Posts Tagged: ‘Microsoft’

Homeoffice-Allerlei aus den USA: Kein Dogmen bitte, stattdessen scheint es Richtung hybride Arbeitsplatzmodelle zu gehen

8. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Diesmal einige kuratierte Links und Zitate aus der US-amerikanischen Szene zum Thema Homeoffice. So hat Dion Hinchcliffe, den ich schon lange Jahre als Experten für den Digital Workplace schätze, einen Beitrag zum Post-Pandemic Workplace geschrieben und wieder einmal einen seiner Grafiken veröffentlicht:

We won’t return to the physical workplace that existed pre-COVID. Nor will we be staying in our present digitally remote environment in its current state, given its apparent shortcomings, especially not when an entire organization now has to run mostly virtual. In this virtual state, the top challenge consistently reported across many surveys is adequate communication and collaboration …

It’s Time to Think About the Post-2020 Employee Experience | On Digital Strategy | Dion Hinchcliffe

Doch sieht Dion uns erstmals auf dem Weg zu einem holistischen Blick auf den Arbeitsplatz: IT, HR und alle anderen Abteilungen müssen zusammenarbeiten, modernste Technologien eingesetzt werden, um die best mögliche Arbeitsplatzerfahrung unabhängig von der Lokation zu erlauben.

Endlich ein holistischer Blick auf den Digital Workplace

Und er referenziert dabei in seinem Beitrag auf die aktuelle Umfrage State of Remote Work von Buffer und AngelList!. Weltweit wurden hier über 3.500 Personen befragt. Bezüglich der größten Vor- und Nachteile von Remote Work und Homeoffice kam es zu folgenden Antworten:

Vor allem werden flexible Zeiteinteilung und flexible Arbeitsplätze und -umgebungen geschätzt – und dass man nicht zur Arbeit fahren muss. Als problematisch sehen die Befragten Zusammenarbeit und Kommunikation an. Danach kommen gefühlte Einsamkeit, die Unfähigkeit von der Arbeit los zu lassen und Störungen in der heimischen Wohnung. Diese menschlichen, emotionalen und organisatorischen Schmerzen dominieren in der Summe im Vergleich zu technischen Aspekten oder Werkzeugen. Dies sollte man also bei der Gestaltung von Homeoffice und Remote Work im Blick behalten.

Vor allem soziale und organisatorische Aspekte in den Griff bekommen

Genau darauf hebt auch die Umfrage von Insead Knowledge ab: Technologie bekommt man in den Griff, aber die organsatorischen Aspekte sind die Herausforderung.

Bear in mind, your employees may not have access to effective work space and freedom from distractions at home.

Social isolation is a concern and should be combated: Push for some online socialising even if it feels unnatural initially. Occasional video calls with no specific agenda and online gaming are two options to consider. At the same time, it is important to respect boundaries: work without an office does not translate to unlimited working hours. There must be clear “off” times when employees should not feel obligated to respond to chat/mail/calls.

What Newly Remote Teams Need, Right Now | INSEAD Knowledge

Gerade im Homeoffice sei der Respekt davor wichtig, dass auch mal Schluss mit der Arbeit ist, auch wenn man technisch endlos weitermachen könnte. Pausen müssen sein, Offline muss sein und definierte, feste Büro- beziehungsweise Antwort- und Kommunikationszeiten sollten bei aller flexiblen Zeiteinteilung eingehalten werden, so die Autoren.

Die tägliche virtuelle, soziale Kaffeetasse

Sie empfehlen auch, bewusst auch soziale Aktivitäten online durchzuführen, das virtuelle Treffen in der Kaffeeküche, der Anruf, um einfach mal zu fragen, wie es geht, oder um ein Schwätzchen zu halten. Selbst ein gemeinsames Spielchen wird vorgeschlagen.

Microsoft-Chef Satya Nadella vermisst genau dieses Schwätzchen, den Small Talk nach einem Treffen und befürchtet, dass man bei einem totalen Wechsel zu Remote Work wertvolles soziales Kapital verbrenne. Er scheint nicht der einzige zu sein, der befürchtet, dass die Bindung im Team und zum Unternehmen abnehmen, eine negative Grundhaltung Einzug halten könnte:

A less-interconnected network of relationships among employees reduces the sense of commitment to one another and to the organization.

Sustaining Employee Networks in the Virtual Workplace

Daniel Z. Levin und Terri R. Kurtzberg fordern auf MIT Sloan gerade vom Management, Kommunikation, Netzwerke und positive Haltung aktiv zu unterstützen und zu fördern, um eine positive Stimmung und Haltung zu verbreiten.

Kein Dogma bitte – hybride Modelle sind wohl die Zukunft

Und wie ist die allgemeine Stimmung in den USA bezüglich Homeoffice? Wird Remote Work das „new Normal“? Laut Artikel von David Roe, der einige Manager befragte, wird es eher zu flexiblen Modellen kommen, also eher selten 100 Prozent Homeoffice realisiert werden. Microsoft-Chef Satya Nadella warnt davor das Dogma Präsenz im Büro mit dem anderen Dogma Homeoffice zu ersetzen. Microsoft will Mitarbeiter ab etwa Oktober wieder in die Büros schicken, so entsprechende Berichte.

Vieles deutet darauf hin, dass auch in den USA oder von US-amerikanischen Unternehmen künftig hybride Arbeitsplatzmodelle favorisiert werden, gerade um die viel ziterten Talente gewinnen zu können, wie auch die Analysten von Gartner betonen. Sie gehen auf jeden Fall von einem deutlich höheren Anteil von Remote Work nach der Pandemie aus. Laut Gartner steigt der Anteil der remote arbeitenden Angestellten von 30 auf 48 Prozent nach der Krise.

Zudem ist das Verhältnis von Mitarbeiterzufriedenheit und Remote Work wohl vielschichtig. So stellt Gallup – bekannt für die Studien zur Mitarbeiterzufriedenheit – fest, dass im Sinne eines hohen Engagements der Mitarbeiter zumindest die Option für Homeoffice gegeben sein sollte:

Those with some remote work options have the highest employee engagement, while those with no remote option and those who work remotely 100% of the time have somewhat lower employee engagement.

How Coronavirus Will Change the ‚Next Normal‘ Workplace

Interessant die von Gallup genannten unterschiedliche Haltungen zu Remote Work je nach Profession und Branche:

Gallup research finds the percentages that prefer continuing to work from home are highest in technology, insurance, arts, entertainment, media, finance and professional services. Those with lower preference to work from home in the future include education, retail, transportation and construction.

How Coronavirus Will Change the ‚Next Normal‘ Workplace

Diese Einteilung hätte ich so nicht erwartet.

Bild von Annalise Batista auf Pixabay

Digitale Lesezeichen: Die offene Messenger-Matrix, die offene Microsoft und Einblicke in die SAP

22. Mai 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Ich habe das Gefühl, dass gerade viele digital relevante Informationen und Beiträge über mich herein prasseln. Schnell mal die digitalen Lesezeichen notiert, bevor ich sie vergesse:

Offenes Messenger-Protokoll, freie Messenger-Wahl auf Basis Matrix

t3n hat über das Kommunikationsprotokoll Matrix berichtet, dass jetzt bei Bundeswehr, Behörden und auch in der französischen Verwaltung eingesetzt werden soll.

Während man mit Signal, Whatsapp oder Telegram nur mit Menschen schreiben kann, die auch Signal, Whatsapp oder Telegramm nutzen, ist Matrix ein offenes Kommunikationsprotokoll. Über Matrix sollen Nutzer verschiedener Dienste – also messengeragnostisch – miteinander kommunizieren können. Matrix stellt damit also nur die Infrastruktur der Kommunikation zur Verfügung. Das jeweilige Programm zur Kommunikation – den Client – sollen sich die Nutzer dabei selbst aussuchen können.

Matrix: Das steckt hinter dem neuen Messenger von Bundeswehr und Behörden

Matrix ist Open Source und hört sich sehr interessant an. Ich bin auf entsprechende Messenger gespannt, die das Protokoll unterstützen. Habe auch gleich Feedback von einem Experten ein geholt. Der springt zwar jetzt, kennt sich aber aus, der Rafael Laguna:

Dazu passend gerade bei den Analysten von Gilbane gefunden:

Automattic, the open source force behind WordPress, WooCommerce, Longreads, Simplenote and Tumblr, has made a $4.6M strategic investment into New Vector — the creators of an open, decentralized communications standard called Matrix. New Vector also developed a Slack rival (Riot) which runs on Matrix. Matrix is an open source project that publishes the Matrix open standard for secure, decentralised, real-time communication, and its Apache licensed reference implementations.

Automattic invests in open decentralized comms ecosystem Matrix

Microsoft gibt Fehleinschätzung zu – und ändert sich bezüglich Open Source?

Eher ein Randnotiz, aber trotzdem bemerkenswert, der Bericht auf The Verge zu Microsoft und Open Source:

Microsoft has admitted it was wrong about open source, after the company battled it and Linux for years at the height of its desktop domination. Former Microsoft CEO Steve Ballmer famously branded Linux “a cancer that attaches itself in an intellectual property sense to everything it touches” back in 2001.

Microsoft: we were wrong about open source – The Verge

Unterdessen habe man gelernt und adaptiere nach und nach Open Source. Schauen wir mal, ob das auch bei Microsoft Cash Cows passiert …

Einblicke in die SAP: Technologen oder Verkäufer in die Führung?

Der Abschied von Jennifer Morgan aus der CEO-Doppelspitze von SAP wurde kontrovers kommentiert und diskutiert. Nun hat sich SAP Patriarch Hasso Plattner per Videobotschaft auf der Hauptversammlung geäußert und dem Handelsblatt ein Interview gegeben. Die Integration der übernommenen Unternehmen habe nicht geklappt, auch weil unterschiedliche Managementphilosophien zusammen gekommen seien. Laut amerikanischer Philosophie habe man die Neuerwerbungen laufen lassen, ihnen enorme Wachstumsziele gegeben – und dabei die Integration jetzt auf der SAP Cloud vernachlässigt. Das habe SAP eineinhalb bis zwei jahre gekostet:

Damals war ich davon überzeugt, dass es eine Idealkombination ist. Ich habe nicht gesehen, wie weit sich das Verständnis zwischen den zugekauften Firmen in Amerika und der deutschen Zentrale da schon auseinanderentwickelt hatte. Heute weiß ich: Die Unterschiede sind sehr groß.

Quelle: SAP: Hasso Plattner rechnet mit Ex-CEO Bill McDermott ab

Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Gegensatz zwischen amerikanischer und deutscher Führungsphilosophie wirklich so existiert. Ich habe genug amerikanische Unternehmen gesehen, die genau auf der engen Integration der zugekauften Firmen bestanden und bestehen, zumindest organisatorisch. Interessant die Aussage zu Bill McDermott:

Es ging um verschiedene Philosophien. Für Bill McDermott stand der Wettbewerb ganz oben, für mich immer der Kunde.

Quelle: SAP: Hasso Plattner rechnet mit Ex-CEO Bill McDermott ab

Die Verkäufer aus Amerika gegen die deutschen Technikern, dieses Bild wird im Interview vermittelt. Wer sich weiter im Detail für SAP interessiert, dem sei der Beitrag von Christof Kerkmann im Handelsblatt unter dem Titel Diese vier großen Aufgaben muss SAP-Chef Christian Klein bewältigen vom 7. Mai empfohlen. War da nicht noch was mit SAP? Ach ja:

Mitarbeiter von SAP haben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom und freiwilligen Open-Source-Entwicklern die erste Version des Server-Backends für die deutsche Corona-Warn-App auf GitHub veröffentlicht.

Corona-Tracing per App: SAP legt erste Version des Corona-Warn-Servers vor | heise online

Und Apple hat gerade das Betriebssystem iOS 13.5, das für das Tracing benötigt wird. In den Einstellungen findet man nun unter Datenschutz – Health die Optionen, das COVID-19-Kontaktprotokoll und Tracing-Apps zu aktivieren:

(Stefan Pfeiffer)

Bild von Myriam Zilles auf Pixabay

Hörempfehlung FAZ Digitec: Mal wieder der Aufschrei, uns endlich unabhängig(er) (unter anderem) von Microsoft zu machen! Und endlich auf Open Source zu setzen.

1. April 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Eine Hörempfehlung: der FAZ Digitec-Podcast mit Peter Ganten, dem Vorstandsvorsitzenden von Univention GmbH und Vorsitzender der Open Source Business Alliance, mit Carsten Knop von der FAZ, den ich heute bei meinem täglichen Spaziergang gehört habe. Es geht nicht nur um unsere Schulen und wie dort Digitalisierung und Lernplattformen vorangetrieben wird beziehungsweise werden muss. Es geht auch um das größere Bild: Um den Einsatz von Open Source, um eine größere europäische Eigenständigkeit und Souveränität zu erreichen. Peter Ganten ist dafür ein großer, wortgewaltiger Fürsprecher. Anhören!

Einmal mehr ein Aufreger: Wie kann das Land Baden-Württemberg unter den angeblich so progressiven Grünen mit Herrn Kretschmann auf die Microsft Cliuzd und Office 365 in Schulen setzen, statt auf vorhandene Open Source-Alternativen zu bauen? Eigenes Versagen in einem vorhergehenden Projekt kann nicht die Entschuldigung sein. Ich kann nur immer wieder den Kopf schütteln, wie so etwas ständig passiert, statt konsequent den Willen zu zeigen und Open Source-basierte Lösungen konsequent umzusetzen. Da nutzen die tollen Parteiprogramme und Sonntagsreden nichts, wenn immer wieder vor der Lobbyarbeit von Microsoft eingeknickt wird.

Ich musste auch an das Gespräch mit Peter, Saskia Esken von der SPD, jetzt Parteivorsitzende, Michael Seemann und Stephan Dörner von t3n während der Think at IBM im vergangene Juni lange vor dem Corona-Virus denken. Es wird geredet, die Regierenden handeln nicht. Immer noch nicht. Meine Aussage damals: Ohne eine starke Lobby wird Open Source in der öffentlichen Verwaltung nicht vorankommen.

#9vor9 am Faschingsdienstag ohne Pappnase und Helau, dafür zum Digitalministerium und den bislang unbekannten Ausgaben für Digitalisierung

25. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

#9vor9, die Digitalthemen der Woche vom Faschingsdienstag ohne Pappnase, Helau und Alaaf, dafür mit Gunnar Sohn und mir:

Doro Bär konnte auf Anfrage nicht beantworten, wie viel Geld die Bundesregierung für Digitalisierung ausgibt. Jetzt wurden die Zahlen wohl erstmals zusammengestellt, berichtet das Handelsblatt. Auf 31 Seiten wurde nun endlich ein Überblick zusammengestellt, wo investiert wird, von „Trusted Cloud für die Wirtschaft“ bis zu den Geldern, die die Länder für die Digitalisierung der Schulen bekommen. Zum Thema Digitalisierung kommentiert Holger Schmidt auf Twitter:

Künftig will man jährlich einen Überblick über die digitalpolitisch relevanten Haushaltsposten liefern.

Digitalministerium muss her und wer könnte es leiten?

Unwissenheit im Bereich IT und Digitalisierung ist auf Bundesebene auch nicht neu. Auch die Ausgaben, die auf Bundesebene in Microsoft-Lizenz investiert werden, konnte man vor Monaten nicht beziffern. Unfassbar. Aber mit dem neuen Digitalministerium wird ja dann endlich alles besser. In das Horn hat dann auch wieder Gunnar Sohn gestoßen und nicht verstanden, warum SPD-Chefin Saskia Esken – siehe ihr Interview mit t3n – ein solches Ministerium nicht unterstütze. Gunnar verweist dabei (immer wieder) auf die guten Erfahrungen, die man mit dem Umweltministerium unter Klaus Töpfer gemacht habe. Dann könne man endlich auch das Thema Open Source treiben, das Saskia Esken ja immer unterstützt hat – siehe das Gespräch im Juni 2019 auf der Think at IBM – und dessen Unterstützung die Union auf dem Parteitag in Leipzig beschlossen hat. Und wer sei, so Gunnar, für den Posten der Digitalministerin prädestiniert? Die Saskia, meint er. Doro und die CSU werden das nicht so sehen und nicht so gerne hören.

Digitale Bewegung auf EU Ebene

Digitalpolitik kann und darf nicht nur auf Deutschland-Ebene gemacht werden. Hier ist die EU gefragt. Wir kritisieren ja oft, aber sowohl Gunnar wie auch ich sehen das Tempo, das die EU in der Digitalpolitik vorlegt, sehr positiv. Natürlich sind viele Dinge noch sachlich-fachlich zu diskutieren. Hier sei ausdrücklich auf den Bericht auf netzpolitik.org verwiesen. Aber es scheint mehr Bewegung in das Thema Digitalisierung in und für Europa zu kommen.

Business-Version von Office 365 und die Gefahr von Emotet-Infektionen

Zurück zu Microsoft. Die Wahrnehmung vin Microsoft ist in Deutschland eh ein ganz besonderes Thema. Die Firma wird für ihre Erfolge hochgejubelt. Ein sonst eher kritischer Journalisten zwitscher, dass Microsoft der einzige US-Tech-Konzern sei, für den er arbeiten würde. Die kleinen Stellschrauben, an denen Redmond immer wieder dreht, gehen im allgemeinen Getöse eher unter oder werden nur von heise aufgegriffen.

So berichtet heise jetzt darüber, dass den Business-Versionen von Office 365 eine wichtige Schutzfunktion fehle, mit dem man unter anderem Emotet-Infektionen verhindern kann. Das Abschalten von Makros über Gruppenrichtlinien, das unter anderem vom BSI empfohlen wird, ist in dieser Version nicht oder nur eingeschränkt möglich. Lassen wir es uns auf der Zunge zergehen: In der „Geschäftsversion“ kann man sich nicht vernünftig schützen. heise spricht von einem riesigen Sicherheitsloch. In den teureren Enterprise-Versionen ist die Funktionalität vorhanden. Ein Schelm, wer …

Damit verdichtet sich der Eindruck, dass es Microsoft vor allem um eines geht: Den Kunden die teuren Enterprise-Lizenzen aufzuzwingen. Wer dafür nicht das Geld auf den Tisch legen will, lebt eben gefährlich. Angesichts von Emotet-Infektionen die Firmen und Organisationen bis in den Ruin treiben können, ist das ein sehr fragwürdiges Vorgehen.

Emotet: Sicherheitsrisiko Microsoft Office 365 | heise online

Wiederum heise – sie sind fast die einzige Publikation, die so etwas aufgreift – schreibt, dass nun auch deutsche Nutzer, die Windows 10 Home Version 1909 neu installieren, „vom Setup zum Anlegen eines Microsoft-Kontos gedrängt“ werden. Mit Tricks kann man das umgehen, aber für den:die gemeine Nutzer:in einfach zu kompliziert. Solche kleinen oder größeren „Gemeinheiten“ fallen im Großteil der Berichterstattung und in der öffentlichen Wahrnehmung mal so unter den Tisch. Leider.

(Stefan Pfeiffer)

#9vor9 in Komplettbesetzung: Den GAFAM-Konzeren geht es gut

4. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Die Digitalthemen der Woche mit den Vieren (oder den Viren) von der Tankstelle (Komplettbesetzung!!!): Den GAFAM-Konzernen geht es gut. Wer den Begriff nicht kennt: Es geht um Google (bzw. der Mutterkonzern Alphabet), Apple, Facebook, Amazon und Microsoft. Alle vermelden gute Ergebnisse:

Die FAZ titelt am 4. Februar Google-Konzern wächst stramm, aber weniger als erwartet und verweist auf die weiter bestehende, große Abhängigkeit von der Suchmaschine. Im Gegensatz zu Amazon habe man den Umsatz nicht so deutlich steigern können. Das Handelsblatt schreibt von fünf Baustellen, die Alphabet habe. und Gunnar und Axel äußern sich ja auch zu Cloud, Hardware, Plattform, YouTube und Firmenkultur Aber Erlöse in Höhe von 163 Milliarden Dollar bei Alphabet sind immerhin 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Gewinn: 34 Milliarden Dollar in 2019. Jammern auf …

Apple wurde in den vergangenen Monaten durchaus kritisch hinterfragt, doch die Ergebnisse überzeugen: „Der iPhone-Hersteller verzeichnet jetzt auch einen höheren Börsenwert als alle 30 deutschen DAX-Konzerne zusammengerechnet„, so W&V. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um neun Prozent auf 91,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn erreichte 22,2 Milliarden Dollar. Und Gunnar sagt rosige Zeiten voraus, weil er die AirPods nutzt …

Und zu Facebook schreibt der Social Media Watchblog in seinem Briefing vom 31. Januar.: Facebook, nicht zu stoppen. Im Gesamtjahr 2019 habe Facebook 70 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet – 25 Prozent mehr als im Vorjahr und: „Um die Börse bei Laune zu halten, muss Facebooks Umsatz weiter wachsen. Dies kann nur gelingen, wenn sie es schaffen, noch mehr Werbung zu schalten.“ Also mehr Werbung außerhalb der Newsfeed zu erwarten. Im 4. Quartal setzte man 21,1 Milliarden US-Dollar um, der Gewinn betrug 7,35 Milliarden.

Bei Amazon überschlagen sich die positiven Kommentare: Amazon jubelt über Rekordjahresbilanz, so W&V beziehungsweise der dpa-Bericht. Das starke Weihnachtsgeschäft sowie florierende Cloud-Dienste einher gehend mit immer mehr Prime-Kunden sorgen für gute Stimmung. Im Gesamtjahr 2019 gab es einen Nettogewinn von 11,6 Milliarden Dollar. Die Erlöse des Konzerns kletterten auf 280,5 Milliarden Dollar.

heise schreibt Microsoft bleibt mit Cloud Computing und Windows-Upgrades auf Wachstumskurs. Der Umsatz stieg im 4. Quartal 2019 um 14 Prozent auf 36,9 Milliarden US-Dollar, der Gewinn betrug 11,6 Milliarden Dollar.

Und auch bei IBM gibt es Neuigkeiten: Ginni Rometty zieht sich im Laufe des Jahres zurück und übergibt den CEO-Posten an Arvind Krishna, der den Bereich Cloud & Cognitive geleitet hat – ein weiterer Inder an der Spitze eines großen US Tech-Konzerns. Rometty zitiert nach der Computerwoche: „Er ist ein brillanter Technologe, der eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung unserer Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz, Cloud, Quantencomputer und Blockchain gespielt hat.“ Ebenfalls bemerkenswert: Der ehemalige CEO von Red Hat James Whitehurst wird President. Auch hier die Zahlen: 2019 verzeichnete man ein Geschäft von 77 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 9,4 Milliarden Dollar.

#9vor9 in Komplettbesetzung: Den GAFAM-Konzeren geht es gut

4. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Die Digitalthemen der Woche mit den Vieren (oder den Viren) von der Tankstelle (Komplettbesetzung!!!): Den GAFAM-Konzernen geht es gut. Wer den Begriff nicht kennt: Es geht um Google (bzw. der Mutterkonzern Alphabet), Apple, Facebook, Amazon und Microsoft. Alle vermelden gute Ergebnisse:

Die FAZ titelt am 4. Februar Google-Konzern wächst stramm, aber weniger als erwartet und verweist auf die weiter bestehende, große Abhängigkeit von der Suchmaschine. Im Gegensatz zu Amazon habe man den Umsatz nicht so deutlich steigern können. Das Handelsblatt schreibt von fünf Baustellen, die Alphabet habe. und Gunnar und Axel äußern sich ja auch zu Cloud, Hardware, Plattform, YouTube und Firmenkultur Aber Erlöse in Höhe von 163 Milliarden Dollar bei Alphabet sind immerhin 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Gewinn: 34 Milliarden Dollar in 2019. Jammern auf …

Apple wurde in den vergangenen Monaten durchaus kritisch hinterfragt, doch die Ergebnisse überzeugen: „Der iPhone-Hersteller verzeichnet jetzt auch einen höheren Börsenwert als alle 30 deutschen DAX-Konzerne zusammengerechnet„, so W&V. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um neun Prozent auf 91,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn erreichte 22,2 Milliarden Dollar. Und Gunnar sagt rosige Zeiten voraus, weil er die AirPods nutzt …

Und zu Facebook schreibt der Social Media Watchblog in seinem Briefing vom 31. Januar.: Facebook, nicht zu stoppen. Im Gesamtjahr 2019 habe Facebook 70 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet – 25 Prozent mehr als im Vorjahr und: „Um die Börse bei Laune zu halten, muss Facebooks Umsatz weiter wachsen. Dies kann nur gelingen, wenn sie es schaffen, noch mehr Werbung zu schalten.“ Also mehr Werbung außerhalb der Newsfeed zu erwarten. Im 4. Quartal setzte man 21,1 Milliarden US-Dollar um, der Gewinn betrug 7,35 Milliarden.

Bei Amazon überschlagen sich die positiven Kommentare: Amazon jubelt über Rekordjahresbilanz, so W&V beziehungsweise der dpa-Bericht. Das starke Weihnachtsgeschäft sowie florierende Cloud-Dienste einher gehend mit immer mehr Prime-Kunden sorgen für gute Stimmung. Im Gesamtjahr 2019 gab es einen Nettogewinn von 11,6 Milliarden Dollar. Die Erlöse des Konzerns kletterten auf 280,5 Milliarden Dollar.

heise schreibt Microsoft bleibt mit Cloud Computing und Windows-Upgrades auf Wachstumskurs. Der Umsatz stieg im 4. Quartal 2019 um 14 Prozent auf 36,9 Milliarden US-Dollar, der Gewinn betrug 11,6 Milliarden Dollar.

Und auch bei IBM gibt es Neuigkeiten: Ginni Rometty zieht sich im Laufe des Jahres zurück und übergibt den CEO-Posten an Arvind Krishna, der den Bereich Cloud & Cognitive geleitet hat – ein weiterer Inder an der Spitze eines großen US Tech-Konzerns. Rometty zitiert nach der Computerwoche: „Er ist ein brillanter Technologe, der eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung unserer Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz, Cloud, Quantencomputer und Blockchain gespielt hat.“ Ebenfalls bemerkenswert: Der ehemalige CEO von Red Hat James Whitehurst wird President. Auch hier die Zahlen: 2019 verzeichnete man ein Geschäft von 77 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 9,4 Milliarden Dollar.

Vor 10 Jahren: Wir Kinder der Generation Windows ODER warum gehen wir in Deutschland nicht kritisch mit Microsoft um?

26. Januar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Am 23. Januar 2010 habe ich über meine persönliche Geschichte mit und Beziehung zu Microsoft geschrieben. Wie ich es im getitelt habe: Ich bin ein Kind der Generation Windows, war beispielsweise als Business Partner beim offiziellen Launch von Windows 3.0 in Deutschland dabei. Irgendwann haben sich die Wege dann getrennt oder besser, ich habe eine wesentlich kritischere Haltung zu Microsoft eingenommen.

All das ist Thema des Beitrags von damals. Und auch manche Fehleinschätzung, wie es denn weitergehen würde. Die Dominanz von Microsoft konnte weder im Office-Bereich, geschweige denn bei den Betriebssystemen wirklich gebrochen werden. Office ist in die Cloud gewandert und dominiert noch immer auf ungesunde, monopolistische Weise das Segment, DSGVO-Verstöße hin und Warnungen der EU vor Abhängigkeit her. Auch in der Cloud hat man sich gut positioniert und man kann hier nur den Hut ziehen, wie man sich nach dem Abschied von Steve Ballmer erfolgreich neu positioniert hat.

Das Image ist gerade in Deutschland ausnehmend gut, auch wenn regelmäßig Sicherheitslücken auftauchen, die Qualität bemängelt wird oder wie gerade 250 Millionen Einträge aus der Kundendatenbank offen im Netz zugreifbar waren. Das wird kaum wahrgenommen. Nicht umsonst sprechen Kritiker von GAFA, den großen Plattformkonzernen Google, Apple, Facebook und Amazon, und nicht von GAFAM, den genannten Konzernen inklusive Microsoft, das zweifelsohne ähnliche Macht in seinem Segment hat.

Die positiven Signale werden eher wahrgenommen und auch multipliziert: Wenn Microsoft bekannt gibt, dass man klimaneutral, ja klimapositiv werden will, wird das allenthalben bejubelt. Nicht falsch verstehen: Die Initiative ist absolut positiv zu bewerten und ich hoffe, dass mancher Konzern nachzieht. Doch wenn manch sonst so angeblich kritischer Geist dann plötzlich zwitschert, dass der einzige Plattformkonzern, für den er arbeiten würde, Microsoft sei, werde ich misstrauisch und kann nur angesichts vieler Fakten den Kopf schütteln.

Microsoft macht gerade sehr vieles richtig. Das muss man neidlos anerkennen. Doch sollte man gerade in Deutschland und Europa auch wahrnehmen und berücksichtigen, dass wir beispielsweise in der öffentlichen Verwaltung extrem von Microsoft abhängig sind. Abhängig! Offensichtlich wissen wir nicht einmal, wie viel Geld die deutsche Verwaltung für Microsoft-Produkte ausgibt. Die Gelddruckmaschine läuft fröhlich vor sich hin.

Europäische Unabhängigkeit, eine europäische Plattform und Alternative, bedeutet nicht nur aus finanziellen Gründen wesentlich mehr Unabhängigkeit von Windows, besonders Office und anderen Microsoft-Produkten und Hinwendung zu Open Source als Alternative. In diese Richtung will ja jetzt auch die Union gehen. Ich bin gespannt und verhalten optimistisch, eher pessimistisch. Die Lobbyisten werden es schon richten, die Union einknicken. Weil angeblich Excel, Powerpoint und Word so unverzichtbar sind. So ein Mumpitz.

(Stefan Pfeiffer)

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Unser Ausblick für 2020 – Aufwind für die Low-Code-/No-Code-Entwicklung

16. Januar 2020 Posted by Slobodan Vicic

Zuerst einmal wünschen wir euch allen ein frohes neues Jahr und beginnen unseren ersten Blogeintrag in 2020 mit der entsprechenden Frage: Was wird uns im neuen Jahr eigentlich froh machen? Für uns Entwickler ist die Antwort gaaaanz einfach: der Schritt in Richtung Low-Code / No-Code Entwicklung.

An sich ist Low-Code / No-Code nichts Neues. Software per Drag & Drop mit minimalem Code-Aufwand, oder sogar ganz ohne traditionellen Code zu erstellen ist schon länger in Entwicklung.

Was macht das Ganze für uns interessant? Über die Jahre haben die verschiedenen Plattformen (HCL Volt [angekündigt für das 1. Halbjahr 2020], Microsoft Dynamics, Microsoft Power Automate ehemals Flow) an Funktionalität gewonnen und noch wichtiger: der Gebrauch ist immer ähnlicher geworden. Da Domino selbst Low-Code-Entwicklung unterstützt, sind unsere Entwickler schon im Besitz von reichlich, leicht übertragbarem Knowhow.

Warum überhaupt Low-Code / No-Code? Traditionelle Entwicklung kann sehr zeitintensiv sein. Die Entwicklungsdauer von Low-Code- / No-Code-Applikationen hingegen ist in der Regel vergleichsweise kurz. Der Fokus liegt in der Modellierung der Workflows und Prozesse und weniger bis gar nicht im Schreiben von Code. Dies führt zu häufigeren Releases und das nachträgliche Anpassen der Applikationen fällt leichter, da das Entwicklungs-Knowhow eine geringere Barriere darstellt.

Ein weiterer enormer Vorteil ist die plattformübergreifende Natur von Low-Code / No-Code. So entwickelte Anwendungen sind grundsätzlich auch für iOS und/oder Android verfügbar (über HCL Nomad haben wir ja schon gebloggt). Somit steht man nie vor der Entscheidung, ob eine mobile Anwendung den Ressourcen- und Zeitaufwand rechtfertigt.

Wie geht’s weiter? Unser Plan ist es, in den kommenden Monaten weiter Erfahrung mit den verschiedenen Low-Code- / No-Code-Optionen zu sammeln und diese auch ordentlich im praktischen Gebrauch auszutesten.

Zudem haben wir auch eine hauseigene No-Code-Plattform – ITWU Simple Processes, bei der wir fleißig daran arbeiten, diese in die Microsoft-Umgebung einzubinden. Ein SAML Login mit Authentifizierung über das Active Directory ist bereits fertig, und die Dateiablage in Sharepoint / Office365 per Microsoft Graph API im prototypischen Einsatz.

Habt ihr Fragen oder Anregungen? Ruft uns an unter 05251-288160 oder schreibt uns eine Mail an info@itwu.de.

SAP jetzt auch in der Microsoft Cloud

23. Oktober 2019 Posted by Gerda Marx

Am 21.10. gab SAP bekannt, dass eine neue Partnerschaft mit Microsoft abgeschlossen wurde, um Kunden die Möglichkeit zu geben, auch die Microsoft Cloud für Ihre die Anwendungen zu nutzen. „Bei dieser Partnerschaft geht es darum, die Komplexität zu reduzieren und die Kosten für Kunden zu minimieren, wenn diese in [...]

Der Beitrag SAP jetzt auch in der Microsoft Cloud erschien zuerst auf hedersoft Blog.

„Um unsere digitale Souveränität zu gewährleisten, wollen wir Abhängigkeiten zu einzelnen IT-Anbietern verringern“ – Horst Seehofer

20. September 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Das Thema Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von Microsoft ist schon seit geraumer Zeit laufend Thema in diesem Blog. Unkontrollierbare, ja unbekannte Ausgaben und Datenschutz sind neben der Abhängigkeit von Europa vom US-Konzern zwei wesentliche Bedenken, die man haben muss.

Auch habe ich schon öfters süffisant bemerkt, dass fast nur heise über diese Problematik berichtet, während ein großes in München ansässiges IT-Medienhaus das Thema meist umschifft. Ein Anzeigenkunde, wer Böses dabei denkt. Nun berichtet heise über eine. vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegebenen Studie Analysten des Beraternetzwerks „PwC Strategy&“, die oben genannte Mängel erneut „herausfindet“. So schwer ist das ja auch nicht.

Die Studie bezeichnet laut heise neben Microsoft auch die Beziehung zu SAP und Oracle als bedenkenswert. Es herrsche „dringender Handlungsbedarf“. Der Artikel nimmt natürlich auch darauf Bezug, mehr Open Source-Software einzusetzen und erwähnt Peter Ganten von der Open Source Business Alliance (OSB), der ja noch im Juni neben der Kandidatin für den SPD-Vorsitz, Saskia Esken, und anderen Experten bei uns im IBM Livestudio zum Thema diskutiert hat.

Wie gesagt, alles nicht neu, aber immer wieder im Sinne des steten Tropfens erwähnenswert und publizierungswürdig. Zitieren möchte ich eine Aussage von Bundesinnenminister Horst Seehofer:

Um unsere digitale Souveränität zu gewährleisten, wollen wir Abhängigkeiten zu einzelnen IT-Anbietern verringern. … Außerdem prüfen wir Alternativ-Programme, um bestimmte Software ersetzen zu können. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Ländern sowie der EU.“

über Marktanalyse: Microsoft-Abhängigkeit führt zu „Schmerzpunkten“ beim Bund | heise online

In diesem Zusammenhang muss man  man leider auch auf den Bericht des Bundesrechnungshofs zur Modernisierung der Bundes-IT verweisen, der nicht gerade Hoffnung macht, Seehofer-Aussage hin oder her:

 

Ich bin skeptisch, ob der Worte von Horst Seehofer bald auch wahrnehmbare Taten folgen. Die Lobbyisten sind sicher im Hintergrund am würgen, äh wirken.

(Stefan Pfeiffer)

Microsoft beendet Skype for Business 2021

18. September 2019 Posted by Gerda Marx

Schon Ende Juni gab Microsoft bekannt, dass Skype for Business am 31.07.2021 eingestellt wird. Auf der Ignite Konferenz im September 2017 teilte Microsoft mit, langfristig Skype for Business durch Teams ersetzen zu wollen. Bis zum Schluss sollen die Kunden keine Änderungen im Service feststellen, so Microsoft. "In den vergangenen zwei [...]

Der Beitrag Microsoft beendet Skype for Business 2021 erschien zuerst auf hedersoft Blog.

Microsoft stellt neue Cloud in Deutschland bereit

3. September 2019 Posted by Gerda Marx

Microsoft stellt ab sofort Rechenzentrumsregionen in Deutschland für erste Kunden und Partner bereit. Bald sollen mehr neue Kunden darauf zugreifen können. Microsoft nennt es Regionen, da es mehrere Rechenzentren an einem Ort sind, um bei Ausfällen auf benachbarte Server zugreifen zu können. Seit 2016 können Geschäftskunden Ihre Daten in einer Cloud [...]

Der Beitrag Microsoft stellt neue Cloud in Deutschland bereit erschien zuerst auf hedersoft Blog.

Unter dem Radar: Microsoft macht es sehr clever und überlässt Facebook, Google, Amazon und Co. die „Aufmerksamkeit“

9. August 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Vor meinem Urlaub habe ich noch einen Artikel von Robert Linder in der Frankfurter Allgemeinen vom 20. Juli unter dem Titel „Unter dem Radar“ gelesen. Er beschäftigt sich darin damit, dass die großen Tech-Konzerne Google, Amazon, Facebook und Apple derzeit in Washington nicht sehr gut gelitten sind. Sogar von Zerschlagung wird gesprochen.

Nur ein Unternehmen bleibt außen vor, fliegt quasi „unter dem Radar“: Microsoft. So habe ich es selbst auch im Januar 2019 formuliert:

Fast unbemerkt unter dem Radar fliegt Microsoft dahin und geniesst gerade auch in Deutschland vergleichsweise großes Vertrauen und das obwohl auch das Redmonder Unternehmen Dreck am Stecken zu haben scheint. Ein Grund dafür ist sicher, dass ein großer Teil der Presse – Ausnahme der heise-Verlag – einfach nicht oder nur wenig darüber berichten: Microsoft bekam für die Datenübermittlung im Betriebssystem Windows 10 an Microsoft-Server den Big Brother-Award wurde. Seit Jahren gibt es immer wieder Sicherheitslücken in den Produkten. Windows mit der Version 10 war erneut in 2018 kein Ruhmesblatt. Office 365 verletzt EU-Recht und sammelt massiv Daten, was in Deutschland kaum registriert und verbreitet wurde. LinkedIn, bei dem es auch in 2018 mindestens einen Vorfall gegeben hat, lasse ich hier einmal außen vor.

über Datenschutz oder „Ich habe ja nichts zu verbergen“ oder was 2018 so passierte bei Amazon, Google, Facebook und Microsoft – StefanPfeiffer.Blog

Satya Nadella, der Microsoft CEO, hat das Unternehmen neu positioniert, ist erfolgreich im Cloud-Geschäft und gebärdet sich bescheidener als zu Zeiten eines Steve Ballmer. Clever. Chapeau. Aber für mich gehört Microsoft unbedingt auf die Watchlist GAFAM mit Google. Apple, Facebook, Amazon und eben Microsoft. Treffende Analyse, aber leider scheint der Kommentar nicht mehr online verfügbar zu sein und ist über Blendle auch nicht mehr verfügbar. Schade. Hätte ihn gerne verlinkt. Wer ihn findet: Trage den Link gerne nach.

Nach Erfolgsmeldungen der vergangenen Jahre und Börsengang: Quo vadis Slack? Macht Microsoft jetzt Slack platt?

11. Juli 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Das Thema Slack und Messenger im Unternehmen habe ich hier im Blog ja des öfteren behandelt. Hier einige ausgewählte Nachrichten und Artikel der vergangenen Wochen: Macht Microsoft Teams jetzt Slack platt, wie es einmal Facebook mit Snapchat gemacht hat, fragt auf recode. (Danke, Thomas Cloer für den Link auf Twitter). Die Microsoft-Argumentation und -Strategie ist klar und wird wie folgt zitiert.

Customers see Teams as a great deal because it’s part of Office 365, with deep integration into the other Office apps and services.

über Microsoft might crush Slack like Facebook crushed Snapchat – Vox

Und Du, lieber Kunde, hast ja eh einen Vertrag mit uns und bekommst Teams also quasi umsonst. Diese Argumentation kennen wir ja nur zu gut von Microsoft, auch beispielsweise beim Thema Dokumentenablage.

Der weltweite Markt für Arbeitsplatzsoftware wird laut Bericht auf 28 Milliarden Dollar geschätzt. Da sollte eigentlich Platz für viele Anbieter sein, aber es ist deutlich, dass Microsoft eine (ungesund) dominante Position einnimmt, dies es Best of breed-Anbietern wie Slack, Box oder Zoom, ja auch einer HCL die gerade die Collaboration-Produkte der IBM übernommen haben, schwer macht.

Intern bei Microsoft steht Slack auf dem Index und soll wie einige andere Tools nicht von Microsoft-Mitarbeitern benutzt werden. David Roe zitiert auf CMSwire eine interne Microsoft-Anweisung wie folgt:

Slack Free, Slack Standard and Slack Plus versions do not provide required controls to properly protect Microsoft Intellectual Property (IP). Existing users of these solutions should migrate chat history and files related to Microsoft business to Microsoft Teams, which offers the same features and integrated Office 365 apps, calling and meeting functionality…

über Why Microsoft Won’t Let Employees Use Slack

Im Beitrag argumentiert David, dass Slack eine typische Schatten-IT-Anwendung sei. Jeder könne mal schnell einen Kanal aufmachen. Daten könnten einfach hin und her kopiert werden. Na ja. Wichtiger ist für mich eine End-To-End-Verschlüsselung der Daten. Menschliche Böswilligkeit oder Naivität wird nie ganz auszuschließen sein. Doch ist die Diskussion rund um Datensicherheit und Slack natürlich für das Unternehmen bedenklich:

Slack speichere Benutzernamen, Passwörter, praktische jegliche Benutzertätigkeit auf den Servern der Slack-Plattform. Da die Daten eben nicht End-To-End-verschlüsselt seien, könnten Slack-Mitarbeiter, Behörden oder im schlimmsten Fall Hacker die Plattform knacken und Daten missbrauchen. Wasser auf die Mühlen von Microsoft.

David Roe zitiert in seinem oben schon zitierten Bericht Experten, die generell in Farge stellen, dass Slack, aber auch Microsoft Teams sicher genug für hoch sensible Daten seien. Ich muss da auch an meinen Freund Ulrich Kampffmeyer und unsere Veranstaltungen und Diskussionen rund um Compliance (damals mit Fokus E-Mail) denken. Die gesetzlichen Anforderungen sind angesichts der DSGVO und anderer Regularien seitdem sicher nicht geringer geworden.

Natürlich werden die Diskussionen rund um die Sicherheit von Slack bei aller verständlichen Aufregung hochgekocht und das durchaus auch interessenorientiert. Und so etwas tut weh, wie gerade auch der Video Conferencing-Dienst Zoom erfahren muss. Bedächtigere Marktbeobachter argumentieren, dass mit der Unternehmensversion von Slack Sicherheitsfunktionen die zusammen mit einer entsprechenden IT Policy den meisten Anforderungen genügen dürften. Bleibt natürlich immer noch die Herausforderungen in der freien Version von Slack, mit der Arbeitsgruppen in vielen Unternehmen nach dem Motto Bring your Own Application als Schatten-IT gestartet haben.

Der jetzige Gegenwind, den Slack aushalten werden muss, kommt nach einem von Presse und Analysten gefeierten Börsengang im Juni 2019. Slack wählte dabei die ungewöhnliche Form des Direct Listings, bei dem Aktien direkt an der Börse verfügbar gemacht wurden ohne die sonst meist übliche Involvierung von Investmentbanken. Dieser Erfolg ist, wie David Roe schreibt, umso außergewöhnlicher, da Slack angesichts der Konkurrenz von Microsoft und anderen noch profitabel werden will und muss. Dies kann auch zu ganz speziellen Herausforderungen führen, gerade wenn man als börsendotiertes Unternehmen dem Druck der Quartalsergebnisse massiv ausgesetzt ist.

Klar ist, dass Anbieter wie Slack sich Negativschlagzeilen deutlich weniger leisten können als eine Microsoft. Böse könnte man sagen, bei denen hat man sich schon an Security- oder Datenschutzprobleme gewöhnt. Ich verweise gerne auf meinen Artikel, wo einige Sicherheitsvorfälle der vergangenen Monate aufgelistet sind. Und natürlich traut man wohl generell Microsoft mehr, mir aus manchmal schwer nachvollziehbaren Gründen. Die alte Geschichte …

Breiter gesehen geht es um die altbekannte Diskussion im Collaboration-Markt um Best of Breed-Lösungen wie eben Slack, Box oder Zoom versus Plattform eines großen Anbieters. Und oft geht es auch um den Kampf IT-Abteilung versus Schatten-IT. Die einen wollen wenig Arbeit und Risiko haben, vermeintlich Sicherheit und Kontrolle, vor allem nichts falsch machen. Wie war der alte Spruch: Wenn man Microsoft, SAP und IBM einsetzt, kann man nicht gefeuert werden. Die anderen, meist Endanwender und Fachabteilungen, wollen schnell und unkompliziert coole Tools, die meist funktionale Vorteile haben.

Es wird interessant sein, wie sich insbesondere Slack in den kommenden Monaten behaupten wird. Microsoft hat Slack im Visier und wird die bekannte Marktmacht und die bekannten Mittel anwenden. Das ist auch für Slack eine Herausforderung – aber auch ein Kompliment.

Ich hoffe nur, die Party ist für Slack nicht bald vorbei.

Und in diesem Beitrag spare ich mir die durchaus berechtigte Diskussion, ob Tools wie Slack oder Microsoft Teams nun Unternehmen und Mitarbeiter produktiver gemacht haben. Hatte ich ja schon mal kurz hier angerissen.

(Stefan Pfeiffer)

Hessischer Datenschützer zu Privatsphäre: Microsoft Office 365 nicht an Schulen verwenden – und der Bund schweigt

10. Juli 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Jetzt reagiert auch ein deutscher, sogar unser hessischer Datenschutzbeauftragter und bemängelt den Datenschutz in Microsoft Office 365. In Holland und auf EU-Ebene sind die Themen Datenschutz und Gefahr der Abhängigkeit von Microsoft schon länger ein Thema. Seitens der Bundesregierung hört man (oder ich) zu solchen Themen konsequent nichts. Das ist extrem bedenklich.

Microsoft Office 365 darf in der Standardkonfiguration an Schulen wegen Problemen für die Privatsphäre der Nutzer derzeit nicht verwendet werden. Zu diesem Schluss ist der hessische Datenschutzbeauftragte Michael Ronellenfitsch gekommen, weil personenbezogene Daten von Kindern und Lehrern in der Cloud gespeichert würden. Auch wenn die zugehörigen Server in Europa stünden, seien die Informationen „einem möglichen Zugriff US-amerikanischer Behörden ausgesetzt“.

über Datenschützer: Einsatz von Microsoft Office 365 an Schulen ist unzulässig | heise online