Posts Tagged: ‘Tesla’

Auto- oder besser Tesla-Notizen: Börsenwert, Innovationsvorsprung, Qualität und warum man noch keine Werbung schaltet

9. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Dreht sich eigentlich die ganze Autoindustrie nur noch um Tesla. Wenn man die „Auto-Nachrichten“ verfolgt gewinnt man zumindest diesen Eindruck. Nicht nur heise online berichtet über den Kurssturz:

Noch am 7. September schreibt car.IT über die goldenen Zeiten bei Tesla, den hohen Aktienkurs und die Risiken, falls der Innovationsvorsprung schrumpft oder Qualitätsmängel überhand nehmen und zitiert dazu Laut eine J.D.-Power-Studie, nach der die fehleranfälligsten Autos baue.

Apropos Qualität: Natürlich darf auch in diesen Auto-Notizen, nahezu Tesla-Notizen auch Ferndinand Dudenhöffer nicht fehlen. Anläßlich des Erscheinens der Mercedes S-Klasse sagt er zum SWR, dass der Mercedes EQS, das Topmodell der Elektrobaureihe, entscheide, wie gut Daimler zu Tesla stehe.

Die Wirtschaftswoche wiederum widmet sich dem Thema Tesla, Marketing und Werbung. Demnach setzt Elon Musk derzeit vor allem auf drei Säulen:

  • auf sich selbst und Twitter, wo seine Nachrichten verbreitet werden und er entsprechende Aufmerksamkeit genießt,
  • auf Pressearbeit, Public Relations,der Besuch in Deutschland ist ja ein gutes Beispiel und
  • und auf seine Fangemeinde, die Mundpropaganda für Tesla macht.

Das wird, so die Wirtschaftswoche bald nicht mehr genügen, um sich gegenüber den Wettbewerbern zu differenzieren. Die erste Werbekampagne wird kommen: „Irgendwann sollten wir wahrscheinlich Werbung machen“, schrieb Musk jetzt.

Und wie sehr der Name Musk zieht, hat sich ja gerade bei seinem Deutschland-Besuch gezeigt;

Und natürlich geht sein Besuch bei Volkswagen, die Probefahrt mit dem ID.3 durch die Presse, die Spekulationen schießen ins Kraut und auf tagesschau.de wird getextet „VW: Kein Deal mit Tesla“. Bei all der Aufmerksamkeit muss sogar der IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann eine Lanze für die deutsche Autoindustrie brechen:

Während Tesla hochsubventioniert seine Fabrik in Brandenburg gerade erst baut, wird 200 Kilometer südlich im Zwickauer VW-Werk bereits E-Mobilität produziert, in deutlich höheren Stückzahlen.

Probefahrt für Musk: VW: Kein Deal mit Tesla | tagesschau.de

Und jenseits der Diskussion und auch teilweise des Hypes um Musk und Tesla sind derzeit dunkle Wolken über der deutschen Automobilindustrie und vor allem auch den Zulieferern deutlich zu sehen, wie das Handelsblatt mit Bezug auf eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) oder auch EY analysiert.

Uns fehlt die Vision für die AR-Brille von Apple, mehr journalistische Inhalte durch Facebook News und warum wir Deutschen investieren sollten – Digitalthemen bei #9vor9

1. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Wie angekündigt ging es bei #9vor9 heute um Apple, den Erfolg von Tim Cook als Chef (zumindest an der Börse mit einem Wert von 2 Billionen US$) und dem nächsten großen Ding: der Augmented Reality-Brille von Apple, sozusagen das Headup Display für den Menschen. Sowohl Lars wie auch ich sind noch etwas am Zweifeln, aber vielleicht fehlt uns nur die Phantasie? Und dann noch eine Suchmaschine von Apple und einiges mehr, was ich ja auch schon von Fiene und Gutjahr in deren Podcast gehört habe.

Kein Wunder, dass ich das Unschuldslämmle Mark Zuckerberg über die Marktmacht von Apple auf regt. Wenn eine Krähe …

Was hatten wir noch auf der Pfanne? Kurz haben wir die Bedeutung von Wechat für den gemeinen Chinesen gestreift, ein essentieller Bestandteil des tägliches Lebens inklusive Bezahlfunktion, schwer vorstellbar für uns Deutsche.

Zurück zu Facebook: Hier hat Lars darauf hingewiesen, dass Facebook News nun auch nach Deutschland kommen wird. Meine persönliche Begeisterung hält sich in Grenzen und das Projekt ist ja auch umstritten, wie beispielsweise die Süddeutsche kommentiert. Wird es dazu führen, dass mehr journalistische Inhalte den immer mehr ins Alter kommenden Mitgliedern von Facebook präsentiert werden? Gerade angesichts der heutigen Situation und Diskussion ein heißes Thema. Fragt sich nur, ob dann Walmart, Microsoft oder Oracle auch News auf Tiktok bringen werden, damit die Jüngeren informiert bleiben.

Schließlich noch ein Hinweis auf den neuen Beitrag des geschätzten Gunter Dueck, der sich mit dem Thema Börsenwert und Aktien auseinandersetzt: „Heute beträgt der Börsenwert von Tesla ungeheuerliche 337 Mrd. Euro, der von Daimler dagegen nur 46 Mrd. Euro,“ schreibt er und schüttelt vermeintlich den Kopf. Die Deutschen und die deutschen Unternehmen vertrauen, so @wilddueck, ständig auf den Staat, machen den beispielsweise für eine Ladeinfrastruktur für E-Autos verantwortlich, statt die Ladestationen einfach selbst zu bauen – wie es Tesla in den USA tut. Dueck fordert zum Investieren auf, Privatpersonen und Unternehmen. Investieren statt auf Förderung vertrauen. Mehr Eigeninitiative statt Lamentieren und auf den Staat vertrauen. Da hat er mal wieder einen raus gehauen.

Dann bis kommende Woche bei #9vor9.

Larsilein & Stefan

Digitalthemen heute bei #9vor9: Digitalpakt, Lehrer und Schulen – Von wegen E-Auto: Die Deutschen kaufen in der Mehrzahl dicke, schnelle Benziner und Diesel

18. August 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

#9vor9 ist aus der Sommerpause zurück, leider derzeit ohne Gunni Sohn, der sich auf seine anderen Sendungen konzentrieren muss. #9vor9 ist ja reines Spaß- und Hobbyprojekt und dafür muss man als Selbständiger natürlich auch Zeit haben. Wir hoffen natürlich auf sein Comeback. Ist ja wie beim Fußball …

Um im Bild zu bleiben: Angestoßen hat Lars Basche mit dem Thema Digitalisierung und Schule und wie es trotz Digitalpakt nicht so vorangeht, wie man es sich eigentlich erhofft hatte. Die Digitalpakt-Mittel fließen extrem langsam, die Tagesschau berichtet unter dem Titel Lange Leitung, schlechte Ausstattung über digitale Schule in Nordrhein-Westfalen. Und erschreckend ein weiterer Tagesschau-Bericht: Zwei Drittel der Lehrer können laut Report Mainz noch immer nicht auf digitalen Fernunterricht umschalten.

Ich habe ein ungutes Gefühl, wenn ich jetzt von meinem Balkon aus die Schüler wieder Richtung Walldorf-Schule trippeln sehe, gerade auch wenn es schon in anderen Bundesländern zu Schulschließungen gekommen ist und im Nachbarkreis Groß-Gerau in einigen Schulen Maskenpflicht verordnet wird. Die generelle Kritik an Lehrern mag überzogen sein, aber für mich ist klar, das oft noch im Bereich digitale Kompetenz noch Nachholbedarf besteht.

Mein Thema war wie angekündigt Tesla, die deutsche Automobilindustrie und E-Autos. Das Thema beschäftigt mich beruflich im IBM Livestudio, aber auch privat, denn Mitte kommenden Jahres steht ein Fahrzeugwechsel an und ich liebäugele mit einem E-Auto. Generell als Hintergrundinformation passend ein Artikel mit vielen aktuellen Zahlen zu Beschäftigten, Umsätzen und vielem mehr in der FAZ:

An den bisherigen Verkäufen lässt sich der Aufbruch in die Zukunft ebenfalls nur in Ansätzen ablesen: Nach wie vor greifen die Kunden vor allem zu Autos mit Verbrennungsmotor. Ziemlich genau jedes zweite im Juli verkaufte Auto hatte einen Benzin-Motor, etwas mehr als jedes vierte einen Dieselantrieb. Der Anteil der rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge steigt wegen der üppigen staatlichen Zuschüsse zwar deutlich, liegt insgesamt aber immer noch bei mickrigen 5,3 Prozent.

Corona zwingt die Autoindustrie zur Vollbremsung

Ernüchternd. Und ich erinnere mich daran, dass mir mein VW-Händler eine Liueferzeit von 9 bis 12 Monaten für den e-UP! avisierte. Zwar werden also mehr E-Autos gekauft, aber der Weg ist noch sehr lange. Und auch die Ladeinfrastruktur muss noch geschaffen werden. Dazu der Tweet von Sascha:

Bedenklich und etwas frustrierend dann noch diese Aussage in der FAZ, die ein Schlaglicht auf das Bewusstsein der meisten Autokäufer wirft:

Das durchschnittliche, neu zugelassene Auto wird immer stärker, schneller und schwerer. Die Motorleistung stieg in den Jahren von 2005 bis 2018 um fast 30 auf 153 Pferdestärken, die Höchstgeschwindigkeit um 11 auf 200 Kilometer in der Stunde …

Corona zwingt die Autoindustrie zur Vollbremsung

Wir hätten noch eine Menge weiterer interessanter Themen gehabt – TikTok und Microsoft oder auch das unter der Schirmherrschaft von Frank-Walter Steinmeier stehende Projekt „Ethik der Digitalisierung“ – aber wollten nicht zu sehr über 9 Uhr hinaus senden. Vielleicht dann kommende Woche.

Tesla Model 3? VW ID.3? Oder der e-Up! als Zweitwagen? 2020 und 2021 sind Übergangsjahre für E-Autos

5. August 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Vor kurzem habe ich mich mit dem Thema Auto und Automobilindustrie, Tesla, VW und Daimler eher aus der Mega-, der Industrieperspektive genähert. Heute nun ein ganz persönlicher Blick. Lange Jahre war ich ein Vielfahrer und bin mit meinen Dienstwagen im Jahr zwischen 30.000 und 40.000 Kilometer gefahren.

In meiner Zeit bei FileNet in Bad Homburg gehörte dazu auch das tägliche Pendeln über jeweils 60 Kilometer nach beziehungsweise von Bad Homburg. Aus Jux und Tollerei habe ich ja mal die Kilometer und die verbrachte Zeit hochgerechnet, die ich in den 7 Jahren im Auto auf der Fahrt in oder von der Stadt mit der Champagnerluft verbrachte habe: über 200.000 Kilometer und geschätzt mehr als 250 Arbeitstage als Pendler „on the road“.

Und immer bin ich durch Deutschland zu Kunden, Geschäftspartnern, Redaktionen oder auch zu Veranstaltungen gereist, meist im Auto. Nicht erst seit Covid-19 haben die Reiseaktivitäten abgenommen, die lokalen, kleineren Veranstaltungen und Roadshows sind schon vorher weniger geworden und oft größeren, zentraleren Events gewichen. Offen gesagt bedauere ich das etwas, denn gerade der Besuch vor Ort oder gar beim Kunden hat doch immer zu direktem Kundekontakt und damit zu Bodenhaftung geführt. Und das ist für jemanden im Marketing nicht schlecht …

Während der mehr als 20 Jahre bin ich die üblichen Dienstwagen – bis auf einen Ausreißer -, Diesel meist in der A4-Klasse gefahren mit einem Hang zu Audi als Marke, oder um meinen Freund Jörg Allmann zu zitieren, mit einem Hand zum „Maoanzug des Managers“. Dienstwagen waren immer bequem, trotz des steuerlichen Nutzungswertes von 1% des Listenpreises und der Besteuerung der Fahrten zwischen Wohnung und Büro. Keine Benzinkosten, keine Werkstattrechnungen, keine Versicherung und immer einen neuen Wagen.

Doch nicht erst seit Corona beginne ich zu überlegen, ob es nicht Sinn macht auf einen kleineren privaten Wagen umzusteigen. Die Gedanken werden natürlich auch durch die bis Ende 2021 staatlichen Zuschüsse von bis zu 9000 Euro weiter befeuert. Nicht umsonst steigt gerade die Zahl der Förderanträge stark an. Noch nie wurden so viele Förderanträge gestellt, auch wenn im Juni 2020 nur 3,6 Prozent der Neuwagen Elektro-PKW waren*.

Tut es ein e-Up! als Zweitwagen? Bei 9 Monaten Lieferzeit, oder mehr

Auch mein lokaler VW-Händler hier in Darmstadt spricht von einem regelrechten Run. So hat der Volkswagen e-Up! derzeit Lieferzeiten von über 9 Monaten, manche sprechen sogar von einem Jahr. „Unsere Elektroautos sind derzeit ratzeputz ausverkauft“, so wird die Vertriebs- und Marketingleiterin für Elektromobilität bei VW, Silke Bagschik, zitiert.

Und ein e-Up! kann durchaus interessant sein, wenn man einen Zweitwagen für kleine Strecken braucht, also mit einer maximalen Reichweite von 260 Kilometer auskommt, und dann noch über Nacht daheim laden kann. Auch wenn der e-Up! sicher nicht mehr neueste Technologie – der erste Up! kam Ende 2011 auf den Markt – ist, bekommt der Kleine doch sehr gute Kritiken.

Der Volkswagen e-Up weist trotzdem den Weg für den Kleinstwagen von morgen. Entweder geht dieses Segment unter, oder es wird batterieelektrisch angetrieben. Durch die massive Förderung ist der e-Up inzwischen finanziell interessant, und einen Nachfolger erhält der e-Up nicht vor 2023. Jetzt und heute ist er in dieser Klasse ein erfreuliches Auto.

VW e-Up im Test: Doppelschritt | heise Autos

Und wenn man dann den Preis nach abgezogener Förderung von VW und Staat von rund 10.000 Euro sieht, kann man durchaus das unterdessen etwas altbackene Cockpit mit Maps & More-Navigation im Wagen verkraften. Oder? Der ADAC schreibt vom Super-Sonderangebot und Schnäppchen, bemängelt jedoch stark die schlechten Ergebnisse im Crashtest. Ich konnte den e-Up! dieser Tage durch einen glückliche. Zufall mal 30 Minuten fahren – lieben Dank an Herrn Bäcker vom Autohaus Wiest – und habe den Eindruck, dass es durchaus ein Wagen ist, um mal schnell zum Getränke- oder Supermarkt zu fahren oder auch im Winter die Tennishalle zu erreichen. Lange Strecken gehen halt nicht. Das muss klar sein.

ID.3: Keine Golf-Qualität? Und die Software muss noch aktualisiert werden

Und dann will Volkswagen ja jetzt endlich auch mit dem komplett neu entwickelten ID.3, das erste Serienfahrzeug, das auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) basiert, auf den Markt kommen. Ab September/Oktober soll ausgeliefert werden, auch wenn einige digitale Funktionen noch nicht fertig sind. Aber immerhin – und das zitiere ich besonders für meine Frau:

Gut funktioniert das pilotierte Fahren. Dabei erkennt der digitale Assistent in der Regel das Tempolimit und stellt automatische die Geschwindigkeit ein. Das Nachsehen haben die staatlichen Radar-Abkassierer.

VW ID.3: Hat er das Zeug zum Golf der Elektro-Ära? Die sieben wichtigsten Fakten | Auto

Endlich weniger Knöllchen … Und Funktionen sollen hinzugefügt, Fehler behoben werden können. So sind wohl Heads-up-Display und „App-Connect“, eine Spiegelung der Smartphone-Benutzeroberfläche, noch nicht fertig sein und das entsprechende Update soll später aufgespielt werden können. „Updates werden auch beim Auto der Zukunft zur Normalität gehören,“ so Silke Bagschik von VW. Wohl wahr. Aber ob die Kunden lange akzeptieren werden, für solche Updates zur Werkstatt zu fahren? Wer sich mit dem Smartphone vergleicht und State-of-the-Art-Technologie bieten will, der muss auch Aktualisierungen „over the air“ anbieten.

Die ersten Tests des ID.3 sind ambivalent. So lobt FAZ Platz und Fahrverhalten, meckert aber an der Innenausstattung herum:

Allerdings sind die Sitze weniger bequem als im Golf, und was sich VW in der Innenausstattung leistet, ist ein schwaches Stück. Harter Kunststoff, so weit das Auge und die Finger reichen, … enttäuschend. Man merkt dem ID 3 überall an, unter welchem Kostendruck er entstanden ist. Ob das gutgeht?

VW ID 3: Der Golf mit Strom und Plastik- FAZ

Der ID.3, quasi der Auftakt der neuen E-Plattform vom VW, spielt im Vergleich zum e-Up! natürlich preislich in einer anderen Klasse. Da muss man nach allen Abzug aller Förderungen wohl eher das Dreifache hinlegen, hat aber eben ein Fahrzeug auf dem neuesten technischen Stand bezüglich Assistenten und entsprechende Reichweite, in der mittleren Batteriestufe von 420 Kilometern nach Herstellerangabe. Das von mir neispielhafte konfigurierte Fahrzeug erreicht laut VW eine Höchstgeschwindigkeit1 von 60 km/h mit einer Beschleunigung von 0-100 km/h von 7,3 Sekunden. Reicht alles, wie ich gerade bei dem entschleunigten Fahren in Dänemark erfahren habe.

Tesla: Der Platzhirsch, mit dem ich nicht klar komme

Und ja, natürlich gibt es auch den Platzhirschen Tesla, den ich ja auch in meiner Einschätzung der Automobilindustrie behandelt habe. Tesla scheint den deutschen Marktbegleitern einige Jahre voraus, weil sie den Fokus auf Software und eigene Hardware gelegt haben. Volkswagen und Daimler versuchen jetzt mit ihren Aktivitäten zur Aufholjagd zu blasen, müssen aber einiges aufholen. Tesla scheint eine eigene homogene Plattform zu haben. VW scheint selbst beim neuen ID.3 wieder mehrere Betriebs­systeme ­und Recheneinheiten von verschiedenen Lieferanten einzusetzen.

Trotzdem und ganz persönlich: Ich kann mich mit Tesla nicht anfreunden und ich spreche hier gar nicht von den postulierten Qualitätsmängeln, von Spaltenmaßen bis Lackierung. Ich mag das Design nicht. Es ist mir zu plüschig … amerikanisch? Innen und außen. Übrigens fand meine Frau das Model 3 vom Design her ansprechend. Geschmäcker sind offensichtlich verschieden. Und können sich ändern. Und ja, das Model 3 hat eine ganz andere Spitzengeschwindigkeit und Beschleunigung wie die Konkurrenten. Beim Einstiegsmodell mit Winterreifen liegt man bei rund 46.000 Euro. Wer mehr Design, Reichweite (566 km) und Power (233 km/h, 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h) will, liegt dann schnell bei 56.000 Euro. Auch hier gehen natürlich die staatlichen Zuschüsse ab.

Tesla bekommt nicht nur Lob für seine Technik. Auch die Ladeinfrastruktur und die Einfachheit werden positiv hervorgehoben. Wer bei VW laden will, hat es vergleichsweise schwierig. Tesla machte es – wie auch bei der Konfiguration des Fahrzeugs – „just easy, simple, and customer friendly“:

Die deutschen Automobilhersteller haben es auch in puncto Kundenfreundlichkeit, Customer Experience, noch nicht so ganz verstanden. Aber wir deutschen Autokäufer sind ja leidensfähig. Und ich mag halt das Tesla-Design nicht, um mich zu wiederholen.

Womit ich wieder bei der eigenen Entscheidung und meine eigenen, auch teilweise emotionalen Vorlieben bin. Ich möchte eine Reichweite von stressfreien 300 bis 350 Kilometern haben, um bequem zu meinen Eltern und auch wieder zurück zu kommen, ohne Angstschweiß wegen Ladeangst zu haben. Gerne würde ich bei meinem VW-Händler bleiben, der schlappe 500 Meter entfernt seine Werkstatt hat. Ich weiß, das Thema Inspektion und Wartung ändert sich … Und ja, ein Auto muss mir vom Design gefallen, ein bisschen schnittig sein.

Deutsche Autobauer: Vorsprung durch Technik war gestern

Es scheint so, dass die deutschen Autobauer noch einen weiten Weg vor sich haben und eine größere Auswahl an Modellen erst in den kommenden Jahren zu erwarten sein wird, ein ID.4 SUV oder eben auch kleinere ID.2 oder ID.1. Wer jetzt entscheiden will, hat nicht die riesige Auswahl. Und viele ambitionierte Tesla-Jäger haben wohl noch einen langen Weg vor sich. Vorsprung durch Technik war gestern. Ob es morgen wieder gilt? Man wird sehen.

Vorsprung durch Technik? War gestern! Heute muss Audi Rückstand aufholen. Dazu soll eine Taskforce bis 2024 ein wegweisendes Elektroauto entwickeln und Audi wieder zur Speerspitze der technischen Entwicklung des Konzerns machen. Vorbild ist in fast allen Bereichen Tesla.

Audi Projekt Artemis: Tesla-Fighter für 2024, Super-Charger-Konkurrenz – auto motor und sport

* Laut Kraftfahrt-Bundesamt für Juni 2020: 51,5 Prozent der zugelassenen Neuwagen sind Benziner, 30,6 Prozent Diesel-PKW, 13,7 Prozent Wagen mit Hybridantrieb und 3,7 Prozent Elektro-Pkw.

Können die deutschen Autobauer den Software-Vorsprung von Tesla überhaupt noch aufholen?

3. August 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Das Thema E-Autos beschäftigt mich derzeit beruflich und privat. Im Job durfte ich kürzlich im IBM Livestudio Magazin einen ersten Schwerpunkt zum Thema Automotive* moderieren und hatte dort den deutschen Autopapst Friedrich Dudenhöffer und auch Sascha Pallenberg vom Daimler zu Besuch, die neben meinen Kollegen Dirk Wollenschläger und Salvatore Romeo interessante Einblicke in das Thema Automobilindustrie und Mobilität gaben. Natürlich wurden das Thema Corona und Einfluss auf den Verkauf von Wagen oder auch das Auto als fahrender Computer behandelt. Wie nicht anders zu erwarten, gab es knackige Aussagen, wie den Tweets zu entnehmen ist:

Gerade der letzte Tweet beschreibt die Zwickmühle, in der sich gerade auch die deutschen Automobilhersteller befinden. Der Daimler und natürlich auch Volkswagen wollen aufholen, aber zumindest VW Chef Herbert Diess gesteht Tesla im einem aktuellen Interview vom 1. August 2020 in der FAZ Tesla den Vorsprung zu:

Im Sammeln von Daten und bei der Vernetzung des Autos, da ist uns Tesla schon ein paar Jahre voraus. Tesla ist der einzige Hersteller, der das Auto von der Software her erdacht hat, als ein Device im Datennetz, das Kundendaten sammelt, das Daten auswertet und schnell reagiert. Da ist Tesla der Autoindustrie voraus.

VW-Chef Herbert Diess über seinen neuen Führungsstil

Nicht verborgen geblieben ist, dass VW gerade auch mit der Software noch Herausforderungen hat. Glaubt man den Presseberichten, so werden einige fortschrittliche Software-Funktionen im neuen ID.3 erst später nachgeliefert und auch beim Golf 8 gab es Software-Probleme. Man will die die eigene neue Einheit, die Car.Software-Organisation, personell aufbauen und deutlich verstärken. Und der gerade ernannte neue Chef der Unit, Dirk Hilgenberg, betont die Bedeutung der Software:

Wir läuten momentan die größte Revolution in der Automobilbranche ein. In wenigen Jahren werden das Betriebssystem eines Autos und seine Vernetzung mit einer hochsicheren Daten-Cloud den entscheidenden Unterschied ausmachen

Volkswagen: Dirk Hilgenberg leitet Car.Software-Organisation | Automobilwoche

Das hat ja auch Sascha Pallenberg in unserem Gespräch betont. Man will Google, Apple – und natürlich auch Tesla – nicht den Software-Markt überlassen, sondern „Smartphones auf Rädern“ mit eigenen Betriebssystem und entsprechender Wertschöpfung entwickeln. Das ist der Anspruch von Volkswagen, dem Daimler und wahrscheinlich auch BMW. Sie blasen zu einer sehr herausfordernden Aufholjagd, denn Tesla scheint derzeit Jahre voraus und hat als einziges Unternehmen eine zentrale Recheneinheit und Software aus eigener Entwicklung. Selbst beim neuen ID 3 von VW kommen dagegen wohl mehrere Betriebs­systeme ­und Recheneinheiten zum Einsatz.

Der Daimler-Vorstandsvorsitzende Ola Källenius betont beispielsweise im F.A.Z. Digitec-Podcast vom 18. Juli 2020, wie wichtig ein neues modulares Betriebssystem für den Daimler ist, um auch die Vielzahl der Steuerungsmodule – Källenius spricht, wenn ich mich recht erinnere von 100 Steuereinheiten in der S-Klasse – zu integrieren und zu vereinheitlichen. Auch deshalb wurde die Kooperation mit Nvidia, einem der führende Anbieter von GPUs (Graphics Processing Units), eingegangen, um bei der Entwicklung eines fahrzeuginternen Computersystems sowie einer KI-Computing-Infrastruktur zu kooperieren. Sinnigerweise hat Tesla wohl auch mit Nvidia in seiner Hardware 2.5 gearbeitet, aber produziert wie gerade geschrieben nun Hardware und Software selbst …

Man wird aber den Eindruck nicht los, dass es in den deutschen Automobilkonzernen massiv rumpelt. Die Corona-Krise deckt dabei Versäumnisse auf, die wohl schon vor Jahren gemacht wurden. Wie kommentiert Holger Appel süffisant in der FAZ den Sanierungsfall Mercedes:

Weil der Sonnyboy Dieter Zetsche Elektromobilität und Digitalisierung verschlafen hat und sein Nachfolger Ola Källenius den ihm überlassenen Mercedes-Karren nicht aus dem Dreck kriegt.

Schlusslicht: Saniert mit Strategie

Und Ola Källenius will jetzt wohl statt auf A- und B-Klasse mehr auf die S-Klasse setzen, um sich über das Luxussegment zu differenzieren: „Luxury is Profit ist die neue Strategie von Källenius,“ kommentiert Ferdinand Dudenhöffer. Vielleichtb hofft man, dass den Autofahrern irgendwann doch angeblich vorhandene Verarbeitungsmängel bei Tesla-Fahrzeugen auffallen? Derzeit nehme ich gefühlt immer mehr Teslas wahr … Und Tesla schläft sicher nicht – und baut im Herzen Europas die neue „Giga Factory“ in Brandenburg.

Die kommenden Jahre dürften also spannend und herausfordernd für den Automobilstandort Deutschland werden. So weit eine kurze Bestandsaufnahme aus der Megaperspektive. Und in Kürze dann meine persönliche Bestandsaufnahme als gemeiner Autofahrer.

* Im IBM Livestudio ist noch ein weiterer Schwerpunkt für Mitte August 2020 angedacht. Dort werden wir uns aber wahrscheinlich nicht so mehr mit den Fahrzeugen selbst, sondern eher mit Lieferketten und Produktion auseinandersetzen.

Digitalthemen bei #9vor9: Tim Höttges, Sascha Lobo, der Digitalindex, Teslas Vorsprung gegenüber VW und Toyota und mehr

3. März 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Zwei Begriffe standen heute im Mittelpunkt von #9vor9: Lars und die heute-Show und Gunnar, der die dystopischen (Weltuntergang verkündeten) Aussagen von Sascha Lobo oder Telekom CEO Tim Höttges auf das Korn nimmt. Hier die Sendung:

Höttges hat in einem Gespräch mit Gabor Steingart die digitale Situation in Deutschland und Europa aufs Korn genommen und übt harsche Kritik. Wir hätten die erste Digitalisierung an Plattformen wie Google, Facebook oder Amazon verloren. Nun seien wir dabei auch die zweite Halbzeit zu verlieren, denn es gebe keinen nennenswerten europäischen Cloud-Hyperscaler, so Höttges. Und er fügt hinzu:

Der Rohstoff des 21. Jahrhunderts sind Daten. Heute sind wir nur noch Datenlieferant. Wir liefern unsere privaten Daten über Social Media an die großen Plattformen für Werbetreibende. Wir verkaufen unsere Daten auf riesigen Cloud-Data-Centern zur Analyse an Großunternehmen, die dann mit Künstlicher Intelligenz neue Produktivitätsideen erarbeiten. Aber die Verfeinerung findet nicht in Europa statt.

Telekom-CEO: „Deutschland steigt ab“

Viel Wahres, aber auch einiger Populismus, wenn er beispielsweise schwärmt, wie toll und schnell der Ausbau von 5G in den USA klappt. Mir fehlt auch ein wenig die Selbstkritik. Wenn man sich die Preisstruktur und den Service der Telekom anschaut, ist hier sicher auch ein Weg ins 21. Jahrhundert zu gehen. Und die Entschuldigung, dass die anderen Telekommunikationsanbieter auch nicht besser sind, zählt nicht. Wer Customer Experience und Kundenzufriedenheit ernst nimmt, der muss seinen bestehenden, treuen Kunden auch die Konditionen geben, die er Neukunden anbietet, finde ich. Aspekte, die im Podcast gar nicht vorkommen und auch nicht von Gabor Steingart nachgefragt werden. Trotzdem lesens- und hörenswert – wer, es sich anhören will, hier geht es zum Podcast -, doch er segelt halt am Wind der Telekom-Interessen … Ist ja auch klar.

Dystopisch: Sascha Lobos Aussagen schocken Gunnar Sohn

Lars liest gerade, das aktuelle Buch „Realitätsschock“ von Sascha Lobo. Eine Aussage, so Lars: KI wird nicht nur die dummen Jobs, sondern auch „intelligente“ Tätigkeiten übernehmen. Und damit werden auch dort Arbeitsplätze wegfallen. Wieder ein Veto und eine dystopische Aussage, meint Gunnar Sohn, und zieht entsprechende Studien und Aussagen heran, dass bisher keine Arbeitsplätze weggefallen seien. Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung wird sicher ein Thema sein, das uns noch lange beschäftigen wird.

6 Jahre Vorsprung – Tesla Model 3 technologisch weit vor VW und Toyota

Noch drei Digitalthemen, die ich diese Woche auf der Pfanne hatte oder habe. Ich habe die Tage über den „Volksstromer“, den für Sommer angekündigten ID.3 von Volkswagen geschrieben und dabei auch eine vordergründigen Vergleich zwischen dem Tesla Model 3 und dem ID.3 heran gezogen. Hintergründiger wird es wohl, wenn man beim Model 3 unter die Haube schaut. Das wurde jetzt in Japan getan mit frappierenden Ergebnissen:

Der zerlegte Tesla Model 3 soll den beteiligten Ingenieuren zufolge ganze „6 Jahre vor Toyota und VW“ liegen, wenn es um die elektronische Ausstattung geht. Besonders beeindruckt waren die Experten von der in Elon Musks Fahrzeugen integrierten zentralen Kontrolleinheit, dem „komplett selbst-fahrenden Computer“.

Tesla Model 3 zerlegt: Technologie ist Schock für deutsche Autobauer – futurezone.de

Nur 15 Prozent mobiles Arbeiten oder Home Office in Deutschland

Und der D21-Digital-Index 2019 / 2020, das jährliche Lagebild zur Digitalen Gesellschaft, ist da. Haben wir nur kurz gestreift und sollte man sich doch noch etwas näher anschauen. Insgesamt ist demnach die digitale Kompetenz (Zugang, Nutzungsverhalten, Kompetenz, Offenheit) um 3 Punkte auf einen Wert von 58 von möglichen 100 Punkten gestiegen (was immer das auch aussagen mag). Eines meiner Lieblingsthemen HomeOffice beziehungsweise mobiles Arbeiten wurde auch abgefragt:

Demnach ist in 60 Prozent der Berufen ein solches Arbeiten nicht möglich. Danach kommen 30 Prozent der Unternehmen, die das möglich machen. Und schließlich haben 15 Prozent daran keine Interesse. Das summiert sich auf nur 15 Prozent, die derzeit mobil oder daheim arbeiten. Noch ein langer Weg zu gehen, wenn wir an Umweltschutz und Lebensqualität denken. Ich muss an meinem Artikel und Tweet vom Dezember 2019 denken, der damals rege diskutiert wurde:

Blockchain für die Umwelt

Schließlich sei noch der Verweis auf die die „umweltpolitische Digitalagenda“ von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) erlaubt, über den das ZDF berichtet hat. Dort wurde wiederholt Blockchain als eine Technologie erwähnt, die zur Nachvollziehbarkeit in Entsorgung und Lieferketten eingesetzt werden könnte und sollte. Hier mein „Block“ dazu.

Und last but not least: Wir wollen Lars in der heute-Show bei Oli Welke am Tisch sehen! Wahrscheinlich als Retter von Werder.

(Stefan Pfeiffer)

Wann kommt der “Volkstromer” ID.3 und was taugt das E-Auto?

26. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Man kommt heutzutage nicht darum herum, sich über Mobilität und das eigene Fahrzeug Gedanken zu machen. Und es scheint ja auch Bewegung in das Thema zu kommen, auch wenn noch ein langer Weg zu gehen ist. Mal losgelöst davon, dass vielleicht sogar Car Sharing ein interessantes Modell sein könnte, ist der von Volkswagen vorgestellte ID.3 ein für uns interessantes Modell. Ein komplett neues Fahrzeug, nicht zu groß und mir gefällt das Design. Und die Reichweite sollte dicke für meine Frau reichen, um nach Frankfurt und zurück zu fahren.

Und Volkswagen beginnt auch immer mehr für die ID-Familie und insbesondere den ID.3 zu trommlen. Es sei „nach Käfer und Golf – das dritte große Kapitel für Volkswagen“, so Jürgen Stackmann, verantwortlicher VW-Vorstand für Vertrieb, Marketing und After Sales, der im Unternehmensblog laut elektroauto-news.net noch hinzufügt „außen so groß wie ein Golf, innen fast wie ein Passat, Wendekreis wie ein up!, Beschleunigung wie ein GTI, aber lokal emissionsfrei.“ Große Worte. Und – siehe unten – in der Beschleunigung ist wohl das Tesla Model 3 deutlich flotter, aber was soll es. Beschleunigung ist nur ein Nebeneffekt.

Vielleicht also eine Alternative, sobald er verfügbar ist. Das soll eigentlich Mitte des Jahres 2020 der Fall sein. Man konnte (kann?) ihn ja auch schon online direkt bei Volkswagen vorbestellen. Doch es gibt offenbar weiterhin technische Probleme, wie schon einige Zeit berichtet wird und wie es das Manager Magazin (hinter der Paywall) aufgreift.

Auch t3n hat das Thema darauf basierend unter der Überschrift „Volksstromer ID 3: VW scheint Software-Probleme nicht planmäßig in den Griff zu bekommenaufgegriffen. Von 12 Monaten Verzögerung und Unzufriedenheit der lieben Familien Piech und Porsche ist dort die Rede. Letztere hätten den Fokus auf Elektroautos nie überzeugend gefunden. Riecht halt nicht nach Benzin.

Ich werde also gespannt verfolgen, ob es hinhaut mit dem Sommer 2020. Große Eile haben wir glücklicherweise nicht. Unterdessen ist ja auch klar, wie der ID.3 vertrieben wird. VW und Händler haben sich auf ein sogenanntes erweitertes Agenturmodell geeinigt. Anfang des Jahres konnte oder wollte mein lokaler Händler dazu noch keine Auskunft geben:

Volkswagen wird zum direkten Vertragspartner der Kunden, während die Händler die Verkäufe der ID.-Familie an Privatkunden und kleine Gewerbekunden „nur“ als Agenten vermitteln, was vor allem die Akquisition, Beratung, Absolvierung von Probefahrten, Abwicklung des Geschäfts sowie die Auslieferung in Abstimmung mit Volkswagen umfasst.

ID.-Familie: VW und Händler einigen sich auf erweitertes Agenturmodell – electrive.net

Also auch hier bei Volkswagen die Integration von Online- und OfflineWelt. Hatte ich ja an anderer Stelle – auf der Euroshop – auch. Und es wird sicherlich hochspannend werden, wie sich das Händlernetz und deren Geschäft entwickeln wird, wenn einmal E-Autos in der Breite die Straßen beherrschen. Informationen zur ganzen ID-Familie mit Bullie und Cross Over findet man übrigens hier.

Und dann bin ich noch auf diesen Clip von Business Insider gestoßen, in dem der Tesla Model 3 und der ID.3 gegenübergestellt werden. Ein interessanter Vergleich.

Wer den gesprochenen Kommentar nachlesen will, findet ihn hier. Für mich schlagend: der Preis.

Zudem ist Tesla leider optisch nicht so mein Ding. Ich durfte vor geraumer Zeit in einem Tesla Model S mitfahren, ihn auch selbst fahren. Super Performance, aber weder innen noch außen mein Design. Über Geschmack kann man (nicht) streiten. Ach ja: Zur oben erwähnten Beschleunigung: Laut Video braucht das Model 3 5,6 Sekunden von 0 auf 100, der ID.3 ungefähr 9 Sekunden. Sicherlich relevanter die Reichweite oder auch das zu-ladbare Gepäck. Da gibt es kaum Unterschiede:

Und hier noch ein Zitat aus einem Bericht auf Netzwelt. Dort wird ein Autofan zitiert, der per Zufall das Model 3 und den ID.3 an einer Ladestation „überraschte“:

Sie sind fast gleich groß aber wie es aussah, konnte der VW mit rund 100 kW laden. Außerdem habe ich einen Prototypen eines elektrischen VW-SUV gesehen (wahrscheinlich der erwartete ID 4), aber dieser war noch heftig getarnt (…) Und um dem ganzen die Krönung aufzusetzen, kam auch noch ein Porsche Taycan mit künstlichem Motorensound vorbei. Klang albern.

Tesla Model 3 gegen VW ID.3: Der Parkplatz-Vergleich – NETZWELT

(Stefan Pfeiffer)

Foto: Copyright VW aus den Pressebildern entnommen

Wann kommt der “Volkstromer” ID.3 und was taugt das E-Auto? [Podcast]

26. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Man kommt heutzutage nicht darum herum, sich über Mobilität und das eigene Fahrzeug Gedanken zu machen. Und es scheint ja auch Bewegung in das Thema zu kommen, auch wenn noch ein langer Weg zu gehen ist. Mal losgelöst davon, dass vielleicht sogar Car Sharing ein interessantes Modell sein könnte, ist der von Volkswagen vorgestellte ID.3 ein für uns privat ein interessantes Modell. Hier einige Gedanken zum Thema. Den Text findet Ihr hier.

#9vor9: Von der Bohne in die Kaffeetasse, geschlossene Digitallabore und das Tesla-Dilemma in Brandenburg

18. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

In gewohnter trauter Zweisamkeit wieder ein #9vor9 von Gunnar und mir. Meine Digitalthemen der Woche waren klar, denn ich berichte am 17. und 18. Februar 2020 von der EuroShop in Düsseldorf und unterhalte mich dort im IBM Livestudio zu unterschiedlichsten Themen aus dem Umfeld Technologie und Handel. Mein Highlight des ersten Tages war sicher das Gespräch mit dem CTO von Farmer Connect Fabian Portmann und meinem Kollegen Christian Schultze-Wolters über die derzeit in Realisierung befindliche Lösung, basierend auf IBM Blockchain-Technologie den Weg der Kaffeebohne von der Plantage in Brasilien bis zum Supermarkt in Europa und in die Tasse daheim zu dokumentieren.

Wer Interesse an dem ausführlichen Gespräch mit Fabian und Christian hat, findet die Aufnahme hier. Im YouTube-Kanal der IBM Deutschland (wie auch auf der Facebook-Seite) sind auch die weiteren Talks zu finden. Das Thema Nachhaltigkeit, Lieferkette und Transparenz werde ich sicher auch nochmals separat hier aufgreifen. Am 18. Februar habe ich dann nämlich noch mit Max Gilgenmann von Neonyt über Nachhaltigkeit und Mode gesprochen und Ansätze diskutiert, was man in diesem Bereich tun könnte und sollte, um mehr Transparenz zu schaffen.

Weitere Themen in #9vor9: Einige Unternehmen bauen ihre Digitallabore schon wieder ab. Gunnar hat sich auch in seinem Blogbeitrag mit dem Thema beschäftigt. Und wir haben auch noch Stellung zur Diskussion um die angedachte Tesla-Fabrik in Brandenburg genommen und dazu aufgefordert, dass hier schnell eine Entscheidung herbeigeführt werden muss. Dieser Entscheid könnte massiven Einfluss auf das Image des Wirtschaftsstandorts Deutschland haben.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

#9vor9 ohne Basche, aber u.a. zum Thema Digitalkompetenz in der Regierung

19. November 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Heute habe ich nach meinem Urlaub mal wieder bei #9vor9 mitgemacht. Gunnars und meine Themen: Funklöcher und Digitalkompetenz in der Bundesregierung, die arme Doro am Katzentisch, Grundlagenforschung und Firmengründungen in Deutschland (Gunni macht Werbung für seinen Beitrag) Tesla in Deutschland, Hausputz beim Daimler, Wasserstoff nicht für Autos und wie reagieren wir auf rechte Parolen, AfD-Sprüche, gar Hassreden, wann sollten wir überhaupt reagieren. Und das alles ohne den Urlauber Basche, der uns dieses Hundi-Titelbild per Twitter geschickt hat.

Weihnachtsschmankerl: Teslas bei der Basler Polizei im Wartestand | via futurezone.at

26. Dezember 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Nicht nur ein Weihnachtsschmankerl, sondern auch ein Hinweis darauf, was so auf uns und die Polizei zurollt. Die Basler Polizei hat extra umgebaute Teslas, so Futurezone.at. Die dürfen jetzt noch nicht in Einsatz gehen, weil Datenschutzprobleme bestehen, der Autohersteller die Fahrzeuge remote kontrollieren kann und natürlich weiß, wo sich diese aufhalten. Das geht jetzt mit Datenschutz und Polizeiarbeit wohl nicht konform. Und das Thema vernetzte Autos und Datenschutz wird generell im wahrsten Sinne des Wortes auf uns zurollen, nicht nur für Tesla und nicht nur für die Polizei.

Der Basler Datenschutzbeauftragte Rudin bestätigte, dass die neuen Polizeiautos nicht zum Einsatz kommen dürfen, bevor die Datenschutzprobleme gelöst seien. Er kritisierte, dass es keine Vorabkontrolle gegeben hätte.

Gerade der Zugriff auf Positionsdaten ist bei der Polizeiarbeit durchaus heikel. Tesla wüsste dann genau, welches Fahrzeug sich mit welcher Geschwindigkeit in welche Richtung bewegt.

über Basler Polizei schafft Tesla-Autos an, darf sie aber nicht einsetzen | futurezone.at

Danke, lieber Thomas, für den Tweet.

Elektrolux

18. August 2017 Posted by Alexander Kluge

 

Just registred for #tesla #model3

Ein Beitrag geteilt von Alexander Kluge (@alecmcint) am

Damals, am 31. März 2016 um kurz vor Zehn, standen Menschen am Kurfürstendamm in zwei Warteschlangen. Die einen warteten auf das neue iPhone 5 SE vor dem Apple Store. Und die anderen waren bereit, 1.000 Euro Reservierungsgebühr im Tesla Store für ein Auto zu bezahlen, das bisher weder zu sehen war noch irgendwer probefahren konnte. Hergestellt von einem Unternehmen, das bisher nur wenige Elektro-Luxusautos gebaut und noch nicht gezeigt hatte, dass er pünktlich liefern und Masse herstellen konnte.

“Aua” schrub der Volker im Kommentar, als er uns fröhlich pfeifend nicht wenig Geld ausgeben sah. Und auch heute noch gehört es bei führenden meinungsbildenden Bloggern zum guten Ton, eben genau nicht zum Tesla Fanboy zu werden. Die Argumente laufen ähnlich wie zwischen Apple und Android Jüngern, allerdings sind es andere Gruppen die sich gegeneinander in Stellung bringen. Nach dem Model 3 Auslieferungs-Event vor ein paar Wochen ging es richtig los. “Das sind keine Serienfahrzeuge, alles Lüge!”, “Seht ihr, von wegen 35.000 $”.  Gleichzeitig schwappte #Dieselgate über das Land (“Elektromobilität ist aber auch alles andere als Öko!”) und die Argumentations-Schlacht nahm bizarre Formen an.

Jeder musste nun offenbar seinen Senf dazu geben. Und weil schon alles gesagt ist, nur noch nicht von mir, folgt hier mein Kommentar.

Die Diskussionen der letzten Wochen zum Thema Elektromobilität gingen online und offline ungefähr so – und bitte vor den Listpunkten  immer ein deutliches “Ja, aber!” einsetzen:

  • “Von wegen 35.000 $, jetzt kostet das Model 3 ja doch 50.000 $” – Ja, genau. Das nackte Basismodell kostet 35.000 $ , genau wie Musk es angekündigt hat. Und wie bei jedem deutschen Autohersteller kann man dickere Schlappen oder mehr Leistung mit mehr Geld bezahlen. Und ja, ich habe viel Verständnis dafür, dass Tesla erstmal die teurere Variante baut mit der längeren Reichweite. Wer die Basisversion will, kann ab Mitte nächsten Jahres mitspielen.
  • “Der Strom aus Deiner Steckdose ist genauso dreckig wie aus meinem Verbrenner”  – Hach, da können wir uns nun mit Links auf Studien bis zum Umfallen bewerfen. Richtig ist erstmal, dass ich mir Ökostrom zu Hause leiste. Und richtig ist auch, dass nur der Strom aus meiner Steckdose über die Jahre immer grüner wurde. In Deutschland wird der Energiemix grüner, und auch wenn er nicht ganz grün ist, und Kohlekraftwerke noch vor sich hin-idlen, mein Verbrenner wird nicht schrittweise sauberer werden über die Lebensdauer hinweg. Ja, nur ein bisschen sauberer sind die e-Fahrzeuge heute. Aber wenn alle ein bisschen mitmachen, dann wird kann es schließlich nur besser werden.
  • “Die Produktion der Batterien schadet der Umwelt viel mehr als mein A6 in seiner ganzen Lebensdauer” Auch dazu kann man sich je nach Gesinnung mit unterschiedlichsten Studien bewerfen. Richtig ist aber, dass wir momentan noch gar nicht abschätzen können, wie die gesamte Ökobilanz sein wird. Bei den Batterien rechnet man gerne Rohstoffabbau und aufwändige Fertigung hoch, vergißt aber Betrieb und Versorgung des Tankstellennetzes, ökologische Kosten der Ölforderung, verschweigt, dass die neue Gigafactory von Panasonic und Tesla, die die Batterien für die Teslas herstellen wird, den für die Fertigung benötigten Strom aus Solarstrom beziehen wird (ja, die Solar-Panele sind noch nicht auf dem Dach zu sehen, ja, die vorgelagerte Fertigung ist nicht 100% regenerativ, ja und ja, aber hier ist wenigstens die Chance, dass die Kette irgendwann weitgehend unabhängig von Öl ist.)
  • “Zwei Tonnen Blech mit Batterien durch die Gegend zu bewegen, ist schon an sich Ökofrevel” – Stimmt. Die ökologischste Form der Fortbewegung ist die Bewegung mit Muskelkraft. Und natürlich könnte man auch einen Twizzy kaufen, der nicht so viel Ballast mit sich rumschleppt. Nun, wir brauchen derzeit ein Auto. Nicht zwei. Das zweite gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Wir haben DriveNow, Car2Go, Bahn, ÖPNV, Fahrrad. Reicht. Aber unser Lebensmodell ist derzeit noch so ausgerichtet, dass es eines Autos bedarf. Auch das mag sich ändern. Aber wenn es ein vollwertiges Auto sein soll, dann soll es vollwertiger Ersatz sein und kein Spielzeug.
  • “Elektromotoren? So ein 3 Liter Turbo-Diesel, DAS ist ein Stück deutsche Ingenieurskunst!” Ja, mag sein, aber dieses komplexe Konstrukt aus vielen tausend Einzelteilen, das Benzin braucht, mit Öl geschmiert werden muss, Zündkerzen, Abgasreinigung, Kühlung und entsprechende Wartung wird irgendwann noch voll retro sein, aber es ist vorbei. Vorbei. Das sagt jemand, der seinem alten Saab 900 immer noch hinterher weint und beim Anblick und Sound eines Käfer Cabrios immer noch sehnsüchtig an seine Jugend zurückdenkt. Nostalgie. Aber vorbei.
  • “Wie soll ich denn da von Garmisch nach Flensburg kommen?” Man kommt von Garmisch nach Flensburg. Mit einem Tesla S ist neulich ein Fan zum ersten Mal über 1.000 km mit einer Ladung gefahren. Ja, es war ein P100D, und der kostet viel, und ja, seine Innenaustattung war um jeden Ballast reduziert worden, aber hey, wir stehen  erst am Anfang der Entwicklung! Wie lange haben denn die Motorbauer gebraucht, um die hochgezüchteten Maschinen auf das heutige Niveau zu heben? Zwootens: Die komplette deutsche Autoindustrie hat sich von einem durchgeknallten Unternehmer aus dem Silicon Valley zeigen lassen müssen, wie man in ganz Europa ein dichtes Netz an Schnellladestationen einrichtet. Mit dem Tesla durch Europa? Kein Problem. Eine Freundin von uns fährt seit zwei Jahren einen Tesla S durch Deutschland. Ja, man muss mehr Zeit einplanen. Und der eine oder andere lästert, dass dann die teuren Schlitten mit 120 bei optimaler Geschwindigkeit vor sich hinschleichen, um Reichweite zu optimieren – so what? Wenn das Ding dann auch noch von alleine fährt, mache ich meine Korrespondenz derweil. Der Stress mit den testosterongeschwängerten BMWs mit 250 km/h auf der linken Spur hinter mit mit Lichthupe: Vergangenheit.
  • “Tesla ist wie Apple nur Spielzeug der digitalen Boheme” – Ach, dieser Krieg wird bei mobilegeeks oder beim Robert Basic in der Kommentarspalte geführt. iPhone Käufer sind willenlose Opfer einer Marke und zahlen freiwillig doppelte Preise für minderwertige Hardware, yadayada. Das passiert jetzt auch mit Tesla. Ja, man kann einen Nissan Leaf kaufen, oder einen Chevy Bolt. Apfel. Birne. Warum? Auch ein Elektro-Auto darf Luxus, und es darf auch schön sein. Ein anständiges, gut aussehendes Auto befriedigt erst einmal die Sinne. Sicher kann man geteilter Meinung über die Designsprache sein, man kann die Schlichtheit des Innenlebens wie Johnny neulich als die Wiedergeburt des Trabant 600 S sehen, man kann aber auch einfach skandinavische Schlichtheit hineininterpretieren. Warum auch immer die anderen Hersteller ihre Elektromobile schon optisch in die Schmuddelecke verorten müssen – keine Ahnung. Aber viel viel wichtiger ist doch ein anderer Punkt. Nur Tesla denkt das Auto als vernetztes System, als Plattform für Mobilität. Natürlich ist das Interieur schlicht, es gibt nicht mal ein Handschuhfach, in dem man etwas vergessen kann. Es gibt nur einen Bildschirm, keine zehntausend Knöpfe , die irgendwer verstellen kann. Es gibt keinen Schlüssel, keine Fernbedienung, keine mechanische Öffnung für Trunk und Frunk, also die Kofferräume. Es gibt eine Keycard bzw. eine App auf dem Smartphone zum Öffnen. Und warum? Merkt Ihr es? Das ganze Auto ist auf Sharing ausgelegt, sodass ich es bedenkenlos teilen könnte. Ja, es gibt noch kein voll autonomes Fahren auf unseren Strassen, sodaß der Wagen alleine seiner Mobilitäts-Arbeit nachgehen könnte. Noch nicht.  Aber nur der Tesla ist darauf vorbereitet und das Konzept ist darauf ausgerichtet. Und nur der Tesla wird auf Knopfdruck in der Lage sein, während ich ihn nicht brauche, Geld zu verdienen. Fremde Leute in Deinem Auto? Unvorstellbar? Ich kann mir das gut vorstellen. Ich nutze ständig fremder Leute BMW, Minis, X1 oder Smarts – mit DriveNow oder Car2Go. Zur Sicherheit ist dann auch eine auf die Insassen gerichtete Innenkamera verbaut, wenn man wirklich mal wissen will, wer da in meinem Wagen rumgesaut hat. Schlechte Bewertung, sperren, fertig. Das ganze Konzept Auto ist von Tesla einfach weitergedacht als es derzeit jeder andere Hersteller tut, die noch daran festhalten, dass in Zukunft alle nur Ihr eigenes Auto fahren wollen, immer und ewig ein Lenkrad haben wollen und natürlich selber Gas geben wollen. Auch mir macht sowas zugegeben Spaß. Aber in Zukunft wird das keine Rolle mehr spielen.

Und noch was zum Thema wie viele Arbeitsplätze doch am deutschen Verbrenner hängen und wir müssen auch an die Konzerne und Lieferanten als Arbeitgeber denken. Nein. Wettbewerb tut gut, auch wenn er erstmal Arbeitsplätze bei den etablierten Playern kostet. Ich war einer der ersten, der sofort D2 Mannesmann Verträge abgeschlossen hat, als es losging mit dem Mobilfunk. Ich wußte, das Netz wird nicht so gut funktionieren wie D1 Telekom, aber ich wollte ein Zeichen für Wettbewerb setzen. Das taten wir mit unserer Firma auch sofort im Festnetzbereich, als es möglich wurde. Ich glaube, dass man gelegentlich den etablierten Marktteilnehmern Feuer unterm Hintern machen muss.

Mein Vater war damals in den 80er Jahren der Meinung, dass die Japaner zuverlässigere Autos zu einem besseren Preis als die deutschen Autobauer liefern. Er kaufte sich statt eines miserabel ausgestatteten BMW einen top ausgestatteten Nissan für uns als Familienwagen, vollgestopft mit Technik, die es damals serienmäßig bei Japanern, nicht aber bei den deutschen Herstellern gab. Einer seiner Mandanten, ein mittelständischer Unternehmer, verbannte ihn und diejenigen Mitarbeiter, die japanische Wagen fuhren, vom Hof. “Wir müssen draussen bleiben”. Der Schnappreflex war der gleiche wie heute: Die Japaner fluten unseren Markt, die deutsche Auto-Industrie geht kaputt. Aber nicht die Japaner waren schuld an dem Desaster, sondern die wenig innovativen, satten deutschen Autobauer. Und heute ist auch nicht Elon Musk, die böse #DieselGate Verschwörung oder sonstwer schuld, dass es uns mal wieder ein Ausländer zeigen muss. Es sind die verschlafenen Seilschaften bei den deutschen Autobauern, die mir für ein Karten-Update eines Bord Entertainment User Interfaces, das heute noch aussieht wie ein MS-DOS Prompt, 1.000 Euro abnehmen wollen. Auch daher haben wir uns bewußt entschieden, Elon Musk ein paar tausend Euro zu leihen, die ja auf der Bank auch keinen Zins bringen. Und ich werde ihm auch verzeihen, wenn das Spaltmaß nicht dem Standard deutscher Perlen des Autobaus entspricht. 

 

 

[DE] Statt „Diesel-Zipfel“ wäre der „E-Auto-Gipfel“ gefragt

30. Juli 2017 Posted by Stefan Pfeiffer

Bayern 3 Radionachrichten heute im Auto: Säbelrasseln, „verdammte“ Pflicht und Wahlkampfgetöse unserer lieben Minister in den Medien vor dem „Diesel-Gipfel“ am kommenden Mittwoch. Es muss sich was ändern. Nicht nur Software-, auch Hardware-Updates sind gefragt. Ein Schelm, der daran denkt, dass bald Bundestagswahlen sind.

Handelsblatt-Newsletter in meinem Posteingang: Die ersten 30 Tesla  Model 3 wurden ausgeliefert. Das Handelsblatt titelt Das iPhone der Straße ist da.  Das Handelsblatt zitiert Gene Munster, einen bekannter Technologie-Analysten, der Verkaufsstart mit der Einführung des iPhones im Jahre 2007 vergleicht. Im Beitrag werden auch unzufriedenen Tesla-Kunden erwähnt, mehr „Supercharger“ fordern.

Vor einigen Wochen waren wir mit einem befreundeten Paar – von uns nur noch Teslinchen und Teslator genannt – an der Mosel. Unser Teslator wurde sehr nervös, als nur noch 100 Kilometer im Model S geladen waren. Jetzt sind unsere Freunde auf Mallorca. Den Weg über Italien und die Cote d’Azur und Barcelona haben sie im Tesla zurückgelegt.

Seit rund 2 Wochen ist mein neuer Dienstwagen da: ein Audi Diesel. Wenn ich mich recht erinnere, wurden gar keine Benziner als Leasingoption angeboten. Und ich bin seit Jahrzehnten ein Verfechter deutscher Autos und habe immer gelästert, wenn Bekannte Japse gefahren sind. Die deutsche Autoindustrie ist Leitindustrie und wir sollten deshalb … Ich weiß, ich weiß.

Was hat das denn nun alles miteinander zu tun? Mittwoch – beim besagten „Diesel-Gipfel“ – wäre eigentlich der richtige Moment, auf den Tisch zu hauen und die Autowende einzuläuten: Start der deutschen E-Auto- und E-Mobilitäts-Initiative unter verpflichtender, finanzieller Einbindung der lieben Autohersteller, die es ja so leger mit Abgasmanipulation und widerrechtlichen Kartellabsprachen halten. Und ein Plan zum flächendeckenden Ausbaus der Charger-Infrastruktur gehört dazu. Tja, das wäre ein Signal, vom „Diesel-Zipfel“ zum „E-Auto-Gipfel“.

Mutti hat ja schon einmal nach Fukushima auf den Tisch gehauen. Aber vor den Bundestagswahlen werden die lieben Politiker nicht über ihren Parteischatten springen. Schade, denn das wäre jetzt das richtige Signal, ein Aufbruch und erfolgversprechender Versuch, das Gütesiegel „Made in Germany“ zu retten. Und es wäre die Chance, die Manipulatoren und Absprachler finanziell massiv in die Pflicht zu nehmen – und ihnen dabei noch eine Fortschrittsperspektive zu geben.

Ich würde gerne ein E-Auto fahren, wenn denn Reichweite und Infrastruktur stimmen.


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