Posts Tagged: ‘Gladbach’

,Kläff, Kläff‘ oder der Mythos Borussia Mönchengladbach – eine NDR Dokumentation

20. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Ach ja, Erinnerungen werden wach: die Geburt der Fohlenelf. In dieser Zeit bin ich in zartem Alter zum Fußball- und vor allem Gladbach-Fan geworden. Und ich erinnere mich an Namen wie Günter Netzer – immer noch ein Idol für mich -, Jupp Heynckes, Berti Vogts oder mein Torwart-Vorbild Wolfgang „Otto“ Kleff und natürlich den unvergesslichen und unvergessenen Hennes Weisweiler. In der Doku habe ich schön in Erinnerungen geschwelgt und natürlich an legendäre Momente wie das selbst eingewechselte Netzer-Tor zum Pokalsieg gedacht.

Der Witz ist so schlecht, dass er schon wieder gut ist. „Sepp Maier hat seinen Hund verkauft.“ – „Warum das denn?“ – „Er hat ihn gefragt, wer der beste Torhüter der Bundesliga sei. Und der Hund hat ,Kläff, Kläff‘ geantwortet.“

Fußball: In Sachen Spaß kommt Kleff sogar an Maier vorbei

Blanker Hass bei den schönsten Nebensachen der Welt

23. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Fußball ist (für mich) eine der schönen Nebensachen. Set Jahrzehnten verfolge ich meine Borussia, meine Fohlen und schwärme noch immer für den Jünter. Und gerade läuft es beim kleinen gallische Dorf am Niederrhein ja auch gut – trotz des Unentschiedens gegen Hoffenheim. Doch den Spaß haben mir am gestrigen Samstag einige Deppen verdorben. Ich bin kein Freund von Vereinen wie RB Leipzig oder Hoffenheim, aber was sogenannte Gladbach-Fans gegen Hopp gemacht haben, geht gar nicht. Auch das ist Hass. Stoppt es!

Dann gab es eine Fernsehsendung: Mainz bleibt Mainz, wie … Ich bin kein Karnevalsfan, mir oft zu laut und zu platt. Zu wenig politischer, scharfzüngiger Karneval. Aber Karneval ist auch eine schöne Nebensache für viele Menschen. Bei der erwähnten Sitzung ist Andreas Schmitt, SPD im Stadtrat von Nieder-Olm, als „Obermessdiener am Hohen Dom zu Mainz“ in die Bütt gegangen und hat Tacheles geredet:

Mainz ist weltoffen, ihr nehmt uns die Freiheit nicht. Solltet ihr für jedes Naziopfer eine Schweigeminute gestalte, müsstet ihr 38 Jahr‘ lang eure Schandmäuler halte. Es war millionenfacher Völkermord, ihr braunen Wichte, und kein Vogelschiss der deutschen Geschichte.

„Obermessdiener“ – Mainzer Büttenredner löst mit AfD-Kritik in Karnevalssitzung breites Echo aus

Die komplette Rede ist hier (wohl leider nur bis 20. Mai 2020) zu sehen. Als Reaktion gab es wieder Drohungen gegen ihn. Wieder Hass.

Warum stelle ich diese beiden Vorfälle nebeneinander? Der Hass ist überall angekommen. Nicht nur in Hanau. Auch bei schönen Nebensachen. Das macht nachdenklich. Und diejenigen, die diesen Hass schüren, sind die Mitglieder:innen der AfD, die einen auf unschuldig machen. Dabei schüren sie bewusst mit ihren Aussagen Rassismus und Hass an:

Die Gaulands, Höckes und Klonovskys kann man nicht bekehren. Die haben Blut geleckt, die wollen mehr. Ihr Geschäftsmodell ist eines der Aufwiegelung, der Untergrabung der liberalen Demokratie und der Selbstzerfleischung ihrer Bürgergesellschaft. Sie werden so lange an ihm festhalten, wie sie Zulauf haben, …

AfD-Kommentar: Aufwiegelung als GeschäftsmodellBerthold Kohler in der FAZ

Oder wie formuliert es Andreas Schmitt:

Demokratie beibringen, den Pommeranze, eher lernste ne Wildsau Lambada tanze

„Obermessdiener“ – Mainzer Büttenredner löst mit AfD-Kritik in Karnevalssitzung breites Echo aus

Tja, wir müssen wohl alle auch im Alltag gegen Hass aufstehen und dessen Nährboden bekämpfen. Nicht nur auf jedem Fußballplatz und in der Bütt.

Und denken wir zurück, dass so etwas nicht wieder geschehen darf:

Der wahre Titelkonkurrent kommt aus Leipzig … aber auch Kant wäre Fohlen-Fan

8. Dezember 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Sie haben gewonnen. Sie haben mit viel Glück gewonnen. Die Fohlen gegen die Bayern. Doch sie sind nicht die wirklichen Konkurrenten um den Meistertitel. Das sind die Bullen aus Leipzig, die Punkte einsammeln und derzeit etwas unter dem Radarschirm fliegen. Die wahre Borussia – die vom Niederrhein – ist Außenseiter. Leider streuen einige Altvorderen wie Berti und Loddar andere Botschaften, doch scheint Marco Rose geerdet.

Warum nicht die Fohlen? Die Mannschaft hat etliche Spiele in den letzten Minuten, oft in der Nachspielzeit gewonnen. Das ist sicher einerseits eine Frage des Siegeswillen, der Mentalität. Andererseits hat man immer nur ein gewisses Quantum Glück pro Saison. Das Glück, das die komischen Bayern in der 1. Halbzeit nicht hatten. Man wird irgendwann auch mal Pech haben und diese Punkte könnten dann fehlen.

Um es klar zu sagen: Natürlich hoffen alle Fohlen-Fans – dass es doch irgendwie klappt. Obwohl man nicht sicher sein kann, ob es für das Fortbestehen der Mannschaft gut wäre. Die Geier kreisen ja bereits über dem Trainingsgelände und winken mit Euro-Scheinen, aber das ist ja auch der Weg der Borussia. Spieler entdecken, entwickeln und teuer transferieren.

Ilja Behnisch hat auf 11Freunde darüber geschrieben, warum wir alle auf Borussia stehen, schon lange, auch in nicht so guten Zeiten. Und nicht nur deshalb wäre auch Kant Fohlen-Fan:

Borussia Mönchengladbach ist der kategorische Imperativ des deutschen Fußballs. Und ach ja: Spitzenreiter, Spitzenreiter.

über Warum Kant Gladbach lieben würde: Kategorisch gut

Die coolsten Typen von Jünter bis Max und das schönste Vereinswappen sind nur zwei Gründe, die grundsolide Arbeit ein weiterer. Stadion mitsamt Hotel und Reha-Klink und Internat sind selbst erarbeitet und erwirtschaftet. Gladbach ist – wie es Christoph Biermann schreibt – der typisch deutsche Mittelständler, pumperlgesund und innovativ, der „prototypisch mittelständische Werte wie Vernunft und Entschlusskraft erfolgreich kultiviert hat„. Die öffentliche Aufmerksamkeit fokussiert sich gerade Marco Rose und die Spieler, doch eine ganze Mannschaft mir Präsidium und Management steht auch hinter einem beispielhaften, grundsoliden Weg, aber …

Aber das ändert dennoch nicht viel daran, dass selbst Vereine wie Borussia Mönchengladbach heutzutage keine wirkliche Chance mehr haben, noch einmal Deutscher Meister zu werden. … dann müsste auch in den kommenden 20 Spieltagen alles passen und der Fußballgott ein Gladbacher sein, um diesen Vorsprung über die Ziellinie zu bringen. Die nüchternen Rechner der amerikanischen Website FiveThirtyEight sehen die Chancen auf eine Gladbacher Meisterschaft jedenfalls gerade bei vier Prozent, für die Bayern steht sie bei 71 Prozent.

über Weshalb Gladbach kaum Chancen auf die Meisterschaft hat: Daumendrücken für den Mittelstand

Ist wohl leider wahr. Gladbach ist Mittelstand, die Bayern sind ein internationaler Konzern wie auch die Aktien-Dortmunder. Und die Bullen sind ein dürftig kaschierter globaler Konzern.

Doch vielleicht ist nicht nur Kant, sondern auch der Fußballgott Fohlen-Fan …

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(Stefan Pfeiffer)

 

Hennes, Jünter, Berti, Jupp, Otto, Allan, Ewald, Effe, Loddar … – Warum ich Fohlen-Fan bin

1. Dezember 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Die Zeremonie am Samstag morgen: Ich hole Croissants und die gedruckte FAZ. Der Sportteil – ich erfülle alle Klischees – wird zuerst aufgeschlagen und mir springt Hennes Weisweiler entgegen, der Gladbacher Kulttrainer. Er wäre am 5. Dezember 100 Jahre geworden und deshalb hat Christian Eichler den Bericht „Er hat mich und Gladbach gemacht“ (Zitat Günter Netzer) geschrieben, der vor allem auf einem Interview mit Günter Netzer basiert.

Er ist immer ein ganz feiner
Mensch geblieben.

Wolfgang Overath über
Günter Netzer

Und ich hatte einen Flashback in 70er Jahre, als ich Fan der Gladbacher wurde und seitdem – auch in schlechten Zeiten – dazu stehe. Freunde und Bekannte fragen oft, warum denn Fohlenfan. Was war der Auslöser damals? Keine Ahnung. Wohl einfach der sensationell schöne Offensivfußball, für den eben jener Hennes Weisweiler als Trainer steht. Spieler wie Günter Netzer, auch vor kurzem 75 Jahre alt geworden (hier mein „Block“ zu seinem 70ten), mein Fußballidol auf und jenseits des Platzes als Manager, Geschäftsmann und unvergessener Co-Moderator.

Der Terrier, Berti Vogts, bei dem man schon im Ansatz die Blutgrätsche vorher sehen konnte. Jupp Heyncker, der Gladbacher Goalgetter, als Torjäger immer etwas im Schatten von „dickes kleines Müller“, dann später als Trainer einer der erfolgreichsten deutschen Coaches. „Otto“ Kleff, mein Vorbild als Torwart und der Grund, warum Sepp Maier keine Dackel leiden konnte: Kläff-kläff-kläff

Ich erinnere mich später 1984 nach den golden Siebzigern an den Besuch auf dem Bökelberg zum DFB-Pokal Halbfinale gegen Werder Bremen. Tränengas zog durch das Stadion und Hans-Jörg Criens, dem in der fünften Minute der Nachspielzeit der Ausgleich zum 4:4 gelang. In der Verlängerung schoss er dann das 5:4. Und dann das Finale im Frankfurter Waldstadion: Lothar Matthäus verschießt seinen Elfer und geht zu den Sch..Bayern. Und wenn man dann die Mannschaftsaufstellung liest: Ewald Lienen, Frank Mill, Wilfried Hannes, Winni Schäfer, Borowka und viele andere Namen. Trainer Jupp Heynckes.

Und irgendwie ist damals in den siebziger Jahren auch die Abneigung gegen Bayern München entstanden, die neureichen Schnösel, die das Olympia-Stadion geschenkt bekamen und durch die Zuschauereinnahmen meinen Fohlen einfach finanziell enteilen konnte. Und dann auch noch dieser Manager Uli Hoeness und jetzt graben sie auch noch an unserem Max Eberl.

[Diese Bemerkungen nicht zu ernst nehmen. Es ist nur eine der schönsten Nebensachen der Welt und man kann herrlich schwadronieren und debattieren.]

Und natürlich alle Gladbach-Fans, die die guten alten Zeiten mitgemacht haben, von einer Renaissance, einer Wiedergeburt. Wie Max Eberl möchten auch wir, dass die Fohlen mal wieder was „Blechernes“ in der Hand halten. Vielleicht ist es ja wirklich nur ein Traum, aber manche werden …

Er hat Borussia Mönchengladbach
gemacht. Er hat mich gemacht. Vor
allem hat er mich machen lassen.
Günter Netzer über Hennes Weisweiler

Aber ich schweife nostalgisch etwas ab. Zurück zu dem FAZ-Bericht, den ich hier verlinke, sobald er online verfügbar ist. Am Ende wird über das letzte Treffen Ende der siebziger Jahre zwischen Hennes Weisweiler, Berti Vogts und Günter Netzer in der Düsseldorfer Altstadt berichtet. Da bot Hennes Weisweiler Vogts und Netzer das Du und Netzer sagte gegenüber der FAZ: „Mein Respekt vor ihm war viel zu groß, als dass ich ihn je hätte duzen können.“

(Stefan Pfeiffer)

P.S. Ich habe mir erlaubt, ein Foto, dass ich auf Sport.de gefunden habe zu verwenden. Fall es hier Copyright-Probleme geben sollte, nehme ich da sofort wieder runter.

Fohlen: Meisterträume? Genießen, auf dem Boden bleiben, weiter so kämpfen und spielen

3. November 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Normale Bundesliga-Zeiten heutzutage: Meine Fohlen performen in der Regel ausgesprochen gut, stehen auf Platz 1, auch (aber nicht nur) weil die großen Favoriten aus München und auch Dortmund nicht derart dominant auftreten, wie sie es in den vergangenen Jahren immer getan haben. Doch der Hype geht mir einfach zu weit. „Gladbacher Titelträume sind keine Spinnereien“, kommentiert die Rheinische Post. Und „Wer in Leverkusen wieder so zurückkommt, und mit großem Kampf das Spiel gewinnt, darf auch von der Meisterschaft träumen.“

Doch erinnern wir uns an die vergangene Saison. Da war Gladbach in der Hinrunde unter Dieter Hecking auch ganz oben platziert, um in der Rückrunde abzustürzen. Schon damals gab es entsprechende Überschriften und das nicht nur im Boulevard. Erhöhte Obacht und Demut sind aus meiner Sicht bei aller Freude also angebracht.

Wie hat sich unser aller Rudi Völler nach der gestrigen Niederlage durch die Niederlage seiner Leverkusener angefressen geäußert? Er hat, so die Süddeutsche, die Gladbacher „schon mal besser gesehen“, sagte er, „sie machen ein mittelmäßiges Spiel – und jetzt sind sie Tabellenführer“. Die Aussage ist mir etwas zu billig und trifft es auch meiner Ansicht nach nicht.

Eher gilt: Die Fohlen haben fast eine maximale Ausbeute geholt. Sie zeigen Charakter und geben nie auf. Das ist aus meiner Sicht übrigens ein Unterschied zum vergangenen Jahr, wo man diesen Willen manchmal nicht gezeigt hat. Das Pressing und nah vorne verteidigen zeigt oft gut Ergebnisse und übt Druck auf die Gegner aus. Wille, Glück und auch Coolness, wie beispielsweise in Leverkusen die Tore herausgespielt werden. Max Eberl kommentiert korrekt: „Die Kombination aus diesen Dingen macht es im Moment.“

Die Neuzugänge Thuram, Embolo und Lainer überzeugen wie eigentlich der ganze Kader durch die Bank. In der Verletztenmisere springen andere Spieler ein und es scheint keine erste Elf, sondern einen breiten, leistungsstarken Kader zu geben, bei dem Ausfälle immer wieder kompensiert werden. Das zeugt von Stärke, einer guten Kaderzusammenstellung  durch Max Eberl (und seinem ganzen Team) und dem neuen Trainer Marco Rose und Trainerstab, das gut arbeitet.

Es muss jedoch mehrere „Aber“ geben. Ich habe die Fohlen live in Hoffenheim gesehen. Sie haben gut gepresst, hatten aber auch Glück (wie in vielen anderen Spielen). Das Glück ist ja aber auch mit den Tüchtigen. Ok, 1 Euro in das Phrasenschwein. Jedoch scheint mir, dass im kreativen Aufbauspiel und in der Kombination nach vorne noch eine Menge Verbesserungspotential vorhanden ist.

Wie schreibt der Spiegel zum Spiel gegen Leverkusen unter der Überschrift „Ein halbes Spitzenteam“ richtig: „Zur spielerischen Dominanz einer Spitzentruppe fehlt den Gladbachern aber immer noch ein gutes Stück.“ Vielleicht kommt das stärker, jetzt wo Lars Stindl und Jonas Hoffmann wieder da sind. Eventuell kommen auch die Youngster Florian Neuhaus (der zu Beginn der Runde komplett überspielt war) und László Bénes noch stärker kreativ ins Spielen. Schauen wir mal.

Momentan sehen wir eine gute pressende Borussia mit viel Kampf- und Siegeswillen, die mit Nadelstichen und vereinzelten schnellen Kombinationen zu überzeugen weiß und auch noch das notwendige Glück hat. Die Saison ist noch jung und die Konstanz wird entscheiden, auch wenn es mal ergebnistechnisch schlechter laufen sollte. Und jetzt werden die Fohlen ernster genommen, denn „Wir werden jetzt gejagt“, wie es Max Eberl gegenüber Fohlen-Hautnah sagt.

Ich möchte keinen Essig in den Wein gießen, aber denken wir an das Spiel daheim gegen Leipzig, die Niederlage in der Liga gegen Dortmund (den Pokal sehe ich etwas anders) oder die Blamage gegen den Wolfersberger AC. Es gibt noch viel Verbesserungspotential, aber natürlich ist die Entwicklung bis zum gestrigen Spieltag einfach nur super. Weiter so. Es macht gerade richtig Spaß, Fohlen-Fan zu sein und unsere, meine Fußball- und Borussen-Ikone Jünter nickt wahrscheinlich weise aus der Schweiz! Muss doch dringend ins Stadion und mir die Ausstellung anschauen.

(Stefan Pfeiffer)

 Image by HeikeIr from Pixabay

Alternde Schlagersänger auf der Hannover Messe – Gespräch mit CxO-Kurator Stefan Pfeiffer beim #FOW Kongress auf der #HM19 @digitalnaiv

5. April 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

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Und wir reden auch über meine Borussia, die einzig wahre, die aus Gladbach, die die als Fohlen galoppieren und die Trennung von Dieter Hecking.