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Lesezeichen Autoindustrie und Mobilitätsanbieter: Wie konnte eine ganze Industrie eine derartige Revolution verschlafen? Und wie geht es 2020 weiter?

30. Dezember 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Wie konnte eine ganze Industrie eine derartige Revolution verschlafen?

aus: Was das neue Jahrzehnt für Autoindustrie und Mobilitätsanbieter bringt | Gründerszene

Der große (Um–)Bruch
Scheitert die Autoindustrie am Wandel?

aus: Warum die Autoindustrie mit dem Wandel hadert – Wirtschaftswoche

Nur Tesla hat das Elektorauto nicht verschlafen, muss aber in absehbarer Zeit schwarze Zahlen schreiben – und wíll bald in Deutschland produzieren. BMW hat laut Don Dahlmann auf Gründerszene.de mit seiner Mobilitätsstrategie versagt, der Daimler ist auf Schrumpfkurs und so stellt sich die Frage, ob vieler Deutscher liebste Kinder am Ende des kommenden Jahrzehnts noch unabhängig sind.

Volkswagen, das rund um den Dieselkandal eigentlich zu viele Gesetzesbrüche begangen und Fehler gemacht hat, kommt bei Dahlmann besser weg. Elektromobilität und dort insbesondere VW könnten  das kommende und die nächsten Jahre danach bestimmen.

Volkswagen ist der wichtigste Player in diesem Bereich, denn ab Sommer 2020 kommt der neue ID.3 auf den Markt – das Auto, das VW zufolge „Der Golf unter den E-Autos“ sein will. Dann wird sich zeigen, ob und wie die Bevölkerung die E-Mobilität annehmen wird.

aus: Was das neue Jahrzehnt für Autoindustrie und Mobilitätsanbieter bringt | Gründerszene

Doch gibt es ja auch Stimmen, dass BMW schon lange mit dem i3 ein technisch überlegenes, aber im Design eher gewöhnungsbedürftiges Modell am Start hat. Doch BMW, laut Wirtschaftswoche mit dem i3 einst Pionier bei E–Kleinwagen, hält sich jetzt die Entscheidung noch offen, was die domierende Antriebsform sein wird.

Aber wird der neue ID.3 ähnlich wie einstmals Käfer und Golf in Deutschland (und vielleicht darüber hinaus) das Thema E-Mobilität prägen? Zumindest korrigiert VW seine Pläne gerade offiziell nach oben und will nun schon bis 2023 eine Million Elektroautos produzieren. Für das Jahr 2025 sollen es 1,5 Millionen Fahrzeuge der neuen ID-Familie sein. Und das obwohl es derzeit noch Probleme mit der Software gibt. Carsten Germis bezeichnet das in seinem Bericht in der FAZ vom 28.12.2019 als „Vorgeschmack auf das digitale Zeitalter, in dem das Auto zu einem Smartphone auf vier Rädern werden und die Software beständig aktualisiert werden soll“.

Und die Konkurrenz ist groß. Die Wirtschaftswoche stellt eine entscheidende Frage: „Die Deutschen und Tesla – Jäger oder Gejagte?“ Und nicht nur Tesla ist bereits aus den Startlöchern heraus. In Ländern wie China werden sich die derzeit dort noch so erfolgreichen deutschen Autobauer angesichts lokaler Konkurrenz, die voll auf Vernetzung setzt und potentiell sogar weiter sein dürfte, warm anziehen müssen.

Es stellen sich also viel Fragen: Werden gerade die deutschen Autofahrer 2020 die Reichweitenangst überwinden? Wird es gelingen, in Deutschland schnell eine breit verfügbare Ladeinfrastruktur zu schaffen?  Werden drängende und wichtige Fragen der  Umweltfreundlichkeit beispielsweise rund um die Batterien mittelfristig gelöst? Hoffentlich kommt es hier nicht nur zu Durchbrüchen in der Forschung wie gerade von IBM verkündet, sondern auch schnell zu entsprechender Produktionsreife und breiter Produktion. Viele Fragen sind offen wie auch Car Sharing oder umfassendere Mobilitätskonzepte und müssen in den kommenden Monaten und Jahren beantwortet werden.

Die persönliche Entscheidung bezüglich E-Mobilität

Persönlich werden wir 2020 darüber nachdenken, ob nicht auch für uns ein E-Auto in Frage kommt. Fahrten zur Arbeit nach Frankfurt sind problemlos machbar und auch eine Mischung von Benziner und E-Auto ist möglich, wenn beide berufstätig mobil sein müssen, mit den Öffentlichen nicht den Arbeitsplatz erreichen und wirklich einmal eine längere Strecke anliegt. Dazu dann eine Ladestelle in der eigenen Garage, vielleicht generell in der Tiefgarage unserer Eigentümergemeinschaft und die idealerweise kombiniert mit einer eigenen Solaranlage auf dem Dach. Das wäre doch ein erstes Träumchen.

(Stefan Pfeiffer)

 

Kurz kommentiert: Wie sich der BMW CEO und der Technikvorstand zum Thema Elektroautos gegenseitig aushebeln

3. Juli 2019 Posted by Stefan Pfeiffer

Freude am Fahren oder am Verbrennungsmotor… Mal kurz notiert und kommentiert, wie sich ein Vorstand und sein Technikchef mal schnell gegenseitig aushebeln:

Unmittelbar nachdem BMW-Chef Harald Krüger am 25. Juni ein höheres Tempo bei Elektrifizierung der Modellpalette angekündigt hatte, warnte Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich vor zu hohen Erwartungen. Gegenüber Journalisten erklärte er, dass Verbraucher außerhalb einiger weniger Regionen kein Interesse an batterieelektrischen Autos (BEVs) hätten. Deshalb geht man davon aus, dass Verbrenner mit Dieselmotoren noch etwa 20 Jahre lang produziert werden – Benziner sogar noch 30 Jahre lang.

über BMW: Europäer wollen keine Elektroautos kaufen | heise online

Man möchte fast sagen, feucht-fröhliche Aussagen zum „overhype-den“ Thema nach Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich. Da sprechen die derzeitigen TV-Aussagen von BMW eine andere Sprache, aber was soll es. Bild nach außen und reales Handeln waren in den vergangenen Jahren ja eh nicht gerade Stärke der deutschen Automobilindustrie.

Freude am Schummeln …

Und ja, wir Deutschen spinnen mit unserer Automanie. Auch ich fahre gerne einen schönen, schnellen Wagen, aber mein nächster Fahrzeug wird – so es irgend möglich ist – ein Elektrofahrzeug sein und auch ein Stückchen kleiner werden.

Und zum Thema Wasserstoffantrieb beziehungsweise Brennstoffzellen-Fahrzeuge habe ich noch immer Fragen in den Augen, aber das an meiner Unwissenheit liegen. Muss dringend mal „deeper diven“.

(Stefan Pfeiffer)

Bild von StockSnap auf Pixabay

Das Smartphone auf Rädern

4. Februar 2018 Posted by Stefan Pfeiffer

„Isch habbbäää gar kein Audddddooooo“, so könnte ich eigentlich auch analog zum bekannten Werbespot sagen. Nein, ich habe das Privileg seit einigen Jahren einen Dienstwagen fahren zu dürfen. Seit rund einem halben Jahr ist es ein A4 Kombi, Pardon, Avant, mit dem ich sehr zufrieden bin, den Maoanzug des Managers, wie mein Freund Jörg mal gesagt (aber mehr zu Warum Audi als eher belangloser Anhang in meinem Genussblock ei-gude-wie.com).

Ja, bis … bis auf die Funktionalität meines iPhone im Wagen und die generelle Integration von Smartphones. Trotz schon besser gewordenen Komforts – Stichwort CarPlay – hakt es noch an allen Ecken und Enden. Da werde ich natürlich hellhörig, wenn Daimler-Chef Zetsche zur Präsentation der neuen A-Klasse vom Smartphone auf Rädern spricht.

Doch einen Schritt zurück: Seit Jahren ist es gerade deutschen Autobauern nicht gelungen, Smartphones intelligent in ihre Fahrzeuge zu integrieren. Sie wollten es wohl auch gar nicht, denn insbesondere an den Navigationssystemen hat man ja richtig fett Kohle verdient. Wer unterstützt dann schon ein Android-Gerät oder iPhone, wo leistungsfähige Navis mitgeliefert oder vergleichsweise für einen Apfel und ein Ei zu haben sind? Die Sprachassistenten vegetieren auch nebeneinander her. Man trifft – so wie jetzt im Audi – eher die entweder-oder Wahl, entweder die von Audi bereitgestellten Funktionen oder die des iPhone.

Ok, ich will fair sein. Auch Carplay von Apple ist keines Ruhmesblatt. Seit Jahren hat sich dessen Funktionalität eigentlich nicht verbessert. (Bei Android kann ich nicht mitreden). Neue Apps kommen nicht dazu. WhatsApp gibt es natürlich nicht auf Carplay. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Für mich sinnvoll erscheinende Funktionen wie E-Mails vorlesen? Fehlanzeige.

Nun verspricht also Mercedes, dass alles besser wird. Mercedes feiert mit der A-Klasse eine Premiere und stellt das neue Multimediasystem MBUX – „Mercedes-Benz User Experience“ – vor:

Statt Knöpfen, Reglern und unpräzisen Touchpads lässt sich das Auto über einen cleveren Sprachassistenten steuern. Mercedes hat die Steuerung selbst entwickelt. Apples Siri oder Amazons Alexa lassen sich zwar verknüpfen, aber darauf angewiesen sind die Stuttgarter nicht. Das Credo: Künstliche Intelligenz können auch die Schwaben, nicht nur die Vorreiter aus dem Silicon Valley.

via Daimler präsentiert seine Mercedes A-Klasse

Ich bin wirklich gespannt, wie die – neudeutsch – „User Experience sein wird. Gespannt als Autofahrer und gespannt, weil IBM Watson-Technologie mit in „Hey Mercedes“ steckt. Das, was man liest, klingt vielversprechend: „Mir ist kalt“  genügt, damit die Heizung wärmer geschaltet wird. „Ich habe Hunger“ führt zum nächsten Restaurant. Auf jeden Fall werde ich mir das mal anhören und anschauen.

Und ja, um es in die richtige Perspektive zu rücken: Angesichts von Dieselgate ist sicherlich die Frage, mit welchem Antrieb wir künftig fahren werden, wichtiger wie die Integration von Smartphone und künstlicher Intelligenz in die Fahrzeuge von heute und morgen. Trotzdem darf man aber darüber nachdenken dürfen.

Und in 4 Jahren sollten bei meiner Entscheidung andere Kriterien wichtig sein, beziehungsweise ich habe dann hoffentlich – jenseits der Frage ob Dienstwagen, privat oder überhaupt Wagen – die Wahl unter alternativen Antriebskonzepten. Smartphone auf Rädern hin oder her. Da spielt die eigentliche Musik.

(Ein Thema, das für alle drei Blogs, in denen ich gerade aktiv bin, interessant sein könnte und auch leicht modifziert auf ei-gude-wie.com und CIOKurator erscheint: Stefan Pfeiffer)

[Das Foto des neuen A-Klasse-Cockpits stammt aus der entsprechenden Pressemappe von Daimler. Herzlichen Dank, Sascha Pallenberg, für den Link. Alle Bildrechte liegen beim Daimler.]

[DE] Statt „Diesel-Zipfel“ wäre der „E-Auto-Gipfel“ gefragt

30. Juli 2017 Posted by Stefan Pfeiffer

Bayern 3 Radionachrichten heute im Auto: Säbelrasseln, „verdammte“ Pflicht und Wahlkampfgetöse unserer lieben Minister in den Medien vor dem „Diesel-Gipfel“ am kommenden Mittwoch. Es muss sich was ändern. Nicht nur Software-, auch Hardware-Updates sind gefragt. Ein Schelm, der daran denkt, dass bald Bundestagswahlen sind.

Handelsblatt-Newsletter in meinem Posteingang: Die ersten 30 Tesla  Model 3 wurden ausgeliefert. Das Handelsblatt titelt Das iPhone der Straße ist da.  Das Handelsblatt zitiert Gene Munster, einen bekannter Technologie-Analysten, der Verkaufsstart mit der Einführung des iPhones im Jahre 2007 vergleicht. Im Beitrag werden auch unzufriedenen Tesla-Kunden erwähnt, mehr „Supercharger“ fordern.

Vor einigen Wochen waren wir mit einem befreundeten Paar – von uns nur noch Teslinchen und Teslator genannt – an der Mosel. Unser Teslator wurde sehr nervös, als nur noch 100 Kilometer im Model S geladen waren. Jetzt sind unsere Freunde auf Mallorca. Den Weg über Italien und die Cote d’Azur und Barcelona haben sie im Tesla zurückgelegt.

Seit rund 2 Wochen ist mein neuer Dienstwagen da: ein Audi Diesel. Wenn ich mich recht erinnere, wurden gar keine Benziner als Leasingoption angeboten. Und ich bin seit Jahrzehnten ein Verfechter deutscher Autos und habe immer gelästert, wenn Bekannte Japse gefahren sind. Die deutsche Autoindustrie ist Leitindustrie und wir sollten deshalb … Ich weiß, ich weiß.

Was hat das denn nun alles miteinander zu tun? Mittwoch – beim besagten „Diesel-Gipfel“ – wäre eigentlich der richtige Moment, auf den Tisch zu hauen und die Autowende einzuläuten: Start der deutschen E-Auto- und E-Mobilitäts-Initiative unter verpflichtender, finanzieller Einbindung der lieben Autohersteller, die es ja so leger mit Abgasmanipulation und widerrechtlichen Kartellabsprachen halten. Und ein Plan zum flächendeckenden Ausbaus der Charger-Infrastruktur gehört dazu. Tja, das wäre ein Signal, vom „Diesel-Zipfel“ zum „E-Auto-Gipfel“.

Mutti hat ja schon einmal nach Fukushima auf den Tisch gehauen. Aber vor den Bundestagswahlen werden die lieben Politiker nicht über ihren Parteischatten springen. Schade, denn das wäre jetzt das richtige Signal, ein Aufbruch und erfolgversprechender Versuch, das Gütesiegel „Made in Germany“ zu retten. Und es wäre die Chance, die Manipulatoren und Absprachler finanziell massiv in die Pflicht zu nehmen – und ihnen dabei noch eine Fortschrittsperspektive zu geben.

Ich würde gerne ein E-Auto fahren, wenn denn Reichweite und Infrastruktur stimmen.


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