – wenn sie eher ins Büro zurück wollen. Es besteht Handlungsbedarf.

Dann kommen natürlich Themen, die gerade en vogue sind: Mehr Vertrauen statt Kontrolle, agile Organisationsformen, eine möglicherweise geringere Bindung der Arbeitnehmer an Unternehmen, wenn sie remote arbeiten, oder die Gewinnung von Talenten durch attraktive Arbeitsplatz und -zeitmodelle. Und dann noch eine Formulierung, die ich als langjähriger Firmenwagenfahrer zitieren muss:

E-Bike statt E-Klasse, Videokonferenz statt Flugzeug, „Green Hero“ statt „General Manager“ – die Öko-Ideen der Firmen werden ein immer wichtigeres Marketingmittel bei der Personalsuche und helfen, gerade jüngere Beschäftigte zu gewinnen und zu motivieren.

Nach Corona: 5 Trends, die die Arbeitswelt verändern

Mal schauen und zu hoffen, dass es grüner wird und einige Einstellungen sich ändern. Und ich bekenne mich lange Zeit als Firmenwagen-haben-wollen-schuldig, aber auch bei mir hat sich diese Einstellung unterdessen geändert.

Smartoffice, Vertrauensarbeit und superflexible Arbeitsmodelle

Ausdrücklich empfehlen möchte ich den Beitrag von Markus K. Reif. Schon die Überschrift knallt rein: Arbeitswelt nach Corona: Schluss mit Openspace, willkommen Smartoffice, Vertrauensarbeit und superflexible Arbeitsmodelle. Er nimmt unter anderem die gängigen Großraumbüros auseinander und fordert den gesunden Mix ein:

Herausgekommen ist ein Element des Großraumbüros, wo die meisten mit Kopfhörern in den Ohren still vor sich hinarbeiten. Zur Kommunikation geht man woanders hin, um die anderen nicht zu stören. …

Eine Mischung aus punktueller Arbeit von zu Hause, denn konzentriertes Arbeiten ist wichtig und steigt in der Bedeutung. Für den kommunikativen Austausch und zur Interaktion mit den Kollegen wird punktuelles Arbeiten im Büro elementar sein.

Arbeitswelt nach Corona: Schluss mit Openspace, willkommen Smartoffice, Vertrauensarbeit und superflexible Arbeitsmodelle | Marcus K. Reif

Arbeitsplatz, Arbeitszeiten, Führung sollten sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Doch wir alle müssen es eben konstruktiv anpacken und gestalten.

Ende des Großraums und „branded Homeoffice“?

Dass sich die Büros ändern werden, das hatten wir schon hier erwähnt. In vielen Unternehmen werden derzeit wahrscheinlich die Abstände zwischen den Schreibtischen vergrößert, Gehwege „verpfeilt“ oder auch Plexiglasscheiben angebracht.

Von dort ist es, könnte man denken, nicht mehr weit zu den Office Cubicles der 60er Jahre – Massenangestelltenhaltung in hygienisch abgeschirmten Boxen.

Arbeitswelt nach Corona: Das Ende des Großraums – DER SPIEGEL

Insbesondere das Großraumbüro, wie wir es heute kennen, kann es so erst einmal in der nahen Zukunft nicht wieder geben. Der Spiegel titelt gar das Ende des Großraums herbei. Ich muss jetzt genau an die offenen Bürokonzepte, an Kreativflächen denken, an Coworking Spaces, wir ich sie ja auch auf Messen als Demo auf dem IBM Stand auf der Cebit 2017 oder beim IBM HR Festival auf der republica mit Design Offices umgesetzt habe, Arbeitsflächen und kreative Konzepte zur Zusammenarbeit, die auch mich wieder für das Büro begeistern konnten. Stattdessen werden wir wohl eher „abgeschlossenere Einheiten erleben“, so Stefan Rief vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation laut Spiegel.

Und Homeoffices, die Heimarbeitsplätze könnten, sollten nun Teil des Corporate Designs werden (sollten), so wird der Leiter einer Hamburger Designbüros zitiert.

Es könne … in Zukunft zum Employer Branding gehören, je nach Hierarchiestufe eine entsprechende Ausstattung für das Homeoffice anzubieten – ein Package, das der Arbeitnehmer sich selbst zusammenstellen kann und das seinen Arbeitgeber bei Videocalls angemessen repräsentiert.

Arbeitswelt nach Corona: Das Ende des Großraums – DER SPIEGEL

Bei notwendigen Investitionen von 2.000 bis 4.000 Euro entstehe ein „gigantischer Markt für das ‚branded Homeoffice'“. Ach ja, Ausstattung je nach Hierarchiestufe, der Bürostuhl mit und ohne Lehne, der größere und der kleinere Schreibtisch …

Zur Wahrheit gehört eben aber auch, dass eben nicht jede:r überhaupt die räumlichen Gegebenheiten für eine solche Gestaltung hat. Selbst der CEO der SAP, Christian Klein, bemerkt, dass sein Homeoffice zu klein sei (nur 10 Quadratmeter). Und bevor wir uns um Branding Gedanken machen. sollten wir zuerst über eine vernünftige Ausstattung (Stuhl, Tisch, Breitband, Rechner) nachdenken, finde ich. Danach können wir es dann schön machen (wobei nicht jeder Corporate Branding als schön empfinden muss).

Zurück zu den räumlichen Gegebenheiten, die eben manche:r Arbeitnehmer:in eben in den eigenen vier Wänden nicht hat. Ich denke schon, dass sich jetzt schon einige mehr Gedanken machen werden, wie denn die eigene Wohnung angesichts von möglicher Heimarbeit aussehen sollte. Und natürlich werden die Diskussionen über potentielle Zuschüsse für den Heimarbeitsplatz weiter geführt werden (müssen).

Fraunhofer-Umfrage zur Arbeit Zuhause

Wer übrigens seinen derzeitigen Stand und sein künftigen Wünsche dokumentieren will, der kann (und sollte) an der Umfrage »Wie gut funktioniert die Arbeit von Zuhause?« von Fraunhofer IAO teilnehmen. Am Ende sieht man dann auch, wie man im Vergleich zu den anderen Studienteilnehmern steht. Ich fühle mich im Homeoffice wohl, hab es ja aber auch schon vor Corona getan und habe vor allem auch hervorragende Arbeitsbedingungen, was eben nicht jeder so hat. Mir fehlen lediglich die gemeinsamen Kreativsessions und der Kaffee oder die Kantine zusammen mit Kollegen:innen.

An dieser Stelle sei auch auf den Beitrag des schon zitierten Stefan Rief von Fraunhofer IAO verwiesen, der eine neue Epoche für das Büro verkündet. Man werde – so die Thesen- beispielsweise jede Fahrt ins Büro überdenken, Geschäftsreisen würden abnehmen und viele Arbeitsplätze würden aufs Land umziehen. Natürlich – so die Ausführungen – ändert sich auch das Büro und hoffentlich kommt es wirklich so, dass „Inspirational Offices in Form von Coworking Spaces, Serviced Offices oder Corporate Office entstehen“, denn darin habe ich zumindest immer den Mehrwert eines Besuchs im Büro gesehen (siehe oben meine Bemerkung zu Design Offices).

So, genug Homeoffice-Allerlei für diesen Beitrag. Und es bleiben noch viele, viele Informationen aufzuarbeiten, hier im Blog und natürlich auf dem neuen https://homeofficekurator.wordpress.com.

(Stefan Pfeiffer)

#9vor9 mit den Digitalthemen der Woche: Stellenanzeigen als Konjunkturbarometer, Homeoffice, SAP, neuen Jobs im Marketing … und „Alt werden mit Gunni und Larsilein“

26. Mai 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Und wir waren heute auch mit #9vor9, den Digitalthemen der Woche, erstmals live im Stream auf LinkedIn.

Unsere Themen heute in Stichpunkten:

Vor allem aber unsere Pläne zur inhaltlichen Weiterentwicklung von #9vor9 zu „Alt werden mit Gunnar, Lars und Stefan“: