Posts Tagged: ‘Öffentliche Verwaltung’

Digitalthemen, große und kleine: 30 Prozent, Apple Watch 3 oder doch Serie 6, der Chip im Hirn und mehr

29. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Die Zitate muss ich einfach dokumentieren. Sie sollten nicht in der flüchtigen Welt meiner Twitter-Timeline verglühen (und heute haben wir ja bei #9vor9 einen anderen Schwerpunkt). Jörg Schieb bringt die Realität der digitalen Welt und von GAFAM auf den Punkt:

Niemand soll behaupten, analoge und digitale Welt seien dasselbe. Es ist ganz gewiss nicht so. In der digitalen Welt gelten ganz eigene Regeln – und allzu häufig machen diese Regeln die ganz Großen der Branche: Google, Apple, Amazon, Facebook Microsoft.Warum? Weil sie es können! Alle anderen sind nur Fußvolk und haben nichts zu melden.

Kritiker verlangen mehr Fairness in App-Stores › Digitalistan

Jörg nimmt dann die Store-Modelle von Apple und Google und deren 30 Prozent Wegzoll auseinander. Das ist nur eines der Beispiele, wo die GAFAM-Konzerne die Regeln machen … und kassieren.

Apropos kassieren: Volker Weber auf den Punkt zum Thema Apple Watch:

Wer soll sich die Series 6 kaufen? Ganz sicher nicht jemand, der eine Series 5 hat und wahrscheinlich auch niemand, der eine Series 4 hat. Series 3 ist der Grenzfall. Apple verkauft die immer noch als Einsteigermodell und sie ist lediglich halb so schnell wie die aktuelle Series 6. Das ist spürbar. Die 20% Verbesserung gegenüber der Series 5 dagegen fühlt man nicht.

vowe dot net :: Apple Watch 6 :: Erste Eindrücke

Und ich genau ein solcher Grenzfall und wehre mich (noch) gegen eine Neuanschaffung.

Dirk Roebers zwitschert kommentierend zum Technologie-Scouting von Huawei:

Die haben es halt drauf, die (bösen) Chinesen.

Dann die never-ending Story von Open Source und Verwaltung – und nicht nur Verwaltung, findet der Rafael Laguna korrekterweise:

Und weiter klingelt die Kasse bei Microsoft, da die öffentliche Verwaltung brav dabei bleibt. Von Datenschutz und europäischer digitaler Souveränität gar nicht zu reden.

Zu Abschluss noch ein Hörzeichen: Nicht immer mein Fall, aber diesmal hörenswert, der t3n Podcast von William Cohn zur Kreuzung von Mensch und Roboter, zur Implantation von Chips in das Hirn von Schweinen, bald Menschen (??), eine Elon Musk-Innovation namnes Neuralink. Wir browsen und surfen über Gehirnströme gesteuert durch das Netz, kein Smartphone mehr, die Gedanken sind … frei. Dazu noch die Perspektive der amerikanischen Neurologin und Wissenschaftlerin, paraphrasiert: „Das ist moderne Technologie vom Feinsten, möglicherweise kann es zu Missbrauch kommen, aber lass uns diese nicht fürchten, sondern gestalten.“

(Stefan Pfeiffer)

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Homeoffice-Allerlei: Wie wäre es mit einem Blumenstrauß für die, die im Homeoffice mehr arbeiten? Und weitere Links und Zitate

7. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Es ist mal wieder Zeit für ein Homeoffice-Allerlei, für eine Zusammenstellung von Beiträgen, die mir in den vergangenen 2-3 Wochen zum Thema Remote Work, mobiles Arbeiten und Homeoffice aufgefallen sind. Hier nun meine natürlich subjektiv kuratierte Auswahl.

Ist die Mehrheit schon zurück im Büro?

Zuerst einmal: Wo stehen wir denn real beim Thema Homeoffice. Die FAZ berichtet unter Berufung auf eine Umfrage von Morgan Stanley Research:

Inzwischen sind im europäischen Durchschnitt 70 Prozent aller Büroangestellten an ihre Arbeitsplätze im Unternehmen zurückgekehrt. … In Deutschland sind 74 Prozent der Büroangestellten zurück in ihrem Unternehmen, in Italien und Spanien 76 Prozent, in Frankreich sogar 84 Prozent. Die große Ausnahme bleibt Großbritannien. …

Nur noch eine kleine Minderheit arbeitete in Deutschland permanent von zu Hause aus. 16 Prozent sitzen die komplette Woche über im Homeoffice, jeweils 5 bis 7 Prozent bleiben einen, zwei, drei bis vier Tage in der Woche dem Büro fern.

Home Office: Die meisten Arbeitnehmer machen Überstunden

Ich gebe zu, dass mich die Zahlen erstaunen. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass so viele schon wieder zurück im Büro sind. Allerdings sei die Zahl derer, die daheim arbeiten, im Vergleich zu vor der Krise deutlich gestiegen.

Nicht erstaunlich: Öffentlicher Dienst schlecht auf Homeoffice vorbereitet

Immer wieder wird berichtet, wie unterschiedlich die Möglichkeiten in verschiedenen Berufen und Branchen für Remote Work und Homeoffice sind. In manchen Jobs geht es einfach nicht. Nun bin ich nicht bei denen, die mit den Fingern auf diejenigen, die angeblich Privilegierten zeigen, die remote arbeiten können, gar ihnen diese Möglichkeit nehmen wollen. Jedoch sollten wir uns genauer die Umstände in spezifischen Branchen anschauen. Eine YouGov-Umfrage hat den öffentlichen Dienst beleuchtet:

Danach haben Beamte und Angestellte bei öffentlichen Arbeitgebern das Gefühl, der Arbeitgeber sei schlecht auf die Homeoffice-Phase vorbereitet gewesen (67 Prozent). Bei den Arbeitnehmern in der freien Wirtschaft war dagegen lediglich knapp ein Drittel (30 Prozent) der Ansicht, dass die Firma für das Homeoffice schlecht gerüstet war. …

Knapp die Hälfte der öffentlichen Bediensteten gab an, vom Arbeitgeber keine Infrastruktur oder geeignete Hardware für das Homeoffice gestellt bekommen zu haben.

Öffentlicher Dienst sieht sich schlechter für Homeoffice gerüstet als Industrie | heise online

Das Thema Infrastruktur – hat die Arbeitnehmer entsprechenden schnelles Internet – und Hardware – stellt der Arbeitgeber einen Computer (und vielleicht mehr) zur Verfügung – sind sicherlich Fragen, die nicht nur im öffentlichen Dienst relevant sind. Da kommt auch schnell die Fragen nach sicheren Geräten und geschützten Daten von Nutzung der eigenen Geräte (BYOD und potentieller Nutzung von Geräten durch andere Familienmitglieder auf. Die von Lenovo in Auftrag gegebene Studie geht auch auf Themen wie Homeschooling oder die Vereinbarkeit von Job und Kinderbetreuung ein, auf jeden Fall sehr relevante Fragen rund um Homeoffice.

Ein Blumenstrauß als kleines Danke für mehr Arbeit im Homeoffice

Claudia Tödtmann geht in ihrem Blog darauf ein, dass viele der Arbeitenden sich in schwierigen Zeiten unter teilweise nicht idealen Arbeitsbedingungen daheim „rein hängen“, länger arbeiten, um den Laden am Laufen zu halten.

Warum als Vorgesetzter oder Unternehmen einfach mal Danke sagen?

Nur die wenigsten Arbeitgeber schickten ihren Leuten mal zum Dank für so viele einseitige Opfer einen Strauß Blumen oder andere Aufmerksamkeiten nach Hause. Als Anerkennung fürs Pflichtbewusstsein. Einige wenige aber eben doch, samt handgeschriebener Dankeskarten der Vorgesetzten. … Laut Arbeitsrecht sind Arbeitnehmer nicht dazu verpflichtet, woanders als in der Firma ihre Arbeitsleistung zu erbringen.

Home-office: Beim Lockdown arbeiteten die Angestellten zuhause täglich eine Stunde länger als sonst | Management-Blog

Claudia Tödtmann geht in ihrem Beitrag auch auf die oft nicht idealen Arbeitsbedingungen in eigenen vier Wänden ein. Ganz sicher nicht jede:r hat ein eigenes Arbeitszimmer oder auch den richtigen Bürostuhl. Klar, die Arbeitsbedingungen müssen stimmen, aber mir graut auf der anderen Seite bei der Vorstellung, dass der Arbeitsschutz die Wohnungen und Heimarbeitsplätze der remote Arbeitenden aufgrund unzähliger Paragraphen und Vorschriften kontrolliert und inspiziert. Und Diskussionen um die Bereitstellung von Technik, die Bezahlung von Telekommunikationskosten oder einer möglichen Beteiligung der Arbeitgeber an Mietkosten, werden anstehen, wenn viele Unternehmen ihre Mitarbeiter:innen auch nach der Covid-19-Krise weiter daheim arbeiten lassen wollen.

Wenn die Pointe die Sachlichkeit auffrisst

Gabor Steingart fordert in seinem Morning Briefing vom 7. August die Arbeitswelt neu zu denken:

Die Heimarbeit hat drei unschlagbare Vorteile aus Sicht der Arbeitgeber:

Erstens: Der Beschäftigte stellt seinem Arbeitgeber kostenlose Bürofläche zur Verfügung. Die entsprechende Quadratmeterzahl kann in der Firma mittelfristig eingespart werden, was die Fixkosten deutlich reduzieren dürfte.

Zweitens: Die firmeninterne Kommunikation, verharmlosend Flurfunk genannt, wird durch die körperliche Abwesenheit drastisch reduziert. Die beliebten Bürosportarten – Mobben, Schleimen, Tratschen – lassen sich von zu Hause deutlich schwerer ausüben.

Drittens: Erstmals zählt wirklich nur die messbare und damit nachprüfbare Leistung des Beschäftigten. Das rhetorische Maulheldentum, das vielerorts das Konferenzgeschehen beherrscht, entfällt. Erstmals fallen Anwesenheit und Arbeitszeit zusammen.

Morming Briefing, 7.8.2020

Er macht es sich zu einfach, finde ich. Punkt 1 ist sicher umstritten, bei den zwei weiteren „Vorteilen“ zählen wieder einmal Pointe und knackige Formulierung mehr als die Sache.

Doch gerade in den rechtlichen und finanziellen Fragen sind Kompromisse, pragmatische Lösungen notwendig, bei denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer:innen aufeinander zugehen. Ich hoffe nur, dass wir die erzielten Möglichkeiten nicht durch Bürokratie und Paragraphen kaputt „reformieren“.

Übersicht aktueller Studien

Hinweisen möchte ich auf den Blogbeitrag des von mir geschätzten Andreas Stiehler. Er hat im QSC-Blog eine Übersicht aktueller Studien zusammengestellt und schreibt in einer ersten Zwischenbilanz:

Trotz der Unterschiede im Befragungsdesign fügen sich die Hinweise aus den verschiedenen Untersuchungen zu einem durchaus stimmigen Gesamtbild. Unsere wichtigsten Erkenntnisse nach Sichtung der Studien hier kurz zusammengefasst:

Die Umstellung auf Remote Work funktionierte überraschend gut.

Homeoffice macht zufrieden und produktiv, auch weil die Mitarbeitenden dazulernen.

Das Stresslevel sinkt in Summe, aber Berufsanfänger und Manager fühlen sich überfordert.

Die Attraktivität flexibler Arbeit steigt, aber soziale Interaktion wird vermisst.

Arbeitswelt nach Corona (1): Empirische Studien im Überblick – QSC Blog %

Wir sind auf seine weiteren Beiträge gespannt.

Verschwörungstheorien im Büro?

Nicht direkt mit Homeoffice hat das Thema Verschwörungstheorien auf der Arbeit zu tun. Doch es ist derzeit ein relevantes Thema. Was, wenn die Verschwörungstheoretiker ihre Botschaften im Betrieb verbreiten oder dort keine Maske tragen wollen? Die FAZ hat hier einen Bericht veröffentlicht und zitiert Sabine Riede von der Sekten-Info Nordrhein-Westfalen:

Riedes Rat ist, schnell Grenzen zu ziehen, wenn Kollegen anfangen, Verschwörungstheorien zu verbreiten: „Das hat hier nichts zu suchen!“ Zu diskutieren oder den anderen überzeugen zu wollen sei fast nie erfolgreich. „Wenn jemand völlig fanatisiert ist, wird am Arbeitsplatz keine Zeit sein, ihn zu überzeugen. Man sollte aber bewusst seine eigene Meinung vertreten.“ Sollten Kollegen zu aufdringlich werden, rät sie, den Chef oder den Betriebsrat einzuschalten. „Große Firmen haben ja auch Psychologen und Sozialarbeiter.“

Verschwörungstheorien im Büro: Was tun mit Kollege Aluhut?

(Stefan Pfeiffer)

Bild von klimkin auf Pixabay

„Was ist das digitale Vermächtnis der Corona-Krise?“ fragt der Bitkom und fordert Digitalpakt

25. Mai 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Wie kommen wir wirtschaftlich aus der Corona-Krise heraus? Diese Frage tritt neben der Eindämmung der Pandemie immer mehr in den Vordergrund. Der Digitalverband Bitkom hat Anfang Mai einen Digitalpakt Deutschland vorgeschlagen, „der konjunkturelle Maßnahmen mit einer echten Transformationsagenda“ verknüpfen soll. „Was haben wir in der Krise gelernt, was ist das digitale Vermächtnis der Corona-Krise,“ fragt der Bitkom und schlägt einen (kurzfristig) 15 Milliarden schweren Maßnahmenkatalog vor.

So soll – das muss ich angesichts der aktuellen Diskussion vorn an stellen – einen einmaligen Homeoffice-Bonus vor:

In der Krise haben Homeoffice und mobiles Arbeiten vielen Organisationen sehr geholfen. Damit die Arbeitsbedingungen im Homeoffice wirklich zum Bedarf passen, sollten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für das Jahr 2020 einen einmaligen Steuerbonus für die Anschaffung von ITK-Infrastruktur erhalten.

Digitalpakt Deutschland | Bitkom e.V.

Daneben soll unter dem Motto Modernisierungsprämie statt Abwrackprämie ein Digitalgutschein Anreize für Unternehmen schaffen, „neue Technologien gezielt in der Praxis auszurollen oder alte, analoge Prozesse zu ersetzen“. Auch – und richtigerweise – werden auch eine Verwaltungsmodernisierung, Schultransformation und ein Ausbau der Infrastruktur gefordert. Doch Breitband an jeder Milchkanne?

Ziel der Konzertierten Aktion zur Verwaltungsmodernisierung ist deshalb, dass alle staatlichen Leistungen künftig schnell digital beantragt werden können – ohne jeglichen Medienbruch.

Digitalpakt Deutschland | Bitkom e.V.

Klar, der Bitkom ist der Interessenverband für 2.700 Unternehmen der digitalen Wirtschaft. Doch das muss ja nicht heißen, dass einige der vorgeschlagenen Maßnahmen nicht sinnvoll sein können.

Achim Berg, der Präsident des Bitkom, hat sich im The Pioneer Tech Briefing gegenüber Dr. Robin Tech, dem Gründer der Market Intelligence Software Delphai, auch zur Bedeutung von Covid-19 als möglichem Wendepunkt der Digitalisierung in Deutschland geäußert:

COVID-19 ist eine Tragödie, hat aber ein Brennglas auf den Stand der Digitalisierung gelegt. Wir werden in wenigen Jahr auf 2020 zurückschauen und sagen: Das Jahr war der digitale Wendepunkt. Wir haben uns wieder digitale Souveränität erarbeitet. Die deutsche Wirtschaft hat sich aus dem unteren Mittelfeld befreit und den Anschluss an andere Länder geholt.”

Tech Briefing: Achim Berg, ist COVID-19 wirklich ein Digitalisierungs-Katalysator für die Wirtschaft

Schauen wir mal, ob nach vorne gerichtet digitalisiert wird oder bestehende Strukturen mit Abwrackrpämien zementiert werden. Das Papier zum Digitalpakt kann hier heruntergeladen werden. Thema für #9vor9? Mal schauen.

(Stefan Pfeiffer)

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

Vor 10 Jahren: Wir Kinder der Generation Windows ODER warum gehen wir in Deutschland nicht kritisch mit Microsoft um?

26. Januar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Am 23. Januar 2010 habe ich über meine persönliche Geschichte mit und Beziehung zu Microsoft geschrieben. Wie ich es im getitelt habe: Ich bin ein Kind der Generation Windows, war beispielsweise als Business Partner beim offiziellen Launch von Windows 3.0 in Deutschland dabei. Irgendwann haben sich die Wege dann getrennt oder besser, ich habe eine wesentlich kritischere Haltung zu Microsoft eingenommen.

All das ist Thema des Beitrags von damals. Und auch manche Fehleinschätzung, wie es denn weitergehen würde. Die Dominanz von Microsoft konnte weder im Office-Bereich, geschweige denn bei den Betriebssystemen wirklich gebrochen werden. Office ist in die Cloud gewandert und dominiert noch immer auf ungesunde, monopolistische Weise das Segment, DSGVO-Verstöße hin und Warnungen der EU vor Abhängigkeit her. Auch in der Cloud hat man sich gut positioniert und man kann hier nur den Hut ziehen, wie man sich nach dem Abschied von Steve Ballmer erfolgreich neu positioniert hat.

Das Image ist gerade in Deutschland ausnehmend gut, auch wenn regelmäßig Sicherheitslücken auftauchen, die Qualität bemängelt wird oder wie gerade 250 Millionen Einträge aus der Kundendatenbank offen im Netz zugreifbar waren. Das wird kaum wahrgenommen. Nicht umsonst sprechen Kritiker von GAFA, den großen Plattformkonzernen Google, Apple, Facebook und Amazon, und nicht von GAFAM, den genannten Konzernen inklusive Microsoft, das zweifelsohne ähnliche Macht in seinem Segment hat.

Die positiven Signale werden eher wahrgenommen und auch multipliziert: Wenn Microsoft bekannt gibt, dass man klimaneutral, ja klimapositiv werden will, wird das allenthalben bejubelt. Nicht falsch verstehen: Die Initiative ist absolut positiv zu bewerten und ich hoffe, dass mancher Konzern nachzieht. Doch wenn manch sonst so angeblich kritischer Geist dann plötzlich zwitschert, dass der einzige Plattformkonzern, für den er arbeiten würde, Microsoft sei, werde ich misstrauisch und kann nur angesichts vieler Fakten den Kopf schütteln.

Microsoft macht gerade sehr vieles richtig. Das muss man neidlos anerkennen. Doch sollte man gerade in Deutschland und Europa auch wahrnehmen und berücksichtigen, dass wir beispielsweise in der öffentlichen Verwaltung extrem von Microsoft abhängig sind. Abhängig! Offensichtlich wissen wir nicht einmal, wie viel Geld die deutsche Verwaltung für Microsoft-Produkte ausgibt. Die Gelddruckmaschine läuft fröhlich vor sich hin.

Europäische Unabhängigkeit, eine europäische Plattform und Alternative, bedeutet nicht nur aus finanziellen Gründen wesentlich mehr Unabhängigkeit von Windows, besonders Office und anderen Microsoft-Produkten und Hinwendung zu Open Source als Alternative. In diese Richtung will ja jetzt auch die Union gehen. Ich bin gespannt und verhalten optimistisch, eher pessimistisch. Die Lobbyisten werden es schon richten, die Union einknicken. Weil angeblich Excel, Powerpoint und Word so unverzichtbar sind. So ein Mumpitz.

(Stefan Pfeiffer)

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

„Um unsere digitale Souveränität zu gewährleisten, wollen wir Abhängigkeiten zu einzelnen IT-Anbietern verringern“ – Horst Seehofer

20. September 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Das Thema Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von Microsoft ist schon seit geraumer Zeit laufend Thema in diesem Blog. Unkontrollierbare, ja unbekannte Ausgaben und Datenschutz sind neben der Abhängigkeit von Europa vom US-Konzern zwei wesentliche Bedenken, die man haben muss.

Auch habe ich schon öfters süffisant bemerkt, dass fast nur heise über diese Problematik berichtet, während ein großes in München ansässiges IT-Medienhaus das Thema meist umschifft. Ein Anzeigenkunde, wer Böses dabei denkt. Nun berichtet heise über eine. vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegebenen Studie Analysten des Beraternetzwerks „PwC Strategy&“, die oben genannte Mängel erneut „herausfindet“. So schwer ist das ja auch nicht.

Die Studie bezeichnet laut heise neben Microsoft auch die Beziehung zu SAP und Oracle als bedenkenswert. Es herrsche „dringender Handlungsbedarf“. Der Artikel nimmt natürlich auch darauf Bezug, mehr Open Source-Software einzusetzen und erwähnt Peter Ganten von der Open Source Business Alliance (OSB), der ja noch im Juni neben der Kandidatin für den SPD-Vorsitz, Saskia Esken, und anderen Experten bei uns im IBM Livestudio zum Thema diskutiert hat.

Wie gesagt, alles nicht neu, aber immer wieder im Sinne des steten Tropfens erwähnenswert und publizierungswürdig. Zitieren möchte ich eine Aussage von Bundesinnenminister Horst Seehofer:

Um unsere digitale Souveränität zu gewährleisten, wollen wir Abhängigkeiten zu einzelnen IT-Anbietern verringern. … Außerdem prüfen wir Alternativ-Programme, um bestimmte Software ersetzen zu können. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Ländern sowie der EU.“

über Marktanalyse: Microsoft-Abhängigkeit führt zu „Schmerzpunkten“ beim Bund | heise online

In diesem Zusammenhang muss man  man leider auch auf den Bericht des Bundesrechnungshofs zur Modernisierung der Bundes-IT verweisen, der nicht gerade Hoffnung macht, Seehofer-Aussage hin oder her:

 

Ich bin skeptisch, ob der Worte von Horst Seehofer bald auch wahrnehmbare Taten folgen. Die Lobbyisten sind sicher im Hintergrund am würgen, äh wirken.

(Stefan Pfeiffer)

#9vor9: 5G ausgehebelt, die Krux mit den Verlagen und warum IT-Projekte der öffentlichen Hand scheitern

3. September 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Er treibt sich in Berlin herum, unser Gunnar Sohn, und deshalb durfte ich #9vor9 am 3. September technisch hosten. Welch eine Herausforderung am frühen Morgen, diesmal in der Besatzung Lars Basche, Gunni und meiner einer. Themen waren heute Alternativen zu 5G, die die Industrie im Niedrigbandbereich entdeckt, die Krux mit öffentlichen IT Projekten, die immer zu scheitern scheinen oder finanziell aus dem Ruder laufen, wie auch das Thema, dass Verlage einfach keine neuen Geschäfts- und Bezahlmodelle für das Netz entwickeln.

Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

Weiter aktuell: Das Magazin vom 6. Juni mit Oliver und Gunnar in Marzahn, dem Sicherheitslaster CTOC und #FreierCode für freie Bürger

7. Juni 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Auf dem Rückweg von Berlin schaffe ich es jetzt endlich, auch hier das gestrige Magazin mit einer Vielzahl interessanter Themen zu publizieren. Gunnar hat mit meinem Kollegen Oliver Hüfner eine mit dem Malteser Hilfsdienst entwickelte altersgerechte Musterwohnung in Marzahn besucht, ein hochaktuelles Thema sowohl unter sozialen wie auch finanziellen Aspekten. Er wird auch noch eine ausführlichere Version des Beitrags für Euch schneiden. Lars hat wichtigen Aussagen der lebhafte Podiumsdiskussion zum Thema Freier Code für freie Bürger zusammengeschnitten – und mich dabei herausgeschnitten. Ich bin jetzt schon ein bisschen nachdenklich, was das bedeuten könnte.

Und daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer Impressionen zum Beispiel vom Security Summit und dem X-Force Command Cyber Tactical Operations Center, kurz CTOC, dem mobilen Sicherheitszentrum, das sich in einem Truck befindet. Hoffentlich haben wir Euch auch den Mund wässrig gemacht auf weitere Beiträge, die wir heute aufnehmen beziehungsweise aufgenommen haben: Wir besuchen den Parfumeur Marc vom Ende von Symrise, der mit Unterstützung künstlicher Intelligenz neue Düfte kreiert. Im Bikini bauen/bauten am 7.Juni 300 Schüler Wettersensoren und verteilen sie in der Stadt, um die Luftqualität zu messen*.

Bei der We Are Developers-Konferenz wird das Projekt und der Call for Code mit dem UN Office für Human Rights vorgestellt, in dem IT-Lösungen entwickelt werden, die Menschen im Fall von Naturkatastrophen helfen sollen. Am 15. und 16. Juni gibt es dazu auch einen Hackathon während der Think at IBM. Wir hoffen, dass noch viele Entwickler bei diesem sozialen Projekt mitmachen. Und hoffentlich schafft es Sascha Pallenberg ins Bikini, um mit uns über den Chatbot Ask Mercedes zu sprechen. All diese Beiträge werden die Tage geschnitten und gehen dann neben anderem Material live.

Unsere nächsten Magazine senden wir dann jeweils dienstags am 11. Juni, 18. Juni und am 25. Juni. Natürlich werden zwischendurch auch einzelne Berichte publiziert. Also dran bleiben. Es lohnt sich

(Stefan Pfeiffer)

* Über 200 Schülerinnen und Schüler haben in Teams selbst einen Umweltsensor zur Messung von Temperatur, Feuchtigkeit und Feinstaub aus einfachen Bauteilen gebaut und gelernt, sie sinnvoll aufzustellen und auf der Online-Plattform luftdaten.info einzuhängen. Die so anfallenden Daten können dann später im Unterricht mit Verkehrs- und Wetterdaten verbunden werden und bieten Grundlage für die Auseinandersetzung mit IoT, BigData und Citizen Science an einem konkreten, aktuellen Beispiel.

 

Freier Code für freie Bürger: Ohne eine starke Lobby wird Open Source in der öffentlichen Verwaltung nicht vorankommen

6. Juni 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Freier Code für freie Bürger – das war das Thema unserer Podiumsdiskussion am 5. Juni. Mein Zwischenfazit: Alle Diskussionsteilnehmer sind dafür, aber über den Weg zu mehr Open Source in der öffentlichen Verwaltung herrscht weiter Unklarheit. Michael Seemann fordert, dass „der Staat“ Betreiber einer Open Source-Plattform werden solle. Doch wer ist „der Staat“? Es gibt keine Weisungsbefugnis des Bundes, wie Saskia Esken, Bundestagsabgeordnete der SPD, feststellte und sie verteidigte auch die föderalen Strukturen.

Doch meiner Ansicht werden wir im Thema nicht wirklich deutlich vorankommen, wenn es nicht deutlich sichtbar und vernehmbar vorangetrieben wird. Ob das nun ein Zusammenschluss von Ministerien wäre oder aber ob ein/e Digitalminister/in dafür eintritt und Länder und Kommunen hinter sich schart. Vielerlei Konstellationen sind denkbar. Sicher reicht eine reine Absichtserklärung in einer Koalitionsvereinbarung nicht, wie sich gerade wieder zeigt. So wird weiter „Business as usual“ gemacht, Verträge mit Anbietern proprietärer Software in dreistelliger Höhe geschlossen, statt die deutsche oder europäische Software-Industrie zu fördern und dort Arbeitsplätze zu schaffen, wie es auch Peter Ganten feststellte.

Ich glaube, dass Open Source in der öffentlichen Verwaltung eben auch Öffentlichkeit, ja eine Lobby braucht. Nur im Hintergrund werkeln, punktuell ein erfolgreiches Projekt durchführen und dann auf eine Sogwirkung hoffen – wird  das wirklich genügen? Ich habe da meine Zweifel. Ohne diese Lobby, ohne starken Druck oder besser eine starken Sog wird das Thema in der öffentlichen Verwaltung und darüber hinaus nicht vorankommen.

Herzlichen Dank an alle Diskussionsteilnehmer, die unkompliziert zugesagt und engagiert diskutiert haben: Saskia Esken, Bundestagsabgeordnete der SPD, Peter Ganten, Vorsitzender der Open Source Business Allianz, Michael Seemann, Blogger, und Moderator Stephan Dörner von t3n. Hat sehr viel Spaß mit Euch gemacht und ich hoffe, dass wir gemeinsam am Thema dran bleiben.

(Stefan Pfeiffer)

 

Keine Milchkanne mit Betriebssystem Windows 10 oder kommunale IT-Dienstleister fordern mehr Unabhängigkeit von Microsoft

5. März 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Die Fortschreibung der „never ending Story“ oder ewig grüßt das Murmeltier oder von der Abhängigkeit von Microsoft gerade auch in der öffentlichen Verwaltung. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Digitalexperten von Städten und Gemeinden berichtet in ihrer Hauszeitschrift Vitako aktuell über die Digitale Souveränität und kommt auch zu hier im Blog – zuletzt zu Die Bundesregierung weiß nicht, wie viel Geld sie für Software-Lizenzen (besonders von Microsoft) ausgibt – schon oft zitierten Ergebnissen von Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung bis zum Verlust der digitalen Souveränität. Die nochmals aufzuzählen, darauf verzichte ich. Jedoch möchte ich Ralf Resch, Vorsitzenden der Vitako, wie folgt zitieren:

Es wäre illusorisch, die marktbeherrschende Stellung von Microsoft-Produkten in der öffentlichen Verwaltung von heute auf morgen einstellen oder umgehen zu können. Zwar gibt es gut funktionierende Alternativen im Open-Source-Bereich. Doch jede Migration ist ein mutiger Schritt, …

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Abhängigkeiten einzuschränken beziehungsweise besser zu verteilen. …

Vitako fordert vor diesem Hintergrund industriepolitische Initiativen, die dazu beitragen, die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern zu verringern.

Womit wir wieder beim politischen Willen und dem bisherigen politischen Versagen sind, sich zumindest partiell aus der Abhängigkeit zu lösen. Das Magazin kann hier als PDF heruntergeladen werden. Und es gibt auch einen Bericht auf heise online: Digitale Souveränität: Kommunale IT-Dienstleister rebellieren gegen Microsoft | heise online.


Dazu noch einige passend oder auch von manchen als unpassend empfundenen Zitate und Tweets, die ich sukzessive ergänzen werde:

  • Rafael Laguna, Chef von Open Exchange, fordert eine gemeinsame Anstrengung der europäischen Internet- und Softwareindustrie und sieht dabei Europas Internet-, Kabel- und Telekommunikationsanbieter als entscheidend an. Ich habe dazu schon ergänzt, dass es vor allem auch des politischen Willens bedarf.
  • Wir als eines der führenden Länder dieser Welt müssen aber den Anspruch haben, etwa bei der Digitalisierung und der Plattform-Ökonomie ganz vorne dabei zu sein. …
    Ich kann mir vorstellen, dass wir in Europa eine Art Airbus der künstlichen Intelligenz etablieren.

    so Peter Altmaier fordert europäischen Digitalkonzern – Politik – Berliner Morgenpost

Eigentlich haben wir gegen Amazon, Google, Facebook & Co keine Chance! Oder vielleicht doch?

23. Januar 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Gegen Google und Facebook haben kleine Dienste wie Mozilla eigentlich keine Chance. Trotzdem könnten nun goldene Zeiten für sie anbrechen.

über Wie Mozilla und Co. gegen Google und Facebook bestehen – FAZ

So lautet der Anreißer des Beitrags von Jonas Jansen und Thiemo Heeg in der FAZ. Motto: Eigentlich haben sie keine Chance, die Mozillas dieser Welt, oder doch? Ich bin eher skeptisch, leider.

„Wir wollen bis 2020 zwei Millionen
erreichen mit Partnern wie der
Dienstleistungsgesellschaft Verdi und
IHKs, die die Bedürfnisse der
Arbeitnehmer und der Arbeitgeber
kennen“ – Philipp Justus,
Vizepräsident Google Zentraleuropa

Solange Google „mit neuem Berliner Büro zur Bildungsoffensive“ bläst, wie es sogar heise titelt, und nicht entsprechende Initiativen zur Weiter- und Ausbildung für Open Source-Tools gestartet werden, solange wird „gegooglet“, Chrome als Browser genutzt und der Datenkrake weiterhin schön unsere Daten übermittelt.

Und auch Facebook versucht, Bürgern und Politiker Sand die Augen zu streuen, indem ein KI Institut in München mit einigen Millionen gefördert wird. Microsoft versteht es ja seit Jahren geschickt, nicht in die Schusslinie zu kommen und dabei dreistellige Millionenbeträge für Software-Lizenzen vom Staat abzukassieren.

Solange sich die EU oder auch die deutsche Bundesregierung inklusive der Länder nicht hinter Open Source-Initiativen wie Mozilla stellen, nein, solange sie nicht Open Source als Standard für die öffentliche Verwaltung ausrufen und als Plattform setzen (wie es Michael Seemann schon gefordert hat), solange bleiben wir in der Abhängigkeit von Google, Facebook, Amazon und Microsoft. Ohne breitere Unterstützung haben Firefox, Posteo, Mailbox.org, DuckDuckGo, Qwant & Co keine wirkliche Chance, auch wenn einige (zu) wenige die Tools einsetzen und – wie die FAZ-Autoren es schreiben – mehr und mehr Bürgerinnen und Bürger sensibler werden. Es braucht die öffentliche Hand als Plattformbetreiber und Anwender von Open Source und es braucht Schulung und Ausbildung an Schulen, Universitäten und in der Erwachsenenbildung. Die Schönwetterreden nutzen nicht mehr viel – und dies ist auch eine explizite Aufforderung an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, der sich im Thema Digitalisierung, KI und Europa ja immer wieder exponiert.

(Stefan Pfeiffer)

Und die Politik feiert mit Google. Da liegen wohl eher die Schwerpunkte?

 

Ist Microsoft nun wirklich [praktisch] eine Open Source-Company?

5. November 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Anläßlich der geplanten Übernahme von Red Hat durch IBM habe ich natürlich die einschlägige Presse studiert und aus meiner Sicht relevante Kommentare laufend in einen Ticker auf CIOKurator eingearbeitet. Unter anderem zitiere ich dort auch Jason Perlow, der auf ZDNet einen Cloud-Krieg voraussagt.

Ich bin bei der Lektüre über einen weiteren Absatz seines Beitrags gestolpert, in dem er Microsoft als Open Source-Company klassifiziert:

Microsoft has transformed itself from a clear aggressor in the Open Source space to practically an Open Source company itself. In fact, Redmond made Windows itself Linux-compatible and Azure a major cloud player where more than half the workloads on it are in fact, Linux and Open Source based. SQL Server now runs on Linux. Azure Sphere, their IoT platform, uses a Microsoft-tuned Linux kernel.

And it has joined OIN and its entire patent portfolio is now Open Source.

über Armed with Red Hat, IBM launches a cloud war against Amazon, Microsoft and Google | ZDNet

Und Microsoft hat GitHub vor einiger Zeit übernommen, was man als einen weiteren Schritt Richtung Open Source interpretieren könnte. Business Insider spricht von Microsoft’s $7.5 billion bet on open source und zitiert Microsoft CEO Satya Nadella wird Business Insider wie folgt:

„For many years, Microsoft has been on a journey with open source and that community and today, we’re all in on open source. We believe in the power of communities to achieve more together than what their members can do on their own, and that collaborative development through the open source process can accelerate innovation. … In fact, today, Microsoft is one of the largest contributors to open source in the world. And when it comes to our commitment to open source, I want the world to judge us by the actions we’ve taken in the recent past, our actions today, and in the future.“

über Incoming GitHub CEO Nat Friedman talks about the company’s history with open source – Business Insider

Lange Jahre hat Redmond Open Source bekämpft. Man denke an die Zeiten von Steve Ballmer, der Linux einmal als Krebs bezeichnet hat. Ist nun mit Satya Nadella, der sicherlich verändert hat (und wird??) alles anders? Microsoft hat sich zweifelsohne gewandelt, aber wird man in so kurzer Zeit vom Saulus zum Paulus?

Teilen sich gar Microsoft und Google den Markt auf nach dem Motto, der ein kriegt Desktops und Notebooks, der andere im Browser und auf SmartPhones, wie es hier in einem Beitrag zu Progressive Web Applications heisst: Microsoft wants everything to run on Windows. Google wants everything to run on the web. (And what does Apple want?)

Was ist nicht nur in Deutschland mit der Dominanz in der öffentlichen Verwaltung? Noch 2017 haben EU-Experten gewarnt, die Abhängigkeit von Microsoft gefährdetdie digitale Souveränität der öffentlichen Verwaltung in Europa.

Was ist mit den mehr als 250 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen, die die deutsche öffentliche Hand bis Mai 2019 ausgibt, um damit die 2015 geschlossenen Verträge mit Microsoft zu „bedienen“? Passt das zum Open Source-Bekenntnis oder ist das einfach „Business as usual“?

Zugespitzt formuliert: Ist meine Frage Open Source als Alternative zu Microsoft unterdessen einfach falsch? Hat Open Source jetzt eben durch das Microsoft-Engagement die von mir eingeforderte Lobby? Und nur noch die ewig Gestrigen streiten einen Kampf gegen Windmühlen?

Das sind alles wirklich komplizierte Fragen, schwierig zu beurteilen. Ich bin auf Eure Kommentare und Eure Stimmen gespannt. Einfach hier mit abstimmen!

(Stefan Pfeiffer)

Kurz zitiert am Ende der Ära Merkel: „Beim Breitbandausbau bei den Schlusslichtern gehören und eGovernment noch gar kein Thema“

3. November 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Dass ich mal Focus Online und dann auch noch eine FDP Politikerin – Ria Schröder, Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen – zitiere, aber für’s Protokoll:

Bei der Digitalisierung scheitert Deutschland schon an der Infrastruktur. Peinlich ist das, wenn ich bei einer Runde mit internationalen Partnern, einräumen muss, dass wir beim Breitbandausbau zu den Schlusslichtern gehören und eGovernment noch gar kein Thema ist. Dabei ist in allen Bereichen von Bildung über Verwaltung bis hin zu Verkehr und Arbeitswelt so viel ungenutztes Gestaltungspotenzial. Es geht um autonomes Fahren, um künstliche Intelligenz und um digitale Bildung, die auf individuelle Förderung setzt und auf das moderne Arbeitsleben vorbereitet.

über Ende der Ära Merkel: Warum ihr Zenit überschritten ist – FOCUS Online

(Stefan Pfeiffer)

Blockchain: Vom Vertrauen in Lebensmittel bis zum Datenaustausch mit Behörden

25. Oktober 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Laut Pressemitteilung vom 23. Oktober 2018 von eco, dem Verband der Internetwirtschaft in Europa, suchen 81 Prozent der Unternehmen mehr Möglichkeiten, Daten mit staatlichen Stellen sicher auszutauschen, so die Ergebnisse einer Studie von eco und YouGov.

Doch – so die Meldung von eco – auch die Bürger springen auf diesen Zug auf. Taavi Kotka, ehemaliger CIO Estlands, das wie viele baltische Staaten sehr fortschrittlich in der Digitalisierung ist, wird wie folgt zitiert:

„Die Menschen nehmen staatliche Stellen zukünftig immer stärker als Dienstleister wahr, von denen sie Services ohne große bürokratische Hürden erwarten.“

„Die Menschen begreifen immer besser, was die Blockchain-Technologie alles kann.“

„Die Bürger nehmen zunehmend wahr, dass die Bedenken staatlicher Stellen hinsichtlich Datenschutz und Privatsphäre eigentlich Ausreden sind.“

über Deutschland braucht die Bundesblockchain – eco

70 Prozent der in der Studie Befragten wollten, dass der Staat Unternehmen die Möglichkeit biete, Unternehmensdaten geschützt durch Blockchain-Technologie an Behörden zu übertragen. Darauf basierend wird getitelt: Deutschland braucht die Bundesblockchain.

Losgelöst von der Sinnhaftigkeit, Blockchain in der öffentlichen Verwaltung einzusetzen, wird mir in der Meldung doch zu sehr der Wunsch von Unternehmen und der Wunsch „der Bürger“ durcheinander geworfen. Die eigentliche Studie konnte ich trotz Internet-Recherche bisher nicht ausfindig machen. Ich werde sie hier verlinken, sobald ich fündig geworden bin.

Mein 2 Cent zur Bundesblockchain: Im Prinzip ja, Euer Ehren, solange es nicht wieder einer dieser Rohrkrepierer öffentlicher IT-Großprojekte wird.

Auf meiner „Schreibliste“ steht schon seit lange ein Beitrag über Blockchain hier auf StefanPfeiffer.Blog, wo bei den Lesern das Thema vielleicht nicht so präsent ist wie „drüben“ auf dem CIOKurator, der mehr am technischen Publikum ist. Die Pressemitteilung von eco gab jetzt den Kick, diesen Beitrag zu publizieren.

Ein bisschen Background für die Leser, die sich mit dem Thema noch nicht auseinandergesetzt haben: Blockchain scheint sich in immer mehr Bereichen durchzusetzen. Mein Arbeitgeber IBM hat beispielsweise vielfältige Projekte gestartet. In einem Joint Venture mit Maersk wird die weltweite Lieferkette von Containern über eine Blockchain dokumentiert. Europas größter Einzelhändler Carrefour SA führt die Blockchain-Technologie ein, um Hühner, Eier und Tomaten auf dem Weg von den Bauernhöfen in die Geschäfte zu verfolgen.  Mit Walmart und anderen Partner man in sogenannten FoodTrust-Programm arbeitet man an der Verfolgung von Lebensmitteln zusammen. Vielfältige andere Einsatzgebiete werden umgesetzt oder befinden sich in der Testphase, von der Abwicklung von Verträgen (Smart Contracts) bis zum Zahlungsverkehr mit Kryptowährungen. Bitcoin hat ja jeder schon einmal gehört …

Was ist Blockchain und wie funktioniert es?

„Die vielleicht größte Umwälzung seit Erfindung der doppelten Buchführung“, so schreibt Niels Boeing auf ZEIT Online. Die Blockchain-Technologie zeichnet sich durch ihre dezentrale Funktionsweise und Fälschungssicherheit aus:

Eine Blockchain[1][2][3] (auch Block Chain,[4][5] englisch für Blockkette) ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, genannt „Blöcke“, welche mittels kryptographischer Verfahren miteinander verkettet sind.[1][6] …

Entscheidend ist, dass spätere Transaktionen auf früheren Transaktionen aufbauen und diese als richtig bestätigen, indem sie die Kenntnis der früheren Transaktionen beweisen. Damit wird es unmöglich gemacht, Existenz oder Inhalt der früheren Transaktionen zu manipulieren oder zu tilgen, ohne gleichzeitig alle späteren Transaktionen ebenfalls zu zerstören. …

Das Verfahren … kann aber darüber hinaus in verteilten Systemen zur Verbesserung bzw. Vereinfachung der Transaktionssicherheit im Vergleich zu zentralen Systemen beitragen.

über Blockchain – Wikipedia

Schärfster Kritikpunkt insbesondere ist wohl derzeit immer noch der vor allem durch die dezentrale Struktur verursachte hohe Energieverbrauch im Zahlungsverkehr mit der Kryptowährung Bitcoin-Blockchain. Andere Blockchains sind im Vergleich allerdings wesentlich effizienter im Energieverbrauch.

Das Thema Blockchain wird uns alle in vielen Lebensbereichen, im Beruf und privat begleiten. Deshalb macht es Sinn, sich damit zu befassen. Dieser Beitrag hier als erster Einstieg in diesem „Block“ zu Blockchain. Vielleicht wird auch das eine Kette, aber kein kryptografisch signierte …

(Stefan Pfeiffer)

Eigentlich sollte der Staat Open Source als Plattform betreiben …

9. März 2018 Posted by Stefan Pfeiffer


Michael Seemann hat ein emotionales Appell geschrieben, dass der (deutsche) Staat eine Open Source-Plattform betreiben solle. Dies sei die einzig vernünftige Alternative, aus verhängnisvollen Abhängigkeiten wie von Microsoft heraus zu kommen. Ich bin bei Michael, allein mir fehlt der Glaube angesichts der fast nur missglückten Großprojekte  von E-Perso, Gesundheitsakte bis eGovernment. Vom Debakel im Breitbandausbau will ich gar nicht sprechen. Einige Gedanken von mir auf CIOKurator zum Thema.

Michael Seemann hat einen lesenswerten Beitrag zu Open Source und dem Staat geschrieben. Er fordert den Staat und damit auch die neue Bundesregierung auf, (endlich) eine Allianz mit der Open Source-Bewegung zu schließen und selbst eine Plattform – basierend auf Linux und Open Source – für die öffentliche Verwaltung zu erstellen, anzubieten und einzusetzen. Gunnar…

via Open Source und der Staat: Es kommt [Bitte Eure Einschätzung einfügen] zusammen, was zusammen gehört —  CIO Kurator