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Kurz zitiert: Conversions von E-Mail und Social Media ging in Corona-Zeiten deutlich zurück

3. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

E-Commerce, Online-Handel gilt als Gewinner in der Corona-Krise, wobei man sich das Bild natürlich genauer anschauen muss, denn ganz offensichtlich haben einige Branchen mit sehr großen Problemen zu kämpfen.

Als Marketer stellt sich natürlich nicht nur die Frage, wie man Präsenzveranstaltungen, klassische Events „ersetzen“ kann. Auch müssen wir natürlich bewerten, welche Kommunikationskanäle denn noch funktionieren beziehungsweise zu Conversions führen. Timo von Focht zieht folgende Zwischenbilanz:

Betrachtet man die Kommunikationskanäle in der Krisenzeit, dann zählen zu den großen Verlierern besonders E-Mail und Social Media: Die Conversions gingen dort um 70 bis 80 Prozent zurück. Kein Wunder: Social Media wird vom Thema Corona beherrscht, und Werbemails gehen leichter unter in dieser Zeit. Die Branche muss sich auf andere Strategien besinnen. Im Retargeting gab es 76 Prozent weniger Conversions. …

… Zu den klaren Gewinnern der Krise gehört der SEA-Kanal. Hier blieben die Rückgänge unter 50 Prozent – bei gleichzeitig 30 Prozent höheren Konversionsraten. Wer jetzt gerade Kampagnen fährt, sollte sich genau anschauen, wie die einzelnen Kanäle performen und eventuell Budgets anders verteilen. Grundsätzlich gilt: E-Commerce rettet in vielen Branchen zumindest einen Teil der Umsätze, Tendenz steigend. Es ist wieder Licht am Ende des Tunnels erkennbar – und Kurzarbeit gibt es im E-Commerce auch nicht.

E-Commerce in Zeiten der Krise und was rechtlich auf uns zukommt

* SEA = Suchmaschinenwerbung

Google: Von einer Suchmaschine für das Web zum „Walled-garden“, zum zugemauerten Gelände

16. August 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

We’ve passed a milestone in Google’s evolution from search engine to walled-garden.

 

über Less than Half of Google Searches Now Result in a Click | SparkToro

Der Trend ist schon seit geraumer Zeit insbesondere auf mobilen Geräten zu beobachten. Wer mit Google sucht, bekommt immer mehr Suchergebnisse direkt in der Ergebnisliste präsentiert, sogenannte Zero Click Searches. Google hält die Suchenden immer mehr auf seinen Suchergebnisseiten (SERPs), indem dort über entsprechende Features (Featured Snippets, Knowledge Boxes …) schon die Informationen eingeblendet werden, die gesucht werden.  Im Juni 2019 waren das laut Jumpshot erstmals die Mehrheit aller Suchanfragen. Die Suchenden bleiben im Google-Universum und landen gar nicht mehr auf den eigentlichen Webseiten (sogenannte Organic Search). Ist doch komfortabel für diejenigen, die suchen?

Kann man so sehen, doch man kann auch finanzielle Absicht dahinter vermuten, um so Anzeigen (Ad Clicks oder Paid Search) zu verkaufen, also Inhalte, für die Unternehmen bezahlen. Rand Fishkin, der die Situation ausführlich analysiert, gibt Unternehmen folgende Empfehlungen:

What’s a smart marketer, entrepreneur, or web creator to do?

  • Find ways to get value from zero-click searches
  • Seek out keywords whose results have higher CTR opportunity
  • Get your content optimized on Google’s own properties (YouTube, Maps, Images, AMP, Knowledge Panels, etc.)

über Less than Half of Google Searches Now Result in a Click | SparkToro

Jenseits meines Jobs als Marketingmanager habe ich privat meine Konsequenz gezogen: Ich nutze Qwant und DuckDuckGo, letztere Suchmaschine gerade auch bewusst auf meinem iPhone. Nur dann gehe ich auf Google, wenn ich den Eindruck habe, dass ich nicht wirklich treffende Ergebnisse bekomme.

(Stefan Pfeiffer)

 

In Unternehmen: Wir brauchen Archivare und Bibliothekare

3. Oktober 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Der von mir hoch geschätzte Harald Schirmer adressiert in seinem Beitrag die Herausforderung, nein das (unlösbare?) Problem, dass im unternehmenseigenen Intranet, sozialen Netzwerk, Dokumentenmanagement-System, ECM oder Messenger zu wenig relevante Informationen geteilt werden. Im Gegensatz – so Harald – zum Internet, wo jedoch – meine Randbemerkung – auch unendlich viel Müll jeglicher Art geteilt wird:

Im Internet wird geteilt, erzählt, gestreamt, dokumentiert, kommentiert, bewertet, geliked – um Reputation aufzubauen und Wertschätzung zu erhalten (bei den Wenigsten in finanzieller Form). Hier wird über Fehler gesprochen, hier werden Prozesse sichtbar gemacht, Reparaturvorgänge gefilmt, kritisch Produkte und Services getestet und alles Mögliche miteinander verglichen. Kurz – es gibt unendlich viel zu FINDEN

Wir sollten die Diskussion in Unternehmen über die Qualität von Suchmaschinen eine Weile hinten anstellen und uns überlegen wie wir eine Kultur des Teilens (Sharing) etablieren. Wie wir Mitarbeiter animieren, Ihr Wissen, Ihre Prozesse, Ihre Kompetenzen, Ihre Erfahrungen, Ihre Sorgen und Probleme einbringen. Natürlich nicht gezwungen und nicht Big Brother, sondern mit genau dem gleichen Mindset wie im Netz. Um dem Unternehmen und sich selbst zu helfen, um Wertschätzung zu bekommen und Reputation aufzubauen, um den Reichtum der Diversität eines Unternehmens nutzbar zu machen.

über Vor dem FINDEN kommt das SHAREN | Harald Schirmer

Die Diskussion, wie wir Mitarbeiter zum Teilen von Dokumenten, Wissen und Informationen bekommen, begleitet mich, seitdem ich mich in der IT bewege. Das Ablagen und Verschlagworten im Dokumentenmanagement-System (DMS) war und ist den meisten Mitarbeitern ebenso lästig wie das Einstellen in das unternehmenseigene Netzwerk oder Teilen mit den jetzt gerade ge-hype-ten Messengern.

Hier geht es auch gar nicht im Fingerpointing auf die bösen Mitarbeiter, die faulen Säcke, die ihr Wissen für sich behalten wollen  und einfach zu bequem sind, Wissen zu teilen. Es geht auch nichtprimär um das Anprangern der Software-Anbieter, die einfach nicht in der Lage sind, wirklich komfortable, benutzerfreundliche Programme zu liefern. Es geht darum, dass Teilen von Informationen offensichtlich nicht oder nicht mehr in der DNA des Einzelnen ausreichend verankert ist.

Ja, teilen von Informationen scheint durch E-Mail, die lokale Festplatte, das scheinbar immer weiter zunehmende Arbeitstempo in Unternehmen – wir hecheln von Quartal zu Quartal -, den Stress, der keine Zeit zum Teilen lässt, aus der Mode gekommen zu sein. Es steht auf der Prioritätenliste weit unten. Und dass wir den Mitarbeitern, die wertvolle Informationen teilen, mehr Wrtschätzung zukommen lassen sollten, ist nicht neu – und bisher meist gescheitert.

Resignieren wir also. Nein, das dicke Brett des Teilens von Wissen und wertvollen Informationen muss weiter gebohrt werden. Aber vielleicht müssen wir über zusätzliche Mechanismen nachdenken. In vergangenen Jahrhhunderten gab es den Archivar und Bibliothekar (ich weiss, gibt es noch immer). Vielleicht brauchen wir diese Funktion wieder in jedem noch so agailen Projektteam und jeder Abteilung? Wirklich als Stelle und fest definierte Aufgabe. Eventuell ist das ein Bausteinchen, lieber Harald, dass wir im Intranet wirklich Wertvolles finden. Finden ist aus meiner Sicht technologisch nicht mehr das Thema. Da existieren und kommen Technologien, die das wirklich noch einfacher machen werden.

(Stefan Pfeiffer)

Die nächste Stufe: Wir googlen nicht mehr, wir „voicesearchen“

24. April 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Noch fehlt mir das neue Wort für Suche per Sprache. Vielleicht bleibt es sogar bei „googlen“, dm Synonym für die Suche im Web. Wer weiß. Oder aber Alexa, Siri, Cortana und Co. und die dahinter liegende Spracherkennung und intelligente Suchmechanismen helfen uns künftig dabei, Informationen und Dinge zu finden. Und ja, vielleicht erkennt die Suche dann sogar unsere Emotionen und so weiter und so fort. Noch sind wir nicht da. Noch scheitern die lieben digitalen Assistenten zu oft an unserer Aussprache, unserem Fachjargon oder der Komplexität unserer Anfragen. Noch sind sie zu doof, aber es scheint nur eine Frage der Zeit im Next Web, Next SEO, Next Geld-pe-Werbung-machen … Aber viele Anfragen sind ja auch eher banal: „Alexa, bestell mir ’ne Pizza …“

However, many are guilty of underestimating how voice search will be a huge game changer for the marketing industry. SEO is no longer just about links and keywords and is in need of a dramatic overhaul. In every pocket and even home, more and more people have digital assistants such as Siri, Google, Siri, Alexa, or Cortana. Why? Because we can speak 4 x faster than we can type.Analysts go as far as to say that by 2020, 50% of searches will be made using our voice rather than fingers. Elizabeth Walton from Yext went a step further by saying that 72% of people who own a voice-activated speaker use their devices as part of their daily routine. So, if engagement shifts to voice, it’s relatively easy to jump to the conclusion that display is going to suffer in the long run.

via Is voice search set to become the next frontier?

(Stefan Pfeiffer)

[DE] Endlich finden statt suchen – Ungehobener Schatz Suche in und für Unternehmen

21. Dezember 2017 Posted by Stefan Pfeiffer

Wir schreiben und diskutieren viel und kontrovers über den neuen digitalen Arbeitsplatz, den Digital Workplace. Welche Tools sind die richtigen? Wie sollte die Akzeptanz gesteigert werden? Auch die Diskussion rund um Büro versus Heimarbeitsplatz gehört dazu. Dabei vernachlässigen wir aus meiner Sicht einen scheinbar banalen, aber extrem wichtigen Punkt, eine entscheidende Technologie: eine Google-ähnliche einfache, leistungsfähige und zuverlässige Such-, besser Finden-Funktion:

Users expect search to produce good quality results and a Google-like search experience in the enterprise. However, according to McKinsey, they spend almost 20 percent of their time searching for information. Searchable records as a result of the right enterprise search strategy can reduce time spent looking for information by about a third.

via Digital Workplace Success Relies on Strong Search

spricht in einem Beitrag von „Corporate Amnesia“, von Unternehmensamnesie und den damit verbundenen Verlusten – und hebt dabei sehr stark auf Mitarbeiter ab, die das Unternehmen verlassen und deren Wissen verloren geht. Das ist nur ein Aspekt. Wie viele existierende Informationen finden wir heutzutage nicht trotz vermeintlich moderner Werkzeuge?

Sicher, das Thema ist technologisch nicht banal. Eine Suche im Intranet mag noch realisierbar sein. Sobald aber auch die viel zitierten Legacy-Systeme hinzukommen, sobald Sicherheits- und Zugriffsrechte wird es komplex. Wenn man dann noch von fortschrittlicheren Funktionen träumt, wie beispielsweise nicht nur den eigentlichen Suchbegriff, sondern den Kontext anzuzeigen, steigert sich nochmals die Komplexität. Und natürlich oder leider ist Suche ein alt bekanntes Thema und technologisch nicht en vogue. Da beschäftigt man sich lieber mit Blockchain, Internet of Things und anderen (auch wichtigen) Themen.

Dabei läge in einer effizienteren Suche durchaus ein großes Potential, wie die McKinsey-Zahlen oben verdeutlichen. Bleibt für mich die Frage, ob kognitive Funktionen und Systeme der künstlichen Intelligenz beim besseren Finden relevanter Informationen im richtigen Kontext und Moment helfen werden. Das Versprechen ist da, alleine es fehlt meist noch die Umsetzung.

(Der Beitrag ist zuerst auf dem CIOKurator erschienen.)


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