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Social Media Splitter: Weisst Du, ich bin eine richtige Content-Maschine!? Und: Sollte die Tagesschau “tiktok-en” und einiges mehr

11. März 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Die letzte Tage sind einige Nachrichten rund um Social Media aufgelaufen, die doch mal lieber in meinen Notiz block eintrage. Diesen Tweet kann und darf man nicht vorenthalten und er gehört auf jeden Fall in mein Archiv der Social Media-Splitter. Ein Brüller:

Das deutsche Handwerk und Social Media

Und mal wieder eine Studie: Der Bitkom und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) haben 502 deutsche Handwerksbetriebe in Deutschland repräsentativ befragt. Eine eigene Webseite haben demnach fast alle. Auch in Verzeichnissen lassen sie sich eintragen. Aber Social Media ist noch immer für 70 Prozent offensichtlich kein Thema. Und auch Bewertungsplattformen und Online-Plattformen sind noch eher selten im Einsatz.

Mir kommt bei all diesen schönen Umfragen ein rein individuelles Erlebnis in den Sinn: Mein Sanitärtechniker scheint nicht einmal seine E-Mails zu lesen. Seit Tagen schlummert ein potentieller Auftrag in seinem Posteingang, aber er hat es auch wohl nicht nötig …

Instagram überholt Facebook an Reichweite

Und Instagram überholt Facebook in der Reichweite, so die Zahlen von Social Bakers:

Es war bereits abzusehen, aber jetzt ist es offiziell: Betrachtet man die Top 50 der größten Markenprofile, erreichen diese auf Instagram ein größeres Publikum als auf Facebook,

Yuval Ben-Itzhak, CEO von Socialbakers, zitiert nach: Socialbakers Trendreport: Instagram erreicht erstmals mehr Menschen als Facebook – doch das Engagement sinkt

TikTok – schöne heile Welt, alles so schön bunt hier

Und dieses Statement von Gabriel Yoran in seiner Glosse auf Uebermedien finde ich einfach festhaltenswert:

Alle anderen Apps auf meinem Handy bedeuten Ärger: E-Mail, vierhundert offene Tabs im Browser, Slack, das ganze Messaging-Gelöt, und von Twitter müssen wir gar nicht erst anfangen. Aber ich kann problemlos stundenlang TikTok gucken, und ich werde mich nicht dafür entschuldigen.

TikTok ist der eine Ort im Internet, an dem Zuversicht produziert wird, das wohltuendste Portal des Planeten. …

TikTok kann hundertmal chinesische Spyware sein, aber während alle Welt online wie offline durchdreht, findest du dort eine gar nicht kleine Gruppe Menschen, deren Einfallsreichtum, Hingabe und Herzlichkeit dir für ein paar Minuten den Glauben an die Menschheit zurückgeben.

Ich liebe TikTok, und ich werde mich nicht dafür entschuldigen | Übermedien

Na ja, nicht so unbedingt mein Ansatz und mir geht Gabriel etwas zu naiv, blauäugig, glatt bügelnd mit dem Thema um. Heile Welt, Entspannung jenseits des ganzen Kritikgedöns, alles gut und schön, trotzdem zucke ich etwas. Vielleicht unberechtigt. Ähnliches Zucken gab es auch angesichts der #GoldeneBlogger-Verleihung an das TikTok-Team der Tagesschau.

Ich muss zugeben, dass ich noch keine finale Meinung habe. Zuerst einmal, spontan sage ich, geht nicht, sollte die Tagesschau nicht machen. Dann denke ich an meine beste Freundin, Lehrerin, die mir erzählt, wie ihre Gymnasialschüler:innen total tiktok-en. Ist es also gerechtfertigt, auf solche Weise „die Jugend“ für die Tagesschau, für seriöse Nachrichten zu interessieren? Oder ist es vergebene Liebesmüh? Mittel, Zweck, Ihr wisst schon. Ich schwanke noch.

Dazu passend die Zahlen der ARD ZDF Onlinestudie: Unter den „Jüngeren“ zwischen 14 und 29 Jahre nutzen demnach 8 Prozent TikTok, insgesamt sind es nur 2 Prozent. Vorne liegt WhatsApp, wobei ich eine Einsortierung von WhatsApp als Social Media noch immer für falsch halte. WhatsApp sollte meiner Ansicht nach mit Messengern verglichen werden.

(Stefan Pfeiffer)

Social Media-Splitter: Auch wenn WhatsApp Deine Nachrichten nicht lesen kann, hat Besitzer Facebook ein klares Profil von Dir

14. Februar 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Meine Social Media-Splitter sind diesmal eigentlich vor allem Datenschutz – und Security-Splitter: Man kann einfach nicht genug auf die Datensammlerei von Facebook und Co über deren Werkzeuge aufmerksam machen. Im Interview mit Stern.de erklärt Katharina Nocun, warum Facebook ein klares Profil von uns bekommt, auch wenn die eigentlichen Nachrichten, die wir per WhatsApp senden verschlüsselt sind. Die Metadaten wie die Namen der Gesprächsteilnehmer, die Telefon- und Gerätenummer, die Netzwerkdaten, die IP-Adressen, Informationen über das verwendete Gerät oder Standortinformationen zeichnen ein genaues Bild von uns, ohne dass wir es merken.

Katharina wollte wissen, wer ihre Daten übertragen hat, bekam aber keinen Einblick:

Ich war entsetzt: Facebook hortet Unmengen Daten, aber man enthält sie denjenigen vor, die es betrifft. Vermutlich, weil viele Nutzer das reale Ausmaß erschreckend finden und sich dann von dem Dienst abwenden würden.

Katharina Nocun über Whatsapp: „Man sollte im Zweifel davon ausgehen, dass die Konzerne alles sammeln, was sie können“ | STERN.de

Nicht nur der Inhalt Deiner Nachrichten verrät etwas über Dich

In das gleiche Horn stößt auch der Artikel auf SecureThoughts.com zum Facebook Messenger. Im Beitrag wird aufgedröselt, was Facebook alle so darf, wenn man den Terms & Conditions für die Nutzung zustimmt. Wer versteht schon solche Ausführungen und Datenschutzerklärungen? Der Facebook Messenger kann sensible Daten auf dem Gerät lesen, vom Browserverlauf bis zu den verwendeten anderen Apps, kann Deine Profilinformationen lesen und verändern, Konten hinzufügen, Deine Kontakte lesen, ändern und ihnen Nachrichten senden. Und auch hier können Standortdaten ausgewertet werden. Ich wiederhole Katharinas Statement: Man kann nur entsetzt sein.

Do you know what Facebook does with the information it collects? We do know it sells some of this information to third-parties, which is why the app remains free. … But with the cyber-crimes black market growing at an exponential rate, what stops someone from hacking into Facebook and getting this information? If this information were to get into the wrong hands, information like names, phone numbers, pictures, and locations can be sold to the highest bidder.

Is Facebook messenger security tighter than Fort Knox? We’d like to think so, but …

Facebook Messenger Sending out More than Just Your Message?

Passend dazu folgende Nachricht auf Bloomberg vom 12. Februar 2020:

WhatsApp now has 2 billion users — 500 million more than it had just two years ago. … Facebook is working to encrypt all of its messaging apps, including Messenger and Instagram.

WhatsApp Hits 2 Billion Users, Defends Encryption Features – Bloomberg

Und was ist die am zweit häufigsten genutzte Messenger-App? Der Gewinner bekommt 100 Messi-Punkte …

Und nochmals: Die ganze Verschlüsselung muss sein, aber damit ist die Problematik nicht gelöst, dass der Konzern ein klares Profil von uns hat, es dort schon zahlreiche Datenlecks und Verstöße gegen Data Privacy gegeben hat und die Marktmacht der eines Monopols gleich kommt. Ich kann nur immer wieder dazu ermuntern, Alternativen wie Signal oder Threema zu nutzen!

Instagram boomt und übertrifft Umsätze von YouTube

Bleiben wir im Facebook-Konzern und gehen auf ein weiteres Tool ein, das immer wichtiger wird. Bloomberg berichtet am 4.2.2020:

Instagram, the photo-sharing app Facebook Inc. acquired for $715 million in 2012, generated more than a quarter of the social-media company’s revenue last year, according to people familiar with the matter. The app brought in about $20 billion in advertising revenue in 2019, said the people, who asked to remain anonymous because the figures aren’t public. That beats Google video unit YouTube, which recorded $15.1 billion in ad sales — a number parent company Alphabet Inc. revealed Monday for the first time. Facebook declined to comment.

Instagram Brings In More Than a Quarter of Facebook Sales – Bloomberg

So viel zum Thema Marktdominanz.

Die Suppen-App von Facebook (leider nicht zum Lachen)

Und wer sich intensiver mit Facebook und seinen Plänen auseinandersetzen will, hier noch der Hinweis auf den Podcast und Newsletter The Pioneer Tech Briefing: Wie Mark Zuckerberg ein Darkweb und eine Super-App baut mit Richard Gutjahr und Daniel Fiene. Zitat Richard Gutjahr:

Facebook soll zur Super-App ausgebaut werden – eine App, die Dutzende Apps in sich vereint. Online-Shopping, Online-Banking, Essen bestellen, Konzerttickets kaufen, Filme schauen – alles unter einer Haube, so dass man die App gar nicht mehr zumachen muss. So etwas gibt es schon: Nennt sich WeChat und kommt aus China. Zuckerberg ist dabei, das WeChat des Westens zu bauen.

Tech Briefing: Wie Mark Zuckerberg ein Darkweb und eine Super-App baut

Facebook wolle die digitale Infrastruktur unseres Lebens werden. Da werden sich Google, Amazon und die chinesischern Wettbewerber freuen.

Erhöhte Obacht! Phishing:“Du hast gewonnen“ oder „Bitte überprüfe Dein Passwort“

Und noch eine weitere Erinnerung, die eigentlich nur am Rande mit Social Media zu tun hat. Phishing bleibt ein ernstes Problem, wie Michael Kroker unter Bezug auf eine Studie von KnowBe4 titelt: „Phishing: Ein Viertel aller Nutzer fällt auf Mails zur sofortigen Passwort-Überprüfung herein„. Neben der Aufforderung, das eigene Passwort zu überprüfen, sind Gewinn- und Belohnungsmeldungen natürlich auch immer verdächtig. Deshalb immer aufmerksam sein, von wem eine E-Mail oder Nachricht auf LinkedIn, Facebook oder WhatsApp kommt, E-Mail-Adresse prüfen, kennt man den Abesnder und keine in diesen Nachrichten enthaltenen Links öffnen.

Ein wenig Hoffnung bezüglich Phishing scheint es zu geben. Laut dem aktuelle IBM X-Force Threat Intelligence Index 2020 ist Phishing mit 31 Prozent immer noch die belieteste Angriffsmethode, aber 2018 waren das sogar einmal nahezu 50 Prozent. Der gesamte englischsprachige Report kann hier – gegen Hinterlassen der Kontaktdaten – heruntergeladen werden.

Lesezeichen: Facebook, Twitter Instagram & Co reagieren noch nicht angemessen gegen Trolle und Bots

9. Dezember 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Die nächsten Wahlen kommen bestimmt, doch auch in der Zwischenzeit wird Meinung gemacht. Und wie das Strategic Communication Centre of Excellence (Stratcom) der Nato laut heise online herausgefunden hat, ist Manipulation weiter möglich, obwohl Facebook, Google und Twitter immer wieder betonen, dass sie massiv gegen Falschmeldungen sowie gegen Bots und Trolle vorgehen.

Stratcom hat für nur „300 Euro bei kommerziellen „Manipulation Service Providers“ (MSPs) 3530 Kommentare, 25.750 Likes, 20.000 Seitenabrufe und 5100 Follower auf Facebook, Instagram, Twitter und YouTube“ erwerben können. Twitter hat bei dem Test noch am besten abgeschnitten, da man 35 Prozent der Troll-Konten blockiert habe. Danach kam YouTube, dass Manipulationen immerhin richtig stellte. Facebook und Instagram landeten auf den beiden letzten Plätzen. Instagram hat laut Bericht kaum gekaufte der Likes oder Views korrigiert.

Die Selbstregulierung funktioniert offensichtlich trotz der Beteuerungen und freiwilligen Verpflichtung der Konzerne zur Hygiene vom September 2018 nicht. Der Manipulation wie bei den US-Wahlen 2017 steht weiterhin Tür und Tor offen. Stratcom sieht den Gesetzgeber gefordert. Laut heise online steht eh eine Überprüfung durch die EU-Kommission Anfang des kommenden Jahres an. Klar ist, dass hier ein dringender Handlungsbedarf herrscht, um Beeinflussungen und Manipulationsversuchen in den kommenden Monaten und insbesondere bei den anstehenden Wahlen möglichst effektiv zu begegnen.

 

Acoustic Studio: Video im Marketing – Lasset die Spiele beginnen

12. September 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Zum Abschluss des ersten Tages ist Martin Meyer-Gossner noch vorbei gekommen, der schon vor Jahren bei Silicon ein Videofomat ausgetestet in den Zeiten, als die Studio- und Kamerausstattung noch siebenstellige Beträge kosteten. Zusammen mit Gunnar haben wir das Thema diskutiert und Unternehmen ermutigt, mit Videos zu experimentieren. Die Einsatzgebiete vom Kundendienst über Testimonials bis zu Thought Leader-Beiträgen sind vielfältig, die Formate von kurz bis länger variabel. Es ost Zeit, mit den Experimenten zu beginnen, denn eines ist sicher: Die kommende Generation steht noch mehr auf Video!

#CMOKurator: Vom holistisch-kreativen CMO über traditionellen Kundendienst zu abnehmendem Facebook und zunehmendem Instagram sowie 5G und LinkedIn

26. August 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Und wieder einige Nachrichten aus Netz und Marketing.

CMO: Holistischer Blick auf Customer Journey, kreativ, gepaart mit Daten

Zitieren oder nicht zitieren. Dieses Fragezeichen hatte ich in meinen Augen, als ich den Beitrag von Christian Rätsch von CEO Saatchi & Saatchi Deutschland gelesen habe. Warum? Die Diskussion um die Rolle und die Bedeutung des CMO ist ebenso alt wie die Diskussion um die Rolle des CIO. Irgendwie bin ich die entsprechenden Ausführungen leid und glaube unterdessen daran, dass es „die Rolle“ nicht gibt, sie spezifisch in und durch das Unternehmen, seine Führungsmannschaft und eben den CMO selbst gelebt wird. Aber ich kann es dann doch nicht lassen, weil es so schön ist:

Seine wesentliche Aufgabe wird durch die Steigerung der wertschöpfenden Nutzererfahrung der Kunden geprägt. Insbesondere Daten, gepaart mit Kreativität, sind der Steigbügel zu mehr unternehmensinterner Akzeptanz und Wirkungsentfaltung.  Mit dem holistischen Blick auf die Customer Journey ist der CMO als Schlüsselfigur zwischen Endkunden und Unternehmen gefragter denn je.

über Darum gewinnt der CMO wieder an Bedeutung › absatzwirtschaft

Jenseits vieler zu oft gehörter, gerade moderner digital-transformatorisch durchsetzter Sätze: Daten gepaart mit Kreativität. Gefällt mir. Wenn dann noch geerdet und wirklich in Kontakt mit den Kunden … Kreativität und realer Kundenkontakt, das vermisse ich ja unterdessen bei vielen Marketingexperten, die nur noch in ihren Tabellen und im MarTech-Stack leben.

Kreativität wird oft angesichts Optimierung und Performance Marketing übersehen

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In das Horn stößt auch Marketoonist Tom Fishburne, der nicht nur einen wieder einmal treffenden Cartoon gezeichnet hat, sondern auch Cheryl Calverley, CMO von Eve Sleep  zitiert, die – siehe oben – wieder mehr Kreativität fordert, denn die Optimierungszyklen durchliefen alle. Man differenziere sich dort nicht mehr.

Traditionelle Kanäle dominieren weiter im Kundendienst

Jedes Unternehmen postuliert – zumindest pro forma – hohe Kundenzufriedenheit durch einen guten Kundendienst. Die Kanäle, die genutzt werden, sind meist noch traditionell: E-Mail, Telefon, Post und immer noch Fax. Messenger oder Live-Chat liegen noch weit abgeschlagen. Das ergibt eine aktuelle Studie von MessengerPeople in Zusammenarbeit mit YouGov.

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Da ist trotz der Verbreitung von WhatsApp und Co noch eine Menge Luft nach oben. Doch das wird sich – so die Umfrage – ändern:

Messengerpeople Studie 2019_B2B_Kundenservice der Zukunft_Kreis (c) MessengerPeople

Die Zahl der Kanäle, über die Kundendienst geleistet werden muss, wird sicher zunehmen. Doch steht zu befürchten, dass der Facebook-Konzern mit WhatsApp und Facebook Messenger auch den Kanal für Kundenservice beherrschen wird, Datenskandale hin und her.

Chatbots gegenüber ist die Mehrheit der Befragten noch meist skeptisch: 50 Prozent glauben nicht, dass Chatbots den Kundenservice verbessern, obwohl es schon einige Beispiele gibt, was diese leisten können. Erst 10 Prozent setzen laut Umfrage Chatbots ein. Die gesamte Studie kann hier heruntergeladen werden.

Und jenseits des Kundendiensts geiern natürlich auch wir Marketingfachleute nach all den so aktiven Anwendern, die ständig begierig auf den Schirm ihres Smartphones schauen … um unsere Marketingnachrichten zu erhalten. Doch wird es immer Facebook sein?

Facebook verliert junge Nutzer – und gewinnt Ältere

eMarketer berichtet, dass Facebook in Deutschland immer mehr junge Nutzer verliert. Besonders signifikant ist das bei den Anwendern zwischen 12 und 17 Jahre, doch der Trend ist insgesamt zu identifizieren. Und dafür gehen die Älteren auf Facebook, trotz aller Meldungen um Datenschutz und Datensicherheit …

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Quelle: eMarketer.com

Böse könnte man jetzt schreiben, dass die Jungen auf Instagram gehen. Bleibt ja dann in der Facebook-Familie ..

Noch schönere und buntere Werbewelt durch 5G

5G kommt (irgendwann in den kommenden Jahren, wenn das Netz ausgebaut ist) auf uns zu und wird neue Übertragungsgeschwindigkeiten im Netz ermöglichen. Die Anwendungsmöglichkeiten von autonomen Fahren bis hin zu Anwendungen in der Industrie werden allenthalben diskutiert. Doch 5G eröffnet auch neue Möglichkeiten im Marketing, wie Lea Menges auf Horizont schreibt.

So ermöglicht es 5G, dass neue Arten von Inhalten über das Smartphone bezogen werden können, die eine hohe Downloadgeschwindigkeit voraussetzen, darunter Over-the-Top-Content, das heißt Live-Fernsehen über das Internet und Video-on-Demand. Auch Virtual-Reality-Angebote könnten dadurch künftig über das Smartphone laufen. Hier bietet sich eine Reihe an Möglichkeiten, durch die die Customer Journey noch interaktiver gestaltet werden kann.

über Online Special IT & Telekommunikation: Wie 5G Marketing und Marktforschung verändern könnte

Noch mehr interaktive, multimediale Inhalte, aber auch noch bessere oder genauere Personalisierung und personalisierte Angebote, denn Daten können durch und über 5G in Echtzeit analysiert werden. Die schöne neue Werbewelt entwickelt sich immer weiter.

Daten, die Google nicht hat: LinkedIn Profile Trageting

Und noch ein interessanter Beitrag auf Adzine zu LinkedIn: Wie zu erwarten nimmt der Werbezug nach der Übernahme stärker Fahrt auf. Im B2B-Bereich bietet LinkedIn Werbetreibenden interessante Daten, um die angestrebte Zielgruppe zu adressieren. Das das ‘Linkedin Profile Targeting’ soll jetzt nicht nur in LinkedIn selbst funktionieren, sondern auch in Microsoft Advertising-Angeboten genutzt werden können.

Gleichzeitig setzt sich Microsoft mit dem neuen Angebot gekonnt von Google ab. Der Suchmaschinengigant verfügt zwar über einen riesigen Datenschatz, demografische Daten zum Berufsstand wie sie LinkedIn liefern kann, fehlen Google.

über Microsoft bietet Targeting mit Linkedin-Daten – ADZINE – News & Magazin für Online-Marketing & Adtech

Nur Pech, dass Bing halt eine überschaubare Reichweite hat, laut Bericht 2018 etwa zehn Prozent auf dem Desktop, mobil kaum wahrnehmbar. Was bringt es dann ein  LinkedIn-Targeting außerhalb von LinkedIn? Vielleicht kommen aber ja neue Kanäle wie Skype oder Xbox ins Spiel, wie im Artikel vermutet wird.

(Stefan Pfeiffer)

Social Media & Marketing: Facebook – das Netzwerk bröckelt und der Konzern wächst mit Instagram – Video auf dem Vormarsch

8. Juli 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Ich habe mich in den vergangenen Monaten mit Kommentaren zum Thema Social Media und Marketing zurückgehalten, wohl auch, weil ich selbst Facebook, Instagram und WhatsApp angesichts der Geschäftsgebaren und Unglaubwürdigkeit von Facebook insbesondere im Bereich Datenschutz verlassen habe. Daran haben auch die erneut vollmundigen Aussagen von Mark Zuckerberg, Data Privacy ernst zu nehmen, oder die Ankündigung, keine Werbe-Newsletter auf WhatsApp zu unterstützen, nichts geändert. Beim Thema WhatsApp-Newsletter muss ich zugegebenermaßen schmunzeln, wenn ich all die Fachleute und Agenturen denke, die dieses Thema vor Monaten noch ge-hyped haben, um ihre Services zu verkaufen.

Doch ein anderes Thema ist eben die Verwendung sozialer Medien in meinem Marketingjob, um Inhalte zu streuen. Dies mag sogar dazu führen, dass ich hier und da doch wieder in Kanälen auftauchen muss, die ich aus oben genannten Gründen ablehne. Natürlich verfolge ich laufend die entsprechenden Marktentwicklungen. Hier einige Informationen und Beiträge, die ich für erwähnenswert halte.

Die Forrester-Analystin hat das Thema Werbung in Social Media unter die Lupe genommen. Die Investitionen der Unternehmen in Social Media Advertising steigen. Besonders Mark Zuckerberg freut sich, denn 75 Prozent des Geldes weltweit werden bei Facebook ausgegeben. Doch scheint das Misstrauen auch in den USA gegen Facebook zu steigen. Man traut Facebook nicht mehr, insbesondere beim Thema Datenschutz. Die Fassade bröckelt, mein Liu, und sagt voraus, dass sich Werbung auf Facebook wegen Datenschutzvorschriften und -bedenken vom Mikro-Targeting zu einer eher traditionellen Ansprache von Zielgruppen und Personen entwickeln wird.

Der Star am Social Media-Himmel ist nicht mehr Facebook

Und der Star unter den sozialen Medien ist nicht mehr Facebook. „Wer schöne Bilder macht, postet sie heute auf Instagram, flotte Sprüche kommen auf Twitter, Jobsuche läuft bei LinkedIn“, schreibt

Deutlich weniger Interaktion auf Facebook

Randbemerkung: Dass Facebook seine Algorithmen ändert und dass die Interaktion auf der Plattform signifikant nachgelassen hat, haben wir auch kürzlich während des IBM Livestudios auf der Think at IBM bemerkt. Ging noch 2018 auf der CEBIT während der Liveübertragungen die Post ab, so war es jetzt 2019 deutlich ruhiger. Unsere Livevideos scheinen weniger nach oben gespült worden zu sein und die Facebook-Anwender sind offensichtlich passiver geworden.

Die deutschen Zahlen, die der Social-Media-Atlas der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Marktforschers Toluna erfasst hat, malen für Facebook ein negativeres Bild. Zwar nutzen immer noch 69 Prozent Facebook, aber die Zahl nimmt insbesondere bei den Jüngeren ab.

Infografik-Facebook-schwimmen-die-Freunde-weg-Nutzerwandel-Altersgruppen-2011-2018-Faktenkontor-Social-Media-Atlas-2018-2019

Und nun auf nach Instagram?

Ob das den Konzern jedoch wirklich stört? Instagram legt in allen Altersgruppen zu und auch WhatsApp ist Fakt (und Teil des Zuckerberg-Imperiums). Bei der jüngeren Generation, der Gen-Z, die zwischen 1997 bis 2012 geboren ist, dominieren Instagram und YouTube, wie eine Studie des Pew Research Center zeigt. Vor allem ist diese Generation noch mehr on: „45 % der Gen-Z in 2018 konstant online. 2014-15 waren es noch 24 %. Die mehrmalige Nutzung pro Tag hat sich somit zu einer dauerhaften Nutzung über den Tag verteilt verschoben.

Also, liebe Werbetreibende, nun alle auf nach Instagram und YouTube. Nein, natürlich muss man es sich mal wieder differenzierter anschauen. Wer sind meine Käufer? Aus welche Altersgruppe kommen sie? Wo erreiche sie am besten? Und ja, auch auf YouTube und Instagram einfach auch mal experimentieren, meine ich.

Informationskonsum: Jede Generation hat eigene Präferenzen

Michael Brenner bringt es auf den Punkt:

  • Baby Boomers, Generation X, and Millennials are the current three main generations you should concentrate on. Each generation has it’s own unique marketing opportunities and challenges.
  • Different generations consume different types of content online and spend their time on different platforms. You must go where your audience is.

über A Guide to Content Marketing by Generation | Marketing Insider Group

Die Baby Boomer treffen heutzutage (zumindest im B2B-Segment) oft die Kaufentscheidungen, Generation X und Millenials beeinflussen aber auf jeden Fall im Buying Center Entscheidungen.

Was also tun, liebe Marketingverantwortlichen? Wir müssen uns auf die jeweiligen Kommunikations-, Plattform- und Inhaltspräferenzen einstellen:

Content trends 1 report-07

Sind Podcasts wirklich so „in“?

Kleine Randbemerkung: Man bemerke in dieser Statistik übrigens die Position von derzeit so hoch ge-hype-ten Podcasts … Und die Platzierung von Blogs gefällt mir natürlich nicht, wobei ich es etwas durch die Position von tiefgehenderen Artikeln mit Video, Audio und Grafiken „entschuldige“.

The rising star: Videoformate

Übrigens finde ich es sehr bezeichnend, dass Videos quer über alle Zielgruppen beliebt sind. Selbst die 43 Prozent von 55-Jährigen und Älteren sind aus meiner Sicht ein guter Wert und bestärken mich, weitere Experimente à la Livestudio (nicht nur während der Think at IBM) zu machen. Der Trend zu Video wurde kürzlich auch von Mary Meeker Mary in ihrem Internet Trends report bestätigt. Es wird für Marketingabteilungen nicht mehr nur genügen, über Video nur zu reden. Es scheint, dass Video generationsübergreifend der wichtigste Kanal wird, um seine Zielgruppen zu erreichen. Experimentieren mit Videoformaten und Distributionskanälen – ich bin auf den LinkedIn Live Video gespannt – ist gefragt, von kurzen Statements (die gerade bei der jüngeren Generation beliebt zu sein scheinen) über tiefer gehende Interviews, Erklär-Videos bis zu Magazinen, wie wir sie ja auch auf der Think at IBM und jetzt im Nachgang probieren werden und wollen.

Überraschung: Xing lebt?!

Und noch eine überraschende Statistik: Xing lebt, so ein Beitrag von Faktenkontor mit Bezug auf den Social-Media-Atlas 2018/2019. LinkedIn bleibe in Deutschland der ewig Zweite hinter Xing. Mit etwas mehr als 15 Millionen Nutzern habe die Xing-Community in der D-A-CH-Region rund vier Millionen Mitglieder mehr als die LinkedIn-Gemeinschaft:

Berufstätige Onliner finden für ihre Branche relevante Informationen in den Sozialen Medien nach Facebook (30 Prozent) vor allem bei Xing (25 Prozent). LinkedIn landet in diesem wichtigen Feld mit 19 Prozent nur unter „ferner liefen“ – hinter Youtube, Whatsapp, Blogs, Foren …

über Duell der beruflichen Netzwerke | Faktenkontor

Grafik-Social-Media-Kanäle-als-Quelle-für-branchenrelevante-Informationen-aus-Faktenkontor-Social-Media-Atlas-2018-2019

Erstaunlich.

Zum Abschluss möchte ich hier formatübergreifend auf die Content Ampel von Dr. Kerstin Hoffmann aufmerksam machen. Ein nützliches Werkzeug, um Inhalte jedweder Art zu bewerten:

content-ampel-grafik-ohne-ueberschrift

Auf der Webseite gibt es auch nützliche Tipps & Tricks zur Ampel.

 

 

 

„Whatsabookgram“ ODER Plan zur Integration von WhatsApp, Instagram und Facebook Messenger erzürnt Zuckerberg-Kritiker #FreedomFromFacebook

28. Januar 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Gunnar Sohn hat einen Beitrag zur geplanten Integration von WhatsApp, Instagram und Facebook geschrieben,

Der Plan von Facebook zur Integration von WhatsApp, Instagram und Facebook Messenger treiben die Kritiker des Zuckerberg-Konzerns noch stärker auf die Palme. Die Stimmen werden lauter, die eine Zerschlagung von Facebook fordern. So falsch liege ich mit meiner aktuellen Kolumne bei den Netzpiloten also nicht: Schumpeter lesen und danach die Plattform-Giganten zerschlagen. Freedom From Facebook […]

über Plan zur Integration von WhatsApp, Instagram und Facebook Messenger erzürnt Zuckerberg-Kritiker #FreedomFromFacebook — ichsagmal.com

Treffend findet ich dazu auch den Beitrag auf heise online, der einen ehemaligen Facebook-Manager zitiert:

Zuckerberg wolle verschiedene Dienste des Konzerns zu einer Art „Whatstabook“ vereinen, um das Wachstum anzukurbeln. Während die Verschlüsselung die Sicherheit der Daten verbessern würde, sei das wahre Ziel von Facebook vermutlich, an mehr Kontaktdaten heranzukommen, um potenzielle neue Nutzer zu finden, erklärte er.

Die Zerschlagung von Facebook erschweren

Eine Zusammenlegung der technischen Infrastruktur hinter den Chat-Funktionen würde zugleich eine Zerschlagung von Facebook erschweren.

über „Whatstabook“: Facebook will Chat-Dienste verknüpfen | heise online

Für mich wesentlich entscheidender als eine Zusammenführung der Messenger-Dienste auf einer technischen Plattform ist die Frage des Datenschutzes, der Verwendung all unserer Daten. Ich warte immer noch auf das, was das Kartellamt bezüglich Facebook ankündigen wird und wie man es durchsetzen will. Und bei aller Sympathie für die Forderung, Facebook & Co. zu zerschlagen: Ich glaube leider nicht daran, so notwendig es sein mag.

(Stefan Pfeiffer)

[EN] Time to say goodbye: After the research of the NYT I have stopped using WhatsApp, Instagram and Facebook

27. Dezember 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

This is the updated and corrected version of my planned post. I am stopping to use Facebook, WhatsApp and Instagram. The original plan was to delete WhatsApp and Instagram from my devices, but still use Facebook, because I find a lot of friends there and I can generate reach for my blog posts reach and initiate discussions. Recent research and reports from the New York Times have caused the barrel to overflow and I will finally be consistent and leave „All Facebook“ by the end of the year. Facebook dominates its market segment with its social network, the messenger market with FaceBook Messenger and WhatsApp, and even Instagram is no meaner in the market.

I’m finished with WhatsApp as my dominating messenger. If you want to reach me in the future, you can do so via SMS / iMessage, Signal or „old-fashioned“ by e-mail or phone call. WhatsApp is the tool that I can best do without because I have alternatives. For example, I can chat with Apple owners via iMessage. And I also want to set a signal for SIGNAL. Signal is – as I perceive it – so to speak, the Firefox, the neutral Switzerland for Messenger, an open source project that also provides appropriate security with end-to-end encryption.

Genuine alternatives to Facebook
do not exist: competing products are
simply not availablethe number of
users in order to be attractive as a
social network. Anyone who wants to
completely escape the data octopus,
the only thing left to do without. –
about: There is probably no real
alternative to Facebook | BR.de

 

So far I have been in contact with friends around the globe and the sad or bitter truth is that most of my friends and acquaintances are on Facebook and you get the most out of your social life (if the friends post there as well ). I hope that does not break, even if I will say goodbye to Facebook now. There is currently no real alternative as a social network. So I will try to keep in contact through other channels and participate in each life.

The sad truth is that after all the experiences of the past months, Facebook is the interaction machine and platform. There you have comments, discussions, shares and you generate reach. I will now try to achieve this discussion and dissemination through other channels. Should the CIO Kurator continue to exist as a platform, others will have to maintain their presence on Facebook.

Instagram – the third pillar in the Facebook empire – does not really matter to me, so no big loss. So I have concluded with all three products of the Facebook empire. The next step against one of the GAFAM monopolies, after dramatically reducing my purchases on Amazon and doing away with Google and Microsoft wherever possible. There is still room to be more consistent and this may be a goal for 2019.

Dear colleagues and friends have been more consistent before such as Thomas Cloer, Volker Weber or Sascha Pallenberg – to name a few – are more consistent:

Nach_den_letzten_Berichten_Fass_übergelaufen__Zum_Jahresende_Schluss_mit_WhatsApp__Instagram_und_Facebook_–_StefanPfeiffer_Blog
Quitting Facebook is the same experience as quitting smoking. Once the addiction is broken, you miss absolutely nothing. And then your health improves. – Volker Weber (@vowe) August 17, 2018

At the same time, user / usage figures in Western Europe an Germany are stagnating. But the mass exodus of Facebook does not take place, despite even greater mistrust …

Personal Comment: I have more or less stopped writing in English language since I changed my job within IBM from an European to a German-language centric role, so for quite a while. Time to rethink and start a new experiment: Use Google Translator to translate some of my posts with some significance beyond Germany into English language, while doing some minor editing after the initial translation. This is the first try. Let us see, how far this goes. As in the past the headline of those postings will be starting with [EN]. Feedback is more than welcome.

(Stefan Pfeiffer)

Randnotiz: WhatsApp und Instagram gelöscht – Messenger-Kontakt ab jetzt per SIGNAL

23. Dezember 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Mein Instagram- und WhatsApp-Konto sind gelöscht. Facebook folgt in Kürze! Wer per Text Messenger in Kontakt bleiben will: Ihr findet mich über SIGNA, dass mir von  einigen guten Bekannten empfohlen wurde. Bevor ich selbst etwas absondere, zitiere ich kurze Auszüge aus dem Beitrag von Michael Spehr:

Ein Konkurrent wird auch von Edward Snowden empfohlen

Wer alle Whatsapp-Rivalen durchbuchstabiert und auf die Details achtet, landet über kurz oder lang bei Signal von Open Whisper Systems. Es ist der Messenger, den Edward Snowden wiederholt empfohlen hat, es ist der Favorit der Netzelite. Die Software ist Open Source …

Signal wurde maßgeblich von dem Sicherheitsforscher Moxie Marlinspike entwickelt. Open Whisper Systems, das Unternehmen hinter Signal, finanziert sich durch private Spenden und wird von Stiftungen wie der Freedom of the Press Foundation unterstützt. Signal gibt es als Gratis-App für iOS und Android,

über Whatsapp-Alternativen wie Signal Messenger im Überblick

Die Nachrichten werden natürlich End-to-End-verschlüsselt. Den Messenger gibt es für iOS (also iPhones/iPads), für Android und auf „Computern“ für Mac, Windows und Linux.

Nach Weihnachten ist dann auch Schluss mit Facebook. Werde entweder löschen oder deaktvieren mal schauen. Und ja, lieber Gunnar, ich weiß, dass es im Bereich soziale Netzwerke im Grunde keine Alternative zu Facebook gibt, zumindest im privaten Bereich.

Trotzdem oder gerade deswegen.

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(Stefan Pfeiffer)

Kurz notiert: Jugendliche vertrauen tagesschau und tagesthemen, aber wie oft schauen sie Nachrichten? Netflix rules …

6. Dezember 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Nur kurz notiert und passend zu den Ergebnissen der DIVSI-Studie, die ich schon hier behandelt habe. Plastisch ausgedrückt zu den Präferenzen von Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren: Facebook kackt ab, YouTube, WhatsApp und Instagram sind die sozialen Medien der Wahl bei den Jugendlichen. Das das Fernsehverhalten ändert sich dramatisch. Zu diesen Ergebnissen kommt die JIM-Studie 2018 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs):

Bei Jugendlichen in Deutschland ist das lineare Fernsehen ziemlich out – viel lieber streamen sie Serien und Filme bei Netflix, Amazon und in diversen Mediatheken. Fast jeder zweite Jugendliche schaut regelmäßig Netflix, jeder Fünfte nutzt Amazon Prime. Der Anteil der regelmäßigen Netflix-Nutzer hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Auch beim Musikkonsum ist Streaming äußerst beliebt bei den Jugendlichen: Erstmals hören mehr junge Leute Musik bei Spotify als live im Radio.

über Jugendliche lieben Netflix und WhatsApp – keiner mag Facebook | heise online

Die Studie wird vom SWR gesponsort. Ich hoffe mal, dass dies keinen Einfluss auf dieses Ergebnis hat. Quasi zum Thema „Fake News“ oder „alternative Fakten“:

Die Tagesschau bzw. die Tagesthemen der ARD genießen bei Jugendlichen das höchste Vertrauen, 84 Prozent der Jugendlichen haben die Note 1 oder 2 vergeben. An zweiter Stelle folgt mit 77 Prozent das Angebot regionaler Print-Tageszeitungen bzw. öffentlich-rechtliche Radiosender (75 %). Der tagesaktuellen Berichterstattung des ZDF (Heute bzw. Heute Journal) schenken 71 Prozent der Befragten ihr Vertrauen.

über 2018  |  mpfs.de

Stellen wir einfach mal zwei Ergebnisse der Studie in diesen beiden Grafiken nebeneinander:

JIM_2018_Gesamt_pdf.png
Welche Medien nutzen die Jugendlichen in ihrer Freizeit?
JIM_2018_Gesamt_pdf.png
Welchen Nachrichtenangeboten vertrauen die Jugendlichen?

Aber wie oft schalten sie pro Woche die Tagesschau oder die Tagesthemen wirklich an statt Netflix zu schauen? Hoffentlich sehr oft. Allein es fehlt der Glaube, wenn ich so an meine Interessen als Jugendlicher denke.

(Stefan Pfeiffer)

Wer #DeleteFacebook sagt, sollte meiner Ansicht nach auch #DeleteAmazon sagen

31. März 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Ich selbst bin noch auf Facebook. Ich bin dort, weil ich einerseits Kontakt mit Freunden pflege, in der ganzen Republik und Welt verstreut sind, von meiner Patentante auf den Seychellen über gute Freunde in Südafrika bis zu Kumpels in NRW.

Ich bin auch dort, um Inhalte zu teilen und zu verteilen, bekannt zu machen, Reichweite zu erzielen. Dies sind auch nicht selten Inhalte, die Angebote oder das Profil meines Arbeitgebers IBM promoten. Ich habe immer versucht, das in einem verträglichen Maße zu halten. Verträglich für meine „Freunde“ auf Facebook und auch verträglich für mich selbst. Ich will mir immer noch in die Augen schauen können.

Daneben gibt es Inhalte privater Natur und Inhalte, die zumindest einigen Leuten bei meinem Arbeitgeber nicht gefallen. Sie nehmen Bezug auf Dinge, die nicht so dolle sind, explizit oder durch die mehr oder weniger versteckte Blume, die aber viele durchaus erkennen. Ich glaube immer noch naiv daran, dass man auch Profil und Kante zeigen muss, wenn es um etwas geht, was einem wichtig ist oder generell wichtig ist. Zu generell Wichtigem zählen ich klare Kante gegen Radikale (gerade sehr aktuell in Deutschland), für Umweltschutz und eine liberale Demokratie, um einige Themenkomplexe zu nennen.

Mit dem gerade beschriebenen Kompromiss lebe ich auf und mit Facebook. Noch, wie bereits erwähnt. Apps habe ich weitgehend gelöscht, Privacy-Einstellungen nachjustiert. Auch auf WhatsApp und Instagram bin ich noch mit ähnlichem Hintergrund. WhatsApp ist der nur private Messenger zum Austausch mit Freunden.

Auch auf Amazon bin ich noch. Ich bestelle hier Dinge, die ich sonst nicht oder nicht komfortabel bekomme. In den vergangenen Monaten habe ich meine Bestellungen jedoch deutlich reduziert als bewusste Verhaltensänderung. Wo möglich nutze ich Alternativen bei mir im und vor Ort oder auch online.

Das war alles nur Vorrede.

Ich schreibe das, weil gerade die #DeleteFacebook Welle rollt und der ein oder andere auch vermeintliche Vordenker kund tut, dass sie oder er ihr/sein Facebook-Konto, den WhatsApp- und Instagram-Account gelöscht haben. Es gäbe auch einen Leben ohne Facebook – durchaus mit entsprechenden technischen Alternativen.

Chapeau und ehrlichen Respekt für all jene, die das wirklich durchziehen. Ich hoffe ehrlich, dass ich mit dem und der anderen auf anderen Kanälen in Kontakt bleibe.

Jedoch habe ich (mal wieder) ein Problem. Ich habe ein Problem mit denen, die Facebook und die assoziierten Unternehmen und Apps verdammen und löschen, aber andere Datenkraken aktiv promoten. Wenn ich Facebook gegenüber so kritisch bin, kann ich auf der anderen Seite nicht über meine sozialen Medien und in meinen Beiträgen empfehlen, auf Amazon Produkte zu kaufen und gar eine Wishlist zu bewerben. Wer immerhin noch leicht einsehbar publik macht, dass sie oder er eine Provision bekommen, wenn Leser ein Produkt kaufen, das mit Partner-Links zu Amazon versehen ist, ist zumindest ehrlich. Trotzdem. Der Umgang mit den Daten seiner Kunden ist gerade bei Amazon auch nicht interessenfrei und „datenleck- bzw. datenweitergabefrei“.

Wer A sagt, muss meiner Meinung nach in diesem Fall auch B sagen. Sprich:

Wer #DeleteFacebook (und assoziierte Apps) sagt, sollte (meiner Ansicht nach) auch #DeleteAmazon (und assoziierte Apps) sagen. Für mich ist das eine Frage der Glaubwürdigkeit und Transparenz.

(Stefan Pfeiffer)