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LinkedIn: Zu viele „Promotions“, zu wenig „Wärme“ – Aber vielleicht muss man ja auch mit einem B2B-Netzwerk gar nicht warm werden?

6. November 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu LinkedIn. Auf der einen Seite sehe ich es das führende soziale Netzwerk im Geschäftsumfeld, im Business-to-Business (B2B). Ich nutze es bewusst selbst in meiner Rolle bei IBM. zum Beispiel zum Streaming des IBM Livestudio Magazins. Dabei war ich auch sehr hinter meinen Kollegen her, die Kontakt zu LinkedIn haben, dass wir als einer der ersten Unternehmen in Deutschland dort live streamen durften, selbst in einer Art Beta-Modus. Seit kurzem läuft auch #9vor9*, unser privates Magazin mit den Digitalthemen der Woche, auf LinkedIn. Ich beziehungsweise wir tragen also auch dazu bei, dass deutlich mehr Inhalte auf LinkedIn ausgespielt werden …

Lisa Hegemann hat auf Zeit Online über LinkedIn geschrieben:

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist LinkedIn der Ort für berufliche Selbstdarstellung geworden. … Lange war LinkedIn ein soziales Netzwerk ohne Netzwerkcharakter; eine digitale Visitenkarte, die man gelegentlich aktualisiert, mehr nicht. …
Binnen eines Jahres seien, auch durch die Corona-Pandemie, fast 50 Prozent mehr Inhalte geteilt worden. Die Zahl der Livestreams sei seit März – den Anfängen der Pandemie – um 89 Prozent gestiegen. Zwischen Februar und April nahmen die Interaktionen um 811 Prozent zu. …

Quelle: LinkedIn: Ich bin nur für meine Marke hier | ZEIT ONLINE

LinkedIn boomt. Immer mehr Inhalte. Immer mehr Inhalte in der Timeline, im Nachrichten- und Informationsstrom von LinekdIn. Und ich dürfte es eigentlich nicht schreiben: Leider noch immer, vielleicht noch mehr Inhalte, die mich persönlich nicht interessieren. (Und ich entschuldige mich ausdrücklich, wenn auch ich oder wir mal in der Timeline nerven beziehungsweise Inhalte ausspielen, die gerade nicht interessieren.)

Der von mir außerordentlich Klaus Eck, Partner in vielen Diskussionen, hat dann in einem Beitrag LinkedIn Lisa Hegemann kommentiert:

Natürlich gibt es auf dieser Plattform weichgespülte und langweilige Inhalte und viel zu viele Buzzwords – wie eben überall im Internet und in der analogen Welt. Zum Glück können wir sehr wohl selbst bestimmen, was wir auf LinkedIn jeweils wahrnehmen wollen. Dazu muss jeder selbst seine Feeds aufräumen und sich von den falschen Informationslieferanten auf LinkedIn trennen.

Großartiger Content ist entscheidend für das erfolgreiche Networking auf LinkedIn | LinkedIn

Lieber Klaus, ich gebe zu, dass ich es noch nicht geschafft habe, meine Timeline, meinen Feed in LinkedIn so aufzuräumen, dass ich in der Mehrzahl dort interessante Beiträge sehe und lese. Das, was ich bei Twitter geschafft habe (über Listen und Darstellungswerkzeuge wie TweetDeck), ist mir auf LinkedIn bis dato nicht gelungen. In der Mehrzahl bin ich von den erscheinenden Nachrichten nur genervt und schaue erst gar nicht in den Nachrichtenstrom. Zu viele Promotions, zu viele, die mir etwas verkaufen wolle, zu viele Beiträge von Kolleginnen und Kollegen, die auch etwas anpreisen, zu viele Videos von mir … Gerne nehme ich da mal Nachhilfe bei Dir, wie man es auch auf LinkedIn schaffen kann, für mich relevante und lesens- oder ansehenswerte Informationen besser zu identifizieren.

Gute Frage: Warum sehe ich diese Anzeige – Anzeigeneinstellungen unbedingt anpassen!

Im Grund sind wir wieder bei unserem gemeinsamen Thema Content: qualitativ gute Inhalte. (Das Wort großartig mag ich nicht – ist mir zum trump-esque.) Und einen besseren Weg diese Inhalte zum richtigen Zeitpunkt in angemessener Form an Mann und Frau zu bringen. Das sehe ich noch nicht so auf LinkedIn, aber wie gesagt, ich bin lernwillig.

Und nein: Falk und Jan schalte ich ganz sicher nicht stumm. Nur mal zeigen, wo und wie man „muten“ kann.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite fehlt mir die Interaktion, die Diskussion, der Diskurs. Alle wollen auf LinkedIn etwas verkaufen, kaum einer will sich austauschen ode diskutieren. Ja, der Ton ist respektvoll und meist höflich, wie auch Lisa Hegemann schreibt, aber es ist aus meiner Sicht kein Leben in der Bude. Und damit meine ich natürlich nicht Tiraden oder Hate Speeches oder Shitstorms. Natürlich nicht.

Und so netzwerke oder social-media-lisiere ich derzeit

  • Xing: Abgehakt. Da schaue ich nur noch sehr selten rein. Meist, um jemanden zum Gebirtstag zu gratulieren
  • Facebook: Ich war ganz weg. Jetzt sende ich nur noch meine Blogbeiträge rüber.
  • Twitter: Meine Filterblase? Nutze ich am stärksten und da habe ich am meisten Spaß. Auch weil ich Deppen einfach ignoriere und blocke.
  • LinkedIn: Mein tägliches Business Netzwerk, mit dem ich aber noch immer nicht richtig warm geworden bin. Aber muss man ja auch mit einem B2B-Netzwerk gar nicht warm werden?

Und gerne, lieber Klaus, können wir das bei nächster Gelegenheit diskutieren. Die Einladung zu #9vor9 steht.

(Stefan Pfeiffer)

* #9vor9 ist ein Projekt, das Lars Basche und ehemals Gunnar Sohn zusammen mit mir aufgebaut haben. Es ist aus dem CIOKurator entstanden, den ich in meiner damaligen Rolle bei IBM aufgesetzt habe, unterdessen aber komplett unabhängig und ein privates Spaßprojekt derzeit von Lars und mir. Wir hoffen, dass Gunnar auch bald wieder dazu beziehungsweise zurück kommt.

Digitalthemen bei #9vor9: US-Justizminiserium versus Google – Und die Corona-Warn-App hilft doch (hier und da)

27. Oktober 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Und heute waren wir erstmals mit #9vor9 gleichzeitig live auf LinkedIn, auf YouTube und Twitter. Geht doch, selbst für einen Nicht-Techniker wie mich. Aber viel wichtiger. Was waren denn unsere Digitalthemen der Woche? Lars hat die Kartellklage des US-Justizministeriums gegen Google auf der Agenda. Die Juristen werfen Google vor, wettbewerbsfeindlich zu agieren, um sein Monopol in der Internetsuche und die sprudelnden Anzeigen- und Werbeeinnahmen abzusichern.

Google-Suche: Einfach zu gut?

Google argumentiert, man sei einfach so gut und komfortabel. Die Benutzer:innen würden deshalb die Suchmaschine nutzen. Unternehmen wie Mozilla mit den Browser Firefox nehmen dann auch gerne die rund 500 Millionen US-Dollar, auch um die eigenen wirtschaftlichen Probleme zu bewältigen. Aber auch Apple hält gerne die Hand dafür auf, dass Google als Standard auf den iPhones und iPads eingestellt ist. Das soll sich Google zwischen 8 und 12 Millarden US-Dollar kosten lassen, denn wer verändert schon diese Voreinstellungen?

Die Datenmacht von Google und Konsorten wächst

Und die Datenmacht von Google wächst auch deshalb immer weiter, ein Thema, dem sich Viktor Mayer-Schönberger und Thomas Ramge nicht nur in ihrem Kommentar in der Wiener Zeitung widmen. Das führt dann auch zu meinem Digitalthema der Woche:

Die Apps sollen einerseits Menschen informieren, wenn sie mit einem Infizierten Kontakt hatten. Eine Reihe von Staaten möchte aber auch in anonymisierter Form über die Tracing-App Informationen über die regionale Infektionsdynamik bekommen, um viel zielgenauere örtlich und zeitlich begrenzte Maßnahmen zu wählen.

Schumpeters Albtraum – Wiener Zeitung Online

Apple und Google haben die Macht auch über Corona-relevante Daten, Macht über Bewegungsdaten der Nutzer:innen. Und sie geben diese Daten nicht in anonymisierter Form an die europäischen Regierungen und Forschungsinstitutionen heraus, so der Kommentar. Google und Apple pochen – Ihr lest richtig – auf Datenschutz. Genau diese Daten brauche man aber, in diesem Fall zur Bekämpfung der Pandemie. Generell braucht man die anonymisierten Daten, um als Europa wettbewerbs- und innovationsfähig zu sein, so auch die Thesen von Mayer-Schönberger und Ramge in ihrem neuen Buch Machtmaschinen.

[Und ich verlinke hier bewusst nicht zu Amazon. Man kann das Buch auch heutzutage bei seiner Buchhandlung bestellen.]

Johnnnys Sohn hat die Corona-Warn-App geholfen

Ich hatte aber das Thema Corona-Warn-App und Digitalisierung der Verwaltung heute auf der Agenda, weil mich der Beitrag von Johnny Haeusler über die zwei Wochen seiner Familie in Corona-Quarantäne beeindruckt hat. Im Beitrag werden viele Erfahrungen geteilt und Johnny fordert dazu auf, die App zu nutzen, denn …

Ich kann es nicht oft genug betonen: Unser Sohn war völlig symptomfrei. Er hat sich keinen Moment unwohl gefühlt und wäre also nicht auf die Idee gekommen, sich infiziert zu haben. Hat er aber. Allein durch die Warnung in der App hat er auf einen Test bestanden, der dann positiv ausfiel. Hätte ihn die App nicht gewarnt, hätte er keinen Test machen lassen und sich nicht in Quarantäne begeben. Er hätte daher möglicherweise mehr Leute angesteckt.

Die App ist nicht perfekt und könnte noch viele Verbesserungen vertragen, aber korrekt und vor allem von möglichst vielen Menschen benutzt, kann sie enorm hilfreich sein. Bitte benutzt sie.

Erkenntnisse aus zwei Wochen Corona-Quarantäne mit der Familie « SPREEBLICK

Ja, am – laut Söder – „zahnlosen Tiger“ muss weiter entwickelt werden, aber das Beispiel zeigt, dass sie durchaus auch jetzt schon Nutzen bringt, Ansteckungen verhindern kann.

Funktionalität der Corona-Warn-App ausbauen?!

Parallel dazu wird die Diskussion geführt, die Funktionalität der Corona-Warn-App zu erweitern, beispielsweise um ein Kontakttagebuch, das die Nachverfolgung von Kontakten leichter machen soll – ein Problem, mit dem die Gesundheitsämter gerade massiv zu kämpfen haben. Politiker wie Karl Lauterbach fordern, dass es den Nutzer:innen möglich sein solle, weitere Daten freizugeben, um potentiell Infizierte finden und warnen zu können. Was für Daten können das ein? Bewegungsdaten, die momentan nicht übermittelt werden dürfen. Die Diskussion wird sicher weiter gehen.

Pandemiebekämpfung mit Faxlisten und Papier

Zurück zu Johnny Haeussler und seinen Erfahrungen. Neben alle praktischen Tipps fand ich natürlich den Paragraphen zur mangelhaften Digitalisierung in den Gesundheitsämtern erschreckend.

Laut Aussage einer Mitarbeiterin müssen auf dem Gesundheitsamt Berge von Papierlisten abgearbeitet werden, es werden Faxe hin- und hergeschickt und Telefonnummern sind besetzt (oder eben gerade nicht, haha). Der positiv getestete Sohn hat heute, am 22.10., Briefpost vom Gesundheitsamt bekommen mit den Infos zu Quarantäne, in die er sich bis zum 17.10. begeben muss. Also bis fünf Tage vor Erhalt des Briefes. Als der Brief ankam, lag sein Test 14 Tage zurück, das Ergebnis 12 Tage.

Erkenntnisse aus zwei Wochen Corona-Quarantäne mit der Familie « SPREEBLICK

Ganz offensichtlich ist es zumindest in diesem Gesundheitsamt nicht gelungen, in den vergangenen Wochen und Monaten digitaler zu werden. Hat man den etwas ruhigeren Sommer einfach verpennt, auch wenn schon damals vorauszuahnen war, dass die Kontaktverfolgung im Herbst eine große Aufgabe werden könnte? Und ich bin 100 Prozent bei ihm: Hier muss endlich und schnell mehr passieren.

(Stefan Pfeiffer)

#9vor9 zu Engagement auf virtuellen Formaten, Bitkom und der DSGVO, Google News und deutschen Verlagen und einem bald noch helleren Köpfchen in Siegburg

6. Oktober 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Die Digitalthemen der Woche heute bei #9vor9: Lars ist nochmals unter Bezug auf die letztwöchige #9vor9-Sendung mit Gerhard Schröder auf das Thema virtuelle Events und die Erfahrungen mit Interaktionen auf der Bits and Pretzels eingegangen. Allenthalben wird mehr oder weniger erfolgreich experimentiert. Doch einen Aspekt sollten wir dabei auch nicht vergessen: Es kommt auch auf das Publikum an, dessen Willen, sich zu engagieren und an den Interaktionsmöglichkeiten teilzunehmen.

Engagement auf virtuellen Events muss man auch selbst wollen

Leider ist auch dort oft eher ein passives Konsumentenverhalten zu beobachten, das auch typisch für viele klassische Eventformen ist. Wie viele Besucher einer Fachkonferenz engagieren sich mit Fragen und Kommentaren auf dieser Konferent und wie viele hören nur zu. Doch das soll uns Marketers keinesfalls davon entbinden, das Thema Interaktion mit den Besucherinnen und Besuchern weiter zu treiben.

Welche Art von Innovation unterbindet die DSGVO denn in Deutschland?

Ein weiteres Lars-Thema, der auf einem Tweet eines gewissen Stefan Pfeiffer basiert: die DSGVO und die Bitkom, die die Datenschutzgrundverordnung gerade als „Fass ohne Boden“ bezeichnet hat. Kurz zusammengefasst seien die Regeln den Unternehmen einfach nicht klar und der Datenschutz hemme Innovationen, wie eine Umfrage ergeben habe. Da stellt sich Lars und mir die Frage, welche Art von Innovationen das denn sind. Monetarisierung der persönlichen Daten der Anwender:innen à la Facebook und Google?

Ich bin da eher beim Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber, der es als positiv einschätzt, dass fast 60 Prozent der Unternehmen schätzen, dass sie die DSGVO weitgehend oder umfassender unterstützen. Klar sollte sein, dass an der DSGVO und dem Thema Datenschutz weiterhin „getuned“ werden muss, gerade weil auch angesichts des letzten Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) keine umfassende Regelung im Datentransfer mit den USA besteht. Eine absolut offene Flanke. Hier auch ein Hörtipp zum Thema: die #heisehow „Pricay Shield ist Geschichte – was passiert nun mit unseren Daten?“. Mir eingeprägt hat sich die Aussage, dass wir uns auf die irische Datenschutzbehörde, die mit dem Thema befasst ist, wohl eher nicht verlassen können. Sie sei einer der größten Hindernisse zur Durchsetzung der DSGVO in Europa. Datenaustausch mit den USA sei eigentlich dahin …

Google News als neues Nachrichtenangebot – unterstützt den Qualitätsjournalismus!?

Mein Thema der Woche: Google verkündet, dass es Verlagen und Medienhäusern weltweit 1 Milliarde $ für die Verwertung deren Inhalte in Google News zahlt und damit Journalismus aktiv und die „Future of News“ unterstütze. Google News for Android sollte schon in Deutschland verfügbar sein. Die entsprechende Version von Apple iOS und Search soll bald folgen. In Deutschland sind 20 Medienhäuser dabei, darunter „Die Zeit“, „Der Spiegel“, die FAZ und einige andere. Bisher hatte Google Zahlungen an Verlagshäuser abgelehnt, offenbar nun eine Kehrtwende. Die Deutsche Welle zitiert Carsten Knop, den Herausgeber der FAZ wie folgt:

Das neue Produkt gibt uns die Möglichkeit, unseren Qualitätsjournalismus noch mehr Lesern vorzustellen, die eventuell zu treuen Lesern und Abonnenten werden.

Google zahlt Verlagen weltweit eine Milliarde Dollar für journalistische Inhalte | Aktuell Deutschland | DW | 01.10.2020

Und Philipp Justus, Chef von Google in Zentraleuropa, wird zitiert:

Es ist Googles bislang weitreichendster Schritt, um die Zukunft des Journalismus zu unterstützen.

Google zahlt Verlagen weltweit eine Milliarde Dollar für journalistische Inhalte | Aktuell Deutschland | DW | 01.10.2020

Diskutiert wird gerade noch, ob in Google News auch Inhalte gezeigt werden, die hinter den Paywalls der Verlage liegen. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und insbesondere Springer kritisieren den neuen Weg. Dort wird am Leistungsschutzrecht festgehalten. Google können nicht nach Gutsherrenart Geld nach eigenem Gutdünken ausschütten, statt sich an einem modernen Urheberrecht für das 21. Jahrhundert zu orientieren.

Ich bin auf den Service gespannt, denn noch immer bin ich auf der Suche nach einem vernünftigen News Aggregator. Ganz offensichtlich versuchen Facebook, Apple und Google mit ihren News-Apps entsprechende Lösungen anzubieten. Bleibe ich alter Mann flexibel genug im Kopf, um auch für Google News offen zu sein, das ist die Frage.

Ein noch helleres Köpfchen in Siegburg und wer ist kommende Woche bei #9vor9 dabei?

Und eine der wichtigsten Nachrichten heute: Das Ende des Videokellers in Siegburg naht. Lars hat sich eine neue Webcam und Beleuchtung bestellt. Wir sind in zwei Wochen dann besonders auf sein helles Köpfchen gespannt. Dazu auch noch eine Anekdote aus meinem privaten IT-Zoo: Ich hatte vor 2 Monaten eine Logitech Streamcam bei meinem lokalen Darmstädter Händler bestellt, über den ich auch Macbook und andere Geräte einkaufe. Der konnte wochenlang nicht liefern. Habe dann storniert und bei Logitech direkt gekauft. Die Streamcam war in 1 Tag da … Lässt Logitech den Einzelhandel zugunsten der eigenen Abverkäufe hängen?

Und noch eine wichtige Frage: Gibt es kommende Woche wieder eine Ausgabe von #9vor9? Unser Lars hat Urlaub und ist unterwegs. Mal schauen, ob wir einen Ersatz finden. Vielleicht können wir ja unseren Gunnar für diese Ausgabe aktivieren.

Noch ein weiterer Hinweis in eigener Sache: Ich habe mal alle #9vor9-Sendungen ab Juni 2020 mal sauber in eine Playlist auf YouTube eingepflegt – und vielleicht werden wir künftig dort auch live streamen.

Und natürlich gibt es #9vor9 auch wieder als Podcast auf den bekannten Plattformen und hier im Netz.

(Stefan Pfeiffer)

Virtuelle Eventformate heute: Wo bleibt der soziale Kontakt, das „Netzwerken“ – #9vor9 mit Gerhard Schröder und Lars Basche

29. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Die perfekte Präsentation von Produkten oder Dienstleistungen kann man in einem virtuellen Format hinbekommen. Apple hat es beispielsweise vor kurzem wieder vorgemacht. Was ist aber mit dem Netzwerken, dem sozialen Kontakt, dem gemeinsamen Kaffee oder Bier, das der:die Vertriebler:in auf der konventionellen Veranstaltung mit seinen Kunden:innen und Interessenten getrunken hat, dem Small Talk, der aber so wichtig ist? Schwierig und ausbaufähig, das meinten alle Teilnehmer des heutigen #9vor9, zu dem wir Gerhard Schröder von K3 begrüßen durften.

Und in punkto Netzwerken und sozialer Kontakt auf oder während Events bleibt noch eine Menge zu tun. Vielleicht ist der Ansatz, vom Event, von der virtuellen Veranstaltung her zu denken, nicht der beste? Vielleicht sollten wir eher von einer latenten, kontinuierliche Kommunikation mit Kunden:innen und Interessenten sprechen, die wir im gesamten Buying Cycle und danach (!!) begleiten und denen wir Angebote machen. Ich musste an meine Arbeit mit der DNUG denken, der Vereinigung der Kunden, die (damals noch IBM) Collaboration-Produkte einsetzten, einer Community einem festen Anlaufpunkt im Netz, wo man Fragen stellen konnte (und kann) und Platz für Diskussion war. Die DNUG gibt es natürlich auch heute noch.

Die Veranstaltungen waren auch für die DNUG zentral, ein oder zwei große Konferenzen im Jahr, dazwischen Workshops. Trotzdem glaube ich, dass wir von einem solchen Konzept lernen können, dass wir über die einzelne Veranstaltung hinaus denken müssen. Gerhard brachte andere Beispiele: Interessenten in einem speziellen Segment vernetzen sich über eine Plattform wie Discord. Dein Ort zum Reden, so titelt Discord auf seiner Home Page. Oder aber man verabredet sich mit Kunden:innen zum virtuellen Mensch-Ärger-Dich oder an der Spielekonsole. Spinnereien? Die ein oder andere Idee erscheint auf den ersten Blick fremd, aber wir müssen – davon bin ich überzeugt – Experimente wagen.

Zurück zu meinem Eingangsstatement: Da erwecke ich den Eindruck, dass die perfekte Präsentation ein Klacks ist. Ist sie natürlich nicht, wie wir alle tagtäglich bemerken. Apple mag seine Präsentationen perfekt inszenieren und produzieren, aber wir können alle sicher sein, dass dahinter auch eine große Produktionsmannschaft steht, technisch und inhaltlich. Natürlich hat nicht jeder diese Mannschaft. Und natürlich präsentiert nicht jeder eine Apple Watch Serie 6.

Und vielleicht will auch mancher gar nicht diese glatte, zu perfekte Inszenierung. Ich bin ja durchaus ein Freund etwas rauerer, authentischer Formate. Doch sicher müssen wir aber alle in der Präsentation unserer Inhalte besser werden. Wir brauchen eine bessere Technik. Und wir müssen lernen, besser zu präsentieren und zu kommunizieren, in die Kamera schauen beispielsweise. Und wie Gerhard es so schön gesagt hat, wir müssen üben, üben, üben. Und wir können viel von seinen Erklärvideos lernen. Hier also eine warme Empfehlung für alle, die besser werden wollen. Er hat jetzt gerade auch ganz aktuell ein Video IBM-, Microsoft- u. Daimler-Mitarbeiter – Feedback zu virtuellen Messen veröffentlicht.

Und natürlich gibt es #9vor9 auch wieder als Podcast auf den bekannten Plattformen und hier im Netz.

Randbemerkung zur Technik

Eine kleine Schlussbemerkung zum Thema Technik. Schaut Euch an, wie perfekt Gerhard technisch ausgeleuchtet und inszeniert ist. Da fallen der Videokeller in Siegburg und das Homeoffice in Darmstadt deutlich ab.

Nun ist Gerhard sicher Profi, Dienstleister in dem Sektor und hat eben die entsprechende Ausstattung Aber es geht auch mit einfachen Mitteln mehr. Da meine professionelle Marshall Streaming-Kamera mit Skype und Eccamm rumzickt, hatte ich die eingebaute Kamera meines Apple Monitors genommen. Wie man sieht, suboptimal trotz zweier LED-Leuchten hinter dem Monitor. So sieht das Bild dann schon mit der Logitech Conferencecam Connect aus, die ich nach den heutigen Erfahrungen doch wieder in Betrieb nehme:

Schon ein deutlicher Unterschied bei gleicher Beleuchtung … Und weiter warte ich auf die Lieferung der Logitech Streamcam, die ich vor Wochen (am 29. Juni 2020) bei meinem Händler Comspot bestellt habe und die noch immer nicht da ist. Unglaublich.

Und natürlich macht es nicht die Kamera allein. Ein gutes Mikrofon (bei mir ein Samson Meteor) und entsprechende Beleuchtung (z.B. Elgato Key Light Air oder Ring Light) sind ebenso wichtig – wie der Hintergrund. Auch hier kann man bei Gerhard oder auch bei Gunnar entsprechend nachlesen und -hören, was denn so zu empfehlen ist.

(Stefan Pfeiffer)

Social Media-Splitter: TikTok-Stars retten ihre Millionen Follower – Wo gehen wir hin, wenn Facebook aus der EU weg geht – Markenbotschafter brauchen Rückendeckung ihres Unternehmens

28. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Interessanter Bericht auf Wirtschaftswoche.de: Viele TikTok-Stars ziehen um oder – um es besser und neudeutsch zu formulieren – diversifizieren, bevor ihn vermeintlich die Plattform und vor allem die Einnahmen wegbrechen. Und sie bedanken sich ganz sicher bei der Locke im Weißen Haus. Ohne den, wäre sie wohl nicht auf eine Plattform wie Triller – vorher nie gehört – weiter gezogen.

Danke, Donald: TikTok Creators ziehen um, um Geldstrom zu sichern

Diversifikation ist Trumpf

Die Influencer-Gemeinde ist es gewohnt, ihren Ruhm auf einer Plattform so schnell wie möglich auf weitere Plattformen zu übertragen. So senken sie das Risiko, dass sie bei der Änderung des Algorithmus einer Plattform plötzlich in der Versenkung verschwinden und ihr Einkommensstrom abreißt.

TikTok: Stars retten nun ihre Millionen (Follower)

Doch auch das gute, alte YouTube könnte davon profitieren, als „ideale Plattform für längere Geschichten“. Google wird es freuen. Spotify versucht wohl einige Creators für Podcasts zu begeistern. Was aber, wenn das amerikanische TikTok, beheimatet in Texas von Donald’s und Larry’s Gnaden, doch bleibt? (Mir egal.)

Was wäre wenn Facebook aus der EU weg ginge? Wo gehen die Facebook-Nutzer denn dann hin? Nach Hause?

In den vorhergehenden Social Media-Splittern habe ich über den angedrohten Weggang von Facebook aus Europa geschrieben. Den Beitrag von Henning Uhle habe ich danach gelesen. Wie er glaube ich auch nicht daran, dass Facebook wirklich Ernst machen wird. Aber was, wenn Mark doch Ernst macht:

Schnell kommt nun die Frage auf, was denn die Alternative zu den Facebook-Diensten wäre. Und da haben wir doch das Problem, was einem da sofort ins Auge springt: Es gibt keine.

Facebook-Dienste in Europa am Ende? – Henning Uhle

Da hat Henning wohl Recht. Und ich denke gerade auch an meine Frau, die regelmäßig auf Facebook Petitionen verteilt (und unterzeichnet) oder sich in Gruppen besonders zu „grünen“ Themen informiert. Einen Ersatz für Facebook gibt es auch unter diesem Aspekt nicht. Nicht falsch verstehen: Mir bleibt Facebook gestohlen und ich mache nur das Nötigste. Schade ist es aber halt trotzdem, dass es keine alternative Netzheimat gibt. „Das hat man hierzulande verpennt“, schreibt Henning und fügt hinzu:

Es gibt keine Alternative, die vollständig abbildet, was Facebook so bietet. … Vielleicht kommen so aber wieder mehr Menschen auf die Idee, die scheinbar vergessenen Blogs zu besuchen.

Facebook-Dienste in Europa am Ende? – Henning Uhle

Ich würde es anders sagen: Es gibt kein anderes Netzwerk, auf dem so viele Leute sind. Das ist entscheidender als die Funktionalität. Und leider sind meine geliebten Blogs halt zu zerstreut und die Inhalte zu schwer zu finden.

Unternehmen müssen ihren Markenbotschaftern auch juristisch den Rücken stärken

Und dann noch ein ganz spezieller Text zu dem immer wieder heiß diskutierten Thema Influencer Marketing. Viele Unternehmen wollen, dass ihre Mitarbeiter als Markenbotschafter für die eigene Firma auf Social Media auftreten. Ich selbst bin jemand, der solche Konzepte in vielen meiner Funktionen in der IBM umzusetzen versuchte. Markenbotschafter wirken authentisch, das Unternehmen bekommt ein Gesicht (bzw. Gesichter) und es wird eine organische Reichweite erzielt.

Seit Jahren sehe ich mich aber auch mit der Skepsis von Kolleginnen und Kollegen konfrontiert. Die fragen sich, was sie denn davon haben, bemängeln, dass ihre Chefs die aufzuwendende Zeit nicht als Arbeit sähen, oder sie haben Angst, was denn passieren könnte, wenn mal etwas schief geht, eine Aussage quer liegt, ein Konflikt gar juristischer Art entstehen könnte. Und ich sage auch immer meinen Chefs, dass wir den Kolleginnen und Kollegen genau diese Angst möglichst nehmen müssen, ihnen zumindest Unterstützung zusagen müssen, wenn es zu einem Konflikt käme*.

Dr. Thomas Gerdom legt nun im Blog Arbeitsrecht. Weltweit der Kanzlei Kliemt eine juristische Perspektive offen. Er beschreibt zwei mögliche vertragliche Szenarien, wie eine solche Tätigkeit als Markenbotschafter abgebildet werden könnte. Die Arbeit als Markenbotschafter könne Teil des normalen Arbeitsvertrages sein (Einheitsmodell). Oder aber genau für diese Tätigkeit werde zusätzlich ein neues Vertragsverhältnis geschaffen (Trennungsmodell). Was könnte dahinter stecken?

Aus Arbeitgebersicht hat das Trennungsmodel Vorteile im Rahmen der Haftungsverteilung: Verursacht der Influencer einen Schaden (z.B. im Kontext des § 8 Abs. 2 UWG), kann ihn das Unternehmen im Trennungsmodel – je nach vertraglicher Ausgestaltung – in voller Höhe in Regress nehmen. Im Einheitsmodell gelten dagegen die zwingenden Grundsätze der beschränkten Arbeitnehmerhaftung (innerbetrieblicher Schadensausgleich). Diese haben zur Folge, dass der Influencer bei fahrlässigen Verstößen häufig gar nicht oder nur eingeschränkt in Regress genommen werden kann.

Arbeitnehmer als Influencer – Herausforderungen für die Vertragspraxis – Arbeitsrecht. Weltweit.

Ziemlich klar, was ich als Arbeitnehmer ablehnen würde … Ebenso klar ist, wie meine Kolleginnen und Kollegen auf solche Ausführungen reagieren. Meine 2 Cents: Alle berechtigten juristischen Überlegungen rund um Haftung und ähnliches hin und her. Wer wirklich seine Mitarbeiter:innen als Markenbotschafter:innen gewinnen will, muss ihnen Sicherheit geben und ihnen juristisch den Rücken frei halten. Und das müssen die Markenbotschafter:innen auch wissen. Natürlich ist das kein Freischein, sich im Netz daneben zu benehmen. Da gelten die ganz normalen Business Conduct Guidelines und … der gesunde Menschenverstand, wie man miteinander umgeht und welche Aussagen man nicht macht.

The Pioneer: Langsam Schluss mit den kostenfreien Angeboten – und der Zampano sonnt sich weiter in seiner Selbstgefälligkeit

Eigentlich waren diese Social Media-Splitter schon fertig, aber dann erreichte mich noch die E-Mail von Gabor Steingart unter der Überschrift „In eigener Sache“. Er informiert, wie es mit dem Projekt The Pioneer weiter gehen soll, das den Anspruch hat, „in der tradierten deutschen Medienlandschaft den Perspektivwechsel zu kultivieren“. Kurz gefasst: Es geht an die Monetarisierung. Jetzt muss und will man scheinbar langsam Geld verdienen. Verständlich. Deshalb kann man das Schiff auch für eigene Events mieten oder aber ein Pioneer werden. Mit einem monatlichen Beitrag von 10 Euro (abgezielt auf Studenten) über 25 Euro (für den normalen Leser und Hörer) geht es los. Als Pioneer Supporter kann man gar 833 Euro im Monat zahlen. Schließlich sind auch im Rahmen des Leseraktienprogrammes Investitionen ab 100.000 Euro möglich.

Und es wird so langsam Schluss sein, mit vielen kostenfreien Inhalten:

Zum Ende des Jahres werden wir bestehende und neue Podcasts und Inhalte nur noch exklusiv für Pioneers verfügbar machen. …

Den Morning Briefing Newsletter werden Sie weiterhin kostenlos und werbefrei erhalten. Der Morning Briefing Podcast wird ab 2021 nur noch für zahlende Pioneers erhältlich sein.

In eigener Sache: Das Pioneer-Projekt

Frage ich mich natürlich, was mit dem Tech Briefing Podcast von Daniel Fiene und Richard Gutjahr passiert, ein Format, bei dem ich mir zwar nicht alle Folgen, aber doch einige Themen anhöre. Werde ich also abonnieren, um weiter diesen Podcast zu hören und die durchaus guten Infografiken für eigene Beiträge nutzen zu können? Wohl eher nein, denn mir geht bei aller Brillanz mancher Formulierung manche offensichtliche Eitelkeit und Selbstgefälligkeit des Chefs ungemein auf die Nerven. Gunnar Sohn, Lars Basche und ich haben das ja bei #9vor9 schon einmal ausgiebig diskutiert. Etwas mehr Demut, etwas mehr Bescheidenheit und Understatement würde dem Zampano Gabor Steingart meiner Meinung nach gut stehen. Und wahrscheinlich werde ich doch hin und wieder schwach werden und doch knackige Aussagen aus dem weiterhin kostenlosen Morning Briefing Newsletter zitieren.

(Stefan Pfeiffer)

* Ich habe in meinen über 10 Jahren, die ich persönlich in den sozialen Medien aktiv bin, übrigens nie eine solche Eskalation erlebt. Wenn man sich an die Regeln der Kommunikation hält, die im normalen Geschäftsleben gelten, ist meiner bescheidenen Meinung nach das Risiko auch nicht besonders groß.

Social Media-Splitter: Threema wird Open Source – Immer mehr Podcasts – Immer weniger Tageszeitung – Rund um Apple, Facebook & … Tiktok

4. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Es ist mal wieder Zeit, einige Informationen rund um Social Media zu kuratieren und zu dokumentieren.

Threema wird Open Source – Facebook führt Messenger zusammen

Im Messenger-Markt gibt es Nachrichten, eine, die mir nicht gefällt, eine andere, die ich begrüße. Jetzt dürft Ihr raten …

Eigentlich war die Messenger-Fusion schon für Anfang 2020 geplant. Doch die Corona-Pandemie machte Mark Zuckerberg einen Strich durch die Rechnung. Mit etwas Verspätung fängt der Facebook-Chef nun aber an, sein Messenger-Monopol aufzubauen – mit der Verzahnung des Facebook Messengers und Instagram.

Messenger-Monopol: Facebook vereint Messenger und Instagram- Basic Thinking

Threema ist auf meinem iPhone installiert. Der hauptsächlich genutzte Messenger ist derzeit Signal.

Podcasts werden immer beliebter

Video und Audio werden immer beliebter. Dazu passen auch die Umfrage von Goldmedia. Demnach hat jeder Dritte Deutsche ab 14 Jahre schon einmal einen Podcast gehört:

Regelmäßig nutzen rund 15 Prozent die Audio-Formate – das entspricht 10,4 Millionen Menschen. Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt der Anteil der regelmäßigen Hörer sogar bei rund 30 Prozent.

POD-Ratings von Goldmedia: Zehn Millionen hören regelmäßig Podcasts – Horizont

Nicht umsonst produzieren ja auch Lars und ich unser privates #9vor9 mit den Digitalthemen der Woche nicht nur als Periscope-Video, sondern veröffentlichen die Sendungen nun auch als Podcast. Gleiches gilt auch im Job für das IBM Livestudio und den Podcast In die Tiefe..

Tageszeitungen kämpfen, mehr Leser:innnen nutzen E-Paper

Der Informations- und Nachrichtenkonsum wird insgesamt digitaler. E-Paper sind auf dem Vormarsch:

Laut der aktuellen E-Paper-Studie des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) legten die E-Paper im 2. Quartal um rund 20 Prozent auf über zwei Millionen Exemplare zu. Vor allem Besserverdienende nutzen gerne elektronische Zeitungen.

E-Paper-Studie des BDZV: E-Paper-Auflage der deutschen Zeitungen steigt um 20 Prozent – Horizont

Dazu auch die neuste Statsitik über die verkaufte Auflage der überregionalen Tageszeitungen laut IVW im zweiten Quartal 2020. Lese ich die Grafik richtig, sind dort E-Paper enthalten.

Stellt sich natürlich auch die Frage, ob der sinkende Konsum von überregionalen Tageszeitungen in irgendeiner Form kompensiert wird, beispielsweise durch Podcast oder Video, durch Fernsehen oder gar soziale Medien (mit allen Risiken). Gabor Steinhart zum Beispiel feiert ja gerade sich und seine Podcasts …

Nachrichten um die Krähen, die den anderen …

Und natürlich tobt weiter der Streit um die 30 Prozent Provision, die Apple (und Google) in ihren App Stores verlangen. Da hat es dann auch mal Facebook getroffen:

Im großen Streit um App-Store-Regeln schießt sich auch Facebook weiter auf Apple ein: Der iPhone-Konzern habe ein Update der Facebook-App abgelehnt, weil darin beim Verkauf von Online-Kursen auf Apples 30-Prozent-Provision hingewiesen werde, erklärte Facebook gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Man habe den Hinweis entfernen müssen, um das Update im App Store veröffentlichen zu dürfen.

Facebook: Apple unterdrückt Hinweise auf seine 30-Prozent-Provision | heise online

Der Streit um die 30 Prozent geht weiter. doch an anderer Stelle scheint Apple erst einmal eingeknickt zu sein. Noch im Juni hat man vollmundig verkündet:

„Hier bei Apple glauben wir, dass Privatsphäre ein fundamentales Menschenrecht ist“, erklärte Softwarechef Craig Federghi bei der Keynote der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni. Was wie ein Lippenbekenntnis klingt, ist bei Apple eine Kampfansage an andere IT-Konzerne, die mit Werbung viel Geld verdienen. Hauptzielscheibe von Apples Strategie ist eindeutig Facebook, doch auch Google könnte betroffen sein. Denn Apple will mit seinem für Herbst erwarteten Update auf iOS 14 eine Funktion einführen, die Daten seiner Kunden besser vor Werbeanbietern schützen soll.

Apple: iOS 14 könnte Facebook das Geschäft vermiesen – DER SPIEGEL

Nun kam diese Meldung über den Ticker:

Apple verschiebt die Einführung neuer Möglichkeiten, die Datensammlung durch Apps einzuschränken, auf kommendes Jahr. Man wolle dadurch Entwicklern mehr Zeit geben, notwendige Änderungen vorzunehmen, erklärte Apple am Donnerstag. … Durch die Neuerungen sollen Nutzer leichter verhindern können, dass Apps und Werbedienste Informationen über ihr Verhalten über die Grenzen einzelner Anwendungen und Websites hinweg sammeln. … Facebook warnte davor, dass die Änderung das Werbegeschäft des Online-Netzwerks erschweren würde.

Apple verschiebt Maßnahmen für mehr Privatsphäre- FAZ

Fast jede:r, den ich kenne, regt sich darüber auf, dass die GAFAM-Konzerne zu wenig Steuer in Europa sammeln und alle Schlupflöcher clever ausnutzen. Wenn dann Steuern erhoben werden, scheinen sie einfach durch zu reichen. Wir zahlen im Endeffekt:

Während die meisten Mitgliedstaaten der EU noch über eine Digitalsteuer diskutieren, sind Frankreich, Italien, Österreich Großbritannien und auch die Türkei vorangegangen und haben eine eigene Steuer eingeführt oder geplant. Die Tech-Konzerne legen den Preis auf ihre Kunden um. …

Apple reicht Steuer an Entwickler weiter …

Amazon erhöht Kosten für Händler …

Google macht Anzeigen teurer …

Digitalsteuer: Apple, Google und Amazon reichen den Aufpreis an Kunden durch – t3n

Eine nicht nur bei den Digitalkonzernen beliebte Methode, „Steuerausfälle“ zu kompensieren.

Um Tiktok kommen wir gerade nicht rum

Natürlich kann in keinem Beitrag zu Social Media heute Tiktok fehlen. Nein, ich kommentiere jetzt nicht weiter die Übernahmegerüchte. Ich möchte auf den FAZ Digtec Podcast hinweisen, in dem Alexander Armbruster und Carsten Knop mit dem Autor der Tiktok-Bibel Adil Sbai diskutieren und informieren. Ich habe durch Adil einiges gelernt, auch wenn ich bei seiner Einschätzung zu Zensur und Datenschutz bei Tiktok schon etwas schlucke.

Wer lieber liest, der kann sich das Interview mit Adil Sbai und Younes Zarou auf Horizont.Net in Gänze durchlesen. Zu Datenschutz sagt er:

Ich kann diese Vorwürfe nicht nachvollziehen. Verstöße gegen die DSGVO sind nicht belegt, und es fehlt auch jeder Beweis dafür, dass Daten nach China gehen. Klar: Niemand weiß, was TikTok intern mit den Daten macht. Aber das weiß man auch bei den anderen Plattformen nicht, die weniger in der Kritik stehen. Ich betrachte die öffentliche Debatte mittlerweile mit einer Mischung aus Schmunzeln und Kopfschütteln. Es gab sicherlich Fehler in der Vergangenheit, etwa beim Jugendschutz, die aber auch am schnellen Wachstum lagen. Aber in den vergangenen sechs Monaten sind mir keine Dinge mehr aufgefallen, die nennenswert wären. Die gesamte Diskussion lässt sich meiner Meinung nach darauf zurückführen, dass es einen Generalverdacht gegen Bytedance gibt.

Experten Younes Zarou und Adil Sbai: Was die Faszination von TikTok ausmacht

Und dem Klaus sein Social CEO

Das Thema Social CEO ist etwas, was mich hier im Blog schon lange beschäftigt. Klaus Eck hat die folgende Grafik im Handelsblatt gefunden:

(Stefan Pfeiffer)

#9vor9: Von Blockchain gegen Fake News über die #WWDC20 bis zu Respekt vor ARD- und ZDF-Journalistinnen

24. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Natürlich gab es auch am 23. Juni wieder ein #9vor9 mit den Digitalthemen der Woche von Gunnar Sohn, Lars Basche und mir.

Und hier die Themen quasi in Tweets: Lars bringt das Blockchain-Projekt der New York Times ins Spiel, wo mit Hilfe von IBM Blockchain Bilder überprüft werden, quasi Blockchain im Einsatz gegen Fake News:

Wer sich tiefer interessiert: Hier ist die gemeinsame News Provenance-Seite von New York Times und IBM.

Hat Apple mit dem virtuellen Eventformat der #WWDC20 einen neuen Standard gesetzt?

Unser Gunnar lobt, wie Apple seine virtuelle Konferenz hinbekommen hat. Hat man einen neuen Standard gesetzt? Unten verlinkt auch der dazu passende Beitrag von Sascha Pallenberg.

Virtuelle Formate müssen sich weiter entwickeln. Noch ein weiteres mit Powerpoint-Folien überladenes zu langes Webinar kann nicht die Lösung sein. Deshalb experimentiere ich auch mit Formaten wie #9vor9 oder dem IBM Livestudio herum. Und – so viel kann ich verraten – im Sommer wird es auch ein weiteres neues Format seitens der IBM Deutschland geben.

Macbooks: Comeback mit neuem Prozessor gegenüber Microsoft Surface?

Daneben fand Gunnar erwähnenswert, dass Apple in den Macbooks und iMacs Abschied von den Intel-Prozessoren nehmen will. Er sieht so eine noch engere und komfortablere Integration aller Apple-Geräte, quasi eine Ausweitung der schon vorhandenen Stärke. Im Mark gibt es aber seit geraumer Zeit harsche Kritik gerade an der Qualität der Macbooks und viele loben die Microsoft Surface-Geräte über den Klee. Nun sind Gunnar und auch ich langjährige Apple-User und Fans. Ich selbst nutze seit nunmehr Mitte 2019 – hier der damalige Beitrag – ein Macbook als Arbeitsplatzrechner. Und mein Arbeitgeber, die IBM, hat ja dann auch von mir gelernt (Achtung: Ironie) und unterdessen sind die Macs neben den Lenovo-Notebooks Standard. Doch seien wir ehrlich: Bezüglich der Hardware-Qualität der Microsoft-Rechner und insbesondere auch der Qualität von Windows als Betriebssystem können Gunnar und ich nicht mehr mitreden. Das letzte Windows, an das ich mich richtig erinnere, ist Windows NT mit Bluescreens und dessen elend langer Startzeit. Und um es nochmals ins richtige Licht zu rücken: Ich habe mich die Jahre auch oft über Apple geärgert, die Preise, mangelhaften Service und Garantie sowie auch eine gewisse Arroganz.

Digital News Report zeigt Wertschöpfung für Tagesschau und heute – die Journalistinnen, Journalisten und Kameraleute

Mein Digitalthema der Woche ist der Digital News Report 2020 des Reuters Institutes. Aus diesem Report kann man eine Vielzahl von Erkenntnissen ziehen, von der immer stärker werdenden mobilen Nutzung von Nachrichtenformaten über die sich wandelnde Mediennutzung von Jüngeren und Älteren, den Erfolg von Newslettern und Podcasts bis zur leicht steigenden Akzeptanz, für digitale Inhalte auch zu zahlen. Viele dieser Aspekte haben wir diskutiert. Ich möchte vor allem die positive Bewertung seriöser Nachrichten und Zeitungen hervorheben, von Tagesschau und heute bis zu Zeit, Süddeutscher oder FAZ. In diesen Zeiten, in der von gewissen Seiten immer wieder über eine angebliche Lügenpresse gezetert wird, in denen Journalisten:innen und Kameraleute beschimpft und angegriffen werden, ist dies ein wichtiges Zeichen (auch wenn die Akzeptanz bei Jüngeren leider etwas zurück geht). Und auch hier seien gerade die Journalistinnen einmal besonders erwähnt, beispielsweise eine Marietta Slomka, die beste Interviewerin derzeit, oder auch ein Dunya Hayali. Letztere ist mir als Fohlen-Fan eh noch besonders sympathisch.

#9vor9: Sondersendung Homeoffice am 26. Juni um 8:51 mit Peter M. Wald

Zum Ende noch der Hinweis auf eine #9vor9 Sondersendung zum Thema Homeoffice. Am 26. Juni ab 8:51 Uhr werden sich Professor Peter M. Wald, Lars Basche und ich über Remote Work und die verschiedene Aspekte austauschen. Verfolgen könnt Ihr die Diskussion über Periscope und auf meinen Twitter-Account @DigitalNaiv.

(Stefan Pfeiffer)

Digitalthemen der Woche bei #9vor9: Mit dem Gaia-x-Raketsche zum Mond und das LinkedIn Nadelöhr und Gunnis Live-Videos

9. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Und es war heute mal wieder Zeit für #9vor9, die Digitalthemen der Woche. Unser Lars hatte das Thema fairer digitaler Wahlkampf und das entsprechende White Paper der Stiftung Neue Verantwortung auf der Pfanne. Ich konnte mich zugegebenermaßen dafür heute Morgen bei aller Dringlichkeit nicht dafür erwärmen. Irgendwie führt das Ge-Trump-ele auf Twitter in den USA bei mir unterdessen zu einer gewissen Ermüdung. Sollte es aber keinesfalls.

Und Gunnar hat die Social Bars vorgestellt, die es nun seit 10 Jahren gibt – und weiter geben soll. Dazu verweise ich gerne auf seine Aufnahme und das entsprechende Blog Posting zu Social Bars in Bonn.

Und meine Themen der Woche: Wie der Hesse sacht, mit dem Raketsche ab uf de Mond oder Gaia-x

Mondreise der Digitalpolitik, möglicher Gold-Standard für Cloud-Dienste, vollmundige Worte von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) anlässlich der Vorstellung des europäischen Dateninfrastrukturprojekts Gaia-x:

Mit GAIA-X gehen wir einen großen Zukunftsschritt in die Datenökonomie. Das Ziel ist ein digitales Ökosystem in Europa, das Innovationen und neue datengetriebene Dienste und Anwendungen hervorbringt. Wir laden alle europäischen und internationalen Partner, die unsere Leitprinzipen wie Offenheit und Transparenz, Vertrauen, Souveränität und Selbstbestimmtheit teilen, zur Mitarbeit ein.

BMWi – Deutschland und Frankreich Vorreiter beim ersten Schritt Europas in Richtung einer europäischen Dateninfrastruktur

Internationale Partner, beispielsweise aus China oder den USA, dürfen also demzufolge mit auf den Mond – solange sie sich an die europäischen Regeln halten. Knackig die Aussage von Elie Girard von Atos:

Wir haben den Kampf um die Daten der Verbraucher verloren. Die nächste Welle, die vor und nicht hinter uns liegt, sind die Unternehmensdaten.

Gaia-X: Deutschland und Frankreich stellen europäische Cloud vor | ZEIT ONLINE

Offensichtlich will man einen Fokus gerade auch in den Bereich Industrie 4.0 legen, um sich hier im internationalen Wettbewerb zu positionieren. Doch die Skepsis ist groß. So schreibt die Wirtschaftswoche:

Der Vorsprung der amerikanischen Cloud-Unternehmen ist nicht mehr aufzuholen. Jetzt will Europa sie zu hiesigen Standards für den Datenschutz verpflichten. Eine „Mondlandung für die Digitalisierung“ ist das aber nicht.

Gaia-X: Warum die europäische Cloud kein Höhenflug ist

Auch Markus Beckedahl nimmt auf netzpolitik.org natürlich kritisch Stellung zu Gaia-X und bei ihm schwingt natürlich das Misstrauen mit, dass US-Cloud-Anbieter ihren Behörden doch Zugriff auf Daten geben – auch wenn beispielsweise mein Arbeitgeber das offiziell ausschließt. Das Misstrauen bleibt:

Bei Gaia-X sind alle großen Namen dabei, von Deutsche Telekom bis Siemens. Das ist leider kein Garant für Erfolg und Qualität, denn gerade fällt mir kein technologisches Großprojekt ein, wo alle deutschen Großunternehmen kooperiert und erfolgreich eine neue Technologie entwickelt haben.

Gaia-X – Unter Mondlandung gehts nicht

Große Skepsis schwingt mit, doch immerhin könne man im Falle eines Scheiterns die entwickelten Sachen immerhin weiterverwenden, da diesmal alles mit Open Source und Open Standards gemacht werde.

Und wie sieht „die Wirtschaft“ das Ganze? Michael Kroker zitiert eine Umfrage, die Hewlett Packard Enterprise (HPE) in Auftrag gegeben hat. Über 2.000 Manager aus Frankreich und Italien, den treibenden Ländern hinter Gaisa-x, wurden befragt. In Deutschland sehen 85 Prozent der Befragten digitale Souveränität als sehr wichtig an, in Frankreich sind es nur 65 Prozent. Und wie viele der Führungskräfte kennen Gaia-x? Fast identische Werte, die bei nur 23 bis 22 Prozent herumdümpeln.

LinkedIn: Reichweite, Reichweite, wir wollen (organische) Reichweite

Und meines zweites Thema: Immer weniger organische Reichweite auf LinkedIn, da die immer mehr Inhalte in den individuellen Newsfeeds der Anwender ausgespielt werden und die User sich überfahren fühlen. Thomas Hutter hat hier einen lesenswerten Beitrag geschrieben. Die wachsende Zahl der Nutzer in Kombination mit einer dichteren Vernetzung und der Zunahme von Inhalten führe dazu, dass die organische Reichweite sinke. Déjá-vu also auf LinkedIn. Wir sehen das, was schon auf anderen Plattformen passiert ist, nun auf dem sozialen Netzwerk, das für B2B-Kontakte da sein will.

Thomas rechnet das dann auch sehr plastisch vor, wie viele Beiträge man denn durchschnittlich bei welchem Vernetzungsgrad sieht. Ich nehme mal das Beispiel mit 1.000 Netzwerkontakten:

Mitglied Y ist mit 1’000 Personen auf LinkedIn verbunden.

40 % der mit Mitglied Y verbundenen Personen publizieren pro Tag einen Link oder ein Bild oder ein Video oder interagieren mit einem Beitrag aus dem Netzwerk.

20 % der mit Mitglied Y verbundenen Personen publizieren pro Tag zwei Linkbeiträge oder zwei Bilder oder zwei Videos oder interagieren mit zwei Beiträgen aus dem Netzwerk.

10 % der mit Mitglied Y verbundenen Personen publizieren pro drei Linkbeiträge oder drei Bilder oder drei Videos oder interagieren mit drei Beiträgen aus dem Netzwerk.

5 % der mit Mitglied Y verbundenen Personen sind sehr aktiv auf LinkedIn und publizieren pro Tag 10 Linkbeiträge oder 10 Bilder oder 10 Videos oder interagieren mit 10 Beiträgen aus dem Netzwerk.

Mitglied Y könnte somit 1’600 Beiträge pro Tag sehen.

LinkedIn: Warum Du immer weniger und vielleicht schon bald keine organische Reichweite erhalten wirst

1.600 Beiträge am Tag. Ich selbst liege bei 2.000 Kontakten. Da kann man sich ausrechnen, was passiert. Man ist gar nicht mehr in der Lage, die Inhalte zu konsumieren und muss eigentlich radikal selektieren. Und dafür – so auch die Beobachtungen von Gunnar und Lars – ist LinkedIn derzeit nicht wirklich geeignet. Und ob der von Thomas zitierte Algorithmus nun wirklich die Inhalte sinnvoll auf meine Interessen zuschneidet, da habe ich so meine Zweifel. Newsfeeds nerven unterdessen in aller Regel, wie ich schon vor des öfteren im Blog beklagt habe. Und LinkedIn ist da keine Ausnahme

Bewusste Teilnahme statt Newsfeed-SPAM: IBM Livestudio Magazin steigt auf LinkedIn private Events um

Und auch wir #9vor9’ler sind da schuldig. Gunnar hat verganngene Woche ja fast stündlich seine Live-Formate gestreamt. Wir – Lars, das Team und ich – senden jeden Dienstag um 11 Uhr das IBM Livestudio Magazin. Die Beispiele lassen sich fortführen. Hinzu kommt noch, dass bei LinkedIn Live, des Livestreaming-Videoformats, und LinkedIn Events, des Video-Eventformats, das Targeting ganz offensichtlich nicht sauber funktioniert. Was meine ich damit? Das deutschsprachige Livestudio Magazin wollen wir nur an die deutschsprachigen Follower der weltweiten IBM Unternehmensseite ausspielen. Genau das funktionierte mit LinkedIn Live nicht sauber, so dass wir einmal die weltweiten Follower „zuge-spam-t“ haben.

Deshalb sind wir nun auf LinkedIn Events und dort auf private Events umgestiegen und werden heute erstmals darüber senden. Warum? Über öffentliche Events von LinkedIn Events würden wir wieder die ganze Welt „stören“, statt nur die angedachte Zielgruppe anzusprechen. An einem öffentlichen LinkedIn Event kann jeder, der die URL hat, teilnehmen. Das Event ist über die LinkedIn Suche auffindbar und niemand genehmigt eine Teilnahme. und darauf, dass sich eine Livestudio Magazin Communiyt bildet. Unser Event ist dabei nicht als ein „One-off“ am heutigen Dienstag definiert, sondern über ein Zeitraum bis Ende des Jahres, so dass alle registrierten Teilnehmer über die bekannte URL jeden Dienstag das Livestudio Magazin sehen werden. Mal schauen, ob das Format so funktionieren wird. Ich werde hier weiter berichten.

Und natürlich bleibt auch in unserem Setup die Formel wahr, die Thomas Hutter am Ende seines Beitrags zusammenfasst:

Die Erfolgsformel bleibt in der Regel identisch. Beiträge die a) relevant sind, b) Aufmerksamkeit generieren, auffallen und ins Auge stechen c) zur Interaktion anregen und d) Mitglieder zeitlich binden, erhalten in den meisten Fällen die besten Resultate.

LinkedIn: Warum Du immer weniger und vielleicht schon bald keine organische Reichweite erhalten wirst

Livestreaming und Long Tail beim IBM Livestudio Magazin

Wichtig ist natürlich, dass nicht nur die Liveaussendung des Magazins und der anderen Sendungen wichtig ist. Die größere Reichweite erreichen wir im „Long tail“, das heisst viele Zuschauerinnen und Zuschauer schauen sich das Magazin oder die einzelnen Beiträge später auf YouTube, auf unserer Webseite oder auf Landing Pages der IBM an. Doch bleibt die Livesendung ein wichtiger Start, denn darüber versuchen wir authentisch mit immer mehr Livebestandteilen zu kommunizieren.

(Stefan Pfeiffer)

Kurz zitiert: Conversions von E-Mail und Social Media ging in Corona-Zeiten deutlich zurück

3. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

E-Commerce, Online-Handel gilt als Gewinner in der Corona-Krise, wobei man sich das Bild natürlich genauer anschauen muss, denn ganz offensichtlich haben einige Branchen mit sehr großen Problemen zu kämpfen.

Als Marketer stellt sich natürlich nicht nur die Frage, wie man Präsenzveranstaltungen, klassische Events „ersetzen“ kann. Auch müssen wir natürlich bewerten, welche Kommunikationskanäle denn noch funktionieren beziehungsweise zu Conversions führen. Timo von Focht zieht folgende Zwischenbilanz:

Betrachtet man die Kommunikationskanäle in der Krisenzeit, dann zählen zu den großen Verlierern besonders E-Mail und Social Media: Die Conversions gingen dort um 70 bis 80 Prozent zurück. Kein Wunder: Social Media wird vom Thema Corona beherrscht, und Werbemails gehen leichter unter in dieser Zeit. Die Branche muss sich auf andere Strategien besinnen. Im Retargeting gab es 76 Prozent weniger Conversions. …

… Zu den klaren Gewinnern der Krise gehört der SEA-Kanal. Hier blieben die Rückgänge unter 50 Prozent – bei gleichzeitig 30 Prozent höheren Konversionsraten. Wer jetzt gerade Kampagnen fährt, sollte sich genau anschauen, wie die einzelnen Kanäle performen und eventuell Budgets anders verteilen. Grundsätzlich gilt: E-Commerce rettet in vielen Branchen zumindest einen Teil der Umsätze, Tendenz steigend. Es ist wieder Licht am Ende des Tunnels erkennbar – und Kurzarbeit gibt es im E-Commerce auch nicht.

E-Commerce in Zeiten der Krise und was rechtlich auf uns zukommt

* SEA = Suchmaschinenwerbung

#9vor9 zu Cookie-Urteil, Journalismus ohne Journalisten, Moderation auf sozialen Kanälen dem neuen Projekt Homeoffice-Kurator

2. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

#9vor9 mit den Digitalthemen der Woche am heutigen 2. Juni: Unsere Themen waren das aktuelle Urteil zu Cookies, MSN, wo jetzt die Inhalte von einer KI ohne Journalisten ausgespielt werden sollen, die leidige Frage, wie Inhalte – insbesondere Falsch- oder Hassnachrichten – in den sozialen Medien vom wem „kontrolliert“ und moderiert werden sollten und natürlich auch unser neues Projekt, der Homeoffice-Kurator.

Das Cookie-Urteil des BGH, Spaß beim Surfen und unerfüllte Traum einer zentralen, transparenten, verständlichen Zustimmungsverwaltung

1. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Und mal wieder sind Cookies Thema in meinem Blog. Hatten wir ja lange nicht. Doch jetzt gibt es das Urteil des Bundesgerichtshofs in einem jahrelangen Rechtsstreit zwischen dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und dem Glücksspiel-Unternehmen Planet 49: Wer sich die Genehmigung zur Speicherung von Werbe-Cookies geben lassen will, darf die entsprechende Einwilligung nicht vor-ausfüllen, schon mal Kreuzchen setzen, wie es heute gang und gäbe ist. Es folgt damit der Auffassung des EuGH.

Die Einschätzung von netzpolitik.org:

Das Gericht setzt mit seiner Entscheidung zur Gestaltung von Online-Einwilligungen auch einen Schlussstrich unter eine jahrelange Debatte zwischen Werbeindustrie und Daten- sowie Verbraucherschützer:innen. Denn auch wenn die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) klare Anforderungen an die Einwilligung formuliert, herrscht beim Thema Online-Tracking in Deutschland bisher Chaos, weil Parlament und Regierung die Aktualisierung des Telemediengesetzes jahrelang verschlafen haben.

Bundesgerichtshof – Werbetreibende dürfen Nutzer:innen keine Tracking-Cookies unterjubeln

Grüne Welle für Cookies: Mal schnell den grünen Button klicken

Ein Beispiele aus meinem Alltag:

Natürlich farblich grün hinterlegt, grün auch noch als Ampelfarbe, alle Cookies akzeptieren, also auch die für Marketing und externe Medien. Vor-angekreuzt sind „nur“ die essentiellen Cookies – whatever this means.

Natürlich farblich grün hinterlegt, grün auch noch als Ampelfarbe, die Zustimmung, alle Cookies zu akzeptieren, also auch die für Marketing und externe Medien. Vorangekreuzt sind „nur“ die essentiellen Cookies – whatever this means. Und was ist wohl die Realität? Wer hat im Alltag Lust, sich mit dem leidigen Thema Datenschutz zu befassen. Nur zu schnell, zu unaufmerksam und zu bequem klickt man halt schnell mal auf diesen grünen Button. Das ist mir neulich auch passiert. Ist so etwas schon das im Urteil angesprochenes manipulatives Design?

Die dunkle Seite des User-Experience-Designs benachteiligt die Nutzer:innen etwa durch Tricks wie farblich hervorgehobene Buttons für kostenpflichtige Optionen, zu kleine Schriftarten für wichtige Details und versteckte Regler für Datenschutzoptionen.

Massenphänomen „Dark Patterns“ – Wie Politik und Behörden gegen irreführendes Design vorgehen können

Zu diesem Thema empfiehlt netzpolitk.org ein neues Papier „Dark Patterns: digitales Design mit gesellschaftlichen Nebenwirkungen“ der Autor:innen Sebastian Rieger und Caroline Sinders von der Stiftung Neue Verantwortung.

Surfen ohne Cookies macht weniger Spaß, so der Bitkom

Eine andere Perspektive auf das Thema hat der Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder mit dem Tenor, dass Surfen so einfach keinen Spaß mehr mache:

„Das Urteil des Bundesgerichtshofs trifft die Webseitenbetreiber schwer und es nervt viele Internetnutzer. Neben den hohen Auflagen der Datenschutz-Grundverordnung müssen die Betreiber von Webseiten jetzt zusätzliche Prozesse und Formulare für ihre Web-Angebote einführen, … Für Internetnutzer entsteht mit dem BGH-Urteil ein weiterer Komfortverlust: Sie müssen häufiger Banner wegklicken oder Häkchen setzen, bevor sie die gewünschten Inhalte sehen. … Nicht für jeden Anlass braucht es Cookies, aber ohne sie macht das Surfen einfach weniger Spaß und ist viel umständlicher.“

Bitkom zum BGH-Urteil über voreingestellte Cookies | Bitkom e.V.

Ob das Anklicken von Cookie-Einstellungen oder aber die nervende Dauerbeschallung durch Onlinebanner und Werbe-E-Mails wirklich spaßig ist – ich habe hier berichtet – steht auf einem anderen Blatt, Herr Rohleder.

41 Prozent akzeptieren Cookies einfach und klicken durch

Pünktlich zum Urteil haben auch Web.de und GMX eine repräsentative Studie veröffentlicht. Die Pressemitteilung ist durchaus plakativ formuliert:

Rund zwei Drittel (63%) der Deutschen fühlen sich durch wiederkehrende Cookie-Hinweise auf Webseiten beim Surfen im Internet genervt oder eingeschränkt. 41 Prozent lesen sich die Hinweise nicht durch und klicken einfach auf „Okay“ oder „Cookies akzeptieren“.

Zwei Jahre DSGVO: 63 Prozent der Deutschen genervt von Cookie-Hinweisen –

Wenn man sich dann die Slides anschaut, die veröffentlicht werden, ergibt sich aus meiner Sicht ein durchaus differenzierteres Bild:

Unter den plakativen zwei Dritteln sind auch viele, die durchaus das Thema Überwachung wahrnehmen (26 %), zugeben, dass sie die Hinweis nicht verstehen (12 %) oder aber auch die Notwendigkeit einsehen (16 %). Der Rückkehrschluss mit den Genervten ist etwas hanebüchen und sollte differenziert gesehen werden. Wesentlich relevanter sind die 41 %, die einfach durchklicken. Für mich erschreckend: Laut Studie löschen 43 % der Internet-Nutzer selten oder nie ihre Cookies. Daniel Fiene hat es ja im Februar anders formuliert und bewertet:

Fast 60 Prozent löschen Cookies aus ihrem Browser und fast jeder Zweite nutzt regelmäßig einen Werbeblocker. Das ist eine schlechte Nachricht für die Werbeindustrie.

Tech Briefing: Wenn Algorithmen Ärzte und Operationen aussuchen

Aus meiner Sicht besonders wichtig sind die Forderungen nach mehr Transparenz, welche Daten genau erhoben werden (39%), der Wunsch von 31% nach Einfachheit und Verständlichkeit bei den Hinweisen zum Datenschutz und die Forderung nach einer Alternative zur Cookie-Praxis (33%). Die Mehrheit der Befragten fordert einen zentralen Dienst. Ob allerdings die Internet-Industrie willens ist, genau eine solche Plattform zu schaffen, die nicht nur den Werbenden zu Gute kommt, sondern auch dem Wunsch nach Transparenz, Datenschutz und Verständlichkeit gerecht wird? Wir werden sehen.

Kann es die zentrale Zustimmungsverwaltung geben?

Die generelle Frage bleibt: Wie kommt man zu einer klaren, verständlichen und offenen Kommunikation, was man wann an Daten für was gibt. Wie lösen wir es und wer kontrolliert, dass es keinen Missbrauch gibt. Daran hakt es noch immer. Und jetzt haben wir noch gar nicht über die großen Plattformen gesprochen.

Und ja: Ich lösche Cookies regelmäßig, auch wenn ich danach genervt bin

P.S. Ich lösche bewusst und in regelmäßigen Abständen meine Cookies in Firefox und Safari, den beiden Browsern, die ich verwende. Und ja, mich nervt es ungemein, dass ich mich dann bei vielen Diensten wieder authentifizieren muss. Gerade wenn man wie ich in vielen privaten und beruflichen Diensten die zweistufigen Authentifizierung (oder Zwei-Faktor-Authentisierung, wie es Wikipedia hier beschreibt) einsetzt, ist dies zeitaufwändig und eben nervig. Trotzdem lösche ich regelmäßig den gesamten Datenschrott, der da über mich gesammelt wird und ich würde es auch jedem raten.

Was würde ich mir wünschen (neben der oben angesprochenen Transparenz und Sicherheit): Eine Einstellung, mit der ich das Löschen der Cookies nicht nur, aber gerade für die oben erwähnten zweistufig abgesicherten Konten verhindern kann. Vielleicht gibt es ja so was und ich kenne es nur nicht?

(Stefan Pfeiffer)

Lesezeichen: „Deutsche Online-Händler kennen keine Werbe-Alternative zu Amazon“, aber jetzt kommt Facebook Shops!

29. Mai 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Ein schnelles Lesezeichen. Passt zu unserer Diskussion bei 9vor9 zur Chance, ja unserem Wunsch nach lokalen Plattformen, über die auch der Einzelhandel, werden und vertreiben könnte. Und passt zur Ankündigung von Facebooks Shops. Wir das eine Alternative und ernsthafte Konkurrenz zu Amazon? Für große Werbetreibende? Oder wird das eher eine Plattform für den lokalen Einzelhandel. Viele potentielle Kunden sind ja „anwesend“ auf Facebook.

Ein Viertel der deutschen Werber investiere 40 Prozent seiner Budgets für Werbung in Online-Shops nur bei einem einzigen Händler, nämlich Amazon. Zu diesem Ergebnis kommt die Criteo-Studie „State of Retail Media: Potenziale und Hürden im deutschen Markt“.

Criteo-Studie zu Retail Media: Deutsche Online-Händler kennen keine Werbe-Alternative zu Amazon

Laut Bericht auf Horizont geben demnach vier von zehn Marken ihre Budgets 2020 nur bei einem einzigen Shop aus. Ihnen würden attraktive Alternativen fehlen. Wer die Criteo-Studie hier herunterladen will, darf natürlich gleich seine Kontaktdaten hinterlassen.

Zu Facebook Shops zitiert Zeit Online Mark Zuckerberg. Demnach soll es vor allem lokalen, kleinen Händlern helfen, gerade in Covid-19-Zeiten, so der Gutmensch Zuckerberg:

Es ist etwas, woran ich schon länger interessiert war, aber als Covid-19 kam, wurde es wirklich kritisch und dringend.

Onlinehandel: Facebook baut Plattform für Onlineshopping auf | ZEIT ONLINE

Es bleibt spanned: Teufel oder Beelzebub, wo sind die lokalen oder besser europäischen Alternativen, lieber Gunnar und lieber Lars?

Erstmals „lebendig“ und lebhaft auf LinkedIn Live: Das IBM Livestudio Magazin zur Think 2020

6. Mai 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Das hat heute richtig viel Spaß gemacht: Das IBM Livestudio Magazin Extra, die Sondersendung zur Think 2020, der gerade stattfindenden komplett digitalen Konferenz der IBM. Die Sendung war diesmal bis auf die Ausschnitte aus den Keynotes von Arvind Krishna und Jim Whitehurst wirklich komplett live. Und sie war zum ersten Mal live auf LinkedIn auf der Unternehmensseite der IBM. Wir haben dabei die relative neue LinkedIn Live Video-Funktion genutzt.

Doch natürlich geht es vor allem um die Inhalte, um die Hybrid Cloud, warum Red Hat und IBM Sinn machen, um Edge Computing und viele andere Ankündigungen, die gemacht wurden. Einfach mal rein schauen und auch heute Abend zuschauen. Es gibt 4 parallele Sessions mit interessanten Themen und Sprecher:innen. Schon gestern waren auch nicht typische Tech-Speaker wie Amal Clooney oder will.i.am besondere Highlights. Heute tritt beispielsweise Mayim Bialik aka Amy Farrah Fowler aus The Big Bang Theory auf. Die Doktorin für Neuroscience und ist um 18:15 Uhr dran und spricht über STEM for all — science, technology, engineering, mathematics. Ist doch mal was.

Und hier ist das Magazin auch auf YouTube:

Noch etwas technischer Background: In diesem Szenario spielen wir die Sendung über Vmixcall (alternativ nutzen wir auch mal Ecamm Live) und Restream.io auf LinkedIn Live aus. Da wir auf die weltweite Unternehmensseite der IBM streamen, ist für uns besonders wichtig, dass wir unser Publikum gezielt ansprechen (sogenanntes Targeting). Was heißt das? Nicht alle, die der IBM folgen, sollen durch eine deutschsprachige Sendung gestört werden, sondern nur die deutschsprachigen Fans & Follower sollen benachrichtigt werden und die Sendungen sehen können. Diese Funktion ist wohl erst seit kurzem verfügbar und wir testen sie gerade aus. Danke an den Support per Twitter durch Restream.io, die uns die entsprechende Information gezwitschert haben.

Und was ist noch besonders an der Sendung? Vieles, vor allem aber, dass ich endlich beim Friseur war.

Kurz zitiert: Flut der in Krisenzeiten angebotenen Webinare nimmt stündlich zu – Abwehrhaltung gegen Druckbetankungsangebot in gleichem Maße auch – Dr. Torsten Ambs

27. April 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Marketing in Krisenzeiten bedeutet nicht, die Anzahl an Webinaren unkontrolliert nach oben zu schrauben. Die Flut der in Krisenzeiten angebotenen Webinare (speziell bei XING) nimmt gefühlt stündlich zu – die Abwehrhaltung gegen das einseitige Druckbetankungsangebot in gleichem Maße auch. Wer hat schon Lust auf Spam?! Webinare sollten also nicht genutzt werden, um das Gewohnte zu verteidigen, i.e. das bestehende Geschäft irgendwie zu halten und irgendwie ein wenig Geld zu verdienen, vielmehr sollten neue Tools und Methoden eingesetzt und entwickelt werden.

Die Marke als Fels in der Brandung: 10 Thesen zu einem neuen Marketing nicht nur in Krisenzeiten – Mind Store Marketing

Richtige und wichtige These, doch habe ich noch nicht die durchschlagenden Alternativen zu Präsenzveranstaltungen gefunden. Mit dem IBM Livestudio Magazin experimentieren wir, aber wir sind noch lange nicht dort, wo ich hin will. Ist sicherlich auch eine Frage der Investitionen (zum Beispiel für grafische Gestaltung oder Animationen), der Möglichkeiten im Homeoffice und des Aufwands, aber auch der Aufmerksamkeit, die man sich in der Netzöffentlichkeit gewinnen und erarbeiten muss.

Mit virtuellen Konferenzsystem wie 6Connex, das hierzulande von Voelkel ITK angeboten wird, oder einer entsprechenden Alternative hätte ich gerne mal experimentiert, ohne virtuelle Messen für das allein selig machende Ersatzrezept zu halten. Doch alle Elemente zur Liveinteraktion wie wie Chatrooms für kleiner Gruppen, Onlinechats und -diskussionen in Kombination mit einem virtuellen Messsestand wären für mich eines Versuches wert gewesen.

Ich bin besonders auf kommende Woche gespannt, wenn meine weltweiten Kolleginnen und Kollegen am 5. und 6. Mai die erste IBM Think Digital Experience, den „Ersatz“ der geplanten Think in San Francisco, durchführen. Einige der Elemente klingen vielversprechend. Ab 17 Uhr geht es jeweils los. Mal schauen, was ich/wir da mitnehmen und in der DACH-Region realisieren können und werden.

Ein Freund der Videokonferenzen, in denen Hunderte oder gar Tausend Personen auf Basis von Plattformen wie Zoom oder Webex in einer virtuellen Konferenz oder einem Barcamp zusammen kommen, bin ich eher nicht. Ich glaube, dass eher kleinere Gruppen für solche Tools Sinn machen, aber ich werde natürlich die entsprechenden Experimente verfolgen.

Es bleiben viele Fragen, die in den kommenden Wochen und Monaten rund um das IBM Livestudio und generell Online-Formate zu diskutieren sind:

  • Wie sticht man angesichts der über uns hereinbrechenden Flut von Webinaren und Onlinekonferenzen heraus?
  • Wie entwickelt man eine treue Zuhörer- und Zuschauerschaft für seine Formate, so sie denn wiederkehrende Formate sind?
  • Wie gewinnt man neue Interessenten und Zuschauer-/-hörer?
  • Wie trainieren wir Sprecher, die bisher Frontbeschallungen per Powerpoint gewohnt sind, auf neue Formate und auf den neuen notwendigen Aufmerksamkeits- und Spannungsbogen?
  • Wie generiert man die vom Business so händeringend geforderten neuen Leads und Opportunities?

(Stefan Pfeiffer)

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay