Posts Tagged: ‘Mobilität’

Christine, mach hinne mit der GWB-Novelle, kommen die richtigen Nachrichten zu mir und macht ein deutsches Autobetriebssystem nach Open Source-Prinzip Sinn? Digitalthemen bei #9vor9

30. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Auch heute wieder ein #9vor9 mit den Digitalthemen der Woche und Lars Basche, Gunnar Sohn und mir.

Unsere Themen: Gunnar erklärt die GWB-Novelle, die Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), die dem Kartellamt vielfältige Möglichkeiten geben würde und könnte, gegen die immer größere werdende Macht und den Einfluss der GAFAM-Konzerne vorzugehen, die gerade durch die gegenwärtige Covid-19-Krise noch mehr zu profitieren scheinen. Unser Appell an Justizministerin Christine Lambrecht: Gib die Blockadehaltung zum GWB auf und vergiss den Kuhhandel mit Altmaier. Jetzt muss gehandelt werden. Gunnar führt zum Thema mit Justus Haucap am 1. Juli um 11 Uhr ein Gespräch, das über seine Kanäle verfolgt werden kann.

Frech den Ball zugespielt habe ich dann dem Lars Basche, der schon seit Jahren die Meinung vertreten hat, dass wichtige Nachrichten immer in der Chronik der sozialen Kanäle zu einem kommen. Hier hat der Tagesspiegel über das NFM („News Finds Me“)-Phänomen berichtet und dabei auf eine US-Studie verwiesen, nachdem gerade viele Jüngere immer mehr geteilte Inhalte, Links und Empfehlungen in den sozialen Netzwerken glauben und eben nicht journalistischen Plattformen nutzen. Der Tagesspiegel bringt dazu ein flammendes Schlusswort, da die Abkehr von traditionellen Medien auch zu weniger politischem Engagement und gar geringerer Wahlbeteiligung führe:

Wir sollten uns die Information und Meinungsbildung über politische Fragen nicht von Algorithmen, geteilten Neuigkeiten und digitale Freundeskreise aus der Hand nehmen lassen – machen wir uns selbst ein Bild!

Media Lab: Nachrichten aus erster Hand, bitte! – Medien – Gesellschaft – Tagesspiegel Mobil

Bei den Dreien von #9vor9 ist es gemischt: Wir alle schauen wenn auch selektiert nach Listen oder Stichworten auf Twitter, nutzen aber auch andere Kanäle und Medien und recherchieren eigenständig. Hier ist die Studie wohl zu finden. Sie kostet allerdings bei kommerzieller Nutzung.

Mein Thema war dann anknüpfend an das IBM Livestudio vom 23.6.2020 die Automobilindustrie. Unverkennbar ist der Individualverkehr durch die Covid-19-Krise wieder stärker geworden, aber wird das so bleiben? Reguliert es sich nach dem Virus wieder und öffentliche Verkehrsmittel oder Car Sharing-Modelle erleben ein Comeback? Oder bleiben wir Deutsche autoverliebt? Eigentlich und streng genommen kein Digitalthema.

Ein Digitalthema ist aber auf jeden Fall die Bestrebung deutscher Automobilhersteller, zu Softwarekonzernen zu werden und das Betriebssystem ihrer Fahrzeuge nicht Google und Co zu überlassen, sondern selbst zu „ownen“. Volkswagen hat es angekündigt, Daimler will es tun, wie ja auch Sascha Pallenberg im Livestudio wortgewaltig erklärt. Lesenswert dazu der Bericht auf Auto Motor Sport. Unser Appell in #9vor9: Nehmt Euch die Corona-Warn-App zu Beispiel, schaut auf den #WirVsVirus-Hackathon und baut doch gemeinsam nach dem Open Source-Prinzip ein Betriebssystem für Eure Fahrzeuge, statt allein vor Euch hin zu wursteln. Sonst werdet Ihr gegen Google, Tesla, Amazon, Apple & Co überhaupt keine Chancen haben.

Dabei muss nicht zwingend ein zentrales Betriebssystem für alle deutschen Autobauer herauskommen. Wer aber mit Google, Apple oder Amazon mithalten will, wird um Kooperation nicht herumkommen.

Auto-Betriebssysteme von Tesla, Google, Daimler, BMW oder VW – auto motor und sport

Allein es bleiben Zweifel. Die groß angekündigte Kooperation von BMW und Daimler im Bereich autonomes Fahren ist ja erst kürzlich gescheitert. Warum sollte dann die Zusammenarbeit bei „dem“ Betriebssystem für das Auto der Zukunft funktionieren?

Schließlich noch die Notiz, dass wir jetzt erst einmal Urlaubspause mache. Wir melden uns dann rechtzeitig, sobald wir mit #9vor9 wieder live gehen. Bis denne.

(Stefan Pfeiffer)

Das eigene Auto im Abo? Lieben die Deutschen noch ihre Autos? Und schaffen die deutschen Hersteller ein eigenes Betriebssystem?

25. Juni 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Es war ein Ritt auf der Rasierklinge und es hat unheimlich viel Spaß gemacht, das IBM Livestudio Magazin vom 23. Juni 2020. Diesmal hatten wir zwei Live-Diskussionsrunden geschaltet. Der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hat sich mit Dirk Wollschläger, dem General Manager für Automotive weltweit in der IBM unterhalten (. Sie hatten ein besonderes Thema: Autos müssen gerade seit der Covid-19-Krise auch online verkauft werden. Tesla habe es vorgemacht. Die deutschen Automobilkonzerne seien noch nicht so weit. (Übrigens hat an der Stelle später Sascha Pallenberg vom Daimler widersprochen).

Und es brauche neue Abomodelle für Fahrzeuge, um den Käufern beziehungsweise Abonnenten die Zurückhaltung zu nehmen. Derzeit sei man sehr risikoaffin, auch wegen des Umstiegs auf Elektroautos. Ob jeder einem endgültigen Abgesang auf Car Sharing, Uber und andere Dienste allerdings zustimmt, wage ich zu bezweifeln. Manche Trends könnten nach der Covid-19-Zeit durchaus wieder anspringen.

Lieben „die Deutschen“ weiterhin ihr Auto – und den Individualverkehr?

Und bei der Aussage von Ferdinand Dudenhöffer, dass die Deutschen, die Großstädter das Auto lieben und weiter Auto fahren wollen, wird gar mancher zucken. Dudenhöffer führte Zahlen an, dass in den 20 größten deutschen Städten die Zahl der Fahrzeuge zugenommen haben. Das steht natürlich im Kontrast zu der Wahrnehmung, dass gerade Jüngere scheinbar nicht mehr so sehr am Statussymbol Auto zu hängen scheinen. Stoff für Diskussionen also. Die beiden Experten waren sich auf jeden Fall einig, dass die deutschen Automobilkonzerne eigentlich umgehend Onlineverkäufe mit vorpaketierten Fahrzeugen anbieten müssen, dass sie attraktive Abomodelle bieten müssen, um möglichst gut durch die Krise zu kommen.

Das Auto als größtes und schnellstes Device: Mercedes & Co. bauen eigenes Betriebssystem

Die Schnittstelle zum Kunden besetzen ultimativ wir. Wir wollen die neuen, softwarebasierten Geschäftschancen selbst wahrnehmen. – Ola Källenius, CEO, Daimler

Im, zweiten Gespräch mit dem schon erwähnten Sascha Pallenberg und meinem Kollegen Salvatore Romeo (ab ca. 28:39 Min.) ging es dann um die Projekte von Mercedes, angefangen von Ask Mercedes, einem Fahrzeughandbuch, das als Chatbot realisiert wurde, bis zur Entwicklung eigener Software-Betriebssysteme durch Daimler und andere Automobilkonzerne. Laut Sascha müssen und werden die Konzerne das Betriebssystem des Autos „ownen“ und dürfen dies nicht Apple, Tesla oder Google überlassen. Hier sei auch auf einen aktuellen Bericht von Auto Motor Sport hingewiesen, der die Bemühungen der einzelnen Konzerne darstellt:

Bei VW, Daimler und BMW versuchen sie mit aller Macht, eigene Lösungen zu entwickeln. Spannend dabei: Sowohl bei Daimler als auch bei BMW setzen sie dabei im Kern auf das Betriebssystem Linux und sind damit in bester Gesellschaft. Auch das Tesla-Hirn basiert auf Linux. Warum also nicht kooperieren? …

Die einzige Chance für Daimler, BMW und VW kann also nur darin liegen, besser zu sein, als die Plattform-Konzerne aus dem Silicon Valley. Bessere Sprach-Assistenten anzubieten, nutzerfreundlichere Services, einfachere Nutzeroberflächen und innovativ verknüpfte Hard- und Software. Dabei muss nicht zwingend ein zentrales Betriebssystem für alle deutschen Autobauer herauskommen. Wer aber mit Google, Apple oder Amazon mithalten will, wird um Kooperation nicht herumkommen.

Auto-Betriebssysteme von Tesla, Google, Daimler, BMW oder VW – auto motor und sport

Ob es wirklich zu einer Kooperation kommen wird? Die Zusammenarbeit im Bereich autonomes Fahren hat man ja schnell wieder eingestellt.

Und wir werden uns Mitte kommenden Jahres entscheiden, wie die persönliche Mobilitätslösung aussehen wird

Das Thema Auto wird auch mich weiter beschäftigen. Klar ist für mich, dass ich keine vergleichsweise große Kiste mehr brauche. Also werde ich den Markt in den kommenden Monaten intensiv beobachten und muss dann zur Mitte kommenden Jahres, wenn mein Leasingwagen ausläuft, eine Entscheidung. Eigenes Auto? Ein VW ID.3 vielleicht? Oder reicht auch ein Elektro-Smart für Stadt und Kurzstrecken? Und meine Frau und ich tauschen die Fahrzeuge bei Bedarf? Wer länger fahren muss nimmt den vorhandenen Golf-Klasse-Benziner, der andere den Smart. Mal schauen, wie sich die Situation entwickelt.

(Stefan Pfeiffer)

Bild von Emslichter auf Pixabay

Sehzeichen: Moovster – Mobilität ist Kultur. Mobilität ist Lifestyle.

5. März 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Gestern bin ich per Zufall über ein neues Vidoe gestoßen, das meine Kollegen:innen zu Moovster produziert haben. Ist eine coole Lösung, die rein zufällig auf IBM Technologie läuft. Mobilität ist Kultur. Mobilität ist Lifestyle. Hier das Video:

Ich zitiere mal aus der Pressemitteilung von 2019:

„Dazu hat Moovster, ein Spin-off der BMW AG, gemeinsam mit IBM eine Mobility-as-a-Service Plattform entwickelt. Eine App belohnt die Nutzer in Form eines Bonusprogramms für ihr urbanes Mobilitätsverhalten mit exklusiven Benefits. Am meisten wird belohnt, wer alle in einer Stadt vorhandenen Mobilitätsangebote flexibel nutzt und besonders nachhaltig unterwegs ist. … Wem diese Vorteile noch nicht genug sind, der lässt sich zusätzlich seine Mobilität von seinem Arbeitgeber bezahlen. Hierfür gibt Moovster Firmen eine einfache Servicelösung an die Hand, mit der Sie Ihren Mitarbeitern ein flexibles Mobilitätsbudgets zur Verfügung stellen können. Die Mitarbeiter können sich aus diesem Mobilitätsbudget dann ihre maßgeschneiderte private Lösung aus verschiedenen Verkehrsmitteln selber zusammenstellen und gleichzeitig Geld sparen.

IBM Newsroom – 2019-06-13 IBM und Moovster bereiten den Weg zu flexibler, nachhaltiger und intelligenter Mobilität in Städten – Deutschland

Hier geht es zur Moovster-Webseite. Wer sich mehr zur Moovster-Lösung ansehen und -hören will, kann auch dieses Interview anschauen, das Gunnar Sohn auf der Think at IBM 2019 mit Mario Lochmüller, Gründer und CEO der Moovster GmbH, und Peter Schel, Executive Partner bei IBM Global Business Services geführt hat:

Wann kommt der “Volkstromer” ID.3 und was taugt das E-Auto?

26. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Man kommt heutzutage nicht darum herum, sich über Mobilität und das eigene Fahrzeug Gedanken zu machen. Und es scheint ja auch Bewegung in das Thema zu kommen, auch wenn noch ein langer Weg zu gehen ist. Mal losgelöst davon, dass vielleicht sogar Car Sharing ein interessantes Modell sein könnte, ist der von Volkswagen vorgestellte ID.3 ein für uns interessantes Modell. Ein komplett neues Fahrzeug, nicht zu groß und mir gefällt das Design. Und die Reichweite sollte dicke für meine Frau reichen, um nach Frankfurt und zurück zu fahren.

Und Volkswagen beginnt auch immer mehr für die ID-Familie und insbesondere den ID.3 zu trommlen. Es sei „nach Käfer und Golf – das dritte große Kapitel für Volkswagen“, so Jürgen Stackmann, verantwortlicher VW-Vorstand für Vertrieb, Marketing und After Sales, der im Unternehmensblog laut elektroauto-news.net noch hinzufügt „außen so groß wie ein Golf, innen fast wie ein Passat, Wendekreis wie ein up!, Beschleunigung wie ein GTI, aber lokal emissionsfrei.“ Große Worte. Und – siehe unten – in der Beschleunigung ist wohl das Tesla Model 3 deutlich flotter, aber was soll es. Beschleunigung ist nur ein Nebeneffekt.

Vielleicht also eine Alternative, sobald er verfügbar ist. Das soll eigentlich Mitte des Jahres 2020 der Fall sein. Man konnte (kann?) ihn ja auch schon online direkt bei Volkswagen vorbestellen. Doch es gibt offenbar weiterhin technische Probleme, wie schon einige Zeit berichtet wird und wie es das Manager Magazin (hinter der Paywall) aufgreift.

Auch t3n hat das Thema darauf basierend unter der Überschrift „Volksstromer ID 3: VW scheint Software-Probleme nicht planmäßig in den Griff zu bekommenaufgegriffen. Von 12 Monaten Verzögerung und Unzufriedenheit der lieben Familien Piech und Porsche ist dort die Rede. Letztere hätten den Fokus auf Elektroautos nie überzeugend gefunden. Riecht halt nicht nach Benzin.

Ich werde also gespannt verfolgen, ob es hinhaut mit dem Sommer 2020. Große Eile haben wir glücklicherweise nicht. Unterdessen ist ja auch klar, wie der ID.3 vertrieben wird. VW und Händler haben sich auf ein sogenanntes erweitertes Agenturmodell geeinigt. Anfang des Jahres konnte oder wollte mein lokaler Händler dazu noch keine Auskunft geben:

Volkswagen wird zum direkten Vertragspartner der Kunden, während die Händler die Verkäufe der ID.-Familie an Privatkunden und kleine Gewerbekunden „nur“ als Agenten vermitteln, was vor allem die Akquisition, Beratung, Absolvierung von Probefahrten, Abwicklung des Geschäfts sowie die Auslieferung in Abstimmung mit Volkswagen umfasst.

ID.-Familie: VW und Händler einigen sich auf erweitertes Agenturmodell – electrive.net

Also auch hier bei Volkswagen die Integration von Online- und OfflineWelt. Hatte ich ja an anderer Stelle – auf der Euroshop – auch. Und es wird sicherlich hochspannend werden, wie sich das Händlernetz und deren Geschäft entwickeln wird, wenn einmal E-Autos in der Breite die Straßen beherrschen. Informationen zur ganzen ID-Familie mit Bullie und Cross Over findet man übrigens hier.

Und dann bin ich noch auf diesen Clip von Business Insider gestoßen, in dem der Tesla Model 3 und der ID.3 gegenübergestellt werden. Ein interessanter Vergleich.

Wer den gesprochenen Kommentar nachlesen will, findet ihn hier. Für mich schlagend: der Preis.

Zudem ist Tesla leider optisch nicht so mein Ding. Ich durfte vor geraumer Zeit in einem Tesla Model S mitfahren, ihn auch selbst fahren. Super Performance, aber weder innen noch außen mein Design. Über Geschmack kann man (nicht) streiten. Ach ja: Zur oben erwähnten Beschleunigung: Laut Video braucht das Model 3 5,6 Sekunden von 0 auf 100, der ID.3 ungefähr 9 Sekunden. Sicherlich relevanter die Reichweite oder auch das zu-ladbare Gepäck. Da gibt es kaum Unterschiede:

Und hier noch ein Zitat aus einem Bericht auf Netzwelt. Dort wird ein Autofan zitiert, der per Zufall das Model 3 und den ID.3 an einer Ladestation „überraschte“:

Sie sind fast gleich groß aber wie es aussah, konnte der VW mit rund 100 kW laden. Außerdem habe ich einen Prototypen eines elektrischen VW-SUV gesehen (wahrscheinlich der erwartete ID 4), aber dieser war noch heftig getarnt (…) Und um dem ganzen die Krönung aufzusetzen, kam auch noch ein Porsche Taycan mit künstlichem Motorensound vorbei. Klang albern.

Tesla Model 3 gegen VW ID.3: Der Parkplatz-Vergleich – NETZWELT

(Stefan Pfeiffer)

Foto: Copyright VW aus den Pressebildern entnommen

Lesezeichen Autoindustrie und Mobilitätsanbieter: Wie konnte eine ganze Industrie eine derartige Revolution verschlafen? Und wie geht es 2020 weiter?

30. Dezember 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Wie konnte eine ganze Industrie eine derartige Revolution verschlafen?

aus: Was das neue Jahrzehnt für Autoindustrie und Mobilitätsanbieter bringt | Gründerszene

Der große (Um–)Bruch
Scheitert die Autoindustrie am Wandel?

aus: Warum die Autoindustrie mit dem Wandel hadert – Wirtschaftswoche

Nur Tesla hat das Elektorauto nicht verschlafen, muss aber in absehbarer Zeit schwarze Zahlen schreiben – und wíll bald in Deutschland produzieren. BMW hat laut Don Dahlmann auf Gründerszene.de mit seiner Mobilitätsstrategie versagt, der Daimler ist auf Schrumpfkurs und so stellt sich die Frage, ob vieler Deutscher liebste Kinder am Ende des kommenden Jahrzehnts noch unabhängig sind.

Volkswagen, das rund um den Dieselkandal eigentlich zu viele Gesetzesbrüche begangen und Fehler gemacht hat, kommt bei Dahlmann besser weg. Elektromobilität und dort insbesondere VW könnten  das kommende und die nächsten Jahre danach bestimmen.

Volkswagen ist der wichtigste Player in diesem Bereich, denn ab Sommer 2020 kommt der neue ID.3 auf den Markt – das Auto, das VW zufolge „Der Golf unter den E-Autos“ sein will. Dann wird sich zeigen, ob und wie die Bevölkerung die E-Mobilität annehmen wird.

aus: Was das neue Jahrzehnt für Autoindustrie und Mobilitätsanbieter bringt | Gründerszene

Doch gibt es ja auch Stimmen, dass BMW schon lange mit dem i3 ein technisch überlegenes, aber im Design eher gewöhnungsbedürftiges Modell am Start hat. Doch BMW, laut Wirtschaftswoche mit dem i3 einst Pionier bei E–Kleinwagen, hält sich jetzt die Entscheidung noch offen, was die domierende Antriebsform sein wird.

Aber wird der neue ID.3 ähnlich wie einstmals Käfer und Golf in Deutschland (und vielleicht darüber hinaus) das Thema E-Mobilität prägen? Zumindest korrigiert VW seine Pläne gerade offiziell nach oben und will nun schon bis 2023 eine Million Elektroautos produzieren. Für das Jahr 2025 sollen es 1,5 Millionen Fahrzeuge der neuen ID-Familie sein. Und das obwohl es derzeit noch Probleme mit der Software gibt. Carsten Germis bezeichnet das in seinem Bericht in der FAZ vom 28.12.2019 als „Vorgeschmack auf das digitale Zeitalter, in dem das Auto zu einem Smartphone auf vier Rädern werden und die Software beständig aktualisiert werden soll“.

Und die Konkurrenz ist groß. Die Wirtschaftswoche stellt eine entscheidende Frage: „Die Deutschen und Tesla – Jäger oder Gejagte?“ Und nicht nur Tesla ist bereits aus den Startlöchern heraus. In Ländern wie China werden sich die derzeit dort noch so erfolgreichen deutschen Autobauer angesichts lokaler Konkurrenz, die voll auf Vernetzung setzt und potentiell sogar weiter sein dürfte, warm anziehen müssen.

Es stellen sich also viel Fragen: Werden gerade die deutschen Autofahrer 2020 die Reichweitenangst überwinden? Wird es gelingen, in Deutschland schnell eine breit verfügbare Ladeinfrastruktur zu schaffen?  Werden drängende und wichtige Fragen der  Umweltfreundlichkeit beispielsweise rund um die Batterien mittelfristig gelöst? Hoffentlich kommt es hier nicht nur zu Durchbrüchen in der Forschung wie gerade von IBM verkündet, sondern auch schnell zu entsprechender Produktionsreife und breiter Produktion. Viele Fragen sind offen wie auch Car Sharing oder umfassendere Mobilitätskonzepte und müssen in den kommenden Monaten und Jahren beantwortet werden.

Die persönliche Entscheidung bezüglich E-Mobilität

Persönlich werden wir 2020 darüber nachdenken, ob nicht auch für uns ein E-Auto in Frage kommt. Fahrten zur Arbeit nach Frankfurt sind problemlos machbar und auch eine Mischung von Benziner und E-Auto ist möglich, wenn beide berufstätig mobil sein müssen, mit den Öffentlichen nicht den Arbeitsplatz erreichen und wirklich einmal eine längere Strecke anliegt. Dazu dann eine Ladestelle in der eigenen Garage, vielleicht generell in der Tiefgarage unserer Eigentümergemeinschaft und die idealerweise kombiniert mit einer eigenen Solaranlage auf dem Dach. Das wäre doch ein erstes Träumchen.

(Stefan Pfeiffer)

 

Kurz kommentiert: Wie sich der BMW CEO und der Technikvorstand zum Thema Elektroautos gegenseitig aushebeln

3. Juli 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Freude am Fahren oder am Verbrennungsmotor… Mal kurz notiert und kommentiert, wie sich ein Vorstand und sein Technikchef mal schnell gegenseitig aushebeln:

Unmittelbar nachdem BMW-Chef Harald Krüger am 25. Juni ein höheres Tempo bei Elektrifizierung der Modellpalette angekündigt hatte, warnte Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich vor zu hohen Erwartungen. Gegenüber Journalisten erklärte er, dass Verbraucher außerhalb einiger weniger Regionen kein Interesse an batterieelektrischen Autos (BEVs) hätten. Deshalb geht man davon aus, dass Verbrenner mit Dieselmotoren noch etwa 20 Jahre lang produziert werden – Benziner sogar noch 30 Jahre lang.

über BMW: Europäer wollen keine Elektroautos kaufen | heise online

Man möchte fast sagen, feucht-fröhliche Aussagen zum „overhype-den“ Thema nach Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich. Da sprechen die derzeitigen TV-Aussagen von BMW eine andere Sprache, aber was soll es. Bild nach außen und reales Handeln waren in den vergangenen Jahren ja eh nicht gerade Stärke der deutschen Automobilindustrie.

Freude am Schummeln …

Und ja, wir Deutschen spinnen mit unserer Automanie. Auch ich fahre gerne einen schönen, schnellen Wagen, aber mein nächster Fahrzeug wird – so es irgend möglich ist – ein Elektrofahrzeug sein und auch ein Stückchen kleiner werden.

Und zum Thema Wasserstoffantrieb beziehungsweise Brennstoffzellen-Fahrzeuge habe ich noch immer Fragen in den Augen, aber das an meiner Unwissenheit liegen. Muss dringend mal „deeper diven“.

(Stefan Pfeiffer)

Bild von StockSnap auf Pixabay

#Livestudio Magazin vom 23. Mai: Gibt es gar ein Recht auf die Nutzung künstlicher Intelligenz? #ThinkatIBM

23. Mai 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Und das nächste Livestudio von der Think at IBM wurde heute um 11:30 Uhr gesendet in einem wieder sehr heißen Studio. Ann-Kristin Sass hat erneut viele interessante Aussagen eingefangen, was die Besucher bewegt. Eines der Themen ist Künstliche Intelligenz und Ethik. Rund um Technologie und künstliche Intelligenz werden vielfältige Debatten geführt. Neben der Angst um den Verlust von Arbeitsplätzen steht die Frage wann und wie Daten genutzt, verwertet, ausgewertet werden.

Das Thema taucht allenthalben – auch hier immer wieder im Blog –  auf: Kann, darf man auf Facebook, Instagram oder WhatsApp bleiben, wo neben Datenlücken Facebook sicher auch Algorithmen anwendet, auf deren Basis dann Werbung eingespielt wird? Oder gibt es andererseits – wie es auch Andrea Martin sagt – sogar ein Recht auf künstliche Intelligenz beispielsweise in der Medizin? Müssen wir in der Diagnose und Behandlung nicht Daten besser nutzen und zwischen Ärzten teilen, zum Wohle der Patienten und einer guten Behandlung? Natürlich unter Berücksichtigung des Datenschutzes und der Datensicherheit und mit der letztendlichen Entscheidung durch den Arzt.

Nicht umsonst hat also der deutsche Bundestag zu dem Thema eine Enquete-Kommission einberufen und drei Frauen, die Mitglieder der Kommission sind, haben in unserem Livestudio vorbeigeschaut. Gunnar Sohn moderiert. Vielen Dank an Saskia Esken von der SPD, Sabine Dehmel vom Bitkom und Andrea Martin von der IBM. Das vollständige Gespräch ist hier zu sehen.

Ein weiteres Thema: Mobilität, allenthalben diskutiert, etwas hochgekocht rund um die E-Scooter-Hype. Hier haben wir uns mit Mario Lochmüller, dem Chef von Moovster, über sein neues Angebot unterhalten. Daneben gibt es natürlich eine Reihe weiterer Themen. Viel Spaß mit dem Magazin:

 

Lesezeichen: „Der E-Scooter ist das iPhone der Mobilität“ – Horace Dediu

3. März 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Mal die etwas andere Lektüre am Sonntag:

Sie ermöglichen Disruption von unten. Der Roller entwickelt sich weiter bei Reichweite, Sicherheit und anderen Kategorien. Er nimmt den etablierten Verkehrsmitteln immer mehr Kilometer ab. Das geht bei einem Kilometer los und reicht bis ungefähr 20 Kilometer.

über Elektro-Roller: „Der E-Scooter ist das iPhone der Mobilität“ – SPIEGEL ONLINE

Arbeit, Leben, Arbeit

24. April 2018 Posted by Alexander Kluge

Im vergangenen Jahrhundert war alles darauf ausgerichtet, das Leben um die Arbeit herum zu organisieren. Arbeitszeiten, Arbeitsorte, Arbeitsmittel. Alles sauber getrennt. Jetzt haben wir erstmals die Möglichkeit, Arbeit um unser Leben herum zu organisieren.

10 Jahre nach “Sie nennen es Arbeit” redet Sascha Lobo tolles Zeug über New Work im Podcast mit Christoph Magnussen und Michael Trautmann. Anhören!