Posts Tagged: ‘commerce’

Umdenken in der Krise: Wein-, Sekt- und Schokoverkostungen online im Netz

26. April 2020 Posted by Stefan Pfeiffer

Vor einigen Tagen habe ich über Liveverkostungen und Online-Weinproben geschrieben. Und die Experimentier- und Lernphase geht weiter. Gute-Weine.de, die Lobensbergs schreiben stolz in ihrem Newsletter vom 17. April 2020, dass man ja nicht zu den Verkostungen nach Bordeaux, an die Rhone, gar in Deutschland verreisen kann, doch …:

Dafür haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt und haben in Windeseile eine „Einsatzzentrale Weinverkostung“ in Bremen ins Leben gerufen.

Eine neu angemietete Dachgeschosswohnung über unserem Büro dient nun als Basisstation für tausende Fassproben, die uns jetzt und in den nächsten Wochen erreichen werden. Per Videokonferenz schalten wir die Winzer dazu und reagieren so auf diese Krise mit Innovation.

„… schalten wir die Winzer dazu“. Youtube-Videos sind ja nett (wobei die nicht von der Verkostung zu sein scheinen), Liveevent aus der „Einsatzzentrale Weiverkostung“ wäre vielleicht besser. Vermarktungschance erst einmal verpasst, finde ich.

Der besonders für seine Sekte bekannte Wilhelmshof dagegen lädt in seinem Newsletter vom 22. April 2020 zu Online-Weinproben ein:

Da derzeit leider keine Verkostungenn im Weingut gestattet sind, bieten wir Ihnen Proben-online@Home an: Sie können aus unten stehenden Weinproben und Seminaren auswählen, sich den Wein oder Sekt von uns zuschicken lassen und mit uns live im Internet verkosten.

Sektverkostungen, Schokoladen-Tasting und Familienverkostungen und -feiern werden online angeboten. Kostet natürlich was, aber das Weingut ist aktiv. Hier findet man die Onlineangebote.

Und noch ein Lese- und Linktipp: das Wein-Plus-Magazin hat im Beitrag Wie Winzer und Weinfreunde in der Corona-Krise helfen – Digitale Weinproben und Weinpakete für Soforthilfe-Projekte einige Initiativen und Angebote zusammengestellt und will diese Liste auch erweitern.

(Stefan Pfeiffer)

Tom Zeizels Blog: Meine Fahrt zur HCL Factory Tour – Episode 2

2. März 2019 Posted by Thomas Zeizel, IBM

Tom Zeizels Blog: Meine Fahrt zur HCL Factory Tour – Episode 2 HCL hatte in der letzten Woche über 100 Personen – überwiegend aus Europa – nach Mailand zur „HCL Factory Tour – Episode 2“ eingeladen – ähnlich wie schon im Jahr zuvor in die Nähe von Boston. Diesmal war ich auch dabei. Es begann […]

Der Beitrag Tom Zeizels Blog: Meine Fahrt zur HCL Factory Tour – Episode 2 erschien zuerst auf DNUG.

Amazon freut sich besonders: Deutsche gehen vor allem online auf Geschenkejagd – Bitkom Research

17. Dezember 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Zwei von drei Deutschen (63 Prozent) wollen ihren Geschenkeeinkauf zu Weihnachten in diesem Jahr gemütlich von zu Hause erledigen. Befragt man nur die Internetnutzer sind es bereits drei von vier Befragten, die online auf Geschenkejagd gehen (75 Prozent, 2017: 70 Prozent). Dabei wird mehr als jeder vierte Internetnutzer (26 Prozent, 2017: 23 Prozent) ausschließlich online Präsente bestellen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.007 Befragten ab 16 Jahren, darunter 854 Internetnutzern. Jeder zweite Internetnutzer (49 Prozent, 2017: 47 Prozent) will einige, aber nicht alle Weihnachtsgeschenke im Internet besorgen. Jeder Fünfte (20 Prozent, 2017: 22 Prozent) gibt an, die Geschenke ausschließlich im stationären Handel kaufen zu wollen. Nur zwei Prozent wollen gar keine Weihnachtsgeschenke kaufen.

über Deutsche gehen vor allem online auf Geschenkejagd – Bitkom Research – Marktforschung für die Digitalwirtschaft

Vor allem Amazon freut sich …

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Kurz zitiert: Lieber auf Sex denn auf Amazon verzichten | etailment

10. Dezember 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Aus dem Morning Briefing von etailment. Ohne Worte. Ok, vielleicht, besser hoffentlich geht es nur um die amerikanische Jugend.

Aus der Reihe „Was stimmt mit der Jugend nicht“ könnte eine Studie kommen, die herausgefunden haben will, dass 44 Prozent der Millennials lieber auf Sex verzichten würden, anstatt ihr Amazon-Konto für ein Jahr zu kündigen. 77 Prozent der Befragten würden lieber für ein Jahr dem Alkohol abschwören als Amazon. Darüber hinaus bietet die Studie einige interessante Zahlen zum Einkaufsverhalten.

über Morning Briefing: Lieber Sex-Verzicht als Amazon-Pause, Zalando weitet Same Day Delivery aus, teurere Paketzustellung, Amazon Go, Uber

(Stefan Pfeiffer)

Ticker: HCL Technologies übernimmt IBM Software Produkte für $1.8 Milliarden

7. Dezember 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

[7.12.2018, 08:52] Überraschung (zumindest für mich) am Tag nach Nikolaus. IBM verkauft große Teile der ehemaligen „Steve Mills Software Group“ für 1,8 Milliarden $ an HCL Technologies, so eine entsprechende Pressemitteilung der IBM. Zu den Lösungen gehören unter anderem die Commerce-Produkte, die Portal-Software, Notes & Domino und Connections. Zu zugegebenermaßen bin ich hier besonders „betroffen“, da das alles Produkte sind, für deren Vermarktung ich in den vergangenen Jahren in Deutschland zuständig war.

Viele Produkte wurden unter der Ägide von Steve Mills von IBM akquiriert und in der damaligen Software Group zusammengefasst. Diese Software Group galt lange Jahre als Gewinn- und Wachstumstreiber der IBM. Mit dem angekündigten Verkauf dieser Produkte und dem Kauf von Red Hat strukturiert Ginni Rometty IBM zum Jahresende 2018 massiv um und stellt das Unternehmen neu auf. Zur geplanten Transaktion, die bis Mitte 2019 abgeschlossen werden soll, wird John Kelly, IBM Senior Vice President, Cognitive Solutions and Research, wie folgt zitiert:

„Over the last four years, we have been prioritizing our investments to develop integrated capabilities in areas such as AI for business, hybrid cloud, cybersecurity, analytics, supply chain and blockchain as well as industry-specific platforms and solutions including healthcare, industrial IOT, and financial services. These are among the emerging, high-value segments of the IT industry. As a result, IBM is a leader in these segments today,“

„We believe the time is right to divest these select collaboration, marketing and commerce software assets, which are increasingly delivered as stand-alone products. At the same time, we believe these products are a strong strategic fit for HCL, and that HCL is well positioned to drive innovation and growth for their customers.“

Quelle: HCL Technologies to Acquire Select IBM Software Products for $1.8B – Dec 6, 2018

Mit allen Produkten, die HCL Technologies erwirbt, soll ein Markt von mehr als $50 Milliarden adressiert werden.

IBM arbeitet schon geraume Zeit mit IBM zusammen. In den vergangenen Monaten habe ich – durch meine Historie in der IBM und mein Interesse am Thema Collaboration – vor allem die Kooperation im Bereich Notes und Domino beobachtet. Hier hat HCL Technologies sichtbar Bewegung in die Produktentwicklung gebracht. Das könnte nun auch für die anderen, jetzt zu erwerbenden Produkte geschehen. Was dieser Verkauf füt die Mitarbeiter der IBM in Vertrieb, Marketing und Entwicklung bedeutet, wer die Produkte künftig wie vertreiben wird, ist der ersten Pressemitteilung nicht zu entnehmen.

* Disclaimer: Aufgrund meines Beschäftigungsverhältnisses mit der IBM und meiner Tätigkeit werde ich bestimmte Aspekte nicht kommentieren. Ich werde aber hier in den kommenden Tagen selektierte Nachrichten und Kommentare publizieren.


[7.12.2018] Alan Lepofsky kommentiert gegen Mitteracht MEZ auf Twitter:


[7.12.2018] Der zur Zeit angeheftete Tweet auf dem Twitter-Konto von HCL Technologies:

(Stefan Pfeiffer)

[DE] Mit Alexa erobert Amazon geräusch- und protestlos unser Heim – und platziert den omnipräsenten Dauerverkäufer

14. Januar 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

Weihnachten 2017 markiert den Durchbruch der Stimme als Interface für die digitale Welt. Die Folgen werden so tiefgreifend sein wie beim Smartphone, …

via Sprachsteuerung im Alltag: Ohne geht es nicht mehr – Kolumne

Sascha Lobo bringt es in seiner Kolumne auf Spiegel Online auf den Punkt. Wir opfern einen weiteren Teil unserer Privatsphäre der Bequemlichkeit. Wie ich hier schon öfters geschrieben habe, geben viele von uns Facebook, Google und Amazon mehr oder weniger gedankenlos unsere Daten im Tausch gegen „das“ soziale Netzwerk, eine scheinbar konkurrenzlose Suche und eine komfortable, hochpersonalisierte Onlineshopping-Erfahrung.

Nun kommt die nächste Stufe: Mit Alexa erobert Amazon das Smart Home – und das eher geräusch- und protestlos – wenn man das bei einem „smarten“ Lautsprecher sagen darf. Lobo schreibt von „Voice Commerce“, vom ständig präsenten und verkaufsbereiten Dauerverkäufer.

„Du hast keine Milch mehr im Kühlschrank. Darf ich die gleich liefern?“

„Vor vier Jahren hast Du die lila Boots gekauft. Sind sie noch dicht? Morgen schneit es und Du solltest warme, wasserdichte Schuhe haben. Nicht wahr?“

Schuhe, Schuhe, wir wollen mehr Schuhe.

Schon heute machen uns Spotify oder Soundcloud die besseren Musikvorschläge. Und Alexa und Co. beziehungsweise die Algorithmen dahinter werden immer schlauer. Offenbar ein Weg ohne Umkehr:

Heute stehen Kinder zu Recht verständnislos vor Bildschirmen, die sich erdreisten, keine Touchscreens zu sein oder wenigstens gestengesteuert. Bald wirken Alltagsgeräte, mit denen man nicht sprechen kann, ähnlich gestrig.  …

Das Netz wandele sich in eine Sprech- und Videolandschaft, manuelle Texteingabe werde zum Sonderfall. … Die Plattformkonzerne, die heute für so viele das Netz sind, erobern die älteste Kommunikationsform der Menschheit: das Gespräch. Und alle machen mit. Alexa regiert Deutschland.

via Sprachsteuerung im Alltag: Ohne geht es nicht mehr – Kolumne

Um es nochmals klar zu schreiben: Gegen Sprachsteuerung ist nichts zu sagen. Im Gegenteil. Es ist der nächste Schritt, „Geräte“ beziehungsweise das Netz komfortabel und „natürlich“ zu bedienen. Gerade das Smart Home. Und ich habe zumindest immer bewundert, wenn Spock und Kirk mit dem Bordcomputer auf dem Raumschiff Enterprise parlieren.

Doch es gibt einen Unterschied zwischen diesem freundlichen Helfer und Alexa. Die entscheidende Frage bei Alexa & Co. ist, wie viel Selbstständigkeit, Eigenverantwortlichkeit und Datenhoheit – gibt es die überhaupt noch – wir aufgeben und für welchen Preis. Und müssen wir wirklich dem omnipräsenten Dauerverkäufer unsere Tür ständig offen halten? Alexa, halt einfach die Klappe.

Und als Schmankerl Scotti, der versucht mit dem Computer zu sprechen: Erhöhte Obacht bei 0:58 …:

(Stefan Pfeiffer)

[DE] Wenn der Paketdienst dreimal klingelt ….

21. Januar 2016 Posted by StefanP.

Eigentlich bin ich ja unter allen Nachbarn der beste Freund aller Paketlieferdienste. Die Zulieferer wissen, dass ich mit meinen Jungs häufig im Home Office arbeite und deshalb klingelt es sehr oft, um auch für die Nachbarschaft Pakete abzugeben. Meine Kolleginnen und Kollegen kennen das ja schon aus den Telefonkonferenzen. “Ich muss mal schnell zur Tür …”.

Neuerdings – seitdem der Fitness Tracker meiner Apple Watch mich virtuell in den Hintern tritt – bin ich über Mittag mal draussen, mache meine Meter, um meine Aktivitätenkalorien zu verbrauchen. Da stehen sie jetzt halt mal vor der Tür und in der Nachbarschaft ist nicht immer jemand greifbar. Die weltbesten Jungs – Kater Toni und Pünktchen – hab ich noch nicht so erzogen, dass sie die Päckchen entgegen nehmen und gegenzeichnen. Wird bestimmt noch. Wir trainieren, der Dosenöffner mit seinen Jungs.

Dieser Tage – noch in der Weihnachts- und Neujahrsperiode – hatte ich nun eine sehr miese Erfahrung mit der Lieferung von UPS. Ich war wohl nicht da und das Päckchen wurde in einer Abholstation abgegeben. So weit, so gut, jedoch hat man mir keine Notiz in den Briefkasten geworfen und ich habe natürlich auf besagte Lieferung gewartet. Geht gar nicht von UPS, aber vielleicht wäre es auch für den professionellen Shop-Betreiber überlegenswert, eine FollowUp-Mail zu schicken und zu fragen, ob man denn zufrieden sei. So musste ich beim Online Shop nachfragen, bevor der Sachverhalt zu Tage trat.

Heute bekam ich dann von dpd diese E-Mail:

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Die Nachricht kam um 10:45 Uhr an und ich war wirklich interessiert, ob in angekündigtem Zeitraum angeliefert wird. Und siehe da, es wurde. Mal schauen, ob sich das bei weiteren dpd-Lieferungen bestätigt. Angesichts der zuerst geschilderten Erfahrung fand ich das sehr bemerkenswert und hilfreich. Ja, die Nachricht kam erst runde 90 Minuten vor Lieferung, aber trotzdem. Ich ging in diesem Zeitraum nicht raus und konnte so das Päckchen entgegen nehmen. Wäre es aber nicht gekommen, wie wäre dann meine “Customer Experience” gewesen?

Das war jetzt gerade noch zusätzlich lustig: Innerhalb von maximal 10 Minuten klingelten drei verschiedene Paketdienste. Kaum hatte ich die Tür zugemacht … ring. Nun sind der bestellte Wein, die Dichtungsleiste für die Dusche und der Selfie Stick, den ich mir für den Einsatz von Periscope in Orlando zulegen wollte, da. Übrigens wollte ich Dichtungsleiste und Stick eigentlich in Geschäften vor Ort kaufen, um den lokalen Handel zu stärken. War nicht mit vertretbarem Aufwand machbar und so profitierten wieder Online Shops, u.a. der bekannte E-Commerce-Riese.

Eigentlich war das als privates Blog gedacht, aber ich habe es einfach auch mal auf DigitalNaiv rüber kopiert. Hat ja was mit Kundendienst und Commerce zu tun.


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Die IBM Connect 2013 Opening General Session — Die Kunst des Möglichen

30. Januar 2013 Posted by Peter Schütt

BildNach einem aufpeitschenden Kurzkonzert von „They might be Giants“ („So früh am Morgen haben wir noch nie ein Konzert gegeben“) eröffnerte IBM Collaboration Solutions (ICS) General Manager Alistair Rennie die IBM Connect 2013, die – mit neuem Namen – die zwanzigste Lotusphere ist. Full House mit 10 Prozent mehr Kundenteilnehmer und Temperaturen bis 28 Grad sind der richtige Hintergrund für die Veranstaltung, die definiert, wo die Zukunft von Collaboration liegt.

Der diesjährige Überraschungsgast war der Schauspieler Joseph Gorden-Levitt, der u.a. im letzten Batman Film mitspielte. Das war aber nicht der Grund, warum er eingeladen war. Vielmehr war es seine initiativen um die kollaborative Plattform HitRecord, bei der man up- und downloaden kann und ganz bewusst aufgefordert wird zu remixen. Seiner Überzeugung nach gibt es kaum etwas, das wirklich originär ist, wie sich auch Shakespeare von Charakteren aus älteren Werken inspirieren lassen hat. Deshalb wäre es wichtig Dinge möglichst offen zur Verfügung zu stellen, damit sich über einen „Remix“ etwas Neues, Kreatives, Innovatives ergeben würde. Wird auf der HitRecord Plattform Geld eingenommen, bekommt die Hälfte die Plattform und die andere Hälte wird auf die Beteiligten aufgeteilt. Der Verteilungsschlüssel wird individuell vorgeschlagen und zunächst einmal 2 Wochen zu Diskussion gestellt und danach, eventuell verändert, ausgezahlt. Und noch etwas: Um die Kreativität zu fördern, versucht man bei HitRecord nie etwas negativ auszudrücken, à la „das gefällt mir nicht“, sondern immer nur das Positive. Nach seiner Erfahrung wäre das stark motivierend.

Alistair Rennie nahm den Ball wieder auf und erklärte anhand dieser Remix-Geschichte, warum IBM KeneXa, die Anbieter der Talent Management Lösung, die mehr als 50% der Fortune 100 Firmen einsetzen, gekauft hat. Er ist davon überzeugt, dass sich in den nächsten Jahren alle Front-Office Prozesse stark verändern werden, und dazu bedarf es eben auch eines ausgefeilten Talent Managements - weiter unten mehr dazu.

Was es noch braucht, ist eine starke Collaborations-Lösung, die zwingend auf eine Social Plattform aufsetzt und und sich unmittelbar in die Geschäftsprozesse integriert – ganz im Gegensatz zu auf veralteten Architekturen aufsetzender, Teamraum-gestützte Dokumentenaustauschsoftware à la SharePoint. Sandy Carter ergänzte, dass „eine Social Umgebung die Motivation zum kreativen Austausch bei der Erledigung der täglichen Arbeit so weit fördern kann, dass die Produktivität um 25% wächst.“ Ein Social Business werden bedeutet dabei aber eben nicht die unbegleitete Bereitstellung eines IT-Werkzeugs, sondern ein „Lifestyle Change“. Man müsse die kulturellen Rahmenbedingungen beachten, denn „nur zu schnell isst die Kultur die Strategie zum Mittag“ und macht sie damit zunichte. IBM sieht sich hier nicht als „Boxenschieber“ (Installationspaket), sondern als Partner bei der Transformation. Begleitend gibt es deshalb mehreres: ein neues Modell der zehn wichtigsten Erfahrungen zu einer erfolgreichen Umsetzung, auf der Veranstaltung ein Spezialbereich zu Einführungsthemen und zum Erfahrungsaustausch und ein (jetzt weltweiter) Customer Council, der sich an dem seit 2 Jahren bestehenden deutschen Kunden-Roundtable orientiert und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch gibt.Bild

Wie man das Thema erfolgreich aufsetzt, erläuterte dann BOSCH CIO Gerd Friedrich sehr anschaulich vor den vielen Besuchern. Sein Credo: Communitys brauchen Leute, die eine Community organisieren können, es geht nicht ohne Change Management und im übrigen „Just do it“ - man muss sich nicht überall zu viele Gedanken machen.

Dann ging es Schlag auf Schlag:

  • IBM Notes 9 Social Edition wird nach Plan im März kommen – mit einer wirklich neuen, sehr aufgeräumten Oberfläche, die Wettbewerbsprodukte ziemlich unaufgeräumt aussehen lässt und auch einfacher zu bedienen ist. Das Entwicklungsteam hat seinen Fokus aber auch darauf gelegt, die Notes-Umgebung komplett als Browser-Lösung ohne Client-Rollout anbieten zu können: iNotes (Mail/Kalender/usw. im Browser) wurde dazu stark erweitert, unterstützt nun auch Live Text (integrative Verbindung von inhaltlichen Textmustern, z.B. Kundennummern, mit Aktionen mit beliebigen Systemen, z.B. dazu passend der Sprung in das CRM-System inklusive SSO (Single Sign on)). Noch weiter geht die Integration von e-Mail, sowohl in Browser als auch auf dem Desktop, mit Backend-Systemen über OpenSocial Gadgets. Da ist z. B. eine Integration mit allen SAP Prozessen möglich und nicht nur beschränkt auf wenige, ausgewählte Use Cases. Und beliebig alte Domino Anwendungen können künftig über ein Firefox- oder Internet Explorer-Plugin auch direkt im Browser laufen, abgesehen davon, das xPages das nach wie vor kostengünstigste Entwicklungsumfeld ist, um neue Anwendungen direkt für Browser und Mobilumgebungen zu schreiben. Alles zusammen sind das Innovationen, die den Arbeitsplatz der Zukunft definieren. Mein Kommentar: Pech gehabt, wer Outlook hat.

  • IBM Connections.next, das ebenfalls bereits für März geplant ist, wird die soziale Umgebung in vielen Details weiter ausbauen. Besonderes Highlight #1 wird das Extramodul IBM Connections Content Manager sein, das erstmals am Markt die Tiefenintegration einer Social-Umgebung mit ausgefeilten und erprobten Dokumenten- und Content Management Funktionen bietet, also mit Tagging, durchgängiger Suche, Einbindung in den Activity Stream, Folderstrukturen, usw. Highlight #2 ist die Integration von IBM Docs als Browser-basiertes Editierpaket, zu dem es auch eine iPad App geben wird. Formatmäßig werden MS- und ODF Formate unterstützt, sowie auch PDF. Das Besondere ist aber, dass man Dokumente zum Editieren nicht mehr kompliziert und langsam rauf- und runterladen muss, sondern direkt auf dem Server editieren kann – und dass sogar auch mit mehreren Kollegen parallel und gleichzeitig. (Hilfreich, wenn man dann jemanden hat, der hinter einem gleich die Tippfehler korrigiert …). 2012 gab es insgesamt 16 Versionen der mobilen Apps für Smartphones und Tablets. Diese agile Entwicklung wird natürlich auch 2013 fortgeführt.

  • IBM Sametime 9 wird im Sommer sehr viel Neues bringen. Hier sind die Highlights eine integrierte Unterstützung von multi-Layer Audio- und Videokonferenzen u.a mit einer perfekten Integration in Polycom-Lösungen und eine neue, elegante Oberfläche, die Bedienelement dynamisch nur noch dort zeigt, wo sie benötigt werden – statt die Seite mit einem kaum benötigten Ribbon zu verstopfen.

  • Craig Hayman, General Manager IBM Industry Solutions, zeigte auf wie der „Chief Executive Customer“ (auf Deutsch: Der Kunde ist König) zukünftig an das Unternehmen gebunden werden kann: Eine Social Media-Analyse hilft, die für den individuellen Kunden wirklich bedeutsamen Inhalte darzustellen. Eine solche „Exceptional Customer Experience“ ist ziemlich einzigartig, insbesondere, wenn es darum geht, den Kunden mehr gut gemachte Self-Services anzubieten und damit auch ihre Loyalität gegenüber dem Internet-Shopauftritt zu steigern und letztlich den Umsatz zu erhöhen. Das der Shop das für beliebige Endgeräte bieten muss dürfte heute niemanden mehr überraschen, zumal Analysen zeigen, dass Kunden die über mobile Geräte einkaufen einfach auch mehr im Internet kaufen. Und spannend ist wirklich, was im Bereich Commerce mit Social geht: Ein Beispiel ist der sehr erfolgreiche Shop.CA aus Kanada, der Kunden, die über ihre Einkäufe twittern usw. bis zu 2,5% Discount gewährt und so mehr Kunden anlockt. Auch Jack Bowman (Global eBusiness Manager bei Caterpillar) geht innovative Wege und verkauft etwa Ersatzteile der schweren Baumaschinen über die neue eCommerce-Plattform und schafft so u.a. eine höhere Kundenzufriedenheit, weil die Kunden die benötigten Teile über den Self-Service schneller bekommen.

Großen Raum nahm erwartungsgemäß - nach der kürzlich abgeschlossenen Übernahme von KeneXa durch IBM - das Thema Talent Management ein. Rudi Karsan, CEO von KeneXa, erläuterte die Möglichkeiten über die Talent Management Plattform besser zu den „richtigen“ Mitarbeitern zu kommen und mittels Smarter Workforce Analytics auch prefessionelleres Personalmanagement machen zu können. Die Verbindung der Cloud-Lösung von KeneXa (mit Rechenzentrum in der EU) mit IBM Connections weist darüber interessante Potenziale auf, die andere Anbieter so schnell nicht bieten können. Man denke nur daran bereits auf der externen Einstellungs-Seite im Internet bereits social Services integriert zu haben, also eine Art Facebook-Feeling zu erzeugen um so intensiver auf Interessierte zugehen zu können, oder die neu eingestellten Mitarbeiter schneller in den Job einführen zu können, weil man schon vor der Einstellung beginnen kann, die Kandidaten im Unternehmen zu vernetzen.

Am Schluss fasste Mike Rodin, Senior Vice President IBM Solutions Group, die wie im Fluge vergangenen 2,5 Stunden mit einem Ausblick zusammen: Social Business heißt die Chancen die im kollektiven Wissen der Organisation stecken aktiv aufzugreifen und dafür neuste Technologien einzusetzen. Die Herausfoderung ist mit den stark wachsenden Datenmengen umzugehen. Die Antwort liefert Social Analytics als zentraler Bestandteil gerade auch von Collboration-Lösungen wie in IBM Connections. Was werden Computer in naher Zukunft können? Sie entwickeln sich immer mehr zu kognitiven Systemen, die die Menschen zunehmend intelligent unterstützen werden. Das fing mit Watson an, dem IBM Computer, der vor einigen Jahren in einer Fernsehrateschow an den Besten vorbeizog. Zwischenzeitlich haben die mit watson aufgezeigten Möglichkeiten ihre Anwendung im medizinischen Umfeld gefunden hat – Doktoren werden bei Ihrer Analyse über zusätzliche Möglichkeiten und deren Wahrscheinlichkeiten beraten. Das ist aber nur der Einstieg. Seine Zusammenfassung: „Die Kunst des Möglichen zu neuen Grenzen führen = IBM“.

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