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Das Cookie-Urteil des BGH, Spaß beim Surfen und unerfüllte Traum einer zentralen, transparenten, verständlichen Zustimmungsverwaltung

1. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Und mal wieder sind Cookies Thema in meinem Blog. Hatten wir ja lange nicht. Doch jetzt gibt es das Urteil des Bundesgerichtshofs in einem jahrelangen Rechtsstreit zwischen dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und dem Glücksspiel-Unternehmen Planet 49: Wer sich die Genehmigung zur Speicherung von Werbe-Cookies geben lassen will, darf die entsprechende Einwilligung nicht vor-ausfüllen, schon mal Kreuzchen setzen, wie es heute gang und gäbe ist. Es folgt damit der Auffassung des EuGH.

Die Einschätzung von netzpolitik.org:

Das Gericht setzt mit seiner Entscheidung zur Gestaltung von Online-Einwilligungen auch einen Schlussstrich unter eine jahrelange Debatte zwischen Werbeindustrie und Daten- sowie Verbraucherschützer:innen. Denn auch wenn die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) klare Anforderungen an die Einwilligung formuliert, herrscht beim Thema Online-Tracking in Deutschland bisher Chaos, weil Parlament und Regierung die Aktualisierung des Telemediengesetzes jahrelang verschlafen haben.

Bundesgerichtshof – Werbetreibende dürfen Nutzer:innen keine Tracking-Cookies unterjubeln

Grüne Welle für Cookies: Mal schnell den grünen Button klicken

Ein Beispiele aus meinem Alltag:

Natürlich farblich grün hinterlegt, grün auch noch als Ampelfarbe, alle Cookies akzeptieren, also auch die für Marketing und externe Medien. Vor-angekreuzt sind „nur“ die essentiellen Cookies – whatever this means.

Natürlich farblich grün hinterlegt, grün auch noch als Ampelfarbe, die Zustimmung, alle Cookies zu akzeptieren, also auch die für Marketing und externe Medien. Vorangekreuzt sind „nur“ die essentiellen Cookies – whatever this means. Und was ist wohl die Realität? Wer hat im Alltag Lust, sich mit dem leidigen Thema Datenschutz zu befassen. Nur zu schnell, zu unaufmerksam und zu bequem klickt man halt schnell mal auf diesen grünen Button. Das ist mir neulich auch passiert. Ist so etwas schon das im Urteil angesprochenes manipulatives Design?

Die dunkle Seite des User-Experience-Designs benachteiligt die Nutzer:innen etwa durch Tricks wie farblich hervorgehobene Buttons für kostenpflichtige Optionen, zu kleine Schriftarten für wichtige Details und versteckte Regler für Datenschutzoptionen.

Massenphänomen „Dark Patterns“ – Wie Politik und Behörden gegen irreführendes Design vorgehen können

Zu diesem Thema empfiehlt netzpolitk.org ein neues Papier „Dark Patterns: digitales Design mit gesellschaftlichen Nebenwirkungen“ der Autor:innen Sebastian Rieger und Caroline Sinders von der Stiftung Neue Verantwortung.

Surfen ohne Cookies macht weniger Spaß, so der Bitkom

Eine andere Perspektive auf das Thema hat der Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder mit dem Tenor, dass Surfen so einfach keinen Spaß mehr mache:

„Das Urteil des Bundesgerichtshofs trifft die Webseitenbetreiber schwer und es nervt viele Internetnutzer. Neben den hohen Auflagen der Datenschutz-Grundverordnung müssen die Betreiber von Webseiten jetzt zusätzliche Prozesse und Formulare für ihre Web-Angebote einführen, … Für Internetnutzer entsteht mit dem BGH-Urteil ein weiterer Komfortverlust: Sie müssen häufiger Banner wegklicken oder Häkchen setzen, bevor sie die gewünschten Inhalte sehen. … Nicht für jeden Anlass braucht es Cookies, aber ohne sie macht das Surfen einfach weniger Spaß und ist viel umständlicher.“

Bitkom zum BGH-Urteil über voreingestellte Cookies | Bitkom e.V.

Ob das Anklicken von Cookie-Einstellungen oder aber die nervende Dauerbeschallung durch Onlinebanner und Werbe-E-Mails wirklich spaßig ist – ich habe hier berichtet – steht auf einem anderen Blatt, Herr Rohleder.

41 Prozent akzeptieren Cookies einfach und klicken durch

Pünktlich zum Urteil haben auch Web.de und GMX eine repräsentative Studie veröffentlicht. Die Pressemitteilung ist durchaus plakativ formuliert:

Rund zwei Drittel (63%) der Deutschen fühlen sich durch wiederkehrende Cookie-Hinweise auf Webseiten beim Surfen im Internet genervt oder eingeschränkt. 41 Prozent lesen sich die Hinweise nicht durch und klicken einfach auf „Okay“ oder „Cookies akzeptieren“.

Zwei Jahre DSGVO: 63 Prozent der Deutschen genervt von Cookie-Hinweisen –

Wenn man sich dann die Slides anschaut, die veröffentlicht werden, ergibt sich aus meiner Sicht ein durchaus differenzierteres Bild:

Unter den plakativen zwei Dritteln sind auch viele, die durchaus das Thema Überwachung wahrnehmen (26 %), zugeben, dass sie die Hinweis nicht verstehen (12 %) oder aber auch die Notwendigkeit einsehen (16 %). Der Rückkehrschluss mit den Genervten ist etwas hanebüchen und sollte differenziert gesehen werden. Wesentlich relevanter sind die 41 %, die einfach durchklicken. Für mich erschreckend: Laut Studie löschen 43 % der Internet-Nutzer selten oder nie ihre Cookies. Daniel Fiene hat es ja im Februar anders formuliert und bewertet:

Fast 60 Prozent löschen Cookies aus ihrem Browser und fast jeder Zweite nutzt regelmäßig einen Werbeblocker. Das ist eine schlechte Nachricht für die Werbeindustrie.

Tech Briefing: Wenn Algorithmen Ärzte und Operationen aussuchen

Aus meiner Sicht besonders wichtig sind die Forderungen nach mehr Transparenz, welche Daten genau erhoben werden (39%), der Wunsch von 31% nach Einfachheit und Verständlichkeit bei den Hinweisen zum Datenschutz und die Forderung nach einer Alternative zur Cookie-Praxis (33%). Die Mehrheit der Befragten fordert einen zentralen Dienst. Ob allerdings die Internet-Industrie willens ist, genau eine solche Plattform zu schaffen, die nicht nur den Werbenden zu Gute kommt, sondern auch dem Wunsch nach Transparenz, Datenschutz und Verständlichkeit gerecht wird? Wir werden sehen.

Kann es die zentrale Zustimmungsverwaltung geben?

Die generelle Frage bleibt: Wie kommt man zu einer klaren, verständlichen und offenen Kommunikation, was man wann an Daten für was gibt. Wie lösen wir es und wer kontrolliert, dass es keinen Missbrauch gibt. Daran hakt es noch immer. Und jetzt haben wir noch gar nicht über die großen Plattformen gesprochen.

Und ja: Ich lösche Cookies regelmäßig, auch wenn ich danach genervt bin

P.S. Ich lösche bewusst und in regelmäßigen Abständen meine Cookies in Firefox und Safari, den beiden Browsern, die ich verwende. Und ja, mich nervt es ungemein, dass ich mich dann bei vielen Diensten wieder authentifizieren muss. Gerade wenn man wie ich in vielen privaten und beruflichen Diensten die zweistufigen Authentifizierung (oder Zwei-Faktor-Authentisierung, wie es Wikipedia hier beschreibt) einsetzt, ist dies zeitaufwändig und eben nervig. Trotzdem lösche ich regelmäßig den gesamten Datenschrott, der da über mich gesammelt wird und ich würde es auch jedem raten.

Was würde ich mir wünschen (neben der oben angesprochenen Transparenz und Sicherheit): Eine Einstellung, mit der ich das Löschen der Cookies nicht nur, aber gerade für die oben erwähnten zweistufig abgesicherten Konten verhindern kann. Vielleicht gibt es ja so was und ich kenne es nur nicht?

(Stefan Pfeiffer)

Rau, authentisch, direkt – Ein Plädoyer für Live Video-Formate auch im B2B Marketing [inhaltlich erweiterter Podcast]

9. März 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Nicht erst seit den aktuellen Absagen vieler Veranstaltungen aufgrund des Corona-Virus bin ich ein absoluter Freund von Video- und insbesondere Live-Formaten. Mit Spannung und einer gewissen Ungeduld warte (nicht nur) ich insbesondere auf LinkedIn Video und LinkedIn Live, die Videoformate, die in den USA schon verfügbar sind, aber zumindest mal für uns in Deutschland noch nicht ausgerollt wurden. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass insbesondere viele B2B-Anbieter auf diesen Format springen werden. Eine erkleckliche Anzahl neuer Videos ist demnach zu erwarten … Und ob LinkedIn die erwartete Video-Wundertüte ist, wird allerdings dann erst zu prüfen sein. Hier nun die „geblockten“ Gedanken rund um Videos und Live-Formate „ver-podcast-et“, mit von mir gesprochenen Kommentaren von Klaus Eck und Lars Basche.

(Stefan Pfeiffer)

Rau, authentisch, direkt – Ein Plädoyer für Live Video-Formate auch im B2B Marketing

9. März 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Nicht erst seit den aktuellen Absagen vieler Veranstaltungen aufgrund des Corona-Virus bin ich ein absoluter Freund von Video- und insbesondere Live-Formaten. Nicht umsonst habe ich an den IBM Livestudios mitgewirkt und mache aus reinem Spaß an der Freund mit Lars Basche und Gunnar Sohn wöchentlich 9vor9 mit unseren Digitalthemen der Woche, die wir auf Twitter/Periscope und Facebook ausspielen. (Zusätzlich gibt es 9vor9 jetzt auch als Podcast auf Spotify, Deezer und Apple Podcasts).

Wird LinkedIn die große Videowundertüte für B2B Marketing?

Mit Spannung und einer gewissen Ungeduld warte (nicht nur) ich insbesondere auf LinkedIn Video und LinkedIn Live, die Videoformate, die in den USA schon verfügbar sind, aber zumindest mal für uns in Deutschland noch nicht ausgerollt wurden. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass insbesondere viele B2B-Anbieter auf diesen Format springen werden. Eine erkleckliche Anzahl neuer Videos ist demnach zu erwarten … Und ob LinkedIn die erwartete Video-Wundertüte ist, wird dann erst zu prüfen sein.

Kein Wunder, denn die Zahlen, die allerorten zu lesen sind, sprechen dafür, dass Video generell und im besonderen im B2B Marketing immer relevanter wird. So auch im Beitrag von Amanda Bulat im LinkedIn Marketing Solutions Blog. Klar, eine US-amerikanische geprägte Brille, aber aus meiner Sicht trotzdem relevant. Demnach schauen laut Forbes 3 von 4 Executives jede Woche Videos mit geschäftlichem Bezug. Und unterdessen würden 59 Prozent lieber ein Video anschauen, als einen Text über einen Sachverhalt zu lesen. Hmmm …

Interessanter sind einige Aussagen, was in puncto Video auf LinkedIn Live zu beachten sei:

  • Die ideale Länge für Live-Formate liegt demnach zwischen 15 und 60 Minuten. Man soll dem Event 15 Minuten geben, damit es sich „aufbaut“.
  • Moderation ist – so die Autoren – wichtiger Erfolgsfaktor. Dabei geht LinkedIn davon aus, dass es zu Kommentaren und Feedback kommt. Man braucht also auch jemanden, der sich genau darum kümmert. Kann ich nur aus eigener Erfahrung bestätigen. Moderieren, reden und auch gleichzeitig live eingehende Kommentare verfolgen, funktioniert nur sehr schwer.

Für LinkedIn Video – also das Nicht-Live-Format – werden bei der Ausspielung übrigens Untertitel empfohlen. Viele würden sich die Videos ohne Ton ansehen …

Live wird länger angesehen wird und erzeugt höheres Engagement

In einem weiteren Beitrag bricht Farraz Khan eine Lanze für Live-Formate und bemüht interessante Statistiken: Auf Facebook hätten Live Videos ein 10mal höheres Engagement und würden 3mal mehr angesehen wie normale Videos. Sie seien unmittelbarer und ehrlicher – im Gegensatz zu vielen geschnittenen Videoformaten. Auch sei die Sprache meist natürlicher, weil in einer direkten, nicht geskripteten Weise in die Kamera gesprochen wird. Die wenigsten lesen bisher im Live-Format Skripts von einem Monitor ab … Und hoffentlich bleibt das so.

Noch eine Anmerkung zu Live Streaming von Events und Vorträgen, ein Thema, das sicher gerade jetzt durch die Absage vieler Präsenzveranstaltungen noch größere Bedeutung bekommt. Klar, man kann konventionelle Vorträge, wie sie klassisch auf Konferenzen und Tagungen gehalten werden, eins zu eins ins Web übertragen. Dich wer mag schon wirklich einem 45-minütigen Powerpoint-Vortrag online vor dem Bildschirm folgen? Ja, es gibt exzellente Sprecher, die immer funktionieren, aber ich rate zur Vorsicht. Interaktive Formate und Diskussionen oder Vorträge im TED Talk Style scheinen mir oft die bessere Alternative zu purem Live Streaming. Und live von einem Event berichten, kann auch ganz anders umgesetzt werden, mit Live-Schaltungen, kurzen Interviews oder Gesprächen mit Teilnehmern und vielen anderen Gimmicks, über die man nachdenken kann.

Videoproduktion im YouTube-Zeitalter darf anders sein

Armin Bichler hat einen lesenswerten Beitrag zu Videoproduktion in Eigenregie geschrieben:

Was machen die erfolgreichsten Youtuber mit Reichweiten von richtig großen Fernsehsendern? Sie kommunizieren. Sie interagieren. Sie spielen. Sie sind emotional. Sie sind quasi wie du und ich. Es geht also bei Videos nicht um Qualität. Null. Es geht um banalere Dinge wie Ideen, Sympathie und Unterhaltung.

Videoproduktion in Eigenregie – Schneller, bessere Videos selber machen

Es kommt eben auf andere Qualität an. Nicht die teure Hochglanzproduktion mit professionellem Equipment und entsprechendem Personal ist Garant für Reichweite. Inhaltliche Qualität und Authentizität ist sicher wesentlich wichtiger. Videos müssen in der Tat nicht mehr teuer sein. Oft genügt ein gutes Smartphone kombiniert mit einem Mikro. (Und klar: Auf eine gewisse Qualität von Ton und Bild sollte man möglichst achten).

Nicht falsch verstehen. Es gibt eine Vielzahl von Videoformaten, die ihre Berechtigung haben und die mit unterschiedlich hohem Aufwand produziert werden (müssen), von Erklärvideos über Webinare und kurze Clips bis zum wohl unverzichtbaren (aber meist auch sehr teuren) Imagefilm. Viele Formate haben ihre Berechtigung. Doch die Eingangshürde für den Einsatz von Video im Marketing ist bei weitem nicht mehr so hoch wie vor 10 Jahren. Bei den hier behandelten Live-Formaten und Videos eh nicht.

Das große Verbesserungspotential: Inhalte immer wieder verwenden

Schließlich noch eine wichtige Aussage (und Grafik), der ich zu 100 Prozent zustimme: Videos sind nicht ein One-Off, sollten nicht nur einmal ausgespielt werden. Es geht darum die Inhalte immer wieder zu benutzen und zu promoten, auf Social Media, mit Paid Media, auf der Unternehmensseite und im Blog. Und noch eine Empfehlung meinerseits: Man sollte darüber nachdenken, auch einzelne Statements und Zitate herausgelöst zu verwenden. Erfahrungsgemäß – und ich bekenne mich schuldig – macht man sich nicht die Arbeit, nach der Produktion einzelne Sequenzen heraus zu schneiden und dann als Clips zu verwenden. Wahrscheinlich eine vertane Chance.

Gute Inhalte wiederverwenden!

Mehrere Kanäle auch live bespielen und Ergebnisse verfolgen

Wiederverwendung ist ein wichtiger Aspekt. Dabei sollte nicht vergessen werden, verschiedene Kanäle mit den produzierten Videos zu füttern. Im Gegensatz zu Podcasts, die auf Apple Podcast, auf Google Play Music, Spotify oder Deezer verfügbar gemacht werden, spielen viele ihre Videos oft nur über einen Kanal aus. Dabei können Videoformate gerade auch live simultan über mehrere Kanäle wie Twitter/Periscope, Facebook Live, YouTube und hoffentlich bald eben auch LinkedIn Live gesendet werden.

Dabei ist und war es interessant, wie sich aus meiner, unserer Beobachtung das Engagement und die Zuschauerzahlen entwickelt haben und entwickeln. War 2018 noch Facebook die Plattform, auf denen die Post abging, so hat sich das in 2019 hin zu Periscope, also Twitter verlagert. YouTube war über die ganze Zeit nie die Plattform für Live-Formate, ist aber im berühmten Long Tail unverzichtbar. Es wird interessant sein, wie sich LinkedIn Live hier entwickelt. Dass die Videos zum späteren Anschauen auf allen Kanälen zur Verfügung gestellt werden sollte, ist zudem eine Selbstverständlichkeit. Wir werden natürlich auch verfolgen, wie sich die Wiederverwendung unseres 9vor9-Formats als Podcast schlagen wird. Bei diesem Format, wo wir reden und nicht mit Videoeinspielern arbeiten, könnte das sogar funktionieren. Es bleibt spannend.

(Stefan Pfeiffer)

In Zeiten des Virus: “Statt Events abzusagen, sollte man zumindest über eine Virtualisierung nachdenken” | Gunnar Sohn [inhaltlich leicht erweiterter Podcast]

6. März 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

In Zeiten des Virus werden gerade mehr und mehr klassische Konferenzen, Messen oder Seminare abgesagt. Das hat ernsthafte Folgen, ob es nun professionelle Veranstalter und Messen sind, denen die Einnahmen wegbrechen, und für Unternehmen, denen die Kundenkontakte fehlen. Deshalb müssen wir über neue Eventformate nachdenken, bestehende Events ins Netz verlängern, dort abhalten oder neue hybride Events durchführen. Hier der ursprüngliche Blogbeitrag leicht erweitert als Podcast.

Kurz zitiert: Der Data-Driven CMO frei nach Jeanniey Mullen

27. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Jeanniey Mullen definiert auf und für eMarketer vier Typen von CMOs. Den Data-Driven CMO muss ich kurz zitieren. Warum wohl?

Data-Driven CMO

This role is for people who live and die on personas, analytics and predictive capabilities. … They’re good at understanding data but hire brand geniuses or big agencies to help with the vision. Data-driven CMOs are generally most successful in companies where there’s an established market, or in the high-tech industry where you have to be super analytical to earn that extra 1% and get ahead. This role is fit for companies like IBM or Oracle, …

Marketing Veteran Jeanniey Mullen on CMO Blueprint – eMarketer Trends, Forecasts & Statistics

#CMOKurator: Wenn Banner nur nerven, von Geduld im B2B Lead Nurturing und was sind eigentlich die Kriterien für Marketing-Erfolg

20. Dezember 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Noch einige schnell kuratierte Links und Zitate aus der ach so bunten Welt des Marketings kurz vor der Weihnachtspause.

B2B Lead Nurturing: Die Reise kann länger dauern, als man denkt

Auf dem LinkedIn Marketing Solutions Blog habe ich eien Beitrag zu VARs (Value Added Resellers) gefunden. Darin fand ich diese Aussagen über den typischerweise zwei Jahre dauernden Vertriebszyklus lesenswert, gerade angesichts der Hektik, die heute in der Leadbearbeitung gemacht wird. Geduldig sein ist halt schwierig, aber im Verkauf und Marketing von B2B Technologielösungen angesagt. Und es ist eben nicht einfach so, dass ein Lead schon „Sales-ready“ ist, nachdem jemand mal ein Kontaktformular ausgefüllt hat.

 Consider these two stats:

  • 67% of the buyer’s journey is done digitally. Over the two-year journey, that’s a long time when key prospects are interacting with your brand and your partner’s brand. Typically this happens before they really engage with sales.
  • 50% of leads are qualified but aren’t immediately ready to buy something from you. Even the best leads that are most likely to convert to customers may need nurture time.

Together these stats say one thing: There’s a lot of necessary interaction that happens before conversion, and it’s important not to skip it in favor of fast leads.

über Marketing Planning 2020: 5 Questions Partners Should Be Asking Their VARs | LinkedIn Marketing Blog

Was sind die Kritierien für Marketingerfolg?

Messbarkeit im Marketing ist seit geraumer Zeit eine Forderung, die gestellt wird. Doch was wird gemessen? eMarketer hat die Altimeter-Studie in dieser Grafik umgesetzt:

What_Metrics_Do_Companies_Worldwide_Use_to_Measure_Digital_Marketing_Success_____of_respondents__Q2_2019____eMarketer.png

Mich hat gewundert, dass der allenthalben gehypte Net Promoter Score nur 17 % erzielt.

Customer Experience: Persönlich, freundlich und schnell sein

W&V berichtet über eine Studie von Zendesk zum Thema Customer Experience und die Ergebnisse sprechen für sich:

Ein gutes Kundenerlebnis hängt gar nicht von spektakulärer Technik oder tollen Bots ab. Freundliche und schnelle Mitarbeiter reichen oft schon aus.

über Schnelligkeit + Freundlichkeit = CX | Special | Customer Experience | W&V

1.000 Verbrauchern in Deutschland wurden befragt und votierten vor allem für zwei Dinge: Schnelligkeit und Freundlichkeit. Ein freundlicher und verständnisvoller Ansprechpartner ist das, was Kunden zuerst wollen (44 Prozent). 32 Prozent der Befragten behielten positiv im Gedächtnis, dass sie sofort eine Rückmeldung erhielten. Sollten sich alle Unternehmen mal hinter die Ohren schreiben.

Leadgenerierung und Social Media: Sind Marketers zufrieden?

Social Media und Leadgenerierung ist sicher ein Thema, das viele Marketers, aber auch Vertriebler umtreibt. SocialMediaToday hat eine Umfrage unter Marketers, nachdem 7 Prozent zufrieden und 38 Prozent einigermaßen zufrieden mit der Anzahl der Leads sind, die sie generieren (türkise Farbe in der Grafik). Volumen ist die eine Seite, Qualität der Leads die andere. Hier liegen die Werte deutlich darunter (lila Farbe).

SocialMediaToday-Satisfaction-Social-Media-Lead-Gen-Dec2019
Quelle: Marketing Charts

Social Media ist sicher heute einer der Kanäle, über die man Interesse wecken kann. Aber natürlich muss man sich das eigene Geschäft (z.B. B2C oder B2B), die Plattformen und die dortige Nutzerstruktur genauer ansehen.

Wenn angeblich personalisierte Onlinewerbung einfach nur nervt

CMO Kurator WortmeldungUnd noch eine persönliche Schlussbemerkung: Über die Cookie-Diskussion und die Angst der Werbetreibenden, den „Zugriff“ auf Interessenten zu verlieren, habe ich ja öfters hier berichtet. Da wird kräftig lamentiert. Dieser Tage war ich einfach nur noch von den Bannern genervt, die mir im Firefox-Browser wohl basierend auf meinen gesammelten Cookies eingespielt wurden. Konsequent wurden mir immer wieder auf den verschiedenen Webseiten genau die Artikel eingeblendet, die ich gerade gekauft hatte, ob es nun ein bestimmter Wein bei GuteWeine.de oder die Apple Tastatur und das Trackpad waren, die ich mir selbst geschenkt hatte.

Da kann man noch so klug über Cookies philosophieren, Programmatic in den Himmel loben, die wie adzine 7 Programmatic Trends für 2020 ausrufen, „Audience-Targeting als Kreativdisziplin“ postulieren, personalisierte Werbung mit den richtigen Angeboten zur richtigen Zeit am richtigen Ort proklamieren, die Realität sieht leider oft anders aus. Diejenigen, die die Banner bezahlen haben, haben Geld zum Fenster rausgeworfen und von dem so postulierten Targeting weit entfernt, und mich als Konsumenten haben die Einblendungen nur genervt. Also habe ich mal wieder den Cache geleert, meine Privacy-Einstellungen in Firefox noch weiter verschärft und zusätzlich noch Ghostery installiert. Ein von den Werbetreibenden sicher nicht gewollter Nebeneffekt der nervigen Bannerwerbung.

In diesem Sinne frohe Weihnachten und eine entspannte Zeit,

Stefan Pfeiffer

Kann man als Marke überhaupt auf Facebook und TikTok verzichten?

11. Dezember 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Die alte Diskussion mit meinem Freund Gunnar: Facebook weiter bespielen und von innen aushöhlen. Oder wie Daniel Fiene schreibt an die Reichweite von Facebook denken:

Wir dürfen nicht vergessen: 31% der Deutschen nutzen jede Woche Facebook, die meisten davon täglich. Selbst bei den Unter-30-Jährigen sind es sogar 48%. Nur Messenger haben eine größere Verbreitung.

über 5 Tipps für eure Social-Media-Strategie 2020

Und natürlich darf auch TikTok bei den 5 Tipps für Social Media in 2020 nicht fehlen:

Habt Spaß mit TikTok
„Sollen wir selbst auf TikTok aktiv sein?“ … jetzt ist die Zeit zu beobachten, zu lernen und auszuprobieren. Es kann gut sein, dass dieses Wissen wichtig für digitales Storytelling wird. Vielleicht brauchen wir dieses Wissen künftig bei TikTok, vielleicht auch in einer anderen App.

über 5 Tipps für eure Social-Media-Strategie 2020

Der neueste Schrei muss mitgemacht werden. Ok, so neu ist er nicht, der Schrei. Und ich kann die Argumentation von Marken und Unternehmen ein bisschen verstehen. Was scheren mich hehre Themen wie Datenschutz oder zensierte Beiträge bei TikTok. Ich muss doch meine Interessenten und Kunden erreichen. Ich muss verkaufen. Und da kann ich nicht auf Facebook, TikTok und Co verzichten. Sch… auf die Bedenken.

Trotzdem bleibt ein schaler Geschmack …

Was meint Ihr?

Kurz zitiert: 8 Praxistipps zum datenschutzkonformen Einsatz von WhatsApp, Facebook Messenger & Co – von Carsten Ulbricht

2. Dezember 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Dr, Carsten Ulbricht, auf Internet und die digitale Transformation spezialisierter Rechtsanwalt bei der Kanzlei Bartsch Rechtsanwälte, hat einen unter vielerlei Aspekten lesenswerten Beitrag unter dem Titel 8 Praxistipps zum datenschutzkonformen Einsatz von WhatsApp, Facebook Messenger & Co“ veröffentlicht. Ihm geht es in dem Beitrag vor darum, Tipps zu geben, wie die Kommunikation über WhatsApp & Co. datenschutzkonform gestaltet werden kann. Sehr nützlich für alle, die im Marketing auf diesen Kanal oder diese Kanäle nicht verzichten wollen.

Ich möchte aber hier diesen Absatz zitieren, um auf der Probleme beim Einsatz von WhatsApp hinzuweisen:

Wird WhatsApp erstmalig auf einem mobilen Endgerät installiert, „liest“ die App die Telefonnummern der im Adressbuch des jeweiligen Handys eingetragenen Kontakte des aus und überträgt diese an die WhatsApp Inc. in die USA. Hierbei werden regelmäßig auch Telefonnummern von Kontakten übertragen, die WhatsApp nicht nutzen und der Übertragung an WhatsApp auch nicht zugestimmt haben.

über Messenger-Marketing & -Recht – 8 Praxistipps zum datenschutzkonformen Einsatz von WhatsApp, Facebook Messenger & Co – allfacebook.de

Unternehmen sollten, so schreibt Carsten, keinesfalls ungefragt Telefonnummern oder anderen Kontaktdaten an den jeweiligen Messenger Anbieter weitergeben. Ob man das als Otto Normalanwender tun will, muss jeder selbst entscheiden.

Und um fair zu sein: Auch andere Anbieter checken ganz offensichtlich die Adressbücher des mobilen Gerätes. Nicht umsonst bekommt man auf Telegram oder auch Signal eine Nachricht, wenn jemand aus dem Adressbuch dem jeweiligen Dienst beigetreten ist. Nur kann man bei diesen Anbietern im Vergleich zu WhatsApp und dem Mutterkonzern Facebook eventuell mehr Vertrauen haben, dass die Daten nicht weiter geteilt und kommerzialisiert werden.

Unternehmen sollten auf jeden Fall den Tipps von Carsten folgen, wenn sie im Rahmen der eigenen Digitalisierungsstrategie diese Kanäle als relevant ansehen und sie deshalb nutzen wollen. Expertise einholen und Restrisiken minimieren, schreibt Carsten.

animation

 

#CMOKurator bunt gemischt: Cookie-Panik in der Werbebranche – KI, Automatisierung und mehr (nicht nur im B2B) Marketing 2020

28. November 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Und wieder einige kuratierte Beiträge rund um Marketing, Social Medida und Digitalisierung. Einige schließen an die Diskussion an, die ich am 26. November 2019 mit Lutz Becker und Gunnar Sohn geführt habe.

KI, Automatisierung und der Marketer

Robin Nichols widmet sich in einem Beitrag auf Lead dem Thema künstliche Intelligenz im Marketing, besonders im Bereich Customer Experience. Sind künstliche Intelligenz und menschliche Intelligenz und Empathie wirklich ein Gegensatz? Der Autor sieht beispielsweise in der automatisierten Personalisierung Potential, um die richtige Botschaft an die richtige Person zur richtigen Zeit zu bringen:

KI-gestützte Lösungen können Nachrichten an das Publikum anpassen und auslösen – und dabei lernen, was funktioniert und was nicht. …
Verschiedene Arten der Automatisierung, des maschinellen Lernens und der KI-basierten Techniken können … echte Vorteile bringen. Sie helfen, Zeit zu gewinnen, den Betrieb zu vergrößern, Muster zu identifizieren und die Ergebnisse zu maximieren. Und Mitarbeiter, die wissen, wie man dies nutzt, werden sicherlich die Oberhand behalten.

über Wie sich Customer Experience-Spezialisten KI zu Nutze machen | LEAD

Programmatic Advertising wächst weiter

Das Urteil des EuGH zur Cookie-Nutzung fühlt derzeit zu Unsicherheit der Werbungtreibenden. Da kommt eas dann auch zu entsprechendem Wegklagen und Überschriften wie Datenschutzregulierungen hemmen Programmatic-Wachstum (Adzine). Dabei wächst gerade Programmatic Advertising* weiter, wie der Programmatic Marketing Forecasts von Zenith vorhersagt.

Im Jahr 2020 werden 69 Prozent aller digitalen Werbeformate einschließlich Banner, Online-Video und Social Media programmatisch gehandelt. Im laufenden Jahr liegt der Wert bei etwa 65 Prozent. … Der programmatisch investierte Gesamtbetrag werde demnach 2019 erstmals über 100 Milliarden US-Dollar liegen.

über Programmatische Werbung bleibt auf dem Vormarsch › absatzwirtschaft

Weniger Cookies heißt nicht zwingend weniger Daten

Aber man muss eben angesichts der Cookie-Regulierungen umdenken, was offensichtlich hier und da schwer fällt. Auf Horizont schreibt Boris Kurschinski, Vice President DACH bei Adform, angesichts noch immer mangelnder Transparenz und Messbarkeit, die die Markteilnehmer beklagen:

Weniger Cookies heißt nicht zwingend weniger Daten, sondern führt eher zu sensitiveren und beständigeren User IDs, welche auch User Content dauerhaft speichern und auditierbar machen.
Wir werden eine digitale Welt erleben, in der viele Dienste nur noch gegen Login verfügbar gemacht werden. Dadurch wird die Zuweisung zu einer Person und damit die Granularität der Daten viel einfacher. Dies führt zu mehr Transparenz für alle Beteiligten.

über Online-Werbung: Wir brauchen Transparenz!

Schon sind wir bei den auch im Videotalk angesprochenen ID-Management-Lösungen. Es wird interessant, wie viel Transparenz diese nicht nur den Werbenden bieten, sondern auch wie verständlich und klar sie gegenüber denen sind, die ihrer Datennutzung zustimmen.

Jüngere Generation: Weg von Facebook, hin zu?? Und sie schauen doch TV

Noch einige knackige kurze Meldungen: Die Zahl der Facebook-Nutzer fällt.

Last year, Facebook usage in Germany dropped 1.2% and will fall another 0.9% by the end of 2019 to 25.9 million people.

über » Facebook Losing Users in Germany and France Faster than Anticipated eMarketer Newsroom

Insbesondere jüngere Anwender, die Gen Y and Z, verlassen das soziale Netzwerk … und nutzen wahrscheinlich eher Instagram und TikTok. Vom Regen in die Traufe?

Apropos Gen Y und Z: Die viel kolportierte Aussage, dass die nur noch streamen und kein Fernsehen schauen, scheint nicht haltbar. So zumindest die aktuelle Studie die Studie „Digital Natives 2.0“  von Mediaplus Strategic Insights und Facit Research.

Digital Natives, die ausschließlich streamen, sind eher die Ausnahme als die Regel. Vielmehr ist eine Multi-Nutzung aller Kanäle typisch für die junge Zielgruppe.

über Generationen Y und Z: Die Digital Natives lieben Streaming – in Kombination mit klassischem TV

Das B2B Marketing-Kochbuch für 2020

Da ja die Planung 2020 anliegt und ich selbst im B2B Marketing noch ein Lesetipp: Hubspot hat im Blog 15 Tipps für das B2B Marketing zusammengestellt. Agile muss natürlich auch das Marketing sein (ich kann den Begriff nicht mehr hören). Künstliche Intelligenz und Automatisierung sind gefragt (siehe oben). Reicht Video bald nicht mehr, es geht Richtung Augmented und Viortual Reality?

Marketers, hört die Signale beziehungsweise die Aussage zu Content Markeing: „Die Devise lautet: Informative Inhalte anstatt Verkaufsparolen.“ Natürlich soll man auf B2B Influencer sowie LinkedIn und Xing setzen. Man soll wegen der höheren Klickzahlen auf Anzeigen statt auf organische Suche setzen. Und: „… bei der Flut an E-Mails, die uns tagtäglich erreicht, ist Individualität gefragt. Die Gestaltung der Customer Journey und somit auch der Kommunikation via E-Mail verlangt zunehmend eine persönlichere Note.“ Schließlich machen wir noch Account Based Marketing, produzieren Podcats (oder Videocasts wie #9vor9 und das Acoustic Studio), setzen Chatbots ein und fesseln unsere Interessenten und Kunden bei unseren prickelnden Veranstaltungen. Einfach mal durchlesen, eine nette Übersicht.

(Stefan Pfeiffer)

* „Er bezeichnet den vollautomatischen und individualisierten Ein- und Verkauf von Werbeflächen in Echtzeit. Dabei werden auf Basis der vorliegenden Nutzerdaten gezielt auf den Nutzer zugeschnittene Werbebanner oder Werbespots ausgeliefert. Die Individualisierung der Werbeflächen geschieht dabei in der Regel über einen Auktionsprozess, bei dem, nach der Überprüfung der Nutzerrelevanz für die Kampagne des Werbetreibenden, der Höchstbietende den Zuschlag erhält und den Werbebanner aussteuern darf. “ (nach: Wikipedia)

Was kann #KI im Angesicht der #DSGVO in der Auswertung der Daten für das #Marketing wirklich leisten? #NE019X

27. November 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Das Thema Datenschutz getrieben durch DSGVO, die Auswirkung auf die tägliche Arbeit im Marketing und die Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz in und für das Marketing waren Themas eines Talks mit Lutz Becker und Gunnar Sohn anläßlich der Next Economy Open 2019. Hier die entsprechende Aufnahme auf YouTube:

Wir haben die verschiedenen Aspekte und Facetten andiskutiert: Vom Geheule und Gejammere der Marketingverantwortlichen angesichts der Datenschutzgrundverordnung, die das Ende der Welt, vor allem aber der Zahl von Interessenten, die sie erreichen, lautstark beklagten. Und die jetzt widerlegt zu sei. scheinen, denn weniger Kontakte, die man anschreiben darf, heißt nicht weniger Erfolg

Offensichtlich kann es sogar ganz anders kommen, wie der Marketing Benchmark Report 2019 von Acoustic zeigt. Demnach sind nach Einführung der DSGVO dass die Öffnungs- und Klickraten von E-Mails seit 2014 stetig gestiegen sind (um 19% bzw. 14%). Das deutet darauf hin, dass die Datenschutzbestimmungen die Unternehmen dazu bringen, sich verstärkt auf saubere, den Regularien entsprechende Listenhygiene und gleichzeitig stärker interessiere und engagierte Abonnenten konzentrieren. Und qualitativ bessere Kontakte kombiniert mit einer guten Zielgruppenansprache in Kampagnen erhöht offensichtlich die Erfolgsrate.

Doch nicht nur die DSGVO jagt Marketingfachleuten, Webseitenbetreibern, Werbetreibenden, besonders aber Agenturen, Verlagen, aber auch Facebook oder. Google den Schauer über den Rücken. Das Cookie-Gespenst geht um: Das explizite OptIn, Cookies zu akzeptieren, und Browser wie Firefox oder Safari sind zwei Dinge, die nicht gerne gesehen werden. Da kommt es schon zu knackigen Aussagen wie der von Stefan Mölling von der Axel Springer-Tochter Media Impact:“Die Mozillas dieser Welt bevormunden sowohl die Nutzer als auch die Gesetzgeber“.

Doch es gibt auch die überlegten Aussagen: „Weniger Daten für Marketing und Vertrieb? Weniger Treibstoff für die Digitalbranche?“, unkt Jochen Schlosser. Er plädiert dafür, nicht hysterisch zu werden und stattdessen den Weg weiter zu gehen, digitale Werbung mit der Einwilligung der User zu verknüpfen. Doch die Werbebranche ist natürlich findig und arbeitet an einer Verlagerung des Trackings auf ID Management-Lösungen, wie sie auch die European NetID Foundation treibt: eine Log-in-Allianz mit möglichst vielen Partnerunternehmen als europäische Alternative zu den GAFA(M)s, den Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft dieser Welt. Über solches ID Management registrieren sich mit ihren persönlicher Daten gleich für vielen Websites – und die geben dort rechtskonform an Nutzer an, ob und in welchem Umfang sie ihre Daten für Werbung zur Verfügung erhalten wollen.

Doch unterdessen kämpfen und lobbyieren Werbetreibenden und Verlage in seltsamer Allianz mit Google und Facebook – sie streiten sich sonst um die Werbeeinnahmen und sind erbitterte Gegener – in Brüssel gegen beziehungsweise für eine Aufweichung der geplanten und immer wieder verzögerten ePrivacy-Verordnung. Einige EU-Staaten scheinen Verlagen einen Blankoscheck für Online-Tracking gewähren zu wollen, andere blockieren genau das und so haben wir in Brüssel ein Pattsituation.

Unabhängig von explizitem OptIn für Cookies oder von ID Managementplattformen, auf denen die Anwender ihren „Consent“, ihre Zustimmung geben, bleibt eine für mich wesentlich Frage offen: Welcher normalen Anwender:innen versteht denn eigentlich die Privacy-Belehrungen, die dort unterbreitet werden? Welche Anwender:innen nehmen sich die Zeit, die entsprechenden Passagen zu lesen? Ehrlich: Ich tue es nicht, weil ich viel zu faul dafür bin und schnell zu den Inhalten kommen will, die mich interessieren. Meine Antwort, dass ich regelmäßig meine Cookies im Browser lösche.

Zurück zu unserem Thema personalisierte Werbung und Datenschutz für die Kunden: Es geht darum ein Gleichgewicht zu finden. so dass Kunden nicht das Gefühl haben, mit Anzeigen verfolgt zu werden die so präzise sind, dass sie eine Verletzung der Privatsphäre darzustellen scheinen. Eine durchaus komplexe und anspruchsvoll Aufgabe, die uns die kommenden Jahre begleiten wird.

Und in diesem Zusammenhang spielt auch künstliche Intelligenz künftig eine immer wichtiger werdende Rolle. Sie wird im Marketing an den verschiedensten Stellen eingesetzt und man muss sich die entsprechenden Einsatzgebiete sehr genau anschauen. Das reicht von der Erkennung von Mustern, wie sich Kunden auf Webseiten bewegen, über die Bewertung des Umfelds, wo Werbung geschaltet wird, und die automatisierte Ausspielung von Kampagnen (Stichwort Programmatic Advertising), die Vorhersage von Kunden- und Kaufverhalten bis zu Hypertargeting, die Personalisierung auf individueller Ebene. Das reicht eben von der Analyse großer Datenmengen bis zum individuellen Mikrokosmos. Hinzu kommen andere Einsatzgebiete wie Chatbots im Kundenservice oder Vertrieb oder auch der Einsatz im Content Marketing in der Erstellung und Bewertung von Inhalten.

Zum Abschluss dann doch noch einige Anmerkungen zu den mir doch zu plakativen Aussagen über „Datenschutz wie im 18. Jahrhunder“ (so geäußert von Doro Bär und Lutz Becker) oder Daten als Rohöl der digitalen Wirtschaft. Unbenommen ist, dass Daten und der intelligente Auswertung heute ein wichtiges wirtschaftliches (und in manchen Bereichen wie Medizin ein lebenswichtiges) Thema ist. Doch müssen Datenschutz und Nutzung der Daten nicht im Widerspruch stehen. Wie es schief gehen kann, zeigt das aktuelle Beispiel aus den USA, wo Patientendaten einerseits zwecks optimaler Berhandlung und Forschung analysiert werden, andererseits von Google potentiell vermarktet werden.

Daten können und sollten nur dort personalisiert zur Verfügung gestellt werden, wo Anwender explizit auf Basis einer verständlichen Belehrung zugestimmt haben. Daneben kann (und sollte) eine ertragsversprechende Analyse und Verwertung aufgrund anoymisierter Datenbestände eben gerade durch Analytics- und KI-Systeme erfolgen. Unbenommen ist auch, dass wir uns Stillstand nicht leisten können und sollten. Das kann aber andererseits nicht dazu führen, einfach mal den Datenschutz zu vergessen.

Hinweis: Die Themen künstliche Intelligenz, Kampagnenautomatisierung, Personalisierung und Content Marketing sind auch zentrale Themen des Acoustic Launch Events in Stuttgart am 4. Dezember 2019, zu dem ich Interessierte nochmals einlade.

(Stefan Pfeiffer)

 Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Vorschau auf das Acoustic Launch Event am 4. Dezember im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart

26. November 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Teilweise mit Picture-in-picture, aber hoffentlich trotzdem sehens- und hörenswert das gestrige Gespräch zwischen Martin Meyer-Gossner, Gunnar Sohn und mir zum in der kommenden Woche am 4. Dezember ab 16 Uhr stattfindenden Acoustic Launch in Stuttgart im Mercedes-Benz Museum. Hier werden Marketing-Interessierte erfahren, was das neue Unternehmen Acoustic in Nachfolge von IBM Watson Marketing plant. Doch nicht nur das, wir werden uns auch an aktuellen Marketingthemen entlang hangeln und am 4. und 5. Dezember aus Stuttgart hier und da live berichten. Wer noch Lust und Zeit: Vorbeikommen, es lohnt sich auf jeden Fall. Versprochen. (Allein schon wegen der Führung durch das Mercedes-Benz Museum.) Hier geht es zur Registrierung.

 

#CMOKurator: Wo wird 2020 investiert? Welche Kanäle werden bespielt? Und E-Mail regiert weiter auch in der Kundenkommunikation

21. November 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Die Marketingplanung für 2020 sollte bereits auf Hochtouren laufen. Da kommen einige Statistiken und Reports gerade recht. Was steht also ganz oben auf der Prioritätenliste der B2B Marketingprofis? Leads in Kunden konvertieren und mehr Sales Leads generieren. Aber wie soll das geschehen? Dem ist ein Report der Sagefrog Marketing Group nachgegangen. Hier die Ergebnisse:

Sagefrog-B2B-Marketing-Sales-Strategies-for-2020-Nov2019

Personalisierung und Account Based Marketing stehen ganz oben auf der Liste. Danach kommen Video Marketing und Inbound Marketing gefolgt von künstlicher Intelligenz und Automatisierung. Ein anderes Ergebnis des Reports: Wenn nach dem Thema Social Media im B2B-Umfeld gefragt wird, dominiert /zumindest außerhalb Deutschlands) Linked. 86% der Befragten bevorzugen demnach diesen Kanal.

Und in welchen Kanälen werden die Budgets investiert? Hier die Ergebnisse einer nicht B2B-spezifischen  Umfrage von Gartner in den USA und Großbritannien, die zeigt, in welche Kanäle die Budgets fließen:

Gartner-Enterprise-Marketing-Budget-Share-by-Channel-Nov2019

Und in welche Ressourcen wird investiert? Insgesamt gehen laut Bericht auf Marketing Charts 26 Prozent der Betriebsmittel in Medien. Etwa die gleiche Summe wird für Marketingtechnologien ausgegeben. Die Ausgaben für Agenturen sind von 25 Prozent in 2017 auf etwa 22 Prozent gefallen.

Interessant auch die Verteilung der Ausgaben laut Gartner: 16 Prozent gehen in Marketing Analytics, 13,4 Prozent in die Erstellung und Verwaltung von Inhalten, 13, 2 Prozent in Marktforschung und Wettbewerbsbeobachtung, Marketing Operations verbraucht 13,2 Prozent, Kundenforschung 12,5 Prozent, Brandstrategie und -aufbau 11,9 Prozent, Sales Enablement 11,6 Prozent sowie Treue- und Bonusprogramme 8,8 Prozent. Die Studie von Gartner kann hier heruntergeladen werden.

Trotz Social Media, TicTac und TikTok, E-Mail ist auch in der Kommunikation von Kunden mit Unternehmen nicht tot zu kriegen. Das ist das Ergebnis einer weltweit durchgeführten Umfrage von Twilio.

Der bevorzugte Kanal eines Verbrauchers hängt stark von der Dringlichkeit der Nachricht ab. 83 Prozent der Verbraucher weltweit sagen, dass sie E-Mails für die Kommunikation von Unternehmen bevorzugen. Textnachrichten sind jedoch mehr als doppelt so beliebt wie E-Mails, wenn es um den Empfang dringender Nachrichten von Unternehmen geht.

über Kein Social Media: Verbraucher kommunizieren am liebsten via Mail | W&V

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Ergebnisse weltweit © Twilio

Und was stört die Empfänger am meisten?

  • Nicht relevante Inhalte (56 Prozent)
  • Kein Bezug zum Abonnement der Inhalte (41 Prozent)
  • falscher Kommunikationskanal (33 Prozent)
  • unpassende Uhrzeit (nur 13 Prozent möchten abends kontaktiert werden)

über Aktuelle Studie: Die wichtigsten Learnings für die Kundenkommunikation

Passend dazu die Übersicht auf Social Media Today zu Email Marketing Best Practices for 2020. Kernaussage(n): Sei relevant, sei persönlich und sprachlich/grammatikalisch professionell. Und „spam“-me deine Empfänger nicht zu. Eine E-Mail die Woche mag angesichts der E-Mail-Flut, der sich jeder Empfänger ausgesetzt sieht, genügen.

Und für uns alle Marketingexperten noch etwas Nachhilfe zur Differenzierung und richtigen Anwendung von KPI (Key Performance Indicators) und ROI (Return on Investment):

Consider the use cases of KPI metrics vs. ROI measurement in terms of reading a book. KPIs tell you what happens after each chapter, whereas ROI tells you what happened after the conclusion of the entire story. KPIs are a forward-looking predictor of end performance, whereas ROI is used as a backward-looking informer of future budget allocation decisions.

über The Crucial Difference Between KPI and ROI Metrics | LinkedIn Marketing Blog

 

Jenseits von oder neben agile, data-driven und Automatisierung: Jeder Marketer muss Zuhörer und Kommunikator sein

11. November 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Die Art, wie wir alle , aber auch die Art, wie Unternehmen kommunizieren hat sich in den vergangenen Jahren deutlich, ja dramatisch geändert. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Zeitalter klassischer Pressemitteilungen in „meiner“ IT-Branche, in den typischerweise ein neues oder verbessertes Produkt vorgestellt wurde.

„Wir alle erinnern uns sicherlich noch an Zeiten, in denen Botschaften des Unternehmens via Fax an die wichtigsten Medienhäuser versendet wurden,“ schreibt Stephanie Toenjes, Communications Strategist & Personal Branding Coach bei der Deutschen Telekom, in einem lesenswerten Beitrag über den Wandel im Beruf des Kommunikators Diese Art von „Press Releases“ ist weitgehend tot. Ok, sollte tot sein. Manche Altvorderen praktizieren noch immer.

Gerade im IT-Sektor, in dem ich nun geraume Zeit tätig bin, sind viele der Medien, der Print-Magazine und -Zeitschriften, verschwunden und die verbliebenen Publikationen fokussieren sich wenn, dann nur auf die großen Player. Natürlich wird auch immer mehr online berichtet und nicht mehr gedruckt. Der derzeit nur zu logische Gang der Dinge.

Manche einstmals ernst zu nehmende Publikation ist sogar zu Haus- und Hofberichterstatter verkommen. Redaktionelle Artikel werden bunt mit mehr oder weniger deutlichen Werbetexten kombiniert. Die entsprechenden Newsletter könnten eigentlich schon direkt vom entsprechenden Werbekunden kommen. Mit Journalismus hat das nur noch wenig zu tun.

Kommunikation jenseits der Pressemitteilung

Doch noch relevanter für Kommunikation heute – eben auch die Unternehmenskommunikation – ist der Einfluss der sozialen Medien und der Onlineberichterstattung. Stephanie Toenjes widmet sich in ihrem Beitrag dem Wandel im Beruf des Kommunikators. Eigentlich beschreibt sie damit eher Fähigkeiten, nicht eine Jobtitel, den man auf eine Visitenkarte druckt. Da steht dann oft immer noch Pressesprecher, Pressereferent oder interne Kommunikation. Hier und da sieht man mal den Chief Communications Officer.

Heute ist man demnach Kommunikator. Also die Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation sollten das zumindest sein. Oft sind sie jedoch leider nur Kommunikationsadmistratoren, versuchen in einem Zeitalter, wo jeder durch Twitter, Facebook und Co auch Sender ist, die „genehmigte“ Kommunikation des Unternehmens zu kanalisieren und zu kontrollieren. Ja keine Ecken und Kanten, denn das nächste Quartalsende steht ja vor der Tür.

Der Traum, die Wahnvorstellung, Kommunikation heute kontrollieren zu können

So ist dann auch viele Unternehmenskommunikation: offiziös, langweilig, nichtssagend. Selbst das, was und wie Mitarbeiter auf Twitter & Co. als Nachrichten verteilen sollen, wird vorgeschrieben und vorgegeben. Ist das heute noch zeitgemäß? Die Angst vor einem Shitstorm und Kontrollverlust, vielleicht vor eigenem Bedeutungsverlust regiert halt in den meisten Kommunikationsabteilungen.

Kein Wunder, wenn man dann „im Ernstfall“ sprachlos ist und versagt: „Gute und schnelle Kommunikation war selten so wichtig wie heute. Das hat uns die Debatte gezeigt, die der YouTuber Rezo ausgelöst hat,“ schreibt Stephanie Toenjes. Genau das haben viele Unternehmen noch nicht verstanden. Wahrscheinlich muss das Kind erst in den Brunnen fallen, bevor ein Umdenken stattfindet. Selbst da habe ich meine Zweifel, denn meist ist die Antwort noch mehr Kontrolle, statt mehr gewollte und erlaubte Kommunikation durch entsprechend ausgebildete und autorisierte Kommunikatoren zu ermutigen.

In der Marketingabteilung: Keine Zeit für Kommunikation?

Für mich persönlich, der aus der Welt des Journalismus über die Pressearbeit ins Marketing gekommen ist, ist das nicht nur eine Thema der Stabsabteilung Unternehmenskommunikation, sondern auch des Marketings, denn die Grenzen zwischen beiden Bereichen sind immer mehr durchlässig, verschwommen. Und ich bedauere immer wieder, dass viele meiner Kollegen*innen im Marketing alles andere sind als Kommunikatoren. Sie sitzen hinter ihren Excel-Tabellen und Dashboards, schauen sich KPIs an, entwerfen Kampagnen, sind ebenso data-driven wie quartalsgetrieben. Nur mit den Kunden sprechen sie nicht, hören ihnen selten zu.

Ok, ich bin böse, denn natürlich ist es in den heutigen Zeiten, wo Online Marketing, automatisierte Kampagnen und latente Optimierung der Ergebnisse besonders gefragt sind, notwendig, als Marketer die entsprechenden Kenntnisse zu haben und anzuwenden. Doch ich habe einen schalen Geschmack im Mund, wenn der Kontakt zur realen Welt der Kunden verloren gegangen zu sein scheint, wenn man als Marketer nicht regelmäßig beim Kunden ist und ihm zuhört. Kann die datenbasierte Analyse des Kundenverhaltens, können Systeme der künstlichen Intelligenz Verhalten so sezieren, dass der direkte Kundenkontakt überflüssig wird?

Zuhören und Gesprächsbereitschaft als Kernkompetenz

Für mich war und ist die Rolle des Marketers nie von der Rolle des Kommunikators zu trennen. Nicht umsonst stand früher auf meinen Visitenkarten Marketing & Kommunikation. Marketing ist, sollte, muss selbstverständlich Kommunikation sein. Und übrigens sicher nicht Einwegkommunikation, Beschallung, wie es heute oft der Fall ist. Marketing sollte gute, faszinierende, zum Dialog anregende Inhalte liefern, in Textform, als Audio oder Video. Marketing sollte zuhören, kommunizieren und moderieren. Heutzutage sehe ich gerade dort immer größer werdende, klaffende Lücken.

Und ja, ich höre auch die Kollegen*innen, die das Thema ignorieren, weil sie sich schon jetzt nicht nur aus-, ja überlastet fühlen. Sie sind es in der Tat auch mit anderen Tätigkeiten, deren Sinn durchaus in Frage gestellt sind. Und sie sind unsicher, denn Dialog, Kommunikation, Präsentation, Moderation haben sie eher nicht gelernt. Statt diese Fähigkeiten zu entwickeln, wird derzeit eher „agile“ rauf und runter trainiert. Und dementsprechend bewegt man sich dann in seiner ach so agilen Filterblase.

Und gar dem Markt, den Kunden und Interessenten zuhören? Dafür hat erst recht keine Zeit. Maximal liest man einen Analystenreport oder schaut sich das Klickverhalten seiner potentiellen Kunden an. Es direkter Kundenkontakt wird im Zweifelsfall wahrscheinlich auch nicht goutiert, den wichtiger ist natürlich den „Close the Gap“-Plan schnell zusammenzimmern zu können, mit dem man die Pipeline- und Umsatzlücke ratz-fatz in 14 Tagen agil schliesst.

Die Mauer zwischen Marketing- und Kommunikationsabteilung

Ok, ich polemisiere ein wenig, schiesse vielleicht über das Ziel hinaus. Doch ich bin der festen Überzeugung, dass wir die Rollen und Verantwortlichkeiten im Marketing, neu überdenken müssen. Dazu gehören auch die bisherigen Grenzen und Mauern zwischen Marketing und Kommunikation. „Mr. CMO, tear down this wall“, möchte ich der Unternehmensführung zurufen. Gesprächsbereitschaft, Zuhören, Kommunikation sind heute mehr denn je strategische Themen und gehören insbesondere im gesamten Marketing verankert, sollten dort neben Fähigkeiten in wie Datenanalyse oder Marketingautomation eine der Kernkompetenzen sein. Das ist heute aus meiner Sicht leider nicht der Fall.

Und die Stimme des Unternehmens – repräsentiert durch viele persönliche, authentische Stimmen, die sich natürlich an der Unternehmensstrategie als Richtschnur orientieren – muss im Markt hörbar sein und im Idealfall gehört werden. Und vor dem selbst „reden“ sollte man muss ín seinen Geschäftsfeldern zuhören, den Finger am Puls des Geschehens haben, neue Kanäle und Kommunikationsweisen wahrnehmen und adaptieren. Wer das als Unternehmen nicht tut, wird in seinen für das eigene Unternehmen strategischen Themengebieten an Bedeutung und Umsatz verlieren.

Kommunikation heute: Bereit sein, zu lernen, zu experimentieren, sich anzupassen

Eine besondere Herausforderung ist, dass Kommunikation gerade heute einem latenten Wandel, einer Weiterentwicklung unterliegt. Wer hätte vor dem Rezo-Video damit gerechnet, dass ein YouTuber dermaßen Einfluss auf die Politik nehmen kann? Haben wir damit gerechnet, dass eine vermeintlich entpolitisierte Jugend nun jeden Freitag für die Umwelt und Klimaschutz eintritt? Nehmen Unternehmen aufgrund der Ereignisse der vergangenen Monate jetzt endlich den möglichen Einfluss sozialer Medien ernst oder werden sie immer noch belächelt und maximal mit offiziösen Nachrichten befällt, an denen eh niemand Interesse hat?

„Für uns Kommunikator*innen bedeutet das, dass auch wir uns permanent weiterentwickeln müssen, um Schritt zu halten. …Wenn wir als vertrauenswürdige, kompetente Berater angesehen werden wollen, dann müssen wir uns den Platz am Tisch verdienen und permanent auf dem Laufenden bleiben,“ schreibt Stephanie Toenjes. Sie fordert dazu auf, dass „wir“ Kommunikatoren uns von unserer Eitelkeit, ich würde sagen Selbstgefälligkeit verabschieden müssen.„In einer Welt, in der jeder zum Sender geworden ist, ist Akzeptanz statt Abwehr angesagt. Befähigung statt Verbote – auch das gehört inzwischen zu unseren Aufgaben.“

Jeder kann Markenbotschafter sein

Wir sollten Mitarbeiter als Markenbotschafter wollen, sie ausbilden, ihnen Rückendeckung und Vertrauen geben. Jenseits des Hypes um Influencer Marketing muss gerade die Presseabteilung akzeptieren, dass es jenseits der Journalisten diese Influencer gibt und wir mit ihnen interagieren, neue Regeln dabei lernen müssen. Und Unternehmen tun gut daran, wie es auch Stephanie Toenjes schreibt, jüngeren Mitarbeiter zuzuhören und sie als Sparringpartner auf Augenhöhe, als Frühwarnsystem zu akzeptieren, um wahrzunehmen, wo und wie sich Kommunikation verändert.

Der Mut zu neuen Kommunikationsformen und -formaten ist gefragt. Neue Kanäle sollten geprüft und dann ausprobiert werden. Und auch wieder fallengelassen werden, wenn sie für das Unternehmen „nichts taugen“. Gerade heute ist Kommunikation ständige Veränderung. Was gestern noch wahr war, kann heute obsolet sein.

Ich mag den Begriff des „lebenslangen Lernens“ – auch Stephanie Toenjes benutzt ihn – eigentlich gar nicht mehr verwenden, weil er unterdessen so ausgelutscht erscheint, aber er trifft es wohl. Offene Ohren und Augen sind heute in Kommunikation (und Marketing) ebenso notwendig wie die Bereitschaft, neue Fähigkeiten zu erlernen, Dinge latent anzupassen und zu verändern. Wir müssen offen sein für Veränderungen, ja als Kommunikatoren vielleicht sogar Treiber solchen Wandels sein. Auch mit dem Risiko, mal zu scheitern, was hoffentlich toleriert wird. Genau das macht unseren Job aber auch so spannend.

(Stefan Pfeiffer)

Acoustic Launch Events am 4. & 5. Dezember in Stuttgart: Was plant die Nachfolgeorganisation von IBM Watson Marketing? @GoAcoustic!

25. Oktober 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Die vergangenen Tag war ich etwas stiller im Blog und auf den sozialen Kanälen, denn ich bin mitten in der Vorbereitung des Acoustic Launch Events und der Acoustic TechniCon, der ersten europäischen technischen Konferenz, am 4. und 5. Dezember in Stuttgart im Mercedes-Benz Museum. Acoustic, das aus dem Kauf der IBM Watson Marketing-Produkte durch Centerbridge Partners entstanden ist, wird sich mit diesen Events erstmals in Deutschland vorstellen. In den USA ist Acoustic schon ein eigenständiges Unternehmen, in Europa werden die entsprechenden Gesellschaften nach und nach je nach gesetzlichen Vorgaben folgen – Stichwort Betriebsübergang für Deutschland.

Trends und Themen im Marketing und wie Acoustic darauf antwortet

Außenaufnahmen Mercedes-Benz MuseumWas passiert nun am 4. und 5. Dezember in Stuttgart? Das Acoustic Launch Event beginnt um 15:30 Uhr im Mercedes-Benz Museum. Dort wird Natalie Lamb, designierte EMEA-Chefin für Acoustic, zusammen mit Jay Henderson, Senior Vice President für Produkt Management, die Besucher begrüßen. Jay stellt dann die Produktstrategie von Acoustic vor, das die größte unabhängige Marketing Cloud mit einem offenen, lebendigen Ökosystem werden will. Was gerade die Trends und Themen im digitalen Marketing sind, behandelt dann Martin Meyer-Gossner, der auch als Moderator durch die Veranstaltung führt.

Gestern haben wir uns schon einmal ausgetauscht, was denn derzeit auf der Agenda der meisten CMOs steht. Customer Experience, ein möglichst positives und stringentes Erlebnis der Kunden und Interessenten beim Kontakt mit einem Unternehmen, ist und bleibt dabei ganz sicher eine Priorität. Marketing Automation, die Automatisierung von Kampagnen und Aktionen, ist ein weiteres wichtiges Thema, oft eng verwoben mit dem Kundenerlebnis.

Behindert die DSGVO das Marketing oder führt sie gar zu besserer Qualität?

All das funktioniert aber nicht ohne eine vernünftige Datenbasis. Und hier waren Martin und ich uns einig, dass noch viel zu tun ist, um alle Datensilos und -töpfe zu erschließen und wirklich für besagte Kundenerlebnisse zu nutzen. Durch die DSGVO scheint – so Martin – noch zusätzliche Verunsicherung in den Marketingabteilungen eingezogen zu sein. Der aktuelle Benchmark von Acoustic zieht da eher eine positive Zwischenbilanz: Durch entsprechende Regularien ist die Datenqualität sogar besser geworden, was man beispielsweise an den Click Throughs und Öffnungsraten von E-Mails nachverfolgen kann.

Meinungsaustauch und Diskussion im Mercedes-Benz Museum

D584416.jpgGenau an diesen Stellen gilt es dann auch, das Thema künstliche Intelligenz zu hinterfragen. Was kann KI im Angesicht der DSGVO in der Auswertung der Daten für das Marketing wirklich leisten? Wir haben sicher genug Stoff für eine interessante Diskussion mit den Referenten und dem Publikum. Es haben sich ja schon wortgewaltige Experten mit pointierter Meinung angemeldet. Und wir sind auch noch auf der Suche nach ein oder zwei Sprechern von Unternehmen, die zu den Marketingtrends ihre Meinung haben. Rund um das Mercedes-Benz Museum und in Stuttgart sitzen ja einige namhafte Unternehmen.

Nach der angedachten Diskussion können wir uns dann anschließend beim Get Together weiter austauschen und nicht nur für Mercedes-Fahrerinnen und -Fahrer bieten wir Führungen durch die faszinierende Welt des Mercedes-Benz Museums an. Ich freue mich auf jeden Fall auf diesen spannenden Nachmittag und Abend, der für alle Marketingverantwortlichen und -interessierten sicherlich sehr spannend werden wird.

Technik hautnah: Unter die Haube der Acoustic-Lösungen schauen

Am kommenden Tag, dem 5. Dezember, kann man dann unter die Haube der Acoustic-Plattform und der einzelnen Produkte schauen. Wir laden zur ersten technischen Konferenz, der Acoustic TechniCon, ein. Dazu ziehen wir im Mercedes-Benz Museum aus dem Bereich „Faszination Technik“ in das Casino auf dem (glaube ich) obersten Stockwerk um. Doch nicht durch den spektakuläre Blick auf das Stadion des VfB Stuttgart ablenken lassen! Wer mehr darüber erfahren will, wie Acoustic die oben angesprochenen Themen der Integration von Daten, der Nutzung von künstlicher Intelligenz für Customer Experience und Marketing Automation angeht, sollte aufmerksam zuhören.

IMG_2766Durch den Tag führen Avril Couper und Mateusz Urban und Kolleginnen aus der Entwicklung werden direkt vor Ort sein, denn in Böblingen sitzen einige der Developer von (bald) Acoustic, die insbesondere an dem Acoustic Content-Produkt arbeiten. Nachdem Jay Henderson an diesem Tag technisch tiefer in die Roadmap eingestiegen ist, wird Thomas Stober aus dem Labor Acoustic Content detailliert unter dem Titel „Content as a Service and Web Sites in a Omnichannel World“ vorstellen- bestimmt ganz besonders interessant, direkt von der Entwicklung mehr über die Pläne zu erfahren.

Die (bald) Acoustic-Entwickler aus Böblingen direkt vor Ort treffen

Mike Bean und Dan Carter erklären danach, wie man Benutzerverhalten mit Acoustic Analytics besser verstehen kann, Kessy Hamann und David Kerr stellen unter anderem den neuen Message Composer von Acoustic Campaign, der Marketing Automation-Komponente der Plattform vor. Das Thema Erschließung und Nutzung von Daten ist wie schon mehrmals erwähnt besonders wichtig. Bernd Schlösser wird Acoustic Exchange, das Modul, mit dem verschiedenste Datenquellen angezapft und integriert werden können, behandeln. Und natürlich will das Produktmanagement und die Entwicklung auch Feedback und Ideen. Diese können während der gesamten Veranstaltung und im abschließenden Panel vorgebracht und diskutiert werden. Am Nachmittag sollten wir dann hoffentlich auf zwei spannende Tage zurückblicken und uns mit neuen Ideen und Lösungsansätzen den täglichen Herausforderungen im Marketing widmen können.

Ich hoffe, ich habe Appetit auf die beiden Events gemacht. Hier kann man sich anmelden und ich freue mich darauf, viele neue und bekannte Gesichter in Stuttgart begrüßen zu können.

Kein Ökosystem ohne ein Netzwerk kompetenter Partner

Und ich will auch nicht versäumen auf eine weitere Veranstaltung hinzuweisen, die vor dem Launch Event stattfindet. Über das Acoustic Ökosystem habe ich bereits geschrieben. Doch dabei geht es nicht nur um Technologien von Acoustic und die absolut notwendige Integration von Produkten andere MarTech- und CRM-Anbieter. Zu einem Ökosystem gehören natürlich auch Geschäftspartner, Integratoren, Agenturen und Beratungsunternehmen aus dem Marketingumfeld. Acoustic setzt genau auf ein solches Netzwerk, will dieses fördern und ausbauen.

Deshalb treffen sich am 4. Dezember vor dem Launch Event bestehende und potentielle neue Partner von Acousic zu einem Austausch im nahe am Mercedes-Benz Museum gelegenen Hilton Garden Inn. Dort werden die EMEA-Partnerverantwortlichen Derick Wiesner und Graeme Mclaren zusammen mit Franziska Vielmeier aus der DACH-Region das Partnerprogramm vorstellen und über den gemeinsamen Go-To-Market im verbleibenden Jahr und besonders 2020 mit interessierten Partnern sprechen. Anmelden kann man sich auch hier über besagten Link.

(Stefan Pfeiffer)

#CMOKurator: Martech-Ausgaben in 2020, Feigenblatt Social Media, Influencer auf absteigendem Ast und Anzeigen auf WhatsApp

21. Oktober 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Und wieder kuratierte Beiträge aus dem tägliche Wahnsinn des Marketings:

Nehmen Martech-Ausgaben zu oder ab?

Laut einem aktuellen Report des World Advertising Research Center (WARC) werden Unternehmen im kommenden Jahr 121,5 Milliarden US-Dollar in Marketing Technologie investieren. Dies sei ein Plus von 22 Prozent und es gehe weiter, so der Bericht auf Horizont. Der Report fokussiert sich vor allem auf die USA und Großbritannien, was übrigens in der Nutzung von Technologie weiterentwickelter als Deutschland eingeschätzt wird.

Martech spend has almost doubled in just two short years in more developed markets such as North America and the UK.

über Martech is now a $121.5 billion market worldwide – Chief Marketing Technologist

Die Analysten von Gartner dagegen gehen laut Gartner CMO Spend Survey 2019-2020 (Registrierung notwendig) davon aus, dass die Marketingbudgets erstmals seit 2014 unter 11 Prozent des Unternehmensumsatzes fallen. Die Einsparungen träfen auch die Investitionen in Martech. Diese seien Jahr um Jahr um drei Prozentpunkte auf 26 Prozent der Marketingbudgets in 2019 gefallen. Von 26 Prozent Investitionen in Martech geht übrigens auch der WARC-Report aus.

Glaub keiner Statistik, die Du nicht selbst … Den Satz kennen wir.

Chief Marketing Technologist Scott Brinker greift in seinem Artikel zur WARC-Studie auch nochmals die Frage, welche Technologie benutzt wird, auf. Er sieht sich bestätigt: Immer mehr Unternehmen würden auf eine Martech-Plattform setzen, die aber durch spezialisierte Lösungen ergänzt würde. Der MarTech Stack käme nicht von nur einem Anbieter und dieser Trend setze sich fort.

martech-suite-platform-point
Grafik von: https://chiefmartec.com/2019/10/martech-now-121-5-billion-market-worldwide/ – Alle Recht vorbehalten

Pendel schwingt zurück? Wird Marketing wieder dezentraler aufgestellt?

Scott hat in einem anderen Artikel noch eine andere Gartner-Analyse zitiert. Demzufolge würde das Pendel zwischen zentralisiertem und dezentralem Marketing mal wieder in die andere Richtung schlagen.

20% of respondents reported that they run some form of decentralized marketing organization today. By the end of 2022, however, a majority — 51% — expect they will have a decentralized structure in place.

über The (near) future of marketing is decentralized – Chief Marketing Technologist

Als Marketeer, der daran glaubt, dass man auf regionale Bedürfnisse und Besonderheiten eingehen muss, würde ich das begrüßen, besonders auch dann, wenn es zu dem von ihm postulierten Self Service-Modell in der Marketingtechnologie käme.

Bei dem Thema Self Service muss ich an das aus meiner Sicht große Versprechen im Web Content Management denken: Die Marketeers oder Experten sollten in der Lage sein, bestimmte Bereich der Unternehmenswebseite eigenständig zu pflegen, natürlich in einem gestalterischen Korsett. Die Realität ist jedoch noch immer, dass zentrale Abteilungen Webseiten managen und Updates oft endlos dauern.

Influencer Marketing auf dem absteigenden Ast?

Influencer Marketing ist seit geraumer Zeit in aller Munde. Mit Professor Dr. Claudia Hilker habe ich das Thema ja auch kürzlich in einem Gespräch auf der DMEXCO behandelt und insbesondere auch die Unterschiede zwischen Influencer Marketing im Consumer-Markt und im B2B-Umfeld behandelt. Auch wenn mein persönlicher, beruflicher Fokus im B2B-Umfeld liegt, möchte ich doch auf eine Studie von Wavemaker verweisen. Demzufolge nimmt jeder zweite Deutsche Influencer unterdessen vor allem als Werbebotschafter wahr und verbindet sie mit bezahlter Werbung. Das hat natürlich Einfluss auf die Glaubwürdigkeit und Authentizität. Weitere Informationen zur Studie befinden sich in diesem Beitrag auf Horizont und hier bei Absatzwirtschaft:

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https://www.absatzwirtschaft.de/studien-der-woche-influencer-shoppingtrends-weihnachten-165867/ – Alle Rechte bei Absatzwirtschaft und den Erstellern der Studie

Dem Thema Influencer Marketing im B2B-Umfeld widmet sich Ian Truscott auf CMSWire in einem aus meiner Sicht lesenswerten Beitrag, in dem viele „wahre“ Aussagen zu finden sind, angefangen von der Kategorisierung von „Beeinflussern“ mit deren auch finanziellen Interessen bis zur kontinuierlichen Pflege der Beziehung. Und ja, Influencer haben natürlich auch ihre eigene Agenda und Ziele. Und ja: „Your influencer marketing program needs to be embedded in what you are doing across marketing, not just a side project …

Social Media im Feigenblatt-Modus …

Michel Kroker hat in seinem Beitrag die Social Media-Realität in Unternehmen sehr gut beschrieben. Nur wenige Unternehmen investieren die Ressourcen und die Zeit, über Social Media-Kanäle wirklich in Dialog zu treten. Stattdessen sind es Beschallungskanäle, auf denen offizielle Botschaften hinausgeblasen werden. Klingt jetzt so zeigefinger-besserwisserisch und das, obwohl auch ich Angebote meines Unternehmens promote, hier und da auch vorgefertigte Tweets und Nachrichten eins zu eins weitergebe. Das ist auch aus meiner Sicht solange ok, solange es nicht Überhand nimmt und man auf der anderen Seite auch Unterhaltungen führt und vor allem auch auf besagter Augenhöhe kommuniziert und reagiert. Sonst sind die Social Media-Kanäle in der Tat nur alternative Distributionskanäle für PR und Marketing: „Daher ist Social Media für viele Unternehmen aktuell nur ein Feigenblatt!

…. aber dafür wird in Social Media-Werbung investiert

Das Mediaagentur-Netzwerk hat seinen Advertising Expenditure Forecasts veröffentlicht und dabei festgestellt, dass Social Media im laufenden Jahr mit 13 Prozent der drittgrößte Werbekanal, hinter Fernsehen (29 Prozent) und Paid Search (17 Prozent), sein wird. Aber nicht in Deutschland … Wir setzen eher noch auf Print, so Olivier Korte, Managing Director Zenith auf WuV.

WhatsApp Ads werden für 2020 erwartet

Newsletter dürfen in Kürze nicht mehr über WhatsApp verschickt werden. Dafür kommen wohl in 2020 erstmals Anzeigen auf WhatsApp. Die Gerüchte gehen ja schon geraume Zeit um, doch nun scheint es ernst zu werden, berichtet eMarketer.

Ads on WhatsApp are to be expected sometime in 2020. And most advertisers we spoke to for our new report on global messaging apps agreed that Status—WhatsApp’s version of Stories—makes sense as a testing ground for ads.

über Advertisers on Why WhatsApp’s Status Is a Good Testing Ground for Ads – eMarketer Trends, Forecasts & Statistics

Ich selbst nutze WhatsApp und auch die anderen Werkzeuge des Facebook-Konzerns nicht mehr, weil mir die Machtkonzentration von Facebook zu groß geworden ist und auch zu viele Datenpannen passiert sind. Leider habe ich nur wenige meiner Freunde überzeugen können, auf andere Messenger umzusteigen. Einer sagte, als ich das mit der Werbung vor einigen Monaten ankündigte: „Das ist der Moment, in dem ich wechseln würde.“ Jetzt bin ich natürlich gespannt. Meine Prognose ist, dass es eher nicht passieren wird. Schauen wir mal.

(Stefan Pfeiffer)