Posts Tagged: ‘KI’

Deutsche Unternehmen tun sich noch schwer mit Künstlicher Intelligenz oder sind sie global gesehen auf Augenhöhe und in vielen Bereichen sehr aktiv? Zwei Studien

15. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Dieser Tage bin ich über zwei Studien und Umfragen zum Thema KI gestolpert, die ich. einmal nebeneinander stellen will. Der Bitkom hat mal wieder eine telefonische Umfrage durchgeführt. Demnach glauben zwei Drittel der Befragten, dass Künstliche Intelligenz die wichtigste Zukunftstechnologie ist, aber nur 6 Prozent setzen KI derzeit ein – und lediglich 22 Prozent planen die Nutzung.

Kurz zusammengefasst:

Wir haben bei Künstlicher Intelligenz kein Erkenntnis-, sondern ein massives Umsetzungsproblem.

Bitkom-Präsident Achim Berg – Unternehmen tun sich noch schwer mit Künstlicher Intelligenz | Bitkom e.V.

Und nur wenige Unternehmen wollen in diesem Jahr in KI investieren.

Weitere Details gibt es in der Pressemitteilung des Bitkom.

Ein positiveres Bild vermittelt die Studie „State of AI in the Enterprise Survey – 3rd Edition“ von Deloitte, ist aber logisch, denn Deloitte hat in Deutschland rund 200 Verantwortlich in Unternehmen, die bereits AI-Technologien eingeführt haben, befragt. Da ist dann die Überschrift von Horizont Deutsche Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz bereits im großen Stil doch etwas irreführend, gerade wenn man sie der Bitkom-Umfrage gegenüber stellt. Deloitte vermerkt gar, dass der deutsche Mittelstand im Bereich KI gut aufgestellt sei.

© Deloitte – KI-Studie 2020

Die Befragten, die eben Künstliche Intelligenz schon einsetzen, sind davon überzeugt und rechnen auch gerade in Deutschland mit einer schnellen Amortisierung. Mit einem Schmunzeln hab ich dann dieses Zitat gelesen:

Deutsche Unternehmen befinden sich beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz weitgehend auf Augenhöhe mit der internationalen Konkurrenz. Besonders erfreulich ist die vergleichsweise kurze Amortisationszeit von KI-Projekten hierzulande, die häufig auch auf den Einsatz von externen KI-Experten zurückzuführen ist, was im Regelfall die Implementierung beschleunigt und die Kosten senkt.

Milan Sallaba – Partner und Leiter Technology Sector, Deloitte Deutschland – KI-Studie 2020 | Deloitte Deutschland

Es wundert nicht wirklich, dass die Berater von Deloitte den Unternehmen, die KI einsetzen wollen, externe Berater ans Herz legen … Aber das mag ja durchaus angesichts des Fachkräftemangels Sinn machen. Laut Deloitte liegt ein Schwerpunkt des KI-Einsatzes in Deutschland im Gegensatz zu den anderen Ländern im Finanzbereich. Auch kauften deutsche Unternehmen vielfach Anwendungen „von der Stange“ und als „as a Service“. Hier kann die Studie herunter geladen werden.

© Deloitte – KI-Studie 2020

Gerade auch angesichts der aktuellen Diskussion um Bias, einer Verzerrung der Wirklichkeit durch Formulierungen, gedankliche Annahmen oder statistische Fehler im Bereich Geschlechter oder auch Hautfarbe, hier die Grafik zu den wesentlichen ethischen Risiken beim Einsatz von KI:

© Deloitte – KI-Studie 2020

Das Thema KI in Deutschland bleibt und vielleicht ist es einmal wieder Zeit, den Stand der Dinge zu diskutieren, bei #9vor9 oder im IBM Livestudio.

(Stefan Pfeiffer)

Künstliche Intelligenz im Handel: Amazon baut auf deutsche Forscher und Entwickler | eMarketer

12. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Bei meiner Vorbereitung zur EuroShop bin ich auf diesen Beitrag von eMarketer zum Thema Künstliche Intelligenz im Handel gestoßen. Und die folgende Aussage finde ich bemerkenswert:

Germany in particular is crucial to Amazon, not just as a major regional consumer market, but as a source of brainpower in the battle for AI supremacy. Politico reported in May 2019 that Amazon has several research and development sites in Germany pursuing AI projects, and now employs hundreds of AI experts. Amazon’s director of machine learning Ralf Herbrich is based in Berlin and manages all AI operations in collaboration with the firm’s chief economist based in Seattle.

What Retail AI Looks Like in Western Europe – eMarketer Trends, Forecasts & Statistics

Wieder etwas gelernt.

Bild von Tumisu auf Pixabay

Von der verloren gegangenen Balance zwischen MarTech und Qualitätszeit mit und beim Kunden

2. Januar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Da hat er nach dem Deutschen Marketing Tag in Düsseldorf den Kanal wohl voll von Big Data, Analytics, Künstlicher Intelligenz oder Marketing Automation, der Thomas Knüwer. Den Eindruck gewinnt man, wenn man seinen Beitrag mit dem Titel über Warum Big Data und KI das Marketing in die falsche Richtung lotsen liest. In vielem hat er nach meiner Beobachtung als Marketer recht, doch manchmal schüttet er auch das Kind mit dem Bad aus.

Nein beziehungsweise ja, wir werden nicht jede Herausforderung im Marketing mit Technologie lösen:

Die Entscheider glauben, dass sie nur teure Technologie kaufen müssten – und alles wird wieder gut. Vor allem nimmt ihnen IT die Last, sich selbst und ihr Tun in den vergangenen 20 Jahren hinterfragen zu müssen

über Warum Big Data und KI das Marketing in die falsche Richtung lotsen – Indiskretion Ehrensache

Und Marketing ist sicher nicht gleich Marketing. Mir fällt natürlich sofort der Unterschied zwischen B2B, dem Verkauf von Produkten zwischen Unternehmen und für Unternehmen, und B2C, dem Verkauf von Produkten für normale Konsumenten, ein. Daneben gibt es sicher noch viele andere Unterschiede abhängig von Markt, Branche, Struktur der vermeintlichen. Kunden und viel anderen Nuancen.

Im Marketing dominiert der Glaube, ein Verbraucher oder Kunde definiere sich aus seinen Klicks und Käufen. …

Wer so denkt, für den ist es verlockend, in MarTech zu investieren, in Datenbanken und CRM-Systeme, in Big-Data-Anwendungen und KI-Programme. Oben kommen Zahlen rein, unten Zahlen wieder raus. Alles quantifzierbar, alles cover your ass.

über Warum Big Data und KI das Marketing in die falsche Richtung lotsen – Indiskretion Ehrensache

CMO Kurator WortmeldungJa, nur zu oft wird über einen Kamm geschert und viel zu oft wird eine Lösung oder ein Trend vorbehaltlos, ja gedankenlos quer über alle Märkte postuliert. Das gilt sicher gerade für Marketingtechnologien, die überall hip zu sein scheinen, glaubt man den Vermarktern von Marketingtechnologien (zu denen ich gerade ja selbst in meinem derzeitigen Job für Acoustic gehöre). Aber Google Analytics ist nicht in jedem Falle der goldene Gral, Programmtic Advertising nicht das ultimative Fitness Programm für jedes Unternehmen.

Mancher von Technologie befeuerter Trend in Marketing und Werbung kann wirklich nerven, wie ich ja gerade selbst erfahren und berichtet habe. Ich will nicht den zwanzigsten Banner mit der gleichen Werbung auf jeder Webseite sehen, die ich besuche, vor allem wenn ich den Artikel bereits gekauft habe. Da läuft was grundlegend schief und das führt genau zu dem Phänomen, dass Thomas beschreibt: Immer mehr potentielle Kunden installieren Werbeblocker im Browser oder auf mobilen Endgeräten.

Wenn ich dann noch in meinem Segment, der Vermarktung von IT-Lösungen für Unternehmen, die leuchtenden Augen sehe, mit denen mancher Marketer die neue Analytics- oder Kampagnenlösung als Allheilmittel lobpreisen, bekomme ich Schnappatmung. Es scheint, dass viele Kolleginnen und Kollegen ihre Zeit nur noch hinter Dashboards verbringen und nicht wirklich Zeit, direkte qualitative Zeit, mit den Kunden verbringen. Ein Unding meiner Ansicht nach. Jenseits von oder neben agile, data-driven und Automatisierung: Jeder Marketer muss Zuhörer und Kommunikator sein.

Um es nochmals klar zu sagen: Die Aussage Schluss mit Data-driven Nonsense, die angesichts der Aussage von Adidas-Global Media Director Simon Peel,“Wir haben zu viel in digitale Werbung investiert“ leichfertig getroffen werden könnte, schießt über das Ziel hinaus. Wir Marketers müssen gerade jetzt mit modernen Technologien experimentieren, mit Künstlicher Intelligenz und Marketing Automation. Genau darüber habe ich mich ja auch auf der DMEXCO mit Gabriele Horcher unterhalten, die mir gerade das unten abgebildete Mailing zu gesendet hat. Aber wir müssen das Augenmaß behalten, die Balance zwischen Technologie und direktem Kontakt bewahren.

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Denn neben den Technologien spielen gerade im B2B Marketing – und nicht nur dort – diese „anderen Aspekte“ eine mindestens genau so wichtige Rolle. Und da bin ich wieder bei Thomas. Es geht auch und vor allem darum, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, in Konversation zu treten und gerade auch so Erfahrungen und Emotionen zu schaffen, an die sich unsere Kunden und Interessenten erinnern. Dies wird nicht rein durch Technologien geschehen. Dafür kann beispielsweise das Zuhören in und der Dialog auf sozialen Medien sinnvoll sein.

Hat man ersten Kontakt entwickelt, können Kundenbeziehungen zum Beispiel in Communities verstärkt und gepflegt werden. Das Loblied der Communities singe ich nun schon seit Jahren. Selbst habe ich mich bewusst in meiner Zeit bei FileNet und auch als Marketijgverantwortlicher der Collaborationprodukte um die Anwendervereinigungen AWK oder DNUG gekümmert, auf Veranstaltungen und online in der entsprechenden Community. Denn jedem Verantwortlichen sollte klar sein, dass Communities auch moderiert werden müssen. Der Dialog dort sollte individuell und menschlich sein. Es geht um Qualitätszeit.

Thomas konstatiert zu recht, dass solche Aspekte derzeit keine oder eine zu geringe Rolle im deutschen Marketing spielen. Die Balance scheint derzeit verloren gegangen zu sein. Statt nur auf Technologie zu setzen und zu glauben, zu glauben, alles messen zu können, brauchen wir eine intelligente Mixtur, die je nach Geschäftsmodell oder Branche angepasst werden muss.

Gewinnen werden aber jene, die eine Mischung schaffen aus Big Data, Thick Data und wirklich kreativen Ideen. Die, die es schaffen, über Kommunikation eine echte Beziehung zu ihren Kunden herzustellen. Das ist beschwerlich und wird dauern, doch es wird sich auszahlen.

über Warum Big Data und KI das Marketing in die falsche Richtung lotsen – Indiskretion Ehrensache

Thomas gebraucht den wohl von Tricia Wang Begriff Thick Data, mit dem ich nicht so glücklich bin. Gemeint ist aber wohl etwas ähnliches: (Potentielle) Kunden sollten nicht nur Außerirdische sein, die sich Klicks und Klickwege sein. Die Beziehung zwischen Kunde und Marke beziehungsweise Unternehmen zählt, zählt auch in den Umsätzen und in der Kundenzufriedenheit. Und das gilt quer über Geschäftsmodelle und Branchen. Mancher Marketer täte gut daran, sich das zu Beginn des neuen Jahres in sein Dashboard zu schreiben …

(Stefan Pfeiffer)

#CMOKurator bunt gemischt: Cookie-Panik in der Werbebranche – KI, Automatisierung und mehr (nicht nur im B2B) Marketing 2020

28. November 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Und wieder einige kuratierte Beiträge rund um Marketing, Social Medida und Digitalisierung. Einige schließen an die Diskussion an, die ich am 26. November 2019 mit Lutz Becker und Gunnar Sohn geführt habe.

KI, Automatisierung und der Marketer

Robin Nichols widmet sich in einem Beitrag auf Lead dem Thema künstliche Intelligenz im Marketing, besonders im Bereich Customer Experience. Sind künstliche Intelligenz und menschliche Intelligenz und Empathie wirklich ein Gegensatz? Der Autor sieht beispielsweise in der automatisierten Personalisierung Potential, um die richtige Botschaft an die richtige Person zur richtigen Zeit zu bringen:

KI-gestützte Lösungen können Nachrichten an das Publikum anpassen und auslösen – und dabei lernen, was funktioniert und was nicht. …
Verschiedene Arten der Automatisierung, des maschinellen Lernens und der KI-basierten Techniken können … echte Vorteile bringen. Sie helfen, Zeit zu gewinnen, den Betrieb zu vergrößern, Muster zu identifizieren und die Ergebnisse zu maximieren. Und Mitarbeiter, die wissen, wie man dies nutzt, werden sicherlich die Oberhand behalten.

über Wie sich Customer Experience-Spezialisten KI zu Nutze machen | LEAD

Programmatic Advertising wächst weiter

Das Urteil des EuGH zur Cookie-Nutzung fühlt derzeit zu Unsicherheit der Werbungtreibenden. Da kommt eas dann auch zu entsprechendem Wegklagen und Überschriften wie Datenschutzregulierungen hemmen Programmatic-Wachstum (Adzine). Dabei wächst gerade Programmatic Advertising* weiter, wie der Programmatic Marketing Forecasts von Zenith vorhersagt.

Im Jahr 2020 werden 69 Prozent aller digitalen Werbeformate einschließlich Banner, Online-Video und Social Media programmatisch gehandelt. Im laufenden Jahr liegt der Wert bei etwa 65 Prozent. … Der programmatisch investierte Gesamtbetrag werde demnach 2019 erstmals über 100 Milliarden US-Dollar liegen.

über Programmatische Werbung bleibt auf dem Vormarsch › absatzwirtschaft

Weniger Cookies heißt nicht zwingend weniger Daten

Aber man muss eben angesichts der Cookie-Regulierungen umdenken, was offensichtlich hier und da schwer fällt. Auf Horizont schreibt Boris Kurschinski, Vice President DACH bei Adform, angesichts noch immer mangelnder Transparenz und Messbarkeit, die die Markteilnehmer beklagen:

Weniger Cookies heißt nicht zwingend weniger Daten, sondern führt eher zu sensitiveren und beständigeren User IDs, welche auch User Content dauerhaft speichern und auditierbar machen.
Wir werden eine digitale Welt erleben, in der viele Dienste nur noch gegen Login verfügbar gemacht werden. Dadurch wird die Zuweisung zu einer Person und damit die Granularität der Daten viel einfacher. Dies führt zu mehr Transparenz für alle Beteiligten.

über Online-Werbung: Wir brauchen Transparenz!

Schon sind wir bei den auch im Videotalk angesprochenen ID-Management-Lösungen. Es wird interessant, wie viel Transparenz diese nicht nur den Werbenden bieten, sondern auch wie verständlich und klar sie gegenüber denen sind, die ihrer Datennutzung zustimmen.

Jüngere Generation: Weg von Facebook, hin zu?? Und sie schauen doch TV

Noch einige knackige kurze Meldungen: Die Zahl der Facebook-Nutzer fällt.

Last year, Facebook usage in Germany dropped 1.2% and will fall another 0.9% by the end of 2019 to 25.9 million people.

über » Facebook Losing Users in Germany and France Faster than Anticipated eMarketer Newsroom

Insbesondere jüngere Anwender, die Gen Y and Z, verlassen das soziale Netzwerk … und nutzen wahrscheinlich eher Instagram und TikTok. Vom Regen in die Traufe?

Apropos Gen Y und Z: Die viel kolportierte Aussage, dass die nur noch streamen und kein Fernsehen schauen, scheint nicht haltbar. So zumindest die aktuelle Studie die Studie „Digital Natives 2.0“  von Mediaplus Strategic Insights und Facit Research.

Digital Natives, die ausschließlich streamen, sind eher die Ausnahme als die Regel. Vielmehr ist eine Multi-Nutzung aller Kanäle typisch für die junge Zielgruppe.

über Generationen Y und Z: Die Digital Natives lieben Streaming – in Kombination mit klassischem TV

Das B2B Marketing-Kochbuch für 2020

Da ja die Planung 2020 anliegt und ich selbst im B2B Marketing noch ein Lesetipp: Hubspot hat im Blog 15 Tipps für das B2B Marketing zusammengestellt. Agile muss natürlich auch das Marketing sein (ich kann den Begriff nicht mehr hören). Künstliche Intelligenz und Automatisierung sind gefragt (siehe oben). Reicht Video bald nicht mehr, es geht Richtung Augmented und Viortual Reality?

Marketers, hört die Signale beziehungsweise die Aussage zu Content Markeing: „Die Devise lautet: Informative Inhalte anstatt Verkaufsparolen.“ Natürlich soll man auf B2B Influencer sowie LinkedIn und Xing setzen. Man soll wegen der höheren Klickzahlen auf Anzeigen statt auf organische Suche setzen. Und: „… bei der Flut an E-Mails, die uns tagtäglich erreicht, ist Individualität gefragt. Die Gestaltung der Customer Journey und somit auch der Kommunikation via E-Mail verlangt zunehmend eine persönlichere Note.“ Schließlich machen wir noch Account Based Marketing, produzieren Podcats (oder Videocasts wie #9vor9 und das Acoustic Studio), setzen Chatbots ein und fesseln unsere Interessenten und Kunden bei unseren prickelnden Veranstaltungen. Einfach mal durchlesen, eine nette Übersicht.

(Stefan Pfeiffer)

* „Er bezeichnet den vollautomatischen und individualisierten Ein- und Verkauf von Werbeflächen in Echtzeit. Dabei werden auf Basis der vorliegenden Nutzerdaten gezielt auf den Nutzer zugeschnittene Werbebanner oder Werbespots ausgeliefert. Die Individualisierung der Werbeflächen geschieht dabei in der Regel über einen Auktionsprozess, bei dem, nach der Überprüfung der Nutzerrelevanz für die Kampagne des Werbetreibenden, der Höchstbietende den Zuschlag erhält und den Werbebanner aussteuern darf. “ (nach: Wikipedia)

Was kann #KI im Angesicht der #DSGVO in der Auswertung der Daten für das #Marketing wirklich leisten? #NE019X

27. November 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Das Thema Datenschutz getrieben durch DSGVO, die Auswirkung auf die tägliche Arbeit im Marketing und die Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz in und für das Marketing waren Themas eines Talks mit Lutz Becker und Gunnar Sohn anläßlich der Next Economy Open 2019. Hier die entsprechende Aufnahme auf YouTube:

Wir haben die verschiedenen Aspekte und Facetten andiskutiert: Vom Geheule und Gejammere der Marketingverantwortlichen angesichts der Datenschutzgrundverordnung, die das Ende der Welt, vor allem aber der Zahl von Interessenten, die sie erreichen, lautstark beklagten. Und die jetzt widerlegt zu sei. scheinen, denn weniger Kontakte, die man anschreiben darf, heißt nicht weniger Erfolg

Offensichtlich kann es sogar ganz anders kommen, wie der Marketing Benchmark Report 2019 von Acoustic zeigt. Demnach sind nach Einführung der DSGVO dass die Öffnungs- und Klickraten von E-Mails seit 2014 stetig gestiegen sind (um 19% bzw. 14%). Das deutet darauf hin, dass die Datenschutzbestimmungen die Unternehmen dazu bringen, sich verstärkt auf saubere, den Regularien entsprechende Listenhygiene und gleichzeitig stärker interessiere und engagierte Abonnenten konzentrieren. Und qualitativ bessere Kontakte kombiniert mit einer guten Zielgruppenansprache in Kampagnen erhöht offensichtlich die Erfolgsrate.

Doch nicht nur die DSGVO jagt Marketingfachleuten, Webseitenbetreibern, Werbetreibenden, besonders aber Agenturen, Verlagen, aber auch Facebook oder. Google den Schauer über den Rücken. Das Cookie-Gespenst geht um: Das explizite OptIn, Cookies zu akzeptieren, und Browser wie Firefox oder Safari sind zwei Dinge, die nicht gerne gesehen werden. Da kommt es schon zu knackigen Aussagen wie der von Stefan Mölling von der Axel Springer-Tochter Media Impact:“Die Mozillas dieser Welt bevormunden sowohl die Nutzer als auch die Gesetzgeber“.

Doch es gibt auch die überlegten Aussagen: „Weniger Daten für Marketing und Vertrieb? Weniger Treibstoff für die Digitalbranche?“, unkt Jochen Schlosser. Er plädiert dafür, nicht hysterisch zu werden und stattdessen den Weg weiter zu gehen, digitale Werbung mit der Einwilligung der User zu verknüpfen. Doch die Werbebranche ist natürlich findig und arbeitet an einer Verlagerung des Trackings auf ID Management-Lösungen, wie sie auch die European NetID Foundation treibt: eine Log-in-Allianz mit möglichst vielen Partnerunternehmen als europäische Alternative zu den GAFA(M)s, den Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft dieser Welt. Über solches ID Management registrieren sich mit ihren persönlicher Daten gleich für vielen Websites – und die geben dort rechtskonform an Nutzer an, ob und in welchem Umfang sie ihre Daten für Werbung zur Verfügung erhalten wollen.

Doch unterdessen kämpfen und lobbyieren Werbetreibenden und Verlage in seltsamer Allianz mit Google und Facebook – sie streiten sich sonst um die Werbeeinnahmen und sind erbitterte Gegener – in Brüssel gegen beziehungsweise für eine Aufweichung der geplanten und immer wieder verzögerten ePrivacy-Verordnung. Einige EU-Staaten scheinen Verlagen einen Blankoscheck für Online-Tracking gewähren zu wollen, andere blockieren genau das und so haben wir in Brüssel ein Pattsituation.

Unabhängig von explizitem OptIn für Cookies oder von ID Managementplattformen, auf denen die Anwender ihren „Consent“, ihre Zustimmung geben, bleibt eine für mich wesentlich Frage offen: Welcher normalen Anwender:innen versteht denn eigentlich die Privacy-Belehrungen, die dort unterbreitet werden? Welche Anwender:innen nehmen sich die Zeit, die entsprechenden Passagen zu lesen? Ehrlich: Ich tue es nicht, weil ich viel zu faul dafür bin und schnell zu den Inhalten kommen will, die mich interessieren. Meine Antwort, dass ich regelmäßig meine Cookies im Browser lösche.

Zurück zu unserem Thema personalisierte Werbung und Datenschutz für die Kunden: Es geht darum ein Gleichgewicht zu finden. so dass Kunden nicht das Gefühl haben, mit Anzeigen verfolgt zu werden die so präzise sind, dass sie eine Verletzung der Privatsphäre darzustellen scheinen. Eine durchaus komplexe und anspruchsvoll Aufgabe, die uns die kommenden Jahre begleiten wird.

Und in diesem Zusammenhang spielt auch künstliche Intelligenz künftig eine immer wichtiger werdende Rolle. Sie wird im Marketing an den verschiedensten Stellen eingesetzt und man muss sich die entsprechenden Einsatzgebiete sehr genau anschauen. Das reicht von der Erkennung von Mustern, wie sich Kunden auf Webseiten bewegen, über die Bewertung des Umfelds, wo Werbung geschaltet wird, und die automatisierte Ausspielung von Kampagnen (Stichwort Programmatic Advertising), die Vorhersage von Kunden- und Kaufverhalten bis zu Hypertargeting, die Personalisierung auf individueller Ebene. Das reicht eben von der Analyse großer Datenmengen bis zum individuellen Mikrokosmos. Hinzu kommen andere Einsatzgebiete wie Chatbots im Kundenservice oder Vertrieb oder auch der Einsatz im Content Marketing in der Erstellung und Bewertung von Inhalten.

Zum Abschluss dann doch noch einige Anmerkungen zu den mir doch zu plakativen Aussagen über „Datenschutz wie im 18. Jahrhunder“ (so geäußert von Doro Bär und Lutz Becker) oder Daten als Rohöl der digitalen Wirtschaft. Unbenommen ist, dass Daten und der intelligente Auswertung heute ein wichtiges wirtschaftliches (und in manchen Bereichen wie Medizin ein lebenswichtiges) Thema ist. Doch müssen Datenschutz und Nutzung der Daten nicht im Widerspruch stehen. Wie es schief gehen kann, zeigt das aktuelle Beispiel aus den USA, wo Patientendaten einerseits zwecks optimaler Berhandlung und Forschung analysiert werden, andererseits von Google potentiell vermarktet werden.

Daten können und sollten nur dort personalisiert zur Verfügung gestellt werden, wo Anwender explizit auf Basis einer verständlichen Belehrung zugestimmt haben. Daneben kann (und sollte) eine ertragsversprechende Analyse und Verwertung aufgrund anoymisierter Datenbestände eben gerade durch Analytics- und KI-Systeme erfolgen. Unbenommen ist auch, dass wir uns Stillstand nicht leisten können und sollten. Das kann aber andererseits nicht dazu führen, einfach mal den Datenschutz zu vergessen.

Hinweis: Die Themen künstliche Intelligenz, Kampagnenautomatisierung, Personalisierung und Content Marketing sind auch zentrale Themen des Acoustic Launch Events in Stuttgart am 4. Dezember 2019, zu dem ich Interessierte nochmals einlade.

(Stefan Pfeiffer)

 Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Digitale Baustellen: Digitale Weiterbildung, unsichere Fische, die vom Kopf stinken, und Faxen, die noch gemacht werden

29. Oktober 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Alle Jahr wieder der Gallup Engagement Index und die Ergebnisse sind fast schon ein alter Hut. Die Mehrzahl der Mitarbeiter macht Dienst nach Vorschrift (2019: 69 Prozent), etwa die gleiche Anzahl innerlich bereits gekündigt (16 Prozent) oder aber ist noch „dabei“ (15 Prozent). Und es wäre natürlich besser auch für die Ergebnisse besser, wenn mehr Mitarbeiter noch engagiert wären.

Gallup Engagement Index 2019: Baustelle digitale Weiterbildung

Vielsagender ist für mich diesmal, dass sich ein Drittel der befragten Deutschen Arbeitnehmer  sich laut Bericht auf Horizont bei der digitalen Weiterbildung vernachlässigt fühlen. Dabei ist doch lebenslanges Lernen und digitale Kompetenz das, was von Politik und Wirtschaft immer wieder gefordert und postuliert wird? In einem Gespräch mit der Wirtschaftswoche schreibt das Marco Nink vom Beratungsunternehmen Gallup gerade den Führungskräften ins Stammbuch:

Unternehmen vergessen bei der Digitalisierung häufig die Menschen. Es geht bei der digitalen Transformation nicht allein um Tools und neue Technologien, sondern um die Veränderung der Arbeitskultur. Das fängt bei den Mitarbeitern an

über Gallup-Studie 2019: Rund sechs Millionen Beschäftigte glauben nicht an ihr Unternehmen – mit 122 Milliarden Euro Folgeschäden, schuld sind die Führungskräfte selbst | Management-Blog

Das Thema müsse eigentlich „auch die Kostenknechte und das Controlling mächtig interessieren“. Schlechte Führung wirke direkt als Kostenfaktor, gute Führung steigere dagegen deutliche die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

Und ebenfalls noch bemerkenswert in der Studie: Knapp mehr als ein Drittel der Befragten beobachten, wie sich ihre Arbeitswelt durch neue Technologien ändert, aber satte 90 Prozent sind sicher, dass KI, Automatisierung und Co. sie nicht verdrängen werden!

Kundenservice: In Deutschland machen wir noch faxen

Und nun lasst uns mal Faxen machen: Laut einer von Savanta im Auftrag von Pegasystems erstellten Umfrage zum Thema Kundenservice kommt in Deutschland noch immer das Fax am häufigsten zum Einsatz deutlich vor Chatbots oder Social Media, berichtet IT-Matchmaker-News:

Pega-Grafik.q
Studie „The good, the bad, the ugly: 2019 global customer service insights“ und Grafik von Pegasystems

spielen in Deutschland Chatbots oder Social Media nur eine untergeordnete Rolle. Laut einer Studie von Pegasystems kommt das altbekannte Fax deutlich häufiger zum Einsatz als moderne Kommunikationswege. Doch nicht nur Technologien sind das Problem: Auch Arbeitsweise und Prozesse werden moniert.

Security: Der Fisch stinkt vom Kopf

Michael Kroker stellt gerade in Deutschland immer wieder zuerst neue Infografiken und Studien vor. Diesmal stellt er eine Studie von Bitdefender zum wichtigen Thema CyberSecurity vor und prangert das auch in seinem Rant unter dem Titel „Mangelhafte IT-Sicherheit – weil der Fisch vom Kopf her stinkt!“ an:

Mit 44 Prozent sagt fast jeder zweite befragte IT-Security-Experten aus Deutschland, dass das Top-Management in ihrem Unternehmen Cybersicherheits-Richtlinien aufweicht oder ignoriert.

über In fast jedem zweiten Unternehmen ignoriert das Top-Management Cybersicherheits-Richtlinien | Kroker’s Look @ IT

In 5 Jahren: Gartner sieht selbstregulierende Vereinigung für Algorithmen

Gartner hat „konferiert“ und dabei sind natürlich wieder Aussagen über die Zukunft der IT herausgekommen – ZDNet berichtet. Einige Kernaussagen aus meiner Sicht: Gartner unterstreicht die bekannte Aussage, dass Künstliche Intelligenz in den kommenden 5 Jahren menschliche Entscheidungen, Emotionen und Beziehungen ergänzen wird. Interessant, dass Gartner bis 2023 eine selbstregulierende Vereinigung sieht, die sich mit Künstlicher Intelligenz und Machine Learning überblicken soll, um schlecht funktionierende oder gar gefährliche Algorithmen zu entdecken und zu kontrollieren.

(Stefan Pfeiffer)

 

 

Gutachten der Datenethikkommission: Gutes Papier, aber doch nur für die Schublade?

28. Oktober 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Das Ergebnis des Gutachtens der Datenethikkommission ist da und es kommt zu den erwarteten Reaktionen. Es werden wichtige, meist schon bekannte Standpunkte im Bereich Datenethik unterstrichen:

  • Fast banal, aber wichtig: Bestehendes Datenschutzrecht soll endlich besser durchgesetzt werden. Das zielt sicher auch, aber nicht nur in Richtung der GAFAM-Konzerne.
  • Gegen Filterblasen und Echokammernn? Plattformen sollten verpflichtet werden, ihren Nutzerinnen und Nutzern auch eine ausgewogene und möglichst tendenzfreie Zusammenstellung von Informationen zu bieten und nicht nur aufgrund des Klickverhaltens und von Algorithmen ähnliche Beiträge anzuzeigen. Wenn das nicht der Fall ist, sollte die  personalisierten Feed der einzelnen Kanäle abgeschaltet werden können.
  • Sehr gut: Die Kommission reißt die in diesem Zusammenhang unsinnige Unterscheidung zwischen von „Künstlicher Intelligenz“ einerseits und „algorithmenbasierten Prognose- und Entscheidungsprozessen“ andererseits ein. Regeln müssten für „auf alle Arten algorithmischer Systeme“ gelten.
  • Es wird eine zentrale Stelle empfohlen, die sich um die Aufsicht über die Wirtschaft kümmert. Machtverteilung hin, Föderalismus her, die Kompetenzverteilung auf 16 Landes- und eine Bundesbehörde ist wohl für dieses Thematik nicht angebracht.
  • Das ins Spiel gebrachte Konzept des Dateneigentums wird im Gutachten abgelehnt. Persönliche Daten sollen nicht zur Handelsware werden. Ein Eigentumsrecht an Daten würde „insbesondere Einkommensschwache und Minderjährige zur Preisgabe möglichst vieler Daten verführen“.
  • So sollen einerseits personenbezogener Daten besser geschützt werden, auf der anderen Seite sollen Daten in beispielsweise im Gesundheitsbereich und in der Forschung durchaus genutzt werden dürfen, aber auf Basis einer klareren Rechtslage.
    Persönliche Anmerkung: Ich bleibe weiter bei meiner Meinung und Forderung, dass ich als Patient selbstverantwortlich entscheiden darf, meine medizinischen Daten oder Teile davon behandelnden Ärzten zur Verfügung zu stellen. Am Wochenende musste ich mal wieder feststellen, wie ganz konkret eine schnelle und zielgerichtete Behandlung verzögert wird, weil die Ärzten nicht die Daten der vorhergehenden Behandlung durch einen anderen Arzt einsehen dürfen. Das darf und kann nicht sein, ist im schlimmsten gefährdend für die Gesundheit des Patienten.
  • Die DEK (Datenethikkommission) fordert für diverse Themenkomplexe sinnvollerweise auf europäischer Ebene zusammen zu arbeiten und fordert auch, angesichts der Abhängigkeit von ausländischen Produkten auf deutscher und europäischer Ebene zu investieren und zu entwickeln, um „die digitale Souveränität Deutschlands und Europas zu gewährleisten.“ Peter Altmaier, der gerade die europäische Cloud fordert und dies auch auf dem kommenden Digitalgipfel vortragen dürfte, wird es freuen.

Natürlich ist die Reaktion gespalten. Die einen befürchten eine neue Regulierungswelle und fordern die Befreiung der Daten, damit die deutsche Wirtschaft innovativ und wettbewerbsfähig bleibe. Bitkom-Präsident Achim Berg warnt von einem Rückbau Deutschlands „zu einem analogen Inselstaat“. Andere sehen den Datenschutz à la DSGVO dagegen als Wettbewerbsvorteil. „Wissenschaft und Zivilgesellschaft sollten das Gutachten künftig als Maßstab nehmen, an dem sie die Digitalpolitik der Bundesregierung messen“,  meinen Chris Köver und Ingo Dachwitz und begrüßen die Arbeit der Kommission.  Die Die meisten Empfehlungen stünden im Widerspruch zur ausschließlich marktorientierten Daten- und Algorithmenpolitik der Unionsparteien, der SPD fehle ddie Kraft, die empfohlenen Maßnahmen durchzusetzen, meinen Köver und Dachwitz. Also bleibt leider die nicht gerade unberechtigte Befürchtung, „dass dieses Gutachten nicht nur für die Schublade“ sein könnte und dort verschwinden wird.

(Stefan Pfeiffer)

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Image by Gerhard Gellinger from Pixabay

Acoustic Launch Events am 4. & 5. Dezember in Stuttgart: Was plant die Nachfolgeorganisation von IBM Watson Marketing? @GoAcoustic!

25. Oktober 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Die vergangenen Tag war ich etwas stiller im Blog und auf den sozialen Kanälen, denn ich bin mitten in der Vorbereitung des Acoustic Launch Events und der Acoustic TechniCon, der ersten europäischen technischen Konferenz, am 4. und 5. Dezember in Stuttgart im Mercedes-Benz Museum. Acoustic, das aus dem Kauf der IBM Watson Marketing-Produkte durch Centerbridge Partners entstanden ist, wird sich mit diesen Events erstmals in Deutschland vorstellen. In den USA ist Acoustic schon ein eigenständiges Unternehmen, in Europa werden die entsprechenden Gesellschaften nach und nach je nach gesetzlichen Vorgaben folgen – Stichwort Betriebsübergang für Deutschland.

Trends und Themen im Marketing und wie Acoustic darauf antwortet

Außenaufnahmen Mercedes-Benz MuseumWas passiert nun am 4. und 5. Dezember in Stuttgart? Das Acoustic Launch Event beginnt um 15:30 Uhr im Mercedes-Benz Museum. Dort wird Natalie Lamb, designierte EMEA-Chefin für Acoustic, zusammen mit Jay Henderson, Senior Vice President für Produkt Management, die Besucher begrüßen. Jay stellt dann die Produktstrategie von Acoustic vor, das die größte unabhängige Marketing Cloud mit einem offenen, lebendigen Ökosystem werden will. Was gerade die Trends und Themen im digitalen Marketing sind, behandelt dann Martin Meyer-Gossner, der auch als Moderator durch die Veranstaltung führt.

Gestern haben wir uns schon einmal ausgetauscht, was denn derzeit auf der Agenda der meisten CMOs steht. Customer Experience, ein möglichst positives und stringentes Erlebnis der Kunden und Interessenten beim Kontakt mit einem Unternehmen, ist und bleibt dabei ganz sicher eine Priorität. Marketing Automation, die Automatisierung von Kampagnen und Aktionen, ist ein weiteres wichtiges Thema, oft eng verwoben mit dem Kundenerlebnis.

Behindert die DSGVO das Marketing oder führt sie gar zu besserer Qualität?

All das funktioniert aber nicht ohne eine vernünftige Datenbasis. Und hier waren Martin und ich uns einig, dass noch viel zu tun ist, um alle Datensilos und -töpfe zu erschließen und wirklich für besagte Kundenerlebnisse zu nutzen. Durch die DSGVO scheint – so Martin – noch zusätzliche Verunsicherung in den Marketingabteilungen eingezogen zu sein. Der aktuelle Benchmark von Acoustic zieht da eher eine positive Zwischenbilanz: Durch entsprechende Regularien ist die Datenqualität sogar besser geworden, was man beispielsweise an den Click Throughs und Öffnungsraten von E-Mails nachverfolgen kann.

Meinungsaustauch und Diskussion im Mercedes-Benz Museum

D584416.jpgGenau an diesen Stellen gilt es dann auch, das Thema künstliche Intelligenz zu hinterfragen. Was kann KI im Angesicht der DSGVO in der Auswertung der Daten für das Marketing wirklich leisten? Wir haben sicher genug Stoff für eine interessante Diskussion mit den Referenten und dem Publikum. Es haben sich ja schon wortgewaltige Experten mit pointierter Meinung angemeldet. Und wir sind auch noch auf der Suche nach ein oder zwei Sprechern von Unternehmen, die zu den Marketingtrends ihre Meinung haben. Rund um das Mercedes-Benz Museum und in Stuttgart sitzen ja einige namhafte Unternehmen.

Nach der angedachten Diskussion können wir uns dann anschließend beim Get Together weiter austauschen und nicht nur für Mercedes-Fahrerinnen und -Fahrer bieten wir Führungen durch die faszinierende Welt des Mercedes-Benz Museums an. Ich freue mich auf jeden Fall auf diesen spannenden Nachmittag und Abend, der für alle Marketingverantwortlichen und -interessierten sicherlich sehr spannend werden wird.

Technik hautnah: Unter die Haube der Acoustic-Lösungen schauen

Am kommenden Tag, dem 5. Dezember, kann man dann unter die Haube der Acoustic-Plattform und der einzelnen Produkte schauen. Wir laden zur ersten technischen Konferenz, der Acoustic TechniCon, ein. Dazu ziehen wir im Mercedes-Benz Museum aus dem Bereich „Faszination Technik“ in das Casino auf dem (glaube ich) obersten Stockwerk um. Doch nicht durch den spektakuläre Blick auf das Stadion des VfB Stuttgart ablenken lassen! Wer mehr darüber erfahren will, wie Acoustic die oben angesprochenen Themen der Integration von Daten, der Nutzung von künstlicher Intelligenz für Customer Experience und Marketing Automation angeht, sollte aufmerksam zuhören.

IMG_2766Durch den Tag führen Avril Couper und Mateusz Urban und Kolleginnen aus der Entwicklung werden direkt vor Ort sein, denn in Böblingen sitzen einige der Developer von (bald) Acoustic, die insbesondere an dem Acoustic Content-Produkt arbeiten. Nachdem Jay Henderson an diesem Tag technisch tiefer in die Roadmap eingestiegen ist, wird Thomas Stober aus dem Labor Acoustic Content detailliert unter dem Titel „Content as a Service and Web Sites in a Omnichannel World“ vorstellen- bestimmt ganz besonders interessant, direkt von der Entwicklung mehr über die Pläne zu erfahren.

Die (bald) Acoustic-Entwickler aus Böblingen direkt vor Ort treffen

Mike Bean und Dan Carter erklären danach, wie man Benutzerverhalten mit Acoustic Analytics besser verstehen kann, Kessy Hamann und David Kerr stellen unter anderem den neuen Message Composer von Acoustic Campaign, der Marketing Automation-Komponente der Plattform vor. Das Thema Erschließung und Nutzung von Daten ist wie schon mehrmals erwähnt besonders wichtig. Bernd Schlösser wird Acoustic Exchange, das Modul, mit dem verschiedenste Datenquellen angezapft und integriert werden können, behandeln. Und natürlich will das Produktmanagement und die Entwicklung auch Feedback und Ideen. Diese können während der gesamten Veranstaltung und im abschließenden Panel vorgebracht und diskutiert werden. Am Nachmittag sollten wir dann hoffentlich auf zwei spannende Tage zurückblicken und uns mit neuen Ideen und Lösungsansätzen den täglichen Herausforderungen im Marketing widmen können.

Ich hoffe, ich habe Appetit auf die beiden Events gemacht. Hier kann man sich anmelden und ich freue mich darauf, viele neue und bekannte Gesichter in Stuttgart begrüßen zu können.

Kein Ökosystem ohne ein Netzwerk kompetenter Partner

Und ich will auch nicht versäumen auf eine weitere Veranstaltung hinzuweisen, die vor dem Launch Event stattfindet. Über das Acoustic Ökosystem habe ich bereits geschrieben. Doch dabei geht es nicht nur um Technologien von Acoustic und die absolut notwendige Integration von Produkten andere MarTech- und CRM-Anbieter. Zu einem Ökosystem gehören natürlich auch Geschäftspartner, Integratoren, Agenturen und Beratungsunternehmen aus dem Marketingumfeld. Acoustic setzt genau auf ein solches Netzwerk, will dieses fördern und ausbauen.

Deshalb treffen sich am 4. Dezember vor dem Launch Event bestehende und potentielle neue Partner von Acousic zu einem Austausch im nahe am Mercedes-Benz Museum gelegenen Hilton Garden Inn. Dort werden die EMEA-Partnerverantwortlichen Derick Wiesner und Graeme Mclaren zusammen mit Franziska Vielmeier aus der DACH-Region das Partnerprogramm vorstellen und über den gemeinsamen Go-To-Market im verbleibenden Jahr und besonders 2020 mit interessierten Partnern sprechen. Anmelden kann man sich auch hier über besagten Link.

(Stefan Pfeiffer)

#CMOKurator: Vom Datenflüsterer über künstliche Intelligenz zu menschlicher Kuration, Live Streaming und WhatsApp-Newslettern (die es bald nimmer gibt)

14. Oktober 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Und wieder die wöchentlich kuratierten Nachrichten und Berichte aus der digitalen Welt und der Welt des Marketings.

CMO wird zum Datenflüsterer …

Man kann ja kaum einen Beitrag zum Thema Marketing lesen, ohne dass Data oder data-driven vorkommt. Da passt das kommende Zitat. Der CMO wird laut Lucy Koch auf eMarketer zum Datenflüsterer:

Once a position focused on blind creative and top-of-funnel executions, the role of the CMO has evolved to that of a data whisperer. Striking a balance between art and science is key to providing real-time strategic results that enable internal collaboration and external execution.

über B2B Tech CMOs on Cultivating Data-Driven Customer Experiences – eMarketer Trends, Forecasts & Statistics

… und muss immer mehr Datentöpfe managen

Und passend eine vielsagende Statistik von SalesForce zum Thema Daten im Marketing: Im Durchschnitt nutzt eine Marketingabteilung 14 Datenquellen. Es sollen 45 werden. Herzlichen Glückwunsch.

The average marketing organization currently uses 14 data sources, and that number grows by about 20% year-over-year. By 2025, we should expect to see brands using 45 data sources, on average, if this trend continues.

über Marketing: Use Data Sets For Better Customer Experiences – Salesforce Blog 

… und die Qualität der Daten steht in Frage

Doch kann man Daten trauen? Diese Frage wurde auch haben in einer Umfrage von United Internet Media und der Hochschule der Medien in Stuttgart gestellt. Und es herrscht Skepsis, da die Daten häufig in Unternehmen nicht aktuell, konsistent und vollständig genug seien, um mit ihnen arbeiten zu können. Kein Wunder, dass immer mehr Data oder Marketing Scientists mit tollen Titeln wie “Data Artist” und “Data Storyteller” in den Marketingabteilungen auftauchen.

Doch noch vor mangelhafter Qualität hat man Bedenken wegen Datenschutz und ist unsicher. Alles Hürden für datengetriebenes Marketing.

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über Studie: Experten prognostizieren hohe Bedeutung von KI fürs Digitalmarketing – Alle Rechte liegen bei Horizont

Künstliche Intelligenz noch nicht reif für den Einsatz im Marketing?

Nicht verwunderlich: Die Mehrzahl der Befragten will Künstliche Intelligenz einsetzen, vor allem zur Personalisierung. Doch es gibt auch Bedenken: Nur 15 Prozent der befragten Experten halten die Technologie derzeit für ausgereift genug, um sie im Marketing produktiv einsetzen zu können.

Kay-Volker Koschel und Claudia Buschkamp von Ipsos plädieren in ihrem Beitrag für eine Kombination, ja Integration von künstlicher Intelligenz und menschlicher Intelligenz bei der Datenanalyse und Kuration. Sie haben fünf Bereiche herausgearbeitet, in denen der Mensch mit seinen Soft Skills und seiner Empathie punkten kann.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass sowohl die künstliche als auch die menschliche Intelligenz bei der Datenanalyse und Kuration einen einzigartigen und komplementären Wert haben. KI hilft uns, die riesigen Datenmengen zu scannen, zu sortieren sowie Themen und Cluster zu synthetisieren. Die menschliche Kuration fügt Bedeutung hinzu, identifiziert Chancen und ermöglicht die Aktivierung der Insights durch inspirierendes oder provokantes Storytelling.

über Knowledge Management: Welche 5 Vorteile hat menschliche Kuration?

Oder wie drückt es Polly Kay von English Blinds aus:

Martech is only of value when overseen by knowledgeable marketers because martech can provide insights and assist with the execution of campaigns, but it can’t do the thinking for you.

über Are Your Organization’s Martech Investments Working?

Live Streaming bringt was im B2B (Sag ich ja …)

Und schließlich noch ein Beitrag zu Live Streaming im B2B-Umfeld, den ich natürlich angesichts des IBM Livestudios, von #9vor9 oder des Acoustic Studio zitieren muss. Kaya Ismail geht in seinem Beitrag auf CMSWire auf die Möglichkeiten von Live Streaming-Formaten ein. Noch würden viele Marketingmanager nicht auf den Zug aufspringen, obwohl die Ergebnisse positiv seien. Stacy Nawrocki von Watson Media and The Weather Company bei IBM definiert es treffend.

Live streaming is a type of video broadcasting that enables enterprises to handle internal and external communications in real-time, at scale, and across the globe.

über Why B2B Marketers Should Be Live Streaming More

Live Streaming fördere Interaktion und Engagement und sei – weil eben live – authentischer und glaubwürdiger, so Ismail. Unterschreibe ich natürlich alles

[Im Beitrag darf LinkedIn Live als Hoffnungsträger für Live Streaming im B2B-Umfelkd wieder nicht fehlen. Ich bin gespannt und warte auf die Verfügbarkeit in Deutschland, um auch diesen Kanal auszutesten.]

Für Unternehmen: „Whatsapp wird zum kostenpflichtigen Eins-zu-eins-Dialog-Tool“

WhatsApp als Marketingkanal, das Thema wurde vor einiger Zeit gerade auch von Agenturen „gehyped“. Dann kam aber die Ansage von Facebook, den Versand von Newslettern noch in diesem Jahr rigoros zu unterbinden und ab 7. Dezember rechtlich bei Verstößen vorzugehen. Was tun, besonders dann, wenn man schon einen Abonnentenstamm aufgebaut hat. Diesem Thema widmet sich ein Beitrag auf OMR, in dem auch nach Alternativen gesucht wird.

Für mich interessanter sind die Aussagen, „dass Facebook Whatsapp im Unternehmenskontext eher als Werkzeug zur Kundenkommunikation und CRM-Tool etablieren“ und darüber Geld verdienen wolle. Das geschieht über sogenannte Notifications, bei denen Unternehmen, die in Whatsapp ein Business-Profil haben, mit Kunden über Bestellungen, Lieferungen oder ähnliche Themen kommunizieren können. Beginne der Nutzer die Kommunikation, sei das sei 24 Stunden kostenfrei. Danach könne es  Unternehmen zwischen 6 und knapp 8 Cent pro Notification kosten. Der Artikel auf OMR geht dann noch alternative Plattformen ein, die das Marketing nutzen könnte.

(Stefan Pfeiffer)

Ralf Rangnick: In fünf bis zehn Jahren die hält Künstliche Intelligenz auch im Fußball Einzug

29. September 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Viele mögen ihn nicht besonders, denn er ist nicht der emotionale Typ à ala Kloppo. Er gilt aus Fußballprofessor und sein erster Auftritt im Sportstudio ist legendär, hat dieses Image geprägt. Ja, er galt auch kürzlich als potentieller Nachfolger von Jogi Löw als Bundestrainer. Ich hätte durchaus gerne bei „meinem Verein“, den Fohlen, gesehen. Ich schreibe von Ralf Rangnick. Er hat ein aus meiner Sicht bemerkenswertes Interview in der FAZ gegeben (leider mal wieder hinter der Bezahlschranke).

Hier nun aus diesem Interview, wie er glaubt in Leipzig noch zulegen zu können. Er will den Kopf trainieren, Basierend auf der fundierten Analyse von Daten und bald künstlicher Intelligenz:

Ein datenunterstütztes Training ist heute schon völlige Normalität. … Die Entwicklung ist rasant. Und das gilt auch für den taktischen Bereich. Da wage ich die Prognose, dass in fünf bis zehn Jahren die Künstliche Intelligenz auch im Fußball Einzug hält. Sie wird uns aufzeigen, mit welchen Maßnahmen man mit der höchsten Aussicht auf Erfolg spielen sollte. … Um beispielsweise Spieler dazu zu bringen, in räumlichen und zeitlichen Drucksituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen – da geht es um das Training des Gehirns.

über Rangnick über Reformdruck, Nagelsmann, Neuer und Ter Stegen

(Stefan Pfeiffer)

 Image by annca from Pixabay

Acoustic Studio: Experimente mit KI wagen, bevor es zu spät ist – Gabriele Horcher

11. September 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Offenbach triff Darmstadt oder Erbarmen, die Hesse kommen … und sie reden über den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in Marketing und Vertrieb. Herzlichen Dank an Gabriele Horcher, Kommunikationswissenschaftlerin und Partner in der Agentur Möller Horcher, ist zur DMEXCO gekommen und berichtet über ihre Erfahrungen und Empfehlungen zum Thema künstliche Intelligenz. Ihr Credo: Experimente wagen, bevor man abgehängt wird.

Acoustic Studio auf der DMEXCO – Sendeplan und Termine

8. September 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Den Auftritt von Acoustic auf der DMEXCO werden wir mit unserem Acoustic Studio. begleiten, denn Video ist ja heutzutage in – und wir glauben an Video- und Liveformate. Aus Köln senden wir Gespräche mit Vordenkern aus dem digitalen Marketing, mit Partnern und Acoustic-Experten. Wir haben schon einige der Gesprächspartner verpflichten können und es werden sicher noch weitere hinzukommen.  Wahrscheinlich wird es auch einmal spontane Schaltungen geben

Hier ist immer der aktuelle Sendeplan, der sich natürlich verändert, anpasst und hoffentlich nicht zu verzögert. Also die Sendung, nicht der Plan. Live verfolgen kann man unsere Streams über meinen Twitter-Account beziehungsweise Periscope und auch auf dem YouTube-Kanal von Acoustic in einer speziellen Playlist.

Und wer noch Lust auf ein Gespräch zu interessanten Marketingthemen hat, kann sich gerne bei mir oder meinem „Partner in Crime“ Gunnar Sohn melden, der uns auf der DMEXCO unterstützen wird. Natürlich sind alle Gespräche auch noch im Nachgang verfügbar und hier verlinkt.

Montag, 9. September

13:00 Uhr – Das erste Acoustic Studio vor der DMEXCO

Das erste Acoustic Studio mit Ausblick auf die DMEXCO 2019 – mit Gunnar Sohn und Stefan Pfeiffer. Wir übertragen ab 13 Uhr über Gunnars Facebook-Konto und später gegen 14 Uhr dann über Twitter.

Mittwoch, 11. September

9:15 Uhr – Acoustic Studio Morgenmagazin

Das Acoustic Studio Morgenmagazin – Wir begrüßen Euch von der DMEXCO und vermitteln einen ersten Eindruck von der Messe und dem Acoustic-Stand in Halle 8, E029.

10:00 Uhr – Künstlich Intelligenz trifft (nicht nur) Postkarte

Wir unterhalten uns mit Mathias Rochlitz von der Deutschen Post und Bernd Schlösser über die Kooperation der beiden Unternehmen.

11:00 Uhr – Thought Leader: Künstliche Intelligenz avanciert für Unternehmen von der Kür zur Pflicht

Ideal im Anschluss das Gespräch mit Gabriele Horcher über Künstliche Intelligenz in Marketing und Vertrieb..

12:00 Uhr – Acoustic Partner: SignTek

Steffen Höpfinger von SignTek und Bernd Schlösser stellen die Partnerschaft zwischen SignTek und Acoustic vor.

16:00 Uhr – Thought Leader: Die Eintracht ist Meister in Social Media

Mit Edin Rekić von Net Federation sprechen wir darüber, wie deutsche Bundesliga-Vereine Social Media nutzen.

17:00 Uhr – Acoustic Studio Abendmagazin

Kurz vor Ende des ersten Messetages ziehen wir ein Zwischenresumé!

18:30 Uhr – Thought Leader Nachschlag mit Martin Meyer-Gossner

Aber wir kriegen nicht genug: Er ist voll im Stress auf der DMEXCO, denn er moderiert rauf und runter, kommt aber noch bei uns im Studio vorbei: Martin Meyer-Gossner.

Donnerstag, 11. September

9:15 Uhr – Acoustic Studio Morgenmagazin

Tag 2 der DMEXCO mit dem  Acoustic Studio Morgenmagazin wieder vom Acoustic-Stand in Halle 8, E029.

10:00 Uhr – DMEXCO-Talk mit DMEXCO Organisator

Wir treffen Christoph Memke von der DMEXCO und unterhalten uns über die Messe, wie sie bisher läuft und wie es weiter geht.

17:00 Uhr – Acoustic Studio Abendmagazin

The Final Countdown: Kurz vor Ende der Messe  ziehen wir ein Bilanz!

Nach der DMEXCO ist vor dem regelmäßigen Acoustic Studio

Das Acoustic Studio soll übrigens auch nach der DMEXCO weiter gehen. Mit einigen Thought Leadern, die es nicht nach Köln schaffen, werden wir regelmäßige Talks durchführen. Stay tuned!

(Stefan Pfeiffer)

#9vor9: @AxelOpp in Hochform watscht #WoL und#NewWork ab

20. August 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Gunni is back oder heute mal wieder #9vor9 in voller Besetzung und Besatzung und einem Axel Oppermann in Hochform, der den ganzen New Work-Kram und die Working out Loud-Welle abwatscht. Lasst den New Work-Kram sein und automatisiert, so könnte man ihn leicht vereinfacht zitieren. Xing oder New Work SE kommen dann beim #9vor9-Stammtisch auch nicht gut weg. Immerhin konnte Gunnar noch einbringen, dass es durchaus Gründe für die Unzufriedenheit von Mitarbeitern gebe. Die Gallup-Studien zeichnen ja jedes Jahr ein frustrierendes Bild.

Da gehen Lars Basche mit dem Thema Google-Dominanz durch Zero Clock Searches oder meine Thema Künstlich Intelligenz in Journalismus und Marketing einfach unter. lediglich die Gamescom mit Doro Bär und spielen in der Cloud kann da mithalten.

#CMOKurator: Künstliche Intelligenz und Digitalisierung im Marketing, Xing und kritischere Käufer bei Amazon

20. August 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Ein kleiner Rückblick auf Beiträge und Nachrichten rund um soziale Medien, Marketing und Digitalisierung der vergangenen Tage.

KI und Journalismus: Fakt

Künstliche Intelligenz und Journalismus habe ich ja hier schon öfters behandelt. Künstliche Intelligenzen können und werden Inhalte erstellen. Und die Deutschen akzeptieren das mehr und mehr, so eine aktuelle, repräsentative Online-Umfrage von nextMedia im Auftrag von Statista. Lead schmeisst mit dem Begriff Robo-Journalismus um sich. Wenn es denn sein muss.

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Quelle: nextMedia

Und die Deutschen erscheinen sogar sehr informiert und erwachsen: Faktenbasierte Nachrichten wie Verkehrsmeldungen oder Wetterberichte lassen sie sich durchaus von KI liefern. Bei „tiefergehenden“ oder Kreativität fordernden Inhalten sind sie misstrauischer. Und sie wünschen sich laut Studie, dass Inhalte, die von einer KI erzeugt wurden, auch entsprechend gekennzeichnet werden.

Wie habe ich mal aus Perspektive eines Journalisten geschrieben: Journalisten werden sich differenzieren müssen. Das reine Runterschreiben von standardisierbaren Nachrichten wird bald von Systemen der künstlichen Intelligenz übernommen. Die Einordnung aber, das ist ureigenes Differenzierungsmerkmal des Journalisten.

Mehr und mehr akzeptiert: Mit KI kommunizieren

Doch zurück zur Online-Umfrage: Demnach akzeptieren auch mehr und mehr Personen, mit Künstlicher Intelligenz zu kommunizieren. Laut Studie sind es nun 83 Prozent, ein Zuwachs um 25 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres. Tut man ja auch schon bewusst oder unbewusst: auf dem Smartphone, mit dem Chatbot, durch Sprachassistenten und „smarte“ Lautsprecher.

Lasse das Experiment beginnen: KI in Marketing und Vertrieb

Dazu passt auch der Beitrag von Gabriele Horcher von der Kommunikationsagentur Möller Horcher auf HORIZONT Online. Sie skizziert einige der sich ausweitenden Einsatzgebiete und mahnt an, dass Sales-, Marketing-, Service- und Kommunikations-Abteilungen den unaufhaltsamen Trend zur Nutzung neuer KI-Technologien nicht verschlafen und unbedingt mit dem Experimentieren beginnen sollten:

Um im Wettbewerb der Zukunft zu bestehen, ist es für Unternehmen unerlässlich, sich jetzt mit den Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen, im Hinblick auf die eigenen Kommunikations-Szenarien ebenso wie in Hinsicht auf die Informationsbedürfnisse und die präferierten Anwendungen ihrer Zielgruppe.

über Technologie: Wie Künstliche Intelligenz die Kommunikation verändert

Nicht vorbereitet für das digitale Marketing-Zeitalter?

Da schließt sich schnell die Lücke zum gerade veröffentlichten Teil1 des Marketing Entscheider Radars 2019, den die Unternehmensberatung Brain Consulting veröffentlicht hat. Mehr als die Hälfte der Marketingentscheider (56 Prozent) sehen ihr Unternehmen nicht ausreichend für die digitale Marketing-Ära vorbereitet. Da ist die Nutzung von Künstlicher Intelligenz sicher ein Aspekt neben Nutzung anderer Technologien, Herausforderungen wie Datenmanagement, vor allem aber einem verbesserungswürdigen „Digital Mindset“ im Unternehmen und bei den Mitarbeitern. Die Empfehlung von Oliver Mohr, Geschäftsführer des zur der zur Omnicom Media Group Germany gehördenden Beratungshauses Brain Consulting: Externe und auf Digitalisierung spezialisierte Unternehmensberatungen einkaufen ...

KI und Digitalisierung: Thema für das Acoustic Studio auf der DMEXCO

Das sind alles sicher Aspekte, die auf der kommenden DMEXCO diskutiert werden sollten, und wir werden das ein oder andere Thema ganz sicher in unserem Acoustic Studio in Videotalks und Livestreams diskutieren. Die oben erwähnten Experten seien auch hier nochmals explizit zu den Talks eingeladen. Kontakt über alle Kanäle möglich 😉

Themenwechsel zu anderen marketing-relevanten Meldungen, Berichten und Kommentaren:

Xing wächst

Neben dem Gewinn und dem Umsatz steigerte Xing im ersten Halbjahr 2019 auch die Anzahl der Mitglieder. So konnte das Online-Netzwerk in diesem Zeitraum mehr als eine Million neue Mitglieder generieren. Per Ende Juni kam Xing somit auf 16,3 Millionen Mitglieder im deutschsprachigen Raum.

über Geschäft mit Netzwerken: Xing steigert Gewinn um 22 Prozent › absatzwirtschaft

Immer wieder erstaunlich. Xing scheint weiter erfolgreich zu sein. Dabei empfinde ich Xing eher als Friedhof den als vibrierendes Netzwerk, in dem man sich austauscht. Vielleicht suchen und bieten die 16.3 Millionen ja einfach nur neue Stellen an?

Junge Kunden misstrauischer gegenüber Amazon

Ich gebe zu, dass mich dieser Bericht gefreut hat: Laut“Future Shopper“-Report der Agentur Wunderman Thompson ist Onlinehändler Amazon zwar wichtig, aber bei jüngeren Kunden gerät Amazons Nimbus ins Wanken. Regelmäßige Negativschlagzeilen über den Umgang mit Mitarbeitern und zum Datenschutz tragen hierzu wohl bei.

(Stefan Pfeiffer)


Wie der ein oder andere mitbekommen hat, habe ich ja vor kaum 14 Tagen einen neuen Job angetreten: In den kommenden Monaten unterstütze ich das neu gegründete Unternehmen Acoustic beim „Go-To-Market“ insbesondere in Deutschland und Europa. Grund genug, mich noch mehr mit Nachrichten und Berichten aus dem Themenumfeld Marketing und Technologien zu befassen. Und meine entsprechenden „Findings“ werde ich wohl regelmäßig veröffentlichen, hier, vielleicht auch in einem separaten Blog frei nach Konzept, dass ich einmal für den CIOKurator entwickelt habe. Diesmal halt ein CMOKurator oder Marketing-Kurator.

 

 

Jetzt geht es los: acoustic startet auch in Deutschland mit seiner Marketing Cloud – und ich darf unterstützen

7. August 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Ich habe es ja an der ein oder anderen Stelle schon bekannt gegeben: Ab quasi vorgestern kümmere ich mich als „Entwicklungshelfer“ um das Marketing des neuen Unternehmens acoustic in Deutschland und unterstützte europaweit bei der Kommunikation. acoustic ist das SpinOff des ehemaligen IBM Watson Marketing-Bereichs, das jetzt als selbständiges Unternehmen an den Markt geht. Dorthin bin ich also jetzt für einige Monate ausgeliehen. Ich finde die Aufgabe extrem spannend, da hier in Startup-Manier ein komplett neues Unternehmen „gebaut“ werden soll, freue mich also sehr auf die Aufgabe, die sicher anspruchsvoll und arbeitsintensiv werden wird *.

Doch acoustic startet weder personell – IBM Mitarbeiter aus dem besagten Bereich wechseln in das Unternehmen – noch auf der Produkt- und Kundenseite neu. Doch blicken wir einige Monate zurück: Im April wurde angekündigt, dass die Marketinglösungen der IBM von der privaten Investmentfirma Centerbridge Partners übernommen würden. Nun hat sich materialisiert – ich habe ja hier im Blog darüber berichtet. Das neue Unternehmen steht mit prominenten Marktbegleitern wie Adobe, Oracle und Salesforce in Wettbewerb.

Doch der neue CEO von acoustic, Mark Simpson, ist optimistisch und wird wie folgt zitiert: „Wir sind nach wie vor eine der vier größten Marketing-Clouds, aus der IBM hervorgegangen. Mit über 1.100 Mitarbeitern und 3.500 Kunden sind wir ein ziemlich großes Start-up.“ Er betont das Potential der Produkte, die man vermarktet und intensiv weiterentwickeln will: „Wir investieren in den nächsten 12 Monaten zwischen 10 und 20 Millionen Dollar in die vollständige Neuplatzierung aller unserer Produkte.“ Alter Code soll ersetzt, neue Benutzeroberflächen implementiert und zukunftsweisende Technologien beispielsweise in den Bereichen KI und Datenschutz noch intensiver genutzt werden.

Simpson hebt vor allem den Fokus hervor, den das neue Unternehmen hat, das sich ausschließlich auf den Bereich Marketing konzentriert: „Adobe ist bekannt für Kreativität, Oracle für Daten, Salesforce für CRM, wir konzentrieren uns auf das CMO, auf den Marketier.“ Dabei will man sich als offenes Ökosystem positionieren, in dem unterschiedliche, oft isolierte Insellösungen und Technologien, vor allem Daten aus verschiedensten Quellen zusammengeführt werden sollen, um dem CMO ein nahtloses Bild seiner Kunden und Interessenten zu bieten.

Besonders interessant ist natürlich, was acoustic in seinen Produkten an Funktionen der künstlichen Intelligenz implementieren will. Unbestritten ist bei allen Fachleuten und Analysten, dass KI gerade im Bereich Marketing eine wichtige Rolle spielt und noch spielen wird. acoustic hat aufgrund seiner IBM-Herkunft natürlich schon entsprechende Funktionen – logischerweise auf Basis von IBM Watson – verankert. Die KI-Funktionalität soll deutlich erweitert werden und man will sich – so Simpson –  auch gegenüber anderen Technologien und Technologieanbietern öffnen.

acoustic sei auf dem Weg zu einem Software-as-a-Service-Modell , über das man ständig Erweiterungen anbieten können. Merkmale der „modernen“ Marketinglösung von acoustic soll ein modernes Backend basierend auf einer moderne Cloud-Infrastruktur mit nativen Cloud-Services sein. Microservices und eine elastische Architektur, die Nachfragespitzen abfangen kann, sind neben einer einfachen Benutzeroberfläche weitere Paradigmen, die sich das Unternehmen für seine Lösungen setzt.

Interessiert? Weitere Details zu Lösungen, Produkten, handelnden Akteuren und Marketingthemen werden wir als acoustic sicher in den kommenden Wochen und Monaten auch im deutschen Markt nicht nur publizieren. Wir stehen natürlich online, aber auch in aller Kürze auf Veranstaltungen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Mehr, wo man uns in persona treffen kann, nicht nur hier in aller Kürze. Und natürlich kann man mir auch schon jetzt Fragen und Gesprächswünsche zukommen lassen.

acoustic Signature

(Stefan Pfeiffer)

* Und da die Frage kommen mag, warum ich acoustic und nicht HCL unterstütze? Für das an HCL verkaufte ehemalige Collaboration-Portfolio der IBM wurde initial keine Marketing-Stelle in Deutschland und Europa ausgeschrieben. Außerdem tut das Thema gut. Als Marketier liegt ja Marketingtechnologie inhaltlich nicht weit weg.