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Wein-Notizen: Sekt aus dem großen Rotweinglas, zwei Online-Projekte und Blogs und Riparbello aus der Toskana

13. September 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Wieder einige Notizen rund um meine kleine Wein-Welt. Letztes Wochenende haben wir an zwei Abenden nochmals Freunde eingeladen. Noch können wir im Spätsommer oder frühen Herbst auf Balkonien sitzen und das nutzen wir natürlich aus. Mit einem befreundeten Paar haben wir einen Griesel Rosé Sekt von der Bergstraße getrunken, mit den anderen Freunden einen Wilhelmshof Rosé Sekt aus der Pfalz. Beides sind bekannte, renommierte, preisgekrönte Weingüter, deren Produkte wir mögen. In der Nachbetrachtung ist dann bei uns der Griesel Rosé Sekt besser weggekommen. Er erinnert noch mehr an Champagner, hat diesen kleinen typischen Nachgeschmack, schien noch etwas feiner und tiefer.

Sekthaus Griesel und ein Podcast mit dem „Macher“ Niko Brandner

Dazu passend habe ich die Woche dann das Gespräch mit Niko Brandner vom Sekthaus Griesel im Wein Podcast von Cork Bordell – welch ein Name – gehört und viel gelernt. In über einer Stunde lerne ich viel über Sekt machen und natürlich den Winzer. Hängen bleibt auf jeden Fall, dass man Sekt nicht zu kalt trinken sollte und durchaus ein Rotwein-Glas einmal angemessen sein kann, damit sich der Sekt auch entfalten kann. Einfach mal rein hören. Der Podcast ist vom 4. Juni 2019. Offenbar sind seitdem von den Darmstädtern keine weiteren Folgen produziert worden? Schade. Auch im Blog scheint Ruhe zu herrschen.

Um zum Sekthaus Griesel: Ich werde eh die Tage mal wieder in die Grieselstraße nach Bensheim fahren müssen, um „nachzutanken“.

Interessantes Online-Projekt: Wein-oder-Wahrheit

Wie gesagt, schade, dass bei Cork Bordell Ruhe herrscht. Doch ich bin noch auf ein anderes Online-Projekt aufmerksam geworden, das ich zu verfolgen begonnen habe: Wein-oder-Wahrheit

Im Sommer letzten Jahres ist die Idee von Wein-oder-Wahrheit entstanden, um eine Alternative zu den bereits etablierten Weinkritikern zu bieten, die oft zu Testergebnissen kamen, die für uns nicht nachvollziehbar waren. Wichtig war aber immer auch, dass es ein leckeres Essen zu dem Wein gab und wir in geselliger Runde auch mal das ein-oder andere Thema diskutieren konnte.

One great year – Die Highlights

Derzeit finde ich es noch etwas unübersichtlich, aber vielleicht fuchse ich mich noch rein. Mal schauen, wann ich hier mal den Empfehlungen folge.

Riparbello: Seit vielen, vielen Jahr Wein, Olivenöl, Grappa und Acceto aus der Toskana

Erwähnen möchte ich noch ein toskanisches Weingut, dessen Produkte wir nun schon seit vielen, vielen Jahren konsumieren: Manfred Beiwinkel oder das Weingut Riparbello. Manfred betreibt seit 1982 mit seiner Familie das Weingut und kommt in der Regel ein- bis zweimal im Jahr vorbei und bringt seinen Wein, seinen Grappa, sein geniales Olivenöl und Acceto Balsamico vorbei*. Öl und Acceto sind bei uns in der Küche nicht weg zu denken. Der goldgelbe Grappa ist ein Genuss. Beim Wein hatte ich eine kleine Pause angelegt, da bei einem Jahrgang der Kork etwas zu müffeln schien (und ich auch neue Weine probieren wollte).

Wir betreiben mit naturnahen Methoden biologisch – organischen Anbau nach den Richtlinien des AIAB, Toskana Verbandes der italienischen Biobetriebe. …

Da die Weine nur vor der Flaschenfüllung gefiltert werden und nicht pasteurisiert oder kältestabilisiert sind, kann sich in der Flasche eine Ablagerung bilden, die sich aus natürlichen Stoffen der Trauben zusammensetzt. Wir legen Wert auf unverfälschte, jahrgangstypische saubere Weine, die wir keiner speziellen Bearbeitung oder Verschnitt mit anderen Weinen unterziehen. Wir verzichten lieber auf das Gütesiegel des Consorzio Putto und die D.O.C.G Anerkennung, die an starre Regeln gebunden sind, und erhalten die Charakteristik des Jahrgangs.

Riparbello

Jetzt habe ich wieder den Cabernet (80 % Cabernet, 20 % Sangiovese) und den neuen Il Nerone (80 % Sangiovese, 20 % Cabernet Sauvignon) bestellt und probiert. Der Il Nerone ist wohl der erste Rotwein, den Manfred Sohnemann „gemacht“ hat. Eiun kräftiger Roter, der sicher von der männlichsten aller Trauben, Sangiovese, geprägt ist. Gerne wieder. Beide Weine liegen zwischen € 11 und € 14, also in erschwinglichen Bereichen.

VinVenture: Ich taste mich in das Projekt hinein und verstehe es noch nicht so ganz

Über VinVenture habe ich hier im Blog ja schon berichtet. Unterdessen ist auch ein Begrüßungspaket angekommen: eine Flasche Sekt Was lange gärt, wird richtig gut, 36 Monate Flaschengärung, handgerüttelt von der Mosel, wie auf der Flasche steht. Wir sind gespannt. Auf jeden Fall schon einmal gutes Marketing. Dann gab es noch VinVenture-Pin und eine Begrüßungskarte mit meinem Gutschein für meinen Weinkauf.

Wie es jetzt genau weitergeht, habe ich noch nicht so verstanden. Im Patenverzeichnis stehe ich wohl noch nicht, wie ich „meinen“ Winzer:in auswählen kann, ist mir auch noch rätselhaft, und wann die 10 % Rabatt auf Einkäufe gewährt werden? Bald, laut Begrüßungskarte.

Die Videos (mit Carsten Henn) und Texte über die sechs Winzer:innen, die gefördert werden sollen, habe ich mir auf jeden Fall schon einmal angeschaut und ich favorisiere derzeit zwei Winzer:innen: Sina Mertz aus Eckselsheim in Rheinhessen mit den Weinbergen im und am uralten Brandungsriff. Sie will ein Projekt mit der Scheurebe machen, eine Rebsorte, die mir mal gefällt, mal einfach zu dünn schmeckt. Und den „Rocker“ Christian Bernhardt aus Ellerstadt in der Pfalz, der Rotwein-Ciuvées machen will. Und Selbstvermarktung und Wein auf Konzerten klingt natürlich auch gut. Ellerstadt, da fällt mir natürlich noch Markus Schneider ein, da denke ich an Studier oder Kesslering. Ich werde einfach mal meinen Gutschein und etwas mehr auf den Kopf hauen und Weine der beiden probieren. Mal schauen, wie es dann weiter geht. Wie geschrieben: Alles noch etwas mysteriös.

Und es wird weiter probiert …

Und dann noch eine Rückmeldung: Auf Empfehlung von Capatain Cork in seinem Newsletter vom 27. August habe ich den Chateau D’Aurilhac Cru Bourgeois von 2016 bestellt (Preis ca. 15 ), den er empfohlen hat. Hier war ich etwas enttäuscht. Eher Durchschnitt und ich habe den beschriebenen Nachhall nicht wirklich schmecken konnte. Er war mir zu platt. Aber Geschmack ist eben individuell und der Captain und die Mannschaft haben mir ja auch schon sehr gute Tipps gegeben wie den Château Pierrail Bordeaux Supérieur.

(Stefan Pfeiffer)

* Es gibt aber auch ein Lager hier in Deutschland in Römerberg, von wo aus versandt wird.

„Sekt auf Champagnerniveau!“ | Besuch bei den deutschen Sektpoinieren im Wilhelmshof

4. Juli 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Ende Juni war es mal wieder Zeit für einen Ausflug: Wir sind mit Freunden in die Südpfalz gefahren und haben uns am letzten Juni-Samstag eine Sektprobe – der weibliche Part unserer Freunde liebt Sekt – beim Wilhelmshof in Siebeldingen gegönnt. Das Wein- und Sektgut war wohl eines der ersten deutschen, die sich dem Thema Sekt ernsthaft genähert haben, wie uns die Tochter des Hauses Barbara Roth erklärte.

Man schreibt das Jahr 1975. Christa Roth-Jung und Herbert Roth sind auf der Suche nach etwas Ungeheuerlichem. Ihr Ziel: Sie wollen Sekt machen, Qualitätssekt. Sekt auf Champagnerniveau!

Sektpionier Herbert Roth Christa Roth-Jung

Und die Ergebnisse lassen sich sehen. Bei einer Vergleichsprobe zwischen Französischem Champagner und Deutschem Winzersekt gewinnt man und heimst auch Preise ein. Der Wilhelmshof Spätburgunder Rosé Sekt brut Siebeldingen Königsgarten wurde 2020 vom Deutschen Weininstitut als Deutschlands bester Rosé Sekt prämiert.

Wir haben uns natürlich trotz der großen Hitze an besagtem Tag durchgekostet. Zuerst im Vergleich die beiden Rieslinge-Sekte, den Brut und Extra Brut Siebeldinger Königsgarten. Überraschenderweise hat uns allen der Brut diesmal besser geschmeckt, frischer, fruchtiger, der Extra Brut erschien etwas kantiger. Interessant dann der Vergleich zwischen dem Blancs de Noir Pinot Sekt Brut und dem oben schon erwähnten Rosé-Sekt, zwei Spätburgunder im Vergleich. Beide exzellent, eine schwere Qual der Wahl. Die gerade genannten Sekte liegen alle zwischen € 14 und € 17.

Die Privé-Sekte, die 30 bis 48 Monate auf Hefe lagen, hatten an diesem heißen Tag wenig Chancen. Sie sind durch das Hefelager deutlich gehaltvoller, nussiger und nicht so frisch die vorher verkosteten Sekte. Sie liegen auch logischerweise preislich etwas höher bei € 24. Vielleicht sind sie bei einem weiteren Besuch nochmals eine Verkostung wert, genau wie einige der Weine, die diesmal zumindest bei mir als Fahrer nicht ins Glas kamen, außer … dem Spätburgunder Rosé Kabinett trocken Siebeldinger Königsgarten. Den haben wir gestern zu Lachs auf Zedernholz getrunken, hat als erfrischender, leichter Terrassenwein mit Erdbeer- und Fruchtnoten sehr gut gepasst.

Zum Abschluss durften wir uns noch den herrlich kühlen Weinkeller anschauen. Und dort wird der Sekt noch handgerüttelt, wie uns Barbara Roth erklärte. Der Opa halte sich so fit … Im oben verlinkten Video ist der Weinkeller auch nochmals in Bewegtbildern zu sehen.

Umdenken in der Krise: Wein-, Sekt- und Schokoverkostungen online im Netz

26. April 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Vor einigen Tagen habe ich über Liveverkostungen und Online-Weinproben geschrieben. Und die Experimentier- und Lernphase geht weiter. Gute-Weine.de, die Lobensbergs schreiben stolz in ihrem Newsletter vom 17. April 2020, dass man ja nicht zu den Verkostungen nach Bordeaux, an die Rhone, gar in Deutschland verreisen kann, doch …:

Dafür haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt und haben in Windeseile eine „Einsatzzentrale Weinverkostung“ in Bremen ins Leben gerufen.

Eine neu angemietete Dachgeschosswohnung über unserem Büro dient nun als Basisstation für tausende Fassproben, die uns jetzt und in den nächsten Wochen erreichen werden. Per Videokonferenz schalten wir die Winzer dazu und reagieren so auf diese Krise mit Innovation.

„… schalten wir die Winzer dazu“. Youtube-Videos sind ja nett (wobei die nicht von der Verkostung zu sein scheinen), Liveevent aus der „Einsatzzentrale Weiverkostung“ wäre vielleicht besser. Vermarktungschance erst einmal verpasst, finde ich.

Der besonders für seine Sekte bekannte Wilhelmshof dagegen lädt in seinem Newsletter vom 22. April 2020 zu Online-Weinproben ein:

Da derzeit leider keine Verkostungenn im Weingut gestattet sind, bieten wir Ihnen Proben-online@Home an: Sie können aus unten stehenden Weinproben und Seminaren auswählen, sich den Wein oder Sekt von uns zuschicken lassen und mit uns live im Internet verkosten.

Sektverkostungen, Schokoladen-Tasting und Familienverkostungen und -feiern werden online angeboten. Kostet natürlich was, aber das Weingut ist aktiv. Hier findet man die Onlineangebote.

Und noch ein Lese- und Linktipp: das Wein-Plus-Magazin hat im Beitrag Wie Winzer und Weinfreunde in der Corona-Krise helfen – Digitale Weinproben und Weinpakete für Soforthilfe-Projekte einige Initiativen und Angebote zusammengestellt und will diese Liste auch erweitern.

(Stefan Pfeiffer)