Posts Tagged: ‘automatisierung’

Geht Deutschland digitaler aus der Krise heraus? Schön wäre es, aber …

4. Mai 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Viele (sogenannte) Experten und Medien gehen davon aus, ja fordern, dass die derzeitige Krise dazu führt, dass sich die Digitalisierung beschleunigt, „dass die drastische digitale Druckbetankung größere Veränderungsbereitschaft anstößt„. So wurde auch eine DMEXCO Trendumfrage unter 800 Digitalentscheidern (527 aus der DACH-Region, 305 international) durchgeführt, die nach ihrer Einschätzung befragt wurden. Die aktuell gerade gebeutelte Digitalbranche ist mehrheitlich der Meinung, dass die Pandemie das Tempo der digitalen Transformation beschleunigen wird.

Digitaler Wandel: Corona und die Digitalisierung – DMEXCO

Und sicher geht das deutlich über die doch sehr werkzeugorientierten Fragen zu Kommunikations- und Kollaborationsplattform oder Videoconferencing hinaus. Ja, diese Werkzeuge werden wohl bleiben, werden weiterhin genutzt und es liegt noch enorm viel Potential in einer besseren Benutzbarkeit und Nutzung der Tools. Und manche Dienstreise mag eingespart werden, wenn es doch per Videokonferenz geht. Doch wie hat es Ole Wintermann formuliert: Es droht auch ein konservativer Backslash, oft getrieben durch diejenigen, die den Status Quo bewahren wollen. Das sieht man gerade auch an den Diskussionen rund um Heimarbeit und Remote Working. Deshalb wäre ja auch ein Recht auf Homeoffice, wie es Hubertus Heil fordert, meiner Ansicht nach durchaus sinnvoll.

Überraschung: Digitale Abläufe können etwas bringen …

Bemerkenswert auf der Metaebene ist, dass sich das Tempo der digitalen Transformation beschleunigt und der Nutzen plötzlich viele deutlicher hervortritt, wie es Michael Kroker schreibt:

Die Corona-Pandemie führt vielen Unternehmenschefs die Vorteile digitaler Abläufe und Arbeitsmethoden erstmals völlig ungefiltert vor Augen. Selbst Skeptiker erkennen jetzt den Nutzer neuer Tools und Technologien.

Krokers RAM: Die Coronakrise ist ein Katalysator für die Digitalisierung in Deutschland! | Kroker’s Look @ IT

Traurig, dass es dazu einer solchen Krise bedurft hat. Derzeit muss an vielerlei Stellen umgedacht werden, müssen neue Arbeitsweisen und Geschäftsmodelle umgesetzt werden, die viel stärker digitale Technologien nutzen. Wer sich nicht ändert, kommt in (noch) größere Probleme.

Es geht (auch lokal) digital mehr, als man denkt … wenn man es wirklich will

Es gibt bereits viele „kleine“, bemerkenswerte Beispiele, wie die Biohöfe und lokalen Buchhändler, die plötzlich einen Webshop haben und jetzt an die Haustür liefern. Und ich hoffe, dass es vielen kleinen Anbietern und dem Einzelhandel auch gelingt, sich mit entsprechenden Mehrwerten gegenüber den oft übermächtigen Wettbewerbern wie Amazon zu positionieren. Meine Frau hat es mir schon vor der Corona-Krise vorgemacht: Sie bestellt die Bücher bei der lokalen Buchhandlung, die sie jetzt in der Krise sogar an die Haustür liefert. Ich weiß, nicht überall kann das funktionieren, aber es geht auch lokal mehr, als man gemeinhin denkt. Wenn man es will und konsequent umsetzt.

Hoffentlich ist es auch ein Weckruf für und an diejenigen, die das Netz und damit einhergehende Digitalisierung bisher nicht als ernsthafte Plattform für ihr Geschäft ansehen. Nochmals Michael Kroker:

Firmen, die ihre Agilität durch digitale Transformation, durch die Automatisierung von Prozessen und durch das Ausschöpfen neuer digitaler Geschäftsmodelle bereits verbessert haben, werden die Krise besser meistern.

Krokers RAM: Die Coronakrise trennt bei den Unternehmen die Spreu vom Weizen! | Kroker’s Look @ IT

Arbeitsabläufe einfach mal ins Netz übertragen?

Sie werden die Krise aber nur dann meistern, wenn sie diese eigentlich lange bekannte Regel beherzigen:

Digitalisierung darf weiterhin nicht missverstanden werden als Aufgabe, althergebrachte Arbeitsabläufe einfach eins zu eins ins Internet zu übertragen – sonst ist die Gefahr groß, dass sie schlicht scheitert.

Technik macht widerstandsfähiger – auch gegen Pandemien – Alexander Armbruster in der FAZ

Im Bereich Medizin ist der Weckruf angesichts der Pandemie beispielsweise besonders deutlich zu vernehmen. Ob es nun die Sprechstunde per Videoanruf ist oder ob Wearables wie die Apple Watch zur Überwachung manchmal gar lebenswichtiger Werte eingesetzt werden und gar Leben retten (können), die Betreuung der Patienten wird sich verändern. Und bestehende Initiativen wie die elektronische Kranken- und Patientenakte dürften hoffentlich nicht nur in der Wahrnehmung einen Schub bekommen.

Vielleicht gelingt es ja doch noch, eine COVID-19-App einzuführen, die nicht „missbraucht“ wird. Und ja, nicht nur, aber gerade in solchen Einsatzgebieten ist das Thema Datenschutz und Datensicherheit ganz besonders wichtig, muss immer wieder kontrolliert und hinterfragt werden. Ich bin bei denjenigen, die wirkungsvollen Datenschutz nicht als Nachteil, sondern als Wettbewerbsvorteil ansehen.

Es geht nicht um Technologie: Es geht darum, Chancen pro Einsatzgebiet zu identifizieren

Genau wie in der Medizin muss man sich die Chancen der Digitalisierung spezifisch nach Branche und Einsatzgebiet ansehen und bewerten. Kontaktloses Bezahlen wird nun auch in Deutschland (endlich) viel normaler und wahrscheinlich viel akzeptierter. Die Blockchain-Technologie ist wieder da, besonders um Lieferketten nachvollziehbar zu machen. Das reicht vom Bedürfnis von immer mehr Konsumenten, zu wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen, bis zur Nachvollziehbarkeit wichtiger, weltweiter Lieferketten in vielerlei Bereichen.

Kann es den europäischen Weg in der Digitalisierung geben?

Es gibt viele Branchen und Anwendungsgebiete, in denen jetzt Technologien eine wichtige Rolle spielen können und werden. Dabei sollte immer auch das Hirn eingeschaltet bleiben. Macht es betriebswirtschaftlich Sinn? Ist es sicher? Diese Diskussionen wird man führen müssen, ohne dabei zu viel Zeit zu verlieren. Es könnte durchaus einen eigenständigen europäischen Weg im Umgang mit Technologie zwischen dem chinesischen und amerikanischen Ansatz geben, wenn sich die Europäer zusammenreißen. Und bei allen visionären Ideen und Flugtaxen dürfen wir auch die ganz banale Infrastruktur nicht vergessen. Das Netz, die Bandbreite muss da sein. Auch wenn „das Netz“ überraschenderweise in dieser Krise doch ganz gut funktioniert hat, brauchen wir mehr Bandbreite in der Fläche bis zur letzten Milchkanne. Denn auch dort, an der Milchkanne wird digitalisiert werden. Experten gehen davon aus, dass gerade in der Landwirtschaft enorme Potentiale schlummern.

Kommt der Swingback? Auch im Willen zur Veränderung

Die Chancen sind da. Doch schließen möchte ich mit einem Zitat von Guido Mingels, der im Spiegel neun Thesen aufgestellt hat, was die Coronakrise für die Techindustrie bedeutet:

Trotz aller krisenbedingten Veränderungen sollte man nie die Beharrungskräfte des Status quo unterschätzen. Es ist auch möglich, dass sich durch die Coronakrise viel weniger verändern wird, als alle gerade mutmaßen, fürchten, hoffen …

Corona-Krise: Wie sich die Techindustrie jetzt verändert – DER SPIEGEL

Ich persönlich hoffe, dass wir alle wirklich die Chancen ergreifen, uns auf den angesprochenen europäischen Weg zwischen China und Amerika begeben. Eigentlich hat Europa, hat Deutschland keine Wahl. Eigentlich …

(Stefan Pfeiffer)

Von Arbeitsverdichtung, Selbstknechtung und unvermeidlicher Digitalisierung

20. April 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Der Artikel von Claudia Tödtmann zu immer mehr Arbeit für immer weniger Mitarbeiter ist schon ewige Zeiten im einem Browser-Tab offen.

Und wie begegnen die Manager dem stillen Stöhnen der Mitarbeiter? Wie werden sie dem Arbeitsschutz gerecht? Pustekuchen! Fürsorgepflicht gegenüber Arbeitnehmern? Bloß nicht. Sie drehen den Spieß flugs um und werfen ihnen nötigenfalls vor: Wer die viel mehr Arbeit nicht mehr schafft, hat selbst schuld – denn er priorisiert / organisiert nur seine Arbeit selbst falsch. Dann kann der Betroffene noch froh sein, nicht als Minderleister an den Pranger gestellt zu werden. Frei nach dem Motto, die Top-Manager streichen Stellen. Sie werden dafür mit Boni belohnt und ausbaden tun es die verbliebenen Mitarbeiter, die dasselbe Arbeitspensum oder gar mehr in derselben Zeit bewältigen müssen.

Zu viel Arbeit für immer weniger Mitarbeiter: Sind Sie noch arbeitsverdichtet – oder längst überfordert? | Management-Blog

Hier die zugehörige Grafik, die die Ergebnisse der Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung zur gestiegenen Arbeitsbelastung visualisiert:

Auch Gunter Dueck hat sich in einem Interview mit dem SPIEGEL (leider hinter dem Paywall) skeptisch zur fortschreitenden Digitalisierung des Arbeitslebens geäußert:

Theoretisch sollte sie uns das Arbeiten erleichtern, aber in der Realität führt sie dazu, dass das Management seine Mitarbeiter mit Dauerkontrollen und ständiger Optimierung quält. Die Firmen übertreiben es einfach. Sie hetzen die Mitarbeiter durchs Tagesgeschäft.

Ex-IBM-Manager: „Computer, Roboter und Algorithmen dienen nicht uns – wir dienen ihnen“ – DER SPIEGEL

Prozessknechte oder sinnvolle Entlastung von Routinetätigkeiten

Der von mir sehr geschätzte Dueck prangert die fortschreitende Automatisierung an und schüttet meiner Meinung das Kinde mit dem Bade aus. Er prangert an, dass „vor allem Routineaufgaben werden gewissermaßen mcdonaldisiert“ würden. Da musste ich natürlich an mein Gespräch mit Peter Collenbusch und auch an viele meiner Vorträge oder Beiträge denken, in denen wir genau die Entlastung von Routinetätigkeiten positiv bewerten – wenn dadurch mehr Zeit für die eigentliche, wert- und sinnschöpfende Tätigkeiten geschaffen wird.

Werden die Mitarbeiter immer mehr zu Knechten der Prozesse, wie es Dueck sagt? Und die Zahlen und die täglichen Messlatten bestimmen demnach den Wert der Mitarbeiter. Multitasking werde zur Regel. Ja, lieber Gunter Dueck, wenn es so praktiziert wird, ist Automatisierung fragwürdig. Und, liebe Claudia Tödtmann, auch ich nehme es so wahr, dass mit immer weniger Mitarbeitern immer mehr geleistet werden soll. Das ist ein Management-, ein Führungsproblem, vor allem auch ein Problem im Umgang mit Menschen, aber kein Problem von Digitalisierung an sich. Automatisierung und Prozessoptimierung gab es immer, ist unausweichlich. Sie möglichst human zu gestalten, dass muss die Maxime sein.

Sich im Homeoffice neu selbst organisieren

Beide, Claudia Tödtmann und Gunter Dueck, haben sich übrigens vor der heißen COVID-19-Phase geäußert. Warum erwähne ich das? Gerade auch in der heißen Diskussion um Horror Office und Homeoffice wird besagter vermehrter Druck und das Thema Arbeitsverdichtung erneut thematisiert. Remote Working sollte nicht zu (noch) mehr Stress führen. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen Homeoffice noch „lernen“. Sie müssen sich und ihre Arbeit daheim strukturieren, die notwendigen Pausen und Auszeiten nehmen und bewusst auch ihren Computer und ihr Smartphone ausschalten.

Nur zu knechtet uns unser eigenes Arbeitsethos

Der Druck durch Managerinnen und Manager, denen es an Empathie und Menschlichkeit fehlt, ist sicher weiter da, gefühlt sogar größer geworden. Doch ich merke auch immer wieder, dass ich mir selbst zu viel Stress mache. Man will seine Aufgaben einfach doch gut machen und erledigen, auch wenn die Arbeit immer mehr wird. Man lässt sich durch das eigene Arbeitsethos knechten. Und oft gewinnt man den Eindruck, dass genau darauf gezählt wird. Aber das war auch vor dem Virus so.

So kommen einige Faktoren zusammen: Arbeitsverdichtung bei immer weniger Mitarbeitern, immer höherer Druck durch das Management und Selbstknechtung aus falsch verstandenem Arbeitsethos. Digitalisierung und Automatisierung scheinen mir deshalb nicht das eigentliche Problem zu sein. Dass diese aber mit Hirn und Verstand, mit der Frage nach Sinnhaftigkeit umgesetzt werden sollten, ist natürlich unbestritten. Doch zeigt sich auch gerade jetzt, dass Digitalisierung in vielen Bereichen notwendig und sinnvoll ist.

(Stefan Pfeiffer)

IBM Livestudio Magazin #4: Funktionierende Lieferketten, wichtiger denn je, ebenso Vertrauen in KI und automatisieren, um mehr Zeit für wichtige Arbeit zu haben

15. April 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Wie bekomme ich meine Lieferkette besser in den Griff, gerade in den Zeiten von COVID-19? Darüber spreche ich mit Eduard Erhart im Livestudio, der mir erklärt, wie wichtig es ist, die Expertise der Mitarbeiter in der eigenen Supply Chain zu nutzen, um zuverlässiger liefern zu können. Und dieses Wissen, das in „Resolution Rooms“ erfasst werden soll, wird dann durch künstliche Intelligenz verfügbar gemacht.

Eine ideale Überleitung zu unserem nächsten Thema: Mit Andrea Martin, „Chief Tower Officer“, im Ernst, Chefin des IBM Watson Centers in München und Mitglied der KI-Enquetekommission des deutschen Bundestages, und Thilak Mahendran, Customer Experience Experte für AI, spreche ich über Tennis, Roger Federer, warum ich alt bin und noch an Boris Becker denke, vor allem über darüber, warum es Vertrauen in künstliche Intelligenz braucht. Andrea und Thilak erklären die Prinzipien, die IBM bei Einsatz von KI beachtet.

KI spielt auch bei Automatisierung eine immer wichtigere Rolle. Und das ist Thema von Peter Collenbusch, ein langjähriger Weggefährte, jetzt Brandleader Digital Business Automation und Vorsitzender des Kompetenzbereich Digital Office beim BITKOM. Sein Credo: Wir müssen automatisieren. Vor allem müssen wir dahin kommen, dass durch Automatisierung stupide Routinetätigkeiten ersetzt werden und die Fachkräfte mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten haben.

Viel Spaß beim Zuschauen und Zuhören. Und gerne können Sie, könnt Ihr mit unseren Expertinnen:en Kontajt aufnehmen. Deren LinkedIn-Profil ist jeweils verlinkt. Nette Wortkombination.

#9vor9 zu digitalen Aktenknechten und dem beschwerlichen Weg zum Digital Workplace

11. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Im Zentrum der heutigen #9vor9-Sendung (mit Gunnar, Lars und mir): der digitale Arbeitsplatz oder neudeutsch Digital Workplace. Wir haben nochmals durchgekaut, dass nicht die Tools entscheidend sind, sondern vielmehr die Kultur der Zusammenarbeit und Kommunikation in Unternehmen oder Institutionen viel wichtiger ist. Wenn diese Kultur stimmt, man sich einig ist, wirklich offen und transparent zu arbeiten, dann kann und muss man sich darauf einigen, welche Werkzeuge man wie wofür einsetzt. Sicherlich dabei zu beachten sind die heutigen Compliance-Anforderungen. Als ein Stichwort sei hier nur die Datenschutzgrundverordnung genannt.

New Work und der Digital Workplace definieren sich also in einem Dreieck von digitaler Arbeitskultur, von entsprechenden Werkzeugen, die dann möglichst compliant eingesetzt werden sollen, ohne dass die Mitarbeiter zu digitalen Aktenknechten (O-Ton Gunnar) gemacht werden. Es ist noch ein langer Weg, den wir gehen müssen, und die vor Jahren getroffenen Heilsversprechen, dass künstliche Intelligenz auch am Arbeitsplatz alles besser und einfacher machen werden, sind noch nicht eingetroffen. Ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage.

Dass Tools nerven können, wenn sie nicht benutzerfreundlich sind und Medienbrüche beinhalten, hat der liebe Gunnar wortgewaltig postuliert. Dass er deshalb an der Uni mit seinen Studierenden Facebook nutzt, um sich auszutauschen, hat bei mir zu weiteren weißen Haaren geführt. Vielleicht sind sie mir auch ausgefallen. Die Haare. Nicht der Gunnar. Ein klassischer Fall von Schatten–IT. Und ein klassischer Fall, wie man es nicht machen sollte, nicht nur aus Compliance-Gründen. Nochmals: Über Werkzeuge wie WhatsApp oder Facebook*, die für die private Nutzung gemacht worden sind und Daten auch entsprechend behandeln, sollten und dürfen nicht genutzt werden, um Informationen aus Unternehmen oder Institutionen zu teilen oder zu kommunizieren.

* Ich beziehe mich hier natürlich nicht auf Workplace von Facebook, sondern auf das „normale“ Facebook.

** Und zwei wichtige Dinge haben wir bei #9vor9 vergessen: Petra Bernhardt (und auch Alexander Kluge) zum Geburtstag zu gratulieren sowie die Ausstellung Fantastische Frauen in der Schirn in Frankfurt anzukündigen, die ab 13. Februar 2020 geöffnet ist.

#CMOKurator bunt gemischt: Cookie-Panik in der Werbebranche – KI, Automatisierung und mehr (nicht nur im B2B) Marketing 2020

28. November 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Und wieder einige kuratierte Beiträge rund um Marketing, Social Medida und Digitalisierung. Einige schließen an die Diskussion an, die ich am 26. November 2019 mit Lutz Becker und Gunnar Sohn geführt habe.

KI, Automatisierung und der Marketer

Robin Nichols widmet sich in einem Beitrag auf Lead dem Thema künstliche Intelligenz im Marketing, besonders im Bereich Customer Experience. Sind künstliche Intelligenz und menschliche Intelligenz und Empathie wirklich ein Gegensatz? Der Autor sieht beispielsweise in der automatisierten Personalisierung Potential, um die richtige Botschaft an die richtige Person zur richtigen Zeit zu bringen:

KI-gestützte Lösungen können Nachrichten an das Publikum anpassen und auslösen – und dabei lernen, was funktioniert und was nicht. …
Verschiedene Arten der Automatisierung, des maschinellen Lernens und der KI-basierten Techniken können … echte Vorteile bringen. Sie helfen, Zeit zu gewinnen, den Betrieb zu vergrößern, Muster zu identifizieren und die Ergebnisse zu maximieren. Und Mitarbeiter, die wissen, wie man dies nutzt, werden sicherlich die Oberhand behalten.

über Wie sich Customer Experience-Spezialisten KI zu Nutze machen | LEAD

Programmatic Advertising wächst weiter

Das Urteil des EuGH zur Cookie-Nutzung fühlt derzeit zu Unsicherheit der Werbungtreibenden. Da kommt eas dann auch zu entsprechendem Wegklagen und Überschriften wie Datenschutzregulierungen hemmen Programmatic-Wachstum (Adzine). Dabei wächst gerade Programmatic Advertising* weiter, wie der Programmatic Marketing Forecasts von Zenith vorhersagt.

Im Jahr 2020 werden 69 Prozent aller digitalen Werbeformate einschließlich Banner, Online-Video und Social Media programmatisch gehandelt. Im laufenden Jahr liegt der Wert bei etwa 65 Prozent. … Der programmatisch investierte Gesamtbetrag werde demnach 2019 erstmals über 100 Milliarden US-Dollar liegen.

über Programmatische Werbung bleibt auf dem Vormarsch › absatzwirtschaft

Weniger Cookies heißt nicht zwingend weniger Daten

Aber man muss eben angesichts der Cookie-Regulierungen umdenken, was offensichtlich hier und da schwer fällt. Auf Horizont schreibt Boris Kurschinski, Vice President DACH bei Adform, angesichts noch immer mangelnder Transparenz und Messbarkeit, die die Markteilnehmer beklagen:

Weniger Cookies heißt nicht zwingend weniger Daten, sondern führt eher zu sensitiveren und beständigeren User IDs, welche auch User Content dauerhaft speichern und auditierbar machen.
Wir werden eine digitale Welt erleben, in der viele Dienste nur noch gegen Login verfügbar gemacht werden. Dadurch wird die Zuweisung zu einer Person und damit die Granularität der Daten viel einfacher. Dies führt zu mehr Transparenz für alle Beteiligten.

über Online-Werbung: Wir brauchen Transparenz!

Schon sind wir bei den auch im Videotalk angesprochenen ID-Management-Lösungen. Es wird interessant, wie viel Transparenz diese nicht nur den Werbenden bieten, sondern auch wie verständlich und klar sie gegenüber denen sind, die ihrer Datennutzung zustimmen.

Jüngere Generation: Weg von Facebook, hin zu?? Und sie schauen doch TV

Noch einige knackige kurze Meldungen: Die Zahl der Facebook-Nutzer fällt.

Last year, Facebook usage in Germany dropped 1.2% and will fall another 0.9% by the end of 2019 to 25.9 million people.

über » Facebook Losing Users in Germany and France Faster than Anticipated eMarketer Newsroom

Insbesondere jüngere Anwender, die Gen Y and Z, verlassen das soziale Netzwerk … und nutzen wahrscheinlich eher Instagram und TikTok. Vom Regen in die Traufe?

Apropos Gen Y und Z: Die viel kolportierte Aussage, dass die nur noch streamen und kein Fernsehen schauen, scheint nicht haltbar. So zumindest die aktuelle Studie die Studie „Digital Natives 2.0“  von Mediaplus Strategic Insights und Facit Research.

Digital Natives, die ausschließlich streamen, sind eher die Ausnahme als die Regel. Vielmehr ist eine Multi-Nutzung aller Kanäle typisch für die junge Zielgruppe.

über Generationen Y und Z: Die Digital Natives lieben Streaming – in Kombination mit klassischem TV

Das B2B Marketing-Kochbuch für 2020

Da ja die Planung 2020 anliegt und ich selbst im B2B Marketing noch ein Lesetipp: Hubspot hat im Blog 15 Tipps für das B2B Marketing zusammengestellt. Agile muss natürlich auch das Marketing sein (ich kann den Begriff nicht mehr hören). Künstliche Intelligenz und Automatisierung sind gefragt (siehe oben). Reicht Video bald nicht mehr, es geht Richtung Augmented und Viortual Reality?

Marketers, hört die Signale beziehungsweise die Aussage zu Content Markeing: „Die Devise lautet: Informative Inhalte anstatt Verkaufsparolen.“ Natürlich soll man auf B2B Influencer sowie LinkedIn und Xing setzen. Man soll wegen der höheren Klickzahlen auf Anzeigen statt auf organische Suche setzen. Und: „… bei der Flut an E-Mails, die uns tagtäglich erreicht, ist Individualität gefragt. Die Gestaltung der Customer Journey und somit auch der Kommunikation via E-Mail verlangt zunehmend eine persönlichere Note.“ Schließlich machen wir noch Account Based Marketing, produzieren Podcats (oder Videocasts wie #9vor9 und das Acoustic Studio), setzen Chatbots ein und fesseln unsere Interessenten und Kunden bei unseren prickelnden Veranstaltungen. Einfach mal durchlesen, eine nette Übersicht.

(Stefan Pfeiffer)

* „Er bezeichnet den vollautomatischen und individualisierten Ein- und Verkauf von Werbeflächen in Echtzeit. Dabei werden auf Basis der vorliegenden Nutzerdaten gezielt auf den Nutzer zugeschnittene Werbebanner oder Werbespots ausgeliefert. Die Individualisierung der Werbeflächen geschieht dabei in der Regel über einen Auktionsprozess, bei dem, nach der Überprüfung der Nutzerrelevanz für die Kampagne des Werbetreibenden, der Höchstbietende den Zuschlag erhält und den Werbebanner aussteuern darf. “ (nach: Wikipedia)

Digitale Baustellen: Digitale Weiterbildung, unsichere Fische, die vom Kopf stinken, und Faxen, die noch gemacht werden

29. Oktober 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Alle Jahr wieder der Gallup Engagement Index und die Ergebnisse sind fast schon ein alter Hut. Die Mehrzahl der Mitarbeiter macht Dienst nach Vorschrift (2019: 69 Prozent), etwa die gleiche Anzahl innerlich bereits gekündigt (16 Prozent) oder aber ist noch „dabei“ (15 Prozent). Und es wäre natürlich besser auch für die Ergebnisse besser, wenn mehr Mitarbeiter noch engagiert wären.

Gallup Engagement Index 2019: Baustelle digitale Weiterbildung

Vielsagender ist für mich diesmal, dass sich ein Drittel der befragten Deutschen Arbeitnehmer  sich laut Bericht auf Horizont bei der digitalen Weiterbildung vernachlässigt fühlen. Dabei ist doch lebenslanges Lernen und digitale Kompetenz das, was von Politik und Wirtschaft immer wieder gefordert und postuliert wird? In einem Gespräch mit der Wirtschaftswoche schreibt das Marco Nink vom Beratungsunternehmen Gallup gerade den Führungskräften ins Stammbuch:

Unternehmen vergessen bei der Digitalisierung häufig die Menschen. Es geht bei der digitalen Transformation nicht allein um Tools und neue Technologien, sondern um die Veränderung der Arbeitskultur. Das fängt bei den Mitarbeitern an

über Gallup-Studie 2019: Rund sechs Millionen Beschäftigte glauben nicht an ihr Unternehmen – mit 122 Milliarden Euro Folgeschäden, schuld sind die Führungskräfte selbst | Management-Blog

Das Thema müsse eigentlich „auch die Kostenknechte und das Controlling mächtig interessieren“. Schlechte Führung wirke direkt als Kostenfaktor, gute Führung steigere dagegen deutliche die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

Und ebenfalls noch bemerkenswert in der Studie: Knapp mehr als ein Drittel der Befragten beobachten, wie sich ihre Arbeitswelt durch neue Technologien ändert, aber satte 90 Prozent sind sicher, dass KI, Automatisierung und Co. sie nicht verdrängen werden!

Kundenservice: In Deutschland machen wir noch faxen

Und nun lasst uns mal Faxen machen: Laut einer von Savanta im Auftrag von Pegasystems erstellten Umfrage zum Thema Kundenservice kommt in Deutschland noch immer das Fax am häufigsten zum Einsatz deutlich vor Chatbots oder Social Media, berichtet IT-Matchmaker-News:

Pega-Grafik.q
Studie „The good, the bad, the ugly: 2019 global customer service insights“ und Grafik von Pegasystems

spielen in Deutschland Chatbots oder Social Media nur eine untergeordnete Rolle. Laut einer Studie von Pegasystems kommt das altbekannte Fax deutlich häufiger zum Einsatz als moderne Kommunikationswege. Doch nicht nur Technologien sind das Problem: Auch Arbeitsweise und Prozesse werden moniert.

Security: Der Fisch stinkt vom Kopf

Michael Kroker stellt gerade in Deutschland immer wieder zuerst neue Infografiken und Studien vor. Diesmal stellt er eine Studie von Bitdefender zum wichtigen Thema CyberSecurity vor und prangert das auch in seinem Rant unter dem Titel „Mangelhafte IT-Sicherheit – weil der Fisch vom Kopf her stinkt!“ an:

Mit 44 Prozent sagt fast jeder zweite befragte IT-Security-Experten aus Deutschland, dass das Top-Management in ihrem Unternehmen Cybersicherheits-Richtlinien aufweicht oder ignoriert.

über In fast jedem zweiten Unternehmen ignoriert das Top-Management Cybersicherheits-Richtlinien | Kroker’s Look @ IT

In 5 Jahren: Gartner sieht selbstregulierende Vereinigung für Algorithmen

Gartner hat „konferiert“ und dabei sind natürlich wieder Aussagen über die Zukunft der IT herausgekommen – ZDNet berichtet. Einige Kernaussagen aus meiner Sicht: Gartner unterstreicht die bekannte Aussage, dass Künstliche Intelligenz in den kommenden 5 Jahren menschliche Entscheidungen, Emotionen und Beziehungen ergänzen wird. Interessant, dass Gartner bis 2023 eine selbstregulierende Vereinigung sieht, die sich mit Künstlicher Intelligenz und Machine Learning überblicken soll, um schlecht funktionierende oder gar gefährliche Algorithmen zu entdecken und zu kontrollieren.

(Stefan Pfeiffer)

 

 

Acoustic Launch Events am 4. & 5. Dezember in Stuttgart: Was plant die Nachfolgeorganisation von IBM Watson Marketing? @GoAcoustic!

25. Oktober 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Die vergangenen Tag war ich etwas stiller im Blog und auf den sozialen Kanälen, denn ich bin mitten in der Vorbereitung des Acoustic Launch Events und der Acoustic TechniCon, der ersten europäischen technischen Konferenz, am 4. und 5. Dezember in Stuttgart im Mercedes-Benz Museum. Acoustic, das aus dem Kauf der IBM Watson Marketing-Produkte durch Centerbridge Partners entstanden ist, wird sich mit diesen Events erstmals in Deutschland vorstellen. In den USA ist Acoustic schon ein eigenständiges Unternehmen, in Europa werden die entsprechenden Gesellschaften nach und nach je nach gesetzlichen Vorgaben folgen – Stichwort Betriebsübergang für Deutschland.

Trends und Themen im Marketing und wie Acoustic darauf antwortet

Außenaufnahmen Mercedes-Benz MuseumWas passiert nun am 4. und 5. Dezember in Stuttgart? Das Acoustic Launch Event beginnt um 15:30 Uhr im Mercedes-Benz Museum. Dort wird Natalie Lamb, designierte EMEA-Chefin für Acoustic, zusammen mit Jay Henderson, Senior Vice President für Produkt Management, die Besucher begrüßen. Jay stellt dann die Produktstrategie von Acoustic vor, das die größte unabhängige Marketing Cloud mit einem offenen, lebendigen Ökosystem werden will. Was gerade die Trends und Themen im digitalen Marketing sind, behandelt dann Martin Meyer-Gossner, der auch als Moderator durch die Veranstaltung führt.

Gestern haben wir uns schon einmal ausgetauscht, was denn derzeit auf der Agenda der meisten CMOs steht. Customer Experience, ein möglichst positives und stringentes Erlebnis der Kunden und Interessenten beim Kontakt mit einem Unternehmen, ist und bleibt dabei ganz sicher eine Priorität. Marketing Automation, die Automatisierung von Kampagnen und Aktionen, ist ein weiteres wichtiges Thema, oft eng verwoben mit dem Kundenerlebnis.

Behindert die DSGVO das Marketing oder führt sie gar zu besserer Qualität?

All das funktioniert aber nicht ohne eine vernünftige Datenbasis. Und hier waren Martin und ich uns einig, dass noch viel zu tun ist, um alle Datensilos und -töpfe zu erschließen und wirklich für besagte Kundenerlebnisse zu nutzen. Durch die DSGVO scheint – so Martin – noch zusätzliche Verunsicherung in den Marketingabteilungen eingezogen zu sein. Der aktuelle Benchmark von Acoustic zieht da eher eine positive Zwischenbilanz: Durch entsprechende Regularien ist die Datenqualität sogar besser geworden, was man beispielsweise an den Click Throughs und Öffnungsraten von E-Mails nachverfolgen kann.

Meinungsaustauch und Diskussion im Mercedes-Benz Museum

D584416.jpgGenau an diesen Stellen gilt es dann auch, das Thema künstliche Intelligenz zu hinterfragen. Was kann KI im Angesicht der DSGVO in der Auswertung der Daten für das Marketing wirklich leisten? Wir haben sicher genug Stoff für eine interessante Diskussion mit den Referenten und dem Publikum. Es haben sich ja schon wortgewaltige Experten mit pointierter Meinung angemeldet. Und wir sind auch noch auf der Suche nach ein oder zwei Sprechern von Unternehmen, die zu den Marketingtrends ihre Meinung haben. Rund um das Mercedes-Benz Museum und in Stuttgart sitzen ja einige namhafte Unternehmen.

Nach der angedachten Diskussion können wir uns dann anschließend beim Get Together weiter austauschen und nicht nur für Mercedes-Fahrerinnen und -Fahrer bieten wir Führungen durch die faszinierende Welt des Mercedes-Benz Museums an. Ich freue mich auf jeden Fall auf diesen spannenden Nachmittag und Abend, der für alle Marketingverantwortlichen und -interessierten sicherlich sehr spannend werden wird.

Technik hautnah: Unter die Haube der Acoustic-Lösungen schauen

Am kommenden Tag, dem 5. Dezember, kann man dann unter die Haube der Acoustic-Plattform und der einzelnen Produkte schauen. Wir laden zur ersten technischen Konferenz, der Acoustic TechniCon, ein. Dazu ziehen wir im Mercedes-Benz Museum aus dem Bereich „Faszination Technik“ in das Casino auf dem (glaube ich) obersten Stockwerk um. Doch nicht durch den spektakuläre Blick auf das Stadion des VfB Stuttgart ablenken lassen! Wer mehr darüber erfahren will, wie Acoustic die oben angesprochenen Themen der Integration von Daten, der Nutzung von künstlicher Intelligenz für Customer Experience und Marketing Automation angeht, sollte aufmerksam zuhören.

IMG_2766Durch den Tag führen Avril Couper und Mateusz Urban und Kolleginnen aus der Entwicklung werden direkt vor Ort sein, denn in Böblingen sitzen einige der Developer von (bald) Acoustic, die insbesondere an dem Acoustic Content-Produkt arbeiten. Nachdem Jay Henderson an diesem Tag technisch tiefer in die Roadmap eingestiegen ist, wird Thomas Stober aus dem Labor Acoustic Content detailliert unter dem Titel „Content as a Service and Web Sites in a Omnichannel World“ vorstellen- bestimmt ganz besonders interessant, direkt von der Entwicklung mehr über die Pläne zu erfahren.

Die (bald) Acoustic-Entwickler aus Böblingen direkt vor Ort treffen

Mike Bean und Dan Carter erklären danach, wie man Benutzerverhalten mit Acoustic Analytics besser verstehen kann, Kessy Hamann und David Kerr stellen unter anderem den neuen Message Composer von Acoustic Campaign, der Marketing Automation-Komponente der Plattform vor. Das Thema Erschließung und Nutzung von Daten ist wie schon mehrmals erwähnt besonders wichtig. Bernd Schlösser wird Acoustic Exchange, das Modul, mit dem verschiedenste Datenquellen angezapft und integriert werden können, behandeln. Und natürlich will das Produktmanagement und die Entwicklung auch Feedback und Ideen. Diese können während der gesamten Veranstaltung und im abschließenden Panel vorgebracht und diskutiert werden. Am Nachmittag sollten wir dann hoffentlich auf zwei spannende Tage zurückblicken und uns mit neuen Ideen und Lösungsansätzen den täglichen Herausforderungen im Marketing widmen können.

Ich hoffe, ich habe Appetit auf die beiden Events gemacht. Hier kann man sich anmelden und ich freue mich darauf, viele neue und bekannte Gesichter in Stuttgart begrüßen zu können.

Kein Ökosystem ohne ein Netzwerk kompetenter Partner

Und ich will auch nicht versäumen auf eine weitere Veranstaltung hinzuweisen, die vor dem Launch Event stattfindet. Über das Acoustic Ökosystem habe ich bereits geschrieben. Doch dabei geht es nicht nur um Technologien von Acoustic und die absolut notwendige Integration von Produkten andere MarTech- und CRM-Anbieter. Zu einem Ökosystem gehören natürlich auch Geschäftspartner, Integratoren, Agenturen und Beratungsunternehmen aus dem Marketingumfeld. Acoustic setzt genau auf ein solches Netzwerk, will dieses fördern und ausbauen.

Deshalb treffen sich am 4. Dezember vor dem Launch Event bestehende und potentielle neue Partner von Acousic zu einem Austausch im nahe am Mercedes-Benz Museum gelegenen Hilton Garden Inn. Dort werden die EMEA-Partnerverantwortlichen Derick Wiesner und Graeme Mclaren zusammen mit Franziska Vielmeier aus der DACH-Region das Partnerprogramm vorstellen und über den gemeinsamen Go-To-Market im verbleibenden Jahr und besonders 2020 mit interessierten Partnern sprechen. Anmelden kann man sich auch hier über besagten Link.

(Stefan Pfeiffer)

Die wahre Welt des Content Management: Jeder Zweite mailt sich Dokumente zu – Durchschnittlich hat jeder 20.000 Dateien im Dateisystem und auf dem File Server

23. September 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

„Fast jeder Zweite mailt sich Dokumente, statt Cloud-Speicher zu nutzen“, so titelt Michael Kroker in seinem Beitrag vom 4. September 2019 im Blog auf Wiwo.de und stellt dort die Ergebnisse einer Studie des amerikanischen Softwareanbieters Citrix
vor. Dass viele sich noch selbst per E-Mail Dokumente zuschicken, kann ich im eigenen Umfeld nur bestätigen.

Selbst wenn Onlinespeicher wie iCloud oder Onedrive vorhanden sind, ist Otto Normalverbraucher:in noch immer nicht mit der Nutzung vertraut. Oder aber man traut „der Cloud“ nicht. Es muss also noch einfacher werden oder so voreingestellt sein, dass die Dateien und Dokumente automatisch dort landen und dann auch genutzt werden. Und hier schreibe ich gerade nur von Onlinespeichern, keinen klassischen Content Services wie Box oder Dropbox.

Und ja, in vielen Anwendungsfällen und Unternehmen müssen wir natürlich auch die Frage nach Datenschutz und Compliance stellen. Sollten, ja dürfen Dokumente im privaten Onlinespeicher ablegt oder an die private E-Mail geschickt werden? Sensible, geschäftsrelevante Dokumente aus dem Geschäfts- und Unternehmensumfeld gehören ganz sicher weder in private E-Mail-Postfächer noch auf private Festplatten oder Cloud-Speicher.

[Natürlich gibt es Unternehmen, die es nach dem Bring Your Own Device-Prinzip erlauben, auf privaten Geräten Unternehmendaten zu verarbeiten, aber dann sind diese Geräte in der Regel entsprechend „geschützt“, werden vom Unternehmen über Endpoint Management-Systemen kontrolliert. So etwas muss man als privater Besitzer der Geräte auch wollen und akzeptieren.]

Eine andere von Michael vorgestellte Studie der Aikux.com GmbH hat festgestellt, dass jeder PC-Nutzer in deutschen Unternehmen im Durchschnitt mehr als 20.000 Dateien im Dateisystem lokal und auf Servern abgelegt hat. Davon seien nur 15 Prozent relevant. Beim Rest handele es sich um „Dark Data – das heißt: mit unbekanntem Wert fürs Unternehmen – oder ROT-Data: Also redundant, obsolet oder trivial„. Hinzu kämen noch weitere Dateien, die unstrukturiert in Sharepoint, Cloud-Speichern oder Exchange-Postfächern lägen.

Content Management im Spannungsfeld  von Zusammenarbeit, Wissensmanagement, Automatisierung, Compliance … und Benutzerakzeptanz und -freundlichkeit

Dazu will die schon zitierte Citrix-Studie herausgefunden haben, dass erst 12 Prozent aller Beschäftigten am Arbeitsplatz Content Services wie Box, Dropbox oder SharePoint im Einsatz haben. Für mich erstaunlich, dass so wenige Unternehmen bereits Content Services im Einsatz haben sollen. Doch wesentlich relevanter ist die Erkenntnis, dass diese Systeme und Services durchaus nicht automatisch die Probleme im magischen Spannungsfeld von Collaboration/Zusammenarbeit, Informations- und Wissenssuche, Automatisierung und Compliance lösen:

Zusammenarbeit: Dass Content Services im Einsatz bedeutet nicht, dass dadurch sofort besser zusammengearbeitet wird. Dafür gibt es vielfältige Gründe, die von Benutzerfreundlichkeit über Benutzerfaulheit bis zu fehlendem Verständnis und mangelhafter Schulung reichen. Selbst wenn Anwender Content Services nutzen: Wie viele von Ihnen haben das Thema Versionierung verstanden? In der Regel wird doch die Datei als eigenständiges Dokument Dies_ist_die_Version3.docx gespeichert.

Und Dateianhänge waren und sind der Tod jeder Zusammenarbeit.

Informationen, Wissen finden: Wäre aus meiner Sicht nicht so schlimm, wenn Inhalte, Wissen vernünftig erschlossen und auffindbar wären. Doch wie geschieht das oder wo ist das der Fall.  Wir sind mit in vielen, ja den meisten Anwendungsgebieten mit einer strukturierten Verschlagwortung (dem „Aktenplan“) gescheitert. Selbst eine einfache Verschlagwortung nimmt kaum ein Anwender vor. Und wenn Schlagworte vergeben werden, „passen“ die dann? Maximal werden Ordnerstrukturen, Verzeichnisse mit Unterverzeichnissen angelegt. Kennen wir ja vom Explorer.

Wie findet man also dann Informationen? Systeme zur übergreifenden Suche in Unternehmen (Enterprise Search) sind meiner Wahrnehmung nach noch immer die Ausnahme. Und in großen Unternehmen gibt es alleine für Dokumenten- und Dateiablage verschiedene Töpfe und Systeme, so dass die Suche meist nur in einem der Systeme funktioniert. Der Rest bleibt außen vor. Wie soll dann gar Wissensmanagement funktionieren, das Wissen und Knowhow, das bei Mitarbeitern und im Unternehmen vorhanden ist, erschlossen werden? In Firmen herrscht Corporate Amnesia, wie es Eileen Brown einmal formuliert hat.

In meinem jetzigen beruflichen Umfeld bei Acoustic, dem ehemaligen IBM Watson Marketing, bin ich auch mit dem Thema unter etwas anderer Perspektive befasst. Wie verwalte ich meine Dokumente und Dateien vernünftig, so dass ich sie auf meiner Webseite, in meinen E-Mailings, in Social Media und anderen Kanälen nutzen kann? Dazu ist man dann ein „Headless CMS“ entwickelt, das künstliche Intelligenz zur Verschlagwortung und damit Erschließung der Inhalte einsetzt.

Ich drücke es etwas flapsig aus: „Die künstliche Intelligenz“ schaut sich die Bilder, Videos, Texte, Sprachdateien, Grafiken, die in einem Content Hub gespeichert werden, an und weist passende Schlagworte zu. Über diese Schlagworte kann dann beispielsweise ein Web Content Management-System das richtige Bild auf der Webseite einbinden, das Marketing Automation-Tool die richtige Grafik für den E-Mail-Newsletter ziehen. „Kopflos“ sind diese Content Services also in der Beziehung, dass sie ein Repository, einen intelligenten Topf von Dateien und Daten für andere Systeme zur Verfügung stellen. Ein Ansatz, der vielleicht auch in ganz anderen Einsatzszenarien wie Kundenservice bedenkenswert wäre?

Automatisierung: Vielleicht ist die Nutzung von Dateien und Dokumenten in strukturierten Prozessen, in der Personalarbeit, in Buchführung und Finanzen der Bereich, in dem Dokumentenmanagement noch am besten funktioniert. Die Dokumente sind klar und eindeutig zuzuordnen. Heil Welt!? Doch gibt es sicherlich noch genug Bereiche jenseits des unstrukturierten, kreativen Arbeitens, die in höherem Maße automatisiert werden könnten. Das Thema Kundendienst und -service habe ich oben ja bereits genannt. Automatisierung wird in diesen Bereichen aber wahrscheinlich flexibler sein müssen. Auch hier könnten von künstlicher Intelligenz unterstützte Assistenzsysteme – Stichwort Chatbots – ihren Teil beitragen.

Compliance: Und schließlich sind Content Services beziehungsweise der Umgang mit Dokumenten und Dateien auch noch den unendlichen Weiten der Compliance-Anforderungen ausgesetzt. Nicht erst seit der DSGVO gelten Vorschriften für den Datenschutz oder auch für die vorgeschriebenen Aufbewahrungfristen von Dokumenten oder unterschiedlichsten gesetzlichen Aspekten. Da passen noch immer in E-Mail-Postfächern oder auf privaten Festplatten gespeicherte Dokumente – auch wenn nur ein geringer Bruchteil Compliance-relevant sein sollte – so gar nicht ins Bild.

Lang sind die Zeiten her, in denen ich mich als Marketingverantwortlicher beim ECM- und Archivanbieter FileNet und zuvor im Vertrieb von Dokumentenmanagement-Systemen intensiv mit diesen Themen auseinandergesetzt habe. Heute spielen mehr Devices – Smartphones, Tablets, Notebooks -, andere Architekturen und Technologien – Stichwort Cloud -, deutlich mehr Content-Formate – was wird noch im Bereich Sprache und Video auf uns zukommen? – und auch neue Kommunikationskanäle – z.B. Messenger im privaten und beruflichen Umfeld – eine Rolle.

Content Management: Ich bin über 10 Jahre weg, die Probleme sind geblieben

Jedoch scheinen viele der grundlegenden Herausforderungen im Dokumenten- und Dateimanagement – oder neudeutsch bei den Content Services – geblieben und noch immer nicht maßgeblich vorangetrieben oder gelöst worden zu sein. Auch heute noch kämpfen wir mit der Nutzerakzeptanz, mit verbesserungswürdiger und -fähiger Zusammenarbeit bis zum produktiven Teilen und der wirklich einfachen Erschließung von Informationen und Wissen. Die dicken Bretter werden weiter gebohrt. Ob wir durch neue Bohrer wie künstliche Intelligenz endlich deutlicher vorankommen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Panel auf der DCX 2019 in Berlin: „Content Services and the Challenges of Automation“

Mein Weggefährte Dr. Ulrich Kampffmeyer, mit dem ich seit langen Jahren freundschaftlich verbunden bin, hat mich bekniet und überzeugt am 8. Oktober 2019 in Berlin auf der DCX Digital Content Expo 2019 an einer von ihm moderierten Paneldiskussion unter dem Titel „Content Services and the Challenges of Automation“ teilzunehmen. Ich habe mich erfolglos gewehrt, da Content Services nun seit geraumer Zeit nicht mehr in meinen beruflichen Fokus liegen. Aber in alter Verbundenheit steige ich also in die Bütt und werde mich (in englischer Sprache) Koryphäen wie Prof. Dr.-Ing. Manfred Leisenberg, Professor for Computer Science an der FHM Bielefeld, Drs. Hanns Köhler-Krüner, Managing Vice President, Content, Insight & Legal bei der Gartner Group, und Tim Hood, EMEA Sales Director bei Hyland stellen. Das Panel beginnt um 14:30 Uhr.

(Stefan Pfeiffer)

Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay
WorkplaceCitrixIG
Quelle: Citrix

Chatbots, Automatisierung und künstliche Intelligenz: Von der Angst um den Arbeitsplatz und der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine #Piqd #Livestudio

2. Juni 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Passend zu der morgigen Diskussion (3. Juni um 18 Uhr) rund um Automatisierung im Livestudio auf der Think at IBM, die wir zusammen mit der Content-Plattform Piqd organisieren, bin ich auf diesen Beitrag von P.V. Kannan und Josh Bernoff zu Chatbots im Kundendienst gestossen. Natürlich geht es um die vielerorts heiß diskutierte Frage, ob nun künstliche Intelligenz, in diesem Fall Chatbots, Arbeitsplätze kosten.

Der Artikel ist ein Plädoyer der Zusammenarbeit von Chatbots und Mitarbeitern. Chatbots übernehmen viele Routinetätigkeiten, geben schnell Antworten auf die üblichen Fragen und entlasten demnach das Servicepersonal von Routinetätigkeiten. Es gehe nicht um Kosteneinsparungen, sondern um Qualitätsverbesserung, so die Autoren, und das auf einem Gebiet, über das häufig geklagt wird.

Ich habe die Tage ja beispielsweise über den Reisebuddy der Deutschen Bahn geschrieben (und ihn ausprobiert), der nach ähnlichem Prinzip arbeitet. Dort gibt der Chatbot allerdings noch nicht selbst die Antworten, sondern die Bahn baut noch auf die Mitarbeiter, die dem anfragenden Reisenden antworten. Das ist wahrscheinlich ein Beispiel, wo in der Tat besserer Service im Vordergrund steht und nicht ein Stellenabbau.

Trotz all der guten Argumente bleibt natürlich ein schaler Beigeschmack und eine diffuse Angst: Könnte der Chatbot, könnte „die künstliche Intelligenz“ nicht doch meinen Arbeitsplatz bedrohen? Und man kann die Frage wahrscheinlich nicht mit einem klaren Nein beantworten. Zumindest werden sich in den kommenden Jahren alle Jobs verändern, so sagt es auch IBM Chefin Ginni Rometty. Und Veränderung wird vom Menschen fast immer als unangenehm empfunden.

Um solche Fragen wird es sicher in der morgigen Diskussion auch gehen. Es diskutieren Axel Oppermann, Analyst und Automatisierungsbefürworter von Avispador, Mads Pankow, der als Policy Advisor beim Innovationsbüro, der Beratungsagentur des Bundesfamilienministeriums arbeitet und außerdem freiberuflicher Journalist und Politikberater zu Themen der Digitalen Gesellschaft und Künstlichen Intelligenz ist, sowie die IBM’erin Heike Figge, die sich in Kundenprojekten mit Automatisierung befasst. Heike schalten wir per Konferenzschaltung hinzu. Es moderiert Gunnar Sohn. Wer Lust hat, die Diskussion zu verfolgen, zu begleiten und zu kommentieren, kann das auf der Facebook-Seite, dem Twitter-Konto oder dem YouTube-Kanal der IBM Deutschland tun.

(Stefan Pfeiffer)

* Piqd ist eine mir sehr interessante Plattform, auf der Inhalte kuratiert und kommentiert werden: „Kluge Köpfe filtern die besten Beiträge aus dem Netz. Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios und teile deine eigenen Fundstücke mit uns.“ Deshalb mache ich dort auch selbst mit. Ich lege sie Euch wärmstens ans Herz.

Alternde Schlagersänger auf der Hannover Messe – Gespräch mit CxO-Kurator Stefan Pfeiffer beim #FOW Kongress auf der #HM19 @digitalnaiv

5. April 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

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Und wir reden auch über meine Borussia, die einzig wahre, die aus Gladbach, die die als Fohlen galoppieren und die Trennung von Dieter Hecking.

#9vor9 ODER was kommt bei Dieter Bohlen raus UND Automatisierung

29. Januar 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Axel O. im Auto, Gunnar S. im 21. Stock im Tower, nur ich am Schreibtisch und Lars B. nicht dabei, weil er die Milchkanne im Zug sucht. Auch heute gab es trotz technischer Herausforderungen wieder ein #9vor9 mit dem Schwerpunkt Automatisierung. Meine 2 Cents dazu: Ja klar liegt Automatisierung im Trend und wird durch mehr oder weniger neue technische Entwicklungen befeuert, aber neu ist das Thema nun wirklich nicht.

Schon vor mehr als 20 Jahren war es auf der Tagesordnung. Ganze Wände wurden in deutschen Unternehmen mit Aris-Flussdiagrammen und Prozessedefinitionen bepflastert. Habe ich selbst erleben dürfen und müssen, auch, wie die Prozesse dann nur unzureichend umgesetzt wurden, weil nach typischer Manier jede Ausnahme elektrifiziert und abgebildet werden sollte. Später ging der Hype mit Business Rules- und Business Process Management-Tools weiter. Heute ist der Begriff RPA für Robotic Process Automation en vogue. Nochmals klar gesagt: Ich will das Thema nicht klein reden. Es war, ist und bleibt relevant. Prozesse wurden und werden automatisiert und dass muss man sich als Unternehmen und auch als Arbeitnehmer ständig anschauen und über die Konsequenzen im Guten wie Bösem diskutieren.

Aber lasst uns auch andere wichtige Themen wie den Goldenen Blogger Dieter Bohlen nicht aus den Augen verlieren mit der entscheidenden Frage: Was kommt Dieter Bohlen raus?

 

#9vor9: Und er hat recht gehabt mit Automatisierung, der …

20. November 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Heute ein #9vor9 mit Axel Oppermann und Gunnar Sohn und die Themen waren SAP und generell Automatisierung im „White Collar“-Segment, bei den Verwaltungs- und Büroangestellten. Vor grob einem Jahr hat Axel schon (oder erst) beim IBM Club of Excellence auf Automatisierung abgehoben und er hatte den Eindruck, dass viele der CIOs am Gähnen waren (oder dringend auf das Steak warteten). Nun sei das Thema mehr als visibel durch Akquisition von RPA-Anbietern – beispielsweise von Contextor durch SAP – auf der Agenda.

Ich stimme teilweise zu: Viele standardisierbare Prozesse (oft im administrativen Bereich) werden ebenso wie Routinetätigkeiten (Protokoll schreiben usw.) mit Hilfe von RPA, Künstlicher Intelligenz und anderen Technologien automatisiert werden. Jenseits und im „White Collar“-Bereich wird meiner Ansicht dabei Blockchain ein wesentlicher Treiber der Automatisierung sein.

Was haben wir noch angesprochen? Flugtaxis angemessen nur sehr kurz (wegen Gunnar und Doro) und wahrscheinlich das Thema deutsche KI-Strategie anläßlich der gerade veröffentlichten Strategie der Bundesregierung. War mir wieder zu negativ. Die Chinesen investieren mehr. Das Personal fehlt. Jammer. Heul. Nutzt alles nichts. Wir müssen es positiv, nach vorne blickend anpacken und das beste aus der Situation machen, finde ich. Und ich gespannt, ob Axel nicht doch noch eine Professur für Künstliche Intelligenz übernimmt. Gunnar sitzt ja bei  Hochschule Fresenius eh in der Pole Position. In diesem Sinne eine schöne Woche.

(Stefan Pfeiffer)

Kurz zitiert: „Menschen verdienen umso weniger, je nützlicher ihr Job ist“

19. Oktober 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

David Graeber, Anthropologe von der London School of Economics und als Kopf der Occupy-Bewegung bekannt geworden, hat ein neues Buch über die Sinnlosigkeit der neuen Arbeitswelt geschrieben. Eine Kernaussage aus dem Interview, das in der neuen November-Ausgabe von Technology Review nachgelesen werden kann

„Ein Riesenproblem ist ja, dass Menschen umso weniger verdienen, je nützlicher ihr Job ist. Wenn Menschen nicht mehr gezwungen sein sollen, Bullshit-Jobs anzunehmen, sehe ich nur eine Lösung: ihnen ein bedingungsloses Grundeinkommen zu zahlen.“

über Anthropologe: „Menschen verdienen umso weniger, je nützlicher ihr Job ist.“ | heise online

Seine These: Durch Digitalisierung und Automatisierung seien zunehmend sinnlose Jobs entstanden. Viele nutzlose administrativen Stellen und Managertätigkeiten – Graeber nennt sie Bullshit-Jobs – seien geschaffen worden

„Das ist ein Job, von dem die Leute, die ihn machen, glauben: Wenn es diesen Job nicht gäbe, würde dies nicht auffallen, würden die Dinge sogar ein wenig besser“,

über Anthropologe: „Menschen verdienen umso weniger, je nützlicher ihr Job ist.“ | heise online

Wie geht es nun weiter, wenn Systeme der Künstliche Intelligenz mehr und mehr eingeführt werden und – so die Prognosen – auch wieder weniger qualifizierte Stellen ersetzen? In diesem Zusammenhang wird ja latent Weiterbildung, höherer Qualifikation und Kreativität der Arbeitnehmer gefordert. Und was macht KI mit den Bullshit-Jobs?

(Stefan Pfeiffer)

Pure UrbanCode Chef. Oder: Wohin mit all den DevOps Tools?

12. Februar 2014 Posted by Wladislaw Nill

DevOps und Continuous Delivery sind heute de facto Standards in der Software-Entwicklung. Zumindest wenn man einigen Statistiken[1][2] glauben kann, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden.
Ich persönlich denke, dass die tatsächliche Verbreitung geringer ist als es diese Zahlen glauben lassen - alleine schon deshalb, weil es kein Rezept für DevOps gibt. Außerdem ist der Begriff sehr vage und überladen. Fragt man drei IT Professionals nach einer Definition bekommt man wahrscheinlich drei verschiedene Antworten. Manche setzen damit (zu Unrecht) Infrastructure-as-Code gleich, für andere ist es hauptsächlich ein organisatorischer oder kultureller Prozess.

Egal wie eng oder weit man es fasst, Automatisierung und Tool-Unterstützung spielen sowohl bei DevOps als auch bei Continuous Delivery eine wichtige Rolle. Aber der Markt für „DevOps-Tools“ ist genauso unübersichtlich wie die Begriffe selbst.  Ich habe in letzter Zeit häufiger mit Kollegen über dieses Thema gesprochen und dabei kamen immer wieder Fragen auf wie: „Wozu brauche ich denn Chef [oder Puppet, Salt, Ansible...], wenn es doch schon PureApplication Systems gibt?“. Seit der Übernahme von UrbanCode im vergangenen Jahr hat IBM seine eigene DevOps Plattform weiter ausgebaut. Ist das nicht das gleiche wie der IBM Workload Deployer? Gibt es nicht das gleiche als Open-Source-Lösung?

Die (nicht sehr überraschende) Antwort ist: Nein, es ist nicht alles das gleiche.
Es macht Sinn sich alle angesprochenen Tools und Systeme anzuschauen weil sie sich gegenseitig ergänzen, nicht ersetzen.

 

Wie baut man einen Bauplan?

Die Stärke von PureApplication System ist es Anwendungen und die darunterliegende Infrastruktur, die durch Patterns abgebildet werden, in einer Cloud bereitzustellen. In vielen Fällen reichen dazu vorgefertigte oder selbst erstellte Application Patterns aus. Theoretisch lassen sich ganze Anwendungslandschaften damit aufsetzen und betreiben. Aber leider ist es nicht immer so einfach. Nicht alle Systeme fallen in ein typisches, weit verbreitetes Schema. Wenn neben Standard-Komponenten auch selbst entwickelte Tools, Frameworks, Scripte, Monitoring und sonstige Utilities benötigt werden (und seien wir ehrlich, das ist nicht selten), muss eine individuelle Lösung her. In PureApplication System heißt das System Patterns.

Um beliebige Systeme zu modellieren benötigt man im Wesentlichen zwei Teile: Ein Basis-Image (z.B. ein vorkonfiguriertes Linux System und Middleware) und Skripte, um die eigentliche Konfiguration zu automatisieren. In den meisten Fällen werden diese Skripte nicht nur aus ein paar Kommandos bestehen. Je größer und heterogener die verwalteten Umgebungen sind, desto weniger sollte man sich darauf einlassen sie von Grund auf selbst zu schreiben. Die Kosten für Wartung und Weiterentwicklung schießen dadurch nur unnötig in die Höhe.

 

Rezept des Tages: Virtual System Patterns

An dieser Stelle kommen Tools wie Chef oder Puppet ins Spiel. Ihre wesentliche Eigenschaft ist, dass sie die Konfiguration von Systemen in Form von Code abbilden können, meist ohne dass man sich mit Implementierungsdetails beschäftigen muss.  Damit lässt sich praktisch jeder Zielzustand, von der Betriebssystemkonfiguration, über installierte Pakete bis zu laufenden Services beschreiben und reproduzieren. Weil diese Tools relativ leicht einzusetzen, aber gleichzeitig sehr mächtig sind, haben sie zu Recht mittlerweile viele Anhänger gefunden.

Die gute Nachricht ist, dass PureApplication System solche DevOps Tools unterstützt. Genauer gesagt setzt IBM auf Chef als Infrastructure-as-Code Anbieter. Es gibt einen frei verfügbaren IBM Script-Package Generator[3], mit dessen Hilfe Chef Skripte (auch Rezepte genannt) in Virtual System Patterns verwendet werden können. Auf diese Weise können auch sehr komplexe und individuelle Umgebungen automatisiert in der Cloud bereitgestellt werden.

Die schlechte Nachricht: Es gibt Dinge, die auch Chef und PureApplication System gemeinsam nicht optimal abbilden können.
 

Leben in die Cloud bringen

Was dieser Lösung noch zu einer vollen Continuous Delivery Pipeline bzw. DevOps-Toolunterstützung fehlt sind automatisierte Deployments auf die provisionierten Systeme. Damit meine ich nicht nur eine Datei, die auf einen Server kopiert wird, sondern komplette Releases, die  Anwendungen, Datenbanken, Backendsysteme simultan betreffen.

Releases durchlaufen mehrere Stufen und Umgebungen, bevor sie in Produktion gehen. Jedes  Deployment ist mit bestimmten Prozessen (manuelle und/oder automatisierte) verbunden und muss dementsprechend geplant und koordiniert werden. Für diesen Zweck gibt es Produkte wie UrbanCode Deploy und UrbanCode Release. Mit UrbanCode Deploy lassen sich Deployments über alle Stages hinweg automatisieren. Release setzt noch eine Ebene höher an und koordiniert, welche Änderungen an welchen Artefakten, auf welchen Umgebungen und zu welcher Zeit durchgeführt werden. Dadurch erhält man ein zentrales Tool zur Verwaltung eines Anwendungslebenszykluses. Die darunterliegende Infrastruktur kommt im Idealfall aus der Cloud – womit wir wieder bei PureApplication System wären. Aufbauend auf den zuvor erstellten System Patterns lässt sich damit die Bereitstellung von Umgebungen vergleichsweise einfach automatisieren.

 


image

Quelle: Sehenswerte Slideshare-Präsentation von Sanjeev Sharma [4]

 

Zusammengefasst ergibt sich aus den drei vorgestellten Produkten ein sehr mächtiges Set an Werkzeugen um eine Continuous Delivery Pipeline aufzubauen: UrbanCode Software für Release and Deployment Management, PureApplication System als Cloud Provider und Chef für die Infrastruktur-Konfiguration.
Die Implementierung dieser Lösung allein macht zwar aus Dev und Ops noch kein DevOps. Die Automatisierung großer Teile des Anwendungslebenszykluses nimmt aber viele Routineaufgaben ab und schafft Zeit für die wirklich schwierigen Aufgaben.

 

 

[1] http://velocityconf.com/velocity2013/public/schedule/detail/28446

[2] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Continuous-Delivery-ist-De-facto-Standard-fuer-Software-Entwicklung-2100842.html

[3] https://www-304.ibm.com/software/brandcatalog/ismlibrary/details?catalog.label=1TW10SO0M#tab-details

[4] http://www.slideshare.net/Urbancode/deliver-contuniously-to-cloud

Shades of Cloud

27. August 2013 Posted by Philipp Boltze

Shades of Cloud - hat das was mit Shades of Grey, dem gerade sehr stark diskutierten Erotikroman zu tun? 

 

Leider nicht, da muss ich Sie enttäuschen.

 

Aber die Geschichte ist auf eine andere Art und Weise spannend und lesenswert:

 

Seit mehr als 2 Jahren diskutiere ich in zahllosen Kundensituationen Cloud und , wie sollte es anders sein, kann man viele der Diskussionen und Gesprächspartner irgendwie kategorisieren. Zumindest kommen oft ähnliche Argumente:

 

  • Da gibt zum einen den IT Experten, nennen wir ihn mal Mr. Rechenzentrum.
    Für ihn ist Cloud nicht wirklich etwas Neues. Das macht er, nach seinen Aussagen meist schon seit mehreren Jahren. Virtuelle Systeme sind für ihn Tagesgeschäft und er könnte sie mir innerhalb weniger Minuten zur Verfügung stellen. Eine typische Aussage könnte sein: "Ich verstehe den ganzen Hype rund um Cloud gar nicht. Und mit einer Public Cloud brauchen Sie uns gar nicht erst zu kommen. Unsere Daten sind viel zu sensibel und die Systeme müssen 100% ausfallsicher sein."

 

  • Dann gibt es den IT Manager, er könnte Mr. CIO heißen.
    Er steckt gerade in der Zwickmühle. Sein Vorstand liest immer wieder, dass Cloud die Zukunft ist und man damit ganz viel Geld sparen kann. Er solle doch mal eine Strategie entwickeln, wie die Firma auf Cloud umsteigen kann. Gleichzeit sagen ihm aber seine Leute (Mr. Rechenzentrum), dass sie doch schon eine Cloud haben und die Firmendaten externen Cloud Providern anzuvertrauen viel zu unsicher sei. Ein typisches Zitat könnte sein: "Wie soll ich diesen ganzen Cloud- und Flohzirkus unter Kontrolle halten? Ich habe genug mit dem Tagesgeschäft zu tun und bei den Budgetkürzungen kann ich mich nicht noch um neue Projekte kümmern."

 

  • Es gibt aber auch den Finanzer oder Controller mit Namen Mr. Pfennigfuchser.
    Er liest aufmerksam die Fachpresse und für ihn ist Cloud ein Synonym für Geld sparen. Die hohen und undurchschaubaren IT Kosten waren ihm schon immer ein Dorn im Auge. "Mit Cloud Computing habe ich endlich Transparenz über meine Kosten und reduziere mein CAPEX erheblich" - so ein typischer Kommentar.

 

  • Last but not least gibt es natürlich den Leiter der Fachabteilung, z.B. den Vertriebs- oder Entwicklungschef. Ich nenne ihn mal Mr. Business. 
    Er macht  iCloud auf seinem iPhone. Hier nutzt er schon kräftig Apps wie DropBox, iMessage oder Evernote um Dateien mit seinen Mitarbeitern und Kunden zu teilen, zu kommunizieren oder einfach nur seine Notizen zu verwalten. Für ihn ist Cloud einfach, schnell und für jeden sofort verfügbar. Beim letzten Branchenkongress hat er neidisch zu Kollegen geschaut, die auf ihrem iPad sofort die gewünschten Verkaufsanalysen hatten oder mit ihren Kunden über soziale Netzwerke Kontakt hielten. Sein Motto lautet: "Um im Markt überleben zu können, muss ich schnell und kreativ sein. Hindernisse werden entweder aus dem Weg geräumt oder umgangen"

 

Na, finden Sie sich schon wieder? Oder zumindest Ihre Kollegen?  

 

Sie sehen aber schon, dass Cloud nicht gleich Cloud ist. Jeder hat ein anderes Verständnis davon und eine andere Erwartungshaltung. Technisch gesehen reden aber alle von der gleichen Lösung, oder zumindest einer ähnlichen.

 

 

 

Und das ist genau das, was ich mit Shades of Cloud meine. Wenn mir jemand sagt, dass er einen Cloud hat, frage ich immer, was er denn genau anbietet: Durch Virtualisierung erreicht man Effizienz. Durch weitere Automatisierung kommt Geschwindigkeit mit rein. Mit Standardisierung beginnen die Synergien und Flexibilität. Den vollen Spaß und Agilität einer Cloud gibt es aber erst, wenn man "cloudifiziert" hat, also die Services auch wirklich schnell, einfach und bedarfsgerecht zur Verfügung stellt.

 

Uff, das war jetzt eine ganze Menge für den armen User, der "einfach nur schnell mal etwas machen wollte". 

Man kann es aber auch in einem Satz zusammen fassen: Geben Sie sich erst zufrieden, wenn durch  Cloud beim User die erwartete Flexibilität und Geschwindigkeit angekommen ist. 

 

Lassen Sie mich den Blog heute mit einem kleinen Beispiel aus der realen Welt abschließen:

 

Die IT Abteilung eines großen Weltkonzerns ist in Sachen Cloud schon recht gut unterwegs: Virtualisierung, Automatisierung, ja sogar an die Standardisierung haben sie sich ran gewagt. Mit Hilfe von vBlock läuft eine wunderbare Cloud. Virtuelle Server können innerhalb von Minuten erstellt werden. Alle sind auf "Wolke Sieben".

Nur der Anwendungsentwickler beklagt sich, dass für ihn immer noch einen SLA von 20 Arbeitstagen gilt, um einen neuen virtuellen Server zu Testzwecken  zu bekommen. 

 

Ist das Cloud?