Posts Tagged: ‘Digitalisierung & Wirtschaft’

Bundeszentrale für digitale Aufklärung oder leistungsfähiges, digital kompetentes Bildungswesen? Neben Digitalmacht China Thema bei #9vor9

22. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Unsere Themen heute bei #9vor9: Staatsministerin Dorothee Bär will eine Bundeszentrale für digitale Aufklärung schaffen, so ihre Aussagen in einem Beitrag und einem Interview mit der Wirtschaftswoche. Diese Plattform solle über digitale Themen wie 5G oder wie man Fake News erkennt aufklären. Sie wünscht sich einen zentralen Zugangspunkt, von dem aus man alle Informationen findet. Lars und ich haben viele Fragezeichen in den Augen, ob eine neue Behörde der richtige Weg sein kann.

Und ich konnte den Papabär Lars dann endlich hinter dem Bildungsofen hervorholen, in dem er bessere Bildung, Weiterbildung und Aufklärung an den Schulen und durch die Lehrer gefordert hat. Und damit es nicht einseitig ausgelegt wird: Es sollte und muss natürlich auch Erwachsenenbildung geben.

In diesem Zusammenhang musste ich dann an den Handelsblatt Disrupt-Podcast mit der Bildungsexpertin und Unternehmerin Verena Pausder denken, die die Mängel in der digitalen Bildung in Deutschland anprangert und auch aufzeigt, wo uns der Föderalismus behindert, zum Beispiel im Aufbau einer bundesweiten Schul-Cloud, die dann inhaltlich von den Ländern und Schulen befüllt werden könnte. „Eigentlich konnte man mit dem Thema Bildung in Deutschland keinen Blumentopf gewinnen, geschweige denn mit digitaler Bildung“, sagt sie gegenüber der FAZ. und prangert an, dass nur ein Bruchteilchen der fünf Milliarden Euro, die der Bund im Rahmen des Digitalpakts Schule bereitgestellt hat, abgerufen worden sei. Kurz: Es besteht Handlungsbedarf jetzt, eigentlich vorgestern.

Ich bin am heutigen Morgen an dem Artikel von Lea Deuber, der China-Korrespondentin der Süddeutschen, über eben China hängen geblieben. Dort beschreibt sie, wie China einen einzigartigen Überwachungsstaat aufgebaut hat.

Früher schrieb man über China und meinte ein Entwicklungsland auf dem Weg der Modernisierung. Heute schreibt man über China und blickt auf einen Staat, der immensen Einfluss auf die Welt ausübt – auch auf Deutschland, wo die eigene Freiheit der Maßstab ist. Denn die chinesische Regierung hat längst begonnen, Einfluss auf die Verhältnisse jenseits ihrer Grenzen zu nehmen. Die Kommunistische Partei stellt ihr System aus Überwachung und Wachstum als Alternative zu Demokratie und Marktwirtschaft dar, schwächt die Menschenrechte, unterwandert internationale Organisationen, spaltet die EU.

SZ-Korrespondentin in China – Ihre SZ – SZ.de

Lesenswert. Und es zeigt sich einmal mehr, dass wir uns alle intensiv mit China auseinandersetzen müssen. Hier sei auch nochmals auf einen weiteren Handelsblatt Disrupt-Podcast verwiesen, der sich mit China befasst. Schon lange ist China nicht mehr die Werkbank und Kopieranstalt der Welt. Es ist der größte Markt für Onlinehandel der Welt. Und der chinesische Staat setzt auf digitale Werkzeuge und hat in Zeiten der Pandemie seine Kontrollmöglichkeiten massiv ausgebaut. Im Podcast werden Isabell Peters, Professorin für E-Government & Digitale Transformation am Niedersächsischen Studieninstitut für kommunale Verwaltung, und die chinesische Journalistin Effy Zhang interviewt.

Und wir haben jetzt schon einmal auf kommende Woche hingewiesen, wo wir einen Gast in #9vor9 haben werden: Gerhard Schröder von K3 Kreative KommunikationsKonzepte kommt dazu und wir unterhalten uns über neue digitale Eventformate. Wir freuen uns drauf.

(Stefan Pfeiffer)

Und natürlich gibt es #9vor9 auch wieder als Podcast auf den bekannten Plattformen und hier im Netz.

Was haben Fußball und die Hybrid Cloud gemeinsam – IBM CTO Heinz-Joachim Schmitz sicher nicht wie Flasche leer

17. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Es war ein etwas anderer Beitrag im IBM Livestudio Magazin am 15. September: Es ging um Parallelen zwischen Fußball und der heutigen modernen IT. Dabei haben wir die Idee und einen Vortrag aufgegriffen, den der IBM CTO (Chief Technology Officer) Heinz-Joachim Schmitz zur Eröffnung der neuen Düsseldorfer IBM Niederlassung im Dress von Fortuna Düsseldorf in Erstliga-Zeiten von Trainer Friedhelm Funkel und Manager Lutz Pfannenstiel gehalten hat.

Diesen Talk haben wir nun aus Zeitgründen stark vereinfacht und in etwas mehr als 15 Minuten gepackt. Was Heinz-Joachim nicht wusste ist, dass ich meine Moderation und meine Fragen mit bekannten Fußballphrasen und -sprüchen von Giovanni Trapattoni bis Bruno Labbadia ausschmücken würde. Und er wusste nichts von der Zuschaltung des Videokellers von Lars Basche in Siegburg. Hier das Gespräch:

Und hier zwecks bierernster Dokumentation den Quellennachweis: „Aus der Tiefe des Raums“ ist kein Spruch, sondern der Titel der Biographie eines meiner Fußballidole, von Günter Netzer, der mich – wenn ich es überhaupt noch nachvollziehen kann – für Fußball und meine Fohlen begeistert hat. Und es war Titel einer Sonderausstellung zu Ehren seines 75. Geburtstages.

„Zuerst hattet Ihr keine Fortuna, kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu“ wiederum ist Abwandlung eines Spruchs von Jürgen Wegmann. „Und die Karten sind nun neu gewürfelt“ stammt von Oliver Kahn. „Die gut intrigierte Gruppe“ hat unser aller Loddar Matthäus von sich gegeben.

Und dem Fußballexperten und versierten Taktiker Heinz-Joachim musste ich natürlich Giovanni Trappatoni mitgeben: „Fußball ist Ding, Dang, Dong. Es gibt nicht nur Ding.“ Schließlich stammt „Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“ von Andreas Möller. Als Reminiszenz an gute, alte Zeiten dann natürlich noch vom Düsseldorfer Kulttrainer Alexander Ristic: „Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich.“ Hey, hey, hey, hier kommt Alex (oder Aleks) mit den Toten Hosen.

Und ja, Heinz-Joachim hat das Thema Fußball und IT wirklich frei nach Bruno Labbadia „hochsterilisiert“. Und eines ist für mich nach unserem augenzwinkernden Talk auch klar: Heinz-Joachim ist ganz sicher nicht wie Flasche leer. Gerne gehe ich mit Dir in die Verlängerung und sogar das Elfmeterschießen. Wir haben ja noch nicht einmal über automatisierte Abläufe auf den Flügeln und am Arbeitsplatz oder andere Themen gesprochen. „Wir hatten fertig“ mit dem schon mal zitierten Giovanni Trapattoni. Und wer diese und noch viele andere Zitate bekannter und weniger bekannter Fußballgrößen nachlesen möchte, der kann dies beispielsweise hier tun.

Und kurz nach unserem Talk bin ich dann mal wieder über Michael Kroker auf diese aussagekräftige Infografik gestoßen, die zu den ernsteren Part unseres Gesprächs passt. Nach einer von NetApp bei IDC in Auftrag gegebenen Studie arbeiten neun von zehn deutschen Unternehmenim Zuge der digitalen Transformation mit oder an neuen Geschäftsmodellen. Und die Cloud gilt als die Grundvoraussetzung für die digitale Transformation und datenbasierte Geschäftsmodelle.

(Stefan Pfeiffer)

Auto-Notizen: Volkswagen mit der ID-Serie auf dem Weg zum Marktführer und Weltauto?

16. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Ganz nett, die Kiste, aber kein Sportwagen, so könnte man Elon Musk zitierten, der dieser Tage bei einem Blitzbesuch in Braunschweig einen VW ID.3 „testfahren“ konnte. Und die ersten Wagen sind jetzt endlich nach Verzögerungen an Kunden ausgeliefert worden. Wird der ID.3 nun das, was Käfer und Golf vorgemacht haben? Ein weltweiter Erfolg und Standard. Man wird sehen. Keine Auto-Notizen, ohne Ferdi Dudenhöffer Zitat und Kommentar. Der sieht es durchaus als möglich an, dass VW 2021 oder 2022 an die Spitze vorstoßen könne. Der ID.3 sei die Zukunft von VW.

Eine Studie des Chemnitz Automotive Institute ist optimistischer, vielleicht zu optimistisch? Demnach werde Volkswagen die Marktführer Tesla und Renault noch dieses Jahr in Europa ablösen. Und bis 2025 werde jeder vierte in Europa gebaute Pkw ein Stromauto sein, die Hälfte davon produziert in Deutschland. Das würde ja Hoffnung machen.

ID.3: Zwiespältige Kritiken und Testfahrten …

Zurück zum Id.3: Natürlich sind die ersten Kritiken zwiespältig. Die einen reden von Qualitätsmängeln und zu großen Spaltmaßen – Moment, das hatten wir doch immer von Tesla gehört -, und von nicht VW-konformer Qualität und Verarbeitung: „Ohne Frage ist ein Golf 8 das wohnlichere Auto – aber eben auch das lautere und engere.“ Die anderen sehen aber durchaus eine reelle Chance, dass der ID.3 und die zugrunde liegende Plattform Modularer Elektrifizierungsbaukasten (MEB) Volkswagen wieder nach vorne bringen wird.

Und der nächste VW auf dieser Basis wird wohl noch im September angekündigt: der ID.4, ein SUV, was auch sonst in diesen Zeiten. Ein SUV vor allem für den internationalen Markt, ein Weltauto? Da bin ich mir angesichts der Erfolge von SUVs in Deutschland gar nicht so sicher. Auf jeden Fall fällt er wohl im Vergleich mit dem 4,26 Meter langen ID.3 mit seiner Länge von 4.60 Meter größer aus. Mir ganz persönlich vielleicht zu groß. Na ja, mein derzeitiger A4 Avant ist. noch länger.

… aber günstiger als Golf und Konkurrenz?

Und was sagt der mächtige Automobilverband ADAC? Laut Autokostenvergleich liegt der ID.3 bei den Kosten gemessen an Cent pro Kilometer gegenüber dem konventionellen“verbrennenden“ Golf, aber auch gegenüber den Wettbewerbern von Tesla, Nissan oder Hyundai vorne.

Und wie sehen das die potentiellen Käufer? In einer Umfrage auf Auto Motor Sport tendieren bei der Frage Golf oder ID.3 zum Golf:

Nun kann man sagen, das seien halt die Leser von Auto Motor Sport und deshalb nicht repräsentativ. Insgesamt scheint aber die Akzeptanz zuzunehmen und das sieht man nicht nur an den stark steigenden Zulassungszahlen.

© Copyright bei WELT

Ja, es ist noch ein weiter Weg, bis die E-Autos zahlenmäßig in die Regionen der Benziner und Diesel vorstoßen, aber man scheint endlich Gas zu geben in den Zulassungszahlen. „Die Deutschen entdecken ihre Libe zur Elektromobilität„, titelt die Welt. Meine Tendenz ist klar: Ich werde mir den ID.3 anschauen, auch mal den ID.4. Und ich werde vor allem verfolgen, wie der ID.3 in der Praxis abschneidet.

Mangelhaft: Transparenz in den Preisen und Ladeinfrastruktur

Jenseits von Modellen wirft Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin, einen sehr kritischen Blick auf das, was VW und Konsorten derzeit an den „E-Lade-Tanksäulen“ abziehen. Er nennt es Abzocke …

Im 16 Minuten langen YouTube-Video nimmt Quaschning die Preise von Ionity und ENBW auseinander. Um konkurrenzfähig zu sein, müsse der Preis unter 40 Cent/Kilowattstunde liegen. Wer lange Strecken fährt, der könne derzeit eigentlich nur Tesla fahren. Wer aber über Nacht daheim laden kann und eben keine Kilometer schrubbt, gerade für die:den ist das E-Auto durchaus die Alternative. Empfehlung: Das gesamte Video auf YouTube angucken

Die deutschen Autohersteller hätten vergessen, eine konkurrenzfähige Ladeinfrastruktur aufzubauen, so Quaschning. In dieses Horn stößt auch der Chef der Denkfabrik Agora Energiewende, Patrick Graichen in einem Interview mit der FAZ:

Und das Laden?

Das ist nur noch knifflig, wenn man in Mehrfamilienhäusern ohne Garage mitten in der Stadt wohnt und es auch am Arbeitsplatz keine Stromsäule gibt. Was wir brauchen, ist eine dritte Komponente, nämlich E-Tankstellen wie heute herkömmliche Tankstellen. Mit Schnellladern könnte man in 20 Minuten 200 bis 300 Kilometer Reichweite sicherstellen. E-Tankstellen müssten da hin, wo man sie direkt ans Mittelspannungsnetz hängen kann.

Aber wollen die Autofahrer überhaupt E-Fahrzeuge?

Immer mehr wollen das, aus ökologischen Gründen und wegen der Anreize. Schauen Sie nach Norwegen, da laufen schon 70 Prozent der Neuwagen mit Strom. Deutschland hinkt noch hinterher, aber ich bin optimistisch, dass der Durchbruch kommt. Getrieben übrigens auch von der Industrie selbst. Nochmal: Das Schicksal der deutschen Autobauer hängt davon ab, dass sie die Energiewende in ihrer Branche hinkriegen.

„Der Autoindustrie bleibt nur die Flucht nach vorn“ – FAZ

Infrastruktur ist wohl kein deutsches Thema (mehr)?

Mit Infrastruktur scheinen wir es in Deutschland einfach seit Jahrzehnten nicht mehr zu haben, scheint es, von der Breitband- und Glasfaser- bis jetzt eben zur Ladeinfrastruktur. Unternehmen und auch Politik versagen. Nicht umsonst schreibt ein Sascha Lobo vom Digital Fail State, wo es reicht, dass etwas mehr schlecht als recht funktioniert.

Und hier noch einige Tweets zum Themenkomplex:

(Stefan Pfeiffer)

Das Warntag-Debakel, Deutschland kann nicht mehr Infrastruktur und Wein im Netz als Digitalthemen der Woche bei #9vor9

15. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Eigentlich sollte es heute flauschig werden bei #9vor9. Pünktlich zum Start miaute auch Kater Toni im Hintergrund, der aber dann von dem Lars seinem Thema vertrieben wurde. Lars hat uns mit dem Debakel rund um den Warntag 2020 die Laune verdorben. Wieder ein Zeichen, dass wir Deutschen digital noch nicht so im Griff haben, wie es sich heutzutage gehört. Sascha Lobo spricht gar vom Digital Fail State, in dem es genüge, wenn etwas einigermaßen funktioniert. Beim Warntag hat es nicht einmal einigermaßen funktioniert.

Deutschland kann nicht mehr Infrastruktur

Wenn ich mich so umschaue, scheinen wir Deutsche es nicht mehr mit Infrastrukturthemen zu haben. Weder die Infrastruktur für den Warntag funzt, noch bekommen wir einen vernünftigen Breitbandausbau oder eine E-Lade-Infrastruktur in gebotener Geschwindigkeit hin.

Ich hatte mir dann mein Flauschthema Wein zurechtgelegt. Wie steht es in der Weinbranche, bei Winzern und Weingütern denn so mit der Digitalisierung insbesondere im Vertrieb und Marketing? Mir scheint, so weit ist noch nicht her damit. Zumindest mal haben einige Weingüter oder auch Onlinehändler in Corona-Zeiten mit Online-Weinproben reagiert, die durchaus ein Publikum gefunden haben. In meinem Freundeskreis war die Lust darauf nicht vorhanden. Da will man doch lieber gemeinsam analog Wein probieren und trinken.

Wein online: Unübersichtliche Vielfalt und wo sind die vertrauenswürdigen Wein-Blogger …

Also dann im Schnelldurchgang durch die digitale Weinwelt: Auch hier gibt es große Onlinehändler, aber noch ist der Markt sehr vielfältig und divers. Nach meiner Wahrnehmung gibt es trotz einiger Branchenriesen wie Hawesko nicht den einen dominierenden Weinhändler im Netz. Und der kostenlose Tipp für den Biertrinker Lars, wenn er Wein kaufen will: Geh zu Deinem lokalen Weinhandel vor Ort und lass Dich dort beraten. Und wenn es schon der Supermarkt sein muss (eigentlich nicht der Ort, um Wein zu kaufen), dann kannst Du eine App wie Vivino nutzen, das Etikett abfotografieren und Dir die Bewertungen anschauen.

… die man auch noch versteht

Und wie sieht es mit Social Media und einer Wein-Blogosphere aus? Eher dünne. Auch in der Weinwelt scheinen mir die Mehrzahl der Weinblogs eingeschlafen oder eingestellt zu sein. Leuchtturmprojekte wie die Weinbesprechungen von Dirk Würtz – dem Sascha Lobo der digitalen Weinwelt – auf Stern.de existieren nicht mehr. Auf Twitter sind in Deutschland wenige Weinliebhaber wirklich aktiv. Das mag auf Instagram und Facebook anders sein. Doch fehlt es meiner Wahrnehmung nach an den vertrauenswürdigen Weinexperten, den Influencern, die jenseits kommerzieller Interessen und nicht zu weinseliger und blumiger Sprache auch mal den Laien Empfehlungen geben. Generell gelten auch in der Weinbranche die gleichen Regeln für Social Media und Onlinepräsenz, wie sie in der Technologiewelt und anderswo zu beobachten sind. Ich werde mich auf jeden Fall weiter mit dem Thema auseinandersetzen, das wohl eher keinen Widerhall auf einer Plattform wie LinkedIn findet, lieber Lars. Also bleibe ich hier in meinem privaten Blog.

Und auch hier nochmals der Hinweis auf VinVenture, ein Crowd Funding-Projekt für junge Winzer: „VinVenture – Abenteuer Wein versteht sich als Mitmach-Netzwerk, welches Weinenthusiasten, Profis und Winzer gleichermaßen zusammenbringt und dabei einen Blick hinter die Kulissen der Weinbereitung bietet.“

Last but not least: Kurz haben wir nochmals die mögliche „Technologiepartnerschaft“ zwischen Oracle und Bytedance bzw. Tiktok und das Scheitern von Microsoft gestreift. Schauen wir mal, wie es dort weiter geht.

Und natürlich gibt es #9vor9 auch wieder als Podcast auf den bekannten Plattformen und hier im Netz.

(Stefan Pfeiffer)

Auto- oder besser Tesla-Notizen: Börsenwert, Innovationsvorsprung, Qualität und warum man noch keine Werbung schaltet

9. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Dreht sich eigentlich die ganze Autoindustrie nur noch um Tesla. Wenn man die „Auto-Nachrichten“ verfolgt gewinnt man zumindest diesen Eindruck. Nicht nur heise online berichtet über den Kurssturz:

Noch am 7. September schreibt car.IT über die goldenen Zeiten bei Tesla, den hohen Aktienkurs und die Risiken, falls der Innovationsvorsprung schrumpft oder Qualitätsmängel überhand nehmen und zitiert dazu Laut eine J.D.-Power-Studie, nach der die fehleranfälligsten Autos baue.

Apropos Qualität: Natürlich darf auch in diesen Auto-Notizen, nahezu Tesla-Notizen auch Ferndinand Dudenhöffer nicht fehlen. Anläßlich des Erscheinens der Mercedes S-Klasse sagt er zum SWR, dass der Mercedes EQS, das Topmodell der Elektrobaureihe, entscheide, wie gut Daimler zu Tesla stehe.

Die Wirtschaftswoche wiederum widmet sich dem Thema Tesla, Marketing und Werbung. Demnach setzt Elon Musk derzeit vor allem auf drei Säulen:

  • auf sich selbst und Twitter, wo seine Nachrichten verbreitet werden und er entsprechende Aufmerksamkeit genießt,
  • auf Pressearbeit, Public Relations,der Besuch in Deutschland ist ja ein gutes Beispiel und
  • und auf seine Fangemeinde, die Mundpropaganda für Tesla macht.

Das wird, so die Wirtschaftswoche bald nicht mehr genügen, um sich gegenüber den Wettbewerbern zu differenzieren. Die erste Werbekampagne wird kommen: „Irgendwann sollten wir wahrscheinlich Werbung machen“, schrieb Musk jetzt.

Und wie sehr der Name Musk zieht, hat sich ja gerade bei seinem Deutschland-Besuch gezeigt;

Und natürlich geht sein Besuch bei Volkswagen, die Probefahrt mit dem ID.3 durch die Presse, die Spekulationen schießen ins Kraut und auf tagesschau.de wird getextet „VW: Kein Deal mit Tesla“. Bei all der Aufmerksamkeit muss sogar der IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann eine Lanze für die deutsche Autoindustrie brechen:

Während Tesla hochsubventioniert seine Fabrik in Brandenburg gerade erst baut, wird 200 Kilometer südlich im Zwickauer VW-Werk bereits E-Mobilität produziert, in deutlich höheren Stückzahlen.

Probefahrt für Musk: VW: Kein Deal mit Tesla | tagesschau.de

Und jenseits der Diskussion und auch teilweise des Hypes um Musk und Tesla sind derzeit dunkle Wolken über der deutschen Automobilindustrie und vor allem auch den Zulieferern deutlich zu sehen, wie das Handelsblatt mit Bezug auf eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) oder auch EY analysiert.

Von wegen digitale Souveränität und großer Wurf: Wie die deutsche Verwaltung unter anderem von Word- und Excel-Makros abhängig ist | Digitalthemen bei #9vor9

8. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Der Herr mit den unsäglichen Aussagen und eben solcher Frisur hat heute in hohem Maße die Digitalthemen der Woche dominiert. Lars hat Facebook, Twitter & Co und die anstehenden US Wahlen auf der Pfanne: Facebook will kurz vor US-Wahl keine neue Politwerbung annehmen, so berichtet (nicht nur) Zeit Online. Sicherlich wird es in den kommenden Wochen spannend, gerade auch, wenn man sich die letzten Wahlen entsprechend anschaut. Schlimmer geht nimmer? Oder etwa doch.

Mein Thema wurde durch die ct beziehungsweise heise online in entsprechenden Beiträgen und einem Video-/Podcast inspiriert. heise ist weiter gefühlt die einzige IT Publikation, die sich konstant mit Open Source und digitaler Souveränität Deutschlands kritisch auseinander setzt. Jan Mahn Christian Wölbert eröffnen ihren Beitrag wie folgt:

Washington, Herbst 2020: In der heißen Phase des US-Wahlkampfs verschärft Donald Trump die Sanktionen gegen die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 und verbietet amerikanischen Digitalkonzernen die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen in Deutschland. Kurz darauf verlieren Hunderte Behörden, Krankenkassen und Schulen den Zugriff auf Cloud-Dienste wie Microsoft Office 365, Google Docs und Cisco Webex.

Die riskante Abhängigkeit der Bundesrepublik von amerikanischen IT-Riesen | heise online

In den einigen Beiträgen nehmen die Redakteure die lange bestehende Abhängigkeit der deutschen Verwaltung vom Betriebssystem Windows, von Microsoft Office insbesondere mit tausenden von Excel- und Word-Makros, vom Active Directory, das die Administratoren zu lieben scheinen, und von Fachanwendungen, die nur unter Windows laufen, aufs Korn. Und das sind Themen, die quasi schon Jahrzehnte bekannt sind und wo sich gefühlt nichts oder nur sehr wenig ändert. Die ganze Situation scheint sich jetzt noch durch die Bewegung in die Public Cloud oder einer quasi Private Cloud von Microsofts Gnaden zu verschärfen, wie heise korrekt umschreibt.

Die Grafik der ct zum Thema Digitale Souveränität – Die Beiträge sind im Heft und auch online unter heise+ gegen einen entsprechenden Obolus verfügbar.

Hier sei auch nochmals auf das 2019 veröffentlichtes Gutachten von PricewaterhouseCoopers (PwC) (PDF) verwiesen. Schauen wir mal, ob die neue Abteilung für digitale Souveränität etwas spürbar verändern wird. Uns – Lars und mir – scheint der politische Wille zu fehlen. Und die föderale Struktur trägt offensichtlich auch ihren Teil bei.

Thomas Bönig, „Chief Digital Officer“ der Stadt München, die ja mit LiMux eine never ending Story zu produzieren scheint, fordert auf heise online:

Zielführend wäre es, wenn der Bund zusammen mit der europäischen Industrie zwei oder drei zertifizierte Betriebssysteme vorgibt, die in der Verwaltung eingesetzt werden können und die von allen Herstellern von Fachverfahren unterstützt werden müssen. … Dann können wir als Kommune frei wählen, ohne abhängig von einem einzigen Konzern zu sein.

Woran LiMux scheiterte und was wir daraus lernen können | heise online

In Frankreich beispielsweise scheint sich, so eine neue Studie des European Center for Digital Competitiveness (ESCP) zur digitalen Wettbewerbsfähigkeit, deutlich mehr zu tun. Macron hat sich das Thema Digitalisierung auf die Trikolore geschrieben. Er hat die digitalen Hosen an. Christian Wölbert bemängelt, dass der große Wurf der Bundesregierung immer noch ausstehe:

Der Bundesregierung fehlen offensichtlich Mut und Kraft, die verkorkste IT-Konsolidierung noch einmal neu auszurichten – und ernsthaft auf Open Source zu setzen.

Kommentar: Der „große Wurf“ zur „digitalen Souveränität“ bleibt aus | heise online

Braucht es etwa doch das Digitalministerium, wie unser Freund Gunnar Sohn schon lange fordert? Muss unsere Staatsministerin Doro Bär nicht nur das digitale Dirndl anziehen, sondern endlich auch die entsprechenden Befugnisse bekommen?

Und in rührseliger Erinnerung unser Talk zum Thema Open Source „Freier Code für freie Bürger“ im IBM Livestudio in Berlin vom vergangenem Jahr mit Stephan Dörner, Chefredakteur von t3n Online, Saskia Esken, damals Bundestagsabgeordnete der SPD und Mitglied in der Arbeitsgruppe der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“, dem Blogger Michael Seemann und mit Peter Ganten, Vorsitzender der Open Source Business Alliance.

Und natürlich gibt es #9vor9 auch wieder als Podcast auf den bekannten Plattformen und hier im Netz.

(Stefan Pfeiffer)

Homeoffice-Allerlei: Wie wäre es mit einem Blumenstrauß für die, die im Homeoffice mehr arbeiten? Und weitere Links und Zitate

7. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Es ist mal wieder Zeit für ein Homeoffice-Allerlei, für eine Zusammenstellung von Beiträgen, die mir in den vergangenen 2-3 Wochen zum Thema Remote Work, mobiles Arbeiten und Homeoffice aufgefallen sind. Hier nun meine natürlich subjektiv kuratierte Auswahl.

Ist die Mehrheit schon zurück im Büro?

Zuerst einmal: Wo stehen wir denn real beim Thema Homeoffice. Die FAZ berichtet unter Berufung auf eine Umfrage von Morgan Stanley Research:

Inzwischen sind im europäischen Durchschnitt 70 Prozent aller Büroangestellten an ihre Arbeitsplätze im Unternehmen zurückgekehrt. … In Deutschland sind 74 Prozent der Büroangestellten zurück in ihrem Unternehmen, in Italien und Spanien 76 Prozent, in Frankreich sogar 84 Prozent. Die große Ausnahme bleibt Großbritannien. …

Nur noch eine kleine Minderheit arbeitete in Deutschland permanent von zu Hause aus. 16 Prozent sitzen die komplette Woche über im Homeoffice, jeweils 5 bis 7 Prozent bleiben einen, zwei, drei bis vier Tage in der Woche dem Büro fern.

Home Office: Die meisten Arbeitnehmer machen Überstunden

Ich gebe zu, dass mich die Zahlen erstaunen. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass so viele schon wieder zurück im Büro sind. Allerdings sei die Zahl derer, die daheim arbeiten, im Vergleich zu vor der Krise deutlich gestiegen.

Nicht erstaunlich: Öffentlicher Dienst schlecht auf Homeoffice vorbereitet

Immer wieder wird berichtet, wie unterschiedlich die Möglichkeiten in verschiedenen Berufen und Branchen für Remote Work und Homeoffice sind. In manchen Jobs geht es einfach nicht. Nun bin ich nicht bei denen, die mit den Fingern auf diejenigen, die angeblich Privilegierten zeigen, die remote arbeiten können, gar ihnen diese Möglichkeit nehmen wollen. Jedoch sollten wir uns genauer die Umstände in spezifischen Branchen anschauen. Eine YouGov-Umfrage hat den öffentlichen Dienst beleuchtet:

Danach haben Beamte und Angestellte bei öffentlichen Arbeitgebern das Gefühl, der Arbeitgeber sei schlecht auf die Homeoffice-Phase vorbereitet gewesen (67 Prozent). Bei den Arbeitnehmern in der freien Wirtschaft war dagegen lediglich knapp ein Drittel (30 Prozent) der Ansicht, dass die Firma für das Homeoffice schlecht gerüstet war. …

Knapp die Hälfte der öffentlichen Bediensteten gab an, vom Arbeitgeber keine Infrastruktur oder geeignete Hardware für das Homeoffice gestellt bekommen zu haben.

Öffentlicher Dienst sieht sich schlechter für Homeoffice gerüstet als Industrie | heise online

Das Thema Infrastruktur – hat die Arbeitnehmer entsprechenden schnelles Internet – und Hardware – stellt der Arbeitgeber einen Computer (und vielleicht mehr) zur Verfügung – sind sicherlich Fragen, die nicht nur im öffentlichen Dienst relevant sind. Da kommt auch schnell die Fragen nach sicheren Geräten und geschützten Daten von Nutzung der eigenen Geräte (BYOD und potentieller Nutzung von Geräten durch andere Familienmitglieder auf. Die von Lenovo in Auftrag gegebene Studie geht auch auf Themen wie Homeschooling oder die Vereinbarkeit von Job und Kinderbetreuung ein, auf jeden Fall sehr relevante Fragen rund um Homeoffice.

Ein Blumenstrauß als kleines Danke für mehr Arbeit im Homeoffice

Claudia Tödtmann geht in ihrem Blog darauf ein, dass viele der Arbeitenden sich in schwierigen Zeiten unter teilweise nicht idealen Arbeitsbedingungen daheim „rein hängen“, länger arbeiten, um den Laden am Laufen zu halten.

Warum als Vorgesetzter oder Unternehmen einfach mal Danke sagen?

Nur die wenigsten Arbeitgeber schickten ihren Leuten mal zum Dank für so viele einseitige Opfer einen Strauß Blumen oder andere Aufmerksamkeiten nach Hause. Als Anerkennung fürs Pflichtbewusstsein. Einige wenige aber eben doch, samt handgeschriebener Dankeskarten der Vorgesetzten. … Laut Arbeitsrecht sind Arbeitnehmer nicht dazu verpflichtet, woanders als in der Firma ihre Arbeitsleistung zu erbringen.

Home-office: Beim Lockdown arbeiteten die Angestellten zuhause täglich eine Stunde länger als sonst | Management-Blog

Claudia Tödtmann geht in ihrem Beitrag auch auf die oft nicht idealen Arbeitsbedingungen in eigenen vier Wänden ein. Ganz sicher nicht jede:r hat ein eigenes Arbeitszimmer oder auch den richtigen Bürostuhl. Klar, die Arbeitsbedingungen müssen stimmen, aber mir graut auf der anderen Seite bei der Vorstellung, dass der Arbeitsschutz die Wohnungen und Heimarbeitsplätze der remote Arbeitenden aufgrund unzähliger Paragraphen und Vorschriften kontrolliert und inspiziert. Und Diskussionen um die Bereitstellung von Technik, die Bezahlung von Telekommunikationskosten oder einer möglichen Beteiligung der Arbeitgeber an Mietkosten, werden anstehen, wenn viele Unternehmen ihre Mitarbeiter:innen auch nach der Covid-19-Krise weiter daheim arbeiten lassen wollen.

Wenn die Pointe die Sachlichkeit auffrisst

Gabor Steingart fordert in seinem Morning Briefing vom 7. August die Arbeitswelt neu zu denken:

Die Heimarbeit hat drei unschlagbare Vorteile aus Sicht der Arbeitgeber:

Erstens: Der Beschäftigte stellt seinem Arbeitgeber kostenlose Bürofläche zur Verfügung. Die entsprechende Quadratmeterzahl kann in der Firma mittelfristig eingespart werden, was die Fixkosten deutlich reduzieren dürfte.

Zweitens: Die firmeninterne Kommunikation, verharmlosend Flurfunk genannt, wird durch die körperliche Abwesenheit drastisch reduziert. Die beliebten Bürosportarten – Mobben, Schleimen, Tratschen – lassen sich von zu Hause deutlich schwerer ausüben.

Drittens: Erstmals zählt wirklich nur die messbare und damit nachprüfbare Leistung des Beschäftigten. Das rhetorische Maulheldentum, das vielerorts das Konferenzgeschehen beherrscht, entfällt. Erstmals fallen Anwesenheit und Arbeitszeit zusammen.

Morming Briefing, 7.8.2020

Er macht es sich zu einfach, finde ich. Punkt 1 ist sicher umstritten, bei den zwei weiteren „Vorteilen“ zählen wieder einmal Pointe und knackige Formulierung mehr als die Sache.

Doch gerade in den rechtlichen und finanziellen Fragen sind Kompromisse, pragmatische Lösungen notwendig, bei denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer:innen aufeinander zugehen. Ich hoffe nur, dass wir die erzielten Möglichkeiten nicht durch Bürokratie und Paragraphen kaputt „reformieren“.

Übersicht aktueller Studien

Hinweisen möchte ich auf den Blogbeitrag des von mir geschätzten Andreas Stiehler. Er hat im QSC-Blog eine Übersicht aktueller Studien zusammengestellt und schreibt in einer ersten Zwischenbilanz:

Trotz der Unterschiede im Befragungsdesign fügen sich die Hinweise aus den verschiedenen Untersuchungen zu einem durchaus stimmigen Gesamtbild. Unsere wichtigsten Erkenntnisse nach Sichtung der Studien hier kurz zusammengefasst:

Die Umstellung auf Remote Work funktionierte überraschend gut.

Homeoffice macht zufrieden und produktiv, auch weil die Mitarbeitenden dazulernen.

Das Stresslevel sinkt in Summe, aber Berufsanfänger und Manager fühlen sich überfordert.

Die Attraktivität flexibler Arbeit steigt, aber soziale Interaktion wird vermisst.

Arbeitswelt nach Corona (1): Empirische Studien im Überblick – QSC Blog %

Wir sind auf seine weiteren Beiträge gespannt.

Verschwörungstheorien im Büro?

Nicht direkt mit Homeoffice hat das Thema Verschwörungstheorien auf der Arbeit zu tun. Doch es ist derzeit ein relevantes Thema. Was, wenn die Verschwörungstheoretiker ihre Botschaften im Betrieb verbreiten oder dort keine Maske tragen wollen? Die FAZ hat hier einen Bericht veröffentlicht und zitiert Sabine Riede von der Sekten-Info Nordrhein-Westfalen:

Riedes Rat ist, schnell Grenzen zu ziehen, wenn Kollegen anfangen, Verschwörungstheorien zu verbreiten: „Das hat hier nichts zu suchen!“ Zu diskutieren oder den anderen überzeugen zu wollen sei fast nie erfolgreich. „Wenn jemand völlig fanatisiert ist, wird am Arbeitsplatz keine Zeit sein, ihn zu überzeugen. Man sollte aber bewusst seine eigene Meinung vertreten.“ Sollten Kollegen zu aufdringlich werden, rät sie, den Chef oder den Betriebsrat einzuschalten. „Große Firmen haben ja auch Psychologen und Sozialarbeiter.“

Verschwörungstheorien im Büro: Was tun mit Kollege Aluhut?

(Stefan Pfeiffer)

Bild von klimkin auf Pixabay

Social Media-Splitter: Threema wird Open Source – Immer mehr Podcasts – Immer weniger Tageszeitung – Rund um Apple, Facebook & … Tiktok

4. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Es ist mal wieder Zeit, einige Informationen rund um Social Media zu kuratieren und zu dokumentieren.

Threema wird Open Source – Facebook führt Messenger zusammen

Im Messenger-Markt gibt es Nachrichten, eine, die mir nicht gefällt, eine andere, die ich begrüße. Jetzt dürft Ihr raten …

Eigentlich war die Messenger-Fusion schon für Anfang 2020 geplant. Doch die Corona-Pandemie machte Mark Zuckerberg einen Strich durch die Rechnung. Mit etwas Verspätung fängt der Facebook-Chef nun aber an, sein Messenger-Monopol aufzubauen – mit der Verzahnung des Facebook Messengers und Instagram.

Messenger-Monopol: Facebook vereint Messenger und Instagram- Basic Thinking

Threema ist auf meinem iPhone installiert. Der hauptsächlich genutzte Messenger ist derzeit Signal.

Podcasts werden immer beliebter

Video und Audio werden immer beliebter. Dazu passen auch die Umfrage von Goldmedia. Demnach hat jeder Dritte Deutsche ab 14 Jahre schon einmal einen Podcast gehört:

Regelmäßig nutzen rund 15 Prozent die Audio-Formate – das entspricht 10,4 Millionen Menschen. Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt der Anteil der regelmäßigen Hörer sogar bei rund 30 Prozent.

POD-Ratings von Goldmedia: Zehn Millionen hören regelmäßig Podcasts – Horizont

Nicht umsonst produzieren ja auch Lars und ich unser privates #9vor9 mit den Digitalthemen der Woche nicht nur als Periscope-Video, sondern veröffentlichen die Sendungen nun auch als Podcast. Gleiches gilt auch im Job für das IBM Livestudio und den Podcast In die Tiefe..

Tageszeitungen kämpfen, mehr Leser:innnen nutzen E-Paper

Der Informations- und Nachrichtenkonsum wird insgesamt digitaler. E-Paper sind auf dem Vormarsch:

Laut der aktuellen E-Paper-Studie des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) legten die E-Paper im 2. Quartal um rund 20 Prozent auf über zwei Millionen Exemplare zu. Vor allem Besserverdienende nutzen gerne elektronische Zeitungen.

E-Paper-Studie des BDZV: E-Paper-Auflage der deutschen Zeitungen steigt um 20 Prozent – Horizont

Dazu auch die neuste Statsitik über die verkaufte Auflage der überregionalen Tageszeitungen laut IVW im zweiten Quartal 2020. Lese ich die Grafik richtig, sind dort E-Paper enthalten.

Stellt sich natürlich auch die Frage, ob der sinkende Konsum von überregionalen Tageszeitungen in irgendeiner Form kompensiert wird, beispielsweise durch Podcast oder Video, durch Fernsehen oder gar soziale Medien (mit allen Risiken). Gabor Steinhart zum Beispiel feiert ja gerade sich und seine Podcasts …

Nachrichten um die Krähen, die den anderen …

Und natürlich tobt weiter der Streit um die 30 Prozent Provision, die Apple (und Google) in ihren App Stores verlangen. Da hat es dann auch mal Facebook getroffen:

Im großen Streit um App-Store-Regeln schießt sich auch Facebook weiter auf Apple ein: Der iPhone-Konzern habe ein Update der Facebook-App abgelehnt, weil darin beim Verkauf von Online-Kursen auf Apples 30-Prozent-Provision hingewiesen werde, erklärte Facebook gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Man habe den Hinweis entfernen müssen, um das Update im App Store veröffentlichen zu dürfen.

Facebook: Apple unterdrückt Hinweise auf seine 30-Prozent-Provision | heise online

Der Streit um die 30 Prozent geht weiter. doch an anderer Stelle scheint Apple erst einmal eingeknickt zu sein. Noch im Juni hat man vollmundig verkündet:

„Hier bei Apple glauben wir, dass Privatsphäre ein fundamentales Menschenrecht ist“, erklärte Softwarechef Craig Federghi bei der Keynote der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni. Was wie ein Lippenbekenntnis klingt, ist bei Apple eine Kampfansage an andere IT-Konzerne, die mit Werbung viel Geld verdienen. Hauptzielscheibe von Apples Strategie ist eindeutig Facebook, doch auch Google könnte betroffen sein. Denn Apple will mit seinem für Herbst erwarteten Update auf iOS 14 eine Funktion einführen, die Daten seiner Kunden besser vor Werbeanbietern schützen soll.

Apple: iOS 14 könnte Facebook das Geschäft vermiesen – DER SPIEGEL

Nun kam diese Meldung über den Ticker:

Apple verschiebt die Einführung neuer Möglichkeiten, die Datensammlung durch Apps einzuschränken, auf kommendes Jahr. Man wolle dadurch Entwicklern mehr Zeit geben, notwendige Änderungen vorzunehmen, erklärte Apple am Donnerstag. … Durch die Neuerungen sollen Nutzer leichter verhindern können, dass Apps und Werbedienste Informationen über ihr Verhalten über die Grenzen einzelner Anwendungen und Websites hinweg sammeln. … Facebook warnte davor, dass die Änderung das Werbegeschäft des Online-Netzwerks erschweren würde.

Apple verschiebt Maßnahmen für mehr Privatsphäre- FAZ

Fast jede:r, den ich kenne, regt sich darüber auf, dass die GAFAM-Konzerne zu wenig Steuer in Europa sammeln und alle Schlupflöcher clever ausnutzen. Wenn dann Steuern erhoben werden, scheinen sie einfach durch zu reichen. Wir zahlen im Endeffekt:

Während die meisten Mitgliedstaaten der EU noch über eine Digitalsteuer diskutieren, sind Frankreich, Italien, Österreich Großbritannien und auch die Türkei vorangegangen und haben eine eigene Steuer eingeführt oder geplant. Die Tech-Konzerne legen den Preis auf ihre Kunden um. …

Apple reicht Steuer an Entwickler weiter …

Amazon erhöht Kosten für Händler …

Google macht Anzeigen teurer …

Digitalsteuer: Apple, Google und Amazon reichen den Aufpreis an Kunden durch – t3n

Eine nicht nur bei den Digitalkonzernen beliebte Methode, „Steuerausfälle“ zu kompensieren.

Um Tiktok kommen wir gerade nicht rum

Natürlich kann in keinem Beitrag zu Social Media heute Tiktok fehlen. Nein, ich kommentiere jetzt nicht weiter die Übernahmegerüchte. Ich möchte auf den FAZ Digtec Podcast hinweisen, in dem Alexander Armbruster und Carsten Knop mit dem Autor der Tiktok-Bibel Adil Sbai diskutieren und informieren. Ich habe durch Adil einiges gelernt, auch wenn ich bei seiner Einschätzung zu Zensur und Datenschutz bei Tiktok schon etwas schlucke.

Wer lieber liest, der kann sich das Interview mit Adil Sbai und Younes Zarou auf Horizont.Net in Gänze durchlesen. Zu Datenschutz sagt er:

Ich kann diese Vorwürfe nicht nachvollziehen. Verstöße gegen die DSGVO sind nicht belegt, und es fehlt auch jeder Beweis dafür, dass Daten nach China gehen. Klar: Niemand weiß, was TikTok intern mit den Daten macht. Aber das weiß man auch bei den anderen Plattformen nicht, die weniger in der Kritik stehen. Ich betrachte die öffentliche Debatte mittlerweile mit einer Mischung aus Schmunzeln und Kopfschütteln. Es gab sicherlich Fehler in der Vergangenheit, etwa beim Jugendschutz, die aber auch am schnellen Wachstum lagen. Aber in den vergangenen sechs Monaten sind mir keine Dinge mehr aufgefallen, die nennenswert wären. Die gesamte Diskussion lässt sich meiner Meinung nach darauf zurückführen, dass es einen Generalverdacht gegen Bytedance gibt.

Experten Younes Zarou und Adil Sbai: Was die Faszination von TikTok ausmacht

Und dem Klaus sein Social CEO

Das Thema Social CEO ist etwas, was mich hier im Blog schon lange beschäftigt. Klaus Eck hat die folgende Grafik im Handelsblatt gefunden:

(Stefan Pfeiffer)

Bodyguard mal anders, Gabelstapler intelligent steuern und KI – Mein Gespräch mit Ulli Meyer von Willenbrock

3. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Seit Ende März 2020 produziere und moderiere ich mit einem Team das IBM Livestudio Magazin. Jeden Dienstag um 11 Uhr sind wir im Livestream und berichten über alle Themen rund um die IBM. Mittlerweile streamen wir parallel auf den IBM-Seiten auf Twitter, Facebook und LinkedIn. Zu Beginn habe ich hier im privaten „Block“ immer mal wieder das Livestudio Magazin berichtet, auch um das Projekt und die Themen bekannt zu machen. Aber das soll ja hier kein offiziöser, nur IBM bewerbender Blog werden.

Die Linde Secure Distance Vest und der flexibel nutzbare Linde Distance Beeper warnen Beschäftigte akustisch, visuell und haptisch, sobald sie sich zu nahe kommen. Quelle: Linde / Willenbrock

Doch heute ist es mir ein Anliegen, Euch Ulli Meyer von Willenbrock „vorzustellen“, super sympathische Frau in der IT mit viel Power. Willenbrock ist eine Tochterfirma von Linde, Ansprechpartner für Lösungen des innerbetrieblichen Materialflusses, das kleine Schnellboot, das bewusst auch Innovation für Linde treibt. Und Ulli, ehemalige Gabelstaplerverkäuferin, ist die Bereichsleiterin Digital von Willenbrock, die dort innovative Projekte voran treibt und das mit oft postulierten agilen Methoden. Genau darüber sprechen wir, von der Linde Truck Call App bis zur „Corona Warnweste“ und neuen Projekten, die aus der Cloud künstliche Intelligenz über die IBM Watson Services nutzen. Viel Spaß.

* Die verwendeten Fotos stammen aus den Pressemitteilungen von Willenbrock. Alle Rechte liegen dort.

Auto-Notizen: Mein Auto künftig im Abo, R2-D2 flitzt durch meine Garage und Gunter Dueck liest die Leviten

3. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Subskriptionen sind modern, spätestens seit dem Siegeszug der Streaming-Dienste wie Netflix, Spotify und den anderen Platzhirschen. Halten nun Abos auch in der Automobilindustrie Einzug? Abonnieren wir künftig unser Auto? Dirk Wollschläger hat das vor einigen Wochen im IBM Livestudio Magazin postuliert und nun schein ihm zwei Studien Recht zu geben, die zum Thema „Das Marktpotenzial von Car-Abos“ vom Duisburger CAR-Institut unter Beteiligung von IBM durchgeführt wurden. „Das Abo-Modell könne bis 2030 einen Marktanteil von bis zu 40 Prozent erreichen und dabei die immer noch beliebten Barzahlungen und Kreditfinanzierungen in den Hintergrund drängen“, so Ferdinand Dudenhöffer laut Zeit Online.

Auch Privatkunden scheinen demnach die Vorteile einer Flatrate fürs Auto zu mögen. „Alles drin, bis auf Tanken“ – bis auf die Treibstoffkosten ist alles in einer monatlichen Pauschale enthalten. Die:der Fahrer:in müssen sich um nichts kümmern (Reifenwechsel, Inspektion etc. sind im Preis enthalten) und können immer die neusten Autotypen fahren, denn die Laufzeiten sind im Vergleich zum Leasing kürzer. Hört sich gut an, kostet aber auch, oder? Wiwo hat am 20.9.2019 über Autoabos berichtet (leider geht das Video wohl am 20.9.2020 offline). Hier schneidet das Abo am besten ab.

Screenshot aus dem WiWo-Bericht – Das Rennen macht die Firma Cluno mit der entsprechenden Offerte

Interessant (einmal wieder) die Aussagen von Ferdinand Dudenhöffer: Autoabos seien für junge Fahrer:innen attraktiv oder wenn man eine hohe Schadensklasse in der Versicherung habe. Auch wer exklusive Autos fahren wolle, käme potentiell um den hohen Wertverlust herum. Wer einmal sein Auto abonniert habe, gehe nicht mehr zurück, so Dudenöffer 2019.

Die TZ fasst ihre Einschätzung im Februar 2020 so zusammen:

Wer möglichst günstig fahren möchte und daher über viele Jahre das gleiche Fahrzeug behält, wählt am besten die klassische Finanzierung. Wer günstig und ohne Risiko einen Neuwagen fahren will und sich auf eine feste Laufzeit einlassen* kann, der ist mit Leasing am besten dran. Und diejenigen, die gewillt sind, für maximale Flexibilität ein paar Euro draufzuzahlen, können getrost zum Abo greifen.

Leasing, Abo, Finanzierung – was ist der Unterschied? | Auto

Abo, Leasing oder Kauf; Welchen Einfluss haben die E-Auto-Prämien?

Mir scheinen die Preise für Autoabos doch noch sehr hoch, aber ich werde es mal für einen VW ID.3 durchrechnen, sobald der Wagen verfügbar ist und entsprechende Angebote auch für ein Abo vorliegen. Wird hier die Förderung für E-Autos so entsprechend preislich durchschlagen, so dass Finanzierung oder Barkauf attraktiver sind? Bei Cluno waren am 2.9.2020 zwei Elektrofahrzeuge im Angebot.

Angebote für E-Autos bei Cluno am 2. Septemebr 2020

Und R2-DR flitzt durch meine Tiefgarage und lädt die E-Autos

Ich bin bekennender Star Wars-Fan und natürlich mag ich R2-D2 und C-3PO. Insbesondere R2-D2 musste ich denken, als ich über die mobilen Laderoboter gelesen habe, die Volkswagen jetzt angekündigt hat. Ich sehe den mobilen Laderoboter durch unsere Tiefgarage flitzen und die dort geparketen E-Autos aufladen, alles möglichst intelligent gesteuert. „Vom Öffnen der Ladeklappe, über das Anschließen des Steckers bis hin zum Entkoppeln – der gesamte Ladevorgang verläuft ohne jegliche menschliche Beteiligung„, schreibt Volkswagen.

Der mobile Roboter bringt einen Anhänger als fahrbaren Energiespeicher zum Fahrzeug, schließt diesen an und lädt damit die Batterie des E-Fahrzeugs auf. Bild & Bildrechte: Volkswagen

Noch ist es eine Studie, die aber – so Volkswagen – schnell Realität werden könne. Und man fügt weniger später hinzu: „Volkswagen engagiert sich auf verschiedenen Ebenen für den Aufbau der Ladeinfrastruktur. … Mittelfristig soll das Laden eines E-Autos genauso einfach werden wie das Laden eines Smartphones.“ Und unterstreicht das mit dieser Grafik:

Bild: Volkswagen

Gunter Dueck: Die deutschen Konzerne warten – Tesla baut die Ladestationen gleich mit

Das Beispiel Ladeinfrastruktur und wer sich dafür engagiert, darüber hat auch Gunter Dueck kürzlich geschrieben. Er fordert, dass sich (nicht nur) die Autoindustrie nicht immer auf den Staat verlassen solle, sondern selber investieren müsse.

Die deutschen Autobauer geben zu bedenken, dass es zu wenig Ladeinfrastruktur für e-Autos gibt. Das ist klar, sie haben recht. Wie reagiert man? Meetings und Förderanträge an die Regierung, Kaufprämien sowieso. Das dauert, verplempert wieder Ihr Steuergeld und führt zu nichts. Tesla baut die Ladestationen in den USA gleich mit. Tesla bietet Akkus im Haus zum Speichern von Strom, der vom Dach kommt (Photovoltaik).

Kopfschütteln über Tesla’s Börsenwert – Omnisophie

Es geht Gunter Dueck sicher nicht nur um E-Autos, Ladeinfrastruktur und die Autoindustrie. Es geht ihm um die generelle Mentalität, auf den Staat zu deuten, auf Fördermittel zu warten, statt selbst zu investieren und voran zu schreiten. Elon Musk tut es. Wir zerreden es.

E-Autos, Umweltfreundlichkeit und entsprechende Studien

Sind Elektroautos denn nun umweltfreundlicher und nachhaltiger wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor? Gerade deutsche „Studien“ postulieren, dass E-Autos selbst und beim Recycling eben nicht umweltfreundlicher seien. Dem widerspricht nun eine Studie der TU Eindhoven, die von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben wurde, deutlich, berichtet heise online und zitiert:

Ordentliche Berechnungen zeigen, dass Elektrofahrzeuge bereits heute weniger als die Hälfte der Treibhausgase ihrer mit fossilen Brennstoffen betriebenen Pendants ausstoßen.

Elektroautos: Studien zum Schadstoffausstoß oft fehlerhaft und ignorant | heise online

Die Autozeitung gibt hier einen Überblick über verschiedene Studien.

Und noch einige Tweets, die ich die Tage abgesetzt habe, zum Abschluss:

Hoffen wir es mal. In der Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung sind wir in Deutschland nicht gerade Vorreiter.

Das gesamte Vertriebsmodell ändert sich gerade. Was bleibt künftig noch für Händler übrig? Braucht es in Zukunft die Händler überhaupt noch und von was leben sie? Wie entwickeln sich die Margen, wenn es wirklich einmal zu einer Massenproduktion von E-Autos kommt? Viele offene Fragen.

Und zum Abschluss noch eine sicher nicht repräsentative Umfrage, die ich auf Auto-Motor-Sport gefunden habe:

Stand: 2.9.2020 – 14:04 Uhr

Uns fehlt die Vision für die AR-Brille von Apple, mehr journalistische Inhalte durch Facebook News und warum wir Deutschen investieren sollten – Digitalthemen bei #9vor9

1. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Wie angekündigt ging es bei #9vor9 heute um Apple, den Erfolg von Tim Cook als Chef (zumindest an der Börse mit einem Wert von 2 Billionen US$) und dem nächsten großen Ding: der Augmented Reality-Brille von Apple, sozusagen das Headup Display für den Menschen. Sowohl Lars wie auch ich sind noch etwas am Zweifeln, aber vielleicht fehlt uns nur die Phantasie? Und dann noch eine Suchmaschine von Apple und einiges mehr, was ich ja auch schon von Fiene und Gutjahr in deren Podcast gehört habe.

Kein Wunder, dass ich das Unschuldslämmle Mark Zuckerberg über die Marktmacht von Apple auf regt. Wenn eine Krähe …

Was hatten wir noch auf der Pfanne? Kurz haben wir die Bedeutung von Wechat für den gemeinen Chinesen gestreift, ein essentieller Bestandteil des tägliches Lebens inklusive Bezahlfunktion, schwer vorstellbar für uns Deutsche.

Zurück zu Facebook: Hier hat Lars darauf hingewiesen, dass Facebook News nun auch nach Deutschland kommen wird. Meine persönliche Begeisterung hält sich in Grenzen und das Projekt ist ja auch umstritten, wie beispielsweise die Süddeutsche kommentiert. Wird es dazu führen, dass mehr journalistische Inhalte den immer mehr ins Alter kommenden Mitgliedern von Facebook präsentiert werden? Gerade angesichts der heutigen Situation und Diskussion ein heißes Thema. Fragt sich nur, ob dann Walmart, Microsoft oder Oracle auch News auf Tiktok bringen werden, damit die Jüngeren informiert bleiben.

Schließlich noch ein Hinweis auf den neuen Beitrag des geschätzten Gunter Dueck, der sich mit dem Thema Börsenwert und Aktien auseinandersetzt: „Heute beträgt der Börsenwert von Tesla ungeheuerliche 337 Mrd. Euro, der von Daimler dagegen nur 46 Mrd. Euro,“ schreibt er und schüttelt vermeintlich den Kopf. Die Deutschen und die deutschen Unternehmen vertrauen, so @wilddueck, ständig auf den Staat, machen den beispielsweise für eine Ladeinfrastruktur für E-Autos verantwortlich, statt die Ladestationen einfach selbst zu bauen – wie es Tesla in den USA tut. Dueck fordert zum Investieren auf, Privatpersonen und Unternehmen. Investieren statt auf Förderung vertrauen. Mehr Eigeninitiative statt Lamentieren und auf den Staat vertrauen. Da hat er mal wieder einen raus gehauen.

Dann bis kommende Woche bei #9vor9.

Larsilein & Stefan

Auto-Notizen: Zahl der SUVs nimmt latent zu, die wirkliche Reichweite von E-Autos und das postulierte Ende des Diesel

31. August 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Und hier eine neue Ausgabe der Auto-Notizen, mit kuratierten Beiträgen, die ich auch meist gezwitschert habe. Irgendwie bleibt das Thema Auto und Mobilität gerade auf meinem Radar. Der Tagesspiegel berichtet über immer mehr zugelassene SUVs. Die regen mich ja auch auf, besonders im Parkhaus. Also die großen, dicken, fetten SUVs.

Die kleinen SUVs sind ja – wieder mal frei nach Marc-Uwe Kling und den Känguru-Chroniken – so niedlich. Schließlich fahren wir ja auch so einen niedlichen Crossover. Crossovers sind frei nach der Autozeitung eine Kreuzung von „normalem“ PKW und SUVs – aber eben niedlich. Und komfortabel für Männer meines Alters wegen des höheren Einstiegs und der entsprechenden Sitzposition.

Zahl der SUVs nimmt weiter zu – aber es sind eher die „normal“ Großen

Und die Zahl der SUVs nimmt zu. Jeder fünfte Neuwagen war laut Tagesspiegel 2019 ein SUV (2015 noch 11 Prozent). Und sie werden immer beliebter, meinte auch „Autopapst“ Ferdinand Dudenhöffer im IBM Livestudio Magazin. Aber jetzt mal im Ernst meine Meinung: Die kleineren SUVs wie den T-Roc, Tiguan, X-1 oder Kuga finde ich akzeptabel. Mit den dicken Kisten, die meist als Geländewagen klassifiziert werden, habe ich meine Probleme. Sie sind dreckiger, größer und schwerer

Viel mehr CO2 stoßen dagegen Geländewagen aus: … Besonders unrühmlich: Porsche Macan und Cayenne mit 244 und 245 Gramm sowie Mercedes GL mit 275 Gramm und die G-Klasse mit 335 Gramm. …

Geländewagen sind im Durchschnitt auch deutlich größer als Pkw in ihrer Gesamtheit. … Zwischen SUVs und Durchschnitts-Pkw sind die Unterschiede gering. Die großen Geländewagen sind sogar rund fünf Meter lang und zwei Meter breit. Ironischerweise gehören auch die Elektro-SUVs Tesla Model X und Audi e-tron zu den breitesten Modellen überhaupt.

über Jeder fünfte Neuwagen ein Großer: Wie sehr SUVs den deutschen Pkw-Markt besetzen – Wirtschaft – Tagesspiegel
Auf Pixabay gefunden: Größenvergleich zwischen Mini und Audi SUV – Bild von Frank Walensky auf Pixabay

Diskussionen um die Reichweite von Fahrzeugen: Der Alltag wird es wirklich zeigen

Elektro-SUV, das richtige Stichwort. Welt-Redakteur Nando Sommerfeldt hat den Wagen demnach zwei Wochen gefahren und einen Verriss des Mercedes EQC geschrieben. Ich zitiere nach Gabor Steingarts Morning Briefing. Der Artikel auf welt.de ist hinter einer Paywall:

» Es kann nicht sein, dass ich mit Tempo 180 nur ungefähr 90 Kilometer weit komme. «
» Ein Angriff auf Tesla sieht anders aus. So wird Mercedes keinen einzigen skeptischen deutschen Autofahrer von der Elektromobilität überzeugen. «

Trump kämpft | Luftschloss Wirecard | Luftnummer Delivery Hero?

Natürlich wird dem Bericht unterdessen widersprochen. Doch bleibt ein schaler Geschmack bezüglich Reichweite und darüber, wie weit Mercedes mit seinen E-Auto-Angeboten ist.

Einen quasi Triumph vermeldete dagegen VW öffentlichkeitswirksam. Mit einem Kilometerflüsterer mit sanftestem Verbrauchs- und Gasfuß schaffte der es mit einem serienmäßigen ID.3 1st Pro Performance mit 58 kWh Batterie mit einer Akkuleistung 531 Kilometer am Stück zu fahren. Die entsprechende Pressemeldung wurde entsprechend aufgenommen.

Was lernen wir? Die Diskussion um die vermeintliche E-Reichweite wird weiter gehen (auch bei den Hybrid-Fahrzeugen). Die Alltagstauglichkeit wird sich eben in der täglichen Praxis erweisen (müssen). Parallel dazu wird man sicher beobachten müssen, wie schnell die Fahrzeuge laden können und wie sich die Ladeinfrastruktur entwickelt. Das sind aus meiner Sicht die derzeit relevanten Parameter, die weit mehr wiegen, wie Höchstgeschwindigkeit oder Beschleunigung.

Wasserstoffstrategie nicht vergessen

Zurück zum Daimler: Helmut Becker, der für n-tv.de eine monatliche Kolumne rund um den Automarkt schreibt, titelt „Tesla frisst Daimler“ auf, meldet aber auch Skepsis bezüglich der sehr einseitigen Fokussierung auf E-Autos an:

Alle Versuche der „alten“ Autohersteller, Teslas technisches Know-how auf dem elektrischen Antriebs- und Batteriesektor aufzuholen, sind bisher nicht geglückt. …

Doch noch ist nicht aller Tage Abend: Der vor Kurzem erfolgte politische Schwenk zur Wasserstoff-Strategie und nichtfossilen Treibstoffen verheißt für Elektromobilität auf reiner Batteriebasis nichts Gutes.

Autowelt paradox: Tesla frisst Daimler – n-tv.de

Zurück zum Daimler: Immerhin konnte Mercedes einen Erfolg vermelden und publizieren: Amazon hat gerade gerade bei Mercedes 1800 Elektrofahrzeuge bestellt – auch wenn Jeff Bezos parallel dazu zu den wichtigsten Finanziers des Elektro-Fahrzeugherstellers Rivian gehört und wieder signifikant investiert hat.

Dudenhöffer: „Die Auslaufphase beim Diesel hat begonnen.“

In der vorhergehenden Ausgabe der Auto-Notizen habe ich die Zulassungszahlen zitiert. Benziner liegen vor Dieselfahrzeugen und noch weit abgeschlagen kommen E-Autos. Nun verkündet der schon öfters zitierte Autopapst Ferdinand Dudenhöffer das Ende der Dieselfahrzeuge: „Die Auslaufphase beim Diesel hat begonnen.“ Und das selbst bei den Dienstwagen, wo Diesel lange dominiert hat. So wird Dudenhöffer auf Spiegel Online zitiert.

Und für Nostalgiker: Spiegel Online erinnert an quasi unkaputtbare Wagen der 90er Jahre, beispielsweise den legendären Audi 100/C4. Vollverzinkt, aerodynamisch gut gestaltet hielten Fahrzeuge dieser Serie sehr lange wie auch der Mercedes 190 E. Ich erinnere mich noch an unseren Nachbarn in Bissenberg, der damals einen Audi 100 Avant fuhr – weil dort seine Kajak hinein passte …

(Stefan Pfeiffer)

Titelbild von Markus Christ auf Pixabay

Wein-Notizen: Der Playboy verkauft jetzt Wein, Hawesko macht sich schön, Crowd Funding für Jungwinzer und mehr

30. August 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Gerade bin ich wieder etwas mehr online in puncto Wein unterwegs. Da kuratiere ich einfach einmal einige Informationen und Beiträge, die ich so oder so bemerkenswert finde. Und mein Aufmacher – ich kann es mir nicht verkneifen – ist der „Playboy“, der nun auch auf Wein „macht“. Die Leser kaufen ihn ja eh vor allem wegen der journalistisch anspruchsvollen Artikel. Nun also auch wegen des guten Weins, der angeboten wird:

Aber auch die Covid-19-Pandemie hat spürbare Auswirkungen auf das weltweite Geschäft. Während einerseits der traditionsreiche Fachhandel und die Winzer mit zum Teil existentiell bedrohlichen Einbußen zu kämpfen haben, zeigt sich auf der anderen Seite ein kräftiger Zuwachs im digitalen Weinhandel. Insbesondere das Geschäft mit Privatkunden ist seit Anfang des Jahres 2020 die treibende Kraft beim Kauf von Wein über Online-Plattformen.

Der „Playboy“ startet eigenen Wein-Shop | MEEDIA

Und weiter – laut Meedia, da sich laut Verlag drei Viertel aller Playboy-Leser als „Genießer“ bezeichneten, liege der Schritt auf der Hand.

Weinsteinleserei: Online boomt bei Hawesko oder macht sich die Braut schön?

Und weiter geht es mit dem Thema Weinhandel und E-Commerce. Ich beziehe den täglichen Newsletter von Captain Cork, die meist Weintipps enthält. In der Ausgabe vom 19. August 2020 – die jetzt auch online verfügbar ist – analysiert der Captain den Weinkonzern Hawesko und spricht von Digital-Tricksern. Der schwindele sich digitaler als er sei. Im Bereich E-Commerce (oder auch mal als Distanzhandel bezeichnet) werden demnach 61 Prozent des Umsatzes online erzielt, der Rest traditionell per Post, Fax und Telefon. Man schöne so, wie viel Wein wirklich digital umgesetzt werde (immerhin demnach schlappe 106,15 Millionen Euro.

Na ja, tangiert mich eigentlich nur peripher, ist aber eine interessante Zahl. Was ich nicht wusste, dass zum Beispiel auch WirWinzer GmbH zu Hawesko gehört. Da habe ich doch hier und da mal bestellt. Die machten laut Bericht des Captain 2019 eine Million Euro Verlust. Doch jetzt gehe erst richtig die Post ab. Durch Corona habe man im E-Commerce-Segment den Umsatz um 50 Prozent steigern können. Und nun zur Weinsteinleserei des Captains. Der vermutet, dass die Braut für einen Verkauf schön gemacht werden soll.

Die ach so nutzlosen Beschreibungen in den Onlineshops

E-Commerce, Onlinehandel mit Wein ist für mich eh ein schwieriges Thema, auch wenn ich einige Flaschen darüber bestellt habe und auch noch bestellen werde*. In dem meisten Shops ist das Sortiment zu breit, sind mir vor allem die Besprechungen der angepriesenen Weine viel zu vollmundig und blauäugig. Jens Priewe zitiert das neue Buch von Manfred Kriener, der über die abge­dreh­ten Ver­kos­tungs­no­ti­zen der Wein­kri­ti­ker und die Schön­red­ne­rei­en der Wein­händ­ler schreibt. Jeder Wein ist – wenn man den Texten glaubt – demnach toll, trinkens- und vor allem kaufenswert. Klar, wer einen Weinshop online betreibt, will natürlich verkaufen. Ist auch nicht ehrenrührig, aber macht es dem gemeinen Weintrinker nicht gerade leicht.

Ich vertraue lieber auf den Rat meines Weinhändlers vor Ort oder aber probiere noch lieber direkt beim Winzer. Und online versuche ich mich über möglichst vertrauenswürdige Quellen zu informieren. Da kann man den Captain dazu zählen, obwohl ich seinen Empfehlungen zugegebenermaßen beim Weinkauf noch nicht so oft gefolgt bin. Kann ja noch werden. Momentan bin ich mal wieder auf der Suche nach weiteren vertrauenswürdigen Onlinequellen, vielleicht Blogs oder auch Podcasts und Videocasts.

Trendiger Sommerwein: Misstrauen gegenüber Rosé?

Dabei bin ich auf Dubbecast, einen Podcast über Pfalzwein, für Weinliebhaber, Pfalzkinder, Exilpfälzer und alle anderen gestoßen. Ich zähle zu allen anderen, habe aber immerhin Origonal Pälzzzärrr Dubbegläser daheim. Und angehört habe ich mir die gerade neueste Folge zu Weinverkostung für Anfänger**, der zusammen mit der Sommeliere Anita Bösl aufgenommen wurde (obwohl ich nicht mehr so ganz am Anfang bin). Den Weintipp, den ich mitnehme: den Spätburgunder Rosé vom VDP-Weingut Kranz aus Ilbesheim. Lachsfarben erinnert er von der Optik an Rosé aus der Provence. Bin gespannt. Werde sobald der Keller wieder etwas leerer ist, mal ein Probierpaket zusammenstellen.

Apropos Rosé: Insbesondere meine Frau mag Rosé und auch ich finde das rosarote Gesöff besonders an den heißen Sommertagen sehr lecker. Da kann der Captain in seinem Newsletter vom 4. August schreiben, was er will: „Wenn der Captain mal einen Roséwein lobt, heißt das was. Misstrauisch geht er den rosa Getränken aus dem Weg, die ihm bei diesem schönen Wetter an jeder Ecke angeboten werden.“ Und dann empfiehlt er dann auch noch einen Spätburgunder-Rosé Papilio von Christoph Trautwein und offeriert Biowein-Paket. Konsequent, wer inkonsequent ist und das empfiehlt, was einem schmeckt. Das wäre ja dann ja auch mal ein netter Vergleich: Rosé Competition*** mit dem Badener gegen den Pfälzer Spätburgunder Rosé. Und vielleicht fordere ich auch meinen lokalen Weinhändler heraus, der ebenfalls einen Rosé empfehlen soll.

Weinempfehlungen online: Ob sie dann schmecken, ist eine ganz persönliche Sache

Tja, da haben wir auch die Krux: Wenn man sich online umschaut, dann findet man schnell interessante Empfehlungen und Angebote. Ob die Weine dann schmecken, ist eine ganz persönliche Sache.

Pate bei Vin Venture – Mal schauen, was passiert

Übrigens: Der Captain ist schuld, dass ich 90 Euro in eine Initiative namens VinVenture investiert habe: „VinVenture – Abenteuer Wein versteht sich als Mitmach-Netzwerk, welches Weinenthusiasten, Profis und Winzer gleichermaßen zusammenbringt und dabei einen Blick hinter die Kulissen der Weinbereitung bietet.“ In einem Crowd Funding-Projekt werden junge Winzer gefördert. Neben den eigentlichen Machern gibt es auch einen Expertenrat mit einigen bekannten Namen, die den Jungwinzern mit Rat und Tat zur Seite stehen wollen. Eine entsprechende Liste der geförderte Winzer ist auf der Webseite einsehbar, wo man natürlich auch deren Weine – die Etiketten sind alle im gleichen Design gestaltet – bestellen kann. Bezahlt ist seit 4 Tagen. Jetzt warte ich darauf, dass auch etwas passiert. Ich bin gespannt.

Zum Abschluss noch der Hinweis auf den Artikel in der Gourmet Welt zu Meiningers Deutschem Sektpreis. Man freut und fühlt sich bestätigt, wenn unter den „Gewinnern“ dann auch Getränke sind, die man selbst trinkt und mag. So tauchen wieder Sekte von Griesel aus Bensheim auf, die auch wir sehr gerne trinken. Diesmal Heimvorteil: Wir können direkt in Bensheim verkosten und kaufen.

* Lobenbergs Gute-weine.de oder Vipino sind derzeit meine bevorzugten Onlinebezugsquellen.

** Auf jeden Fall werde ich mir auch die Folge mit dem Weingut Emil Bauer anhören – und das auch wegen der geilen Weinnamen und Etiketten wie dem Sex, Drugs & Rock’n’Roll-Riesling. Aber natürlich: Im Endeffekt zählt natürlich, was schmeckt.

*** Muss zur Verkostung eigentlich auch noch meine beste Freundin einladen, die ebenfalls Rosé mag. Aber sie hängt mit ihrem Mann gerade auf Malle fest.

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

Reingehört in das #TechBriefing: Apple, die 2 Billionen und „the next big thing“

30. August 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Eben gerade mal reingehört in das #TechBriefing von Daniel Fiene zu Apple (Link führ zu … Apple Podcasts). Und deshalb einige Stichpunkte:

  • Seit Jahren reden und schreiben Journalisten, dass Apple nicht (nach dem iPhone) „the next big thing“ bringt und dass „it just works“ nicht mehr genüge. Hört man den Podcast, so könnte das nächste große Ding die Augmented Reality-Brille von Apple sei, die demnach nicht so weit weg ist (2022 ??). Ich gehe durch die Stadt und die Brille blendet mir jeweils relevante Informationen ein. Der Headup Display für den Menschen, kontextsensitiv.
  • Das iPhone ist weiter die wichtigste Einnahmequelle, aber Cook baut die Services konsequent weiter aus: Apple TV, Apple Music, News, Pay …
Alle Rechte bei ThePioneer – https://news.gaborsteingart.com
  • Apple (und Google) werden den Streit mit epic und seinen Verbündeten gewinnen, so die Aussage im Podcast. Dann werden die 30 Prozent Provision weiter fließen. Die Prognose von Fiene & Co.: Apple und Google sind zu mächtig, als dass man sich gegen sie durchsetzen kann.
  • Wird Apple langfristig ein Gesundheits- und Pharmakonzern? Die Apple Watch ist schon ein Gesundheitstracker. Weitere Sensoren kommen wohl hinzu (Analyse von Schweiß u.v.a.). Man kann prognostizieren, dass Apple das dann auch monetarisiert.
  • Liest man all das, dann bleibt derzeit fast nur ein großes Risiko: China. Wenn Trump so weiter macht, Tiktok und Wechat im Apple Store verbietet, könnten die iPhone-Umsätze in China einbrechen: 95% der chinesischen iPhone-Nutzer würden die Apple-Plattform verlassen, wenn WeChat verboten wird, so eine Umfrage.

(Stefan Pfeiffer)

Bild von Couleur auf Pixabay

Die Digitale Souveränität Europas – Im Klammergriff zwischen China und den USA

27. August 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Schaut man sich das Gebaren von Herrn Trump auf der einen Seite und den Anspruch von China nach technologischer Führung auf der anderen Seite an, so kann man als Europäer nur besorgt sein. In Deutschland sind potentielle Kronjuwelen wie Kuka nach China verkauft worden und Knowhow und Arbeitsplätze wandern nun auch in das Reich der Mitte. Wie überraschend. Immerhin wollen die deutsche Bundesregierung und die EU jetzt wohl die Übernahme strategisch wichtiger deutscher Firmen aus dem EU-Ausland erschweren.

Lange war die chinesische Wirtschaft
für ihre Führerschaft im Kopieren
bekannt, jetzt ist der Anspruch ein
anderer: China will die Technologie-
führerschaft übernehmen.

Daniel Fiene im The
Pioneer Tech Briefing vom 5.8.2020

Spielt Europa im Bereich Technologie und Digitalisierung überhaupt noch eine nennenswerte Rolle oder zerfasern wir wieder in nationalstaatliche Soloaktivitäten, die eh zum Scheitern verurteilt sind?

Auf heise online bin ich auf einen Kommentar von Felix von Leitner* gestoßen, der wie viele andere Kenner der Szene mehr digitale Souveränität anmahnt. Er fordert konkretes Handeln in zwei Bereichen ein, der Chipproduktion und in der Unterstützung von Firefox als verbliebenem freien Browser, der durch die neue Programmiersprache namens Rust nun eine entsprechend sichere Architektur umsetzen wollte – bis jetzt aus finanziellen Gründen 250 Mitarbeiter entlassen wurden. Unterdessen haben die Entwickler der bei Mozilla entstandenen Programmiersprache Rust beteuert, dass die Entwicklung nicht durch die Entlassungen gefährdet sei. Trotzdem oder gerade deswegen sind die Forderungen von Felix erwähnens- und bedenkenswert:

Und wenn es die EU mit digitaler Souveränität ernst meint, müsste sie bei Hard- und Software handeln. Die beste Variante wäre, wenn sie eine 7-nm-Chipfertigung aufbaut, oder am besten gleich auf 5 nm gehen. …

Auf Softwareseite sähe ich unser Geld gerne in einer zweckgebundenen Spende an Mozilla investiert. … Wir haben schon mehrere Züge völlig ohne Not abfahren lassen. Wenn wir jetzt nicht aufspringen, ist auch der letzte Zug abgefahren, und Europa wird in Zukunft keine Rolle mehr spielen außer als Markt für Produkte aus dem Ausland. Das Ende von Verbrennungsmotoren ist seit Jahren absehbar. Das Ende von Chips und Webbrowsern nicht. Wir sollten auch entsprechend investieren.

Kommentar: Digitale Souveränität zum Schnäppchenpreis – von Europa und Mozilla | heise online

Tja, ich habe meine Zweifel, dass „die Politik“, die EU entsprechend handeln wird. Weder bei den Chips, noch bei Firefox. Dabei wäre pragmatisches Handeln sehr wohl und sehr schnell wie im Falle Firefox und Mozilla möglich, doch dies ist nicht so öffentlichkeitswirksam wie Prestigeprojekte wie Gaia-X. Die Bundesregierung, die Ländern und die EU schaffen es einfach nicht, beispielsweise die öffentlichen Verwaltungen auf Firefox zu standardisieren oder sich hinter ein Projekt wie Libre Office – und damit Open Source – zu stellen. Wäre vergleichsweise einfach, ist aber nicht spektakulär und man kann sich sehr simpel mit der föderalen Struktur Deutschlands und Europas raus reden.

Der gesamte Beitrag von Felix von Leitner sei ebenso empfohlen wie der erhellende Beitrag und auch der Podcast von Daniel Fiene zu Chinas Anspruch auf Technologieführerschaft.

Die vorgegebenen Rahmenbedingungen der Planwirtschaft sind technologischer geworden. Danach richtet sich die ganze Wirtschaft. Chinas Anspruch ist Weltmarktführer in den Bereichen Silicon Chips, Künstliche Intelligenz, Quantum Computing oder beim neuen Wunderstoff Graphen zu werden.

Dr. Robin Tech zitiert nach The Pioneer Tech Briefing vom 5.8.2020

* heise online bezeichnet Felix von Leitner als Hacker alter Schule. Wikipedia bezeichnet ihn als deutschen IT-Sicherheitsexperten und IT-Unternehmers, Spitzname Fefe

** Die etwas andere Chipfertigung im Bild von Marcelo Kato auf Pixabay